Bad Erlach

an der Aspangbahn, Dezember 2023

Im Hacker Haus (Museum für Zeitgeschichte) wird Zeitgeschichte durch spannende Objekte, interaktive Karten, Filmscreens, Audioinstallationen und Hörbücher in der Dauerausstellung über die jüdische Bevölkerung der Region Bucklige Welt/Wechselland und in wechselnden Sonderausstellungen erlebbar.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Das Kulturzentrum Hacker Haus in der Marktgemeinde Bad Erlach ist ein besonderes Beispiel für gelebte Zeitgeschichte. Aus einem Forschungsprojekt entstanden, mit viel Engagement und Leidenschaft umgesetzt, gibt das Museum für Zeitgeschichte im Hacker Haus nicht nur beeindruckende Einblicke in Themen der regionalen Geschichte, sondern regt auch zum Nachdenken und Nachfühlen, sowie dem Begreifen von Zusammenhängen an, um Entwicklungen der Gegenwart durch das Erinnern an die Vergangenheit verständlich zu machen. Mit der Dauerausstellung zum jüdischen Leben in der Region Bucklige Welt-Wechselland leistet das Haus einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit und ist auch ein besonderer Ort des Erinnerns im Gedenken an die Opfer der Shoah.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Die Familie Simon Hacker – Weinhändler und Synagogengründer
Am Beispiel der Familie Hacker wird der Besucher auf eine Zeitreise in das jüdische Erlach der Zwischenkriegszeit mitgenommen. Anhand zahlreicher Hörstationen mit spannenden Zeitzeugenberichten, Fotos und Dokumenten erhält man Einblicke in das Leben einer gut integrierten und bekannten Erlacher Familie (Simon Hacker war auch Vorstand der Raiffeisenbank), sowie deren wichtige Rolle als Weinhändler im Geschäftsleben der Gemeinde. Ihre tiefe Religiosität wird nicht nur durch die Errichtung eines Bethauses auf Initiative von Simon Hacker deutlich, sondern auch anhand einer Pessach – Haggada oder der Projektion der Sederschüssel der Familie Hacker. Auch das tragische Ende der jüdischen Gemeinde in Bad Erlach sowie das menschliche Leid ab dem Jahr 1938 werden am Beispiel der Arisierung des Betriebs und der Vertreibung und Ermordung von Familienmitgliedern nachvollziehbar.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Am Ende der Ausstellung lädt ein Gedenkraum der besonderen Art zur Besinnung ein. Hier werden die Namen und Schicksale aller in der Shoah ermordeten jüdischen Einwohner der Region Bucklige Welt-Wechselland im geflüsterten Ton vorgetragen, während mit ihren Bildern bedruckte Vorhänge zur Auseinandersetzung mit den Personen anregen, die durch solche Unmenschlichkeit aus dem Leben gerissen wurden.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Die Dauerausstellung befasst sich mit der Frage 'Was ist Judentum?'. Auf anschauliche Weise wird dargestellt, wie sich das Judentum definiert und was es ausmacht. Religiöse Feste und Bräuche werden in Filmausschnitten erlebbar und umfangreiche 3D – Rekonstruktionen laden zum Erkunden der niederösterreichischen Synagogen ein. Eine interaktive Gemeindenkarte ermöglicht dem Besucher in die jüdische Vergangenheit der gesamten Region Bucklige-Welt-Wechselland einzutauchen und selbst zu den Orten und Personen zu recherchieren. Ein besonderes Objekt stellt der Schofar der Familie Hacker dar, ein im Judentum zu gewissen Festtagen geblasenes Widderhorn, dessen Klänge auch akustisch erlebbar werden.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Katholische Pfarrkirche Bad Erlach hl. Anton: Die nach den Plänen des damaligen Dombaumeister von St. Stefan in Wien, Prof. Karl Holey, im Jahre 1933 erbaute St. Antonius-Kirche (Kirchenpatron Antonius von Padua, 13. Juni Patrozinium) ersetzte die in der Nähe befindliche, im 17. Jahrhundert errichtete Ortskapelle, wobei die Raumform und der Rundturm des Bauwerkes an die einst in Bad Erlach dominierende Ziegelindustrie erinnern. Der neu gestaltete Altarraum in der Pfarrkirche wurde 1998 von Christoph Schönborn geweiht.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Die Ortskapelle aus 1646 wurde 1924 abgetragen. Von 1929 bis 1933 bestand eine Notkirche. Die Kirche wurde 1933 in einer Biegung der Durchzugsstraße nach den Plänen des Architekten Karl Holey erbaut. Die Kirche war anfangs eine Filiale von Pitten und wurde 1991 zur Pfarrkirche erhoben. Der nach Westen orientierte schlichte Rechteckbau unter einem Walmdach hat im Nordosten einen vorgestellten Rundturm.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Der schlichte Kirchenbau mit Rechteck- und Lünettenfenstern hat an der Ostfassade und in der Südostecke überdachte Vorbauten auf Pfeilern. Der hohe Rundturm unter einem flachen Kegeldach weist rhythmisiert angeordnete Rund- und Rechteckfenster auf. An der Südseite nimmt eine als Konche ausgebildete Kapelle die runde Form des Turmes auf. Der Saalraum mit einer Flachdecke ohne Chorausbildung schließt im Westen mit einer geraden Wand.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Über dem Altartisch ist ein Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert angebracht. An der Altarwand sind Malereien, das Kruzifix mit einbeziehend, mit Verkündigung, Geburt, Kreuzigung mit Heiligen und Engeln, Auferstehung aus der Bauzeit zu sehen.

Das große Altarwandgemälde hat 1938 der akad. Maler P. Josef Weilharter aus Katzelsdorf geschaffen - die farbenprächtigen Bilder der Altarwand wirken in ihrer Dreiteilung wie ein riesiger Flügelaltar. Im Mittelpunkt des Altarwandgemäldes wurde das große Altarkreuz (14. Jhdt.) aus der alten Dorfkapelle beibehalten.

 Bad Erlach, Dezember 2023

 Bad Erlach, Dezember 2023

Hl. Franziskus am Ufer der Pitten

 Bad Erlach, Dezember 2023

Stolpersteine für Leopold Hacker und Franziska Hacker

 Bad Erlach, Dezember 2023

Die Hexe am Pittenbach
Eines späten Abends ging ein junges Mädchen aus Wiener Neustadt kommend nach Hause. Als es an der Brücke über den Pittenbach ging, bemerkte es unter der Brücke Licht, das von einem Feuer stammte. Dort saß eine alte Frau und buk auf offener Flamme in einer Pfanne köstlich aussehende Krapfen. Als die alte Frau das Mädchen fragte, ob es Krapfen mit nach Hause nehmen wollte, so bejahte dieses natürlich die Frage. Die Frau gab dem Mädchen einige wunderschön aussehende und duftende Krapfen in ihre aufgehaltene Schürze und das Mädchen setzte seinen Weg nach Hause fort und freute sich schon auf die Köstlichkeit. Zuhause angekommen schlug die Kirchenuhr gerade Mitternacht – und als das Mädchen seine köstlichen Krapfen aus der Schürze in eine Schüssel geben wollte, bemerkte es, dass es nur mehr „Roßknödel“ in der Hand hielt.

Die Holzfigurengruppe 'Die Hexe am Pittenbach' wurde im Herbst 2016 als Teil des „Bad Erlacher Sagenweges“ aufgestellt. Die Figuren wurden aus Eichenstämmen vom Motorsägen-Holzschnitzers Willi Frieß aus Weiz in der Steiermark gefertigt. Hexe 1,31 m groß mit Sockel: 1,72 m, Mädchen 1,14 m groß mit Sockel 1,54 m

 Bad Erlach, Dezember 2023

Egino und seine Getreuen
Es war im Jahr 870 n. Chr. als nach dem Tode des edlen Fridarat unter seinen Kindern ein Streit um das Erbe entstand. Sein Sohn Egino erhielt nur die Höfe, die im unwirtlichen Gebiet an der unteren Schwarza und Pitten lagen. Diese waren teils von Awaren und Magyaren zerstört. Mit einigen Getreuen (Waffenknechte und Freie) erforschte er das unwirtliche, sumpfige Erlen- und Gebüschgebiet vor der Pittenmündung. Dabei stieß er auf Fischer und Jäger, die in einem Dutzend versteckter Hütten wohnten und die die Nachkommen karolingischer Ansiedler waren. Diese betrieben mit Pelzen und Fellen einen guten Tauschhandel über die Umgegend hinaus und kamen auch weit in das awarisch-magyarische Gebiet hinaus. Der edle Egino nahm sich ohne viel Aufhebens ein Fischermädchen aus Elira zur Frau, die angeblich keltischer Herkunft war. Er gründete etwas ostwärts der Erlenau einige Wirtschaftshöfe. Und auf den Resten des römischen Wachturmes auf dem heutigen Ulrichsberg baute er mit seinen Leuten einen festen Platz mit Wällen und Palisaden zu Verteidigungszwecken. Er und seine Leute bleiben Christen und von ihren Nachkommen soll auch die Urkapelle auf dem festen Platz stammen. So ist Egino mit seinen Leuten der Gründer und Stammvater des späteren Erlaha, dessen Bewohner bis 1042 herum als Freie galten.

Die Holzfigurengruppe "Egino" wurde im Herbst 2016 als Teil des „Bad Erlacher Sagenweges“ aufgestellt. Die Figuren wurden aus Eichstämmen vom Motorsägen-Holzschnitzers Willi Frieß aus Weiz/Steiermark gefertigt. Gesamtskulptur besteht aus 5 Einzelteilen, 4 Figuren und dem Bad Erlacher Wappen. Figur des Egino mißt 1,50 m (ohne Sockel) und die drei weiteren Personenfiguren weisen eine Höhe ohne Sockel von 1,10 m, 0,88 m und 0,98 m auf.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Bad Erlach (Bad Erlach an der Pitten) ist eine Marktgemeinde mit über 3200 Einwohnern im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich. Bad Erlach liegt im südöstlichen Industrieviertel in Niederösterreich, am Ausgang des Tals der Pitten in das Steinfeld und gehört zur Region Bucklige Welt. Wenige Meter nordöstlich von Erlach befindet sich der Zusammenfluss der Pitten mit der Schwarza, die ab dort die Leitha bilden.

 Bad Erlach, Dezember 2023

Lokomotive ROSY aus 1916, erbaut in München für die Alpine Montan AG. in Leoben Donawitz.
Die Lok stammt aus dem Besitz von Ing. Friedrich Ritter, einem bekannten Heimatforscher und Sammler.
Sie wurde zum Bad Erlacher Wahrzeichen und grüßt Einheimische, Pendler und Gäste Tag für Tag beim Besuch in der Marktgemeinde.

Krauss D 6449 1911 XXVII bo Bn2t 790 neu Österreichische Alpine Montan-Gesellschaft, Hüttenwerke Donawitz, Leoben [A] "20" /-1938> "60.2" (01.09.1976 a) /19xx Museum Ritter, Erlach bei Wiener Neustadt [A] "60.2" "ROSY" (Fabriksschild Krauss FNr. 7216/1917) /200x Denkmal, Bahnhof Erlach bei Wiener Neustadt [A] "60.2"

 Bad Erlach, Dezember 2023

In der kleinen Marktgemeinde Bad Erlach im niederösterreichischen Bezirk Wiener Neustadt-Land befindet sich etwas außerhalb der gleichnamige Bahnhof Bad Erlach. Hier halten Züge zum Hauptbahnhof nach Wiener Neustadt.
 Ebenso werden Züge nach Aspang Markt und zum Hauptbahnhof nach Graz befahren.  Regionalexpresszüge nach Fehring finden ebenso Halt.

 Bad Erlach, Dezember 2023



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: