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Korneuburg ist eine Stadtgemeinde im
niederösterreichischen Weinviertel mit knapp 14.000 Einwohnern,
linksufrig an der Donau, 12 km nordwestlich von Wien. Die Fläche der
Stadtgemeinde umfasst 9,71 Quadratkilometer.
Die Bezirkshauptstadt wird durch ihre Lage an der Donau, rund 12
Kilometer vor Wien, auch gerne als das „Tor zum Weinviertel"
bezeichnet. Zahlreiche historische Bauten und Sehenswürdigkeiten zeugen
von der Bedeutung der Stadt, die im Zweiten Weltkrieg teilweise
zerstört und von der Korneuburger Bevölkerung wiederaufgebaut wurde.
Besonders bedeutsam war Korneuburg in den vergangenen Jahrhunderten als
Handelsplatz an der Donau, als Gerichtsort und als Garnisonsstadt.
* * *
Die Säule mit Baldachin und der vergoldeten Marienstatue aus
Mariazeller Eisenguss, angefertigt 1848, stand ursprünglich beim
Schifftor (Donaustraße). Nach dessen Abbruch (1877) wurde sie zunächst
in den Bahnhofspark und 1908 in den Park des städtischen Bades (heute
Stadtmuseum) transferiert.

Das Gebäude wurde 1908 anlässlich des 60. Regierungsjubiläums Kaiser
Franz Josephs I. als städtisches Bad (Dampf-, Wannen- und Brausebad) im
historistischen Stil errichtet. Das „Tröpferlbad", wie es genannt
wurde, war bis 1956 in Betrieb, seit 1974 befindet sich hier das
Stadtmuseum. Den Museumspark schmücken eine Mariensäule und der Nico
Dostal-Gedenkstein zu Ehren des Komponisten.

Wehrmann in Eisen
Der Militär-Witwen und Waisenfond initiierte die Aktion in Wien nach
dem Muster des „Stock im Eisen" am Stephansplatz. Um die
Hinterbliebenen gefallener Soldaten versorgen zu können war man auf der
Suche nach Geldquellen. Erstmals wurde der Wehrmann am 6. März 1915 in
Wien auf dem Schwarzenbergplatz aufgestellt. Diese Benagelungseuphorie
verbreitete sich über die ganze Habsburgermonarchie (ca. 700 Objekte)
und das Deutsche Reich (mehr als 2000). Am Korneuburger Hauptplatz
wurde der Wehrmann am 15. August 1915 vor dem Rathaus in einem eigens
angefertigten Pavillon aufgestellt und feierlich enthüllt.
Die Habsburgermonarchie brach einen Krieg vom Zaun, auf den sie weder
militärisch noch sozialpolitisch vorbereitet war. Sie schickte
Millionen von Wehrpflichtigen in den Kampf und ließ sie gegen modernste
Maschinenwaffen anstürmen - sie wurden getötet oder verstümmelt. Es
waren daher diese privaten Spendenaktionen angesichts der nur
rudimentär entwickelten staatlichen Sozialmaßnahmen notwendig. Die
Versorgung der Kriegsopfer blieb während des gesamten Krieges ein
ungelöstes Problem - ein Nebeneinander von privaten und staatlichen
Maßnahmen. Eine gesetzliche Regelung zur Unterstützung der
Hinterbliebenen und der physisch und psychisch verletzten Kriegsopfer
konnte erst 1918, in der neu erstandenen Republik Österreich erreicht
werden.
Die Kriegsbegeisterung war in Teilen der Bevölkerung auch 1915 noch
vorhanden. Der Wehrmann hatte daher eine besondere Symbolkraft von
Wehrhaftigkeit und Kraft. Mit jedem Nagel wurde seine Rüstung stärker.
Die Kriegspropaganda bemächtigte sich seiner - Zusammenstehen und
Durchhalten, Opfer bringen, Ertragen von Leid und Entbehrung. Aber Ende
1916 erlahmte das Interesse an solchen Aktionen. Der Tod so vieler
Soldaten paralysierte die Menschen zu Hause und ihre Lebensumstände
wurden immer prekärer. Der Eiserne Wehrmann verschwand aus dem
Stadtbild Korneuburgs und kam ins Stadtmuseum.

Erbaut anläßlich des 60 jährigen Regierungs-Jubiläums SEINER MAJESTÄT KAISER FRANZ JOSEF I. 1848


Stempeluhr aus der Schiffswerft Korneuburg, ca. 1938-1943, Schenkung der Familie Müller aus Leobendorf.
Die Stempeluhren waren bei den Eingängen zu den Werkstätten der
Meisterbüros angebracht. Die Meister konnten somit hören, wenn jemand
seine Arbeitszeit stempelte.


DONAUPFEIL LUFTEFFEKТВООТ
Bauwerft: Vosper Hoovermarine, Southhamton, Baujahr 1985
Länge 21,19 m, Breite 5,91 m, Tiefgang 1,40 bis 1,80 m, Leistung 2 x 490 PS GM 2-Takt
Geschwindigkeit 56 km/h, Antrieb über Getriebe auf Festpropeller
Hubmotor für Lufteffekt 270 PS Caterpillar (ab 1987)
Passagiere max. 80 Personen, Besatzung 5 Personen
Eingesetzt zwischen Wien und Budapest als Schnellverbindung, Modell Maßstab 1:33

SPEISUNGSLOSES SCHIFFSTELEFON
Für die bordinterne Kommando-Kommunikation sind in erster Linie
Wechselsprechanlagen und Funkgeräte im Einsatz. Bei Ausfall dieser
Geräte gibt es für den Notbetrieb speisungslose Telefone, welche auch
bei Stromausfall sicher funktionieren, da diese keine Fremdenergie
benötigen. Das Anrufsignal für die Gegenstelle wird mit einem
Kurbelinduktor erzeugt, welcher den Strom für das Klingelsignal
liefert. Nach dem Abheben des Hörers auf beiden Seiten wird durch den
"Gabelumschalter" die zweipolige Leitung vom Anrufkreis auf den
Sprechkreis umgeschaltet.
In jedem Hörer ist eine elektrodynamische Kapsel (Lautsprecherprinzip)
angeordnet, die beim Besprechen den Schalldruck in ein elektrisches
Signal umwandelt, welches an der Gegenstelle wieder in ein Schallsignal
umgewandelt wird. Das Rücksprechen funktioniert in der Gegenrichtung
nach dem gleichen Prinzip. Da nur eine Sprechverbindung vorhanden ist,
kann nur abwechselnd gesprochen werden. Die Hauptverbindung ist vom
Steuerhaus zum Maschinenraum. Früher wurde die Notverbindung zwischen
Steuerhaus und Maschinenraum mit einem "Sprachrohr" hergestellt.

ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DER SCHIFFSWERFT KORNEUBURG
Die im Jahre 1829 gegründete Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft hatte
bereits in den ersten Jahren ihres Schiffahrtsbetriebes eine steile
Aufwärtsentwicklung. Es erwies sich bald als notwendig, auch am
Oberlauf der Donau in der Nähe Wiens eine Reparaturwerft zu schaffen.
Als Ort für diese Werft wurde das linke Ufer des natürlichen Donauarms
bei Korneuburg gewählt, wo 1852 die Gründung der Werft Korneuburg
erfolgte. Vorerst dachte man nur daran, diese als Reparaturwerft auf
einem von der Gemeinde Korneuburg erworbenem Grundstück einzurichten,
und es wurden dort anfänglich ca. 60 Arbeiter beschäftigt. 1864 wurde
die erste Helling angelegt und man begann auch mit Neubauten, jedoch
vorerst nur mit Güterkähnen. Diese waren bereits aus Blech gefertigt
und mit der Hand genietet.
Erst nach 1935 wurde die schon 1910 begonnene neuzeitliche
Ausgestaltung der Werft großzügig fortgesetzt. Der Beschäftigtenstand
stieg in den Jahren 1918 bis 1939 von 120 auf 800 Mann. Das erste auf
der Korneuburger Werft gebaute Motorfahrzeug war der Schwimmbagger
„Fafner". 1937 begann auch die DDSG Motorschiffe zu bauen. Im Zuge des
Erneuerungsprogrammes der Gesellschaft wurden auf der Werft vier
Frachtmotorschiffe der sog. Feldherrnklasse gebaut, und zwar „Prinz
Eugen", „Erzherzog Karl", „Laudon" und „Radetzky". Sie brachten
insofern eine Änderung in die bestehenden Gepflogenheiten der DDSG, da
die Gesellschaft von der fast hundert Jahre früher eingeführten
Trennung von Kraft und Ladung abging. Wurde im Jahre 1936 bereits mit
dem Schweißen einzelner Bauteile begonnen, so ging man 1938 auch dazu
über, die Außenhaut zu schweißen. 1939 fand auf der Werft Korneuburg
die Taufe der für die obere Donau bestimmten „Stadt Wien" statt, einem
dieselelektrischen Fahrgastschiff mit Schaufelradantrieb. Im darauf
folgenden Jahre wurde das Schwesterschiff „Stadt Passau" in Dienst
gestellt. Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges arbeitete die Werft
im Rahmen des zentralen Bauprogrammes der damaligen Machthaber. In der
Nachkriegszeit entstanden hier Seeleichter, die im Schwarzen Meer im
Einsatz sind.
Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages kam die Schiffswerft wieder
in österreichische Hand und die Werftleitung ging zielstrebig daran,
ihr Bauprogramm auf eine breitere Basis zu stellen. Die internationalen
Kontakte wurden ausgebaut und es gelang, zahlreiche Aufträge aus
verschiedenen Ländern zu erhalten. Dabei war es auch notwendig, in das
Gebiet des Hochsee-und Fischereischiffbaues einzudringen. Dieser
Schritt war ein voller Erfolg und bedeutete einen Wendepunkt in der
Geschichte des österreichischen Schiffsbaues überhaupt. Zum ersten Mal
wurden bei Wien, im Herzen Europas, Seeschiffe gebaut. Schiffe wurden
in die Sowjetunion, nach Deutschland, Griechenland, Ekuador, Ägypten,
Saudi-Arabien, Nigerien, Rumänien, Lybien, Irak, Indonesien und dem
Libanon geliefert. Der geographischen Lage der Werft an der Donau und
ihrer geschichtlichen Entwicklung als Bauwerft der DDSG entsprechend
gehören natürlich weiterhin jede Art von Binnenschiffen zum
Bauprogramm, selen es Fahrgastschiffe, Zugschiffe oder Güterkähne. Dazu
kamen in jüngster Zeit die Entwicklung und Ausführung von
Schubeinheiten und Spezialschiffen, wie Bagger, Schwimmkräne,
Eisbrecher. Nahezu alle Reedereien der Donau und der österreichischen
Seen zählen zu den Kunden der Werft.

Modell eines „Kelheimer“- Schiffes
Maßstab ca 1:25 (Modelllänge 1,66m ; Schiffslänge bis 42 m bzw. 22 Klafter)
Diese Schiffe waren die größten Holzschiffe der historischen Donauschifffahrt.
Näheres im Schifffahrtsmuseum in Spitz an der Donau
Modell eines KELHEIMER. In der „Naufahrt" fuhren sie mit der Strömung und stromauf wurden sie von Pferden gezogen (getreidelt).

AMUR Schrauben-Passagiermotorschiff
L=83m; B=9m; H=2.90m; T=1.53 m, Breite über Galerie = 14m; 2x1200 PS, Touristenverkehr Wien-Schwarzes Meer
Entwurf und Bauausführung SCHIFFSWERFT KORNEUBURG AKTIENGESELLSCHAFT
MFS „AMUR" Bau Nr.: 596, Stapellauf 03.09.1959, Modellmaßstab 1:50, Schwesterschiff „DUNAJ"

VIENNA Fischkutter
Länge 235 m, Breite 63 m, Höhe 31 m, Tiefgang 24 m, 1x480 PS, Gebaut fur Nigeria
Entwurf und Bauausführung SCHIFFSWERFT KORNEUBURG
SEITENTRAWLER „VIENNA" Bau Nr.: 651, Stapellauf 09.07.1965
Modellmaßstab 1:20, 2 Schwesterschiffe „KORNEUBURG" „LINZ", Geliefert nach NIGERIA

THEODOR KÖRNER - KABINEN– und AUSFLUGSSCHIFF
Bauwerft: Schiffswerft Korneuburg AG
Kiellegung 25.10.1963, Stapellauf 30.10.1964, Übergabe 23.07.1965, Auslauf 30.07.1965
Länge 87,10 m, Breite 16,00 m, Höhe 3,70 m, Leistung 2 x 1.050 PS Deutz, Geschwindigkeit 24 km/h
Antrieb 2 x Voith-Schneiderpropeller mittschiffs seitlich, Passagiere max. 1.300 Personen
Taufpatin Maria Pittermann, 1999 Umbau und Einbau weiterer Kabinen
Für „Rad und Reisen" zwischenPassau und Budapest unterwegs, Modellbau Schiffswerft Korneuburg AG, Maßstab 1:50

FASSBINDER
Die hier gezeigten Gegenstände stammen großteils aus einer
Fassbinderwerkstätte in der Lebzeltergasse 5. Der letzte Fassbinder an
dieser Adresse war Herr Miksch. Da in Korneuburg einige Landwirte auch
Weinhauerei betrieben, gab es mehrere „Heurige", die von der
Bevölkerung gerne frequentiert wurden. Die Stadtgemeinde betrieb bis in
die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts selbst Weinbau. Die im Untergeschoß
befindliche Stadt-Weinpresse war ursprünglich im alten Rathauskeller
(später Kreisgericht am Hauptplatz) untergebracht, wo auch
„ausgeschenkt" wurde.


Brautkleid der Frau Rosalie Hafner, Korneuburg

LEBZELTER
Die Lebzeltergasse in Korneuburg trägt ihren Namen zurecht. In dieser
Gasse befanden sich einige Bienenzüchter, Kerzenzieher und Lebzelter.
Einige Abgüsse der Lebzeltenformen, welche immer eine besondere
Bedeutung hatten, ersetzten so manches gesprochene Wort. Vor der
Vitrine befindet sich eine Honigschleuder, mit der der Honig aus den
Waben gewonnen wurde. Unterhalb befindet sich eine Form zur
Kerzenherstellung aus Bienenwachs. Im Schaudepot befinden sich weitere
Gegenstände der Bienenzüchter und Lebzelter.

STADTTURM MIT SÄKULARISIERTER NIKOLAIKIRCHE, Modell, Holz, um 1890
Die Nikolaikirche, erbaut um 1200, stand in der Mitte des Hauptplatzes.
Sie war dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Fischer, Schiffer
und Kaufleute, geweiht. Im 15. Jahrhundert wurde über dem Chor der
Kirche der Stadtturm errichtet (Fertigstellung 1445). 1786 wurde die
Kirche entweiht und für andere Zwecke genutzt. Das Holzmodell zeigt die
säkularisierte, also nicht mehr religiös genutzte Nikolaikirche um
1890. Für den Bau des neuen, heutigen Rathauses wurde die Nikolaikirche
1894 abgerissen.



Nico Dostal; eigentlich Nikolaus Josef Michael Dostal (1895 - 1981) war ein österreichischer Komponist.

FACH 1: Analoges Millivoltmeter, verwendet in der Werft zur Messung der
Spannung und zum Abgleich von Thermoelementen bis ca 1970.
Thermoelemente (Type K oder J) wurden hauptsächlich zur Fernmessung der
Abgastemperaturen von Dieselhauptmaschinen verwendet. Die
Abgastemperatur eines Schiffsdiesels liegt direkt nach dem Austritt aus
dem Zylinder je nach Motor-last typischerweise zwischen 300 °C bis 700
°C. Weicht die Temperatur eines einzelnen Zylinders von den anderen ab,
deutet dies auf ein Problem hin, z. B. defektes Einspritzventil,
undichte Ventile, Kolbenring-verschleiß oder Luftmangel.
FACH 2: Analoges Multimeter NORMATEST 2000, verwendet in der Werft zur
Messung bei Reparaturen und Schiffsinbetriebnahmen bis ca. 1980. Danach
wurden die analogen Multimeter durch Digitalmultimeter ersetzt.
FACH 3: Die eisgängigen Holztransportschiffe waren mit einer digitalen
Überwachungs-Steuerungs- und Regelanlage von SELMA ausgerüstet. Um die
entsprechenden Parameter einzustellen, wurden die in Fach 3 gezeigten
Hilfsgeräte verwendet. Die Digitalisierung der Überwachungs-Steuerungs-
und Regelanlagen erfolgte auch im Schiffbau. So wurden die analogen
Anlagen durch digitale Anlagen ersetzt. Die Geber für Druck, Temperatur
usw. wurden durch Geber mit eingeprägten Werten, z. B. 4-10V und 4-20mA
ersetzt (z.B.: 4mA = 0°C, 20mA = 120°C). Durch Analog-Digitalwandler
wurden die Messgrößen in binäre Werte übersetzt, mit PC's verarbeitet
und für die Bildschirmanzeige visualisiert. Die Alarmwerte für optische
und akustische Anzeigen konnten ebenso einfach durch die Elektronik
generiert werden.

Das ehemalige Dampf-, Wannen und Brause-BAD
Unter dem Namen „Tröpferlbad" war das am 4. Oktober 1909 unter
Bürgermeister Schleidt feierlich eröffnete Haus bald bekannt, fand in
der Bevölkerung großen Anklang und wurde fleißig frequentiert. Die
Planung erfolgte durch den Stadtbaumeister HORETZKY. Nach einer
wechselvollen Geschichte, zwei Weltkriegen und der Besatzungszeit
beendete das Tröpferlbad 1956 den Betrieb.
Das Gebäude, mittlerweile unter Denkmalschutz, stand einige Jahre leer,
bis sich der Gemeinderat 1964 entschloss, im ehemaligen „Tröpferlbad"
das Museum einzurichten. Damit entstand die Verflechtung dieses
Gebäudes mit dem Stadtmuseum und dem Museumsverein. Nach Gründung des
Museumsvereins 1960 waren die aktiven Mitglieder bemüht, auch ohne
Museum Ausstellungen und Veranstaltungen in wechselnden Räumlichkeiten
zu organisieren. Die Gestaltung der Korneuburger Kulturnachrichten ab
1961 trug wesentlich dazu bei, dass der Museumsverein Korneuburg
bekannt wurde.

Wappentafel mit Gemeindewappen des Gerichtsbezirks Korneuburg, 1988, Geschweißtes Eisen
Diese Wappentafel wurde in der Schlosserlehrwerkstätte des
Landesjugendheims Korneuburg anlässlich der Eröffnung des neuen
Rotkreuzhauses in Korneuburg gefertigt. Künstlerische Gestaltung: akad.
Maler Walter Bogg; Ausführung: NO Landesjugendheim Korneuburg
Wappenbilder: Großrußbach, Ernstbrunn, Leobendorf, Bisamberg,
Hagenbrunn, Langenzersdorf, Enzersfeld, Korneuburg, Landeswappen,
Harmannsdorf, Bundeswappen, Stetten

KESSELRAUM und WERKZEUGKAMMER
Im Kesselraum des ehemaligen Wannen-, Dampf- und Brausebades befand
sich von 1909 bis zur Umgestaltung des Bades der mit Kohle befeuerte
Dampfkessel. Er gewährleistete die Beheizung und Warmwasseraufbereitung
des heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Der Betrieb als
öffentliches Bad wurde im Jahr 1956 eingestellt und das Obergeschoß
schließlich 1974 als Museum eröffnet. Doch erst ab 1990 wurde der
Kesselraum und die Werkzeugkammer saniert, umgebaut und dem Verein der
Fossilien- und Mineralienfreunde zur Verfügung gestellt. Heute ist der
Kesselraum ein Teil des Schaudepots und beherbergt unter anderem die
Archäologische Sammlung des Stadtmuseums.
Keramiken und Keramikfragmente von der Bronzezeit bis zum Mittelalter
finden hier ebenso Platz wie steinzeitliche Werkzeuge und Mahlsteine.
Fossilien, wie die Riesenaustern oder Blattabdrücke in Sandstein und
diverse Muscheln, Schnecken und Korallen sind ebenfalls Bestandteil der
Sammlung. Ein anderer Teil des Kesselraumes beinhaltet verschiedenste
Sammlungen aus der Stadtgeschichte. Textilien, wie Uniformen oder
verschiedene Hauben und Jacken sind hier ebenso untergebracht wie
religiöse und militärische Objekte.

In der Werkzeugkammer, dem kleinen Raum nebenan, sind Gitterwände
angebracht, um die schweren Objekte des Schaudepots zu präsentieren.
Hier sind vor allem schmiedeeiserne Werke zu besichtigen. Die kunstvoll
verzierten Grabkreuze und Schildhalterungen werden hier ins rechte
Licht gesetzt. Gedenktafeln und andere Großobjekte sind ebenso
Bestandteile des Schaudepots in der Werkzeugkammer.
Das Stadtmuseum Korneuburg wurde als eines von fünf Museen in das
Pilotprojekt des Landes Niederösterreich „Schätze ins Schaufenster:
Qualitätsoffensive Museumsdepots in Niederösterreich" aufgenommen.
Innerhalb von drei Jahren, 2013 bis 2016, wurde im Rahmen dieses
Projektes das neue Schaudepot eingerichtet. Nach massiven
Umbauarbeiten, die die Trockenlegung der Mauern sowie die Erneuerung
der Installationen und Klimatechnik beinhalteten, konnte nun eine
fachgerechte Lagerung der Museumsobjekte erreicht werden. Durch das
Konzept des Schaudepots sind die Räumlichkeiten aber auch
interessierten Besucherinnen und Besuchern des Stadtmuseums zugänglich.

KOHLENDEPOT
Im Kohlendepot des ehemaligen Wannen-, Dampf- und Brausebades zeugt
noch die Nische in der Außenmauer von der einstigen Verwendung des
Raumes als Lager für das Heizmaterial. Aber auch die Kanzlei befand
sich im Untergeschoß: durch eine schmale Zwischenwand getrennt war hier
ein kleines Büro eingerichtet. Der Betrieb des Hauses als öffentliches
Bad wurde im Jahr 1956 eingestellt und das Obergeschoß schließlich 1974
als Museum eröffnet. Doch erst ab 1990 wurde das Untergeschoß saniert
und umgebaut, das Kohlendepot und die Kanzlei nun als ein Raum dem
Kameradschaftsbund für Ausstellungen zur Verfügung gestellt.
Heute ist das Kohlendepot ein Teil des Schaudepots und beherbergt die
Sammlungen Alltag und Handwerk. Gerätschaften von längst vergangenen
Berufen erzählen Geschichten über das Leben von Damals und machen das
Heute dadurch wieder bewusster. Werkzeuge und Objekte, von der
Ziegelherstellung über den Kerzenzieher bis zur Lebzelterei: in der
Stadt Korneuburg waren viele Handwerke zu Hause. Gerätschaften aus der
Bienenzucht, vom Fassbinder, Hutmacher und Schmied sind hier ebenso zu
finden wie Objekte aus der damaligen hauseigenen Wäscherei.


Die Sammlung Alltag beinhaltet Museumsobjekte aus der Küche und dem
Bereich des Wohnens. Dazu zählen verschiedene Küchen- und
Haushaltsgeräte, wie Geschirr, Bügeleisen und Wasserkocher. Skier aus
der Zwischenkriegszeit, Schreibmaschinen, Rundfunkgeräte sind ebenfalls
Bestandteile der Sammlung. Weitere technische Geräte aus dem Bereich
der Vermessungstechnik oder der Medizin, wie der Zahnarzt-Tretbohrer
ergänzen die Objekte im Schaudepot.



KORNEUBURG liegt unter 48°20′ nördl. Breite und 16°20 Ostl. Länge von
Greenwich. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9° Celsius, der
mittlere Barometerstand ist 747 m/m, der Zeitvorsprung gegen Wien 8
Sekunden.


Das den Hauptplatz dominierende Rathaus wurde 1894/95 nach Plänen des
Architekten Max Kropf im neugotischen Stil erbaut. Dieser Neubau war
die letzte große Umgestaltung des Stadtzentrums. Überragt wird er von
dem in den Bau integrierten mittelalterlichen Stadtturm, errichtet im
15. Jh. über dem Chor der ehem. Nikolaikirche, deren Kirchenschiff für
den Rathausneubau abgetragen wurde.
Das Bauwerk ist durch Balkone, Erker und Giebel reich gegliedert. Die
Wappen der habsburgischen Kronländer, der für die Stadt bedeutsamen
Herrscherdynastien und einiger niederösterreichischen Städte schmücken
die Fassade. Die Standbilder König Albrechts I., dem die Stadt ihre
Selbstständigkeit verdankt, und Kaiser Franz Josephs I. schuf der
Bildhauer Emanuel Pendl. Über dem Eingang ist die Büste des Baumeisters
angebracht.

D ie barocke Dreifaltigkeitssäule, eine Pestsäule, befindet sich an der
Stelle des einstigen Prangers und wurde 1747 vom Korneuburger Kaufmann
Johann Michael Jochinger gestiftet. Im Aufbau wiederholt sich die Zahl
Drei: Die drei Statuen stellen die Heiligen Ägydius (Hirschkuh),
Johannes d. Täufer (Lamm) und Jakobus d. Älteren (Pilger) dar; Ägydius
ist Patron der Pfarrkirche, Johannes und Jakobus waren die
Namenspatrone der Stifterfamilie (Vater Johann und Sohn Johann Jakob).
Zwischen den Heiligenfiguren sind drei Reliefs zu sehen mit der
Darstellung der Flucht der hl. Familie, der Pestheiligen Sebastian,
Rochus und Rosalia und vermutlich der Heiligen Franziskus, Anna und
Elisabeth. Darüber sind die drei Erzengel Gabriel, Michael und Raphael
und als Abschluss die Krönung Marias durch die Heilige Dreifaltigkeit
dargestellt. Die lateinische Inschrift auf der Säule ist ein
Chronogramm: Die hervorgehobenen Buchstaben sind römische Zahlzeichen
und ergeben addiert die Jahreszahl 1778.

Der Stadtbrunnen wurde 1898 anlässlich des 50. Regierungsjubiläums
Kaiser Franz Josephs I. nach einem Entwurf von Max Kropf, dem
Rathaus-Architekten, errichtet. Die Statue des Rattenfängers aus der
Korneuburger Rattenfängersage ist ein Werk des Bildhauers Emanuel Pendl
und wurde neben dem Stadtturm auch zu einem Wahrszeichen der Stadt. Der
Brunnen selbst wurde in monumentaler Weise ganz aus Kaiserstein, dem
weißen, harten Kaisersteinbrucher Stein geschaffen.

Auf der Vorderseite des Rathauses ist das Stadtwappen zu sehen. Die
Zinnenmauer und die drei Türme gehen auf das mittelalterliche Wappen
zurück, der blaue Fluss unterhalb der Mauer kam als Wappenbestandteil
später hinzu.

Der mittelalterliche Stadtturm wurde in der ersten Hälfte des 15. Jh.
im Zentrum der Stadt über dem Chor der ehem. Nikolaikirche errichtet
(Fertigstellung um 1445). Er war Teil der in dieser Zeit ausgebauten
Stadtbefestigung und wurde zum Wahrzeichen Korneuburgs. Der Turm
gewährleistet eine weite Sicht auf die Stadt und die Umgebung.
Wichtigste Aufgabe des Türmers war die Meldung von Feuer und
herannahenden Soldaten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Stadtturm
schwer beschädigt (1646).
Nach einer umfassenden Restaurierung Ende des 19. Jh. (1888-1890) wurde
hier das erste Museum der Stadt untergebracht. Nur wenige Jahre später
erfolgte die Integration des Stadtturms in das neue Rathaus (1894/95).
Die um 1200 errichtete Nikolaikirche war die älteste Kirche der Stadt,
an der im 16. Jh. von der Stadt besoldete evangelische Prediger
wirkten. Sie wurde Ende des 18. Jh. profaniert und das Langhaus 1894
für den Rathausneubau abgetragen. Im Innenhof ist noch der Triumphbogen
zu sehen.

Der ehem. Ballsaal des Gasthofs „Zum weißen Rössel" ist seit den
1960er-Jahren der Korneuburger Stadtsaal. Das späthistoristische Haus
mit Zwiebelturm wurde 1903 nach einem Großbrand, verursacht durch
Brandstiftung in den Gasthof-Stallungen (Juni 1902), wiederaufgebaut.

Hier entsteht eine Sitzbank - ein Projekt der Bürger:innenbeteiligung Korneuburg
Das Projekt „Sitzbank Bürger:innen-beteiligung" wird ausschließlich von ehrenamtlichen Helfer:innen umgesetzt.
Die reinen Materialkosten belaufen sich auf rund € 7.000,-.

Im Kirchenpark, dem zugeschütteten Stadtgraben, befindet sich ein
Denkmal für den Komponisten Franz Schubert (1797-1828), das 1928 vom
Korneuburger Künstler Karl Bodingbauer geschaffen wurde und einen
schwebenden Genius darstellt.

Als „Gründungsjahr" der katholischen, dem hl. Ägydius geweihten
Pfarrkirche galt in der Lokaltradition das Jahr 1212. Neueren
Forschungen zufolge wurde sie vermutlich erst Ende des 13. Jh.
errichtet, urkundlich wird sie erstmals im Jahr 1300 erwähnt. Die
Kirche lag direkt an der Stadtmauer (Mauerreste erhalten) und war
ursprünglich zweitürmig. Vom mittelalterlichen Bau sind der gotische
Chor des 14. Jh. das architektonische Glanzstück der Kirche und die
Seitenschiffe mit Kreuz- und Netzrippengewölbe des 15. Jh. erhalten.
Bei der Rückeroberung der schwedisch besetzten Stadt durch die
kaiserlichen Truppen 1646 wurde ein Turm zerschossen und musste
abgetragen werden. Nach dem Stadtbrand von 1842 wurde das zuvor flach
gedeckte Mittelschiff eingewölbt. Ihre heutige Gestalt erhielten der
Turm und das gesamte Westwerk durch den neugotischen Neubau um 1900.
Das spätgotische Langhaus hat einen umlaufenden Sockel. Der 66,8 Meter
hohe Südturm und das neugotische Westwerk stammen aus dem Beginn des
20. Jahrhunderts. Der quadratische Turm ist durch umlaufende
Kordongesimse und schlanke Spitzbogenfenster gegliedert. Die
Schallfenster sind als markante hohe zweibahnige Maßwerkfenster mit
dazwischen liegendem Maßwerkfries ausgeführt. Der quadratische Teil des
Turmes wird durch zahlreiche Krabben und Fialen abgeschlossen und geht
in ein Oktogon mit je einer Turmuhr an vier Seiten mit und einem
achteckigen Spitzhelm über.

Stadtpfarrkirche St. Ägyd
Errichtet im 13. Jh., dem hl. Ägydius geweiht, urkundlich erstmals erwähnt im Jahr 1300.
Chor (14. Jh.) und Seitenschiffgewölbe (15. Jh.) gotisch; ursprünglich
zweitürmig, ein Turm 1646 beschädigt und abgetragen. 1899-1903 Neubau
von Turm und Westwerk im neugotischen Stil.
In der Mittelachse des Westwerks erschließt das Hauptportal, ein
neugotisches Figurenportal mit krabbenbesetztem Kielbogen, seitlichen
Fialen und bekrönender Kreuzblume den Kirchenraum. Im Portal stehen die
Baldachinfiguren der Heiligen Hartmann (erster Propst der
Augustiner-Chorherren im Stift Klosterneuburg 1133–1140) und Ubald von
Franz Christoph Erler, rechts und links des Portals zwei kleine,
schmale Spitzbogenöffnungen flankiert, über die das umlaufende Gesimse
aufgekröpft ist. Im Tympanon des Portals ist ein Relief mit der
Anbetung des Kreuzes durch die Heiligen Ägydius und Leopold zeigt,
bezeichnet mit „F. Erler 1902“. Darüber befindet sich eine
Masswerkrosette und ein abschließender Maßwerkfries, darunter ein
Wasserspeier in Tierform.

Der Innenraum inklusive Chor ist 68,45 Meter lang. Das siebenjochige
Langhaus ist 45,45 Meter lang und 23,07 Meter breit. Es besteht aus dem
Mittelschiff mit querrechteckigen Jochen und einem gedrückten,
neugotischen Kreuzgewölbe und zwei Seitenschiffen mit annähernd
quadratischen Jochen. Reich profilierte Sockel auf den Basen der
romanischen Pfeiler tragen die spitzbogigen Pfeilerarkaden. Die
Achteckpfeiler sind an der nördlichen und südlichen Seite
unterschiedlich profiliert, jene an der Nordseite sind gekehlt. Die
Arkadenbögen sind nordseitig einmal mit „1476“, einmal mit „1478“
datiert.

Die dreiteilige, zweijochige, neugotische Westempore aus den Jahren
1900 bis 1902 hat eine Brüstung mit einem Maßwerkfries. Sie ruht auf
Säulen mit reichen Laubkapitellen, die von einem Kreuzrippengewölbe mit
figuralen Schlusssteinen überspannt sind. Die Schlusssteine zeigen die
Köpfe von Heiligen. Zum Langhaus hin sind die Säulen durch
Achtseitpfeiler ersetzt.
Die Hauptorgel mit 30 Registern, zwei Manualen und Pedal wurde im Jahre
1903 von Josef Mauracher in St. Florian gefertigt. Sie verfügt über
eine pneumatische Spiel- und Registertraktur. In den Jahren 2006/07
wurde das Instrument von Orgelbau Michael Walcker-Mayer umfassend
restauriert und ein zusätzlicher Spieltisch im Presbyterium installiert.

Den Übergang vom Langhaus zum Chor bildet der breite, spitzbogige
Triumphbogen mit einer Bandrippe des ursprünglichen Baues, der sich aus
mächtigen Runddiensten mit Sockel und Halsring erhebt. Der einschiffige
Chor ist 23 Meter lang, 8,55 Meter breit und 13,14 Meter hoch, hat drei
Joche, einen seltenen 7/12–Schluss und wird von einem
Kreuzrippengewölbe abgeschlossen, das auf gebündelten Diensten ansetzt,
die in Fensterhöhe enden. Figurale Schlusssteine aus der Mitte des 14.
Jahrhunderts sind mit den Evangelistensymbolen versehen.
Der mit „J. Rint und Söhne Linz 1870“ bezeichnete neugotische Hochaltar
hat einen reichen, gotisierenden Aufbau mit einer Kreuzigungsgruppe und
Engeln. Im Gesprenge sind Darstellungen der Heiligen Ägidius, Leopold
und Florian.

Der spätbarocke Seitenaltar im südlichen Seitenschiff aus der Zeit um
1770 ist mit einem reichen Stuckmarmoraufbau versehen. Die Altarblätter
sind in der Art von Franz Anton Maulbertsch gemalt. Das Hauptbild zeigt
den von Engeln angebeteten eucharistischen Christus (Ecce panis
angelorum – Seht das Brot, die Engelspeise), im Oberbild ist der
heilige Wolfgang dargestellt. Die seitlichen Schnitzfiguren eines
Schutzengels und des Erzengels Michael sind in Silber und Gold gefasst.
Der Rokokotabernakel ist reich geschnitzt und mit Putten versehen. Eine
spätgotische Madonnenstatue aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, die
barock verändert sein dürfte, befindet sich in einer Vitrine.



Die spätbarocke Kanzel stammt laut einer Urkunde aus dem Jahre 1766 von
Matthias Kölbl und erhielt ihre heutige Fassung von Karl Mühlner. Ein
gotischer Pfeiler aus dem Ende des 14. Jahrhunderts trägt den runden,
mit schwarzem Stuckmarmor umkleideten und mit reicher Rokokoornamentik
und Puttenköpfen besetzten Kanzelkorb. An diesem und an der Rückwand
sind alabasterfarben gefasste Reliefs aus Lindenholz des Gleichnisses
vom Sämann, der Herabkunft des Heiligen Geistes und ein kleineres
Relief, das Jesus zeigt, der einem Blinden die Augen öffnet.
Auf dem Schalldeckel ist eine allegorische Darstellung der katholischen
Kirche. Die Gruppe im Hintergrund zeigt das Kreuz Christi, durch das
sie gegründet ist, hat als Beistand den Heiligen Geist und steht als
Haus auf dem Felsen gebaut. Davor steht der heilige Petrus als
Stellvertreter Christi, des Oberhauptes der Kirche. Die Attribute
seines Amtes, die Bibel, die Tiara und das Papstkreuz.

Im Zentrum der Apsis unter dem Schlussstein des Evangelisten Markus
steht auf einem zwölfeckigen Sockel das nicht datierte, monumentale
Taufbecken aus rotem Marmor. Der aus bronziertem Holz gefertigte
Taufdeckel mit der barocken Darstellung der Taufe Jesu ist im
Eingangsbogen der Beichtkapelle am Westende des südlichen
Seitenschiffes angebracht.

Am Altar der an das nördliche Seitenschiff angebauten Grabkapelle ist
ein Christusbild, das von einem Kranz aus Puttenköpfen umgeben ist, aus
dem Anfang des 20. Jahrhunderts im Beuroner Stil.

Schlussstein in der Grabkapelle mit St. Bernhard, 1903


Katholische Pfarrkirche Korneuburg hl. Ägyd: Gotische Staffelhalle mit
hohem Dach am nördlichen Rand der Altstadt, vermutlich Ende des 13.
Jahrhunderts erbaut; Chor und Sakristei aus dem 14. Jahrhundert,
spätgotische Seitenschiffe mit Kreuz- und Netzrippengewölbe (15. Jh.);
ursprünglich zweitürmig, der nördliche Turm nach Beschädigung 1646
abgetragen; 1846 Einwölbung des (ursprünglich flachgedeckten)
Mittelschiffs im neugotischen Stil; 1899 bis 1903 Neubau des Turms und
des Westwerks (neugotisch).


Aus spätmittelalterlicher Zeit stammen das gotische Sakramentshäuschen
(gestiftet 1382), die Holzfigur des kreuztragenden Christus (um 1430,
Seitenkapelle) und eine spätgotische Laterne (Totenleuchte am
Friedhof). Die Wände schmücken mittelalterliche und frühneuzeitliche
Grabplatten und Epitaphien ratsbürgerlicher Familien, darunter
besonders bemerkenswert die Wappengrabplatte der Familie Preuer (1459)
und das Renaissance-Epitaph des Stadtrichters Michael Kheppler (1606).
Die spätbarocke, mit schwarzem Stuckmarmor verkleidete Kanzel ist ein
Werk von Matthias Kölbl aus Tulln (1766). Der neugotische Hochaltar
stammt aus der Linzer Werkstatt des Johann Rint (1870), die Orgel aus
der Werkstatt der Orgelbauerfamilie Mauracher (1903). Die Madonna in
der Marienkapelle schuf Grete Filz (1967).

Die Kirche des 1338 errichteten Augustinerklosters erhielt ihre
spätbarocke Gestalt durch den Neubau im 18. Jh. (1745-1763). Der auf
das Mittelalter zurückgehende Vorgängerbau wurde abgebrochen. Für die
Innenausstattung war im Auftrag des Korneuburger Konvents ab 1764 Franz
Anton Maulbertsch tätig, der die meisten Altarbilder schuf. Ein
Tafelbild stammt von Martin Johann Schmidt, dem Kremser Schmidt (Tod
des hl. Franziskus).
Krönender Abschluss des Innenausbaus war der Hochaltar mit dem
berühmten Maulbertsch-Fresko „Das letzte Abendmahl". Der Altar der 1773
geweihten Kirche wurde aufgrund seiner illusionistischen Gestaltung
rasch zum Publikumsmagneten. Eine Besonderheit ist auch das reiche
Rokoko-Gehäuse der Orgel, die dadurch gleichsam mit dem Raum zu
verschmelzen scheint.
An der Fassade ist das Symbol des Augustinerordens - ein brennendes
Herz mit Pfeil - und die Figuren des hl. Augustinus und der hl. Monika,
seiner Mutter, zu sehen. Der Turm erhielt 1898 einen neuen Helm nach
Plänen des Rathaus-Architekten Max Kropf.

EHEM. KLOSTER der AUGUSTINER-EREMITEN, Ehem. Augustinerkloster
Um 1305 nach angeblichem Hostienfrevel - Errichtung einer Kapelle an
Stelle des jüdischen Hauses. Anwesen 1338 an die Augustiner Eremiten
übergeben, Bau des Klosters mit Kirche, 1808 aufgehoben, danach
verschiedene Verwendungszwecke.

Augustinerkirche des ehem. Augustinerklosters.
An Stelle der alten Klosterkirche im Jahre 1745-1773 im spätbarocken
Stil erbaut. Renovierungsarbeiten Ende 19. Jh., Hochaltarbild und
Altarbilder von Franz Anton Maulbertsch (1724-1796).

Im BANKMANN-HAUS gab es ab dem 16. Jh. über 400 Jahre lang eine
Bäckerei, woran die über zwei Eingängen (straßenseitig und im
Durchgang) angebrachten Jahreszahlen 1579 und 1684 mit
Bäckerei-Symbolen erinnern. Namengebend wurde die Bäckerfamilie
Bankmann, die ab dem frühen 19. Jh. mehr als 100 Jahre im Besitz des
Hauses war. Auf der Fassade haben sich Reste eines gemalten Wappens
erhalten. Sein heutiges Aussehen erhielt das Haus 1934 nach dem Abbruch
des in die Laaer Straße hineinragenden Nachbarhauses (Zochlar-Haus).

Zeittafel zur Geschichte Korneuburgs
um 1114 Älteste Nennung als neuer Marktplatz von Klosterneuburg auf der linken Donauseite („novum forum")
um 1200 Verlegung der Siedlung landeinwärts: Neugründung mit großem Rechteckplatz und Kirche (ehem. Nikolaikirche am Hauptplatz)
um 1300 Korneuburg wird selbstständige Stadt unter König Albrecht I. -Errichtung der Stadtmauer
1300 Erste urkundliche Erwähnung der Pfarrkirche St. Ägyd
1305 Judenpogrom aufgrund des nachweislich falschen Vorwurfs der Hostienschändung
1311 Verleihung eines Stadtrechts durch Herzog Friedrich (d. Schönen)
1338 Stiftung des Augustinerklosters durch Herzog Otto
vor/um 1350 Errichtung der Synagoge
1417 Stadtbrand
ab 1420er Ausbau der Befestigung und Errichtung des Stadtturms (Fertigstellung des Turms um 1445)
1420/21 Landesweite Vertreibung der Jüdinnen und Juden (Wiener Gesera)
1477/84 Eroberung durch die Ungarn unter König Matthias Corvinus (1484 mehrmonatige Belagerung)
ca. 1550-1585 Evangelische Zeit (Rekatholisierung ab 1586)
1623-1625 Bau des Kapuzinerklosters
1633 Stadtbrand
1645/46 Besetzung durch die Schweden - Rückeroberung durch die kaiserlichen Truppen (schwere Zerstörungen)
1745-1773 Barocker Neubau der Augustinerkirche
1774 Sitz des Kreisamts für das Viertel unter dem Manhartsberg
1805/09 Napoleonische Kriege: schwere Schäden und Besetzung durch die französischen Truppen (1809)
1828 Gründung der Textilfabrik Schaumann
1849 Konstituierung der politischen Gemeinde Korneuburg
1852 Gründung der Schiffswerft
1850 Sitz der Bezirkshauptmannschaft (bis 1854, wieder ab 1868)
1854 Sitz des Kreisgerichts für das Viertel unter dem Manhartsberg
1865 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
1869 Gründung der Sparkasse Korneuburg
ab 1870er Garnisonsstadt
Korneuburg: Errichtung von großen Kasernenbauten (Baracken-Kaserne,
Kaiser Franz Joseph-Kaserne, Erzherzog Albrecht-Kaserne) und eines
Truppenspitals
1872 Bildung der Evangelischen (Filial-)Gemeinde Korneuburg (1893 Weihe der 1. Kirche, 1927 selbstständige Pfarrgemeinde)
1880 Eröffnung des öffentlichen Krankenhauses am Wiener Ring (heute Landesklinikum)
1883 Aufstellung des Eisenbahn- und Telegraphenregiments („Korneuburger Hausregiment")
1894/95 Errichtung des neuen Rathauses (Abriss der ehem. Nikolaikirche)
1899-1903 Neugotischer Um- und Neubau der Pfarrkirche St. Ägyd
1907 Bildung der Israelitischen Kultusgemeinde Stockerau-Korneuburg
1915-1917 Errichtung des Soldatenfriedhofs durch das Eisenbahnregiment
1927 Errichtung der Ölraffinerie (Stilllegung 1961)
1930 Korneuburger Eid der Heimwehr gegen Demokratie und Parlamentarismus
1935 Errichtung der Rollfähre
1945 Luftangriff 20. März: 132 Tote und Zerstörungen
1945-1955 Befreiung vom NS-Regime - Sowjetische Besatzungszeit
1950 1. Gemeinderatswahl in der Zweiten Republik
1955 Übergabe der Werft durch die Sowjetunion an die DDSG
1963 Weihe der neuen evangelischen Dreieinigkeitskirche
1964-1969 Errichtung der Dabsch-Kaserne
1981 Fertigstellung der Donauufer-Autobahn Korneuburg-Wien (A 22)
1993 Schließung der Werft
2010/11 Bau des Gymnasiums
2016 „Masterplan Korneuburg 2036" (Stadtentwicklungsplan unter Bürger:innen-Beteiligung)
2017 Fertigstellung des Hochwasser-Schutzes (große Hochwasser u.a. 1501, 1787, 1830, 1899, 1954, 2002, 2013)

Korneuburg liegt an der Nordwestbahn und ist mit Regionalzügen und
S-Bahnen von Wien aus mindestens 3 mal pro Stunde direkt zu erreichen.

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: