Enns

Die angeblich älteste Stadt Österreichs, März 2022

Enns ist eine Stadt mit 12.000 Einwohnern im Bezirk Linz-Land in Oberösterreich. Sie liegt an der Donau und am Fluss Enns, der hier die Grenze zu Niederösterreich bildet.
Die Stadt bezeichnet sich als älteste Stadt Österreichs, was jedoch umstritten ist. Die Stadtrechtsurkunde aus dem Jahr 1212 ist auf jeden Fall die älteste, im Original erhaltene Urkunde und kann im Ennser Museum besichtigt werden. Enns ist die Nachfolgestadt von Lauriacum, das 212 zur Stadt erhoben wurde. Wahrzeichen der Stadt ist der 60 m hohe Stadtturm.

 Enns, März 2022

Die Basilika Enns-Lorch steht im Stadtteil Lorch der Stadt Enns in Oberösterreich. Sie war ursprünglich eine romanische Pfeilerbasilika, welche seit 1323 in gotische Um- und Erweiterungsbauten aufging. Die römisch-katholische Pfarrkirche und Basilica minor hl. Laurentius gehört zum Dekanat Enns-Lorch in der Diözese Linz.

 Enns, März 2022

Das Lorcher Zeitfenster, ein Kunstwerk des Bildhauers Arnold Reinthaler, stellt einen Himmelsausschnitt dar, der die Geschichte der Basilika St. Laurenz widerspiegelt. Es besteht aus Messingkugeln, die sich von schwarzem Granit abheben. Die großen Kugeln liegen als leuchtende Sterne auf einer Zeitachse und verweisen auf bedeutende Ereignisse in der Lorcher Kirchengeschichte. Die kleinen Kugeln umkreisen diese mondartig und benennen dabei einfachere, aber ebenso genau datierte Geschehnisse.

Wandern Sie selbst durch das Lorcher Kirchenuniversum und spüren Sie dabei der Zeit nach: Ein Schritt entspricht einem durchschnittlichen Menschenleben. Wenn Sie sechzehn Meter vorwärts gehen, sind Sie bereits in der Gegenwart angelangt. Rückwärts müssten Sie 2,4 km Richtung Mauthausen gehen, um bei der Entstehung des Homo sapiens dabei zu sein oder gar bis Moskau wandern, wenn Sie etwa in der Geburtsstunde der Dinosaurier
ankommen wollen.

 Enns, März 2022

Die Basilika St. Laurenz erhebt sich über den Mauerresten römischer Vorgängerbauten, die bei archäologischen Grabungen zwischen 1960 und 1966 frei gelegt wurden. Das älteste Bauwerk – ein vornehmes römisches Haus – stammt aus dem 2. Jh. n. Chr. Darüber wurde im 4./5. Jh. eine frühchristliche Kirche erbaut. Es folgten weitere Umbauten und Erweiterungen, bis um 1300 die heute noch bestehende Kirche in gotischem Stil errichtet wurde. Nach Abschluss der archäologischen Forschungen wurde die Kirche 1966–1968 neu eingerichtet und war damit eine der ersten Kirchen im Land, deren Gestaltung bereits vom Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) geprägt war.

 Enns, März 2022

Historische Bedeutung ist Lauriacum/St. Laurenz vor allem in folgender Hinsicht zuzuschreiben:
 Wirkungsstätte des heiligen Florian von Lorch und der Märtyrer von Lorch († 304). Die Reliquien der Märtyrer von Lorch sind in einem antiken, heute wieder sichtbaren Steintrog im Hauptaltar der Basilika beigesetzt.
 Wirkungsstätte des heiligen Severin von Noricum († 482), der nach den Zeugnis der Vita Sancti Severini (Eugippius) „in einer Basilika zu Lauriacum“ das Wunder einer Ölvermehrung gewirkt haben soll.

 Enns, März 2022

Nach Beendigung der Grabungsarbeiten 1966 erhielt St. Laurenz rasch neue Aufmerksamkeit durch die  neuerliche Erhebung zur Stadtpfarrkirche (1968),  Erhebung zum ersten Titularerzbistum Mitteleuropas (1968),  Erhebung zur päpstlichen Basilica minor durch Papst Paul VI. (1970),  Besuch von Papst Johannes Paul II. (1988), der mit Tausenden Gläubigen unter freiem Himmel auf der heutigen Papstwiese eine Wortgottesfeier zelebrierte, sowie durch  Erhebung des heiligen Florian von Lorch zum Landespatron von Oberösterreich (2004; Florian ist bereits seit 1971 Diözesanpatron von Linz, so wie seit 1935 auch Severin).

 Enns, März 2022

Nachdem mit 1. Jänner 1968 die St. Laurenz-Kirche als Pfarrkirche neu eingerichtet werden musste, wurde vorerst ein Orgelharmonium vom Stift St. Florian zur Verfügung gestellt. In den 1970er Jahren wurde eine eigene Orgel mit 25 Register sowie 1758 Pfeifen angeschafft. Diese Orgel mit einer rein mechanischen Spiel- und Registertraktur wurde ebenerdig aufgestellt und am 11. Dezember 1976 geweiht. Den Orgelprospekt entwarf Friedrich Goffitzer, die künstlerische Bemalung stammt von Fritz Fröhlich. Die Gesamtplanung und Ausführung erfolgte durch die OÖ. Orgelbauanstalt St. Florian.

 Enns, März 2022

Römische Grundmauern im Bereich der Apsis

Die Kirche St. Laurenz war bis 1553 Pfarrlkirche der Stadt Enns. Seit 1968 gibt es die eigenständige Pfarre Enns-St. Laurenz. Die freigelegten Mauern der Vorgängerbauten sind die eindrucksvollsten baulichen Überreste des antiken Lauriacum. Hier stand eine im späten 2. Jh. n. Chr. errichtete Villa, möglicherweise der Palast des
Kommandanten der legio II Italica, der zugleich auch Statthalter der Provinz Noricum war.

 Enns, März 2022

In diesen Gebäudekomplex wurde im 4. Jh. ein beheizbarer Apsidensaal für Repräsentationszwecke eingebaut. Um das Jahr 500 entstand eine frühchristliche Kirche, die offensichtlich dem Gedenken der Märtyrerinnen und Märtyrer von Lorch gewidmnet war. Im Jahr 1900 wurde im gotischen Hochaltar eine römische Steinkiste entdeckt, die ursprünglich in einem Schacht im Kirchenboden verwahrt war. Dieses Reliquiar enthielt Knochen von mindestens 31 Personen, die in einen Stoff aus dem 4.-6. Jh. eingehüllt waren. Es handelt sich dabei mutmaßlich um die Gebeine der Gefährtinnen und Gefährten des hl. Florian, der am 4. Mai 304 in Lauriacum wegen seines christlichen Glaubens mit einem Stein um den Hals in die Enns gestürzt wurde. Die Reliquien befinden sich heute wieder in der römischen Steinkiste, die im neuen Hauptaltar von St. Laurenz verwahrt wird. Nach größeren Umbauten errichtete man um 1300 den heute noch bestehenden gotischen Kirchenbau. Wegen seiner historischen Bedeutung wurde St. Laurenz von Papst Paul VI. 1968 zum Titularerzbistum und 1970 zur Basilika minor erhoben. Die archäologischen Ausgrabungen unter der Basilika, die im Rahmen einer Führung besucht werden können, geben heute noch Zeugnis
von der bedeutenden Geschichte dieses Ortes.

 Enns, März 2022

Großgemälde aus dem 18. Jahrhundert über das Martyrium des hl. Laurentius, die Schutzpatrone der Stadt Enns und die Lorcher Bischöfe (Pilgrimsche Fälschung)

 Enns, März 2022

Schmiedeeiserner Stern der Hoffnung (Wolfgang Pöttinger: 1999) in der Apsis beim Taufbecken

 Enns, März 2022

Holzrelief in der Basilika St. Laurentius Enns-Lorch

 Enns, März 2022

Basilika St. Laurentius und der Karner, ganz rechts das weiße Severinhaus

 Enns, März 2022

Innenstadt von Enns

 Enns, März 2022

Persönlichkeitsdenkmal Karl Adam Kaltenbrunner
Carl oder Karl Adam Kaltenbrunner (1804- 1867) war österreichischer Dichter, Schriftsteller, Dialektforscher und 1. Ehrenbürger der Stadt Enns. Die Dichterpersönlichkeit Carl Adam Kaltenbrunner wurde schon zu Lebzeiten mit höchsten Ehrungen ausgezeichnet und zum 100. Geburtstag errichtete ihm 1904 die Ennser Bürgerschaft ein Denkmal.
Wie das Gesamtwerk Kaltenbrunners gewürdigt wird, geht u. a. auch daraus hervor, dass er von der Preußischen Akademie der Wissenschaften im Jahre 2003 in ihre Forschung über bedeutende deutschsprachige Dichter aufgenommen wurde.

 Enns, März 2022

Pfarrkirche Enns-St. Marien: ab um 1270, Ehemalige Minoritenkirche vom Franziskanerkloster Enns, mit der Wallseerkapelle um 1350, eines der kunsthistorisch bedeutendsten Bauwerke der Gotik in Oberösterreich

 Enns, März 2022

Die Pfarrkirche Enns-St. Marien steht im Stadtteil Enns der Stadt Enns in Oberösterreich. Die römisch-katholische Pfarrkirche Maria Schnee gehört zum Dekanat Enns-Lorch in der Diözese Linz. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

 Enns, März 2022

Blick durch den Fronbogen nach Westen zur Orgelempore mit Franziskusorgel

Orgelbaufirma Christian Kögler, St. Florian, OÖ / Mechanische Spiel- und Registertraktur
32 Register, davon 6 "Zungen"-Register / Ca. 2100 Pfeifen, davon 91 im Prospekt / 2 Manuale und Pedal
Künstlerische Gestaltung Christoph Herndler & Mary Fernety / Kosten (ohne bauliche Nebenkosten) €461.400,-

Metallisch retlektierende sowie absorbierende Farben aus einer Grau-Blau-Skala sind in gleichmäßig senkrechten Streifen auf das Orgelgehäuse aufgetragen und setzen dabei das Reflexionsmuster der silbernen Prospektpfeifen fort. Dabei entsteht durch die Betonung der Vertikalen ein augenfälliger Bezug zur gotischen Bauweise der Kirche. Durch die reflektierenden Farben reagiert die Bemalung auf die Farbigkeit des Kirchenraums: Verankert in der Vergangenheit reflektiert sie die Gegenwart.
Während die Prachensky-Fenster einen farbig-amorphen Pol bilden, schafft das gegenüberliegende Gesicht der Orgel in seiner Farbgestaltung und der geometrisch-kristallinen Form einen Gegenpol. Durch unterschiedliche Beleuchtung des Raums oder der Orgel kann das Erscheinungsbild des Instruments vielfältig variiert werden. Allein bei unterschiedlichem Tageslicht oder auch nur bei einem Standortwechsel des Betrachters verändern sich die Farb- und Kontrastverhältnisse wesentlich: Helles wird dunkel, Dunkles wird hell - starke Kontraste werden schwach und schwache stark.

 Enns, März 2022

Volksaltar, Neugestaltung von Peter Dimmel, 1970er Jahre

 Enns, März 2022

Durch den westlichen Vorbau gelangt man im Durchschreiten der zweijochigen, dreiachsigen Orgelempore in das zweischiffige, vierjochige Langhaus der Kirche. Der Triumphbogen bildet den Übergang von der Säulenreihe zum einschiffigen Langchor. Ferner weitet sich der Blick nach Norden (nach links) zu dem eindrucksvollen Innenraum der Wallseer Kapelle, worin sich der singuläre Charakter dieses hochgotischen Innenraumes offenbart. Das Ostjoch des Langhauses zeichnet sich unter Verwendung von Rippendreistrahlen zu einem schirmartigen Gewölbe modifiziert aus, was sich durch die Flucht der Pfeiler auf den Chor hin eben aus diesen architektonischen Gegebenheiten erklärt. Die Schlusssteine in den Kreuzungspunkten der Gewölbe sind plastisch, teils figürlich gestaltet, teils mit Blattmasken, floral und mit Sternmotiv dekoriert.

 Enns, März 2022

Gasfenster von Markus Prachensky, 1975

 Enns, März 2022

Taufstein im Hochchor

 Enns, März 2022

Die Walseerkapelle ist ein gotischer Anbau an die damalige Minoritenkirche in Enns in Oberösterreich. Die Walseerkapelle wurde im Norden an das Kirchenschiff der Minoritenkirche angebaut. Dadurch wurde der angrenzende rechteckige Anger verkleinert. Der Schaugiebel der Walseerkapelle ist in der österreichischen Architektur dieser Epoche einzigartig.
Das Kircheninnere wechselt von einem zweischiffigen Langhaus in einen dreischiffigen Chor. Daraus ergibt sich im Chor eine Pfeilerstellung im Quadrat, die eine gleichbleibende Breite ermöglicht.

 Enns, März 2022

Die Pfarrkirche Maria Schnee bildet im südlichen Bereich der engeren Stadt Enns gemeinsam mit der angebauten Wallseer-Kapelle und dem im Süden der Pfarrkirche situierten Kreuzgang und dem Franziskanerkloster eine Baugruppe bzw. ein Denkmal-Ensemble.

 Enns, März 2022

Durch ein Tor an der südlichen Langhauswand gelangt man in den direkt an die Kirche anschließenden, annähernd quadratischen, gotischen Kreuzgang, dessen Fenster ursprünglich nicht verglast waren, wie es den Gepflogenheiten der Bettelordensarchitektur entsprochen hatte. Im Kreuzgang befinden sich mehrere Objekte, die vermutlich von der neugotischen Einrichtung stammen: Ein hölzernes Altärchen zeigt ein Relief mit dem Motiv Anna lehrt Maria das Lesen. Die Umrahmung ist mit floralen Girlanden und gotischen Türmchen sehr autwendig gestaltet. Zwei gleichartige Altärchen haben Sprüche zum Inhalt und flankieren die in einer westlichen Ecke installierte flache Lourdes-Grotte. Neben der Madonnenfigur lädt eine Skulptur der knieenden Bernadette Soubirous die Gläubigen zur Anbetung ein.

 Enns, März 2022

Im 20. Jahrhundert wurde der künstlerisch wertvolle Kreuzgang des alten Klosters mehrmals renoviert und die Ausstattung der Klosterkirche verändert.

 Enns, März 2022

Neugotisches Glasfenster mit Ansicht von Enns mit Stadtturm

 Enns, März 2022

Klosterkirche & Stadtpfarrkirche Maria Schnee Enns-St. Marien

 Enns, März 2022

Die Wiener Straße führt direkt zum Stadtturm Enns am Hauptplatz.
Der Ennser Stadtturm ist das von 1564 bis 1568 unter Kaiser Maximilian II. auf Wunsch der Bevölkerung als Glocken-, Wach- und Uhrturm erbaute 60 Meter hohe Wahrzeichen der Stadt Enns.

Zum Bau des Turmes (Kosten: 10.960 Gulden) verwendete man Steine von der Scheiblingskirche, die damals noch auf dem Hauptplatz stand und die in der Reformationszeit ihre Bedeutung verloren hatte. 1565 gab der Kaiser die Erlaubnis zum Abbruch der Kirche. Der Turm besteht aus mächtigen Konglomeratquadern. Über 157 Stufen gelangt man zur Aussichtsgalerie, die bei klarem Wetter ein Panorama vom Mühlviertel bis zu den Alpen bietet.

 Enns, März 2022

Der viergeschoßige freistehende Turm verfügt über ein fast 17 Meter hohes Kupferdach mit Kugel und Geniusfigur an der Spitze, steht ungefähr in der Mitte des Ennser Hauptplatzes, vereint Stilelemente der Gotik und der Renaissance und seine Fassade zeichnet sich durch eine auffällige Bemalung aus. Zweimal, 1798 und 1860, konnten die Ennser Bürger den bevorstehenden Abbruch des Turms erfolgreich verhindern. Eine Besonderheit des Stadtturms sind die vertauschten Minuten- und Stundenzeiger der Turmuhr.

 Enns, März 2022

Seit Anfang 2013 befindet sich in dem bis in die 1930er Jahre von einem Turmwächter bewohnten Turmzimmer im zweiten Geschoß ein Hotelzimmer. Die über 157 Stufen erreichbare öffentlich zugängliche Galerie oberhalb der Turmuhr wird als Aussichtswarte genutzt.

 Enns, März 2022

Anlässlich des 90jährigen Firmenjubiläums der Manufaktur Wagnerguss werden der Stadtgemeinde Enns 30 Kanaldeckel mit dem Babenberger Wappen gespendet. Diese Deckel wurden speziell für die Landesausstellung 2018 entworfen und zieren den Ennser Hauptplatz sowie den Platz vor der Basilika.

Die Zahlen 212 und 22.4.1212 sind kein Zufall. Eine Tafel auf dem Stadtturm informiert:
"Am XXII. April des Jahres MCCXII verlieh der Babenberger Herzog Leopold der Glorreiche den Buergern von Enns das Stadtrecht. Zur 700 jährigenGedenkfeier im Jahre MCMXII gestiftet von der Ennser Bürgerschaft."

 Enns, März 2022

Der Ennser Stadtturm ist Teil der fast zur Gänze denkmalgeschützten historischen Altstadt von Enns und dominiert als freistehender Turm etwa in der Mitte des Ennser Hauptplatzes die zahlreichen Bürgerhäuser, die ebenso wie der Turm Elemente verschiedener Stilepochen (Gotik, Renaissance, Barock, Klassizismus) in sich vereinen. Er verdankt seine Entstehung dem Repräsentationsbedürfnis der Ennser Bürger während der Zeit der Reformation in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Er sollte als Glocken-, Uhr- und Wachturm fungieren. Seine Errichtung fällt laut Bauinschrift in die Jahre 1564–68.

Der Stadtturm Enns besteht großteils aus Konglomeratgestein, Granit und Ziegel. Der annähernd quadratische Grundriss beträgt rund 10,7×10,7 Meter und hat mit der Turmfigur eine Höhe von etwa 60 Metern. Im Stadtturm sind die Baustile Gotik und Renaissance vereint. Es handelt sich um einen viergeschoßigen Quaderbau mit Ecklisenen, Doppelspitzbögen, Kreuzbogenfriesen und Kaffgesimsen. Die Fassade ist in vier übereinander liegende Felder geteilt, die den Geschoßhöhen entsprechen. Darüber erhebt sich ein Renaissancedach.

Der Eingang befindet sich im Erdgeschoß auf der Südseite (eine automatische Tür mit Münzeinwurf - EUR 2,-); darüber ist eine gemäß der Inschrift aus der Zeit des Turmbaus stammende Sonnenuhr aufgemalt. Sie füllt ein sechs Meter breites und drei Meter hohes Feld mit einfachen Fresken aus. Der Schattenstab sowie die längs der dreiseitigen Umrandung angebrachten Stundenzeichen ermöglichen ein genaues Ablesen der Uhrzeit.

 Enns, März 2022

Im vierten Geschoß befindet sich das mechanische Uhrwerk. Im Ennser Stadtturm befindet sich seit Anfang 2013 ein Hotelzimmer, das aus einem Projekt zur Kulturhauptstadt Linz 2009 hervorging. Das Zimmer ist über 71 Stufen erreichbar und befindet sich 20 Meter über dem Ennser Hauptplatz. Die 2008 im Rahmen der Feier der tausendsten Stammtischzusammenkunft der Herren zu Enns entwickelte Idee wurde vom Ennser Architekten Theodor Haas unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes umgesetzt.

 Enns, März 2022

Die Galerie über der Turmuhr gibt den Blick nach allen Seiten frei.
ZB auf die Stadtpfarrkirche Maria Schnee Enns-St. Marien.

 Enns, März 2022

Positiv ist, dass keine Glasscheiben die freie Sicht trüben.
Negativ ist, dass ein engmaschiges Netz ein Durchkommen des Objektivs verhindert.
Abenteuerlich ist der Wind oben, der einen fast umweht.

Die Enns Brücke verbindet Enns in Oberösterreich mit Ennsdorf in Niederösterreich. Die Enns ist somit der Grenzfluss zwischen Ober- und Niederösterreich.

 Enns, März 2022

Der Ennser Stadtturm verdankt seine Bekanntheit nicht nur seinem markanten Erscheinungsbild, sondern auch einer Sage: 'Die Riesin vom Stadtturm'. Der Sage nach war es das Ziel des Baumeisters, den höchsten freistehenden Turm Österreichs zu bauen. 156 Stufen mussten die Steinmetzen hauen. Kurz vor der Vollendung wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass der riesige Steinquader, der seinen Platz ganz oben im Turm finden sollte, nicht in diese Höhe zu heben war. Darüber soll der Baumeister verärgert gewesen sein, worauf eine Riesin erschien, die den Steinquader in ihre Schürze steckte und auf den Turm trug. Oben in der Stube lud sie den Stein ab, wo er heute noch zu finden ist. Eine unter dem Schwibbogen hängende und angeblich von der Riesin stammende Rippe wird in Hohenecks Genealogie beschrieben. Sie befand sich bis zu den Franzosenkriegen 1809 im Stadtturm und ist seither verschwunden. Heute nimmt man an, dass es sich um den Knochen eines urzeitlichen Tieres oder Wals gehandelt haben muss.

 Enns, März 2022

Das Museum Lauriacum ist ein Museum in der Stadt Enns im Bezirk Linz-Land in Oberösterreich. Es präsentiert anhand archäologischer Funde die Kultur der römischen Stadt Lauriacum sowie die mittelalterliche und neuzeitliche Stadtgeschichte von Enns. Das Gebäude am Hauptplatz 19 diente früher als Rathaus und steht unter Denkmalschutz.

Hinter der barocken fünfachsigen Fassade mit dem geschwungene Giebel verbirgt sich ein Bau eines Rathauses aus der Spätgotik. Das Haus ist ein Geschenk Kaiser Friedrichs III. an die Stadt Enns. Die steinernen Einfassungen des Tors, der Fenster und am Giebel sind Elemente aus der Renaissance.

 Enns, März 2022

Die für die Oberösterreichische Landesausstellung 2018 neu gestaltete Schausammlung ermöglicht mit über 1200 Fundstücken, Rekonstruktionen und Medienstationen einen Entdeckungsreise in die römische Vergangenheit.

 Enns, März 2022

Römische Kultur: In bedeutender Art und Weise, werden hier die umfangreiche Sammlung römerzeitlicher Fundstücke in einer Schausammlung, in mehreren Schauräumen präsentiert, beginnend mit den Funden aus den beiden Legionslagern Albing und der wichtigste militärische Stützpunkt mit Lauriacum am Donaulimes in der Provinz Noricum präsentiert.

 Enns, März 2022

Neben dem Schwerpunkt legio II Italica, werden in der erlebnisorientierten Ausstellung auch das Leben in der Zivilstadt, das Geld der Römer und ihr Bestattungswesen thematisiert. Mit kostbaren Originalen, aufwändigen Rekonstruktionen, Multimediastationen und einem eigens für die Landesausstellung produzierten Film, wird gezeigt, dass die Legionäre weit mehr als nur Kämpfer waren.

 Enns, März 2022

In einem der modernsten Römermuseen Österreichs erwartet die Besucher eine spannende Entdeckungsreise in die Welt der Legionäre, ihrer Geschichte und ihres Alltags. Auf drei Geschoßen werden Militär, Luxus und Alltagsleben von Lauriacum präsentiert.

 Enns, März 2022

Im Jahre 15 v. Chr. erobern die Römer unter dem Oberbefehl des Kaisers Augustus (23 v. - 14 n. Chr.) den gesamten Alpenraum bis zur Donau. Dabei wird das durch einen Freundschaftsvertrag mit Rom verbundene norische Königreich - es deckte sich annähernd mit dem heutigen Osterreich - vom römischen Reich okkupiert.
Die Römer bauen das Fernstraßensystem aus und trassieren die spätere Limesstraße vom Balkan entlang der  Donau bis zum Rhein. Wo diese Route unter dem Ennser Georgenberg vorbeiführt, entsteht schon im frühen ersten Jahrhundert nach Christi Geburt eine kleine Siedlung, die den keltischen Namen Lauriacum annimmt. Sie beherbergt eine Händlerniederlassung und vielleicht einen kleinen Militärposten. Während der folgenden Jahrzehnte entwickelt sich dieses frühe Lauriacum der Straße entlang nach Westen.

Gegen Ende des zweiten Jahrhunderts, nach den Markomannenkriegen, erbaut die von Kaiser Marcus Aurelius (161 - 180 n. Chr.) neu aufgestellte Legio Il Italica ein Lager. Sie wählt dafür eine freie Schotterterrasse in der Nähe der Siedlung Lauriacum, von der das Lager seinen Namen übernimmt. Gleichzeitig mit dem Lagerbau entsteht westlich von diesem eine große Zivilsiedlung, der im Jahre 212 von Kaiser Caracalla (211 - 217 n Chr.) das römische Stadtrecht verliehen wird.

In den unsicheren Zeiten der Völkerwanderung verringert sich der Mannschaftsstand der Legion. Die Bevölkerung drängt aus der unbefestigten Stadt hinter die sicheren Lagermauern hinein, und so wandelt sich das Legionslager langsam zur Zivilstadt. Hier wirkt nach dem Jahre 453 der aus dem Osten kommende 'Mönch' Severinus. Zusammen mit Constantius, dem Bischof von Lauriacum, versorgt er die städtische Bevölkerung und Flüchtlinge, die sich vor den Alemannen in Sicherheit bringen. Im Jahre 488 kommt aus Ravenna der Befehl zum Abzug der norischen Grenzbevölkerung, dem in Lauriacum jedoch nicht allgemein Folge geleistet wird: Die Stadt bleibt weiterhin besiedelt.

Um den ehemaligen Lagerzentralbau entsteht eine bairische Pfalz; der Name Lauriacum wandelt sich zu Loraha. Im siebten Jahrhundert wird der Ennser Georgenberg, der einst ein römisches Heiligtum trug, als ,Wartperg" besiedelt. Nach dem Sturz des Agilolfinger Herzogs Tassilo im Jahre 788 übernehmen die Karolinger Franken Lauriacum. 791 versammelt Karl der Große hier sein Heer, überschreitet den sicheren Limes des Ennsflusses und beginnt seinen Vernichtungskrieg gegen das awarische Changanat.

 Enns, März 2022

Lauriacum war Legionsstützpunkt und bedeutende Römerstadt am Limes Noricus in Österreich. Es liegt auf dem Gebiet des heutigen Ennser Ortsteils Lorch im Bundesland Oberösterreich, Bezirk Linz-Land. Das Bodendenkmal ist seit 2021 Bestandteil des zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobenen Donaulimes.

Aus einer Straßenstation an einer Kreuzung wichtiger Handelswege entwickelte sich Lauriacum durch die Stationierung einer Legion am Übergang vom 2. auf das 3. Jahrhundert n. Chr. zum größten und wichtigsten militärischen Stützpunkt in der Provinz Noricum. Wo zunächst nur eine kleinere römische Niederlassung an einer Furt über die Enns bestand, errichtete die Legio II Italica nach der Auflassung einer älteren Anlage in Albing um 200 n. Chr. ein Legionslager, das in den nachfolgenden 400 Jahren seiner Belegung als Hauptquartier und als Verwaltungssitz für die römische Provinz Noricum diente.

 Enns, März 2022

Das Legionslager war in weiterer Folge auch Teil der Sicherungsanlagen des Limes und wahrscheinlich vom 3. bis ins 5. Jahrhundert kontinuierlich mit römischen Truppen belegt. Um das Lager bildete sich im Nord- und Südwesten eine ausgedehnte Zivilsiedlung, die im frühen 3. Jahrhundert vermutlich zum Municipium erhoben wurde und im 5. Jahrhundert zum – bis dato einzig historisch nachweisbaren – Bischofssitz des nördlichen Noricum aufstieg. An zahlreichen Stellen inner- und außerhalb der Siedlungsareale konnten auch Gräberfelder nachgewiesen werden.

 Enns, März 2022

Zinnfigurendioramna Georgenberger Handfeste, 17. August 1186. Drei Szenen sind dargestelt:
a) Herzog Otakar IV. von Steiermark erwartet zu Pferd die Ankunft von Herzog Leopold V. von Österreich;
b) beide Landesfürsten mit Gefolgsleuten stehen bei der Georgskirche, wo die Vertragsurkunde angefertigt wird;
c) die "Georgenberger Handfeste" wird den neugierigen Einwohnern von Enns gezeigt.

 Enns, März 2022

Stadttorschlüssel der Stadt Enns aus dem 16. Jhdt.
Vier Paar Schlüssel für das Wienertor, das Linzertor (Schmiedtor), das Frauentor und das Steyrertor (Haberfeldtor), die in der Jahren 1845-1849 mit Teilen der Stadtmauer abgetragen wurden.

 Enns, März 2022

Ennser Stadtrechtsurkunde
Leopold VI. von Babenberg, Herzog von Österreich und Steiermark, stellt am 22. April 1212 dieses Privileg
aus - das älteste, im Original erhaltene und erste ausführliche Stadtrecht Österreichs. Es ist keine Stadtgründungs- oder Stadterhebungsurkunde. Die auf Bitte der Bürger von Enns erfolgte schriftliche Aufzeichnung der vom Stadtherrn garantierten, bereits gültigen rechtlichen Bestimmungen ist Höhepunkt und
Abschluss des Stadtwerdungsprozesses.
Angaben über das Strafrecht nehmen den Großteil des Textes ein. Strafsätze und Buße richten sich nach der sozialen Stellung des Opfers und Täters sowie dessen wirtschaftlichen Verhältnissen. Bei den bürgerlichen Rechten sind erbrechtliche Fragen zur Sicherstellung des persönlichen Besitzes für die Einwohner wichtig. Das gesamte Vermögen eines Bürgers fällt nach seinem Tod an dessen Frau und Kinder Ohne Regelung über den Nachlass erbt der nächste Verwandte. Auch erbrechtliche Verfügungen von Fremden werden anerkannt.
Das Haus eines Bürgers und die Stadt bzw. das Stadtgebiet bilden einen eigenen Friedensbereich. Die Bürger sind verpfichtet, einen Flüchtling vor jeder von außerhalb der Stadt kommenden Gewalt in Schutz zu nehmen. Die Prozessordnung wird ebenfalls behandelt. Zeugen können bei den Verhandlungen zur Entlastung oder zur Überführung eines Täters herangezogen werden.
Sechs geeignete Bürger sollen sich eidlich verpflichten, über den Handel und alle Dinge, die Ehre und Nutzen der Stadt betreffen, nach bestem Wissen zu verfügen. Gegen ihre Entscheidungen hat der Stadtrichter als Vertreter des Herzogs keinen Widerspruch zu erheben. Damit existiert eine eigene, von den Bürgern getragene städtische Selbstverwaltung. Die Ausübung politischer Rechte und Pflichten ist ein Vorrecht der Bürger. Auf Details der Verfassung der Stadt wird nicht eingegangen. In der Urkunde erscheinen nämlich nur jene Bereiche, die den Landesfürsten als Stadtherrn betreffen, alles Übrige fällt in die Zuständigkeit des Rates. Der Herzog sichert sich seine dominierende Stellung und seinen Einfluss auf die innerstädtischen Verhältnisse. Er verzichtet darauf, Waffen und Pferde der Bürger im Krieg zu beanspruchen, damit sie im Bedarfsfall der Stadt zur Verfügung stehen können. Denn es gehört zu den Pflichten der Bürger, ihre Stadt zu verteidigen.

Der lateinische Text der Urkunde wurde von Ulrich, Protonotar Herzog Leopolds, in gotischer Urkundenschrift mit Eisengallustinte auf Pergament geschrieben. Der Tag der Ausstellung ist nach dem römischen Kalender angegeben: am 10. Tag vor dem 1. Mai, wobei erster und letzter Tag mitgezählt werden, also am 22. April, im Jahr der Menschwerdung des Herrn 1212, im 15. Jahr der Indiktion, einem fiktiven fünfzehnjahrigen Zyklus gerechnet ab dem Jahr 3 v. Chr., im dritten Jahr des Pontifikats Papst Innozenz II. und im dritten Jahr der Regierung Kaiser Ottos IV.
Das an gelb-weifßer Seidenschnur anhängende zweiseitige Siegel aus ungefärbtem Bienenwachs zeigt
Leopold VI. in voller Rüstung auf einem Pferd. Die Umschrift kennzeichnet ihn auf einer Seite als
Herzog von Österreich (LIVPOLDVS DEI GRACIA DVX AVSTRIE) und auf der anderen Siegelseite als
Herzog von Steiermark (LIVPOLDVS DEI GRACIA DVX STIRIE).

 Enns, März 2022

Das Legionslager Lauriacum hat eine Ausdehnung von ca. 540 x 400 Meter. In den Kasernen waren die ungefähr 6.000 Soldaten der legio II Italica untergebracht. Von den größeren Innenbauten sind das Zentralgebäude, das Lagerbad und das Lagerspital zu erwähnen. Die Gesamtbevölkerung von Lauriacum wird auf ca. 25.000 Menschen geschätzt.

 Enns, März 2022

Die Bogengänge im Hof sind mit 1547 bezeichnet.

 Enns, März 2022

Das Museum Lauriacum wurde 2018 im Rahmen der Landesausstellung komplett umgebaut und erneuert. In einem der modernsten Römermuseen Österreichs erwartet die Besucher eine spannende und erlebnisreiche Entdeckungsreise in die Welt der Legionäre, ihrer Geschichte und ihres Alltags.

 Enns, März 2022

Bei Handel und Verkauf sind Balken- oder Laufgewichtswaagen sowie Gewichte aus Blei, Bronze und Stein unerlässlich. Letztere sind oft figürlich ausgearbeitet und stellen häufig den Gott des Handels, Mercurius, dar. Im Imperium Romanum gibt es ein einheitliches Gewichtssystem. Die maßgeblichen Eichgewichte werden im Tempel der Iuno Moneta auf dem Kapitol aufbewahrt. Genormte Kopien werden in alle Provinzen verschickt.

In der Antike wird häufiger gemessen als gewogen, so auch sämtliche Schüttgüter wie Getreide oder Gewürze. Die
meisten Einheiten werden vom sextarius abgeleitet. Das wichtigste Getreidemaß ist der modius.

 Enns, März 2022

Familienaufstellung damals - So wurden Gruppenfotos früher gemacht.

 Enns, März 2022

Ruine der Georgskirche, Detail aus der Stadtansicht von 1593 - Museum Lauriacom

 Enns, März 2022

Den ehemaligen Ratssaal im ersten Stock schmückt eine Stuckdecke, die zwischen 1720 und 1730 entstanden ist.

 Enns, März 2022

Gemeindewappen von Enns: Geteilt; oben in Grün ein silberner, rot gewaffneter, wachsender Panther; unten von Silber und Rot geteilt. Gemeindefarben: Grün-Weiß-Rot

Das aus dem halben Pantherschild und aus den beiden unteren Dritteln des österreichischen Bindenschildes zusammengesetzte Stadtwappen gilt als Zeichen des zur Zeit seines Entstehens regierenden Landesfürsten und "Stadtherrn" Friedrichs II., der diese beiden Wappenbilder als Herzog von Österreich und Steier (1230-1246) erstmals im Siegel führte. Enns kam mit dem otakarischen Besitz infolge des zwischen den Herzögen Leopold V. und Otakar IV. am 17. August 1186 hier abgeschlossenen Georgenberger Vertrages auf dem Erbwege 1192 an die Babenberger.

 Enns, März 2022

Die Demarkationslinie ist eine durch Vertrag zwischen Staaten oder Kriegsparteien festgelegte Grenzlinie, die die
jeweiligen Hoheitsbefugnisse oder Einflussbereiche trennt. Durch Demarkationslinien wurden 1945 die Zonen der
vier Besatzungsmächte Frankreich, Großbritannien, UdSSR und USA in Österreich begrenzt Der Ennsfluss und damit auch die Eisenbahn- und Straßenbrücke in Enns war Teil der Demarkationslinie, die mitten durch Österreich verlaufend für zehn Jahre das Land zwischen Ost und West teilte. Schranken, Wachposten und Kontrolle an den beiden Seiten der Brücken gehörten damit zum Alltag. Der Stadtturm wurde zum Symbol für den wohl besetzten, jedoch demokratisch ausgerichteten Westen Österreichs.

Margarethe Ottilinger - mit 29 Jahren Sektionsleiterin im Bundesministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung - ist das prominenteste Opfer an der Zonengrenze. Im Auftrag der Bundesregierung sols sie Informationen über die sowjetischen Betriebe in Ostösterreich (USIA) zur Schätzung des Wertes sammeln. Für die Sowjetunion ist das Spionage: am 5. November 1948 kommt sie im Auto mit Minister Peter Krauland von Linz an die Ennsbrücke. Unter dramatischen Umständen festgenommen, darf der Minister weiterfahren, während Margarethe Ottilinger in der Kommandantur in St. Valentin zurückbleiben muss. Alle Proteste der Bundesregierung sind vergeblich. Ein Militärgericht verurteilt sie in Baden wegen antisowjetischer Tätigkeit zum Tod. Sie wird in die
Sowjetunion gebracht, wo ein Sondergericht die Todesstrafe in 25 Jahre Zwangsarbeit umwandelt; bei der Neuaufnahme ihres Prozesses, die Todesstrafe ist wieder eingeführt worden, verteidigt sie sich 1951 selbst - das Urteil auf 25 Jahre Zwangsarbeit wird bestätigt. Margarethe Ottilinger kehrt schwer krank erst nach Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 zurück. Sie kämpft gegen das ihr zugefügte Unrecht: der Oberste Sowjet hebt das Urteil auf und rehabilitiert sie 1956 als Stalin-Opfer. Von 1958-1982 ist sie Vorstandsdirektorin der ÖMV. In Wien-Mauer lässt sie die Wotruba-Kirche errichten. Margarethe Ottilinger stirbt 1992 in Wien.

 Enns, März 2022

Die Mauthausner Straße führt nördlich aus der Stadt Enns zur Westbahn (vormals Kaiserin-Elisabeth-Bahn).

 Enns, März 2022

Mauthausner Straße zum Hauptplatz von Enns mit dem Stadtturm

 Enns, März 2022

Schloss Ennsegg ist eine ehemalige landesfürstliche Burg mit Ausbauten um 1570 und im 17. Jhdt. mit einem renaissance Arkadenhof. Sie diente als Hauptquartier Napoleons von 4. bis 7. Mai 1809.

 Enns, März 2022

Das Schloss Ennsegg war Teil der Stadtbefestigung von Enns. Der Nordosttrakt setzt auf einer hohen Mauer auf und riegelt die Stadt nach Norden und Osten ab. An der Nordostecke springt ein viereckiger Turm aus der Mauer und macht seine Funktion als Flankenschutz der Stadtbefestigung deutlich. Statt von einem Dach wird er von einer zinnengekrönten Wehrplattform bedeckt.

 Enns, März 2022

Was haben Paris, Znaim und Enns gemeinsam? Von überall ist der jeweilige Stadtturm zu sehen.

 Enns, März 2022

Die Enns ist ein südlicher Nebenfluss der Donau in Österreich. Sie ist mit 254 km (nach älteren Quellen 320 km) der längste Binnenfluss Österreichs und bildet im Unterlauf die Grenze der Bundesländer Ober- und Niederösterreich. Ihr mittlerer Abfluss beträgt dort über 200 m³/s, sodass schon im frühen 20. Jahrhundert einige Wasserkraftwerke erbaut wurden.

 Enns, März 2022

Der Georgenberg in Enns ist der nördliche Ausläufer des Stadtberges. Die namensgebende Georgskirche erscheint am rechten Bildrand der Stadtansicht von 1593 als Ruine und wird einige Jahre später abgetragen. Ein jungsteinzeitliches Dorf, die älteste Siedlung im Ennser Stadtgebiet, befand sich auf diesem Geländesporn. Hinweise auf eine vorrömische Befestigungsanlage fehlen. Die legio II Italica erichtet auf dem weithin sichtbaren Höhenrücken ein Heiligtum. Aus einer massiven Brandschicht stammen zahlreiche Bruchstücke von Steintafeln mit Inschriften - Weihungen an eine nicht bekannte Gottheit und Namen der Soldaten aus der ersten Hälfte des 3. Jh.

An der Wende vom 7. zum 8. Jh. entsteht eine Siedlung am Georgenberg, die durch eine Brandkatastrophe zerstört wird. Zur geborgenen Keramik finden sich unmittelbare Vergleiche in einem kleinen slawischen Brandgräberfeld in Enns. Die hier am 17. August 1186 zwischen dem steirischen und dem österreichischen Herzog geschlossene Georgenberger Handfeste bestätigt die Rechte der geistlichen und weltlichen Herren der Steiermark für den Fall, dass die Babenberger die Erbnachfolge antreten, was 1192 geschieht. Diese Urkunde hat die Grundlage für die Entwicklung zum heutigen Österreich geschaffen.

 Enns, März 2022

Die Georgenberger Handfeste ist eine von zwei Urkunden, die am 17. August 1186 auf dem Georgenberg in Enns (heute Alte Ennsburg im Schlosspark Ennsegg) ausgestellt wurden.
Die größere der beiden Urkunden, die Georgenberger Handfeste genannt wird, berichtet über eine Abmachung zwischen dem Herzog der Steiermark, Ottokar IV. aus dem Geschlecht der Traungauer, und dem Herzog von Österreich, Leopold V. aus dem Geschlecht der Babenberger. Der kinderlose und unheilbar kranke Ottokar vererbte sein Herzogtum an Leopold und dessen Sohn Friedrich mit der Bestimmung, dass Österreich und die Steiermark für immer ungeteilt bleiben sollten.

 Enns, März 2022

Auch aus der westlich geführten Linzer Straße erblickt man den Ennser Stadtturm.

 Enns, März 2022

Der Name der Enns leitet sich vom keltischen Ani her. Die Römer hatten daraus den lateinischen Namen Anisus gemacht. Im 9. Jahrhundert wurde der Fluss Anesis bzw. Enisa genannt, woraus sich später der Name Enns entwickelt hatte. Um 400 v. Chr. besiedelten Kelten das Land. Deren Königreich Noricum wurde 15 n. Chr. dem Römischen Reich angegliedert und im Jahr 45 zur römischen Provinz Noricum erhoben.

 Enns, März 2022

Nicht ganz so alt, aber auch schon in die Jahre gekommen - und technologisch längst überholt - ist dieser Briefkasten den Post und die Telefonzelle der vormals staatlichen Post- und Telegraphenverwaltung vor der Station Enns Bahnhof.

 Enns, März 2022




Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: