Bologna, im Herzen von Emilia-Romagna

Bologna ist eine italienische Universitätsstadt und Hauptstadt der Region Emilia-Romagna. Es ist die siebtgrößte Stadt Italiens.

Bologna wird auch 'la grassa' ('die Fette') genannt wegen des gehaltvollen Essens, für das die Stadt berühmt ist. Weitere Beinamen sind 'la rossa' ('die Rote') wegen der roten Ziegel der Häuser und der vorherrschenden politischen Richtung, sowie, wegen der berühmten Universität, 'la dotta' ('die Gelehrte').

Unter der Stadt befindet sich ein weitverzweigtes Kanalsystem. Bologna war lange ein kleines Venedig, heute sind die meisten Kanäle abgedeckt. Doch in der Via Piella 18 befindet sich ein unscheinbares Fenster in der Wand. Es ist so unscheinbar, dass man gezielt danach suchen muss. Klein, rot und mit Graffiti besprüht präsentiert sich 'Ventana al canal'. Dahinter: der Canale delle Moline.

Auf der anderen Straßenseite hat man sich diesen Touristenmagnet gespart. Da kann man einfach ungehindert von der Brücke schauen.

Parrocchia di Santa Maria e San Domenico della Mascarella - eine katholische Kirche in der Via Mascarella 48, die ich leider nie geöffnet vorgefunden habe.

Seit dem 13. Jahrhundert beherbergt die Kirche 'Chiesa di San Martino Maggiore' die Bologneser Gemeinschaft der Karmeliter. Die Kirche wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut und 1457 mit Ziegelgewölben versehen. Ende des 15. Jahrhunderts erhielt sie eine neue Fassade (1879 wurde sie im gotischen Stil umgestaltet).

Der innere Teil der Kirche ist elegant, geräumig und mit schönen Adelskapellen aus der Renaissance bereichert, in der einige wertvolle Gemälde aufbewahrt werden.

Unter ihnen Gemälde von Francesco Francia, Amico Aspertini, Paolo Uccello, Lodovico Carracci, Lorenzo Costa, Girolamo da Carpi, Alessandro Tiarini und Girolamo da Sermoneta, die auch das Altarbild mit "Madonna in trono e Santi" (1548) meißelten.

Die Orgel aus dem 16. Jahrhundert auf der rechten Seite des Presbyteriums beeindruckt besonders wegen ihrer Dekoration und der musikalischen Qualität.

Bekannt ist Bologna außerdem für seine Arkaden. Sie erstrecken sich über 38 km und wurden ursprünglich geschaffen, um der wachsenden Bevölkerung der Stadt gerecht zu werden. Der Bau der Arkaden ermöglichte es, die oberen Stockwerke auszubauen und so neuen Wohnraum zu schaffen ohne den Handel und den Durchgangsbetrieb zu stark zu beeinträchtigen.

Und falls es mal regnen sollte, wie bei meinem Besuch, dann sind überdachte Gehwege auch was Feines.

Porta Galliera war ein Tor der ehemaligen äußeren mittelalterlichen Mauern der Stadt. Es ist das am meisten verzierte aller übrigen Tore.

Das Tor wurde zwischen 1659 und 1661 nach Entwürfen des Architekten Bartolomeo Provaglia errichtet. Das innere Portal hat eine malerische barocke Fassade, während das äußere Portal die militärische Verteidigungsrolle eines Tores betont. Die Straße von hier führte nach Ferrara.

Gleich daneben, an der Piazza XX Settembre, sind die Überreste der alten Stadtbefestigung, die fünfmal gebaut und zerstört wurde. Die erste Festung wurde 1330-32 von Kardinal Legate Bertrando del Poggetto errichtet und 1334 mit seiner Vertreibung zerstört.

Am Fuße des Parco della Montagnola befinden sich die Ruinen des Castello di Galliera aus dem 14. Jahrhundert, das zu Pincios monumentaler Prunktreppe (1893-1896) führt, die von Tito Azzolini und Attilio Muggia entworfen wurde. Die Treppen sind mit plastischen Reliefs und Statuen geschmückt, die von der Geschichte Bolognas inspiriert sind.

Der Park von Montagnola ist der älteste Park von Bologna und verdankt seine ursprüngliche Konstruktion (1805) der napoleonischen Herrschaft, die die Parkanlage von Giovanni Battista Martinetti in Auftrag gab.

Das zentrale Becken des Parks wurde für die Ausstellung der Provinz von Emilia im Jahre 1888 durch Entwurf von Diego Sarti vervollständigt. Bereichert wird die Szene mit tierischen Darstellungen, die einen interessanten Kontrast zu den rumlungernden Männern bieten, die von Früh bis Nachts den Park bevölkern.

Die Basilika San Petronio ist die Hauptkirche von Bologna. Ihre Fassade beherrscht die Piazza Maggiore. Mit ihren gewaltigen Dimensionen (Länge 132 m, Breite 60 m, Gewölbehöhe 45 m) ist sie die fünftgrößte Kirche der Welt, mit einem umbauten Raum um 258.000 m³ die größte Backsteinkirche überhaupt.

Wie die meisten Bauten Bolognas wurde auch die Basilika San Petronio aus Backsteinziegeln errichtet. Der untere Bereich der Fassade wurde anschließend mit Marmor verziert, während der obere Teil bis heute unvollendet blieb.

Zum Vergleich die drei größten Backsteinkirchen nördlich der Alpen: Die Volumina der Münchener Frauenkirche, des Ulmer Münsters und der Danziger Marienkirche betragen etwa 200.000 m³. Bemerkenswert am Innenraum von San Petronio sind das Farbenspiel der Wände, die polychromen Glasfenster und die historischen Orgeln.

Dem hl. Petronius, Bischof von Bologna im 5. Jahrhundert und Schutzpatron der Stadt, gewidmet, geht die Basilika auf das Jahr 1390 zurück, als die Stadt Bologna Antonio Di Vincenzo mit dem Bau einer riesigen Kirche im gotischen Stil beauftragte. Ursprünglich sollte sie größer als der (damalige) Petersdom in Rom werden. Auf Anordnung des Papstes - Bologna gehörte zum Kirchenstaat - wurde diese Absicht jedoch aufgegeben. Sie trägt den Titel einer Basilica minor.
Die Basilika genoss von Anfang an Berühmtheit, so dass sie von Karl V. für seine Kaiserkrönung durch Papst Clemens VII. im Jahre 1530 gewählt wurde.

Über Jahrhunderte wurde an der Kirche gebaut. Nach der ersten Gestaltung der Fassade im Jahre 1393 begannen die Arbeiten an den Seitenkapellen, die erst 1479 vollendet wurden. Die Dekorationen des Mittelschiffes wurden von Girolamo Rainaldi zwischen 1646 und 1658 gefertigt.

Die Gliederung der Fassade wurde durch die Anlage neuer Seitenportale bereichert, die das Hauptportal von Jacopo della Quercia ergänzen sollten. Allerdings wurde der Bau zeitweilig eingestellt und später wiederaufgenommen. Die Basilika wurde der Diözese erst im Jahre 1929 übergeben und 1954 geweiht. Erst seit 2000 bewahrt sie die Reliquien ihres Titelheiligen, die sich bis dahin in der Basilika Santo Stefano befanden.

In San Petronio gibt es zwei Orgeln, die sich links und rechts des Hauptaltares befinden. Es handelt sich dabei um zwei der ältesten Orgeln in Italien. Die Orgel auf der Epistelseite stammt aus den Jahren 1471-1475, und wurde von Lorenzo di Giacomo da Prato erbaut.

Die Orgel auf der Evangelienseite wurde 1596 von Baldessarre Malamini erbaut. Beide Instrumente haben jeweils zwölf Register auf einem Manual und sind mit einem angehängten Pedal ausgestattet. Die mechanischen Trakturen sind original erhalten.

Das Bild stellt den Mann im Grabtuch dar und wurde mit wissenschaftlichen Methoden aus der geheimnisvollen, auf dem in Turin konservierten Leichentuch geprägten Gestalt geschaffen. Nach alter christlicher Tradition war es das Tuch, das um den toten Leib Christi gewickelt wurde . Die Statue ist eine dreidimensionale Darstellung dieses Mannes. So ist es zum ersten Mal möglich, den Menschen im Grabtuch zu sehen, zu betrachten und zu bewundern, so wie die, die bei der Beerdigung vor zwanzig Jahrhunderten anwesend waren.

Das Besondere im Gegensatz zu den meisten anderen Kirchen ist, dass Kirchen normalerweise von der Diözese finanziert und gebaut werden, die Kirche San Petronio wurde jedoch von der Bevölkerung gewollt und mit öffentlichen Geldern errichtet.

Gleich 22 Kapellen sind an den Seiten der Kirche untergebracht. Da ist für jeden Gläubigen was dabei. Und auch für Fotografen, die bei freiem Eintritt um einen Obolus von EUR 2,- für Fotoerlaubnis nachdrücklich gebeten werden.

II. Kapelle der hl. Petronio, einst der Familie Cospi und Aldrovandi, entworfen von Alfonso Torreggiani, um das Relikt des Hauptes von San Petronio zu beherbergen.

In der Kirche befindet sich ein in den Fußboden eingelassener Meridian von 66,8 m Länge, ein Werk von Giandomenico Cassini nach dem Projekt des Astronomen Giovanni Domenico Cassini.

Durch ein Loch im Kirchendach gelangt der Mittagssonnenstrahl in die Kirche und zeigt Monat, Tag, Sternzeichen und die Zeit von und bis zur Tag-und-Nacht-Gleiche. Noch heute ist der 1655 in den Kirchenboden eingelassenen Meridian der längste der Welt.

Der Neptunbrunnen auf der Piazza Nettuno ist ein Brunnen im Zentrum Bolognas. Die 3,35 m hohe Statue Neptuns besteht aus Bronze und steht in der Mitte des Brunnens, umgeben von Sirenen und Delphinen. Er wird von den Bolognesern einfach nur 'der Riese' genannt. Der Brunnen wurde zwischen 1563 und 1566 von Giovanni di Bologna, auch bekannt als Giambologna, geschaffen.

Giambologna wollte Neptun ursprünglich mit größeren Genitalien darstellen, doch die Kirche widersetzte sich diesem Entwurf. Der Bildhauer hielt sich an die Anweisung der Kirche, konnte es sich aber nicht verkneifen, ein kleines spitzbübisches Zeichen des Trotzes zu integrieren. Wenn man von der Sala Borsa-Bibliothek aus auf den Brunnen blickt und auf Neptuns ausgestreckte Hand achtet, bilden Neptuns Daumen und Leistengegend eine Linie, die an einen erigierten Penis erinnert.
Kein Guide versäumt diesen perspektivischen 'Geheimtipp' seinen Zuhörern mitzuteilen.

Am Fuß des Sockels lehnen kunstvolle Meerjungfrauen. Diese sind ebenfalls ein Teil des Wasserspiels: Aus ihren Brüsten ergießen sich Wasserfontänen in den Brunnen. Die Putten an den Brunnenecken sollen die vier damals bekannten großen Flüsse darstellen: Amazonas, Nil, Donau und Ganges. Der Sockel mit den Delphinen und Sirenen wurde von Tommaso Laureti entworfen.

Im Schutz der vielen Arkaden lassen sich auch Freiluft-Gastplätze einrichten.

Der Bogengang beim Palazzo Re Enzo (Palast von König Enzo) ist bekannt für seine Flüsterecken. Ein akustisches Winkelspiel im Gewölbe 'Voltone del Podestà' überträgt leise Geräusche von einer Ecke in die andere.
Leider ist niemand da, mit dem ich das ausprobieren kann. Um 8 Uhr früh ist so gut wie überhaupt niemand unterwegs am Hauptplatz.

Der Palazzo d'Accursio ist ein Gebäudekomplex in Bologna, der heute die Stadtverwaltung beherbergt (daher auch Palazzo Comunale).
Ursprünglich war es der Wohnsitz des Rechtsgelehrten Accursius. 1336 wurde der Palazzo Sitz des Ältestenrats und dann Regierungssitz. Die Treppenhäuser im Inneren sind mit breiten, flachen Stufen so gestaltet, dass die Herrschaften zu Pferde im Gebäude hinaufreiten konnten.

Sala Farnese befindet sich im zweiten Stock des Palazzo d'Accursio. Es wurde in der vierten Dekade des fünfzehnten Jahrhunderts gebaut. Es ist 34,69 Meter lang und 11,22 Meter breit. Es war ein großer Vorraum, um die Farnese-Kapelle und die Wohnung des Kardinals Legato zu betreten, in dessen Räumen sich jetzt die Kunstsammlungen der Gemeinde befinden.

Der Saal im zweiten Stock hieß Königlicher Saal; dort empfing Karl V. 1530 die Eiserne Krone als König von Italien. Seine Krönung zum Kaiser erfolgte in der benachbarten Basilika San Petronio. 1665 ließ Kardinal Girolamo Farnese den Saal umbauen.

Die in Stein gemeißelte Proklamation eines gewissen Napoleons, der auch dort sein Unwesen trieb.

Von besonderem Interesse in diesem Raum sind die Fresken, die die Wände schmücken. Carlo Cignani war der Künstler, der die Malergruppe koordinierte, die die acht großen Episoden der Bologneser Geschichte in den Gemälden malte.

Das Werk 'König Franz I. heilt die von Skrofulose betroffenen Menschen' (1660) von Carlo Cignani (1628-1719) und Emilio Taruffi (1633-1696) stellt folgene Szene dar:
Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass die Könige von Frankreich und England eine besondere Macht besäßen, die die Skrofulose heilen könne, indem sie nur diejenigen anrührten, die an der Krankheit litten. Hier wird der König von Frankreich, Franz I., bei seinem Besuch in Bologna im Jahre 1515 bei der Heilung der von Skrofulose betroffenen Menschen gezeigt.

Die entweihte Kapelle Farnese (Cappella del Legato oder Cappella Farnese) wurde 1454 nach einem Entwurf des Architekten Aristoteles Fioravanti errichtet. Sie ist ungewöhnlich für eine Kapelle und reich an künstlerischen Friesen und großen Fresken.

In dieser Kapelle krönte Papst Clemens VII. am 22. Februar 1530 Karl V. König von Italien mit der Corona Ferrea; Zwei Tage später wurde er in der Basilika San Petronio zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt.
Im Jahr 1811 wurde die Kapelle entweiht und als Archiv und Depot der napoleonischen Präfektur genutzt.

Ausblick vom Sala Farnese im Palazzo d'Accursio auf die Piazza Maggiore mit (vlnr) der Basilika San Petronio, das städtische Geschichtsmuseum, dahinter die Kuppel der Santa Maria della Vita und links kippt sich noch der Torre degli Asinelli ins Bild.

Wahrzeichen der Stadt sind die zwei Türme, der Torre Garisenda und der Torre degli Asinelli. Um 1300 erbaut, war letzterer mit seiner Höhe von 94,5 m damals wohl der höchste Profanbau Europas. Die beiden Türme sind mit wenigen anderen die letzten Überbleibsel von rund 180 'Geschlechtertürmen' des mittelalterlichen Bologna, die im 19. Jahrhundert zum Großteil geschleift wurden.

Der Palazzo della Mercanzia, Sitz der Handels-, Industrie-, Landwirtschafts- und Handwerkskammer, hat seit dem späten 14. Jahrhundert die Handels- und Geschäftsaktivitäten von Bologna geleitet. Der Bau der offenen Galerie Carrobbio (heute Mercanzia) begann 1348 und wurde 1391 fertiggestellt.

Die Fassade besteht aus Ziegeln und istrischem Stein und weist zwei tiefe gotische Bögen auf, die den Eindruck erwecken, dass sie höher wirken. Dies wird auch durch den Vorraum erreicht, der vom umgebenden Platz aus erhaben ist.
Zwischen zwei Bogenfenstern über den Bögen ragt ein kleiner Marmorbalkon hervor, aus dem die Richter des Kaufmannshofes ihre Urteile verlasen.

Das Standesamt 'Salone dell'Anagrafe', im Jahr 1920 renoviert und entworfen von Mario Dagnini, hat einen Marmormosaikboden und eine Holzdecke, die Wände zeigen Bilder des kommerziellen Handwerks und der landwirtschaftlichen Stadt.

Da bekommt man doch richtig Lust auf's Heiraten, oder?

Die Ehrenstiege, die den Zugang zum Ratssaal gibt, hat die Gewölbe und Wände vom Maler Michele Mastellari bunt geschmückt.

Zu sehen sind die Wappen der "großen Künste" und die heraldischen Emblemen der Familien, denen die Richter angehörten. Das Wappenbuch umfasst die Wappen der Richter von 1441 bis 1800.

Den besten Panoramablick von Bologna hat man von San Michele in Bosco. Der Bus hat dort eine Haltestelle oder man geht die angenehmen 2 km zur Anhöhe einfach zu Fuß. Früher ein Kloster und eine Kirche ist San Michele in Bosco heute ein orthopädisches Krankenhaus.

Biblioteca Salaborsa ist die zentrale öffentliche Bibliothek der Stadt Bologna.
Sie wurde 2001 eröffnet und bietet einen reichen und faszinierenden Kulturraum im Palazzo d'Accursio, dem alten und historischen Sitz der Stadtverwaltung.

Salaborsa trägt noch sichtbare Spuren der vergangenen Jahrhunderte unter dem Glasboden in der Haupthalle. Der Zugang zu der Bibliothek und ihren Bereichen ist kostenlos, ebenso wie das Ausleihen von Materialien (eine kostenlose Registrierung ist erforderlich) wie Bücher, DVDs, E-Books, CDs. Freies WLAN ist verfügbar.

Die 'Chiesa della Madonna di Galliera' ist eine Kirche mit Renaissance-Fassade und barockem Interieur in der Via Manzoni. Sie steht vor dem Palazzo Ghisilardi Fava. Der heutige Name über dem Portal ist 'Chiesa di Filippini - Madonna di Galliera e di San Filippo Neri'.

Die Kirche wurde 1622 von den Oratorianern von St. Phillip Neri erworben, die die Innenräume rekonstruierten und das angrenzende Oratorium von San Filippo Neri bauten.

Das Innere enthält Fresken von Giuseppe Marchesi an der Decke.

Die Innenräume wurden alle von den Oratorianern renoviert, einschließlich der Rekonstruktion durch Giuseppe Antonio Torri im Jahr 1684.

Der Hauptaltar (um 1750) wurde von Francesco Galli Bibiena entworfen.

Porta Saragozza war ein wichtiger Punkt auf dem Weg zum Hügel Colle della Guardia und zur Wallfahrtskirche von Beata Vergine di San Luca - das Ziel vieler Prozessionen und Pilger. Porta Saragozza ist eines der Tore der dritten Stadtmauer und wurde im 13. Jahrhundert gebaut.

Der durchgehend vorhandene Arkadengang hat mehr als 600 Gewölbe auf fast vier Kilometern. Er verbindet die Wallfahrtskirche 'Madonna di San Luca' mit der Stadt und bietet Schutz für die jährliche Prozession, die seit dem Jahr 1433 die byzantinische Madonna mit Kind während der Himmelfahrt in die Kathedrale im Stadtzentrum bringt. Der Bau begann im Jahr 1674 mit dem Bau des Bogengangs Bonaccorsi von G. G. Monti über Porta Saragozza.

Die Wallfahrtskirche der Santuario della Madonna di San Luca liegt auf dem Guardiahügel oberhalb der Stadt und bietet einen Blick über die Poebene. Zur Kirche hinauf führt der mit über vier Kilometern längste Arkadengang der Welt. Natürlich führt auch eine Straße dort hinauf, diese 234 konstanten Höhenmeter lassen sich aber nur Langeweiler entgehen (sic!).

Das 'Santuario della Madonna di San Luca', vollständig 'Santuario della Beata Vergine di San Luca' ('Heiligtum der allerseligsten Jungfrau vom heiligen Lukas'), ist eine etwas außerhalb von Bologna gelegene Kirche auf dem Colle della Guardia, einem teilweise bewaldeten Hügel mit einer Höhe von ungefähr 300 m s.l.m.

Die Legende berichtet von Azzolina und Beatrice, den Gründerinnen eines kleinen Klosters, die eine Ikone der Gottesmutter Hodegetria mit dem Jesuskind aufbewahrten. Das Bild soll von einem Pilger 1160 aus Byzanz gestohlen und dem Kloster übergeben worden sein.

Das Kloster wurde über die Jahrhunderte stetig erweitert, das heutige Bauwerk wurde 1723 von Carlo Francesco Dotti über einem Vorgängerbau errichtet. Die seitlichen Loggien wurden durch Giovanni Giacomo Dotti im Jahre 1774 nach den Entwürfen des Vaters vollendet.

Der Innenraum des Heiligtums, auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes errichtet, ist mit Kunstwerken von Donato Creti, Guido Reni, Vittorio Bigari, von Guercino und Domenico Pestrini ausgestattet.

Der Überlieferung zufolge erhielt der Pilger Theokles von den Mönchen der Basilika Hagia Sophia in Konstantinopel ein Lukasbild, also ein dem Evangelisten Lukas zugeschriebenes Bildnis der Gottesmutter, um es auf dem 'Wachhügel' (italienisch: Colle della Guardia) zu bewahren. Theokles brach nach Italien auf, um den Wachhügel zu suchen, der, wie er in Rom vom Senator Pascipovero erfuhr, in der Nähe von Bologna lag.

Im Frühjahr des Jahres 1433 bedrohten starke Regenfälle die Ernte. Um eine Hungersnot zu verhindern, wurde nach üblichen Brauch die Ikone in einer Prozession hinunter in die Stadt getragen um das Ende des Regens zu erbitten. Als die Ikone am 5. Juli in die Stadt getragen wurde, ließ der Regen tatsächlich nach. Es gab eine große Feier mit einem dreitägigen Zug durch die Stadt, und das Bild wurde zurück ins Heiligtum gebracht. Auf Wunsch der Bevölkerung wurde diese Prozession jedes Jahr wiederholt.

Die Verehrung dieses Marienbildnisses verbreitete sich so sehr, dass man beschloss, einen langen Bogengang vom Saragossa-Stadttor bis zum Heiligtum zu bauen, um das Bildnis auf dem Weg in die Stadt vor dem Wetter zu schützen. Diesen Bau trugen alle Stadtbürger jedes Jahrganges von 1674 bis 1793 und er besteht aus 666 Bögen und 15 Kapellen.

Wer der Kirche auf's Dach steigen will, wird von freundlichen Jungdamen ermuntert eine Spende zum Gebäudeerhalt beizutragen. Alleine die kurzen Plaudereien mit jedem Ragazza sind jede Lira wert. Der Aufstieg sowieso.

Seit 1433 wird das Marienbildnis unter großer Anteilnahme der Bologneser in die Stadt hinuntergetragen. In einer Prozession durch den Portico di San Luca kommt die Ikone eine Woche vor dem Fest Christi Himmelfahrt in die Stadt und wird in einem langen Festzug durch die Altstadt in die Kathedrale von Bologna getragen. Am Fest Christi Himmelfahrt wird das Bildnis wieder in das Heiligtum gebracht.
Genau zu dem Zeitpunkt war ich dort, darum gibt es jetzt kein Foto davon.

In der Nacht findet sich auch kein Zweiter für die Flüsterecken vom Palazzo Re Enzo.

Der Neptunbrunnen befindet sich auf der Piazza del Nettuno, direkt neben der Piazza Maggiore. Das Herzstück des Brunnens ist die kunstvoll gefertigte Statue von Neptun, der mit einer majestätischen Handbewegung die aufgewühlten Gewässer zur Ruhe bringt.

Der Neptunbrunnen wurde zur Feier der Wahl von Papst Pius IV. in Auftrag gegeben. Im 16. Jahrhundert erschuf der flämische Bildhauer Giovanni Bologna den Brunnen nebst der Neptunfigur. Heute gilt Giovanni Bologna, der auch als Giambologna bekannt ist, als einer der besten Bildhauer des Manierismus. In Fachkreisen erhält nur Michelangelo mehr Anerkennung als Giambologna.

Die drei Portale an der Fassade der Basilika San Petronio sind mit kleinen skulpturalen Meisterwerken geschmückt, die viele Besucher übersehen. Die zentrale Tür zeigt Skulpturen von Jacopo della Quercia, die Propheten und Geschichten aus der Bibel darstellen: Den heiligen Ambrosius und den Heiligen Petronius, sowie eine Madonna mit einem Kind. Die rechten und linken Portale zeigen Reliefs von Amico Aspertini, Alfonso Lombardi und Properzia de 'Rossi, eine der wenigen weiblichen Bildhauer der Renaissance.

Der Palazzo del Podestà (Palast des Podesta) wurde gegen 1200 an der damals entstehenden Piazza Maggiore errichtet, als Gebäude für die Erledigung öffentlicher Aufgaben und als Sitz des Podesta und seiner Beamten.

Es ist ein großes Bauwerk, das von zwei Gassen durchquert wird. Diese beiden Gassen kreuzen sich unten am Voltone del Podestà (Gewölbe des Podesta), über dem der Torre dell'Arengo aufragt - der Turm mit der Glocke, durch die die Bevölkerung bei außerordentlichen Ereignissen zusammengerufen wurde.

Die 'Chiesa del San Salvatore' ist eine Kirche an der Ecke Via IV Novembre und Via Cesare Battisti.
Die Fassade enthält vier Nischen mit den Terrakotta-Statuen der Evangelisten von Giovanni Tedeschi. Drei andere Kupferstatuen sind auf seiner Oberseite platziert.

Der Innenraum, der aus einem einzigen Kirchenschiff besteht, bewahrt verschiedene Kunstwerke in den acht Seitenkapellen.

Die Kirche wurde in ihrer heutigen Form in den Jahren 1605-1623 erbaut.

Das Portal der 'Chiesa di San Giovanni Battista dei Celestini' an der Piazza de' Celestini bei Regennacht.

Viele Bogengänge haben auch fein dekorierte Himmel.

Die Via Rizzoli zwischen Piazza Re Enzi und Piazza di Porta Ravegnana bei Nacht.

Santa Maria della Vita ist eine spätbarocke Marienkirche (Santuario) im Zentrum beim Marktgebiet Mercato di Mezzo.

Die Kirche geht zurück auf eine Gründung durch Flagellanten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Nach Erweiterungen um 1500 erfolgte zwischen 1687 und 1690 nach Plänen von Giovanni Battista Bergonzoni der Neubau der heutigen Kirche.

In der Kapelle rechts des Hauptaltars findet sich eine expressive Beweinungs-Gruppe aus Terrakotta von Niccolò dell'Arca.
Diese Visite ist kostenpflichtig. Aufgrund einer gerade stattfindenden Messe in einem Seitentrakt ist jedoch weder der Zutritt, noch der Ticketkauf dazu möglich. Tja, so kommen wir nicht ins Geschäft.

Diese Kunstwerke sind an der Kuppelbasis zu sehen.

Auf dem Hauptaltar befindet sich ein Fresko aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, das "Madonna della Vita" darstellt.

Der elliptische Zentralbau erhielt 1787 die Kuppel von Giuseppe Tubertini.

Die Via Rizzoli zwischen Piazza Re Enzi und Piazza di Porta Ravegnana bei Tag.

Die zwei mittelalterlichen Türme in der Innenstadt sind als Wahrzeichen weithin sichtbar. Da sie schief sind und sich zueinander neigen, werden sie auch die 'Küssenden Türme' genannt. Auf den Torre degli Asinelli (97,2 Meter) kann man für (mittlerweile) fünf Euro die 498 Treppenstufen hinaufsteigen und sich mit anderen Touristen um die Aussicht stauen.
Tickets dafür gibts übrigens nicht direkt beim Turm zu kaufen, sondern beim Info-Center am Hauptplatz.

Die Aussicht geht soweit in Ordnung. Durch die große Personenanzahl, die bulkweise raufgetaktet wird, bleibt weder Raum noch Zeit für Bildexperimente.

Für Akrophobiker ist der Aufstieg wahrlich nix - die Holztreppen und Steigleitern im hohlen Turm sind noch besser als der Ausblick.

'Chiesa di Santi Bartolomeo e Gaetano' ist eine römisch-katholische Kirche im Renaissance-Stil im Zentrum von Bologna. Es befindet sich in der Nähe der Due Torri neben der Strada Maggiore.

Üppige und leuchtende Innenwerke von Lodovico Carracci, Guido Reni und den besten Meistern der Schule des 17. Jahrhunderts.

Orgel in einem Chor über dem Eingang, 1644 von einem anonymen Autor erbaut, aber Antonio Dal Corno-Colonna zugeschrieben. Das Instrument ist von einer Holzkiste umschlossen, die fein mit Friesen und Girlanden aus vergoldetem Stuck verziert ist.

Die lateinische Kreuz-Kirche hat drei Gänge auf schlanken ionischen Säulen, die die Dynamik hervorheben.
Sie ist sehr hell, dank der Fenster des Schiffs und der Kuppeln mit Laternen auf den seitlichen Gewölben.

An der Kreuzung der Seitenschiffe erhebt sich die große kreisförmige Kuppel zwischen den Türmen. Von der ersten Ikonographie der Stadt, die von Giuseppe Rolli mit der gleichen Kuppel gemalt wurde, ist die Basilika in jeder grafischen oder bildlichen Darstellung von Bologna präsent.

Am Ende des 16. Jahrhunderts ging das Gebäude an die Familie Teatini über, die in den Jahren 1653-88 die Kirche nach einem Entwurf von G. Battista Natali und Agostino Barelli umbauen ließ.

Sie erhielt einen neuen Glockenturm und eine neue Kuppel und fügte den ursprünglichen Titel San Bartolomeo den Namen ihres Ordengründers San Gaetano Thiene hinzu.

Der Glockenturm und die letzten Kapellen wurden 1694 fertiggestellt.

Die Piazza Santo Stefano und die Arkadengänge vom Palazzo Salina (links) und dem Einkaufszentrum Corte Isolani (rechts).

Porta San Felice war das westlichste Tor der ehemaligen äußeren mittelalterlichen Stadtmauern. Das Portal wurde im 13. Jahrhundert errichtet und 1334 mit einem Turm und einer Zugbrücke umgebaut. Es wurde zuletzt 1805 restauriert, als Napoleon die Stadt besuchte.
Die Kuppel im Hintergrund gehört zur 'Parrocchia S. Maria Delle Grazie In S Pio V'.

Porta Lame war ein weiteres Tor der ehemaligen äußeren mittelalterlichen Stadtmauern und befindet sich auf der 'Piazza VII Novembre 1944'.
Ursprünglich wurde das Portal im Jahre 1334 gebaut und hatte zwei Zugbrücken, eine für Kutschen und die andere für Fußgänger. Das Tor wurde 1677 im Barockstil vom Architekten Agostino Barelli umgebaut. Um das Tor herum stehen Bronzestatuen, die Partisanen darstellen, die am 7. November 1944 an diesem Ort kämpften.

Am Weg zwischen Ringstraße und dem Hügel von San Michele in Bosco kommt man an der 'Santissima Annunziata a Porta Procula' vorbei. Die Verkündigungskirche wurde 1304 von Mönchen gegründet und um 1488 von den Minori Osservanti umgestaltet und vergrößert, die auch die lange 16-Bogen-Vorhalle im Renaissancestil errichteten.

Die innere architektonische Struktur der Kirche ist mit drei Schiffen zwischen der Spätgotik und der Renaissance angesiedelt.

Das Interieur hat in der Apsis Fresken von Bugari und Zanotti. Ein wertvolles Fresko befindet sich im linken Gang mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige, das Biagio Pupini zugeschrieben wird.

In den Lünetten des Portikus sind Reste von Gemälden von Giacomo da Budrio und Paolo Carracci (1619) zu sehen.

Der Glockenturm geht zurück auf das Jahr 1600.

Blick von der Via Massimo D'Azeglio in die Via Marescalchi.

Ein angenehmer Regenguss fegt auch die Piazza Maggiore leer. Basilica di San Petronio, Palazzo dei Notai und Palazzi del Comune mit dem Torre dell'Orologio (vlnr) sind trotzdem nie ganz alleine.

In der Via Pescherie Vecchie reiht sich eine Futterstelle an die nächste. Ja, in der Stadt kann man gut essen!

Die Basilika Santo Stefano ist ein eigentlich aus mehreren romanischen Bauwerken bestehender Kirchenkomplex, einer der eindrucksvollsten der Stadt. Sie befindet sich am gleichnamigen Platz und wird in der Alltagssprache auch als Sette Chiese (Sieben Kirchen) bezeichnet.

Der legendären Tradition nach soll der hl. Petronius selbst den Kirchenkomplex nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem geplant und auf den Ruinen eines heidnischen Isis-Tempels errichtet haben. Die bestehenden Bauten selbst stammen aus dem 12. Jahrhundert mit späteren Veränderungen. Die Kirche trägt den Titel einer Basilica minor.

Gesichert ist, dass die Gebäude einen uralten Ursprung haben: Die Kirche San Giovanni Battista oder Santo Crocefisso geht auf das 8. Jahrhundert zurück, die Kirche Santo Sepolcro (Heiliges Grab) vielleicht sogar auf das 5.; sie wurde bald nach 1141 neu errichtet. In einer von einem Altar mit Pult überragten Zelle lag das Grab des hl. Petronius, Bischof von Bologna zwischen 431 und 450 und Schutzpatron der Stadt. In jüngster Zeit wurden die Reliquien in die Basilika San Petronio übertragen.

Der Altarbereich ist mit 16 Stufen deutlich zum Volk erhöht.

Unterhalb des Altars der Chiesa del Crocifisso findet in der Krypta gerade eine Messe statt.

Die zahlreichen Restaurierungen, die um 1880 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden, haben die alte Gestalt des Kirchenkomplexes tiefgreifend verändert und die ursprünglichen Sieben Kirchen zu vier verschmolzen.

Der Palazzo del Podestà (Palast des Podesta) mit dem Torre dell'Arengo.
Das heutige Bild der Fassade stammt aus dem Jahr 1484. Die Stützen des herrlichen Arkadenganges sind mit über dreitausend Rosetten, jede mit einem unterschiedlichen Dekor, verziert. Oberhalb der Arkade befindet sich der Salone del Podestà, der größte Saal Bolognas, der früher als Gerichtssaal und heute als Kulisse für Feste und Events dient.

An der Ecke der Piazza XX Settembre und Via Galliera steht das Gebäude der Cepu Bologna - Centro Europeo Preparazione Universitaria.

Weil gerade Zeit war, ging ich in den Botanischen Garten.

Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Der Gattungsname Digitalis leitet sich vom lateinischen Wort digitus für Finger ab und bezieht sich auf die charakteristische Blütenform. Alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei Blättern kann zu einer tödlichen Vergiftung führen. Der Rote Fingerhut wurde 2007 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.
Wer wählt sowas?

Die Schlauchpflanzen oder Trompetenpflanzen (Sarracenia x areolata) sind eine aus acht Arten bestehende Gattung fleischfressender Pflanzen und wurden nach Michel Sarrazin benannt.

Das vollständig von der Universität von Bologna betriebene Orto Botanico ist einer der ältesten botanischen Gärten Europas. Heute beherbergt es fast 5.000 Exemplare einschließlich Bäume, tropische Gewächshäuser, Sukkulentengewächshäuser und fleischfressende Pflanzengewächshäuser, sowie Teiche und sogar einen Kräutergarten.

Die Deutsche Schwertlilie (Iris germanica) ist eine Hybride und gehört zur Gruppe der Bart-Iris. Schwertlilien sind Pflanzen der griechischen Götterbotin Iris, die die Seelen der Verstorbenen entlang einem Regenbogen in das Reich des ewigen Friedens zu führen hatte.

Der Botanische Garten der Universität von Bologna wurde 1568 auf Initiative von Ulisse Aldrovandi (1522-1605) gegründet. Nach mehreren Übersiedlungen fand er seine dauerhafte Heimat in der Via Irnerio, im Herzen der Universität.

Die Gesamtfläche beträgt etwa zwei Hektar und reicht bis zu den alten Stadtmauern. Sie zeigt einzigartige Pflanzensammlungen und Naturgebiete, in denen die Arten einander zugeordnet sind.

Schlauchpflanzenblüte (Sarracenia x areolata)

Die Echte Aloe (Aloe vera) ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Affodillgewächse (Asphodeloideae). Das Artepitheton vera stammt aus dem Lateinischen und bedeutet 'wahr'.

Borretsch (Borago officinalis), auch als Gurkenkraut oder Kukumerkraut bezeichnet, ist eine zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) gehörige Pflanze. Sie wird als Gewürz- und Heilpflanze verwendet.

Das Einblatt oder auch Friedenslilie gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Sie umfasst knapp 60 Arten und wenn ich mich an die Botanik in der Baumschule richtig erinnere, müsste das eine Spathiphyllum wallisii sein.

Neben der didaktischen Tätigkeit mit der Universität und den Schulen betreibt der Botanische Garten eine intensive Forschungstätigkeit, die Universitätsprojekte sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene unterstützt und entwickelt.

Weil noch immer reichlich Zeit bis zu geplanten Zugabfahrt ist, nehme ich mir nochmals die bombastische Treppe am Park von Montagnola vor. Da wußte ich noch nicht, dass der Nachtzug wegen "Langsamfahrt" (WTF?!?) weitere 145 Minuten Verspätung haben wird und es am Hauptbahnhof Bologna Centrale keine Sitzgelegenheit gibt.
Nicht in der Halle, nicht auf den Bahnsteigen, nicht am Vorplatz. Keine einzige!

Und bevor wer urgiert und Bilder von der Kathedrale San Pietro vermisst - ich war einige Male dort und drinnen und habe NICHT fotografiert.
Sie war von morgens bis abends gut bevölkert und es fanden permanent Gottesdienste statt. Zu Ehren der Heiligen Jungfrau von San Luca war die Ikone der Madonna von der Wallfahrtskirche San Luca in diesen Tagen in der bereits erwähnten jährlichen Prozession ins Stadtzentrum gebracht worden und wurde gebührend angebetet.

Ich ignoriere gerne Schilder mit willkürlichen Verboten, die private Glaubensausübung respektiere ich hingegen sehr wohl.

Die Sache mit den Spaghetti Bolognese ist ein eigenes Kapitel. Fast jedes Kind bei uns kennt sie, in Bologna bekommt man das so sicher nicht.
Um das ganze Mysterium rund um die vermeintlichen Spaghetti bolognese aufzuklären, sollte man wissen, dass es zwar das 'ragù alla bolognese' gibt. Diese ist eine der weltweit bekanntesten italienischen Saucen, deren Rezept sogar von der Accademia Italiana della Cucina am 17. Oktober 1982 bei der Handelskammer von Bologna hinterlegt wurde. Das ragù alla bolognese wird in Bologna traditionell mit frischen Tagliatelle gegessen oder zur Zubereitung von Lasagne al forno verwendet. Niemals aber mit Spaghetti - so wie es außerhalb Italiens meist gereicht wird.

Wer es nachkochen möchte, hier das Originalrezept für ragù classico bolognese:

Zutaten für 6 Personen

300 g grob gehacktes Rindfleisch
150 g Pancetta (Schweinespeck)
50 g Karotte
50 g Stangensellerie
50 g Zwiebel
300 g geschälte Tomaten
1/2 Glas trockenen Weißwein
1/2 Glas Vollmilch
etwas Gemüsebrühe
Olivenöl oder Butter
Salz
Pfeffer
(optional ein Schuss Sahne zum Montieren)

Zubereitung

Pancetta, Zwiebeln, Karotte und Sellerie fein hacken; in einer Kas*se*rolle in 3 EL Öl oder 50g Butter anschwitzen lassen. Anschließend das grobe Hackfleisch hinzugeben. Bei ständigem Umrühren wenige Minuten bei hoher Temperatur anbraten, bis es brutzelt, dann den Wein hinzufügen und warten, bis die Flüssigkeit komplett verdunstet ist.

Erst jetzt Tomaten und Gemüsebrühe hinzu*fügen. Temperatur reduzieren und das ragù zugedeckt etwa zwei Stunden köcheln lassen, gelegentlich umrühren. Erst gegen Ende die Milch hinzufügen, um die Säure der Tomaten abzuschwächen. Salzen, pfeffern. Wer nun Hartweizennudeln verwendet, könnte einen Schuss Sahne zugeben. Traditionell werden aber frische Tagliatelle verwendet, und dann hat die Sahne nichts in der Sauce zu suchen.

Buon appetito!

 

FAZIT: Ist Bologna eine zweite Reise wert? Gerne nochmals mit Begleitung zum Essen/Völlern. Da genügt dann ein Tag. Morgens ankommen, abends wieder fahren. Eine erste Reise hat die Stadt auf jeden Fall verdient. Kultur, Genuss, Geschichte - alles wunderbar zu Fuß erreichbar.