Jedenspeigen

im Marchfeld, August 2023

Jedenspeigen ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Gänserndorf im Weinviertel in Niederösterreich. Die Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen am 26. August 1278 zwischen dem Böhmenkönig Přemysl Ottokar II. und dem Habsburger Rudolf I. endete mit dem Sieg des Habsburgers, Ottokar II. wurde dabei erschlagen.

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Katholische Pfarrkirche Jedenspeigen hl. Martin: Die Kirche im Kern aus dem Mittelalter wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. durch die Architekten Franz Sitte (Vater von Camillo Sitte) und Friedrich von Schmidt, Architekt des Wiener Rathauses, neugotisch erweitert. Im Inneren bedeutende Epitaphe der Familie Kollonitsch aus der Zeit um 1600.

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Das Kircheninnere zeigt ein im Ende des 17. Jahrhunderts barockisiertes Langhaus unter einem Tonnengewölbe mit Stichkappen zwischen breiten Gurten auf Wandpfeilern mit einem umlaufenden verkröpften Gesims. Der gedrungene Triumphbogen ist profiliert und zeigt das Pestkreuz aus 1680. Die dreiteilige kreuzgratunterwölbte Orgelempore steht auf toskanischen Säulen. Der leicht erhöhte zweijochige Chor hat einen Fünfachtelschluss.

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Die überwiegend einheitliche neugotische Einrichtung entstand im vierten Viertel des 19. Jahrhunderts. Den Hochaltar schuf C. Leimer 1880 als neugotischer Flügelaltar auf einer Marmormensa mit einem zentralen Schrein, er trägt Figuren, mittig Christus flankiert von Maria und Josef. Im Chor  Epitaphien der Familie Kollonitsch als Patronatsherren der Pfarre von 1583 bis 1874.

Am 9. September 1702 wurde die Kirche von Kardinal Leopold Karl Graf von Kollonitsch (1631-1705) unter Pfarrer Reboll mit drei barocken Altären geweiht: der Hochaltar dem Hl. Martin, der rechte Seitenaltar dem Hl. Urban, der linke Seitenaltar dem Hl. Antonius.

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Das Langhaus aus dem 12. Jahrhundert erhielt um 1360 einen Chor. 1697 wurde die Kirche barockisiert und 1702 durch Kardinal Leopold Karl von Kollonitsch geweiht. 1858 erfolgte der Anbau des nördlichen Seitenschiffes sowie der Anbau der Marienkapelle nach den Plänen des Baumeisters und Architekten Franz Sitte. Eine weitere Umgestaltung des Kirchenäußeren und der Einrichtung erfolgte von 1880 bis 1886 nach den Plänen des Architekten Friedrich von Schmidt. 1945 entstanden schwere Kriegsschäden. Die neugotische Orgel baute Franz Josef Swoboda 1899.

Im Herbst 1997 wurde eine neue Orgel von der Firma Doubek aus Iglau/Mähren fertig gestellt: zweimanualig mit 11 Register und 850 Pfeifen. Die Finanzierung erfolgte durch einen großzügigen Gönner aus der Pfarre. Das alte Orgelgehäuse ist denkmalgeschützt und mußte erhalten bleiben. Die Restaurierung erfolgte durch die Firma Rettenbacher aus Payerbach.

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Renaissance-Grabmal im Presbyterium rechts - Joh. Bartholomäus von Kollonitsch, gest, am 3. Juni 1602, begraben am 24. Juli 1602. Sohn des Grafen Georg Seyfried u. Helena von Kollonitsch; er starb laut Inschrift im Grabmal "durch einen sich selbst beigebrachten Schuß".

Grabmal im Presbyterium vorne rechts - † Seyfried Freiherr von Kollonitsch, 20. Juli 1594, 44 Jahre alt.
Die Herrschaft Jedenspeigen, mit der das Patronat über die Pfarrkirche verbunden ist, war von 1583 bis 1874 im Besitz der gräflichen Familie Kollonitsch. Unter dem Presbyterium befindet sich die Familiengruft. Bedeutende, aussagekräftige Grabdenkmäler dieser Familie zieren das Innere der Kirche.

Renaissance-Grabmal im Presbyterium vorne links - Gräfin Helena von Kollonitsch (gest. 1589) mit ihren vier ungetauften Kindern (zu ihren Füßen), mit ihrem Mann Georg Seyfried (gest. 1599) und den sechs überlebenden Söhnen. Renaissance-Relief aus weißem Marmor (Auferstehung Christi) und vier Inschrift-Tafeln.
Darüber: Anna-Selbdritt (Hl. Anna, Hl. Maria und Jesuskind).

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Das Geschlecht der Kolonitsch ist erstmals im Königreich Kroatien nachweisbar. Im 13. Jahrhundert stand es mit dem Gut Kollograd, seinem Stammsitz, in Verbindung. Heute ist es eine Burgruine. Als nachweisbarer Ahnherr gilt Nikolaus von Kollonitsch. Stetes Vordringen der Türken vertrieb die Kollonitsch aus dem Königreich Kroatien nach Ungarn, später in die Steiermark und anfangs des 16. Jhdt. ließen sie sich auch in Nieder-Österreich nieder. In Anerkennung der vielfachen Verdienste, welche sich die Familie im Laufe der Jahrhunderte erworben hatte, (Staats- und Hofdienste, Tapferkeit im kaiserlichen Heer) wurden einzelne Mitglieder des Rittergeschlechts durch Kaiser Rudolf II. am 27.Sept. 1583 in den Freiherrenstand erhoben, darunter auch die Brüder Gabriel, Hans Bartholomäus und Georg Seyfried. Georg Seyfried von Kollonitsch (1536-1599) war seit 1572 mit der Verwaltung der Burghauptmannschaft Forchtenstein und Eisenstadt betraut und erwarb im selben Jahr Schloss und Herrschaft von Jedenspeigen, womit auch das Patronat verbunden war. Er ließ das Schloss im Renaissancestil erneuern. Sein Wappen u. das seiner Gattin Helena Fuchs Freiin von Fuchsenberg und Gauffenberg befinden sich noch heute über der Toreinfahrt des Schlosses.

Von den elf Söhnen des Ehepaares starben fünf im Kindesalter. Bei der Geburt eines weiteren Kindes starb Gattin Helena und wurde als erste im Jahre 1589 in der Familiengruft unter dem Presbyterium bestattet. Ihr Sohn Hans Bartholomäus (gest. 1594), ihr Ehemann Georg Seyfried (gest. 1599) sowie weitere Mitglieder der gräflichen Familie wurden in der Gruft bestattet. 1787 wurden die Metallsärge verkauft, die Gebeine wahrscheinlich in der Familiengruft der Kirche von Groß-Schützen (Velké Leváre) in der Slowakei überführt. 14 Sargtafeln (übergoldete Kupferplatten) befinden sich nun an der Wand im Marienschiff. Weitere Grabtafeln der Familie Kollonitsch sind ebenfalls an der Wand im Marienschiff, einige in der Taufkapelle. 1885 ließ Pfarrer Roth die leere Gruft schließen.
Bei der Innenrenovierung 1983 wurde der Einstieg in die Gruft für immer geschlossen. Nach dem Tode des 16-jährigen Adam (gest. 1723), der mit seiner Mutter, Maria Elisabeth von Kollonitsch, als letzte in der heute geschlossenen Familiengruft der Kirche beigesetzt wurde, gab es keinen direkten männlichen Nachfolger.

Laut Auskunft des erzbischöflichen Diözesan-Archives fiel nach dem Tod von Johann Heinrich von Kollonitsch (1721) die Herrschaft an Kardinal Sigismund Ernst Graf von Kollonitsch. Dieser adoptierte seinen Vetter Ladislaus Freiherr von Zay und bestimmte ihn zum Universalerben. Von Kaiser Karl VI. wurde er 1728 in den Grafenstand erhoben und heiratete Maria Elenore von Kollonitsch. 1746 wird testamentarisch festgelegt, dass das Erbe nicht geteilt werden darf und bei Aussterben der männlichen Nachkommenschaft an das Erzbistum von Wien fällt. Mit dem Tod von Max Graf Kollonitsch trat am 17. Juni 1874 dieser Fall ein. Bis 1984 war die Pfarre Jedenspeigen noch eine Patronatspfarre, ab 1.1.1985 ist das herrschaftliche Gut ausschließlicher Besitz des Erzbistum von Wien.

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Altar im Seitenschiff - Neugotischer Marienaltar nach Zeichnungen des Dombaumeisters Schmidt (1883).
Die Mensa des Altares ist aus Carrara-Marmor, die tragenden Säulen aus ägyptischem Marmor (aus einem einzigen Block gedreht). Die Säulen sind ein Geschenk des ägyptischen Vizekönigs an Kaiser Franz Joseph und waren für die Votivkirche in Wien bestimmt.

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Hl. Antonius war zunächst Augustiner-Chorherr. Er wurde Priester und Franziskaner, um in Afrika den Glauben zu verkünden. Schwer erkrankt, mußte er zurück und war nach seiner Genesung ein beliebter Prediger in Südfrankreich und Italien. Franz von Assisi bestimmte ihn zum Lehrer der Theologie für die Minderbrüder. Gestorben am 13. Juni 1231 in Padua. Das Grab ist in der nach ihm benannten Basilika. Antonius von Padua wird als Helfer in vielen Nöten weiterhin verehrt.

Altar im Hauptschiff rechts - Barockbild mit dem Hl. Papst Urban, Patron der Weinbauern; weiters der Hl. Florian, Schutzpatron gegen Feuersgefahr und der Hl. Wendelin, Schutzherr für Feld und Vieh.

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Die Pfarrkirche Jedenspeigen steht erhöht im Westen des Ortes in der Marktgemeinde Jedenspeigen im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich. Die dem Patrozinium hl. Martin von Tours unterstellte römisch-katholische Pfarrkirche gehört zum Dekanat Zistersdorf im Vikariat Unter dem Manhartsberg der Erzdiözese Wien.

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Im Schloss Jedenspeigen befinden sich die Ausstellungen „Schlacht & Schicksal Jedenspeigen 1278 – Brennpunkt Mittel­europas“, „Kellerlandschaften Mittel­europas“ und die Sonderausstellung „Weinglaskultur im Wandel der Zeit“ mit der weltgrößten Weingläsersammlung.

Der Schlußstein am gotischen Steintor trägt die Jahreszahl 1192. Das Schloß, im 15. Jahrhundert zerstört, wurde um 1600 von den Grafen Kollonitsch wieder aufgebaut. Zur Herrschaft Jedenspeigen gehörte auch Sierndorf, Haindorf, Burg Schleinitz und Großschützen, jetzt Velke Levare. Das Schloß beherbergt eine Dokumentation über die Schlacht von 1278, bei der Rudolf von Habsburg den Böhmenkönig Ottokar besiegte. Vor dem Schloß schlafen Waldohreulen in den alten Thujen, am Schloßturm nisten Turmfalken und Dohlen.

Jedenspeigen als Epizentrum ritterlicher Kämpfe
Nach der Schlacht zwischen Rudolf von Habsburg und Ottokar II. Przemysl im Jahr 1278 wird die Burg Jedenspeigen unweit des Schlachtfeldes für 200 Jahre Stammsitz des Rittergeschlechts der „Idunspeuger". Im Spätmittelalter ist die Blütezeit des Rittertums schon vorüber: Mit den neuen Feuerwaffen werden Schlachten nicht mehr nur im Nahkampf, sondern auch aus großer Entfernung geführt. Geld als Zahlungsmittel löst zunehmend Feudalverhältnisse auf, die Preise für landwirtschaftliche Waren fallen, die Löhne für die Lohnarbeiter steigen, im Militär sind anstatt der Ritter zunehmend bezahlte Söldner gefragt. Auch König Albrecht bedient sich ihrer.

Die Situation eskaliert, als die Vormundschaft für seinen kurz nach seinem Tod geborenen Sohn Ladislaus Postumus seinem Onkel, den späteren Kaiser Friedrich III., übertragen wird. Der Sold für die Kriegsdienste für König Albrecht ist noch immer nicht beglichen. Mährische und böhmische Gläubiger beginnen, sich durch Plünderungen schadlos zu halten. So 1440 auch die drei Idunspeuger Brüder Kaspar, Jörg und Balthasar. Zusammen mit dem Söldnerführer Pankraz von Holitsch aus Mähren verwüsten sie das umliegende Land. Die kaiserlichen Truppen mit 113 berittenen Söldnern und 452 Fußsoldaten nehmen 1441 die Burg Jedenspeigen ein. Kaspar kann entkommen, die Herrschaft wird enteignet. Ab dem 16. Jahrhundert wird aus der Burg das Schloss in seiner heutigen Form.

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Das Schloss ist das Zentrum für Geschichte, Kultur und Wein
Seit 1978 beherbergt das Schloss die Dokumentation über die größte Ritterschlacht auf europäischem Festland im Jahre 1278 am Marchfeld zwischen Jedenspeigen und Dürnkrut. Die 2019 neu gestaltete Ausstellung „Schlacht & Schicksal Jedenspeigen 1278 - Brennpunkt Mitteleuropas" zeigt in beeindruckender Form, mit Multimediaelementen untermalt, Vorgeschichte, Schlacht und Auswirkungen in den Jahrzehnten danach.

Wenzel bittet Rudolf von Habsburg um die Leiche seines Vaters Przemysl Ottokar
Anton Petter, 1826
Belvedere, Wien 2007 Leihgabe des Vereins der Freunde der Österreichischen Galerie, Reproduktion

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Die Árpáden -die Gründer Ungarns
Nach einer jahrhundertelang dauernden Wanderung durch die zentralasiatische Steppe kamen die Ungarn um 850 im Gebiet der heutigen Ukraine an. Von da starteten die verschiedenen Stämme die ersten Raubzüge nach Mitteleuropa und erkundeten dabei die fruchtbaren Gebiete des Karpatenbeckens. Dies wurde zum Auslöser der sogenannten „ungarischen Landnahme". Unter der Führung von Fürst Árpád drangen - nach der Überlieferung im Jahr 896 - die ungarischen Stämme ins Karpatenbecken ein. Dieses war natürlich nicht unbewohnt, doch verdrängten die Neuankömmlinge die awarischen, mährischen und bulgarischen Siedler relativ rasch. Noch waren die Ungarn Viehzucht betreibende Nomaden, die zusätzlich Überfälle und Sklavenhandel betrieben. In den nächsten Jahrzehnten führten sie immer wieder Raubzüge vor allem in den Westen durch und erreichten dabei sogar Frankreich und Spanien. In der Zeit der Ungarnstürme ertönte in den Kirchen oft das Gebet „Von den Pfeilen der Ungarn rette uns, O Herr!". Der Wendepunkt kam 955 nach der Niederlage auf dem Lechfeld gegen Kaiser Otto I.

Árpáds Urenkel, Fürst Géza, verstand die veränderte Situation und normalisierte Ungarns Beziehungen zum Heiligen Römischen Reich, bat sogar den Kaiser um christliche Missionare. Sein Sohn, Stephan I., festigte die Macht der Árpáden und besiegte die rivalisierenden Stammeshäuptlinge. Dank seiner Heirat mit Gisela von Bayern gewann die Christianisierung des Landes an Dynamik, eine kirchliche und weltliche Verwaltung wurde aufgebaut. Der später heilig gesprochene Stephan wurde als erster ungarischer Herrscher um die Jahrtausendwende zum König gekrönt. Der Königstitel blieb von da an bis zum Aussterben der männlichen Linie 1301 in der Familie der Árpáden.

Nach Stephans Tod begann eine stürmische, von Thronstreitigkeiten belastete Epoche. Erst unter der Regierung des später heilig gesprochenen Königs Ladislaus I. kam das Land um 1100 wieder zur Ruhe. In dieser Zeit begann die Expansion des Königreichs Ungarn nach Süden: das Königreich Kroatien, das Gebiet Dalmatiens und später einige Teile Bosniens wurden erobert. Die Árpádenzeit erreichte ihre Blüte Ende des 12. Jahrhunderts unter König Béla III. Sein Sohn, Andreas II., führte einen Kreuzzug ins Heilige Land und versuchte, das russische Fürstentum Halitsch zu erobern. 1222 erließ er die Goldene Bulle, in der Privilegien, Rechte und Pflichten des Adels geregelt waren. Sie wurde Grundlage der „adeligen Verfassung Ungarns", die bis 1848 Bestand hatte.

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Rudolph I. von Habsburg
Augustin Gustav Lasinsky, um 1840, Historisches Museum Frankfurt

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Mongolensturm (1241-1242)
Als 1227 Dschingis Khan starb, waren die Mongolen zur führenden Macht in Asien aufgestiegen. Missionare aus dem Dominikanerorden hatten vor der expansiven Macht der „Tataren" Warnungen nach Rom geschickt, doch Europa nahm die Gefahr erst mit dem Fall von Kiew 1240 ernst. Für Vorbereitungen war es zu spät, als die Mongolen, aufgeteilt in drei Heeresgruppen, in Mitteleuropa einfielen. Eine Armee griff Polen an und eroberte Krakau, ein kleineres Kontingent zog nach Siebenbürgen, doch das Hauptheer unter der Führung von Batu Khan, eines Enkels Dschingis Khans, nahm das Königreich Ungarn ins Visier. König Béla IV. bat den Papst und alle Herrscher Europas um Hilfe, doch seinem Ruf folgte nur der Herzog von Österreich, Friedrich II. - Die beiden waren nicht nur Cousins zweiten Grades, sondern auch kurze Zeit verschwägert gewesen. Der Babenberger besiegte eine kleine Einheit des mongolischen Heeres, doch danach kehrte er in seine Länder zurück. Die vom Westen alleingelassenen ungarischen Truppen erlitten am 11. April 1241 eine vernichtende Niederlage in der Schlacht bei Muhi im Osten des Landes. König Béla konnte sich in letzter Minute retten und floh an die westliche Grenze seines Reiches.

Sein Verwandter Friedrich II. bot ihm an, sich ins sichere Österreich zu retten, doch kaum dort angekommen, wurde Béla vom österreichischen Herzog gefangen genommen. Um seine Freiheit wiederzuerlangen, musste er drei ungarische Grenzkomitate - ungefähr das Gebiet des heutigen Burgenlandes - an Herzog Friedrich verpfänden. Danach floh König Béla mit seiner Familie nach Dalmatien. Sein Königreich Ungarn wurde von den Mongolen besetzt und verwüstet. Der weitere Vorstoß nach Westen war bereits geplant, mongolische Späher waren bis nach Klosterneuburg vorgedrungen. Doch im März 1242 verließen die Mongolen plötzlich das Land. Ihr Anführer Batu Kahn hatte vom Tod des Großkhans Ugedai erfahren und kehrte in der Mongolei zurück, um an der Wahl des Nachfolgers teilzunehmen. Im Mai 1242 kehrte Béla IV. in ein verwüstetes Land zurück. Weite Landstriche waren entvölkert, zu den Zerstörungen kam eine schreckliche Hungersnot. Es ist Bélas Geschick zu verdanken, dass sich das Land rasch erholte, man nannte ihn den „zweiten Gründer Ungarns".

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Ottokar II. von Böhmen
Adolf Liebscher, 1900, Galerie der Hauptstadt Prag, Reproduktion

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Das Heilige Römische Reich - Römische Kaiser
Am 25. Dezember des Jahres 800 wurde der Frankenkönig Karl, genannt der Große, von Papst Leo III. in der Peterskirche in Rom zum Kaiser der Römer gekrönt. Nach über drei Jahrhunderten gab es im Westen wieder einen Kaiser, der sich zum einen als Nachfolger der antiken Cäsaren betrachtete, zum anderen den Anspruch vertrat, als Stellvertreter Gottes der weltliche Herr der gesamten Christenheit zu sein. Den Kaisertitel errang der fränkische König in der Folgezeit nicht automatisch, es bedurfte der Krönung durch den Papst in Rom. Nach dem Tod Ludwigs des Frommen, Karls Sohn, wurde das Frankenreich unter seinen Söhnen aufgeteilt. Nach der Reichsteilung von Verdun 843 blieb der Kaisertitel dem König von Italien vorbehalten, mit der Kaiserkrönung Ottos des Großen 962 ging dieser Anspruch auf die deutschen Könige über.

In den ersten zwei Jahrhunderten des erneuerten Kaisertums galt der Kaiser als Schutzherr der Kirche und konnte sogar auf die Papstwahl Einfluss nehmen. Doch im Hochmittelalter stellte das Papsttum den kaiserlichen Vorrang in Frage und beanspruchte diesen selbst. Die Auseinandersetzung gipfelte im Investiturstreit, der mit dem Kirchenbann Heinrichs IV. und dessen „Gang nach Canossa", einer Burg, in der Papst Gregor VII. damals residierte, begann und mit kleineren Unterbrechungen bis ins 13. Jahrhundert dauerte. Seit Jahrhunderten war es nur deutsche Könige gewesen, die sich in Rom zum Kaiser krönen ließen. Sie waren es, die - um das Gleichgewicht mit der erstarkten Kirche wiederherzustellen - nach der Heiligsprechung Karls des Großen (1165) das Reich selbst als „heilig" zu bezeichnen begannen. Der Kaisertitel war allerdings keine Garantie für eine politisch erfolgreiche Herrschaft. Die Krönung verlieh eher eine symbolische Macht, deren kluger Einsatz vom jeweiligen Kaiser abhing.

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Sieg Rudolfs von Habsburg über Ottokar von Böhmen auf dem Marchfeld im Jahre 1278
Julius Schnorr von Carolsfeld, 1838, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt, Reproduktion

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Die Babenberger - das Ende einer Dynastie
Die Blütezeit der Babenberger wird mit der Regierung Leopolds VI. gleichgesetzt. Während seiner Regierung wurden die Herzogtümer Österreich und Steiermark vereint. Sein Hof in Wien war ein kulturelles Zentrum an dem auch der Minnesänger Walther von der Vogelweide wirkte. Leopolds Nachfolger wurde 1230 sein Sohn Friedrich, der den gut zutreffenden Beinamen „der Streitbare" erhielt. Seine Regierung zeichnete sich durch ständige militärische Auseinandersetzungen mit den Nachbarländern aus, vor allem mit dem Königreich Ungarn, dem Herzogtum Bayern und dem Königreich Böhmen, aber er schaffte es auch, die Wut des Kaisers auf sich zu ziehen, was ein auf kaiserlichen Befehl geführter Feldzug der Reichsfürsten gegen den Herzog deutlich machte.

Friedrich starb am 15. Juni 1246 in der Schlacht gegen die Ungarn an der Leitha. Da er keine Nachkommen hatte, starb mit ihm an diesem Tag die Dynastie der Babenberger in männlicher Linie aus. Die einzigen lebenden Familienmitglieder waren zwei Frauen: Margarete, die ältere Schwester Friedrichs des Streitbaren, und seine Nichte Gertrud. Es begann ein Wettlauf zwischen den Nachbarländern um die verwaisten Herzogtümer und um eine Heirat mit den Babenbergerinnen.

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Der Tod Friedrich des Streitbaren 1246
1241 erpresste Friedrich der Streitbare den vom Mongolensturm bedrohten ungarischen König Bela IV., der sein Schwager und vielfach Verwandter war. Die Schlacht an der Leitha, in der Friedrich der Streitbare den Tod fand, war auch eine Revanche Belas für das Verhalten fünf Jahre zuvor.

Grabplatte Friedrich II. des Streitbaren von Babenberg im Stift Heiligenkreuz
Abguss Mitte des 20. Jahrhunderts, Stadtmuseum Wiener Neustadt

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Die Bevölkerung Europas um 1250
Die genaue Bevölkerungszahl Europas kann auf Grund ungenauer Quellen nicht exakt bestimmt, sondern nur geschätzt werden. Volkszählungen, Matrikeln oder ähnliche Aufzeichnungen gab es noch nicht.
In Europa gab es vom 10. Jahrhundert bis zur großen Pest im 14. Jahrhundert ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum, dessen Grundlage die sich rasch entwickelnde Landwirtschaft war. Dank der verbesserten Produktionsmethoden und der daraus resultierenden besseren Versorgung mit Nahrungsmitteln sank die Kindersterblichkeit und stieg die Lebenserwartung. Im 13. Jahrhundert kann man daher von 70 bis 80 Millionen Menschen in Europa ausgehen, deren geografische Verteilung jedoch große Unterschiede aufwies. Die Bevölkerungsdichte war im Westen und Süden Europas mit mehr als 20 Personen pro Quadratkilometer die größte, während in Mittel- und Osteuropa diese Zahl unter 10 lag. Besonders beliebte Siedlungsplätze lagen entlang von Flüssen, wo auch die ersten Städte entstanden.

Im 13. Jahrhundert wuchsen die bestehenden Städte weiter und neue wurden gegründet. Die größten Städte des Kontinents waren die italienischen Hafenstädte Venedig und Genua mit je zirka 100.000 Einwohnern. Im deutschen Sprachraum war Köln mit 40.000 Einwohnern die größte Siedlung, die meisten Städte beherbergten aber nur 2.000 bis 3.000 Menschen. Der rasche Bevölkerungszuwachs führte in manchen Gebieten zu einer Überbevölkerung, die im 12. und 13. Jahrhundert die Kolonisierung der östlichen, rar besiedelten Gebiete des Reiches begünstigte.

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Der heilige Leopold vor einer Donauansicht und dem Leopoldsberg im Hintergrund
Wilhelm August Rieder, 1849, Dorotheum, Reproduktion

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Von Ostarrichi zu Österreich
996 wird erstmals der Name Ostarrichi in einer Urkunde verwendet. Gemeint war ein Gebiet in der Marcha Orientalis, einer unter Karl dem Großen geschaffenen Verwaltungseinheit des bairischen Stammesherzogtums. Der Einfall der Ungarn um 900 vernichtete diese Mark, erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld 955 wurde das Gebiet nach und nach zurückgewonnen. 976 wird Leopold (Luitpold) I. aus dem Geschlecht der Babenberger als Markgraf genannt. Seine Nachkommen erweitern ihr Herrschaftsgebiet und verschieben die Grenze zu Ungarn Mitte des 11. Jahrhunderts an die Flüsse March und Leitha.

Markgraf Leopold III. zählt bereits zu den mächtigsten Fürsten im Reich. Seine Heirat mit Agnes, Tochter Kaiser Heinrichs IV. aus dem Geschlecht der Salier und Witwe des schwäbischen Herzogs Friedrichs I. von Hohenstaufen, verbindet die Babenberger mit der Spitze des Reiches. 1156 teilt Kaiser Friedrich Barbarossa Baiern in zwei neue Herzogtümer. Im Privilegium Minus erhält sein babenbergischer Verwandter Heinrich II. Jasomirgott das neu geschaffene Herzogtum Österreich, der andere Teil besteht als Herzogtum Baiern weiter.

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Fresko „Marienkrönung" mit dem Kremser Bürger Gozzo als Stifterfigur
Kopie des Originals aus dem 13. Jahrhundert in der Dominikanerkirche in Krems, um 1970, Budesdenkmalamt

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Ottokar II. Přemysl und das Erbe der Babenberger
Das genau Geburtsdatum Ottokars II. Přemysl ist nicht bekannt, vermutlich kam er Anfang des Jahres 1233 auf die Welt. Sein Vater war der böhmische König Wenzel I., seine Mutter war die ungarische Königstochter Konstanze. Über die Kindheit Ottokars ist nichts bekannt, er dürfte aber eine ähnliche Ausbildung wie andere Fürstensöhne des 13. Jahrhunderts erhalten haben. Reiten und der Umgang mit Waffen gehörten dazu, wie auch die Unterweisung in höfischen Umgangsformen. Neben Geschichte erlernte Ottokar vermutlich auch Grundkenntnisse in den Fremdsprachen Deutsch und Latein. Ottokar war der Zweitgeborene und hatte einen älteren Bruder, Vladislav. Dieser hatte 1246 Gertrud von Babenberg geheiratet, die Nichte Friedrichs des Streitbaren, doch er verstarb wenige Monate nach der Hochzeit. Nach dem Tod seines älteren Bruders stieg Ottokar zum Thronfolger auf und wurde von seinem Vater 1247 zum Markgrafen von Mähren erhoben. Gertrud heiratete 1248 erneut, den Markgrafen Hermann von Baden, dem sie 1249 den Sohn Friedrich gebar, der zwar den Herzogstitel von Österreich und Steiermark führte, aber aufgrund seiner Jugend nie reale Macht in diesen Ländern ausübte.

Auf der Suche nach einem neuen Herrscher wandten sich österreichische Adelige im Jahr 1251 an Ottokars Vater, König Wenzel I. von Böhmen. Ottokar kam daraufhin mit Heeresmacht nach Österreich, wo er als neuer Herzog anerkannt wurde. Um seine Stellung zu legitimieren, heiratete er 1252 in Hainburg die wesentlich ältere Margarete. Gertrud von Babenberg verbündete sich nun mit dem ungarischen König Bela IV. um die Rechte ihres Sohnes durchzusetzen, doch Ottokar, seit 1253 auch König von Böhmen, arrangierte sich mit Bela und trat diesem die Steiermark ab. Doch dieser Friede war brüchig, 1260 besiegte Ottokar die Ungarn in der Schlacht bei Groissenbrunn - einer weiteren Marchfeldschlacht - und erhielt auch die Steiermark zurück. 1269 fielen auch Kärnten und Krain an ihn. Am Höhepunkt seiner Macht war Ottokar Herr über Böhmen, Mähren, Österreich, Steiermark, Kärnten, Friaul, die Krain und die Windische Mark.

Rudolf - Image und Legende
Utrum lubet - Wie es beliebt - war der Wahlspruch Rudolf von Habsburgs. Diese Orientierung am Möglichen passt zu Rudolf, der sich - untypisch für einen Adeligen, gar König seiner Zeit - am wohlsten unter den Bürgern der aufstrebenden Städte fühlte. Zur gleichen Zeit waren zwei neue Orden entstanden, Franziskaner und Dominikaner, die sich sowohl in den städtischen Zentren entfalteten als auch als Bettelmönche über Land zogen. Sie verbreiteten das Image von Rudolf als frommen, bescheidenen aber auch gewitzten Herrscher. Unzählige Geschichten haben sich erhalten, von Rudolf, der selbst ein Wams flickte oder in Burgund Rüben aus einem Feld zog und diese dann verspeiste. Der Habsburger hatte eine große Nase, und ein Mann hatte behauptet, dass er wegen der langen Königsnase nicht an ihm vorbeikommen könne. Rudolf habe darauf mit einem Lachen seine Nase zur Seite geschoben.

Am berühmtesten wurde die Geschichte von Rudolf mit dem Priester. Ein Priester, der zu einem Sterbenden wollte, konnte einen Hochwasser führenden Fluss nicht überqueren. Der zufällig vorbeikommende Rudolf überließ ihm sein Pferd und als der Priester dieses später zurückgeben wollte, schenkte es ihm der Habsburger, weil dieses seinen Erlöser getragen hätte und er es nicht zurücknehmen könne. Der Priester weissagte ihm darauf den künftigen Glanz seiner Dynastie. Friedrich von Schiller widmete dieser Legende die Ballade „Der Graf von Habsburg".

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Interregnum
Das Reich der Staufer, das mit der Regierung Kaiser Friedrichs II. seine letzte Blütezeit erlebte, geriet wegen dem sich erneuernden Konflikt mit der Kirche ins Wanken. Papst Innozenz IV. exkommunizierte 1245 den Kaiser im Zuge der Synode von Lyon, mit dem die ihm gegenüber geleisteten Lehenseide auch für nichtig erklärt wurden. Manche Fürsten machten von dieser Gelegenheit Gebrauch und wählten den Grafen Wilhelm von Holland zum Gegenkönig. Nach dem Tod Friedrichs II. 1250 und dem seines Sohnes Konrads IV. 1254 endete das Stauferreich. Dies war der Beginn des so genannten Interregnums, eine Zeit „zwischen Königen", also ohne Herrscher. Tatsächlich gab es sogar mehrere Könige, von denen sich aber keiner durchsetzte.

1258 kam es zur Doppelwahl von Alfons von Kastilien und Richard von Cornwall - beide mit dem Staufergeschlecht verwandt. Der böhmische König Ottokar II. gab seine Stimme für beide Kandidaten ab, um das Reich zu schwächen und seine Wählerstimme zu sichern. Alfons hatte das Reich wegen Geldmangels nie betreten, während sein Rivale mehrere erfolglose Feldzüge startete. Ein Durchbruch gelang keinem von beiden. Das Interregnum endete schließlich 1273 mit der Wahl Rudolfs von Habsburg. Das Ansehen des Königtums erlitt aber einen unumkehrbaren Schaden. Ohne ausreichendes Talent und Verbindungen konnte im Folgenden keiner der gewählten Könige seine Macht effektiv durchsetzen.

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Schwerter im 13. Jahrhundert
Das Schwert war die wichtigste Nahkampfwaffe, sowohl bei den Fußsoldaten wie auch den Rittern. Im Laufe des Mittelalters wurden zwei Varianten des zweischneidigen Schwertes entwickelt, das einhändige und der Bihänder.
Im 13. Jahrhundert dominierte das einhändige Schwert. Je nach Ausführung lag das Gewicht zwischen einem und 1,5 Kilogramm, die Länge der Klinge lag unter einem Meter.

Der Bihänder war schwerer und wog mehr als 1,5 Kilo. Die Klinge war länger und breiter, der Schwerpunkt der Waffe rückte näher zum Griff. Dadurch waren zwei Hände notwendig, um das Schwert zu führen, daher der Name. Die Waffe wurde nicht unbedingt dazu eingesetzt, um den Gegner zu töten, sondern diesen bewusstlos oder kampfunfähig zu machen, um dann Lösegeld fordern zu können. Der Bihänder endete in einer Spitze, während ältere Schwerter meist ein abgerundetes Ende hatten.

Die Armbrust
Im 12. Jahrhundert tauchte die Armbrust zum ersten Mal auf und entwickelte sich bis zum Ende des 13. Jahrhunderts zur gefürchtetsten Waffe des Mittelalters. Auf einem Holzstamm war ein Bogen befestigt. Um die Sehne zu spannen, war ein eigenes Spanngerät notwendig, da die menschliche Kraft dafür nicht mehr ausreichte. Die Durchschlagskraft eines mit der Armbrust abgefeuerten, rhombenförmigen Pfeils war so enorm, dass sogar ein Rüstungspanzer durchbrochen werden konnte. Die Betätigung der Armbrust konnte schnell erlernt werden, auch Bauern und Bürger wurden damit bewaffnet. Sie ermöglichte einen genauen Schuss aus bis zu 300 Meter Entfernung und konnte sogar aus dem Hinterhalt verwendet werden. Ein Treffer - vor allem, wenn er den Oberkörper erwischte - war in den meisten Fällen tödlich. Der einzige Nachteil war das schwierige Nachladen, mit der Armbrust konnten nur bis zu 3 Pfeile pro Minute abgefeuert werden, bei herkömmlichen Bögen lag die Zahl bei über 10.

Wegen ihrer großen Durchschlagskraft und der unritterlichen Kampfart, die sie ermöglichte, gab es viele Beschwerden von Seiten des Adels gegen sie. 1139 verbot des zweite Laterankonzil den Einsatz der Armbrust gegen Christen. 1234 erneuerte Papst Gregor X. das Verbot, doch in beiden Fällen hatte dieses wenig Wirkung. In der Schlacht 1278 waren die Fußsoldaten Ottokars mit Armbrüsten ausgestattet und verursachten vor allem untern den Ungarn große Verluste.

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Die Bautätigkeit unter Ottokar
Neben der planmäßigen Anlage ganzer Städte unter König Ottokar finden sich Spuren der Bautätigkeit unter seiner Herrschaft bis heute an vielen prominenten Stellen in Österreich. So etwa an Festungsbauten: Die erste Ausbauphase des ältesten Teiles der Wiener Hofburg erfolgte unter Ottokar. In anderen Orten gab es Umbauten an den Wehranlagen, etwa am Wiener Tor in Hainburg; in Stein und Krems wurde die Stadtbefestigung erneuert.

Auch in der Sakralarchitektur hinterließ die Zeit König Ottokars Spuren. Teilweise wurden Kirchen unter ihm ausgebaut bzw. renoviert, andere neu errichtet. Darunter fallen der Ausbau von St. Stephan in Wien, der Klosterkirchen von Heiligenkreuz und Lilienfeld, von Kirchen in Wiener Neustadt (Liebfrauenkirche), Klosterneuburg, Zwettl, Herzogenburg, St. Florian. Instandsetzungsarbeiten wurden an den Stiftskirchen von St. Pölten und Kremsmünster vorgenommen. Die neue Minoritenkirche in Wien wurde nach einem Brand als eine der ersten rein gotischen Kirchen in Ostösterreich unter Ottokar errichtet. Eine andere Kirche des Minoritenordens entstand zu dieser Zeit auch in Krems-Stein. Weitere Kirchenbauten gab es unter anderem in Bruck a. d. Mur, Leoben und Marchegg. Die Minoritenkirche war eine der ersten gotischen Kirchenbauten in Wien und wurde zum Großteil während der Herrschaft Ottokars erbaut. Nach seinem Tod in der Schlacht 1278 war er hier für 30 Wochen aufgebahrt.

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Ritter der Schlacht bei Jedenspeigen 1278
Rekonstruktion eines kampfbereiten Ritters mit Kettenhemd, Topfhelm, Schwert, Schild und Lanze; Pferd mit Schabracke und mittelalterlichem Sattel
Rekonstruktion bearbeitet von Erik Szameit für die Jubiläumsausstellung „700 Jahre Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen" 1978
Topfhelm des späten 13. Jahrhunderts, Rekonstruktion, Stadtgemeinde Marchegg

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Ottokar und der Adel
Das Verhältnis Ottokars zum Adel war zwiespältig. Sowohl in seiner Funktion als König von Böhmen als auch als Markgraf von Mähren war er, wie alle anderen Fürsten auch, auf die Adeligen angewiesen. Mehr noch als in seinen Stammlanden, wo er durch seine Herkunft aus der Familie der Přemysliden dynastische Legitimation besaß, war Ottokar auf die Unterstützung des Adels in Österreich und den anderen Ländern des babenbergischen Erbes angewiesen. Daraus ergaben sich aber Probleme, da Ottokar einzelne Adelsfamilien, auf die er seine Macht in Österreich stützte, bevorzugte. Vermutlich spielte auch die Auflösung der Ehe mit der Babenbergerin Margarete, die Ottokar geheiratet hatte, um seine Herrschaft über Österreich zu legitimieren, eine Rolle bei der Verschlechterung seines Verhältnisses zum Adel. Die Beschneidung von Rechten, die Nicht-Nachbesetzung von Ämtern und eine Reihe anderer Gründe trübten sein Verhältnis immer mehr. In der Steiermark waren seine Beziehungen zum Adel besonders angespannt. Ottokar hatte die Steiermark erst als Folge seines Sieges über die Ungarn bei Groißenbrunn 1260 zurückgewonnen, nachdem er sie zuvor zeitweilig an König Béla IV. abgetreten hatte. Das schlechteste Verhältnis bestand zum Adel Kärntens und der Krain, die 1269 durch eine umstrittene Erbschaft an Ottokar gelangt waren. Von Anfang an herrschte hier ein Konflikt, den Ottokar aber zunächst noch für sich entscheiden konnte.

Burg Liechtenstein bei Mödling: Mitte des 12. Jahrhunderts wurden die ältesten Teile der Burg von Hugo von Petronell errichtet. Er benannte die Burg Liechtenstein und nahm diesen Namen für seine Familie an. Sein Nachfahre Heinrich von Liechtenstein war einer der mächtigsten Adeligen Österreichs, als der letzte Babenberger starb. Heinrich von Liechtenstein wurde der wichtigste Unterstützer Ottokars bei dessen Herrschaftsübernahme in Österreich.

Das Ottokarische Österreich
Für die Herrschaft Ottokars spielten die Städte, die er stark förderte und mit Privilegien ausstattete, eine wichtige Rolle. Neben der militärischen Komponente bei der Sicherung seines Herrschaftsgebietes waren es auch wirtschaftliche Gründe, die die Städte für ihn so bedeutend machten. Ottokar förderte nicht nur Handel und Handwerk, auch die Verwaltung seiner Gebiete war vorbildlich. Im Bürgertum und dem niederen Adel in den Städten fand Ottokar auch besonders in den späteren Jahren seiner Herrschaft wichtige Unterstützung. So stand etwa 1276 Wien treu auf der Seite Ottokars in seiner ersten militärischen Auseinandersetzung mit Rudolf von Habsburg.

Die Herrschaft Ottokars hinterließ auch architektonische Spuren, die sich bis heute im Erscheinungsbild vieler Orte finden. Nicht nur in seinen Stammlanden Böhmen und Mähren, auch in Österreich und der Steiermark kam es zu einer vielfältigen Bautätigkeit. In die Zeit des Überganges der Herrschaft der Babenberger zu Ottokar, um die Mitte des 13. Jahrhunderts, fällt auch der endgültige Wechsel vom romanischen zum gotischen Baustil.

Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Eskalation
Rudolf von Habsburg war ein Jahr König, als er den Kampf mit Ottokar aufnahm. Auf dem Hoftag in Nürnberg eröffnete er im November 1274 einen Prozess gegen den böhmischen König, doch Ottokar reagierte nicht auf seine Vorladung, sondern schickte im Mai 1275 einen Gesandten zum Hoftag, der nun die Königswahl Rudolfs in Frage stellte. Rudolf reagierte mit der Verhängung der Reichsacht über Ottokar, darauf folgte der Kirchenbann.
Im Sommer 1276 wurde es ernst. Der Krieg begann im Süden. Im August besetzten Truppen des mit Rudolf verbündeten Grafen von Görz-Tirol das bisher von Ottokar regierte Kärnten und übernahmen dort die Macht. Kurz darauf sagte sich der steirische Adel von ihm los und unterwarf sich Rudolf.

Ottokar erwartete, dass der Habsburger in Böhmen bei Eger einfallen würde, doch Rudolf zielte auf die Österreichischen Länder und folgte mit seinem 20.000 Mann starken Heer dem Lauf der Donau. Am 6. Oktober fiel Linz, am 18. Oktober begann er mit der Belagerung Wiens, das noch von Ottokar kontrolliert wurde. Der österreichische Adel war Großteils zu Rudolf übergegangen. Die Lage Ottokars war aussichtslos, er schloss einen Waffenstillstand mit Rudolf. Im Frieden von Wien verzichtete Ottokar auf die österreichischen Herzogtümer, die Steiermark, Kärnten und Krain, dafür wurde seine Herrschaft über Böhmen und Mähren anerkannt, die Reichsacht aufgehoben. Um den Frieden dauerhaft zu machen, wurde eine Doppelverlobung von einem Sohn und einer Tochter Rudolfs mit dem böhmischen Erbprinzen Wenzel und Ottokars Tochter vereinbart. Am 25. November 1276 wurde Ottokar von Rudolf belehnt, am 30. November zog der Habsburger feierlich in Wien ein und machte es zu seiner Residenz.

Countdown zur Schlacht
Der Frieden von Wien vom November 1276 sorgte nur scheinbar für Ruhe. Ottokar hatte alle Gebiete, die er ab 1251 gewinnen konnte, wieder verloren. Dazu kamen die demütigenden Umstände der Belehnung. Ottokar hatte auch in seinen Kernländern Böhmen und Mähren mit wachsender Opposition mächtiger Adelsfamilien, vor allem der Rosenberger in Südböhmen, zu kämpfen und fand heraus, dass diese heimlich Kontakt mit Rudolf hielten.
Rudolf residierte in Wien und begann seine Macht in Österreich zu festigen. Den Reichsfürsten dämmerte, dass der Habsburger seinen Herrschaftsbereich nun verdoppelt hatte, viele zogen nun ihre Unterstützung zurück. In Österreich selbst murrten Teile des Adels, meist Parteigänger von Ottokar, gegen die Herrschaft des „Schwaben" Rudolfs und wurden prompt von Böhmen unterstützt.
1277 begann sich das politische Karussell um Allianzen zu drehen. Ottokar gelang es, das Misstrauen der Reichsfürsten gegen den Machtzuwachs Rudolfs zu nutzen und zog den Markgrafen von Brandenburg und Rudolfs einstigen Verbündeten, den Herzog von Niederbayern, sowie den Herzog von Schlesien auf seine Seite.
Rudolf hingegen hatte kaum noch Unterstützung im Reich, doch es gelang ihm, den erst 16-jährigen Ladislaus IV. von Ungarn auf seine Seite zu ziehen.
Ottokar hatte zu Jahresbeginn 1278 die besseren Karten, doch anstatt Rudolf direkt anzugreifen, begann er den Krieg am 18. Juli mit der Belagerung von Drosendorf im Waldviertel.
Rudolf schickte Botschaften an seine Verbündeten in Ungarn, Kärnten und seinen Stammlanden im Elsass. Von den Reichsfürsten unterstützte ihn nur der Burggraf von Nürnberg, Friedrich aus dem Haus Hohenzollern. Nach und nach füllte sich das Heerlager Rudolfs. Am 14. August verließ Rudolf Wien, sein Ziel war Marchegg.

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Könige im Krieg
Im Mittelalter bestimmten Könige die Politik nicht nur durch Kriegserklärungen und Friedensschlüsse, es wurde von ihnen auch erwartet, persönlich an den Kampfhandlungen teilzunehmen. In den mittelalterlichen Tugendkatalogen wurden neben dem Ruhm auch die kriegerische Stärke eines Monarchen betont. Der persönliche Einsatz eines Königs im Kampf wirkte nicht nur motivierend auf die Truppen, sondern stärkte auch die Position des Monarchen gegenüber seinem Adel. Die aktive Teilnahme an einer Schlacht war natürlich mit hohen Gefahren verbunden, der König konnte verletzt, getötet oder gefangen genommen werden. Daher wurde der Monarch immer von einer Leibgarde, bestehend aus den besten Kriegern, umgeben. Die zunehmende Technisierung in der Kriegsführung im Spätmittelalter erhöhte die Risiken für Leib und Leben immer mehr, ab dem 15. Jahrhundert verfolgten die Könige von einem Feldherrenhügel aus die Schlacht. Die Anwesenheit von Königen bei einer Schlacht zeugt auch immer von der Bedeutung und Entscheidungsmacht der militärischen Auseinandersetzung - wie es auch die persönliche Beteiligung von Rudolf von Habsburg und Ottokars II. in der Marchfeldschlacht 1278 belegt. Selbst Ladislaus IV. von Ungarn war am Schlachtfeld anwesend, obwohl er erst 17 Jahre alt war und erst kurz zuvor die Schwertleihe erhalten hatte.

Ottokars Anmarsch
Ende Juni 1278 - Prag: Ottokar bricht mit seinem Heer Richtung Brünn auf.
Mitte Juli 1278 – Brünn: Ottokar wartet auf seine Verbündeten aus Polen, Brandenburg und Thüringen, anstatt Rudolf direkt anzugreifen. Vermutlich ein taktischer Fehler, da Rudolf zu diesem Zeitpunkt nur über geringe Truppen verfügte. Mitte Juli zieht das vereinigte Heer durch Mähren zur Thaya bei Drosendorf im Waldviertel.
18. Juli 1278 - Drosendorf: 16 Tage lang, von 18. Juli bis 3. August, belagert Ottokar die befestigte Stadt. Damit verliert er wertvolle Zeit. Nach der Eroberung zieht er entlang der Thaya nach Laa.
5. August 1278 - Laa an der Thaya: 12 Tage, von 5. bis 18. August, belagert Ottokar Laa an der Thaya und verliert erneut Zeit. Rudolf schickt berittene kumanische Bogenschützen. Durch den Beschuss der Truppen Ottokars erzwingen sie den Abbruch der Belagerung.
19. August 1278 - Prinzendorf: Über den kleinen Ort an der Grenze zwischen den heutigen Bezirken Mistelbach und Gänserndorf bewegt sich Ottokars Heer auf Jedenspeigen zu.
20. August 1278 - Jedenspeigen: Am 20. August errichtet Ottokar sein Lager zwischen Jedenspeigen, Sierndorf, der March und dem Goldberg. Sechs Tage warten seine Truppen untätig auf die Schlacht. Es ist wahrscheinlich, dass der Schlachtort und der Termin durch Unterhändler festgelegt worden sind. Dies würde erklären, warum Ottokar nicht weiter nach Süden gezogen ist.

Rudolfs Anmarsch
13. August 1278 - Wien: Obwohl Rudolf erst über eine geringe Truppenstärke verfügt, bricht er nach dem 13. August entlang der Donau in Richtung Hainburg auf. Damit verhindert Rudolf Ottokars Plan, Rudolf in Wien zu belagern.
15. August 1278 - Hainburg: Um den 15. August bricht Rudolf Richtung Marchegg auf.
15. bis 22. August 1278 - Marchegg: Rudolf hatte in Marchegg auf das Eintreffen seiner Verstärkung gewartet. Er schickt ca. 2.000 kumanische Reiter in das von Ottokar belagerte Laa an der Thaya, die durch Pfeilbeschuss die Aufgabe der Belagerung erzwingen. Außerdem erkunden sie die Stärke von Ottokars Heer.
23. August 1278 - Stillfried: Am 23. August wird im Lager bei Stillfried das vereinigte Heer von Rudolf und seinem Verbündeten, dem ungarischen König Ladislaus, gemustert.
25. August 1278 - Dürnkrut: Beim Haspelberg, von dem die Ebene zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen gut zu überblicken ist, lässt Rudolf das letzte Lager vor Beginn der Schlacht anlegen.

Die Lager bei Jedenspeigen und Dürnkrut
Ottokars Plan, durch einen raschen Vorstoß auf Wien die Herrschaft über Österreich zurückzuerlangen, war gescheitert. Versorgungsschwierigkeiten und die Belagerungen von Drosendorf und Laa an der Thaya ließen Rudolf von Habsburg genügend Zeit, seine Truppen zu sammeln. Der Habsburger wollte eine Feldschlacht und marschierte mit seinem Heer Richtung Marchfeld. Die exakte Lage von Rudolfs Lager lässt sich nicht rekonstruieren, doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit befand es sich etwas südlich von Dürnkrut. Rudolfs Hilfstruppen, vor allem das ungarische Kontingent hatten ihre Stützpunkte getrennt von Rudolf in eigenen Lagern. Ottokar schlug seine Zelte in der Nähe von Jedenspeigen auf. Die böhmisch-mährischen Truppen befanden sich wahrscheinlich im südlichen Teil des Lagers, die etwas später eingetroffenen polnischen und schlesischen Krieger im Norden. Die beiden gegnerischen Lager waren nur 3 bis 4 Kilometer voneinander entfernt, wahrscheinlich hatte man sich schon im Voraus auf den Schlachtort geeinigt.

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 Die Herkunft der Habsburger
Als Rudolf von Habsburg 1273 in Frankfurt von den Kurfürsten zum König gewählt wurde, blickte seine Familie bereits auf 300 Jahre Herrschaftserfahrung zurück. Als Stammvater wird Guntram der Reiche, gestorben 973, erwähnt. Er stammte von den Etichonen ab, den Herzögen des Elsass. Im Unterelsass und im Breisgau lagen auch die ältesten Besitzungen der Habsburger, Guntram der Reiche verfügte auch bereits über Herrschaften im Aargau. Guntrams Enkel Radbot, gestorben 1045, gilt als Erbauer der Habsburg. Sein Enkel Otto, gestorben 1111, nannte sich als erster der Familie Graf von Habsburg. Unter seinen Nachkommen bauten die Habsburger ihr Herrschaftsgebiet stetig aus.

1218 wird Rudolf von Habsburg geboren, sein Vater ist Graf Albrecht der Weise, seine Mutter Heilwig entstammt dem reichen Geschlecht der Grafen von Kyburg. Albrecht ist ein treuer Gefolgsmann der Familie Hohenstaufen, der letzte Stauferkaiser Friedrich II. soll persönlich die Patenschaft für Rudolf übernommen haben. Mit 21 beerbte Rudolf seinen Vater und herrschte als Graf von Habsburg über ein Gebiet, das von Straßburg bis in die heutige Schweiz reichte. Die Familie gehörte zwar nicht dem Stand der Reichsfürsten an, war aber als Grafengeschlecht die mächtigste Dynastie im Südwesten des Reiches.

Die Habsburg: Die Stammburg der Familie liegt auf halbem Weg zwischen Zürich und Basel auf einem 500 Meter hohen Hügelrücken am Fluss Aare. Eine Legende rankt sich um den Bau der Burg: Nachdem sie fertiggestellt war, beklagte Werners Bruder Radbot das Fehlen von Mauern und Wehrtürmen. Werner versprach, das über Nacht nachzuholen. Am nächsten Tag umgab die Burg eine Mauer aus Getreuen, mit Rittern als Türmen. Nicht Steine, sondern die Treue der Menschen sollte die Grundlage der Macht der Habsburger sein. Um 1220 verließen die Habsburger ihre Stammburg und zogen in die nahe gelegene Stadt Brugg. Seit 1804 ist die Habsburg im Besitz des Kantons Aargau, heute beherbergt sie ein Museum.

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Rudolf belehnt seine Söhne mit Schwaben und Österreich
Aus: „Ehrenspiegel des Hauses Österreich" des Johann Jakob Fugger, gefertigt von Jörg Breu dem Jüngeren, Augsburg 1555, Bayrische Staatsbibliothek München, Reproduktion

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Am Anfang waren alle Großen des Reichs an der Wahl des römischen Königs beteiligt, im Laufe der Zeit schrumpf sich aber der Kreis der dazu berechtigten Fürsten. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts haben sich die sieben Kurfürsten dann gefestigt: die Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen.

Die Königswahl
Seit der Doppelwahl von 1257 gab es zwei Könige im Heiligen Römischen Reich, Richard von Cornwall und Alfons von Kastilien. Ersterer konnte sich nie durchsetzen, zweiterer hatte das Reich nie betreten. 1272 starb Richard, und obwohl Alfons noch lebte, beschlossen die Fürsten einen neuen Herrscher zu wählen. Vor allem der neue Papst Gregor X. machte Druck: er wollte den neuen König rasch zum Kaiser krönen, damit dieser einen Kreuzzug ins Heilige Land anführte, um den letzten Rest des einstigen Königreichs Jerusalem, die Stadt Akkon, zu retten. Doch die Kurie in Rom machte auch klar, dass sie einen Nachkommen der Dynastie der Staufer nicht akzeptieren würden.

Die Kurfürsten suchten einen geeigneten Kandidaten. König Ottokar von Böhmen war seit der Übernahme der österreichischen Länder der mit Abstand mächtigste Fürst, doch vor dieser Machtfülle schreckten die anderen Königswähler zurück. Über ein Jahr verhandelten die Kurfürsten über mögliche Kandidaten, doch es gab keine Einigung. Im August 1273 brachte der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein mit Rudolf von Habsburg einen neuen Kandidaten ins Spiel. Für ihn sprach vor allem sein für damalige Zeiten hohes Alter von 55 Jahren, das keine lange Herrschaft erwarten ließ.

Den Kurfürsten war klar, dass Ottokar einer Wahl Rudolfs nicht zustimmen würde. Da er als König von Böhmen aber zum Kreis der wahlberechtigten Kurfürsten zählte, schlossen die anderen sechs ihn kurzerhand aus und übertrugen seine Stimme dem Herzog von Niederbayern. Am 1. Oktober 1273 wurde Rudolf in Frankfurt einstimmig gewählt und schon am 24. Oktober gemeinsam mit seiner Frau Anna in Aachen gekrönt. Die Habsburger hatten die Bühne der Weltpolitik betreten - ein Konflikt mit dem übergangenen Ottokar war unausweichlich.

Reichsreform und Revindikation
Unmittelbar nach der Königskrönung begann Rudolf die Reichspolitik umzukrempeln. In den Jahrzehnten des Interregnums war es zu einem Verfall von Recht und Ordnung gekommen. Lokale Machthaber hatten sich Besitzungen und Privilegien des Reichs angeeignet, Burgherren waren zu Raubrittern geworden, die willkürlich Zölle einhoben. König Rudolf unterstützte die aufblühenden Städte. Vielen war es gelungen, im 13. Jahrhundert ihre adeligen Stadtherren loszuwerden. Unter Rudolfs Herrschaft wurde nun die Bezeichnung Reichsstadt üblich, damit wurden Gemeinwesen bezeichnet, die nur dem König unterstellt waren, sich aber sonst selbst verwalteten. Als Gegenleistung für die Autonomie entrichteten sie eine Stadtsteuer, die zur wichtigen Einnahmequelle des Königs wurde. Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches sollte es über 80 Reichsstädte geben, noch heute stehen Hamburg und Bremen als eigene Bundesländer in der Tradition der freien Reichsstädte.

Zwei Tage nach der Krönung erklärte Rudolf alle Zölle, die seit dem Tod des letzten Stauferkaisers Friedrich II. neu eingehoben worden waren, für ungültig. Dies war der Auftakt der Revindikationen, der „Rückführung unrechtmäßig erworbener Rechte" an das Reich. Rudolf hatte diesen Schritt mit den Kurfürsten vereinbart, inklusive zweier Ausnahmen. Zum einen sollten die Kurfürsten jene Gebiete und Rechte, die sie sich während des Interregnums angeeignet hatten, behalten dürfen. Zum anderen wurde aber ein Mitglied des Kurfürstenkollegiums ausdrücklich davon ausgenommen - der zu mächtig gewordene König Ottokar von Böhmen.

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Ottokar II., König von Böhmen
Aus dem Slawischen Epos von Alfons Mucha, 1924, Museum der Hauptstadt Prag, Reproduktion

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Ablauf der Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen
Die zeitgenössischen Quellen zur Schlacht sind ungenau und widersprüchlich. Während in den Berichten aus Österreich und dem deutschsprachigen Raum ein Schwerpunkt auf das strategische Geschick Rudolfs gelegt wird und die ungarischen Verbündeten wenig vorkommen, steht in den ungarischen Quellen natürlich der Einsatz der Truppen König Laszlos IV. im Vordergrund.
Für die Rekonstruktion des Schlachtenverlaufs wurde ein Mittelweg zwischen diesen Quellen gewählt. Sowohl der Zeitablauf wie auch die Truppenstärken sind Schätzungen.
Die Anzahl der teilnehmenden Truppen schwankt je nach Quelle enorm. Neueste Forschungen gehen von ca. 23.000 auf Seiten Rudolfs - inklusive der ungarischen Verbündeten - und 27.000 auf Seiten Ottokars aus. In älteren Publikationen jedoch wird allein der ungarische Anteil mit über 50.000 angegeben.

Der 26. August 1278, Der Morgen
Rudolf von Habsburg stellte sein Heer in 3 Gruppen - sogenannte „Treffen" - vor seinem Lager bei Dürnkrut auf. Das erste „Treffen" bildeten die Ungarn mit ihren kumanischen Hilfskräften. Die Eröffnung einer Schlacht - der „Vorstreit" - sollte ihnen gebühren, dies war eine hohe Ehre im Mittelalter. Das zweite „Treffen" bildeten Truppen aus Österreich, das dritte Truppen aus der Steiermark, Kärnten, Krain, Salzburg und aus Rudolfs Heimat Schwaben. König Rudolfs persönlich kommandierte diese Gruppe. Dazu versteckte der Habsburger sechzig schwere Reiter als Nachhut.

Ottokar positionierte in seinem Lager am Goldberg bei Jedenspeigen ebenfalls 3 „Treffen": Im ersten Böhmen und Mährer, letztere ausgerüstet mit Armbrüsten. Im zweiten waren Kämpfer aus Meißen, Thüringen, Brandenburg und Bayern, im dritten Ritter aus Polen und Schlesien. Rudolf ließ eine Messe vom Bischof Heinrich von Basel lesen. Mit dem Schlachtgesang „Maria Mutter reine Maid" begann der Kampf. Ottokars Truppen antworteten mit dem Lied „Hospodine, pomiluj ny" - „Herr erbarme Dich unser".

Phase 1
Gegen 9 Uhr begann die Schlacht. Die leichtberittenen ungarischen und kumanischen Bogenschützen jagten in die Ebene hinaus und schossen den Böhmen die Pferde unter dem Leibe weg. Die Kumanen reagierten auf die Gegenwehr mit einer 180-Grad Wendung und täuschten einen Rückzug vor, sobald die Böhmen jedoch in Schussweite waren, reagierten die Kumanen mit einem Pfeilregen. Nach ungefähr einer Stunde öffneten die Kumanen ihre Schlachtordnung und der schwergepanzerte ungarische Adel brach zu einem Nahkampf durch. Der Kampf blieb aber unentschieden, gegen 10.30 schickte Rudolf das zweite Treffen in die Schlacht. Gegen 11.00 weichen die Böhmen und Mährer zurück, verfolgt von den Ungarn.

Phase 2
Die österreichischen Truppen, unter ihnen auch in voller Rüstung der Bischof von Basel, ritten auf das Schlachtfeld. Der Bischof stimmte den Schlachtgesang an: „Sand Marey mutter und maid" an. König Ottokar führte persönlich sein zweites Treffen, bestehend aus seinen deutschen Verbündeten an. Nun begann die eigentliche Ritterschlacht.
Die schwere Reiterei Ottokars und seiner Verbündeten war den österreichischen Truppen überlegen. Diese wichen zurück und wurden von Ottokars Verbänden vom Schlachtfeld bis über Dürnkrut hinaus gedrängt. Gegen 12 Uhr führte Rudolf von Habsburg persönlich sein drittes Treffen über den Weidenbach bei Dürnkrut und brachte mit Hilfe dieser ausgeruhten Kräfte die Schlacht zum Stehen. In dieser kritischen Phase wurde Rudolf von speziell damit beauftragten Rittern Ottokars angegriffen, sein Pferd erstochen und er selbst aus dem Sattel in den Weidenbach geworfen. Walter von Ramsweg, ein Ritter aus Thurgau in der Schweiz, half ihm auf ein anderes Pferd, so wurde Rudolf gerettet.

Phase 3
Zwischen 13-14 Uhr gab Rudolf Ulrich von Kapellen, der sich mit einer Reserve von 60 Rittern in den Weinbergen versteckt hatte, den Befehl zum Angriff. Dieser stieß mit voller Wucht in die rechte Flanke der Truppen Ottokars und spaltete so dessen Heer in zwei Teile. König Ottokar kämpfte mit seinem Truppen in der nun vorderen Hälfte weiter. In österreichischen Quellen wird dieser Flankenangriff als schlachtentscheidend bezeichnet, ungarische Quellen hingegen berichten, dass nun ein erneuter Angriff des ungarischen Adels und der Kumanen erfolgte. Der abgespaltene rückwärtige Teil des Heeres Ottokars war über diesen unerwarteten Flankenangriff völlig überrascht. Der Überlieferung nach riefen nun die Truppen Rudolfs „Sie fliehen, sie fliehen!" und demoralisierten so das böhmische Heer, das nun tatsächlich die Flucht ergriff. Nur wenige Kampfgruppen Ottokars hielten in der allgemeinen Panik stand, darunter der Böhmenkönig selbst. Die Niederlage einsehend wandte sich Ottokar schließlich selbst zur Flucht. Auf dieser wurde er aber eingeholt und erschlagen. Nach Ende der Schlacht fand man seinen Leichnam ausgeraubt und völlig entblößt.

Der Mord an einem König
Um den Tod Ottokars ranken sich viele Erzählungen und Gerüchte.
Die böhmischen Truppen hatten bereits die Flucht ergriffen, doch ihr König Ottokar gab nicht auf und kämpfte mit wenigen Truppenteilen weiter. Von dem langen Kampf jedoch ermüdet, musste auch er schließlich weichen. Nach dem Ende der Schlacht wurde der verstümmelte, nackte Leichnam Ottokars gefunden, seine Rüstung und Kleidung waren geraubt worden. Aus den Quellen geht nicht eindeutig hervor, wie der böhmische König ums Leben kam, doch es soll sich folgendes ereignet haben:
Als Ottokar die Ausweglosigkeit der Schlacht eingesehen hatte und die Flucht ergriff, geriet er in Gefangenschaft und wurde entwaffnet, danach wurde der wehrlose König entgegen dem ritterlichen Ehrenkodex erschlagen.
Wer der Mörder Ottokars war, ist nicht klar, doch war es wohl ein Mord aus Rache und nicht aus politischen Gründen. Einige Quellen schreiben die Tat dem steirischen Adeligen Berthold von Emmerberg zu, wahrscheinlicher jedoch war dessen Verwandter Offo der Täter. Beide waren enge Verwandte des Kärntner Ministerialen Seifried von Mahrenberg, der nach Ottokars Machtübernahme in Kärnten von diesem gefoltert und hingerichtet wurde.
Sechzig Jahre nach Ottokars Tod tauchen Erzählungen auf, die einen böhmischen Gefolgsmann für den Tod des Königs verantwortlich machen, in einer späteren Chronik wird der mährische Adelige Milota von Dědic als Mörder genannt.

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Die Schlacht auf dem Marchfeld mit Dürnkrut im Hintergrund
Anton Nowohradsky, um 1978
Anton Nowohradsky (1910 bis 1981), geboren in Drösing, führte ab 1949 einen Schlossereibetrieb in Jedenspeigen. Er kopierte in seiner Freizeit Ölgemälde alter Meister und schuf Ansichten seiner Heimat, darunter diese Rekonstruktion der Schlacht 1278.

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Grillparzers Ottokar
Das bekannteste literarische Werk über das Leben Ottokars ist Franz Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende" von 1823. Als Vorlage diente Grillparzer besonders die „Steirische Reimchronik" (um 1320), in der Ottokar negativ dargestellt wird. Auch finden sich dort erste Ansätze, die den Konflikt zwischen Ottokar und Rudolf zu einem Kampf zwischen „Deutschen" und „Böhmen" stilisieren. Eigentlich wollte Grillparzer ein Werk über Napoleon schreiben, fürchtete aber die Ablehnung des Stückes durch die Zensur und verlegte deshalb die Handlung ins Mittelalter. Er ersetzte Napoleon durch Ottokar, auf den er auch die negativen Züge eines tyrannischen Herrschers übertrug. Trotzdem wurde zunächst die Aufführung des Werkes untersagt. Einerseits befürchtete man, dass Parallelen zwischen der katastrophalen zweiten Ehe Napoleons mit der österreichischen Kaisertochter Maria-Louise, für die er sich von seiner ersten Frau getrennt hatte, und der Trennung Ottokars von seiner ersten Frau Margarete gezogen würden. Andererseits erwartete man zu Recht negative Reaktionen aus Böhmen.

In der österreichischen Kaiserin Karoline Charlotte Auguste fand das Drama aber eine Fürsprecherin, die das Werk für äußerst patriotisch hielt, worauf es freigegeben wurde. Bald nach der Uraufführung am 19. Februar 1825 im Burgtheater kam es, wie zu erwarten, von tschechischer Seite zu Kritik an der negativen Darstellung Ottokars. Es gab aber auch den Vorwurf, dass die Figur Ottokars viel schillernder und interessanter dargestellt wurde als die Rudolfs. Dies führte dazu, dass das Stück von 1839 bis 1856 nicht gespielt wurde. Erst in den Jahren danach entwickelte sich das Werk langsam zu einer Art „österreichischem Nationalepos". So wurde es auch zur Wiedereröffnung des Burgtheaters 1955 gespielt.

Die Brandenburger in Böhmen
König Ottokar blieb in Böhmen bis weit ins 20. Jahrhundert eine eher zwiespältig betrachtete Figur. Zum einen bewunderte man ihn als den „goldenen und eisernen König", der das mittelalterliche Böhmen zu einer Glanzzeit führte. František Palacký, der bedeutendste tschechische Historiker und Politiker des 19. Jahrhunderts, verteidigte Ottokar zwar leidenschaftlich gegen das negative Bild, das im Grillparzer-Drama von ihm gezeichnet wurde, kritisierte den König aber stark wegen dessen Förderung der deutschsprachigen Städte in Böhmen.

Ein Pendant zu Grillparzers Stück in tschechischer Sprache gibt es daher nicht. Doch wurde die unmittelbar auf die Schlacht von 1278 folgende Epoche der Vormundschaft Otto von Brandenburgs über Ottokars minderjährigen Sohn und Erben Wenzel III. die Vorlage für die erste tschechische Nationaloper,„Braniboři v Čechách" - „Die Brandenburger in Böhmen" - komponiert von Friedrich Smetana, uraufgeführt am 5. Januar 1866. Der Chor „Pražská chudina - Uhodila naše hodina" - „Armes Prag, unsere Stunde hat geschlagen" gehört bis heute zu den beliebtesten Chorstücken in Tschechien.

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Kellerlandschaften Mitteleuropas – Weingläser im Wandel der Zeit
Die Kulturlandschaft des Weinviertels wird vom Weinbau, der namengebend für die ganze Region war, mitgeprägt. Der Weinbau ist auch eines der verbindenden Elemente für ganz Ostösterreich und die angrenzenden Nachbarregionen der Slowakei, Mährens und Ungarns. Zwei der für die Kultur rund um den Wein besonders wichtigen Dinge spürt diese Ausstellung nach: Einerseits sind das die Weinkeller, andererseits die Weingläser.

Die Ausstellung „Weingläser im Wandel der Zeit" geht auf die Sammlung von Ing. Alfred Rosner zurück, der fast 30 Jahre lang die österreichische Bundeskellereiinspektion leitete. Seit 2021 ist die Sammlung Rosner als weltgrößte Sammlung von Weingläsern zur Eintragung im Guinness-Buch der Rekorde angemeldet. Dabei stehen nicht die repräsentativen Gläser und Pokale edler Marken im Vordergrund. Es sind die eher „einfachen" Gläser, die sich im Bestand finden, der in Schloss Jedenspeigen gelagert wird. Gerade aber die Weingläser, die im Alltag verwendet wurden, sind eine spannende und vielfältige Quelle für die Geschichte der Wein- und Trinkkultur in Österreich, die gerade in den letzten Jahrzehnten durch große Veränderungen und Umbrüche gekennzeichnet war. Einige Highlights aus dem umfangreichen Bestand werden hier, nach Themen geordnet, präsentiert.

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Eine kurze Geschichte der Weingläser
Frühe Trinkgefäße wie Schalen oder Trinkhörner sind schon aus dem alten Ägypten überliefert (2000-2500 v. Chr.). Ab etwa 1500 v. Chr. wurden erste Hohlgefäße aus Glas hergestellt. Das Ägyptische Museum in München besitzt einen Glas-Kelch mit dem Namenszug Thutmosis III., der dadurch auf ca. 1450 v. Chr. datiert werden kann und als ältestes erhaltenes Trinkglas gesehen wird.

Ab dem 11. Jahrhundert war Venedig das Zentrum der Glasmacherkunst, wo Glasbläser auf Murano besondere Privilegien genossen und mit meist kobaltblau eingefärbten Gläsern, die auch immer dünnwandiger wurden, bis zum 16. Jh. den „Weltmarkt" beherrschten. Aristokraten des 17. Jh. tranken aus dickwandigen, kurzstieligen Pokalen, das gemeine Volk aus groben Humpen. Im 18. Jahrhundert erlangten Glasmacher aus Schlesien, Böhmen, Sachsen und Brandenburg Berühmtheit, indem sie feinste Motive in die Gläser ritzten und schliffen. Der Jugendstil brachte um 1900 die Wende zur Moderne. Als direkter Vorläufer unserer heute so geschätzten dünnwandigen, hochstieligen Trinkgläser wird allgemein das Service Nr. 238 gesehen, welches von der Firma Lobmeyr (Wien) im Jahr 1920 auf den Markt gebracht wurde.

Nach den 2. Weltkrieg beherrschten zuerst wieder grobe, rustikale Glasformen das Bild. Einer der ersten, der sich mit modernen Formen und edlem Design beschäftigte, war Philip Rosenthal. 1961 etablierte er die „Rosenthal Studio Linie" mit modernem Porzellan und mit Trinkgläsern in der modernen Gesellschaft. Erst ab 1970 setzte der „Glasprofessor" Claus Riedl neue und heute noch gültige wissenschaftliche Maßstäbe bei Weingläsern. Er entwickelte Glasformen, auf die jeweilige Charakteristik des Weines abgestimmt, und brachte dadurch jede Geruchs- und Geschmacksnuance edler Weine zur vollen Geltung. Die mundgeblasene Serie „Riedl Sommelier" und die maschinell hergestellte Serie „Riedl Vinum" gelten seit 1973 bzw. 1986 als Maß aller Dinge in der Gestaltung moderner Weingläser und für die Trinkkultur edler Weine.

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Die Gläsersammlung Alfred Rosner
1958 in einen kleinen Weinbaubetrieb im Weinbaugebiet Carnuntum hineingeboren, trat Alfred Rosner bald nach dem Önologiestudium an der HBLA Klosterneuburg in die österreichische Weinkontrolle ein. Seit über einem Vierteljahrhundert darf er die Bundeskellereiinspektion leiten und hat somit nun schon mehr als 50 Jahre österreichische Wein- und Weinbaugeschichte direkt miterlebt. Diese bewegte Geschichte spiegelt sich auch in der Entwicklung der Weingläser wider. Die Aufdrucke auf den 1/16-Bechern der 1960er bis frühen 80er Jahre zeugen vom Entstehen der Orts- und Bezirksweinverkostungen, die später über die niederösterreichische Weinmesse in Krems und das Fest der 1000 Weine in Eisenstadt zum heutigen Weinsalon führten.

Bekannte Weingüter wie auch große Kellereien der 1970er Jahre, heute längst vorm Markt verschwunden, sind auf ihren einstmals als Werbegeschenk verteilten Weingläsern in Erinnerung geblieben. Weinmarken und Winzergenossenschaften sind ebenso den ehernen Marktgesetzen zum Opfer gefallen wie die Winzerverbände, einstige genossenschaftliche Dach- und Vermarktungsorganisationen in Niederösterreich und dem Burgenland. Ihre Namen finden sich genauso auf den Weingläsern, wie auch der Wandel der Trinkkultur aus der Sammlung ersichtlich ist. Diese erlebte Weingeschichte und die gewaltigen Umbrüche in der österreichischen Weinbauszene waren um die Jahrtausendwende der Anlass, solche Weingläser zu sammeln und so diesen Teil der österreichischen Weingeschichte zu erhalten. Ein kleiner Teil dieser umfangreichen Sammlung ist hier erstmals ausgestellt. Im kommenden Jahr wird eine Eintragung ins Guinessbuch der Rekorde als „weltgrößte Weingläsersammlung" angestrebt.

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GUINNESS WORLD RECORDS
Largest collection of wine glasses
The current record is 1000 total number Record holder, Alfred Rosner, Austria

Application details
A collection of 1000 different wine glasses.
The glasses are 50 years and older. They have different sizes, different imprints from events, wine festivals, wine locations, tastings, etc. This collection is to be publicly exhibited in Jedenspeigen Castle under the title, the world's largest collection of wine glasses.

Date created
04 May 2021
Reference 210504112227lcow
Date of attempt/verification/discovery
16 July 2021
Attempt location
Schloss Jedenspeigen, Niederösterreich, Austria
Measurement
1010 total number
Record holder(s)
Alfred Rosner, Austria

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Weinausschank beim Heurigen in Niederösterreich
Der Weinausschank war für die Winzer eine der wichtigsten Einnahmequellen. Bereits in der Antike gab es Zeichen, die den Weinausschank anzeigten. Im Frühmittelalter werden unter Kaiser Karl dem Großen Kränze aus Trauben und Weinlaub erwähnt. Bereits im Spätmittelalter wurde in Wien Tannenreisig als Anzeiger für den Weinausschank bestimmt. Sogenannte Weinrufer waren in der Stadt mit einem Buschen unterwegs, der dann am jeweiligen Haus, in dem der Weinausschank erfolgte, ausgesteckt wurde. Daher auch die Bezeichnung Buschenschank.

Es gab und gibt aber auch Strohzeichen, die den Weinausschank ankündigen: Strohbündel, Strohbüschel, lange Strohzöpfe, Strohkränze etc. Unter Kaiser Joseph II. wurden Ausschankzeichen für Buschenschenken und Wirtshäuser, die sich bis dahin nicht stark voneinander unterschieden hatten, getrennt. Ab 1784 durften Wirtshäuser keine Buschenschankzeichen wie Reisigbuschen, Kranz oder Strohzeichen mehr verwenden.

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Neben der Bewerbung des jeweiligen Weinortes in der Marchregion mit regionalen Motiven auf den Gläsern spielte in Jedenspeigen wie auch in Dürnkrut die „Schlacht auf dem Marchfeld" zwischen den Ritterheeren Ottokars II. Přemysl und Rudolfs I. von Habsburg im Jahre 1278 eine Rolle. Im Jahre 1978, als sich der Gedenktag der Schlacht zum 700. Mal jährte, wurden mehrere Gläser dazu herausgebracht.

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Das „Römerglas" war in den 1960er Jahren unbestritten das „edle Weinglas des kleinen Mannes". In vielerlei Formen diente es im Gasthaus zur Ausschank des „Spezi", also des besseren Weines.
In den Kellerstüberln der neu entstandenen Einfamilienhäuser dienten sie der Bewirtung guter Freunde und zeugten so vom sich allmählich entwickelnden Wohlstand. Souvenierversionen dieser Glasform sind noch heute in manchen Fremdenverkehrsorten zu finden, und riesige Schmuckformen begleiten immer noch Winzerköniginnen bei ihren Auftritten. Heute unvorstellbar, wurde in den 1960er Jahren sogar Senf in Römergläsern verkauft, um mittels Sammlerleidenschaft der Konsumenten die Kunden zu binden.

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Die Ära der Römergläser wurde nur ganz langsam durch zuerst eher schlichte, kleine, später mit einfachen Schliffen versehene Stielgläser beendet. Ende der 1970er Jahre war der Wohnzimmerschrank mit seiner integrierten Glasvitrine zur Heimat einfacher Kristallgläser geworden, die wiederum in den späten 1980er Jahren durch immer feinere und größere Stielgläser verdrängt wurden.

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Schloss Jedenspeigen
Das Schloss war ursprünglich ein zweigeschossiger mächtiger Vierecksbau mit Wehrgraben, der schon im Jahre 1296 in einer Urkunde im Zusammenhang mit Otto von „Ydungspiugen" erstmals schriftlich erwähnt wurde. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloss, als es nach der Zerstörung im 15. Jahrhundert knapp vor 1600 vom Geschlecht der Kollonitsch auf den Resten des alten Bauwerkes wiedererrichtet wurde. Das Schloss war bis 1878 im Besitz der Familie Kollonitsch; 1879 kamen Schloss und Herrschaft Jedenspeigen zum Erzbistum Wien. 1985 erwarb die Gemeinde Jedenspeigen das Gebäude.

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Ottokars langer Weg nach Hause
Bis zu einer endgültigen Bestattung Ottokars verging nach der Schlacht noch lange Zeit. Ein Grund dafür war, dass Ottokar im Zuge seines Konfliktes mit König Rudolf vom Mainzer Erzbischof Wernher exkommuniziert worden war. Damit war ihm ein kirchliches Begräbnis verwehrt. Deshalb wurde sein Leichnam nach der Entnahme der Eingeweide einbalsamiert. Für Rudolf kam das nicht ungelegen, denn so konnte er seinen toten Gegner noch lange zur Schau stellen. Die lange Aufbahrungszeit half der Entstehung von Gerüchten über eine angebliche Wiederkehr Ottokars zu verhindern. Solche Erzählungen waren nach seinem Tod sehr rasch aufgekommen. Ähnlich wie bei König Artus oder Kaiser Friedrich II., wurde auch von Ottokar behauptet, dass er gar nicht tot sei, sondern eines Tages wiederkehren werde, um sein Reich zu neuer Blüte zu führen.

Der erste nachweisbare Aufbahrungsort Ottokars war die Margarethenkirche in Marchegg. Von dort wurde er nach Wien zunächst in das Schottenkloster, danach in das Minoritenkloster überführt. Ottokars zweite Frau, Kunigunde, bat Rudolf um den Leichnam Ottokars. Etwa 30 Wochen nach der Schlacht durfte er um Ostern 1279 nach Znaim überführt werden. Obwohl der päpstliche Legat, Paulus von Tripoli, die Exkommunikation Ottokars in der zweiten Hälfte des Jahres 1279 offiziell aufgehoben hatte, erfolgte keine endgültige Bestattung. Ottokars Leichnam wurde ohne Sarg in der bloßen Erde begraben. 1297 ließ Ottokars Sohn, König Wenzel II. von Böhmen, seinen Vater nach Prag überführen und richtete ihm ein prächtiges Begräbnis im Veitsdom aus.

Österreich nach der Schlacht
Schon im Frieden von Wien 1276 waren die österreichischen Herzogtümer zurück ans Reich gefallen, der Sieg in der Schlacht 1278 beendete endgültig die Ansprüche der böhmischen Krone auf diese Länder. Als König konnte Rudolf die Herzogtümer nun einem neuen Herrscher als Lehen übertragen, doch brauchte er dazu die Zustimmung der Reichsfürsten. die Verhandlungen zogen sich vier Jahre.. Auf dem Reichstag zu Augsburg belehnte er am 17. Dezember 1282 seine beiden Söhne mit den Herzogtümern Österreich, Steiermark, Krain und der Windischen Mark.

Konfliktfrei war die Übernahme der Herrschaft in Österreich nicht verlaufen. Die Habsburger brachten ihre Gefolgsleute aus ihren schwäbischen Stammlanden mit. Die schwäbische Mundart wurde sogar zu einer Art Hofsprache an der Wiener Residenz. Bald gab es Klagen über die landfremden Schwaben und deren Bevorzugung gegenüber den Einheimischen und der erste Habsburgerherzog musste zahlreiche Aufstände bekämpfen. Erst die Enkelgeneration sollte in Österreich heimisch werden. Herzog Albrecht II., 1298 auf der Habsburg im Aargau geboren, regierte ab 1330 die österreichischen Länder und wurde sehr populär. Wegen einer Gelenkserkrankung wurde er „der Lahme" genannt, doch als „Albrecht der Weise" blieb er in Erinnerung. Seine Nachkommen regierten Österreich bis 1918.

Böhmen nach der Schlacht
Schon am Tag nach der Schlacht zog Rudolf mit seinem Heer Richtung Mähren, wo er auf wenig Widerstand stieß.
Ottokars einziger Sohn Wenzel war erst sieben Jahre alt, als sein Vater ums Leben kam. Dieser hatte den Markgrafen Otto von Brandenburg zum Vormund des Kindes bestellt, der Markgraf war der Sohn von Ottokars Schwester Božena. Kunigunde, die Witwe Ottokars, hatte sich mit ihrem Sohn unter Rudolfs Schutz begeben. Der Habsburger vermied weiteren Krieg und einigte sich mit dem Brandenburger. Bis zur Volljährigkeit Wenzels in fünf Jahren sollte Böhmen von Markgraf Otto, Mähren von Rudolf verwaltet werden. Der Kindkönig wurde mit Rudolfs Tochter Guta verlobt.

Während Mähren sich rasch erholte, wurde die Situation in Böhmen zur Katastrophe. Brandenburger Truppen plünderten das Land aus, der kleine König wurde als eine Art „Edelgeisel" nach Spandau bei Berlin gebracht. Es dauerte bis 1283 und erforderte hohe Lösegeldzahlungen, bis König Wenzel II. wieder in Prag einziehen konnte. Im Februar 1285 fand die Hochzeit mit Guta von Habsburg statt, die Kinder der einstigen Feinde führten eine gute Ehe und bekamen selbst 9 Kinder, von denen jedoch nur ein Sohn und vier Töchter überlebten. Wenzel II. führte das Geschlecht der Přemysliden zu einer späten Blüte, es gelang ihm, die Krone Polens zu erringen und für seinen Sohn auch die Krone Ungarns. Erstmals waren Böhmen und Ungarn in Personalunion vereint. Mit dem Tod seines Sohnes, Wenzels III., endete 1306 die Herrschaft der Přemysliden in männlicher Linie.

Neue Dynastien
Die Schlacht bei Jedenspeigen brachte eine neue Familie in den Donauraum, die Habsburger. Aber auch in den Königreichen Böhmen und Ungarn sollten nur wenige Jahrzehnte nach 1278 neue Familien die Herrschaft übernehmen. Ladislaus IV. war 1290 ohne legitime Nachkommen gestorben, sein entfernter Vetter Andreas III. folgte ihm nach. Mit dessen Tod 1301 war die Dynastie der Heiligen Könige, das Haus der Árpáden, in männlicher Linie ausgestorben. Nach Jahren der Thronwirren setzte sich eine neue Dynastie in Ungarn durch, 1310 wurde Karl von Anjou König des Landes. In Böhmen kam es nach dem Tod Wenzels III. - der letzte Přemyslide wurde 1306 in Olmütz ermordet - ebenfalls zum Nachfolgestreit. Erst 1311 wurde ein neuer König allgemein anerkannt, Johann von Luxemburg. Er hatte Prinzessin Elisabeth geheiratet, die Schwester Wenzels III. Ihr beider Sohn war der berühmte Karl IV.

Habsburg, Luxemburg und Anjou setzten fort, was ihre Vorgängerdynastien, die Babenberger, Přemysliden und Árpáden begonnen hatten, eine Politik der engen Verzahnung ihrer Länder. Diese führte zu Krieg und Konflikt, aber auch zu Bündnissen und dynastischen Heiraten. Im 15. Jahrhundert gelang es den Luxemburgern, die Kronen Böhmens und Ungarns zu vereinen. 100 Jahre später sollte der Habsburger Ferdinand I. den Prozess abschließen und alle drei Länder in Personalunion zusammenführen. Aus einem Länderkonglomerat wuchs ab 1526 eine politisch-kulturelle Einheit, die Donaumonarchie, die bis 1918 bestehen blieb. Bls heute ist die Familie Habsburg mit den Kontrahenten der Schlacht auf dem Marchfeld verbunden - denn sowohl Rudolf wie Ottokar II. Přemysl und auch die ungarischen Arpáden sind ihre direkten Vorfahren.

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023

Wie heißt die Schlacht eigentlich?
Seit 1878 häuften sich Diskussionen über die Bezeichnung der Schlacht. In zeitgenössischen Quellen wurden teilweise bereits Orte genannt, um das Geschehen zu lokalisieren. So „Ydungspeigen" (Jedenspeigen) in der Continuatio Vindobonensis (der Abschnitt über die Schlacht entstand zwischen 1279 und 1283) oder das „Chruterfeldt" (abgeleitet von Dürnkrut) in der Historia Annorum 1264-1279 des Heiligenkreuzer Mönches Gutolf (1279 abgefasst). In anderen Quellen der Zeit und späteren Geschichtswerken ist nur die Rede von der Schlacht zwischen Rudolf und Ottokar bzw. werden die Anmarschwege der Heere oft in Verbindung mit Nennung der March genannt. Während lange Zeit meist die Bezeichnung „auf dem Marchfeld" gebraucht wurde, kamen auch Stimmen auf, die sich gegen diese Bezeichnung wandten. Vorschläge für Alternativen gab es einige: Schlacht an der March, Schlacht am Weidenbach, früh schon auch Schlacht bei Stillfried.

Bereits im 19. Jh. war auch die Bezeichnung der Schlacht mit den Orten Dürnkrut und Jedenspeigen verbreitet. Dafür plädierten besonders Historiker um das 700-jährige Gedenken an die Schlacht, 1978. Verwiesen wurde darauf, dass das „Marchfeld" nur der Flurname der Lagerstätte König Rudolfs bei Stillfried gewesen sei bzw. es sich bei dem Schlachtfeld um das „Feld an der March" handle und es dadurch zu einer Verwechslung mit dem eigentlichen Marchfeld kommen könnte. Allerdings war die geografische Definition von Marchfeld in früheren Jahrhunderten sehr viel weiter gefasst und schloss so auch das Gebiet mit dem Schlachtfeld ein. Jedenfalls werden bis heute beide Bezeichnungen - „Schlacht auf dem Marchfeld" und „Schlacht von Dürnkrut und Jedenspeigen" - gebraucht.

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Weit über die Grenzen Österreichs wurde der Ort berühmt durch die Schlacht am Waidenbach, zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen, wo am 26. August 1278 König Ottokar von Böhmen Schlacht und Leben verlor und Graf Rudolf von Habsburg seine Hausmacht im Osten begründete. Diese Auseinandersetzung hatte letztlich europäische Dimensionen, der Aufstieg des Hauses Habsburg begann und bestimmte bis 1918 die Geschichte Europas. Anläßlich der 700 Jahre Gedenkfeier wurde 1978 dieser Gedenkstein aus Granit zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen errichtet.

Gedenkstein zur Schlacht auf dem Marchfeld an der Gemeindegrenze Jedenspeigen und Dürnkrut

 Jedenspeigen im Marchfeld, August 2023



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: