Würzburg

die Perle am Main, August 2022

Würzburg hat viel zu bieten, was man als „schön“ beschreiben würde. Es ist eine Stadt, die in vielerlei Hinsicht überzeugt. Die „Perle am Main“ – wie Würzburg auch manchmal genannt wird – liegt direkt am Fluss, sie ist mit ihren rund 130.000 Einwohnern eine der jüngsten Städte Deutschlands und ist Heimat vieler Sehenswürdigkeiten wie die Residenz, Festung Marienberg oder das Käppele.

 Würzburg, August 2022

Neue Universität, Hauptgebäude der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Neue Universität (auch Sanderuni genannt) ist in Würzburg die Bezeichnung für das 1896 eingeweihte Hauptgebäude der Julius-Maximilians-Universität. Es liegt am Sanderring 2 im Stadtteil Sanderau und beherbergt heute hauptsächlich die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und die Universitätsleitung.

Das Universitätsgebäude ist ein dreigeschossiger Monumentalbau mit Mittelpavillon und Seitenflügeln mit Eckrisaliten und reicher Sandsteinquadergliederung und einer Attika im Stil des Neobarock. Der Architekt Rudolf von Horstig wurde mit dem Bau beauftragt. Ab 1892 gehörte er dem Vorstand der königlichen Universitätsbauinspektion an. Zwei Büsten sind an der Fassade über dem Haupteingang angebracht. Eine zeigt den zweiten Universitätsgründer und Fürstbischof Julius Echter, die zweite den Prinzregenten Luitpold von Bayern. Eine Büste des Erstgründers Fürstbischof Johann von Egloffstein ist über dem Seiteneingang angebracht. Das Gebäude war ursprünglich asymmetrisch und erhielt durch einen Anbau von 1915–1918 erst gleich große Seitenflügel.

 Würzburg, August 2022

Die Figurengruppe über dem Haupteingang der Neuen Universität zeigt das Werk von Bildhauer Hubert Netzer, der die damalige Ausschreibung mit seinem Entwurf gewann. Sie zeigt Prometheus, der die Fackeln des geistigen Fortschritts hochhält, gegen die finsteren Mächte der Unwissenheit und Rohheit, für Wahrheit und Recht. Auf der Bronzetafel unter der Figur steht die Inschrift „Veritati“ (bedeutet so viel wie „der Wahrheit sollte das Haus geweiht sein“ oder „Der Wahrheit verpflichtet“). Der damalige Rektor der Universität und Theologe Herman Schell entschied sich für dieses Motto.

 Würzburg, August 2022

Würzburg ist unter anderem für seine bewegte Geschichte bekannt. Im Zweiten Weltkrieg wurde Würzburg kurz vor Ende beinahe komplett zerstört. Am 16. März 1945 wurden innerhalb weniger Minuten mehrere Brandbomben über Würzburg abgeworfen und ein Feuersturm brach aus. Dabei wurden etwa 90 Prozent der Innenstadt und knapp 70 Prozent der Randgebiete zerstört. Mehr als 5.000 Menschen starben.

Amtsgericht Würzburg

 Würzburg, August 2022

Neubaukirche ist eine opulente, 1591 eingeweihte und heute als Festsaal genutzte Kirche mit 91 Meter hohem Turm. Die Kirche der alten Universität wurde von Georg Robin ab 1586 für Fürstbischof Julius Echter erbaut. Die Straßenfront wurde 1626 verändert, das Turmobergeschoß stammt von A. Petrini 1696. Und sie war geschlossen.

 Würzburg, August 2022

St. Peter und Paul (kurz auch St. Peterskirche, St. Peter und Peterskirche) ist eine katholische Pfarrkirche im historischen Zentrum von Würzburg und Pfarrei im Stadtviertel Sanderau sowie zur Pfarreiengemeinschaft Würzburg Innenstadt gehörig. Die dreigeschossige Fassade folgt dem Schema des römischen Barock, zeigt aber auch noch Renaissanceelemente. Sie enthält zahlreiche Heiligenstatuen aus der Werkstatt Wagner. Der Mittelrisalit ist konvex vorgewölbt.

Die ursprünglich romanische Pfarrkirche St. Peter und Paul liegt am Peterplatz im Stadtbezirk Altstadt und ist  Simon Petrus und Paulus von Tarsus geweiht

 Würzburg, August 2022

Von der Ausstattung des 18. Jahrhunderts sind Teile des Stucks, zwei Altarbilder von Anton Clemens Lünenschloß sowie die um 1745/50 entstandene, nach den Zerstörungen am 16. März 1945 weitgehend rekonstruierte Rokokokanzel von Johann Wolfgang von der Auwera erhalten.

 Würzburg, August 2022

Nach den Kriegszerstörungen im März 1945 wurde St. Peter und Paul im Außenbau originalgetreu wiederhergestellt. Die Ausstattung wurde teilweise restauriert, teilweise durch Stücke anderer Herkunft ergänzt. Von zwischen 1720 und 1740 entstandenen Ausmalungen ist nichts erhalten geblieben. Von 2015 bis 2016 wurde die Kirche einer gründlichen Innenrenovierung unterzogen.

 Würzburg, August 2022

Der Hochaltar ist eine Säulenkonstruktion mit Auszug (Gottvater und Heiliger Geist) und beinhaltet vier Heiligenstatuen: St. Jakobus, Maria, Johannes Evangelist und St. Carolus Borromäus. Er wurde, ebenso wie die beiden klassizistischen Altäre in den Seitenschiffen, von Georg Schäfer aus Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) geschaffen. Die klassizistischen Altäre wurden 1974 aus der katholischen Pfarrkirche St. Jakobus in Himmelstadt übernommen.

In St. Peter und Paul kam dann ein neuer, farbig gefasster Corpus in den Hochaltar.  Die Altarrückwand hinter dem Kreuz wurde bei der Innenrenovierung 2015/2016 abgenommen und das mittlere Chorfenster wieder geöffnet, so dass das Licht nun von drei Seiten in den Altarraum strömen kann.

 Würzburg, August 2022

Die Rokoko-Kanzel (um 1745) von Johann Georg Wolfgang van der Auwera konnte mit den geretteten figürlichen und ornamentalen (Ornamentik von Antonio Giuseppe Bossi) Originalteilen nach ihrer Zerstörung beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 rekonstruiert werden.

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Marienaltar im südlichen Seitenschiff ab 2016

Der südliche Seitenaltar ist ein Marienaltar mit einer Immaculata, die ebenfalls von Andreas Kräml stammt. Begleitfiguren sind der Heilige Joachim und die Heilige Anna. Das ursprüngliche Marienmonogramm als Bekrönung des Altars wurde beim Aufstellen in St. Peter und Paul durch das heilige Herz Mariens ersetzt.

Wobei der Heilige Joachim an der linken Seite offenbar entfernt wurde.

 Würzburg, August 2022

Der St.-Aquilin-Altar in der vordersten nördlichen Seitenkapelle enthält eine Statue und Reliquien dieses Heiligen.

Der nördliche Seitenaltar, früher ein Sebastiansaltar, wurde 1987/88 in einen St. Aquilin-Altar umgewandelt und enthält eine Statue, gearbeitet von Bildhauermeister Andreas Kräml, und Reliquien dieses Heiligen. Assistenzfiguren sind links der Heilige Andreas und rechts der Heilige Sebastian. Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, Kunstreferent der Diözese Würzburg, gestaltete während der Innenrenovierung 2015/2016 die Rückwand sowie ein Reliquiar.

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Die heutige Orgel wurde 2016 bis 2018 von der Orgelbau-Werkstatt Vleugels gebaut und am 29. Januar 2018 durch Stadtdekan Jürgen Vorndran geweiht. Das Instrument hat 28 Register (insgesamt 2015 Pfeifen), zuzüglich 27 Transmissionen, Extensionen, Gruppen- und Vorabzügen, die auf drei Manualwerke und Pedal verteilt sind. Die Teilwerke des Instruments sind aus akustischen Gründen an drei verschiedenen Stellen auf den Emporen positioniert.

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Das Hauptwerk und das Pedal befinden sich auf der Westempore, das Schwellwerk (Récit) befindet sich auf der Nordempore, und das schwellbare Positiv auf der Südempore. Die weiche Linienführung der Prospektgestaltung, entworfen von Diözesanbaumeister Cesare Augusto Stefano, greift die Elemente der barocken Kirchenarchitektur auf. Der Einbau eines Glockenspieles, welches an alle Manuale und das Pedal gekoppelt werden kann, ist vorbereitet.

 Würzburg, August 2022

St. Stephan, auch Stephanskirche genannt, ist seit 1803 die erste länger bestehende evangelische Kirche Würzburgs. Sie geht auf die Klosterkirche eines Benediktinerkonvents St. Stephan zurück, der durch die Säkularisation aufgelöst wurde. Einige Jahre zuvor war 1788/89 der Altbau der Klosterkirche weitgehend abgerissen und ein Neubau nach Plänen von Johann Philipp Geigel errichtet worden. Der Altbau mit den dazugehörigen Klostergebäuden reicht bis ins Jahr 1014 zurück, nämlich auf ein ehemaliges Kollegiatstift St. Peter und Paul, das schon 1057 durch Bischof Adalbero in ein Benediktinerkloster umgewandelt wurde. Nach der Überführung von Reliquien des Heiligen Stephanus wurde es nur noch nach diesem benannt, während der Name St. Peter und Paul auf die neue Pfarrkirche übertragen wurde.

Rechts im Bild der Park vom Regierungsgarten und das Gebäude der Regierung von Unterfranken

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Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde die Kirche vollkommen zerstört und nach dem Richtfest am 30. Mai 1951 bis 1956 unter Dekan und Oberkirchenrat Wilhelm Schwinn (1905–1974) wieder aufgebaut. 1952 wurde die Stephanskirche, für deren Gemeinde 1949 die Martin-Luther-Kirche im Frauenland errichtet worden war, dann geweiht. Außen wurde sie original rekonstruiert, innen wurden die kunstvoll mit Stuck dekorierten Säulen von Materno Bossi und das Gesims über den Fenstern wiederhergestellt, der Altarraum mit einem Chorgestühl gestaltet, die Krypta und die Michaelskapelle wieder aufgebaut.

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St. Stephan in der Reformationszeit
Das Kloster wurde in die Streitigkeiten zwischen Bischof und Stadt, die gerne freie Reichsstadt geworden wäre, hinein gezogen. Es wurde dabei mehrmals von Bürgern beschädigt. Dennoch überlebte St. Stephan, während die Benediktiner von St. Burkard 1464 ihre Kutten ablegten und das Schottenkloster um 1500 mit Mönchen aus St. Stephan aufgefüllt werden mußte. Nun gibt es auch die ersten Bilder, auf denen St. Stephan zu sehen ist.
1518 empfing Bischof Lorenz von Bibra auf der Festung Martin Luther, der nach seinem Thesenanschlag auf der Reise zum Augustinerkonvent nach Heidelberg war.

Nach 1520 gab es in Würzburg eine Reihe von Männern, die mit der Reformation offen sympathisierten. Domprediger Paul Speratus (von ihm ist das Lied:, Es ist das Heil uns kommen her") und Johann Gramann („Nun lob mein Seel den Herren") mußten dann zusammen mit dem Weihbischof Pettendorfer und anderen aus der Stadt weichen. Erst Julius Echter von Mespelbrunn schaffte es in seiner langen Regierungszeit von 1573-1617, die evangelisch Gesinnten in Würzburg zur Konversion zum katholischen Glauben oder zur Auswanderung (meist nach Schweinfurt oder Kitzingen) zu zwingen. Julius Echter zog auch Besitztümer von St. Stephan mit heran, um dem Juliusspital, einer seiner Lieblingsgründungen, zur Grundausstattung zu verhelfen.

1628 Neubau der Klostergebäude
1651 Errichtung eines Ordensseminars für die Ausbildung der jungen Mönche aller fränkischen Benediktinerabteien
1715 wurde im Osten ein großer Chor errichtet und das Chorgestühl der Mönche dorthin verlegt.
1789 wurde die mittelalterliche Kirche durch einen klassizistischen Neubau ersetzt.

1840 wurden Teile der Gebäude Sitz der Regierung von Unterfranken. Seit 1954 bildet die Kreuzigungsgruppe des Münchner Künstlers Helmut Ammann das Zentrum des Chorraums.

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1789 ersetzten die Mönche unter Abt Gerhard III. von Winterstein die romanische Basilika durch einen klassizistischen Neubau, erbaut durch Johann Philipp Geigel.

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Die große Orgel wurde 1982 von dem Orgelbauer Orgelbau Friedrich Weigle erbaut. Das Instrument wurde 1982 nur teilweise fertiggestellt. In den Jahren 2014 bis 2015 wurde die Orgel durch die Orgelbaufirma Richard Rensch (Lauffen) saniert und die noch fehlenden Teile fertiggestellt. Die Orgel hat 51 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen mechanisch und elektrisch.

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Die klassizistische Kirche
1788/89 kam es zu einem völligen Neubau der Kirche - der romanische Bau entsprach nicht mehr dem Stilempfinden der Zeit, war zu eng, zu dunkel, zu alt. Die Kirche wurde fast ganz, einschließlich der Türme, niedergerissen. Nur ganz wenige Teile der alten Kirche wurden beibehalten, fast alles aus romanischer und gotischer Zeit ging verloren.
Abt Gerhard Winterstein ließ durch Johann Philipp Geigel die Pläne im klassizistischen Stil fertigen ausführender Baumeister war Christian Kleinholz. Es entstand ein weiträumiger, lichterfüllter Saalbau, ein Festsaal Gottes mit dekorativer Ausstattung und Farbgebung: Stukkaturen in Weiß und Gold bei sparsamer Verwendung von Seegrün.
Die Kirche war nun ganz nach Osten ausgerichtet, der Westchor verschwunden; an seine Stelle trat ein rechteckiger Anbau, zur Kirche hin die Orgelempore, dahinter der Kapitelsaal und andere Räume (das heutige Stephanshaus).

Taufbecken

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Geschichte von St. Stephan im Überblick

1014 Gründung des Chorherrenstifts St. Peter durch Bischof Heinrich. Bau der romanischen Kirche
1018 Weihe von Kirche und Krypta
1057 Umwandlung in eine Benediktinerabtei durch Bischof Adalbero
1108 Erwerb von Reliquien des HI. Stephanus unter Abt Ezzo.
Umbenennung in St. Peter, Paul und St.Stephanus
1157 Bau der Gemeindekirche St. Peter und Paul. Kloster und Kirche heißen nun St. Stephan.
1172 Auflösung des Doppelklosters, Bau von St. Afra (heutiges Kilianeum)
1188 Übertragung von Reliquien des Gründerbischofs Heinrich 1.
Ältestes Pergament zur Klostergeschichte
1450 Umbau und Erweiterung von Kloster und Kirche
1493 und 1517 Älteste Abbildungen des Klosters
1518 Luther in Würzburg
1520-25 Würzburger Domprediger predigten im reformatorischen Sinn, u.a. die späteren evang. Liederdichter Speratus und Gramann
bis 1585 Reformation als Bürgerbewegung in Würzburg
1587 Gegenreformation und Vertreibung der Evangelischen unter Julius Echter
1651 Einrichtung eines Ordensseminars für die fränkische Benediktinerprovinz. Wissenschaftliche Blüte des Klosters
1715 Neubau des Ostchores, Verlegung des Chorgestühls dorthin
1719 Ein Klosterplan zeigt die gesamte Anlage mit 26 Gebäuden

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1789 Neubau des Kirchenschiffs und der Türme (Joh. Phillipp Geigel) im frühklassizistischen Stil.
1802 Säkularisierung des Klosters, 31.10. evang. Gottesdienst auf dem Sanderrasen durch Feldprediger Fuchs 1803 10.1. Bayerisches Toleranzedikt: Bürgerrecht und Recht zur Gemeindegründung für Protestanten. Erster evang. Pfarrer wird Feldprediger Fuchs. Die Gemeinde ist für Lutheraner und Reformierte offen. Am 18.12. Übertragung der Stephanskirche an die Protestanten als Universitäts- Militär-, Hof- und Gemeindekirche.
1804 In St. Stephan gibt es einen Kirchenvorstand (Konsistorium) - vermutlich der erste
in der bay. Landeskirche (Prof. Niethammer)
1806 Ältestes Gemeindegliederverzeichnis enthält 264 Personen
1816 26.6. St. Stephan wird Eigentum der Gemeinde
1827 St. Stephan wird Dekanatskirche
1830 Einzug der Regierung von Unterfranken in die Klostergebäude
1849 am 20.6. hält Wichern eine Rede in St. Stephan. Beginn der Diakonie
1862 Erwerb der Neubaustr. 40: Pfründe, Diakoniestation
1880 Gründung der Evang. Kinderpflege (heute Evang. Jugendhilfe des Diak. Werks)
1892 Diakonissenanstalt Traubengasse (jetzt Matthias-Claudius Heim)
1895 Bau der St. Johanniskirche (2. evang. Kirche in WÜ)
1902 Gründung des Kindergartens St. Stephan
1913 St. Paul in Heidingsfeld wird gebaut und als Gemeinde selbständig
1922 Die Deutschhauskirche wird evangelische Kirche
1929 Altenheim Friedenstraße (heute Agnes-Sapper Haus)
 1945 16.3. Zerstörung der Kirche bei der Bombardierung Würzburgs, Gottesdienste finden im Frauenland statt: Kirchenbaracke, 1949 ersetzt durch die Martin-Luther Kirche.
1949-52 Wiederaufbau der Stephanskirche unter Dekan Wilhelm Schwinn (1948-62)
1954 Kreuzigungsgruppe von Helmut Amman
1962 Martin-Luther Kirche und Auferstehungskirche werden selbständig
1963 Bau von RA-Schröder Haus (Bildungszentrum) und 1965 CVJM-Haus
1975 Die Gnadenkirche wird eigene Kirchengemeinde
1979 Innenrenovierung der Kirche mit Veränderung des Gestühls und neuem Mittelaltar, Sakristeien im südlichen Seitenschiff, Glasfenster und Altar in der Michaelskapelle.
1982 Bau der Weigle-Orgel mit zunächst 2 Manualen
ab 2001 Denkmal der Versöhnung am "Wilhelm-Schwinn Platz", Mitglied im "Nagelkreuzzentrum Würzburg". Renovierung der Kirchtürme, der Nebenräume und des Dekanatsgebäudes
ab 2008 Dach- u. Außenrenovierung der Kirche Renovierung der Orgel und Erweiterung mit 3. Manual ist geplant

Krypta und Glasbild

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Die Würzburger Residenz ist ein barocker Schlossbau am Rande der Innenstadt von Würzburg, der 1720 begonnen wurde und bis 1744 vollendet war. Die Innenausstattung der in der Schönbornzeit unter der Regie von Balthasar Neumann entstandenen Residenz wurde im Jahr 1781 fertiggestellt.

Sie diente bis zur Auflösung der geistlichen Territorien durch die Säkularisation als Sitz der Würzburger Fürstbischöfe. Heute wird sie überwiegend als Museum genutzt. Das Schloss zählt zu den Hauptwerken des süddeutschen Barock und ist im europäischen Kontext als einer der bedeutendsten Residenzbauten des Spätbarock anzusehen, es steht somit in einer Reihe mit Schönbrunn in Wien und Schloss Versailles bei Paris. Die UNESCO hat das Bauwerk einschließlich des Residenzplatzes und der Nebengebäude 1981 in den Rang eines Weltkulturerbes erhoben.

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Die Residenz Würzburg, bis 1802 Sitz der Würzburger Fürstbischöfe, gehört zu den bedeutendsten Barockschlössern Europas. Sie wurde 1720-1744 errichtet und bis 1780 ausgestattet. Der Architekt Balthasar Neumann leitete den Bau unter der Regierung verschiedener Fürstbischöfe, darunter Johann Philipp Franz von Schönborn (1719-1724) und dessen Bruder Friedrich Carl (1729-1746).

Für das berühmte Treppenhaus schuf 1752/53 Giovanni Battista Tiepolo das Deckenfresko mit den vier Weltteilen. Einmalig ist die Raumfolge vom Vestibül zum Gartensaal, über Treppenhaus und Weißen Saal zum ebenfalls von Tiepolo freskierten Kaisersaal. Die Wölbung dieser Haupträume hielt auch dem Residenzbrand 1945 stand, während Decken und Fußböden der übrigen Prunkräume zerstört wurden. Gerettete Einrichtungsgegenstände und Wandverkleidungen ermöglichten die weitgehende Wiederherstellung, bis hin zu dem 1987 rekonstruierten Spiegelkabinett. Heute präsentiert die Bayerische Schlösserverwaltung wieder eine Fülle von Kunstschätzen in über 40 Schlossräumen. Die Staatsgalerie zeigt venezianische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts.

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Der Frankoniabrunnen ist ein Monumentalbrunnen auf dem Residenzplatz in Würzburg. Er wurde im Jahr 1894 vom Architekten Gabriel von Seidl und vom Bildhauer Ferdinand von Miller im Stil des Neubarock für den Prinzregenten Luitpold von Bayern geschaffen.

Der Brunnen weist eine Brunnenschale mit mittigem Sockel und einer bekrönenden Bronzestatue auf, welche die Frankonia, die Allegorie Frankens, darstellt. Die Frankonia trägt Harnisch und Kriegermantel und ist mit dem Herzogshut gekrönt. In der linken Hand trägt sie das Rennfähnlein, das sich auch in der Würzburger Stadtfahne befindet, die rechte Hand ist in einer herrschaftlichen Geste ausgestreckt.

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Die Statue ist von den steinernen Sockelfiguren des Dichters Walther von der Vogelweide, des Malers Matthias Grünewald und des Bildhauers Tilman Riemenschneider umgeben und blickt auf den Dom. Der Brunnen gehört wie die Residenz, der Vorplatz und der Hofgarten seit 1981 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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Die Würzburger Residenz folgt in ihrem Aufbau ganz dem Idealbild eines barocken Schlosses: Die Raumfolge mit Vestibül, Treppenhaus, Weißem Saal, Kaisersaal und Kaiserzimmern drückt in ihrer Pracht ganz den Machtanspruch aus, den ein absolutistischer Herrscher für sich beanspruchte.

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Und weil ein augeschildertes und mir zusätzlich bestätigtes absolutes Fotografierverbot in der Residenz herrscht, bin ich nicht weiter als zur Kassa gegangen und habe dann wieder umgedreht. Nicht mit mir.

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Unter dem Würzburger Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (reg. 1755-1779) wurde ab 1770 mit Nachdruck an der Neugestaltung des Hofgartens gearbeitet. Zu diesem Zeitpunkt waren die Ausstattungsarbeiten der 1720-1744 errichteten Residenz nahezu beendet. Als neuen Hofgärtner engagierte Seinsheim den aus Böhmen stammenden Gartenkünstler Johann Prokop Mayer (1735-1804). Dieser teilte das kompliziert geschnittene und zu den Bastionen der barocken Stadtbefestigung stark ansteigende Gelände geschickt in symmetrisch gegliederte Gartenpartien auf, die er im Stil des Rokoko üppig ausstattete. Allerdings konnte Mayer seine weitreichenden Pläne nicht vollständig verwirklichen, da nach Seinsheims Tod dessen Nachfolger kein Interesse an der aufwändigen Gartengestaltung mehr zeigte. Die Sandsteinskulpturen des Hofgartens stammen aus der Werkstatt des Hofbildhauers Peter Wagner (1730-1809). Die prachtvollen schmiedeeisernen Gartentore entstanden in der Werkstatt des Hofschlossers Georg Oegg (1703- 1782) und seines Sohnes Anton Oegg (1745-1800).

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Man merkt der Residenz an, dass eine Vielzahl von Ideen eingebracht wurden, bis sie zu ihrem heutigen Erscheinungsbild kam. So ist ihre Frontansicht zum Hof hin zunächst ein zweigeschossiger Bau, gegliedert von einem Mezzaningeschoss zwischen wie auch über den beiden Hauptgeschossen.

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Die Würzburger Residenz ist das Hauptwerk des süddeutschen Barock und außerdem eines der bedeutendsten Schlösser Europas. Die UNESCO nahm sie bereits 1981 – als drittes Bauwerk in Deutschland – in die Liste der zum Welterbe gehörenden Objekte auf.

Ansicht der Hofgartenseite vom Ostgarten

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Erbaut wurde die Residenz von 1720 bis 1744 nach Plänen Balthasar Neumanns. Am 22. Mai 2020 jährte sich damit der Tag der Grundsteinlegung der Residenz zum 300. Mal. Das beeindruckende Treppenhaus – eine einzige, freitragende Muldenkonstruktion – offenbart das Genie Neumanns, der damals noch am Anfang seiner Karriere stand.

Eine große Zahl hervorragender Künstler wirkte bei der Ausstattung der Residenz mit, darunter der Stuckateur Antonio Bossi und der bedeutendste Freskenmaler der Zeit, der Venezianer Giovanni Battista Tiepolo, der im Treppenhaus das größte zusammenhängende Fresko der Welt schuf. Neumann standen Lucas von Hildebrandt aus Wien und Maximilian von Welsch aus Mainz zur Seite.

Bei der Zerstörung der Stadt am 16. März 1945 blieben das Treppenhaus, der Weiße Saal, Kaisersaal und Gartensaal erhalten. Die Paradezimmer, ausgestattet in reichstem Rokoko, wurden wiederhergestellt, die Möbel und Wandteppiche wurden fast vollständig gerettet. Der Wiederaufbau dauerte nahezu 40 Jahre. Von den etwa 340 Räumen der Residenz sind 42 heute Schauräume.

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Hofgarten an der Würzburger Residenz mit Gartenbereichen im barocken und englischen Stil. Südlich der Residenz schließt sich ein flacher rechteckiger Garten an, der von der Orangerie abgeschlossen wird. Diesen hatte der Fürstbischof aus seiner Wohnung – zu der u. a. der Toscanasaal gehörte – im Blick. Hier schmücken große Figurengruppen Wagners die Rasenflächen, sorgen Faune, Pane und Allegorien der Jahreszeiten unter mächtigen Eibenbäumen in Kegelform für Überraschungen.

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Mit Stift Haug wird die im Stadtteil Haug (auch Hauger Viertel genannt) gelegene Pfarrkirche St. Johannes in Würzburg bezeichnet, die dazugehörige Pfarrei als St. Johannes in Stift Haug. Die ehemalige Stiftskirche gehörte bis zur Säkularisation 1803 zum Kollegiatstift Haug. Die Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten geweihte Kirche wurde 1691 nach Plänen von Antonio Petrini fertiggestellt. Die beiden Türme des Stifts Haug sind mit einer Höhe von 75 Metern die zweithöchsten Kirchtürme in Würzburg.

In den Nischen der Doppelturmfassade stehen Figuren der 14 Nothelfer, die erst 1891-1893 von den Bildhauern Endres, Josef Metzger und Valentin Weidner gefertigt wurden.

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Innenansicht mit Blick zur Apsis, in den Nischen der Vierungspfeiler die Statuen der Apostelfürsten Petrus (links) und Paulus (rechts)
In den Altarstein des Zelebrationsaltares sind die Reliquien von drei fränkischen Heiligen eingelassen: Burkard, Bruno und Liborius Wagner. Ein modernes Kunstwerk ist das Bronzekreuz des aus Thüringen stammenden Künstlers Dietrich Klinge.

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1670 bis 1691 entstand durch Antonio Petrini, dessen Hauptwerk der Hauger Kirchenbau darstellt, die Synthese zwischen mitteleuropäischer Doppelturmfassade und römischer Kuppelanlage, deren schlanke Türme mit der wuchtigen, schiefergedeckten Kuppel ein weithin das Stadtbild prägendes Element bilden. Die große, vom Petersdom inspirierte Vierungskuppel steigt bis zu einer Höhe von 60 Metern auf. An der höchsten Stelle im Inneren der Kuppel ist in einem Strahlenkranz das Symbol des Heiligen Geistes, die Taube, erkennbar.
Die Auflösung von Wandgrenzen mittels Arkaden geht auf eine Idee von Donato Bramante zurück, die dieser um 1480 im Innenraum der Kirche Santa Maria presso San Satiro in Mailand realisiert hatte. Petrini, der der führende Baumeister des Barock in Franken in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war, schuf mit seiner Hauger Stiftskirche den ersten monumentalen Barockbau nach dem Dreißigjährigen Krieg in Würzburg.

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Blick zur Orgelempore
Links: Stifterdenkmal - Denkmal für den Stift-Haug-Gründer Heinrich I. (Balthasar Esterbauer, 1708). Der rechte, beim Aufhängen des Festons beteiligte, Putto wurde 1946 von Julius Bausenwein nach einer Fotografie neu geschaffen. Darüber die Figur des Evangelisten Lukas.

Rechts: Figur des Hl. Johann von Nepomuk, darunter das alte Taufbecken

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Die Orgel wurde 1971 von der Orgelmanufaktur Klais (Bonn) errichtet. Das Schleifladen-Instrument hat 45 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen sind elektrisch. In der Kirche finden häufig Orgelkonzerte statt. Langjähriger Organist in Stift Haug war der als Musiklehrer am Friedrich-Koenig-Gymnasium wirkende Klaus Linsenmeyer.

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Das Kollegiatstift St. Johann zu Haug lässt sich auf die 1002 erwähnte Gemeinschaft der „Herren vom Berg“ zurückführen, der Name auf houc → Haug → Hügel. Das ursprünglich um 1000 gegründete und durch seinen Bauherrn, den Bischof Heinrich I. von Würzburg geweihte Stift Haug befand sich nördlich der Stadtmauer, am Ort des heutigen Bahnhofsgeländes einige hundert Meter nördlich des heutigen Standorts. Im 14. Jahrhundert lehrte der aus Schwäbisch Hall stammende Mediziner und Wimpfener Kanoniker Berthold Blumentrost als Scholastiker in Würzburg, wo er 1326 als Stiftsherr zu St. Johannes in Haug eine zusätzliche Kanonikatsstelle erhalten hatte. Um Platz für die barocke Stadtbefestigung zu machen, ließ der damalige Fürstbischof das Stift 1657 an der alten Stelle abreißen und am heutigen Platz neu bauen.

Altes Taufbecken

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Der Grundriss der von Antonio Petrini projektierten Kirche hat die Form eines lateinisches Kreuzes. Das Langhaus schließt im Westen mit einer Doppelturmfassade ab. Über der Vierung erhebt sich eine hohe Kuppel, deren Ausmaß zur Entstehungszeit ein technisches Meisterwerk darstellte.
Maße: Kuppelhöhe außen: 65,5 m, innen: 59,7 m; Höhe der Türme 75 m; Gesamtlänge des Innenraums West-Ost: 67 m, Nord-Süd: 41,95 m; Scheitelhöhe der Hauptgewölbe 21,80 m.

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Als Ersatz für den im Bombenhagel am 16. März 1945 vernichteten Hochaltar der Kirche wurde im Jahr 1964 das monumentale Ölgemälde der Kreuzigung Jesu (9 m×5,5 m) des Venezianers Jacopo Tintoretto aufgestellt, das im Jahr 1585 für die Münchener Augustinerkirche (heute Deutsches Jagd- und Fischereimuseum) geschaffen worden war. Der moderne Sockel trägt die Inschrift „ECCE LIGNUM CRUCIS IN QUO SALUS MUNDI PEPENDIT VENITE ADOREMUS“ (deutsche Übersetzung: Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt hing. Kommt, lasst uns anbeten) aus der Liturgie der Feier vom Leiden und Sterben Christi. Auf dem davorstehenden Hochaltartisch steht ein goldener Tabernakel, der mit Bergkristallen geschmückt ist.

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Der Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 war der schwerste von mehreren Angriffen, den die Stadt in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs ertragen musste. Der Angriff dauerte 20 Minuten und wurde durch die britische Royal Air Force ausgeführt. Den Bomben fielen etwa 4000 bis 5000 Menschen zum Opfer und die historische Altstadt wurde zu 90 % zerstört. Zwei Wochen später begann die Schlacht um Würzburg durch US-Bodentruppen, die mit der Übernahme der Stadt endete.

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Das Falkenhaus ist ein früheres Pfarrhaus und Gasthaus mit Giebel- und Stuckfassade im Rokokostil, wieder aufgebaut nach dem 2. WK.

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Oberer Markt mit Falkenhaus und Marienkapelle
Die Marienkapelle ist eine farbenfrohe gotische Kapelle aus dem 14. Jahrhundert mit hoher Turmspitze, historischen Skulpturen und Kunst.

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Die Marienkapelle in Würzburg ist ein gotischer Kirchenbau aus dem 14. Jahrhundert an der Nordseite des Unteren Marktes in Würzburg. Trotz ihrer Größe ist sie kirchenrechtlich eine Kapelle, da der von der Bürgerschaft errichtete Bau nicht mit pfarrkirchlichen Rechten ausgestattet wurde. Heute ist die Kapelle eine Nebenkirche der vereinigten Pfarreien Dom und Neumünster.

Der lichtdurchflutete Altarraum wird von einem dreiteiligen Flügelaltar dominiert, der wichtige Szenen aus dem Leben Marias zeigt.

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Die Marienkapelle
Die Marienkapelle ist als eine Station des Fränkischen Marienweges lebendiger Ausdruck gelebter Marienfrömmigkeit in Franken. Zugleich ist sie Bürgerkirche und Heimat verschiedener Bruderschaften. Regelmäßige gottesdienstliche Feiern füllen sie mit Leben. Der Ort, an dem sie steht, ist geprägt von einer wechselvollen Geschichte. Auf dem heutigen Marktplatz befand sich ehemals das jüdische Viertel Würzburgs. Die bedeutende jüdische Gemeinde musste mehrfach grausame Verfolgungen erdulden.

Bei dem Pogrom am 21. April 1349 fanden alle jüdischen Männer, Frauen und Kinder in Würzburg den Tod. Die Häuser der ausgelöschten Gemeinde schleifte man und errichtete am Platz der Synagoge eine zunächst
hölzerne Kapelle zu Ehren der Gottesmutter Maria. Heute erinnert die Marienkapelle an diese Ereignisse und ist somit auch ein Mahnmal gegen Judenverfolgung und Antisemitismus. An der Stelle der ersten Kapelle legte Bischof Gerhard von Schwarzburg 1377 den Grundstein für den heutigen Kirchenbau. Der Turm entstand ab 1441.

Seit dem 15. Jahrhundert war die Marienkapelle die Kapelle des städtischen Rates und damit ein Symbol der Bürgergemeinde im Herzen der Stadt. Mit ihr sind die Namen der beiden bedeutendsten Würzburger Künstler verbunden. Der Bildhauer Tilman Riemenschneider schuf 1493 für das Südportal die Figuren Adams und Evas. Seine Apostelfiguren für die Strebepfeiler wurden 1506 aufgestellt. Mehrfach bekleidete Riemenschneider das städtische Amt eines Pflegers der Marienkapelle. 1753 ehrte die Stadt Balthasar Neumann, den Baumeister der Würzburger Residenz, mit einem Begräbnis in der Marienkapelle.

 Würzburg, August 2022

Das Grabmal des Ritters Konrad von Schaumberg im Innenraum ist das Original Riemenschneiders. Weitere bemerkenswerte Kunstwerke aus der Riemenschneiderwerkstatt sind die Figuren Jesu, der Zwölf Apostel und Johannes des Täufers und die Reliquienbüste des Aquilin, des einzigen in Würzburg geborenen Heiligen.

Der heilige Aquilin ist um 970 in Würzburg geboren, war Dompropst in Köln und wurde an einem 29. Januar in den Jahren vor 1018 in Mailand auf dem Weg zur Basilika des heiligen Ambrosius Opfer eines brutalen Angriffs aus dem Hinterhalt. Für den Mord durch einen Dolchstoß in die Kehle wird die Sekte der Neumanichäer verantwortlich gemacht. Der Märtyrer liegt in der Kirche San Lorenzo Maggiore in Mailand begraben.
Die Silberbüste mit einer Reliquienpartikel wurde 1715 von der Bürgersodalität gestiftet. Am 16. März 1945 schwer beschädigt, wurde sie am 13. Mai 1973 wieder aufgestellt und dem Gedächtnis an die Opfer von Gewalt gewidmet.

Im Blick auf den heiligen Märtyrer Aquilin gedenken wir in der Marienkapelle der Opfer...
... des Pogroms gegen die jüdische Bevölkerung 1349
... der Kämpfe um die Reichsfreiheit 1400
... des Schwedenkriegs 1631
... der Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945
... und aller Opfer von Krieg und Gewalt
Heiliger Märtyrer Aquilin, bitte für uns!

 Würzburg, August 2022

Die Orgel der Marienkapelle wurde im Jahre 1969 von dem Orgelbauer Michael Weise (Plattling) errichtet. Die Geschichte der Orgeln in der Marienkapelle reicht zurück bis in das 17. Jahrhundert. Im Jahre 1987 wurde die Weise-Orgel durch den Orgelbauer Johannes Klais (Bonn) restauriert und erweitert. Das Schleifladen-Instrument hat 20 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.

 Würzburg, August 2022

Mit mehr als 1.600 Sonnenstunden pro Jahr fühlt es sich in Würzburg immer nach Urlaub an. Bei einer Durchschnittstemperatur von 24 Grad Celsius im Juli lässt es sich definitiv aushalten.

 Würzburg, August 2022

Mitten aus dem Würzburger Stadtzentrum, in direkter Nachbarschaft des Kiliansdoms, erhebt sich die Kuppel der Neumünsterkirche und prägt das Würzburger Stadtbild entscheidend mit. Hier gedenken die Gläubigen im Bistum Würzburg ihrer erstern Glaubensboten: Am heutigen Standort der Kirche starben die irischen Wanderprediger Kilian, Kolonat und Totnan im Jahr 689 den Märtyrertod. Als "Frankenapostel" werden sie bis heute hier und im benachbarten Dom in besonderer Weise verehrt und sind die Bistumspastrone der Diözese Würzburg.

 Würzburg, August 2022

Das Neumünster wurde als doppelchörige romanische Basilika mit zwei Querhäusern erbaut, später barock umgestaltet und statt des Westchores mit einem hohen Kuppelbau und barocker Prachtfassade versehen. Die Ausstattung stammt unter anderem von den Gebrüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann. Dominikus Zimmermann schuf um 1720 vor allem Stuckdekorationen (wie etwa Gipsintarsien am 1945 verbrannten Bonifatiusalter). Ausmalungen (Freskenzyklus und Ölbilder) durch Johann Baptist Zimmermann (1732) und Nikolaus Stuber (1736) gingen weitgehend verloren, wurden nach 1945 jedoch zu einem großen Teil kopiert.

 Würzburg, August 2022

Fresko der Kuppel „Heilige in Anbetung vor der Heilige Dreifaltigkeit“ von Nikolaus Stuber 1736

 Würzburg, August 2022

Erhalten geblieben ist der Hauptaltar mit Johann Baptist Zimmermanns Johannes auf Patmos von 1724. Zur reichen Altarausstattung der Neumünsterkirche gehörten zudem (größtenteils 1945 verbrannte) Gemälde von Anton Clemens Lünenschloß, Giovanni Conca (um 1690 – 1771) und Joseph Scheubel.

Der Altarbezirk steht in der Tradition des alten Kreuzaltars. Ausstattung, Buchstele sowie den Taufstein im Kuppelbereich entwarf Jürgen Lenssen, der Osterleuchter am Taufstein stammt von Herbert Mehler. Die beiden mächtigen Messingleuchter stiftete der Chorherr Jakob Hack, genannt Thil von Suhl, im Jahre 1540. Die Mauer zum Hochchor schließen die Büsten der Frankenapostel von Heinz Schiestl ab, die dieser 1910 nach den Vorbildern von Tilman Riemenschneider kopierte. Die Originale wurden während des Brands 1945 ein Raub der Flammen.

Chorgestühl von Johann Georg Winterstein 1780/81

 Würzburg, August 2022

Wandert der Blick des Besuchers in Richtung Decke, so fällt er auf die Orgelempore. Diese hängt heute drei Meter tiefer als vor 1945. Das Instrument mit seinen 53 Registern stammt von der Firma Klais aus Bonn. Das Fresko mit der Darstellung der Erschaffung Adams wurde von Oskar Martin-Amorbach in den 1950er Jahren neu gemalt. Es leitet zum christologischen Zyklus von J. B. Zimmermann im Langhaus über und schafft die Verbindung zwischen Adam und Christus, der als der neue Adam gilt. Der Stuck im vierjochigen tonnengewölbten Langhaus wurde von Johann Georg Möhrlein vor 1721 gefertigt.

 Würzburg, August 2022

Die große Orgel auf der Westempore wurde 1949 von der Orgelbaufirma Klais (Bonn) erbaut. Das Instrument hat elektrische Spiel- und Registertrakturen. Im Zuge einer umfassenden Renovierung im Jahre 2009 wurde die Disposition geringfügig verändert. Außergewöhnlich ist die Transmission des Bordun 32′ aus dem Pedal in das Hauptwerk.

 Würzburg, August 2022

Im Mittelschiff acht Gemälde von Thomas Lange (*1957) „Zentrale Szenen aus dem Evangelium nach St. Johannes"

 Würzburg, August 2022

Triumphbogenkreuz / Kruzifix für den Altarbogen, Christus mit Naturhaar, um 1470

 Würzburg, August 2022

Links: Altar von Johann Peter Wagner 1761/62; Bild „Die Erfindung des Kreuzes durch Kaiserin Helene“ von Oswald Onghers um 1675
Mitte: Altar eines Schülers von Balthasar Esterbauer, 1722, mit Gemälde „Abschied von St. Peter und St. Paul vor ihrem Martyrium“ von Peter Rüggenberg, 1722; Jesuskind in Wachs in einer Rokokochässe um 1760; Altarplatte um 1250
Der nördliche Apostelaltar aus der Zeit um 1722 zeigt auf dem Gemälde des Antwerpener Malers Peter Rüggeberg den Abschied der Apostel Petrus und Paulus vor deren Martyrien. Die Figuren stellten ehemals die Namenspatrone des Stifters, den heiligen Hermann und den heiligen Franziskus, dar. Die Figur des heiligen Hermanns ging im Zweiten Weltkrieg verloren und wurde deshalb durch eine Plastik Joh. Nepomuks ersetzt. Die romanische Mensa stammt wie der Hochaltar aus der Zeit um 1250.
Rechts:
Gemälde „Il ballo delle ingrate“ von Hann Trier, 1993

 Würzburg, August 2022

Links: Gemälde „...der Baum, der den Wald verbirgt“ von Hann Trier, 1997
Mitte:
Altar eines Schülers von Balthasar Esterbauer, um 1730; Madonna der Pilger, ca. 1470-1480
Der südliche Altar aus dem Jahr 1730 trägt eine Madonnenfigur vor einem silbernen Baldachin aus der Zeit zwischen 1470 und 1480. Die begleitenden Figuren sind die Eltern Mariens, Joachim und Anna. Große Verehrung erfuhr die Figur vor allem im 18. Jahrhundert.
Rechts:
Altar von Johann Peter Wagner von 1773; Gemälde „Übersetzung aus dem Heiligen Haus zu Lorette" zugeschrieben Nikolaus Treu (1734 — 1786)

 Würzburg, August 2022

Die heutige Kiliansgruft als Ort des Martyriums des heiligen Kilians ist barocken Ursprungs und nimmt in ihrer Bauart die Raumform der Kuppel auf. Der um 1250 gefertigte Kastenaltar mit Blattkapitellen trägt den Mitte der 1980er Jahre von Heinrich Gerhard Bücker aus Bronze gefertigten hausförmigen Kiliansschrein. Hier werden Szenen aus dem Leben Jesu denen der Glaubenszeugen gegenüber gestellt. Bücker schuf außerdem den 16-teiligen Kreuzweg der Kiliansgruft. Einen weiteren Akzent setzt der von Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen geschaffene zwölftürmige Radleuchter.

 Würzburg, August 2022

Um 1057 gründete  Bischof Adalbero von Würzburg mit Unterstützung der polnischen Königin Richeza und der Grafen von Rothenburg-Comburg das dem Evangelisten Johannes geweihte Chorherrenstift Neumünster.

 Würzburg, August 2022

In der vom Kirchenraum durch abwärtsführende Treppen oder von der Straße direkt zugänglichen Westkrypta, der Kiliansgruft, wo auch Bischof Matthias Ehrenfried begraben liegt, befinden sich seit der Neugestaltung der Krypta anlässlich des Kiliansjubiläums 1989[15] in einem 1985 von dem westfälischen Künstler Heinrich Gerhard Bücker geschaffenen Schrein die Gebeine der drei Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan. Ebenfalls in der Kiliansgruft untergebracht sind zwei Steinsärge aus dem 8. Jahrhundert. Der Sarg des zweiten Bischofs Megingaud, gestorben am 26. September 783 im Kloster Neustadt am Main, ist mit der ältesten Monumentalinschrift Frankens nach der Römerzeit versehen. Die Kirche wurde auf der angeblichen Fundstätte der Gebeine errichtet.

 Würzburg, August 2022

Schrein der Gebeine der drei Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan in der Kiliansgruft.

 Würzburg, August 2022

Der Kuppelbau auf einem achteckigen Grundriss im Eingangsbereich ist sehr zurückhaltend mit Stuck verziert und auf wenige Elemente, wie die Kompositkapitelle und Gesimse sowie die Rahmungen um Fenster und Bögen, beschränkt. Geschaffen wurde die Verzierung vermutlich noch vor 1720 in der Werkstatt Franz Hardts des Älteren. Im Hauptgesims wurden zahlreiche Grabplatten aus der Zeit von 1300 bis 1688 vermauert. Das Stuber'sche Kuppelfresko zeigt in konzentrischen Kreisen einen Heiligenhimmel mit fränkischen Heiligen und Seligen auf der Ostseite. Wie alle Fresken in der Neumünsterkirche wurde auch dieses Fresko von Oskar Martin-Amorbach zwischen 1950 und 1952 restauriert und großflächig ergänzt.

 Würzburg, August 2022

Der Grafeneckart ist der älteste Teil des Würzburger Rathauses. Er befindet sich in der Altstadt nahe dem Vierröhrenbrunnen. Durch den 55 Meter hohen, romanischen Turm ist das stadtgeschichtlich bedeutsame Baudenkmal zwischen Domstraße und Alter Mainbrücke schon von weitem zu erkennen.

 Würzburg, August 2022

Der Grafeneckart ist der älteste Teil des Würzburger Rathauses. Er war ursprünglich Sitz eines bischöflichen Beamten und verfügt über einen romanischen Turm und mit dem Wenzelsaal des 13. Jahrhunderts über den ältesten Profanraum der Stadt.
1256 wird in Würzburg das erste Mal ein städtischer Rat erwähnt. Die Bürger sind damit maßgeblich an der Verwaltung der Stadt beteiligt. 1316 erwerben Bürgermeister und Rat den Grafeneckart – sichtbares Zeichen bürgerlichen Unabhängigkeitsstrebens gegenüber dem bischöflichen Landesherrn.

Heute bildet der Grafeneckart den ältesten Teil des Rathauses, das im Lauf der Jahrhunderte stetig erweitert wurde. Nach Westen schließt sich an den Grafeneckart der 1659/60 im Stil der Spätrenaissance errichtete Rote Bau an, nördlich das säkularisierte Kloster der Beschuhten Karmeliten, das im 19. Jahrhundert vom Stadtrat hinzugekauft wurde.

 Würzburg, August 2022

Vor dem Grafeneckart steht der barocke Vierröhrenbrunnen, geschaffen um 1765 von L. v. d. Auvera und Peter Wagner.

Vierröhrenbrunnen vor dem Rathaus, Renaissance-Erker am Grafeneckart (1544), Grünbaum, Ratskellerturm mit Sonnenuhr und Turmuhr

 Würzburg, August 2022

Der Dom St. Kilian ist die viertgrößte romanische Kirche Deutschlands und ein Hauptwerk der deutschen Baukunst zur Zeit der salischen Kaiser. Die angebaute Schönbornkapelle gilt als eine bedeutende Schöpfung Balthasar Neumanns.

 Würzburg, August 2022

Der Bau begann um 1040, die Osttürme wurden 1237 vollendet. Der Innenraum wurde 1701/04 durch Pietro Magno in reichstem Hochbarock stuckiert. 1945 brannte der Dom St. Kilian völlig aus. Die Einweihung nach dem Wiederaufbau fand 1967 statt. Das Äußere des Domes wurde in alter Form wieder aufgebaut, im Querhaus und Chor sind barocke Stuckdekorationen erhalten. Der Altar, das Sakramentshaus und das Chorgestühl 1966/68 wurden von A. Schilling ausgestattet.

 Würzburg, August 2022

Der St.-Kilians-Dom zu Würzburg oder Dom St. Kilian ist eine römisch-katholische Kirche in Würzburg, die seit 1967 dem Heiligen Kilian geweiht ist. Der Dom ist die Bischofskirche des Bistums Würzburg. Mit seiner Doppelturmfassade und einer Gesamtlänge von 105 Metern ist er das viertgrößte romanische Kirchengebäude Deutschlands und ein Hauptwerk deutscher Baukunst zur Zeit der salischen Kaiser.

Ursprünglich hatte der Dom ein Salvator-Patrozinium, von 855 bis um etwa 1000 war er Salvator geweiht, von etwa 1000 bis 1967 war der Apostel Andreas Dompatron, seit dem 6. Mai 1967 trägt der Dom das Patrozinium der Frankenmärtyrer Kilian, Kolonat und Totnan.

 Würzburg, August 2022

Taufbecken von Meister Eckard aus Worms, 1279

 Würzburg, August 2022

Altar, Ambo mit Standkreuz, Sakramentshaus von Albert Schilling, 1964/67
Im Altar Bergkristallschrein mit Schädelreliquien des Frankenapostels Kilian und seiner Gefährten Kolonat und Totnan von Josef und Michael Amberg, 1967
Stuck in Vierung, Chor und Querhäusern von Pietro Magno, 1701/05

 Würzburg, August 2022

Chorbogenkreuz von Gerhard Heinrich Bücker, 1983
mit Corpus, Italien um 1300
Chorgestühl von Albert Schilling, 1967
Stele in der Apsis von Hubert Elsässer, 1987/88
Von ihm sowie von Heinrich Gerhard Bücker, Willi Grimm, Tilmar Hornung, Ernst Singer und Lothar Forster die Darstellungen von Glaubenszeugen vom 7. bis zum 20. Jahrhundert in und aus Franken, 1987/88

 Würzburg, August 2022

Auf der großen Empore an der Westseite des Langhauses steht die große Hauptorgel (6652 Pfeifen, 87 Register verteilt auf fünf Manuale und Pedal).

 Würzburg, August 2022

Die kleinere Chororgel mit 20 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal befindet sich auf einer Empore im südlichen Querschiff.

 Würzburg, August 2022

Krypta unter dem Chor und Vierung von Bischof Bruno um 1040 begonnen, hat seit der Absenkung des Chores durch Balthasar Neumann 1749 ein niedrigeres Gewölbe. Über der Tumba von 1257 des 1045 gestorbenen Bischofs Bruno Radleuchter von Max Walter, 1989

Altar von Helmut Weber, 1966
Gestühl von Jürgen Lenssen, 2012
Standkreuz von Gerhard Heinrich Bücker, 1995

 Würzburg, August 2022

Altar von Jürgen Lenssen, 2012, dessen Platte teilweise eine mittelalterliche Brunnenfassung überdeckt. In den Wandnischen Hochgräber als künftige Bischofsgrablegen von Jürgen Lensen, 2012
Dahinter ein Steinkreuz mit leise lächelnde Christusdarstellung, um 1000

 Würzburg, August 2022

Sepulturkapelle mit Fensterzyklus von Georg Meistermann
Altarzone mit Ambo von Jürgen Lenssen, 2012
Gekreuzigter Christus von Ernst Singer, 1968
Altar von Max Walter, 1978

 Würzburg, August 2022

Orgel in der Sepulturkapelle im Würzburger Dom

 Würzburg, August 2022

Der Kreuzgang wurde von 1423 bis 1453 gotisch erneuert.

 Würzburg, August 2022

Dombaugeschichte in Kürze
787 oder 788 Weihe des ersten Dombaus, der Überlieferung nach im Beisein Karls des Großen
855 Zerstörung des ersten Doms durch Brand
um 880/890 Weihe des Neubaus
10. Jh. Neubau des Doms
um 1035/1040 Beginn einer großen Erweiterung des Doms durch Bischof Bruno (1034-45)
1050-1100 Vollendungdes von Bruno begonnenen Werks als vollständiger Neubau
1187/1188 Abschluss umfangreicher Erneuerungen im Chor
1498-1505 Einwölbung der Seitenschiffe
1607/1608 Einwölbung von Mittelschiff und Querschiff
1701-1705 Stuckierung durch Giovanni Pietro Magno
16.3.1945 Brand nach dem Luftangriff auf Würzburg
20.2.1946 Einsturz des Langhauses
6.5.1967 Altarweihe als Abschluss des Wiederaufbaus
1987/1988 Neugestaltung des Chors
2011/2012 Renovierung

 Würzburg, August 2022

Bronzeplastik „In Auflösung“ von Maria Lehnen, 2005

 Würzburg, August 2022

Apostelaltar von Helmut Weber, 1966/67, mit Christus Salvator, Petrus und Andreas von Tilman Riemenschneider, 1502/06

 Würzburg, August 2022

Fast in der Mitte der südlichen Langhausseite wird die vom Würzburger Stadtrat in Auftrag gegebene Kanzel aufgestellt. Michael Kern fertigte das reichgeschmückte Werk. Erst nach 1700 erhält sie ihren heutigen Standort.

 Würzburg, August 2022

Dechantaltar von Pietro Magno, 1704

 Würzburg, August 2022

Domkanzel (Michael Kern, 1608–1610) mit den vier Evangelisten im Fuß

 Würzburg, August 2022

Die 1969 geweihten Domorgeln wurden von Johannes Klais Orgelbau in Bonn gebaut. Auf der großen Empore an der Westseite des Langhauses steht die große Hauptorgel (6652 Pfeifen, 87 Register verteilt auf fünf Manuale und Pedal). Die kleinere Chororgel mit 20 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal befindet sich auf einer Empore im südlichen Querschiff.

 Würzburg, August 2022

Die "Menora" im Mittelgang des Domes (Andreas Moritz, 1981) vor der Orgelempore

 Würzburg, August 2022

Die Ostfassade vom Würzburger Dom

 Würzburg, August 2022

Die Festung Marienberg liegt nur einen Steinwurf vom Stadtzentrum entfernt auf der linken Mainuferseite. Sie ist von Weinreben umsäumt und blickt hinab auf die alte Universitätsstadt mit ihren Kuppeln, Türmen und Brücken.

 Würzburg, August 2022

An der heutigen Stelle soll bereits um 1120 die erste Steinbrücke Deutschlands errichtet worden sein. Aufgrund zunehmender Schäden entschloss man sich im 15. Jahrhundert zu einem Neubau durch den Baumeister Hans von Königshofen.

In der Zeit zwischen 1476 und 1488 wurden die Pfeiler fertiggestellt. Die Verbindung zwischen den Pfeilern wurde in Holz erbaut. Um die Unterhaltungskosten der Holzkonstruktion einzusparen, begann man 1512, die Bögen in Stein zu erstellen.

 Würzburg, August 2022

In der Barockzeit wurden Brückentore und -türme abgerissen. Um 1730 wurde die Brücke durch die charakteristischen, 4,5 m hohen barocken Heiligenfiguren bereichert. Die Figuren, die bereits 1912 schon einmal zerschlagen und für den Straßenbau verwendet wurden, wurden in der Bombennacht von 1945 zwar stark beschädigt, konnten aber wieder restauriert werden.

St. Kilianus ist der Heilige Kilian, einer der Frankenapostel, und die Festung Marienberg

 Würzburg, August 2022

Die Alte Mainbrücke ist die älteste Brücke über den Main in Würzburg und ein Wahrzeichen der Stadt. Das im 15. Jahrhundert begonnene Bauwerk war bis 1886 Würzburgs einziger Flussübergang. Die Brücke, Teil der Ost-West-Passage, verbindet bei Mainkilometer 252,32 die Altstadt am rechten Mainufer mit der gegenüberliegenden Festung Marienberg. Sie wird vom Fußgänger- und Radverkehr genutzt. Mit ihren stadtbildprägenden Steinfiguren setzte die Alte Mainbrücke im 18. Jahrhundert wie die Prager Karlsbrücke eine in Rom mit der Engelsbrücke begonnene Tradition fort.

Zwölf Statuen von Heiligen (den Vater des heiliggesprochen Karl und Begründer der karolingischen Dynastie Pippin eingeschlossen) wurden ab 1728/29 auf der Brücke errichtet. Bildhauer waren die Brüder Johann Sebastian Becker und Volkmar Becker sowie seit 1730 der aus Paris stammende Hofbildhauer Claude Curé.

Carolus Magnus ist der heiliggesprochene Kaiser Karl der Große (Entwurf: Claude Curé)

 Würzburg, August 2022

Die Steinbogenbrücke 'Alte Mainbrücke' über den Main in Würzburg hat eine Gesamtlänge von 185 m, Durchfahrtshöhe 4,45 m, Baubeginn 1476, Fertigstellung 1703

Die erste, romanische Steinbrücke an dieser Stelle wurde schon um 1120 unter dem Dom- und Stadtbaumeister Enzelin errichtet, zuvor gab es dort eine Fähre. Bei Gründung der Fundamente wurden der Vita nach die dorthin von den drei Missionaren St. Kilian, Kolonat und Totnan gestürzten Statuen des heidnischen Freya-Heiligtums (heute innerhalb der Festung) wiedergefunden.

 Würzburg, August 2022

St. Johannes in Stift Haug und Marienkapelle vom Aussichtspunkt Festung Marienberg

 Würzburg, August 2022

Verdichtung der Türme vom Aussichtspunkt Festung Marienberg: Neumünster, Grafeneckart, St. Johanniskirche, Würzburger Dom

 Würzburg, August 2022

Panorama der Stadt Würzburg vom Aussichtspunkt Festung Marienberg

 Würzburg, August 2022

Über Tellsteige am Neutor bei der Neutorwiese zur Festung Marienberg

 Würzburg, August 2022

Die spitzen Türme der St. Johanniskirche und die barocke Würzburger Residenz von Balthasar Neumann, UNESCO-Weltkulturerbe

 Würzburg, August 2022

Blick von der Aussichtsplattform Bastei St. Carl über den Main auf die Altstadt von Würzburg

 Würzburg, August 2022

Die Festung Marienberg ist eine ehemalige Befestigung und ein ehemaliges fürstbischöfliches Schloss auf dem auch Frauenberg genannten Marienberg 100 Meter oberhalb des Mains in Würzburg in Unterfranken. Sie trägt auch den Namen 'Festung Unser Frauen Berg'. Eine ältere Bezeichnung der bis ins 18. Jahrhundert als Sitz der ehemaligen Regierung des Hochstift Würzburgs dienenden Anlage war Schloss Marienberg.

 Würzburg, August 2022

Blick von der Aussichtsplattform Bastei St. Johann Baptist über den Schlossberg auf die Altstadt von Würzburg

 Würzburg, August 2022

Würzburg von der Festung Marienberg aus. Hübsch verpackt im Vordergrund: St. Burkard

 Würzburg, August 2022

Die Wallfahrtskirche Käppele, die auf dem Nikolausberg über Würzburg thront, wurde nach Plänen von Balthasar Neumann 1747 – 1750 an eine bereits bestehende Gnadenkapelle angebaut. Zu Fuß ist das Käppele über einen malerischen Stationsweg mit 14 Kapellen, der ebenfalls nach einer Idee von Balthasar Neumann angelegt wurde, mit lebensgroßen Figurengruppen von Peter Wagner zu erreichen.

 Würzburg, August 2022

Seit 1250 war die Festung Marienberg der Sitz der Würzburger Bischöfe. Diese bauten die mittelalterliche Burg erst zum wehrhaften Renaissanceschloss und schließlich zur barocken Festungsanlage aus. Heute zeigen hier das Fürstenbaumuseum und das Mainfränkische Museum Würzburg ihre Schätze, und der Fürstengarten bietet einen herrlichen Rundblick über die Stadt.

Der Marienberg war seit der späten Bronzezeit besiedelt. Im frühen 8. Jahrhundert befand sich hier ein Kastell der fränkisch-thüringischen Herzöge. Um 1200 begann Bischof Konrad von Querfurt mit der Errichtung einer ungewöhnlich großen Burg. Diese wurde im Spätmittelalter weiter ausgebaut und unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn bis 1603 im Stil der Renaissance umgestaltet. Die Erstürmung der Burg 1631 durch die Schweden veranlasste Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn, den Marienberg bis 1658 mit einem Kranz gewaltiger Bastionen zu umgeben.

Ab der Verlegung der Hofhaltung in die 1720-1744 erbaute Stadtresidenz wurde die Festung nur mehr militärisch genutzt. Erst 1938 von der Bayerischen Schlösserverwaltung als Museum eröffnet, brannte die Kernburg 1945 im Zweiten Weltkrieg fast ganz aus. Seit 1947 zeigt das Mainfränkische Museum Würzburg hier seine Sammlungen: Im Museum für Franken die weltbekannte Riemenschneider-Sammlung, meisterhafte Gemälde, exquisite Möbel, herrliches Kunsthandwerk von der Frühzeit bis ins 19. Jahrhundert oder die Stadtgeschichte seit ihren Anfängen. Der langwierige Wiederaufbau der Festung wurde 1990 mit der Eröffnung des Fürstenbaumuseums abgeschlossen.

 Würzburg, August 2022

Toranlage des Rudolf von Scherenberg: Scherenbergtor und Kiliansturm, davor die Pferdeschwemme

Das Scherenbergtor ist der einzige Torzugang zum inneren Burghof, die vorgesetzte Brücke - es war bis 1716 eine hölzerne Zugbrücke, ab dann eine Steinbrücke - führt über den Halsgraben zur Echterschen Vorburg. Die Torburg mit beidseitig angeordneten, vortretenden runden Türmen wurde 1482 vollendet. Ein Wappen unterhalb des linken Bogens neben den drei Frankenaposteln mit der Jahreszahl 1482 verweist auf den namengebenden Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg (Amtszeit 1466-1495). Mittig über dem Durchgang befinden sich unterhalb eines Bogens (an der westlichen Fassade) die Figuren der Frankenapostel Kilian (Mitte), Kolonat (links) und Totnan (rechts) und darüber eine Darstellung der Gottesmutter Maria zwischen den Wappen des Bistums Würzburg (links) und des Herzogtums Franken (rechts).

 Würzburg, August 2022

Seit etwa 1000 v. Chr. ist der Rücken des Marienbergs besiedelt. 706 wurde die Marienkirche errichtet. Um diese ließen die Würzburger Fürstbischöfe im 13. Jahrhundert die erste Burg erbauen. Ihr Amtssitz sicherte die Herren Mainfrankens vor wiederholten Angriffen: 1525 hielt der Mauerring dem 15000-köpfigen Bauernkriegsheer Florian Geyers und Götz von Berlichingens stand. Unter Julius Echter wurde nach 1600 die Burg zum Renaissanceschloss umgebaut. Den Schweden gelang im Dreißigjährigen Krieg die einzige Eroberung. Im 18. Jahrhundert entstand das Neue Zeughaus, dem sich weitere Außenwerke anschlossen, unter anderem der imposante Maschikuliturm von Balthasar Neumann.

Marienkirche, Brunnentempel, Sonnenturm (Randersackerer Turm)

 Würzburg, August 2022

Die Marienkirche steht im inneren Burghof der Festung Marienberg in Würzburg, Bayern.
Das Bauwerk geht auf eine von Herzog Hedan II. im Jahr 706 errichtete frühe christliche Kirche zurück. Der Grundbau der in den Grundzügen heutigen romanischen Kirche kann durch Stilanalysen auf Anfang des 11. Jahrhunderts datiert werden. Die Marienkirche ist die älteste Kirche und erste Bischofskirche Würzburgs sowie der älteste erhaltene Bauteil auf dem Festungsareal und das älteste noch erhaltene Steinbauwerk rechts des Rheines.

Im Zentralbau der Kirche befindet sich ein Grablege, deren 20 Grabplatten die Reliefs von Würzburger Bischöfen zeigen. Seit dem 13. Jahrhundert bis Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Herzen der Würzburger Bischöfe im Kloster Ebrach, die Eingeweide in diese Kapelle der Marienburg und die Körper im Dom von Würzburg bestattet.

 Würzburg, August 2022

Bergfried und Treppenturm der Festung Marienberg
Der runde Turm aus Bruchsteinmauerwerk mit einer Wandstärke von 2,5 m erreicht eine Höhe von etwa 40 Metern. ach von Freeden wurde mit dem Bau des Turms im Zuge der Entstehung der ersten Burganlage unter Konrad von Querfurt begonnen, also zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Fertiggestellt wurde er wohl erst unter seinen Nachfolgern. Mit der Marienkirche gehört der Bergfried zu den ältesten erhaltene Teilen der mittelalterlichen Burg.

 Würzburg, August 2022

Brunnenhaus beim Bergfried und der Marienkirche im Inneren Burghof

Der dritte Bau im Schloßhof ist das achteckige Brunnenhaus (Brunnentempel) mit dem tiefen Brunnen, wenige Meter südlich der Kirche stehend. Der in den anstehenden Kalkstein gehauene und vollständig bis zur Wassersohle intakte Brunnen, der noch von der mittelalterlichen Burganlage stammt, besitzt eine Tiefe von 105 m und zählt damit zu den sehr tiefen Burgbrunnen. Der Brunnen der Festung Marienberg reicht jedenfalls bis zur Mainsohle hinab und wird vom Grundwasser gespeist.

Der achteckigen Überbau ist ein reiner Schmuckbau zum Schutz des Brunnens und zur Verschönerung des Schloßhofs und wurde unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn errichtet. Der Zentralbau besitzt oben eine durchbrochene Balustrade aus rotem Sandstein mit Rankenfüllung und an den Ecken auf breiten Rundsockeln stehende, kannelierte Säulen. Als Wasserspeier am Fuß der Balustrade dienen Köpfe von Fabelwesen, je zwei pro Achteckkante.

 Würzburg, August 2022

Auf dem Stich von Johannes Leypolt aus dem Jahre 1603 wird das kleine Bauwerk angeschnitten dargestellt, gut zu erkennen sind die Balustrade und die zentrale Figur auf dem Dach. Die war 1937 nicht mehr aufzufinden, statt ihrer gestaltete Fried Heuler im Jahre 1938 eine ganz ähnliche Figur, eine bronzene Fortuna auf der sich drehenden Kugel. Ursprünglich war die überlebensgroße Figur vergoldet.

 Würzburg, August 2022

Echtertor (Michaelstor) vor der Echter-Bastei (1605/06)

Das Echtertor oder Michaelstor der Festung Marienberg wurde im Zuge der Burgerweiterung unter Fürstbischof Julius Echter im Jahr 1606 von dem Steinmetz und Bildhauer Jakob Wolff der Jüngere im Stil der Renaissance erbaut. Das Portal wurde beidseitig von Michael Kern, der Jüngere gestaltet. An der Außenseite befindet sich die Figur des Erzengels Michael als Drachentöter (symbolisch den Teufel bzw. das Böse bezwingend).

Links und rechts des Torbogens treten zwei gekoppelte, toskanische Säulenpaare heraus, die dem Tor einen besonders mächtigen Eindruck vermitteln und wiederum jeweils einen kleinen Obelisk tragen. Links oberhalb der Außenseite des ursprünglich mit Zugbrücke (eine hölzerne Rolle davon ist erhalten) ausgestatteten Tores befindet sich ein rundes, abgetrepptes Schießloch für ein schweres Geschütz.

 Würzburg, August 2022

Seminarkirche St. Michael ist eine römisch-katholische Kirche in Würzburg sowie Pfarrkirche und Pfarrei des bischöflichen Priesterseminars.

 Würzburg, August 2022

Die heutige Michaelskirche wurde von 1765 bis 1798 durch Johann Philipp Geigel und Johann Michael Fischer erbaut. In der Bauzeit wurde der Jesuitenorden 1773 aufgehoben. Das bisherige Kolleg wurde zum Priesterseminar und die neu erbaute Kirche nach ihrer Weihe als Seminarkirche genutzt, später dann auch als zentrale Firmkirche für das Würzburger Stadtgebiet.

 Würzburg, August 2022

Die nach Westen ausgerichtete Kirche ist eine Emporenbasilika mit vierjochigem Langhaus, angedeuteten Querhausarmen und apsidialem Chor. Darüber steht der Chorturm mit dem Geläut. Die Vierung ist im Inneren von einer Flachkuppel überwölbt und trägt außen einen Dachreiter. Die Portalseite im Osten ist als repräsentative Schaufassade nach dem Vorbild des römischen Barock gestaltet.

 Würzburg, August 2022

Erst mit Blick auf den 400. Jahrestag des Würzburger Priesterseminars 1989 gab das Bistum die künstlerische Neugestaltung der Kirche in Auftrag. Grundthema für die Neugestaltung der Innenausstattung war die Offenbarung des Johannes; ausgeführt wurde sie von Heinrich Gerhard Bücker (Beckum). Die Arbeiten dauerten von 1988 bis 1991, als der Altar geweiht wurde.

 Würzburg, August 2022

Das Bildprogramm der von Heinrich Gerhard Bücker ab 1988 geschaffenen figürlichen Ausstattung in Alabasterstuck folgt den Visionen der Johannesoffenbarung, des letzten Buchs der Bibel.

Im Blickzentrum steht eine 6 m hohe Christusfigur nach der Beschreibung von Offb 1,12–20 EU. In der Apsiswölbung darüber ist das Lamm Gottes mit dem Buch mit den sieben Siegeln dargestellt (Offb 5,6–12 EU), umgeben von den zwölf Toren des himmlischen Jerusalem, aus denen zwölf Männer mit Verehrungsgesten heraustreten. Auf den Torbögen stehen in hebräischer Schrift die Namen der zwölf Stämme Israels, auf den Torschwellen in griechischer Schrift die Namen der zwölf Apostel (Offb 21,10–14 EU).

 Würzburg, August 2022

Im Zentrum der Kuppel steht der hebräische Gottesname, das Tetragramm, im Dreieck der Dreifaltigkeit und im Kreis der Vollkommenheit. Er ist umringt von zwölf Männern, die auf Thronen sitzen und Harfen tragen. In den vier Pendentifs darunter befinden sich die vier Evangelistensymbole. Die Darstellung kombiniert Offb 4,1–11 EU mit Offb 15,2–3 EU. Die Zahl der 24 Ältesten ergibt sich als Summe der Zwölf in der Kuppel mit den Zwölf in der Apsis.

 Würzburg, August 2022

St. Michael (Würzburg), Kircheninneres mit Blick zur Orgel, Gewölbereliefs mit apokalyptischen Szenen

Das Deckengewölbe des Langhauses trägt drei ovale Bildmedaillons von 4,2 x 5,2 m Größe. Sie zeigen von hinten nach vorn
 die Unheil bringenden apokalyptischen Reiter (Offb 6,1–8 EU);
 die sieben Engel mit den sieben Posaunen (Offb 8 EU);
 die apokalyptische Frau und den Sieg Michaels über den Drachen (Offb 12 EU).

 Würzburg, August 2022

Die Orgel wurde 1959 von der Orgelbaufirma Johannes Klais Orgelbau erbaut. Im Jahr 1996 wurde sie von derselben Orgelbaufirma erweitert und neuintoniert, sodass die Orgel nun 35 Register auf drei Manualen und Pedal hat.

 Würzburg, August 2022

Eine Stadt gilt dann als Großstadt, wenn sie mehr als 100.000 Einwohner hat. Dementsprechend zählt Würzburg mit seinen knapp 130.000 Einwohnern als eine Großstadt. Würzburg ist die siebtgrößte Stadt in Bayern. Davor liegen München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt und Fürth.
Wer in Würzburg lebt oder schon einmal dort war, wird die Stadt aber eher als eine mittelgroße Stadt beschreiben statt als Großstadt. Gleichzeitig ist Würzburg sehr lebendig und jung, was auch an den 35.000 Studierenden liegt, die hier Hochschulen besuchen.

Kollegiatstift Neumünster von Joseph Greissing, Grafeneckart (altes Rathaus) und St. Kiliansdom. Rechts die Würzburger Residenz

 Würzburg, August 2022

Würzburg ist eine römisch-katholische Diözese in Franken. Das Bistum wurde 741 oder 742 gegründet. Die Diözese Würzburg war ein bedeutender Machtfaktor im römisch-deutschen Reich. Bis zur Säkularisation regierten die Bischöfe das Hochstift Würzburg. 1818 wurde das Bistum wieder eingerichtet. Seit 2018 ist Dr. Franz Jung der 89. Bischof von Würzburg.

Kollegiatstift Neumünster von Joseph Greissing, Grafeneckart (altes Rathaus) und St. Kiliansdom. Rechts die Würzburger Residenz ... 31 Minuten später.

 Würzburg, August 2022

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Würzburg im Jahr 704. Somit feierte die Stadt 2004 1.300-jähriges Jubiläum. Doch Würzburg wurde bereits lange davor schon bewohnt. Mindestens 10.000 vor Christus befand sich eine erste menschliche Ansiedlung am Schalksberg. Um etwa 1.000 vor Christus bestand auf dem heutigen Marienberg eine Fliehburg (Wehranlage). Während der Völkerwanderung haben sich ab 375 verschiedene germanische Volksgruppen angesiedelt.

Durch Würzburg fließt der Main. Im Volksmund wird der Main auch liebevoll der Mee genannt. Der Main ist insgesamt 524 Kilometer lang und ein Nebenfluss des Rheins. Der Main durchfließt Würzburg von Süden nach Norden.

 Würzburg, August 2022

Erstmals urkundlich erwähnt wird Würzburg 704 als „in castello Virteburch“. Später wird Würzburg als „Würzeburg“, „Würtzburg“, „Wirceburg“, „Wirzburg und „Wirtzburg“ genannt. So hat es das Würzburg Wiki recherchiert. Ebenfalls taucht die Bezeichnung Herbipolis auf, was sich zusammensetzt aus Wurz = Herba und Stadt = Polis. Der letztere Teil „burg“ ist der Festung hoch über Würzburg zu verdanken.

Für die Herkunft und Bedeutung von „würz“ gibt es laut dem Würzburg Wiki mehrere Ansätze:
 Ableitung vom althochdeutschen Wort „wurz“, was so viel wie Kraut oder Gewürz bedeutet.
 Ableitung vom keltischen Wort „wertz“ für Jungfrau, was auf ein Heiligtum einer keltischen Göttin zurückgehen könnte.
 Herleitung von „urzi“ aus dem Keltischen „uird“, was Burg oder steile Höhe bedeutet.
 „Virt“ könnte vom keltischen Männernamen „virtus“ stammen, der für Tugend, Mannhaftigkeit und Tüchtigkeit steht.

 Würzburg, August 2022

Die Bogenbrücke aus Naturstein hat bei acht Öffnungen eine Gesamtlänge von 185 Metern. Die lichten Weiten der Segmentkreisbögen betragen zwischen 17,53 Meter beim ersten Bogen am rechten Ufer und 12,2 Meter beim letzten Bogen. Der Bogen mit der Öffnung für den Schleusenschacht hat eine Breite von 16,56 Metern bei einer geringsten Durchfahrtshöhe von 5,3 Metern beim höchsten schiffbaren Wasserstand. Die Pfeilerbreiten schwanken zwischen 7,08 Meter und 7,92 Meter. Die insgesamt 7,45 Meter breite Fußgänger- und Radfahrbrücke hat eine 3,85 Meter breite Fahrbahn, zwischen den Brüstungen ist sie 6,85 Meter breit. Zum Bau der Brücke wurden Steine aus Muschelkalk von einem Bruch am Bromberg, etwa 8,5 Kilometer flussaufwärts am linken Mainufer nahe Eibelstadt. verwendet.

 Würzburg, August 2022

In Würzburg gibt es einige kulinarische Gaumenfreuden, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Dazu gehören der fränkische Gerupfte (Obazda) sowie fränkische Bratwürste. Wem die Bratwürste schmecken, sollte unbedingt Blaue Zipfel probieren. Für diese Spezialität werden Bratwürste in einem Essigsud gegart. Durch dieses Bad erhalten sie ihre blaue Farbe.

Ein ebenfalls typisches Gericht in Würzburg und Mainfranken sind Meefischli. Der Name leitet sich ab aus Mee = Main und Fischli = Fischchen. Die Meefischli sollen traditionell nicht größer als der kleine Finger des Heiligen Kilian. Seine Statue steht auf der Würzburger Mainbrücke. Die Fische werden im ganzen Stück ohne Besteck verzehrt. Apropos Alte Mainbrücke: Was in Würzburg nicht fehlen darf, ist ein Brückenschoppen. Ein Brückenschoppen sind 0,25 Liter Wein, der auf der Alten Mainbrücke getrunken wird.

Und tatsächlich stehen die meisten Leute auf der Alten Mainbrücke mit Weingläsern herum.
In anderen Ländern wäre dieser öffentliche Alkoholismus undenkbar!

 Würzburg, August 2022

Das heutige Würzburg wurde im Mittelalter zu einem bedeutenden wirtschaftlichen und geistlichen Zentrum. Die überregionale Bedeutung der Stadt war bis zur industriellen Revolution hoch. Doch im Zweiten Weltkrieg wurde das wertvolle Stadtbild beinahe komplett zerstört. Beim anschließenden Wiederaufbau wurden viele Denkmäler, Kirchen und andere Bauten rekonstruiert.

 Würzburg, August 2022

Eine ganz besondere Bedeutung und Strahlkraft hat die in luftiger Höhe schwebende vergoldete Madonna auf der Spitze der Marienkapelle: Nicht nur viele Alt-Würzburger haben das wie durch ein Wunder unversehrt gebliebene Marienbild nach der Zerstörung der Stadt im Jahr 1945 als stärkendes Zeichen für Hoffnung und Neubeginn empfunden. Auch Menschen der jüngeren Generation haben mittlerweile eine emotionale Bindung zum geheimen Wahrzeichen der Stadt aufgebaut.

 Würzburg, August 2022

Am Platz des heutigen Falkenhauses befand sich im Mittelalter der Wohnsitz des Dompfarrers. 1735 ging das Haus in den Besitz des Gastwirts Franz Thomas Meißner über. Meißners Witwe Barbara ließ 1751 die Fassade mit der prächtigen Rokoko-Stuckdekoration von wandernden Stuckateuren aus Oberbayern versehen. Die Fassade des Falkenhauses mit den originell geschweiften Giebeln gehört zu den schönsten Rokokofassaden in ganz Süddeutschland. 1939 erwarb die Stadt Würzburg das Falkenhaus.

Beim Luftangriff auf Würzburg am 16. März 1945 brannte das Falkenhaus-Gebäude völlig aus, Teile der Fassade stürzten ein. Der Wiederaufbau nach alten Fotografien zog sich bis über die Mitte der 50er Jahre hin. Seit 1952 beherbergt das Falkenhaus die Tourist Information mit Ticket Service und die Stadtbücherei.

 Würzburg, August 2022

Nach dem Untergang des Großherzogtums Würzburgs 1814 wurde die Stadt noch ein letztes Mal Residenz. Seit 1816 residierte Kronprinz Ludwig bis zu seinem Regierungsantritt 1825 meist in Würzburg, sein Sohn Luitpold, der spätere Prinzregent wurde 1823 in der Residenz geboren.
Der Pegel Würzburg wurde 1823 in Betrieb genommen und ist der älteste in Betrieb befindliche Pegel am Main.
Im Jahr 1900, acht Jahre nach Eröffnung der Straßenbahnlinie als Pferdebahn, erhielt Würzburg seine erste elektrische Straßenbahn.
Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die nach ihm benannte Röntgenstrahlung und erhielt dafür 1901 den (ersten) Nobelpreis für Physik.

 Würzburg, August 2022

Am 16. März 1945 erfolgte von 21:15 bis 21:42 Uhr der die Kernstadt zu 80 Prozent zerstörende Bombenangriff auf Würzburg und Heidingsfeld als Hauptangriff der Alliierten. Mindestens 4500 Menschen starben dabei, etwa 5000 im Jahr 1945 insgesamt durch Fliegerangriffe, Feindeinwirkungen und Verwundungen in Lazaretten. Ebenfalls etwa 5000 Würzburger fielen im gesamten Zweiten Weltkrieg. Am 31. März erreichten US-amerikanische Truppen den Landkreis Würzburg, am 2. April das Mainufer unterhalb der Festung und am 4. April, dem Tag der Einrichtung der Militärregierung Mainfranken, marschierten sie in die Stadt Würzburg ein. Am 5. April war Würzburg dann endgültig von der 7. US-Armee erobert. Der 1946 beginnende und in den folgenden Jahren, beruhend auf einem Wiederaufbauplan für die Altstadt von 1948 und einem Generalverkehrsplan von 1953, fortgesetzte Wiederaufbau der Stadt wurde am 16. Dezember 1963 von Oberbürgermeister Zimmerer in einer Haushaltsrede vor dem Stadtrat für abgeschlossen erklärt.

 Würzburg, August 2022

Das Gebiet der Kernstadt, das durch Main, Juliuspromenade, Theaterstraße, Balthasar-Neumann-Promenade und Neubaustraße begrenzt ist, wird wegen seines Aussehens auf Karten als „Bischofshut“ oder „Bischofsmütze“ bezeichnet.

Die Bushaltestelle Barbarossaplatz ist an der Ecke Juliuspromenade und Theaterstraße. Dahinter die Haugerpfarrgasse und die Fronttürme von St. Johannes in Stift Haug.

 Würzburg, August 2022


Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: