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Avignon ist eine Stadt in der Provence in
Südfrankreich am östlichen Ufer der Rhône und die größte Stadt des
Départements Vaucluse. Da Avignon von 1309 bis 1376 – und während des
nachfolgenden Abendländischen Schismas – Sitz des Papstes war, trägt
die Stadt den Beinamen „Stadt der Päpste“.

Die Altstadt von Avignon mit ihren prachtvollen mittelalterlichen
Bauten ist von einer intakten Befestigungsmauer umgeben. Mit dem
gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jahrhundert, der
Bischofsanlage, dem Rocher des Doms und der berühmten Brücke, dem Pont
Saint-Bénézet, zählt Avignons Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die
Brücke ist vor allem durch das französische Volkslied 'Sur le pont
d’Avignon' bekannt.
Die hohe Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert fällt einem als erstes auf,
wenn man sich dem Stadtzentrum nähert. Sie ist ungefähr vier Kilometer
lang und wird von 39 Türmen und sieben Haupttoren flankiert, die sich
um die Altstadt herum verteilen. Die ehemaligen Wassergräben wurden
zugeschüttet und in Parkplätze umgewandelt, die Mauer hat jedoch immer
noch ihre einstige Höhe erhalten, mit der sie den Einwohnern von
Avignon einen guten und sicheren Schutz bot.

Künstlerisch-kulturell ist die Stadt durch das Festival von Avignon
über Frankreich hinaus bekannt. Im Jahr 2000 war Avignon zudem
Kulturhauptstadt Europas.

Das Rathaus Avignon (Mairie
d'Avignon) an der Place de l'Horloge wurde im 19. Jahrhundert erbaut.
Im Jahr 1447 kauften die Konsuln von Avignon den Benediktinerinnen von
Saint-Laurent das gotische Gebäude des ehemaligen Kardinalspalastes
Livrée d'Albano ab, um es als Gemeindehaus zu nutzen und den Turm in
einen Glockenturm umzuwandeln. Erst im 19. Jahrhundert beschloss der
Stadtrat, der Stadt ein richtiges Rathaus zu bauen. Der Architekt
Joseph-Auguste Joffroy entwarf die Pläne für das heutige Rathaus. Um
die Fassade, der es an Relief fehlte, aufzuwerten, fügte der Architekt
Feuchères einen von korinthischen Säulen getragenen Balkon hinzu und
erhöhte die Anzahl der Säulen im Inneren des Peristyls. Dieses Projekt
stand damals im Mittelpunkt einer Polemik zwischen der Stadtverwaltung
und Esprit Requien, der mit Unterstützung von Prosper Mérimée einer der
großen Verteidiger des lokalen Kulturerbes war. Der Jacquemart-Turm
blieb erhalten. Er wird heute restauriert.

Opéra Grand Avignon am Place de l’Horloge

Der Papstpalast zu Avignon
(frz. Palais des papes = Palast der Päpste) war zwischen 1335 und 1430
die Residenz verschiedener Päpste und Gegenpäpste. Der Palast gehört
mit der Altstadt von Avignon zum Weltkulturerbe. Es ist eines der
größten und wichtigsten mittelalterlichen gotischen Gebäude in Europa.

Mit dem Kombiticket um EUR 17,- kann man den Papstpalast, die Brücke von Avignon und die päpstlichen Gärten besichtigen.

Die Aufstiegsplattform für Reiter
Im Jahr 1346 errichtete der Baumeister Jean de Louvres die Große Treppe
in einem Gebäude, das mit dem Großen Hof verbunden ist. Am Fuße der
Treppe, durch eine Holztür verschlossen, bietet ein Vestibül Zugang zu
beiden Höfen und öffnet sich durch einen hohen, breiten Spitzbogen zum
Innenhof. Gegenüber dem Kleinen Hof führt ein Spitzbogen zu einer
kleinen Galerie, deren drei Joche dem Geländeverlauf folgen. Jedes Joch
dieser Galerie war mit einer Steinbank ausgestattet, die als
Aufstiegsplattform für Reiter diente, die dort ihre Pferde abstellen
konnten, wenn sie zum Palast ritten. Die Rippen und Querbögen, die die
Aufstiegsplattform überspannen, ruhen auf großen rechteckigen Säulen,
zwischen denen drei Spitzbögen angeordnet sind. Diese Bögen waren
ursprünglich schlanker, mussten aber verkleinert werden, um die
Stabilität des Gesamtgebäudes nicht zu gefährden. Im Süden verbindet
der erste Bogengang die Treppe; hinter den beiden anderen befindet sich
unter der ersten Treppe ein Raum unbekannter Nutzung.

Der 72-jährige Jacques Duèze, Sohn eines Schuhmachers aus Cahors, der
von 1310 bis 1312 Bischof von Avignon gewesen war, und im August 1316
als Papst Johannes XXII. gewählt wurde. Seine Wahl in Lyon wurde nach
2½ Jahren Sedisvakanz von König Philipp V. von Frankreich durchgesetz.
Das wegen der Zerstrittenheit der französischen und italienischen
Kardinäle und ihrer jeweiligen Verbündeten fast endlos erscheinende
Konklave führte erst zu einer Wahl, nachdem Philipp die im
Dominikanerkloster Notre-Dame-de-Confort in Lyon versammelten Kardinäle
in der Klosterkirche hatte einmauern, das Dach abdecken und die
Verpflegung auf Wasser und Brot reduzieren lassen. Die hygienischen
Zustände wurden katastrophal.
Schließlich wurde der für damalige Verhältnisse uralte „Fuchs von
Cahors“ gewählt, nachdem er − in Absprache mit Philipp − plötzlich den
Sterbenden simulierte, weil seine Wahl den zerstrittenen Kardinälen als
geringstes Übel und letzter Ausweg aus ihrer Misere erschien. Johannes,
der unmittelbar nach seiner Wahl seine alte Kraft „wiedererlangte“,
amtierte sodann über 18 Jahre lang als einer der mächtigsten und
eigenwilligsten Päpste des Mittelalters. Nach seiner pompösen Krönung
in Lyon ließ er sich in der Bischofsresidenz von Avignon nieder, die er
bereits zuvor in seiner Bischofszeit bewohnt hatte.

Das Konsistorium ist die
reguläre Versammlung, in der der Papst, unterstützt von seinen
Kardinälen, über die wichtigsten religiösen, politischen und
juristischen Angelegenheiten der Kirche berät. Es ist einer der großen
Säle, in denen die päpstliche Regierung tagt. Der Papst empfängt hier
Statthalter, Legaten und Botschafter und prüft Anträge auf
Heiligsprechung. Auch außergewöhnliche Prozesse fanden hier statt, wie
beispielsweise der gegen den römischen Tribun Cola di Rienzo zu Beginn
der Herrschaft Clemens’ VI.
Im Jahr 1413 zerstörte ein Brand das ursprüngliche Fachwerk und alle
zwischen 1346 und 1348 unter der Leitung von Matteo Giovannetti, dem
Maler Papst Clemens’ VI., angefertigten Malereien. Nach dem
Wiederaufbau und der anschließenden allmählichen Aufgabe während der
Besetzung durch die Legaten diente das Konsistorium als Waffen- und
Pulverlager und wurde als Flügel der Schweizer, der päpstlichen Garde,
bekannt.
Als die Kaserne 1906 geräumt wurde, befand sich der als
Soldatenunterkunft genutzte Parlamentsflügel in einem schlechten
Zustand. Nach der Restaurierung durch die Entfernung der militärischen
Einrichtung wurden Böden und Decke zwischen 1950 und 1980 mit modernen
Techniken, Stahlbeton und Metallträgern neu errichtet und später mit
Holz verkleidet.

Die Johanneskapelle befindet
sich direkt unterhalb der Kapelle des Heiligen Martial im dritten Stock
des 1338–1340 (Pontifikat Benedikts XII.) erbauten Kapellenturms und
ist das Oratorium des Konsistoriums. Ihr Name leitet sich von den
Fresken ab, die ihre Wände und das Gewölbe schmücken und das Leben des
Heiligen Johannes des Täufers im Norden und Osten sowie des Heiligen
Johannes des Evangelisten im Süden und Westen darstellen. Dieser
Gemäldezyklus wurde zwischen 1346 und 1348 von einem Team unter der
Leitung von Matteo Giovannetti geschaffen. Anders als bei der Kapelle
des Heiligen Martial, für die er das ikonografische Programm entwarf,
griff der Maler hier ein Thema auf, das zu jener Zeit häufig behandelt
wurde, insbesondere in der Lateranbasilika in Rom. Indem er seine
Verbundenheit mit der Ewigen Stadt Rom zum Ausdruck brachte,
legitimierte er das Avignoner Papsttum.

Ende des 18. Jahrhunderts führte die Einrichtung einer Bleigießerei im
Zuge der Umwandlung des Palastes in eine Militärkaserne zu Schäden an
den beiden Kapellen. Unter der Johanneskapelle wurden Latrinen und
deren Abflüsse errichtet, was die Schäden an der Martialkapelle noch
verschlimmerte. Das Gewölbe war an zwei Stellen gerissen, und die
östlichen und westlichen Kammern waren stark beschädigt. Viele der
Figurenköpfe wurden von Soldaten abgerissen, die sie, zeitgenössischen
Berichten zufolge, an Kunstliebhaber verkauften.

Der Vorraum der Privatgemächer des Papstes, das Jesuszimmer,
bildet den Übergang zwischen den privaten Bereichen des Papstturms und
dem Konsistorium, dem Versammlungsort. Hier warten die Kardinäle auf
den Papst, während er sich im angrenzenden Revestiar ankleidet. Auf das
Signal des Zeremonienmeisters stellen sie sich paarweise auf und
betreten das Konsistorium. Der Papst führt den Zug an, in liturgischen
Gewändern und mit der Mitra, dem Symbol seiner geistlichen Macht.
Der Name dieses Raumes geht auf einen Fries aus bemalten Scheiben
zurück, die im 14. Jahrhundert an den Wänden angebracht waren und das
Monogramm IHS trugen, eine Abkürzung des lateinischen „lesus Hominum
Salvator“: Jesus, der Erlöser der Menschheit. Nach dem Weggang der
Päpste ab dem 15. Jahrhundert wurde dieser Teil des Palastes von den
Legaten und Vizelegaten umgestaltet. Der Raum wurde in einen Speisesaal
umgewandelt. Im 17. Jahrhundert diente es als Zimmer der Schweizergarde
und als Vorraum zu ihren Wohnungen. Seine Wände waren mit den Wappen
und Namen der einzelnen Vizelegaten verziert. Einige Überreste dieser
Verzierungen wurden abgenommen und sind heute an den Wänden ausgestellt.

Uniform der Schweizergarde des Vizelegats
Die 1506 in Rom gegründete Schweizergarde löste 1573 die Soldaten des
päpstlichen Palastes von Avignon ab. Sie begleitete den Vizelegaten
stets. Die Schweizer trugen bereits dieselbe Uniform wie die damalige
vatikanische Schweizergarde. Der Entwurf der Uniform wird teils
Michelangelo, teils Raffael zugeschrieben. Ihre charakteristische Waffe
ist die Hellebarde. Die Schweizergarde von Avignon wurde 1790
aufgelöst. Diese Uniform ist eine Kopie eines Originals aus dem 18.
Jahrhundert, das im Calvet-Museum aufbewahrt wird.

Die Lage des ehemaligen Kammergemachs
zeugt von der Bedeutung dieser hochrangigen Persönlichkeit in der
Kirche. Im päpstlichen Turm, direkt unterhalb des Schlafzimmers des
Papstes, mit dem es über eine Wandtreppe verbunden ist, befand sich
dieses Zimmer, das dem engsten Mitarbeiter des Papstes als Unterkunft
diente. Als dessen vertrautester Berater war er für Finanzen,
Verwaltung und alle Hofbeamten zuständig, denen er ihren Eid abnahm.
Dieses Zimmer zeigt den Zustand des Papstpalastes zu Beginn des 20.
Jahrhunderts, als die Kasernen geräumt wurden. Die reich bemalte
Holzdecke, eine der wenigen erhaltenen, wurde nie restauriert. Die
Wände des Zimmers weisen Spuren der verschiedenen Dekorationsmaßnahmen
auf, die seit der päpstlichen Ära stattgefunden haben. Zwischen dem 16.
und 18. Jahrhundert diente das Zimmer nacheinander als Ankleidezimmer,
Empfangsraum und Thronsaal. Die Wappen der Legaten und Vizelegaten
verdeckten die mittelalterliche Dekoration. Im 19. Jahrhundert, als der
Palast in eine Kaserne umgewandelt wurde, wurde das gesamte Gebäude mit
einem militärischen Weißanstrich überzogen, der stellenweise noch
sichtbar ist.

Päpstliches Revestiar - Die Garderobe in der Nähe des Zimmers von Jesus
Hier legt der Papst die Gewänder an, die er während der Sitzungen des
Konsistoriums trägt. Dieser Raum dient auch als kleine Bibliothek mit
fast 500 Bänden. Hier werden die Briefe der Päpste des 13. und 14.
Jahrhunderts aufbewahrt, in der Nähe des Versammlungsortes des Heiligen
Kollegs. Eine Kanzel aus Fichtenholz mit einem Kissen aus Fustian und
einem vergoldeten Seidentuch sowie eine mit Löwenköpfen verzierte
päpstliche Kathedra gehören laut Inventar von 1369 zur Ausstattung
dieses Raumes. Die Wände dieses Raumes sind heute mit einer
Holzvertäfelung aus dem 18. Jahrhundert verkleidet, die aus dem
Konsulat im ehemaligen Rathaus von Avignon stammt. Das Gewölbe weist
Spuren von Wappen und Zierelementen aus dem 17. Jahrhundert auf, als
der Raum in eine Kapelle umgewandelt wurde.

Die Große Schatzkammer,
zwischen dem Papstturm und den Regierungsräumen unter dem Konsistorium
gelegen, beherbergte die Finanzabteilung, die sogenannte Apostolische
Kammer. Als Herzstück der Kirchenverwaltung führte das zahlreiche
Personal dieser Abteilung die Buchhaltung und war für den Einzug der
Einnahmen (Steuern, Mieten, Spenden usw.) sowie die Erfassung der
Ausgaben (Gehälter, Palastverwaltung, Bauvorhaben usw.) zuständig. Die
Kammer überwachte auch die Prägung der päpstlichen Münzen, die
außerhalb des Palastes stattfand. Der Kämmerer/Camerer, der engste
Vertraute des Papstes, stand an der Spitze dieses zentralen Gremiums
der Kirchenverwaltung.
Die Große Schatzkammer, die vermutlich durch Trennwände unterteilt war,
war mit Bänken, Leitern, Tischen, Schreibtischen, Theken und Podesten
für die ranghöchsten Beamten ausgestattet. Die Archive wurden in
Kisten, Schränken und zahlreichen Tresoren aufbewahrt. Die zahlreichen
und detaillierten Register der Apostolischen Kammer werden im Vatikan
aufbewahrt und stellen heute eine der wichtigsten und ältesten
Informationsquellen über den Avignoner Papst dar.

Die Untere Schatzkammer im
zweiten Stock des Papstturms beherbergt die wertvollsten Gegenstände
des päpstlichen Schatzes sowie das von Benedikt XII. nach Avignon
überführte Kirchenarchiv. Diese Dokumente werden in verschlossenen
Truhen mit ein oder zwei Schlössern aufbewahrt, die mit Buchstaben des
Alphabets gekennzeichnet sind. Die vier großen, in die Wände gehauenen
Gewölbe sind wahre Tresore. Mit abnehmbaren Platten abgedeckt,
beherbergen sie Gold- und Silberwaren, Geschirr und kostbare Stoffe
sowie Säcke mit Gold- und Silbermünzen.
Nur der Papst, der Kamerkönig und der Schatzmeister haben Zugang zu der
streng bewachten Schatzkammer. Der Umfang der Schatzkammer variierte
von Pontifikat zu Pontifikat. Johannes XXII.s Geschick als Verwalter
und Schatzmeister, gefolgt von Benedikt XII.s Kampf gegen übermäßige
Ausgaben des päpstlichen Hofes, der Ordensgemeinschaften und des
Weltklerus, trugen maßgeblich zu ihrem Wachstum bei. Die
Rückeroberungskriege Clemens’ VI. und Innozenz’ VI. in Italien
schwächten die Staatskasse jedoch erheblich. Ab Urban V. herrschte ein
dauerhaftes Defizit. Das Untere Schatzhaus, das während der Legaten-
und Vizelegatenzeit als Archiv diente, wurde im 19. Jahrhundert von den
Militäringenieuren in eine Wäscherei umgewandelt, bevor 1907 das
Stadtarchiv provisorisch dort untergebracht wurde.

GESCHICHTE DER GÄRTEN AM PAPSTPALS IN AVIGNON
Wie für die großen Fürsten im Mittelalter waren Gärten auch für die
Päpste in Avignon ein fester Bestandteil des Palastes. Papst Johannes
XXII., Papst Benedikt XII., Papst Clemens VI. und Papst Urban V.
nutzten den Obstgarten und die östlich des ehemaligen Bischofspalastes
angelegten Gärten und schufen an der Stelle der Gärten ihrer Vorgänger
neue Gärten. Doch Gärten sind vergänglich, und heute sind nur noch die
architektonischen Elemente sichtbar, die einst in den Gärten errichtet
wurden. Glücklicherweise ermöglichen uns die im Vatikan archivierten
Rechnungsbücher der Apostolischen Kammer, die Entstehungsgeschichte
dieser Gärten zu rekonstruieren. Diese Aufzeichnungen liefern
zahlreiche Informationen über den Bau von Mauern, Brunnen und
verschiedenen Bauelementen sowie über die gepflanzten Arten,
Holzkonstruktionen und Grünanlagen.

Während des Pontifikats von Benedikt XII. (1334–1342) umfassten die
Gärten etwa 2000 Quadratmeter und waren in zwei Bereiche unterteilt.
Ein unterer Garten lag am Fuße des Papstturms nahe der Thermen, der
höher gelegene Bereich bestand höchstwahrscheinlich aus einem
Ziergarten nahe dem Johannesturm und einem Gemüsegarten nahe der
nördlichen Wehrmauer. Die Gestaltung der Gärten war auf die felsige
Beschaffenheit des Geländes und die Größe des Palastgeländes
abgestimmt. Die Gärten waren von einer mächtigen Mauer mit einem für
mittelalterliche Gärten typischen Wehrgang umgeben. Papst Clemens VI.
(1342–1352) erweiterte den Garten nach Norden und ließ am Fuße des
Trouillas-, Latrinen- und Küchenturms einen „neuen Garten“ anlegen. Er
gestaltete den südlichen Teil des Gartens von Benedikt XII. neu, der
senkrecht zu den Fenstern der Papstkammer und des Hirschzimmers lag, in
dem Gemälde die domestizierte Natur darstellen.

Dieser Teil des Gartens war mit Wiesenblumen bepflanzt und mit
Rankgittern, Lauben und einem großen Brunnen namens „Greif“ versehen.
Die Archiv- und archäologischen Funde zeichnen ein klares Bild von drei
unterschiedlichen Gartenbereichen: dem päpstlichen Garten, dem
Ziergarten und dem Nutzgarten. Jeder Gartentyp hatte spezifische
Funktionen. Die gesamte Anlage war von imposanten Mauern umgeben, die
zudem wohltuenden Schatten spendeten und die Auswahl der darin
angebauten Pflanzenarten mitbestimmten.

Der Greifenbrunnen am Fuße der
Wehrmauern im päpstlichen Park wirkt wie eine Figur aus einer
mittelalterlichen höfischen Liebesgeschichte. Jean-Michel Othoniel hat
den Gärten einen neuen Brunnen aus Glas und Gold geschenkt, inspiriert
von dem mythischen Wesen, nach dem er benannt ist. Frisches,
kristallklares Wasser sprudelt aus den Klauen des Tieres und enthüllt
die Grundfesten der imaginären Welt des Künstlers. Es könnte der
Brunnen aus „Le Roman de la Rose“ sein, der Liebesbrunnen, an dem
Astrée und Céladon ihre Spiegelbilder betrachten, oder der Brunnen aus
der Geschichte von Daphnide und Alcidon, Urfées poetische Hommage an
die Fontaine de la Sorgue, die Petrarca so liebte. Er fängt sowohl ein
Gefühl von Geborgenheit und Einsamkeit als auch von Leidenschaft und
Literatur ein.
Der Legende nach wurde der Liebesbrunnen von einem Zauberer auf dem
Grab seiner Tochter errichtet, und das Wasser, das aus seiner
verzauberten Quelle sprudelte, spiegelte ihr Herz wider, nicht ihr
Gesicht. Besucher, die durch den Garten schlendern, können sich an
Othoniels La Fontaine des Délices eine Auszeit nehmen, wo sie frei sind
zu lieben, nachzudenken und zu träumen.

Die Stadt Avignon, Eigentümerin, und Avignon Tourisme, Betreiberin des
Papstpalastes, beschlossen, alle Gärten des Palastes zu renovieren.
Dazu gehören der obere Garten, der von Papst Benedikt XII. und Papst
Clemens VI. angelegt wurde, sowie der untere Garten, bekannt als
Obstgarten Urban V, ein öffentlicher Garten. Die Sanierung der
Schlossgärten ist ein ambitioniertes Projekt mit mehreren Zielen: die
Untersuchung und Modernisierung des Schlosses; die Aufwertung der
Schlossbesichtigung durch die Wiederbelebung dieser Gärten, in denen
einst Weinreben, Blumen, Gemüse und Kräuter wuchsen; die Umgestaltung
des Obstgartens Urban V zu einem einladenden öffentlichen Garten. Die
in Europa einzigartige Modernisierung dieser Gärten eröffnet Besuchern
neue Räume und vertieft ihr Verständnis des Papstpalastes. Ein
Spaziergang durch die Gärten ist eine neue Dimension des Schlossbesuchs
– ein entspannendes Erlebnis im Freien, das den Besuchern Ausblicke auf
die Ostfassade des Schlosses ermöglicht.

Päpste und Gegenpäpste, die im Palast residierten:
Benedikt XII. (1334–1342), Clemens VI. (1342–1352), Innozenz VI.
(1352–1362), Urban V., der Glückliche (1362–1370), Gregor XI.
(1370–1378), Clemens VII. (Papst der avignonesischen Obödienz,
1378–1394), Benedikt XIII., „Papa Luna“ (Papst der avignonesischen
Obödienz, in Avignon von 1394 bis 1408)

Der Große Speisesaal (Grand Tinel)
diente offiziellen Empfängen. Hier empfing der Papst hochrangige Gäste
zu bedeutenden religiösen Zeremonien, Kardinalserhebungen und der Wahl
eines neuen Pontifex. Wenn wichtige politische Ereignisse die
Einberufung eines Konklaves erforderten, wurde der Große Speisesaal
erweitert, indem die Wände unter den noch heute sichtbaren Bögen in
Richtung Parement und des sogenannten Konklaveflügels geöffnet wurden.

Ein Brand im Jahr 1413 zerstörte den Anrichtetisch und die Dekoration
des Raumes. Der Anrichtetisch diente dazu, die Teller abzudecken, bevor
die Gäste die Küche verließen. Weder seine Form noch sein Standort sind
bekannt. Die unter der Leitung von Matteo Giovannetti ausgeführte
Dekoration zeigte die Krönung der Jungfrau Maria in Begleitung von vier
Päpsten sowie über dem Eingang der Kapelle San Martial das Bild der
Jungfrau Maria. Der Raum wurde von einem Tonnengewölbe gekrönt, das mit
azurblauem Stoff und goldenen Sternen verziert war und an das
Himmelsgewölbe erinnerte. Das heutige, getäfelte Gewölbe wurde erst
1980 restauriert. Der Papst besaß außerdem ein privates Speisezimmer,
das kleine Tinel, das an die Parementkammer angrenzte und von seinen
Privatgemächern aus zugänglich war; dieses ist heute nicht mehr
vorhanden.

Die Kapelle des Heiligen Martial
Diese Kapelle, im vierten Stock des Kapellenturms gelegen, grenzt
östlich an den Großen Tinel-Saal. Während der Konklaven fanden in
dieser kleinen Kapelle, umgeben von einer außergewöhnlichen
Freskenpracht, die letzten Beratungen statt. Sie wurde zwischen 1344
und 1346 von Matteo Giovannetti im Auftrag von Clemens VI. geschaffen.
Indem er das Leben des Heiligen Martial, hier als dreizehnter Apostel
dargestellt, illustrierte, wollte der Papst das Avignoner Papsttum
legitimieren.
Die Szenen sind beschriftet und alphabetisch geordnet. Perspektivische
Effekte und ein innovativer Realismus winden sich spiralförmig vom
Gewölbe die Wände hinab. Sie erzählen das Leben des Heiligen Martial,
der auf Bitte des Heiligen Petrus nach Limousin, der Heimatregion des
Papstes, kam, um dort zu evangelisieren. Da es kein vorgefertigtes
ikonografisches Vorbild für das Leben des Heiligen gab, entwarf Matteo
Giovannetti die Darstellung. Als der Papstpalast in eine Kaserne
umgewandelt wurde, richtete man im Kirchturm eine Bleigießerei ein. Wie
schon in der Johanneskapelle waren die Soldaten damit beschäftigt,
Fragmente der Fresken, insbesondere die Gesichter der Figuren,
abzutrennen und damit Handel zu treiben.

Hauptküche
1342 ließ Clemens VI. einen neuen Küchenturm errichten. Er bestand aus
mehreren Ebenen zur Lagerung von Lebensmitteln und endete mit diesem
Stockwerk, der sogenannten „Oberküche“, die dem Kochen gewidmet war.
Sie befindet sich an der Schnittstelle zwischen den Amtsgebäuden im
Süden und den beiden Türmen in der nordöstlichen Ecke des Palastes, die
als Wirtschaftsräume dienten: insbesondere Küchen, Keller und Latrinen.
Gekrönt von einem monumentalen Kamin, in dem Speisen für den Großen
Speisesaal zubereitet und aufgewärmt wurden, wurde sie durch kleinere
Küchen für den täglichen Gebrauch ergänzt, die sich vor allem in der
Nähe der päpstlichen Gemächer befanden. Dank ihrer 18 Meter hohen,
pyramidenförmigen Dunstabzugshaube konnten beträchtliche Mengen an
Speisen gleichzeitig zubereitet werden. Der Küchenturm, der während der
Legatenzeit kaum genutzt wurde, war bis zum Einzug der Kasernen in den
Palast im 19. Jahrhundert stark verfallen. Daher wurde es im 19.
Jahrhundert vom Militär umfassend verändert und im 20. Jahrhundert,
hauptsächlich äußerlich, restauriert.

Der Parementsaal liegt an der
Schnittstelle zwischen dem privaten Bereich des Papstes und den
Regierungsräumen im Ostflügel des Palastes (Tinelsaal und
Konsistorium). Er dient als Übergangsraum zwischen den verschiedenen
Funktionen des Palastes. Hier warten hochrangige Persönlichkeiten auf
eine Privataudienz beim Papst im Herzen des Palastes. Am vierten
Fastensonntag verleiht der Papst hier einem Gläubigen die Goldene Rose
als Anerkennung für seinen Dienst und seine Frömmigkeit. Miniaturen
veranschaulichen diese Zeremonie und lassen die Atmosphäre des Saals im
14. Jahrhundert wiederaufleben.

Der Name Parementsaal leitet sich von den kostbaren Wandteppichen ab,
die im 14. Jahrhundert die Wände schmückten. Einige wenige Spuren
dieser Dekoration sind erhalten geblieben, am deutlichsten sichtbar
sind die Sockelleisten in Marmoroptik. Im 18. Jahrhundert wurde der
Saal in ein Archiv umgewandelt, wobei der Boden auf das Niveau des
Tinelsaals angehoben wurde. Im 19. Jahrhundert schuf das Militär ein
zusätzliches Stockwerk und Öffnungen, deren Spuren noch heute sichtbar
sind.

Das päpstliche Gemach war dem Papst vorbehalten. Hier schlief er,
umgeben von Cubiculari (Kamerdiener) und Dienern, und konnte auch
Privataudienzen abhalten. Das Gemach befindet sich im Papstturm, in dem
der gesamte Reichtum des Papsttums aufbewahrt wird. Die verschiedenen
Ebenen sind durch in die Wände eingelassene Treppen miteinander
verbunden. Der Keller öffnet sich zum Garten, der von der Schatzkammer
und dem Gemach des Kämmerers, dem wichtigsten Mitarbeiter des Papstes,
gekrönt wird. Im Obergeschoss befindet sich das Schlafzimmer des
Papstes, über dem die hohe Schatzkammer mit der Bibliothek liegt. Vom
Schlafzimmer aus gelangt man in ein kleines Arbeitszimmer.

Die um 1335 entstandene Wanddekoration besteht aus Weinranken und
Eichenlaub vor einem Hintergrund von Tieren, insbesondere Vögeln und
Eichhörnchen. In den schrägen Fenstern tragen bemalte, gotische Giebel
im Trompe-l’œil-Stil Vogelkäfige, sowohl bewohnte als auch leere.
Einigen Autoren zufolge versinnbildlichen die an vielen Stellen
dargestellten Vögel die menschliche Seele, während Käfige, Körper und
Laubwerk das Paradies symbolisieren. Ganz anders als die ornamentalen
Verzierungen im Palast, soll die Dekoration im Schlafzimmer des Papstes
symbolische und politische Bedeutung haben.

Nordsakristei: Dieser Raum
veranschaulicht die wichtigsten architektonischen Merkmale des Neuen
Palastes von Clemens VI., insbesondere die häufigere Verwendung von
Rippengewölben und die Einführung von Skulpturen, die in den Bauten
Benedikts XII. fehlten.
Um einen direkteren Zugang zur Großen Kapelle zu ermöglichen, ließ
Innozenz VI. 1364 eine Brücke errichten, die von den Privatgemächern
zwischen den beiden Fenstern in der Nordwand hindurchführte. Die
Öffnung dieser Brücke ist noch heute sichtbar. Sie war 15 Meter lang
und wurde von einem auf zwei Pfeilern ruhenden Steinbogen getragen. Im
19. Jahrhundert wurde sie zerstört. Ihr Profil ist jedoch dank
Vermessungen des französischen Pionierkorps bekannt. Gegen Ende seines
Lebens ließ Innozenz VI., der inzwischen bettlägerig war, in dieser
Sakristei ein Bett und einen Altar aufstellen.

Altarbild der Kreuztragung, Gipsguss, 20. Jahrhundert, Bruno Parizat
Nach dem Original, das 1478 von König René bei Francesco Laurana in
Auftrag gegeben wurde, um den Hochaltar der Kirche des
Cölestinerinnenklosters in Avignon zu schmücken. Das polychrome
Marmoraltarbild von außergewöhnlichen Ausmaßen befindet sich seit 1850
in der Kirche Saint-Didier. Es ist eines der ältesten Werke der
provenzalischen Renaissance und erinnert stilistisch an den
Triumphbogen des Castel Nuovo in Neapel. Die als Hintergrund dienende
Stadtlandschaft im Flachrelief bietet einen Einblick in die damals in
der Provence unbekannte Renaissancearchitektur.

Der größte gotische Palast
Johannes XXII., erster Papst, Bauherr, 1316–1334
Er nahm die an die Kathedrale angrenzende Bischofsresidenz in Besitz
und wandelte sie in eine päpstliche Residenz um. In der Nähe ließ er
eine Audienzhalle errichten, deren Überreste im Hauptinnenhof heute die
einzigen erhaltenen Zeugnisse sind. Der heutige Papstpalast ist
hauptsächlich das Werk der beiden Päpste, die auf Johannes XXII.
folgten: Benedikt XII. und Clemens VI. Sie ließen den größten gotischen
Palast der letzten zwanzig Jahre erbauen.

Büste Benedikts XII. (1334–1342), 1913, Gipsrelief, Francesco Mercantili
Die Originalbüste, geschaffen von Paul de Sienne im Jahr 1341, war Teil
der Fassade des Petersdoms in Rom, den er um 1335 zusammen mit dem
Palacio de Latran restaurieren ließ. Original: Krypta des Vatikans

Benedikt XII., Errichtung eines päpstlichen Palastes, 1335-1342
Benedikt XII. beauftragte seinen Landsmann aus der Grafschaft Foix, den
Architekten Pierre Poisson, mit der Bauleitung. Mächtig auf dem Felsen
thronend, spiegelt das Gebäude den Grundriss des Palastes von Johannes
XXII. wider. Der Papstturm, der mit seinen hohen Mauern wie ein
Bergfried die Stadt dominiert, ist das zentrale Element des Projekts.
Er bildet das Herzstück der päpstlichen Gemächer und schützt die
heilige Person des Papstes und die Schätze der Kirche. Zwei Flügel mit
Privatgemächern verbinden ihn mit den Hofgebäuden.
Von ihnen aus erstreckten sich der Konsistoriumsflügel, flankiert vom
Kapellenturm, sowie der Trouillas-Turm, die Küchen und die Latrinen.
Darunter lagen Gärten. Konsistorium, Gäste- und Haushaltsflügel
bildeten zusammen mit der Kapelle einen Viereckshof, der einen Innenhof
umschloss. Benedikt XII. ließ seinen Palast reich mit Möbeln,
Wandteppichen und Wandmalereien ausstatten.

Clemens VI., die neuen Erweiterungen (opus novum) 1342-1352
Gleich zu Beginn seines Pontifikats vollendete Clemens VI. den
Trouillas-Turm, fügte einen neuen Küchenturm hinzu und gab den Bau des
an den Papstturm angrenzenden Garderobenturms in Auftrag. Anschließend
wurde der aus der Île-de-France stammende Architekt Jean de Louvres zum
Bauleiter ernannt und überwachte die gesamte Organisation der Baustelle
für die neuen Anbauten, die in einer von den Wirren des Hundertjährigen
Krieges und des Schwarzen Todes geprägten Zeit durchschnittlich 600
Arbeiter beschäftigten. Zunächst ließ Jean de Louvres das angrenzende
Viertel abreißen und widmete sich seinem bedeutendsten und
spektakulärsten Werk: dem Bau der Großen Audienzhalle, die bald darauf
von der Großen Kapelle überragt und von der Großen Promenade flankiert
wurde. Anschließend schuf der Architekt den Flügel für hohe
Würdenträger, der einen halböffentlichen Raum abtrennt und so den
Ehrenhof bildet.
Mit Clemens VI. hielt gotische Eleganz Einzug in den Palast.
Rippengewölbe prägten das Bild; Skulpturen, Konsolen und Gesimse
schmückten den Stein. Er lockte die bedeutendsten Intellektuellen und
Künstler seiner Zeit an seinen Hof, darunter den Maler Matteo
Giovannetti, und machte Avignon zu einem kulturellen Schmelztiegel und
einem Zentrum des europäischen Austauschs. Durch die Sorgfalt und den
Umfang, mit denen er die Dekoration seines Palastes gestaltete
(Fresken, Glasmalereien, Goldschmiedearbeiten, Möbel, Wandteppiche
usw.), verlieh er ihm zusätzliche Pracht. Zum Zeitpunkt seines Todes
war der Großteil der Gebäude bereits errichtet. In den folgenden
Jahrzehnten wurden die Fertigstellungsarbeiten und Verbesserungen zur
Steigerung des Komforts von Innozenz VI. (Sankt-Lorenz- und Gâche-Turm,
Konklavegalerie usw.) und Urban V. (Garten und Roma) durchgeführt.

Die Große Audienzhalle, die
ähnliche Ausmaße wie die darüber liegende Große Kapelle aufweist,
jedoch niedriger ist, beherbergt den Sitz des Tribunals der
Apostolischen Fälle. Dieses ständige Gericht, dessen Tätigkeit von den
ersten Avignoner Päpsten eingerichtet wurde, genießt das höchste
Ansehen in der Christenheit. Das Kollegium hochqualifizierter Audienten
verhandelt in letzter Instanz alle vom Papst vorgelegten Fälle. Es
befindet sich östlich der Halle unter dem Gewölbe, das mit dem Fresko
der Propheten geschmückt ist. Die Audienten nehmen in einem radförmigen
Bereich, der Rota, Platz – daher der Name Tribunal der Rota, der dieser
Gerichtsbarkeit ab 1336 gegeben wurde. Auf ringsum angeordneten Bänken
sitzend, stehen ihnen Anwälte und Prozessparteien zur Seite. Ein
reichhaltiger, reich verzierter Dekor mit Gemälden und Skulpturen, von
dem viele Elemente erhalten sind, unterstreicht die Unfehlbarkeit der
göttlichen Gerechtigkeit und ihrer Urteile.

Das Tribunal der Rota, eine Einrichtung des Avignoner Papsttums, wurde
mehrfach reformiert und ist bis heute die ordentliche
Berufungsgerichtsbarkeit des Heiligen Stuhls.

9 Päpste in Avignon
Im 14. Jahrhundert residierten aus im Wesentlichen politischen Gründen
neun Päpste (sieben Päpste und zwei schismatische Päpste) in Avignon
und machten diese Stadt zur Hauptstadt der Christenheit.

Theologieraum: Dieser Saal,
dessen Wände teilweise aus dem Felsgestein bestehen, wurde 1346 unter
dem letzten Joch der Großen Audienzhalle errichtet. Die Rippen seiner
vier Gewölbekammern ruhen auf einer zentralen Säule. An den Wänden
kreuzen und schließen die Rippen in Schwalbenschwanzverbindungen ab,
ohne Kragsteine – ein in der Region einzigartiges Merkmal. Die
Theologische Schule, die sich direkt auf die Autorität des Papstes
bezog, lehrte die Glaubenswahrheiten. Der Leiter des Heiligen Palastes
war ihr einziger Mitarbeiter. Er stammte zumeist aus dem
Dominikanerorden und unterrichtete Theologie, darunter Predigten und
Lesungen aus heiligen Texten. Diese Kurse waren öffentlich und von
außen zugänglich.
Zwei über dem Bodenniveau liegende Öffnungen, ausgestattet mit Leitern,
die im Gefahrenfall leicht entfernt werden konnten, verbinden den Saal
mit dem Artillerieraum sowie mit dem Fallgitterraum des
Sankt-Laurent-Turms. 1828 wies das Ingenieurkorps den Raum der
Militärbettkompanie zu, die ihn bis 1882 nutzte. Anschließend diente er
als Pferdestall für höhere Offiziere. Der Raum wurde 1967 unter der
Leitung von Jean Sonnier, dem Chefarchitekten für historische
Denkmäler, restauriert. Im Zuge dieser Restaurierung wurden bei
archäologischen Ausgrabungen Dutzende Kilogramm Buntglas und dessen
Bleifragmente sowie Waffenteile freigelegt.

Clemens V. (1305 - 1314)
Der heftige Streit zwischen König Philipp IV., dem Schönen von
Frankreich, und Papst Bonifatius VIII. zu Beginn des Jahrhunderts
führte 1305 zur Wahl des französischen Prälaten Bertrand de Got,
Erzbischof von Bordeaux, zum Papst. Er nahm den Namen Clemens V. an.
Verschiedene Gründe, darunter die Templer-Affäre, veranlassten ihn 1309
nach Avignon, einer Vasallenstadt des Heiligen Stuhls und Nachbarstadt
des Comtat Venaissin, das seit 1274 faktisch im Besitz der Kirche war.
Er hielt sich nur zeitweise in Avignon auf und wohnte im
Dominikanerkloster.
Johannes XXII. (1316 - 1334)
Die deutliche Überzahl französischer Kardinäle, die sich rasch im
Kardinalskollegium etablierten, sicherte die Wahl des ehemaligen
Avignoner Bischofs Jacques Duèse, der von 1316 bis 1334 als Johannes
XXII. regierte. Die gewaltsamen Unruhen in Italien und die Turbulenzen
in der römischen Elite und Bevölkerung veranlassten den neuen Papst,
sich in Avignon niederzulassen. Er ließ den nahe der Kathedrale
gelegenen Bischofspalast zum ersten päpstlichen Palast umbauen, der die
Kirchenleitung beherbergen konnte.
Benedikt XII. (1334 - 1342)
Gestärkt durch eine glänzende kirchliche Karriere bestieg Jacques
Fournier in einer relativ friedlichen Zeit als Benedikt XII. den
Papstthron. Der Ausbruch des Hundertjährigen Krieges und die
überzeugenden Argumente seiner Kardinäle bestärkten ihn darin, in
Avignon zu bleiben. Er setzte die von Johannes XXII. begonnene
Reorganisation des päpstlichen Hofes fort und steigerte die Einnahmen
der Kirche. Dank dieses finanziellen Aufschwungs beauftragte er Pierre
Poisson mit dem Bau eines prunkvoll ausgestatteten Papstpalastes, der
den Bedürfnissen der zentralisierten Kirchenverwaltung besser gerecht
wurde.
Clemens VI. (1342 - 1352)
Pierre Roger, ein außergewöhnlicher Mann, berühmt für seine
intellektuellen Fähigkeiten, seine Eloquenz, sein diplomatisches
Geschick und seine theologischen Kenntnisse, wurde einstimmig zu
Clemens VI. gewählt. Als Adliger, Staatsmann und Kunstliebhaber
unterschied er sich durch seine Großzügigkeit von seinen Vorgängern,
von denen er sagte, sie hätten „nicht gewusst, wie man Papst ist“. Nach
einer prunkvollen Krönung im Beisein von Prinzen verwandelte dieser
große Kunstmäzen Avignon in einen kulturellen Schmelztiegel und ein
Zentrum des europäischen Austauschs. Er verschönerte den Palast
Benedikts XII. und erweiterte ihn durch den Anbau des Opus Novum (Neuen
Palastes). Um seine Herrschaft endgültig zu sichern, kaufte er 1348 die
Stadt von Königin Johanna von Neapel, Gräfin der Provence.
Innozenz VI. (1352 - 1362)
Étienne Aubert, ein angesehener Jurist, zehrte durch seine
diplomatischen und baulichen Aktivitäten erheblich an der Staatskasse.
Er investierte beträchtliche Summen in erfolglose Kriege in Italien und
in den Bau neuer Stadtmauern um Avignon, um die Stadt vor den Söldnern
des Hundertjährigen Krieges zu schützen. Er verstärkte die
Verteidigungsanlagen und die Stabilität seines Palastes und verbesserte
die Wegeführung innerhalb des Gebäudes. Schließlich ist er auch für die
Kartause von Villeneuve verantwortlich, die an der Stelle seines
ehemaligen Kardinalspalastes errichtet wurde. Dort ist er in einem
prächtigen Grabmal beigesetzt.

Urban V. (1362 - 1370)
Guillaume Grimoard zeichnete sich durch seine Bescheidenheit aus, die
ihn dazu veranlasste, die Exzesse der Kurie einzudämmen. Er widmete
sich dem Gebet und hegte ein gewisses Misstrauen gegenüber seinen
Kardinälen. Tatsächlich kehrte er im April 1367 gegen deren Rat nach
Rom zurück. Dort blieb er jedoch von politischen Unruhen bedroht. 1370
bewog ihn die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen Frankreich
und England zur Rückkehr nach Avignon, wo er kurz nach seiner Ankunft
starb. In den Schlossgärten sind noch heute die Überreste der Roma,
einer von ihm in Auftrag gegebenen prächtigen Galerie, zu sehen.
Gregor XI. (1370 - 1378)
Pierre Roger de Beaufort war der Neffe von Papst Clemens VI. Als
gebildeter und geschickter Diplomat verhalf er den Kardinälen zu ihrer
früheren Bedeutung, indem er zahlreiche Familienmitglieder in diese
Ämter berief. Anfang 1377 kehrte er nach Rom zurück. Seine dortige
Herrschaft war turbulent und von kurzer Dauer. Sein Tod löste eine
schwere Nachfolgekrise aus, die zum Abendländischen Schisma führte.
Das Große Abendländische Schisma (1378–1417) und die Avignoner Päpste des Schismas
39 Jahre lang war die Kirche zwischen zwei Gehorsamsrichtungen
gespalten: Ein Papst regierte in Rom, der andere in Avignon. Trotz
Kompromissversuchen und Absetzungsdrohungen folgten in Italien sieben
Päpste aufeinander, in Avignon zwei.
Clemens VII. (1378–1394)
Um der Wahl des italienischen Papstes Urban VI. entgegenzuwirken,
wählte eine Gruppe abtrünniger Kardinäle, die sich nach Fondi
zurückgezogen hatten, einen neuen Papst, Robert von Genf, der den Namen
Clemens VII. annahm. Dieser kehrte nach Avignon zurück, wo er sich
niederließ, Prunk und Kunst wiederbelebte und das Cölestinerkloster
gründete.
Benedikt XIII. (1394–1429)
Pedro de Luna, der als Benedikt XIII. gewählt wurde, fand sich an der
Spitze einer gespaltenen Kirche wieder. Zweimal abgesetzt, hielt er
dennoch hartnäckig am Papsttum fest. Im Papstpalast eingeschlossen,
überstand er zwei Belagerungen. Im März 1403 gelang ihm die Flucht, und
nach Jahren der Irrfahrt fand er Zuflucht beim König von Aragon, seinem
letzten Verbündeten.

Kathedrale von Avignon (Cathédrale Notre-Dame-des-Doms d'Avignon)
Kathedrale aus dem 12. Jh. mit einer vergoldeten Marienstatue auf dem Turm und Gräbern der Päpste von Avignon.

Turmstatue: Das markanteste Merkmal der Kathedrale ist die 4,5 Tonnen
schwere aus Blei hergestellte, vergoldete Statue der Jungfrau Maria,
die seit 1859 den Westturm überragt. Der Ostturm, der heute zugleich
Glockenturm ist, stürzte 1405 ein, war aber bereits bis 1425 wieder
aufgebaut.

Die Kathedrale von Avignon oder Cathédrale Notre-Dame-des-Doms
d’Avignon ist die römisch-katholische Kathedrale des Erzbistums Avignon
in Südfrankreich und Sitz des Erzbischofs von Avignon. Die Kirche
befindet sich oberhalb des Papstpalastes auf einem Felssporn im Norden
der Stadt.

Die Kathedrale ist ein romanisches Bauwerk, das hauptsächlich im 12.
Jahrhundert entstanden ist und zunächst nur aus dem Hauptschiff
bestand. Erst während des Pontifikates von Johannes XXII. im 14.
Jahrhundert wurde die Kathedrale um die seitlichen Kapellen erweitert.

Die Orgel wurde 1818 vom
Mailänder Orgelbauer Lodovico Piantanida als „Italienisches Instrument“
erbaut. 1860 nahm der Orgelbauer Théodore Puget (Toulouse) einige
Veränderungen vor. 1966 wurde das Instrument durch den Orgelbauer Alain
Sals (Malaucène) in den Ursprungszustand zurückversetzt. Die letzte
Restaurierung führte die italienische Orgelbaufirma Mascioni im Jahre
2004 aus. Das Instrument hat Register auf einem Manual, ohne
eigenständiges Pedalwerk. Das angehängte Pedal wird durch Registerzüge
aus dem Manualwerk bestimmt.

Kathedrale Notre-Dame-des-Doms in Avignon

Im 17. Jahrhundert wurde das Presbyterium umgebaut (1670) und eine
Galerie im barocken Stil hinzugefügt. Im Presbyterium befindet sich ein
aus weißem Marmor gefertigter Bischofsthron aus dem 12. Jahrhundert,
auf dem auch die Päpste gesessen haben. Er ist mit Skulpturen der
Symbole der beiden Evangelisten Markus und Lukas (geflügelter Löwe und
geflügelter Stier) verziert.

Seitenaltar in der Kathedrale Notre-Dame-des-Doms in Avignon, Provence, Frankreich

Von den zahlreichen Kunstwerken im Inneren der Kathedrale ist das
Mausoleum des Papstes Johannes XXII. wohl das bedeutendste. Es ist ein
Meisterwerk der gotischen Schnitzerei des 14. Jahrhunderts. In der
gleichen Kapelle ist ebenfalls die Schatzkammer untergebracht, in der
liturgische Gefäße und Kleider, Reliquienbehälter und Kultgegenstände
ausgestellt werden.

Kapelle vom Allerheiligstes Sakrament

Seitenaltar in der Kathedrale Notre-Dame-des-Doms in Avignon, Provence, Frankreich

Seitenaltar in der Kathedrale Notre-Dame-des-Doms in Avignon, Provence, Frankreich

Seitenaltar in der Kathedrale Notre-Dame-des-Doms in Avignon, Provence, Frankreich

Seitenaltar in der Kathedrale Notre-Dame-des-Doms in Avignon, Provence, Frankreich

Autrefois... an der Rue des Marchands und Place du change

Die denkmalgeschützte Straße 'La Rue des Teinturiers' zählt zu den
malerischsten in Avignon. Sie befand sich außerhalb der Stadtmauern aus
dem 12. und 13. Jahrhundert und wurde im 14. Jahrhundert in den Bereich
der neuen Stadtmauer integriert. Damals hieß sie „Straße vom alten zum
neuen Imberttor“, da sie die beiden gleichnamigen Stadtmauern
miteinander verband. Im 15. Jahrhundert wurde das alte Imberttor
aufgrund einer Darstellung der sieben Todsünden auch als „Bemaltes Tor“
bezeichnet. Später erhielt die Straße den Namen Rue du Cheval Blanc
(Straße des Weißen Pferdes) nach einem Gasthaus in Hausnummer 11 aus
dem 15. Jahrhundert und schließlich Rue de Nazareth (Nazarethstraße)
nach der Gründung des Waisenhauses Notre-Dame-de-Nazareth im 16.
Jahrhundert.
Im 18. Jahrhundert wurde sie Rue des Teinturiers (Färberstraße)
genannt, obwohl sie gegen Ende desselben Jahrhunderts zeitweise auch
Rue des Pénitents Gris (Straße der Grauen Büßer) hieß, nach der
Bruderschaft, deren Kapelle sich in Hausnummer 8 befand. Ihren Namen
verdankt die Straße den Kattundruckern, einer Zunft, die sich zusammen
mit den Kardierern, Spinnern und Gerbern am Ufer der Sorgue ansiedelte,
um die Energie der zahlreichen Wasserräder zu nutzen: Von den 23, die
es 1817 gab, sind nur noch vier erhalten. Die Wasserräder, zusammen mit
dem Kopfsteinpflaster und den Platanen, gehören zu den
Hauptattraktionen dieser Straße, die die Einwohner Avignons liebevoll
„Rue des Roues“ (Radstraße) nennen. Die Sorgue, die hier offen fließt,
erinnert daran, dass Avignon von einem bedeutenden Netz unterirdischer
Wasserwege durchzogen ist.
Die bereits 1580 aus Marseille importierten Kaliko-Stoffe verbreiteten
sich rasch in der Provence. Aufgrund der starken Nachfrage entstanden
in Marseille im 17. Jahrhundert die ersten Fälscherwerkstätten. Zwei
Jahrzehnte später folgte Avignon. Zunächst für Möbel verwendet, wurden
aus diesen farbenfrohen Stoffen später auch Kleidungsstücke gefertigt,
die zunächst von den unteren Gesellschaftsschichten getragen wurden. Im
18. Jahrhundert griff dieser Modetrend auf das Bürgertum und den Adel
über. Da die Herstellung dieser Stoffe viel Wasser erforderte, war es
naheliegend, dass sich die Handwerker in dieser Straße niederließen.
Ende des 17. Jahrhunderts beschäftigte der Textilsektor (bedruckte
Baumwolle, Seide usw.) 30 % der Bevölkerung Avignons. Diese einst
blühende Industrie wurde 1734 nach einem Konkordat zwischen dem Papst
und dem französischen König unter dem Druck der Steuerpächter verboten.
Im 19. Jahrhundert erlebte es eine neue Blütezeit, bevor es verfiel und
schließlich verschwand.

Die denkmalgeschützte Rue des Teinturiers, eine der malerischsten
Straßen Avignons, verdankt ihren Namen den Indienneurs, einer Zunft,
die sich zusammen mit Kardierern, Spinnern und Gerbern am Ufer der
Sorgue ansiedelte, um die Kraft der zahlreichen Schaufelräder (23 im
Jahr 1817) zu nutzen. Die von Platanen gesäumte Kopfsteinpflasterstraße
wird von den Avignonesen gerne „Rue des roues“ genannt. Folgt man dem
Kanal, sieht man rechts den Glockenturm der Cordeliers-Kirche, die
einzigen Überreste eines großen Klosters aus dem 14. Jahrhundert, in
dem laut Petrarca Laura begraben liegt. Weiter hinten befindet sich die
Fassade der Kapelle der Grauen Büßer, die an der Stelle des Oratoriums
Sainte-Croix errichtet wurde und wo jedes Jahr des Wasserwunders
gedacht wird, eines erstaunlichen Ereignisses, das sich der
Überschwemmung von 1433 zugetragen haben soll. An der Ecke der Rue
Guillaume Puy steht das zinnenbewehrte Haus, das aufgrund des
Monogramms, das die Fassade seit 1493 schmückt, als „Quatre de chiffre“
bekannt ist.

DIE THERAPEUTISCHE DUSCHE - EIN ZEUGE DER VERGANGENHEIT DER POMMERER BÄDER
Als die Familie ihr Badehaus renovierte, entfernte sie nicht die
gesamte alte Einrichtung. Einzigartige Elemente und Raumaufteilungen
blieben erhalten, wodurch die Geschichte des Ortes besser
nachvollziehbar wird. So finden sich beispielsweise noch Spuren der
alten „Russischen Bäder“ oder des „Ruheraums“ im Heizraum.
Ausnahmsweise wurde die therapeutische Dusche trotz ihres
beträchtlichen Platzbedarfs beibehalten. Mit dieser Vorrichtung konnten
die Gäste Wasseranwendungen mit von oben und von den Seiten kommenden
Wasserstrahlen in unterschiedlichen Druckstärken genießen. Da kein
Anschluss an die städtische Wasserversorgung bestand, war die Erzeugung
des erforderlichen Drucks eine echte technische Herausforderung.

Das Wasser wurde in einen Tank auf dem Dach gepumpt: ein wahrer
Wasserturm für das Haus, der noch heute von der Terrasse aus sichtbar
ist. An einer Seite des Raumes konnte ein Mitarbeiter das Wasser mit
Düsen unter Druck verteilen. Zu beiden Seiten dieses zentralen
Bedienfelds befanden sich die Türen zum „Damen-Heißraum“ und zum
„Herren-Heißraum“.

Die in der Belle Epoque entstandenen Bains Pommer sind ein atypischer und einzigartiger Ort in Frankreich.
Der Rundgang zeigt die gesamte Entwicklung dieser öffentlichen Bäder
über fast ein Jahrhundert hinweg. Der Besucher wird eingeladen, in den
Alltag der Einrichtung einzutauchen und die Entwicklung der
Hygienepraktiken, die Geschichte der Familie Pommer, die die Seele des
Ortes sind, aber auch die Geschichte der Badbenutzer, die den großen
gesellschaftlichen Wandel widerspiegeln, zu entdecken. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos!
Tür sanft schließen. Duschzeit: 20 Minuten. Bitte nicht auf der Wäsche
laufen. Bitte die Haushaltsgeräte nicht ruckartig bewegen.

DAS ATRIUM - Das Wahrzeichen der Pommer-Therme, den Spuren der Zeit trotzend
Das 1890 von Auguste Claude Pommer erbaute Atrium verkörpert den für
das späte 19. Jahrhundert typischen Stil der Belle Époque. Es wurde
mehrfach umgebaut, insbesondere Ende der 1920er Jahre unter seinem Sohn
Louis Pommer. Louis ließ die Wände fliesen und den Empfangstresen
modernisieren, wodurch er dem Atrium einen für die Zwischenkriegszeit
charakteristischen Art-déco-Stil verlieh. Die Pracht des Atriums beruht
auf den edlen Baumaterialien – wie Stein aus Fontvieille oder Les Baux
und Nussbaumholz –, die durch seine Panoramaarchitektur noch verstärkt
werden. Diese ermöglicht einen umfassenden Überblick über das gesamte
Badehaus. Insbesondere vom Kassentresen aus konnte man den gesamten
Gang, die Kabinen im Erdgeschoss und dank des großen Spiegels über dem
Treppenhaus sogar das Geschehen darüber überblicken. Die Pommer-Therme
war von 1890 bis 1972 in Betrieb. 1992 erklärte das Kulturministerium
sie zu einem historischen Denkmal und stellte sie unter Schutz. 2017
schenkte Elisabeth Pommer – die jüngste Generation der Familie – dieses
legendäre Badehaus, das sie über vier Jahrzehnte lang liebevoll
gepflegt hatte, der Stadt Avignon.

Bäder erfordern technisches Know-how.
Die Geschichte der Pommer-Thermen beginnt mit Auguste Pommer
(1852–1926). Der gelernte Kesselbauer arbeitete für die Familie seiner
Frau Pauline Lapierre (1857–1922) als Bademeister – ein Beruf
vergleichbar mit den heutigen Bademeistern – in den öffentlichen Bädern
Poste in der Rue de la République 20. 1886 machte sich Auguste
selbstständig und erwarb ein Gebäude in der Rue du Four de la Terre 25
und ein weiteres in der Rue Philonarde 68 (beide parallel verlaufenden
Straßen).

Zwischen den beiden Grundstücken lag ein Innenhof, dessen östlicher
Teil von einer offenen Sorguette durchzogen war. Diese kleinen
Wasserläufe durchziehen das gesamte Stadtgebiet von Avignon und dienten
historisch als Teil der Abwasserentsorgung. Alle Voraussetzungen für den Bau eines Badehauses waren nun gegeben:
das notwendige technische Know-how, ausreichend Platz, eine
Wasserquelle und ein wachsendes Viertel.

Maximale Aufenthaltsdauer in der Kabine: 40 Minuten. Bitte lassen Sie
das Badewasser ab, während Sie sich anziehen, um den Service zu nutzen.
Gäste werden gebeten, ohne vorherige Benachrichtigung der Rezeption
keine Chemikalien in die Badewanne zu geben. Ein zweites Bad ohne
zusätzliche Gebühr ist strengstens untersagt.

DIE PRIVATEN WOHNUNGEN DER FAMILIE POMMER
Die Erkundung des Gebäudeinneren beginnt gleich neben dem heutigen
Eingang im ersten Stock. Ein überdachter Innenhof gibt den Blick auf
den Warmwasserspeicher frei, dessen Tanks mit Kork ausgekleidet sind,
um die Wärme zu speichern. Das große Esszimmer wurde von der Familie so
gut wie nie genutzt. Das Wohnzimmer, das in das „gelbe Zimmer“
umgewandelt wurde, bietet Zugang zum einzigen Badezimmer der Wohnungen,
Kabine Nr. 32, das sich zum Atrium hin öffnet.

Das gelbe Zimmer
Dieses Zimmer mit zwei Einzelbetten diente den älteren Generationen der
Badehausbewohner als Schlafzimmer: Auguste (1852–1926) und Pauline
(1857–1922), gefolgt von Louis (1882–1961) und Thérèse (1887–1952)
sowie Marcel (1912–2004) und Rose (1913–1997). Hier verstarben alle
drei Generationen. Die Möbel in diesem Zimmer stammen aus der Zeit von
Auguste Pommer: Er gravierte seine Initialen „AP“ in die Griffe, genau
wie im Atrium.
Das Schlafzimmer spiegelt die Bescheidenheit der Familie wider, die
sich in der Beibehaltung funktionaler Möbel aus verschiedenen Epochen
und Stilen zeigt. Die auf dem Kaminsims platzierten
Satsuma-Porzellanvasen waren im späten 19. Jahrhundert in Europa sehr
modern, da sie aus Japan in großem Umfang exportiert wurden. Mehrere
religiöse Symbole, die sich an verschiedenen Stellen in den
Privatgemächern befinden, zeugen von der Frömmigkeit der Familie.
Bemerkenswert ist, dass dieses Schlafzimmer als einziges über ein
angrenzendes Badezimmer verfügt, das auf einzigartige Weise als
Verbindungsgang zwischen dem privaten Bereich und dem öffentlichen Teil
des Badehauses dient!

Das Badezimmer der Familie Pommer
Kabine Nr. 32 war der Familie vorbehalten. Sie ist besser ausgestattet
als die Gästekabinen und verfügt über Waschbecken, Bidet und Toilette.
Auch der Stil ist eleganter und harmonischer, mit Löwenfüßen an der
Badewanne und Lampenschirmen. Die Tür gegenüber dem kleinen Flur bietet
direkten Zugang zum Gästebereich und führt auf den Durchgang. Das Glas
dieser Tür wurde im Zuge der Renovierungsarbeiten in den 2020er Jahren
ausgetauscht, um Besuchern Einblick zu gewähren; ursprünglich war es,
wie die anderen Türen, undurchsichtig. Dies ist das einzige Badezimmer
im Wohnbereich der Familie: Andere Familienmitglieder nutzten
zusätzliche Kabinen im Atrium, während die Schlafzimmer im Obergeschoss
nur mit dem Nötigsten ausgestattet waren.

Les Halles d'Avignon: Traditionsreiche Markthalle mit vertikalem
Garten, Cafés und Ständen für Obst, Gemüse, Fleisch und Käse aus der
Region.

Restaurant La Cuisine des Copains am Place des Châtaignes

KAPELLE DER SCHWARZEN BÜTNER DER BARMHERZIGKEIT, 1839
THOMAS LAINÉE, ARCHITEKT UND DEKORATION

Der sicherlich besuchenswerte Jardin des Doms (Rocher des Doms) ist leider für drei Jahre geschlossen.:-[
FÜR SIE RESTAURIERT DIE STADT DEN ROCHER-DES-DOMS-GARTEN
VON OKTOBER 2024 BIS JUNI 2027, PHASE 1: OKTOBER 2024 BIS MÄRZ 2026
Der Zugang zum Garten und die öffentlich zugänglichen Bereiche können sich je nach Bauabschnitt ändern!

Fort Saint-André in Villeneuve-les-Avignon von Avignon aus

Bereits im 15. Jahrhundert gab es Lieder über die Pont d'Avignon,
doch bis auf eines, das bei Hochzeiten in der Normandie gesungen wurde,
sind alle Spuren dieser Lieder verschwunden. Diese Hochzeitslieder
wurden „Kissenlieder“ genannt, da sie traditionell den Frischvermählten
beim Betreten ihres Schlafzimmers vorgesungen wurden. Eines dieser
Lieder über die Brücke wurde von französischen Auswanderern nach Kanada
gebracht und ist dort noch heute zu hören. Das bekannte Kinderlied „Sur
le Pont d'Avignon“ wurde ursprünglich 1899 von Adolphe Adam komponiert
und am 2. Februar 1853 in der Opéra-Comique in Paris in dem in Avignon
spielenden Theaterstück „Der Taube oder Das volle Gasthaus“ aufgeführt.
Später feierte eine gleichnamige Operette, in der das beliebte Lied
ebenfalls vorkam, einen großen Erfolg. Seitdem ist das Lied weltweit
berühmt geworden und hat mehr zu Avignons Ruhm und Ansehen beigetragen
als jede Werbekampagne es je hätte tun können!

Der Pont Saint-Bénézet (auch Pont d’Avignon) ist eine Mitte des 14.
Jahrhunderts errichtete, seit 1660 als Ruine bestehende Bogenbrücke im
französischen Avignon, die einen Teil der Rhone überspannt. Die nach
dem heiligen Bénézet benannte Brücke, bekannt durch das Lied Sur le
pont d’Avignon, gilt als ein Wahrzeichen der Stadt.

Zum Zeitpunkt der Entstehung des Volksliedes war der Pont Saint-Bénézet
die einzige Brücke über die Rhône – daher auch der Text: Auf „der“
Brücke von Avignon. Heute überqueren zwei Straßenbrücken und eine
Eisenbahnbrücke die Rhône in Avignon.

Die Brücke liegt zu Füßen des Rocher-des-Doms-Felsens in unmittelbarer
Nachbarschaft zum Papstpalast und dem Musée du Petit Palais. Der auf
dem Ufer gelegene Teil des Pont Saint-Bénézet befindet sich unmittelbar
außerhalb der Stadtmauer von Avignon am Südostufer des Flusses. Er
beginnt nahe dem Rocher des Doms und ist mit einem Wachturm des Palais
des Papes verbunden. Der Boulevard du Quai de la Ligne verläuft unter
dem ersten Brückenbogen.

Die Saint-Bénézet-Kapelle wurde
nach dem Tod des Heiligen erbaut, um seine Reliquien aufzubewahren und
sie zu einem Wallfahrtsort zu machen. Die romanische Kapelle ist ein
Meisterwerk provenzalischer Architektur. Sie besitzt ein einjochiges
Langhaus und eine halbrunde Apsis mit einem Viertelkugelgewölbe. Ihr
einzigartiges Inneres wird von einem Blendarkadengang gebildet, der von
sechs Säulen getragen wird. Das brüchige Gewölbe wurde im 17.
Jahrhundert ersetzt. Das Grabmal des Heiligen Bénézet befand sich am
nördlichen Ende.

Da die Brücke im 17. Jahrhundert verfallen war, wurden die Reliquien
des Heiligen zunächst in das Kloster Célestins und im 18. Jahrhundert
in die Kirche Saint-Didier überführt. Die Kirche sprach Bénézet nicht
heilig, doch Papst Johannes XXII. erkannte ihn offiziell als Heiligen
an.

Die Brücke wurde über mehrere Jahrhunderte erbaut. Es war eine nie
endende Baustelle, und Historiker fragten sich sogar, ob das Bauwerk
jemals vollständig fertiggestellt werden würde. Die Brücke war 920 m
lang und hatte 22 Bögen. Ihre geschwungene Formgebung basierte auf den
Möglichkeiten, die die Reihe von Kieselinseln bot, welche die
Fundamente der Pfeiler bildeten.
Einer der ersten Pfeiler wurde Ende des 12. Jahrhunderts errichtet, um
die Saint-Bénézet-Kapelle zu beherbergen. Die Kapelle wurde in mehreren
Bauabschnitten errichtet, wobei die Ebenen verändert wurden, um sie zu
einem Wallfahrtsort für die Reliquien des Heiligen zu machen. Der erste
Abschnitt der Brücke war jahrzehntelang eines der wenigen Gebäude auf
dem Bauwerk. Man konnte ihn wahrscheinlich von der Stadt aus zu Fuß
erreichen.

Neue Säulen wurden um 1230 errichtet, wie archäologische Studien
belegen. Papst Gregor IX. bestätigte dies, indem er die Einwohner
Avignons 1237 für den Bau der Brücke trotz königlicher Verbote rügte.
Der König wollte seinen Anspruch auf die Rhône untermauern und verbot
den Avignoner Bürgern, den Bau über die Säule mit der Kapelle
Saint-Bénézet hinaus fortzusetzen. Dies führte zu einem endlosen
Rhône-Streit, der mit der Französischen Revolution endete.
Die Brücke war im 14. Jahrhundert noch lange nicht fertiggestellt. Die
in Avignon residierenden Päpste, darunter Johannes XXII. im Jahr 1317
und Clemens VI. im Jahr 1343, stellten hohe Summen für die Bauarbeiten
bereit. Berichte über Bauarbeiten aus den Jahren 1360, 1375 und 1380
liegen vor. Ende des 14. Jahrhunderts wurde auf der Kapelle
Saint-Bénézet ein neuer Schrein zu Ehren des Heiligen Nikolaus, des
Schutzpatrons der Seeleute, errichtet.

Während des Abendländischen Schismas wurden die katalanischen Truppen
des Gegenpapstes Benedikt XIII., die von seinem Neffen Rodrigo de Luna
beauftragt worden waren, 1410 von den Truppen des französischen Königs
belagert. In dieser Zeit, die als Katalanischer Krieg bekannt ist,
brannten die Belagerten mehrere Brückenbögen nieder, um das Stadttor
und die Stadt zu schützen. Dies deutet darauf hin, dass Teile des
Bauwerks zu jener Zeit noch aus Holz bestanden.

Der über dem Wasser gelegene Teil des Pont Saint-Bénézet ist in
Richtung der Île de la Barthelasse, einer Insel zwischen Avignon und
Villeneuve-lès-Avignon, gebaut und überspannt etwa die Hälfte der
Breite des östlichen Flussarmes der Rhône.
Der Legende zufolge soll der Schäferjunge Benoît oder Bénézet durch
eine himmlische Stimme veranlasst worden sein, eine Brücke über die
Rhone zu bauen. Als er dies den Stadtbewohnern mitteilte, wurde er
verlacht und verspottet. Da hob er einen schweren Stein auf und legte
den Grundstein, worauf sich eine Bürgergemeinschaft mit dem Ziel des
Brückenbaus bildete. Nach seinem Tod wurde Bénézet in der Brücke
beigesetzt.

Kathedrale von Avignon (Cathédrale Notre-Dame-des-Doms d'Avignon) und Papstpalast (Palais des Papes) auf der Ostseite der Rhone.

Kirche Saint-Pierre
Der Überlieferung nach existiert diese Kirche seit dem 7. Jahrhundert.
Sie soll die Gräber der ersten Bischöfe von Avignon beherbergt haben,
darunter das Grab des Heiligen Agricol. Nachdem sie mehrmals zerstört
worden war, wurde sie ab 1358 dank der Großzügigkeit von Kardinal des
Prés wiederaufgebaut, der sie anschließend zur Stiftskirche erhob. Der
Glockenturm stammt erst aus dem Jahr 1495, und die Fassade mit ihrem
reichen Flamboyant-Dekor, durchsetzt mit manieristischen Anklängen,
entstand zwischen 1511 und 1524. Die Holztüren, ein schönes Beispiel
provenzalischer Renaissancekunst, wurden 1551 von Antoine Volard
geschnitzt. Im Inneren befindet sich eine bedeutende Kunstsammlung,
darunter der wunderschöne Altaraufsatz von Imbert Boachon aus dem Jahr
1524. Der vergoldete hölzerne Chorraum, der diesem gotischen Gebäude
einen barocken Charakter verleiht, wurde 1659 von F. de Royers de la
Valfenière entworfen.

Basilique Saint-Pierre: Basilika von 1358 im Stil der provenzalischen
Gotik mit aus Walnussholz geschnitzten Türen und Kunstwerken im
Innenraum.

Die Basilika Saint-Pierre ist eine römisch-katholische Kirche in
Avignon in der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Die
ehemalige Stiftskirche des Erzbistums Avignon trägt den Titel einer
Basilica minor und ist denkmalgeschützt. Die gotische Kirche wurde im
14. Jahrhundert an der Stelle eines früheren Baus aus dem 7.
Jahrhundert errichtet.
Die erste Erwähnung einer Orgel in der Kirche datiert aus dem Jahr
1515. Sie wurde während der Französischen Revolution zerstört. 1819
wurde der Mailänder Orgelbauer Ludovica Piantanida mit dem Bau einer
neuen Orgel beauftragt. 1862 vergrößerte Théodore Puget die Orgel auf
25 Register und Pedal. 1892 und 1925 wurde die Orgel restauriert und
erweitert, sie verfügt heute über 37 Register. 2005 wurde die Orgel als
Monument historique anerkannt.

Das Innere der Saalkirche hat eine klassische Struktur mit sechs
Seitenkapellen und Taufbecken. Das 25,5 m lange, 9,6 m breite und 15 m
hohe Kirchenschiff ist in vier Joche gegliedert und ein
Spitzbogengewölbe mit Rippen, die nicht auf Pfeilern, sondern auf
kapitellartigen Wandkonsolen ruhen. Hinter dem Hochaltar befindet sich
ein vergoldeter hölzerner Altaraufsatz des jesuitischen Architekten
Etienne Martelange aus dem Jahr 1617 mit einem großen Gemälde des
Malers Guillaume Ernest Grève, das Christus bei der Übergabe der
Kirchenschlüssel an Petrus zeigt.[5] Auf dem Altaraufsatz befindet sich
in einer glanzvoll vergoldeten Holzkrone eine stilisierte dunkle Taube
auf weißem Grund. Im Chor, der 17,5 Meter lang ist, wird das fein
gearbeitete hölzerne Chorgestühl von in das Holzwerk eingefassten
Gemälden mit floralen Motiven gekrönt. Über dieser Anordnung befinden
sich große Gemälde, die Szenen aus dem Evangelium darstellen.

Die Kirche beherbergt einige bemerkenswerte Kunstwerke:
Die heilige Barbara und die heilige Margareta beten das Heilige Sakrament an, von Nicolas Mignard (1652)
Die Heilige Familie mit dem Stieglitz, von Nicolas Mignard (1641)
Anbetung der Hirten und die Unbefleckte Empfängnis von Simon de Châlons (um 1550)

Vergoldete Holzarbeiten im Chor (1670) nach einer Zeichnung von François de la Valfenière
Retabel von Perrinet Parpaille (1526)
Vergoldeter Holzaltar aus dem 18. Jahrhundert
Die Grablegung der Familie Galliens (1431)

Die Übergabe der Schlüssel an Petrus, Die vier Kirchenlehrer, von Guillaume Grève (1634)
Der heilige Petrus geht auf dem Wasser, Pierre Duplan, 1589
Die Heilige Familie, die Heilige Agatha und die Heilige Margarete von Guillaume-Ernest Grève (1614 ?)

Papstpalast (Palais des Papes) am Place du Palais bei Sonnenuntergang

Stadtmauer von Avignon (Remparts d'Avignon)

Gare d'Avignon Centre liegt direkt vor der Stadtmauer von Avignon.
Aufpassen beim Ticketkauf zur Zuganreise! Der weiter südlich gelegene
Bahnhof Avignon TGV für Schnellzüge ist 3 km vom Stadtzentrum entfernt.
Das Zugfahren ist so schon keine günstige Angelegenheit. Das Ticket von
Marseille kostet sportlichen EUR 25,50 pro Richtung.

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: