Eisenbahnmuseum Lienz

Südbahn Heizhaus Eisenbahnfreunde Lienz, Juli 2026

Das Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus in Lienz bietet Besuchern eine spannende Reise durch 150 Jahre Eisenbahntechnik. In einem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1871 präsentiert der Verein der Eisenbahnfreunde in Lienz (EBFL) auf 1.800 m² Ausstellungsfläche beeindruckende Exponate.

Tauchen Sie ein in die Welt der Dampfloks und Eisenbahnromantik! Im historischen Heizhaus Lienz erleben Sie spannende Geschichten rund um Technik, Reisen und das Leben auf der Schiene. Original-Lokomotiven, historische Waggons und Signalanlagen sowie liebevoll gestaltete Ausstellungsräume laden zum Staunen und Entdecken ein – ein Ausflugsziel für die ganze Familie und alle Bahnliebhaber.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Das Museum befindet sich im 1871 erbauten Langlokschuppen der ehemaligen k.k. priv. Südbahn Gesellschaft, in dem die Dampflokomotiven gewartet und betriebsbereit gehalten wurden. Mit seiner historischen Bedeutung für das Eisenbahnwesen im Drau- und Pustertal, beheimatet das Museum auf 1.800 m² Ausstellungsfläche Dampf-, Elektro- und Diesellokomotiven, Waggone, Signalanlagen, technische Gerätschaften, historische Fotografien und Pläne, ein umfassendes Archiv, eine Bibliothek über Eisenbahnliteratur sowie eine Modellbahnanlage. Das Gebäude und die dazugehörende Drehscheibe stehen unter Denkmalschutz.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Bau der Drau- und Pustertalbahn
Nach Erteilung der Konzession durch Kaiser Franz Joseph 1858 und nachdem die Lombardei, Venetien und Friaul durch Krieg an Italien verloren gingen, begann man 1869 mit dem Bau der Pustertalbahn. Nach Unterschreitung der geplanten Bauzeit um zehn Monate und unter Gesamtkosten von 27,3 Millionen Gulden wurde der Verkehr auf der eingleisigen, 210 km langen Kärntner Pustertallinie Villach - Lienz - Franzensfeste am 20. November 1871 aufgenommen. Die Strecke Marburg - Villach war bereits 1864 fertig gestellt worden. Die Anbindung an die „große weite Welt", sprich, nach Marburg - Wien bzw. Klagenfurt - Leoben - Wien auf der einen und nach Innsbruck/Verona auf der anderen Seite war nun gegeben. Nunmehr konnte man auch die bis dato abseits der Großglockner- und Großvenediger Gruppe praktisch unbekannte Region in nur einer Tagesreise von den österreichisch-süddeutschen Städten her erreichen.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Der Verein der Eisenbahnfreunde in Lienz (kurz EBFL) ist ein Verein für Eisenbahngeschichte in Lienz, Tirol. Der Verein wurde im Jahre 1980 gegründet. Grund dafür war der Ankauf einer Dampflokomotive der Baureihe 52 durch die Stadt Lienz, die dem Verein als Dauerleihgabe zur Verfügung steht. 1985 wurde die Sektion Modelleisenbahn gegründet. Innerhalb von 40 Jahren wurde ein vereinseigenes Museum aufgebaut, welches im Sommer zu besichtigen ist.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Chronik Bahnhof Lienz
1868: Übergabe des Bahnhofes Lienz an die Öffentlichkeit (23.11.).
1871: Eröffnung der 209,2 km langen Bahnlinie Villach - Lienz - Franzensfeste (20.11.).
1936: Umgestaltung des Aufnahmegebäudes (neue Kassen- und Bahnsteighalle)
1945: Zerstörung des Bahnhofes und der Gleisanlagen durch schwere Bombenangriffe (26.4.).
1948: Einsatz Triebwagen der Reihe 5044 im Korridorverkehr zwischen Ost- und Nordtirol (16.11.).
1950: Inbetriebnahme des neu errichteten Bahnhofes (19.12.).
1965/66: Länger andauernde Streckenunterbrechung durch drei Hochwasserkatastrophen.
1978: Neugestaltung Bahnhofsvorplatz.
1979: Jungfernfahrt des Expresszuges „Val Pusteria/Pustertal" von Wien/Süd nach Innsbruck über Lienz (15.6.).
1986: Bau der „Amlacher Unterführung" (Beginn: 1.9.1986, Fertigstellung 15.7.1987). damit verbundenen Bahnhofsumbaus (25.11.).
1988: Fertigstellung der Elektroarbeiten und des Feierliche Aufnahme des elektrischen Betriebes zwischen Spittal/Millstättersee und Innichen/San Candido (27.5.).
1990: Prämierung des Bahnhofes Lienz für die vorbildliche Pflege der Bahnanlagen (11.7.).
1992: Feier „750 Jahre Stadt Lienz" Eintreffen des Salonwagens mit Bundespräsident Dr. Kurt Waldheim (21.2.).
2021: 150 Jahrfeier Südbahnstrecke Villach - Lienz - Franzensfeste.
2018-2022: Umbau und Eröffnung Mobilitätszentrum Lienz.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Baureihe 1161
Bereits in den 1920er Jahren entstand ein Bedarf an leistungsstarken Verschublokomotiven, um die meist von alten Dampflokomotiven übernommenen Verschubfahrten zu rationalisieren. Die neuen Lokomotiven sollten für den leichten Verschubdienst in Bahnhöfen, dem leichten Streckendienst und dem Dienst auf Ablaufbergen geeignet sein sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h und eine maximale Achslast von 14 t aufweisen. Die BBÖ bestellten im Jahre 1925 fünf derartige Lokomotiven bei AEG in Wien (elektrischer Teil) und der Lokomotivfabrik Floridsdorf (mechanischer Teil).

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

In den Jahren 1940 und 1941 wurden sechs weitere Lokomotiven der Reihe E 61.1 beschafft. Die E 61 103 war ein Kriegsverlust; alle anderen Maschinen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von den Österreichischen Bundesbahnen übernommen und als 1061 (ex E 61) und 1161 (ex E 61.1) bezeichnet. Die Lokomotiven erfüllten die in sie gesteckten Erwartungen recht gut und blieben ohne größere Umbauten. Die Ausmusterung der Reihe 1161 erfolgte bis 1994.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

„SULM 1" - Baureihe 32d
Die österreichische Südbahngesellschaft beschaffte für die Lokalbahnstrecken kleine Tenderlokomotiven der Baureihe 32d, von welcher insgesamt 44 Stück gebaut wurden. Ein typisches Merkmal war der übergroße Kegelschlot. Die AG Sulmtal bestellte 1907 zwei Maschinen, die als Nr. 1 „Wies" und Nr. 2 „Leibnitz" bezeichnet wurden. Diese wurden später zu „Sulm 1" und „Sulm 2" umbenannt. Die „Sulm 2" blieb bis 1956 und die „Sulm 1" bis 1983 im Einsatz. Die „Sulm 1" wurde dann an die Lienzer Eisenbahnfreunde weitergegeben, wo sie museal erhalten wird.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

ÖBB 2062 049-8
Die Baureihe 2062 ist eine zweiachsige Diesellokomotive der Österreichischen Bundesbahnen. Die ÖBB beschaffte zwischen 1958 und 1966 insgesamt 65 Stück, um gemeinsam mit der kleinen Schwesterbaureihe 2060 veraltete und unwirtschaftliche Dampflokomotiven im Verschub und leichten Streckendienst abzulösen. Der Lokomotivtyp wurde von den JW auch in die Sowjetunion, nach Italien, Luxemburg und Jugoslawien exportiert, sowie an Privat- und Werksbahnen verkauft.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

ÖBB 2062 049-8
Die Lokomotiven haben eine hydraulische Kraftübertragung (Strömungsgetriebe: Voith L26 St) und einen Dieselmotor (Zweitakt-Achtzylinder Typ JW400, unaufgeladen) mit 294 kW (400 PS), zudem haben sie auch einen zweiten kleinen 20 PS starken Einzylinder-Viertakt Dieselmotor, ebenso von JW, welcher die Druckluft erzeugt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 40/60 km/h (Rangiergang/Streckengang). Länge über Puffer 7,9 m, Dienstgewicht 32,7 t, Achsfolge B. Die Lok war die erste Normalspurlok der ÖBB mit Scheibenbremsen und eine der ersten in größerer Stückzahl gebauten weltweit. Anders als neuere Lokomotiven und Wagen haben sie allerdings keine Schauzeichen.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Seitenansicht der 1907 gebauten Dampflokomotive Sulm-B 1.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Führerstand der Dampflokomotive Sulm-B 1.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Das Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus in Lienz versteht sich als lebendiger Ort der Vermittlung von Eisenbahngeschichte. Im Mittelpunkt steht die Bewahrung des historischen Heizhauses und seiner Fahrzeuge sowie die anschauliche Darstellung der technischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Eisenbahn für Lienz und die Region. Durch Ausstellungen, Führungen und Bildungsangebote möchte das Museum Menschen aller Generationen für dieses einzigartige Kulturerbe begeistern.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Diesellokomotive Baureihe 2043
In den Jahren 1964-1977 lieferten die Jenbacher Werke - inklusive der Vorserie - 77 Lokomotiven der Reihe 2043 an die ÖBB. In der ehemaligen Zugförderungsstelle Lienz waren über zwei Jahrzehnte ständig an die 20 Lokomotiven stationiert. Sie wurden unter anderem vor schweren Güterzügen zwischen Spittal an der Drau und Innichen sowie im Korridorverkehr Lienz - Innsbruck - Lienz eingesetzt. Unter der Leitung des damaligen Heizhauschefs Josef Steiber wurden einige wesentliche technische Verbesserungen an dieser Baureihe durchgeführt.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

KLIMA SCHNEEPFLUG 80819760310
Der österreichische Konstrukteur und Erfinder Rudolf Klima aus Saalfelden montierte Anfang der 1920er Jahre auf einem Schlepptender Schneeräumschilde, der von einer Schublokomotive geschoben wurde. Dieses Räumsystem war ab 1926 einsatzfähig und eröffnete eine verbesserte Möglichkeit der Schneeräumung. Die Trägerlokomotive lieferte Druckluft über die Bremsleitung, die Räumbreite betrug 3,86 m. Das Personal befand sich in einer geschlossenen, geschützten Arbeitskabine.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Rahmen und Räder unseres Schneepfluges der Bauart KLIMA stammen von einer Dampflokomotive der Reihe 52 (1944 in Esslingen gebaut). Das Heben, Senken, Aus- und Einfahren der Räumer erfolgt pneumatisch. Funk und Sprecheinrichtungen waren ursprünglich nicht vorhanden. Die Verständigung zwischen dem Personal auf dem Führerstand des Pfluges mit dem Lokführer erfolgte über eine Anzeigentafel, die am Ende des Pfluges wiederholt ist. Gebaut wurde das Fahrzeug in der Hauptwerkstätte Knittelfeld 1960. 1997 hätte der Pflug verschrottet werden sollen, ehe ihn die Eisenbahnfreunde nach Lienz holten.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Der Klimaschneepflug 80 81 976 310-9 kann innen wie außen besichtigt werden.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Armaturen im Klimaschneepflug 80 81 976 310-9.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Im Arbeitsraum des Klimaschneepfluges 80 81 976 310-9 der ÖBB.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Der Architekt Wilhelm von Flattich – er war in der damaligen Zeit für die Hochbauten an der Brenner- und Pustertalbahn zuständig – ließ in Lienz eine dreigleisige und 94 m lange Remise mit zwei Anbauten und zusätzlich ein Rundhaus mit Drehscheibe für Dampflokomotiven errichten. Diese Heizhausanlage bestand in diesem Umfang bis zum Jahre 1945: Auf Grund von Bombardierungen (2. Weltkrieg) wurde das Rundhaus zur Gänze zerstört und die lange Remise arg beschädigt. Während vom Rundhaus nur mehr ein Segment wieder aufgebaut wurde und man die Drehscheibe entfernte, wurde die lange Remise vollständig instandgesetzt. Lediglich ein Anbau wurde nur mehr erdgeschossig ausgeführt.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Blick auf die Front und Rauchkammer der 1944 gebauten Dampflokomotive 52.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Der Führerstand der Dampflokomotive 52.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

BAUREIHE 52
In der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurden von allen Reichsdeutschen Lokomotivfabriken (1942-1945) ca. 7.000 Stück dieser Lokomotiven gebaut. Die Lokomotivfabrik Floridsdorf lieferte insgesamt 1172 Stück Lokomotiven dieser Baureihe an die Deutsche Reichsbahngesellschaft. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges befanden sich über 700 Stück in Österreich. Da ein großer Teil dieser Maschinen bis 1948 als Kriegsbeute in die Sowjetunion abgefahren wurde, konnten 1953 nur mehr 303 Stück in den Bestand der ÖBB übernommen werden. 36 dieser verbliebenen Lokomotiven mit Blechrahmen wurden schließlich als Reihe 152 in das Nummernschema der ÖBB eingereiht.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

An vielen Maschinen wurden Verbesserungen vorgenommen, so wurden teilweise die Wannentender in Kabinentender umgebaut, sodass ein Zugführerabteil möglich wurde. 1976 wurde von der ÖBB der Planeinsatz dieser sogenannten „Kriegslokomotiven" beendet, da sie aber führend am Wiederaufbau eingesetzt waren, kann man sie auch als „Friedenslokomotive" bezeichnen.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Die Elektrolokomotive 1020.023-6 der ÖBB wurde 1940 für die DR als E 94 006 gebaut.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

DRAISINE X 626.122 - MOTORWAGEN BM 100
Da die Österreichischen Bundesbahnen in der Nachkriegszeit keine geeigneten Bahndienstfahrzeuge hatten und zur Wartung des Streckennetzes nur sehr einfache Gerätschaften zur Verfügung standen, wurde über die Neuanschaffung solcher Fahrzeuge nachgedacht, die sowohl für den Transport von Personal als auch Material geeignet sein sollten. So entstand zunächst 1958 die Reihe X625. Da deren Jenbacher 2-Takt-Dieselmotor JW 70 nicht zufriedenstellend war, wurde dieser ab 1974 durch 6-Zylinder 4-Takt-Motoren von Steyr (150 PS) ersetzt. Daraus entstand die ansonsten identische Reihe X626. In den 1970er Jahren wurden 131 Stück dieser Fahrzeuge gebaut; somit stellt die X626 das meist gebaute österreichische Bahndienstfahrzeug dar. In dieser Zeit bekamen die X625 auch den Steyr-Motor und wurden demnach in X626 umbezeichnet. Alle Fahrzeuge der Reihe X626 weisen eine gelbe Lackierung auf und kommen landesweit zum Einsatz. Diese gelbe Lackierung zusammen mit ihrer kastenförmigen Form brachte der Draisine den Spitznamen "Postkasterl" ein.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

GEDECKTER GÜTERWAGEN - Gbs zweiachsig
Der gedeckte Güterwagen (auch bedeckter Güterwagen oder Kastenwagen) ist ein Eisenbahngüterwagen, dessen Laderaum aus einem durch die Seitenwände und das Dach abgeschlossenen Kasten gebildet wird. Diese Wagen werden vorzugsweise zum Transport von Gütern verwendet, die gegen Witterungseinflüsse, Verlust oder Entwendung geschützt werden sollen. Sie dienen vornehmlich dem Stückguttransport und sind fast so alt wie die Eisenbahn in Europa selbst. Zur Gruppe der gedeckten Güterwagen der Regelbauart, durch den Gattungsbuchstaben G gekennzeichnet, gehören alle Güterwagen mit einem ebenen Wagenboden, rundum festen und geschlossenen Wänden sowie Schiebetüren an den Längsseiten. Der Aufbau war anfangs noch eine Holz-Stahl-Verbundbauweise, später die Ganzstahlbauweise.

Da Stückgüter in der Anfangszeit der Eisenbahn die meisttransportierten Ladegüter waren, stellten die gedeckten Güterwagen die wichtigste Güterwagenbauart dar. Sie machten bis in die 1960er Jahre etwa 40% des Gesamtbestands vieler Bahngesellschaften aus. Inzwischen sind jedoch die offenen Güterwagen und Flachwagen weitaus häufiger als die gedeckten Güterwagen. Im Gegensatz zu diesen sind die gedeckten Güterwagen in der Mehrzahl immer noch zweiachsig, da die vergleichsweise leichten Ladegüter keine Drehgestellwagen erfordern.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Signalanlagen

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Im Innern einer "Donnerbüchse".

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Das Museum des Vereins ist das einzige Eisenbahnmuseum in Tirol. Es befindet sich im ehemaligen, 1871 in Betrieb genommenen Heizhaus der Südbahn-Gesellschaft, wo damals die Wartung und Vorbereitung der Dampflokomotiven stattfand.[6] Das seit 1999 unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde nach einer umfangreichen Sanierung in den Jahren 1999 bis 2014 als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Die vom Architekten Wilhelm von Flattich geplante Remise ist dreigleisig, 97 m lang und hat eine Fläche von 1.800 m2. Auch eine Drehscheibe aus dem Jahr 1942 steht unter Denkmalschutz. Das Museum beherbergt Dampf-, Elektro- und Diesellokomotiven, Waggons, Signalanlagen, technische Gerätschaften, historische Fotografien und Pläne sowie eine Bibliothek über Eisenbahnliteratur mit ca. 5000 Büchern. Im Oktober 2022 erhielt das Eisenbahn Museum Südbahn Heizhaus das Österreichische Museumsgütesiegel.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

BAUREIHE 1020
Die Fahrzeuge der Baureihe 1020 wurden kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges zur Beschleunigung des Güterverkehrs in Süddeutschland und Österreich konzipiert und gebaut. Als Kriegslokomotive des Typs "KEL 2" wurde die Baureihe auch während des Krieges weitergebaut. Aufgrund des hohen Bedarfs Anfang der 1950er Jahre wurde die Baureihe noch von der jungen DB und der ÖBB nachbeschafft. Insgesamt wurden zwischen 1940 und 1956 200 Lokomotiven gebaut, die den Nummernbereich E 94 001 bis E 94 285 (mit Lücken) belegten.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Bei der Österreichischen Bundesbahn wurden insgesamt 47 Lokomotiven eingesetzt, die ab 1954 die Nummern 1020.01 bis 1020.47 zugeteilt bekamen. Von diesen Maschinen sind noch 17 Lokomotiven erhalten. 13 Lokomotiven sind als Museumslokomotiven in mehr oder weniger gepflegtem Zustand erhalten (davon 6 betriebsfähig) während die restlichen 4 Maschinen als Ersatzteilspender dienen oder in schrottreifem Zustand erhalten sind.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Schaltgerüst einer 1020

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Diesellokomotive ÖBB 2043.49, ÖBB 2043.049-2 Baujahr 1973

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Diesellokomotive ÖBB 2043.49, ÖBB 2043.049-2 Baujahr 1973

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Köf Magnesit AG Hochfilzen – Schwartzkopff, Baujahr 1940

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Köf Magnesit AG Hochfilzen – Schwartzkopff, Baujahr 1940

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Generaldirektion der Österr. Bundesbahnen / Betriebsdirektion / Wien, im Juni 1969 / Zahl 15-170-69

Kampf der Verspätung

Regelmäßigkeit des Zugverkehres ist eine der Grundlagen der Verkehrssicherheit. Zugverspätungen schädigen das Ansehen der Österreichischen Bundesbahnen.

Darum: Vermeidet und verhindert
jede Nachlässigkeit und Säumigkeit im Verkehrsdienst.
Sorgt für zeitgerechtes Zusammenstellen, Bereitstellen und Bespannen der Züge, für zeitgerechtes Anfordern von Vorspann-Tfz sowie für ungesäumte Durchführung der technischen Wagenuntersuchung und Bremsprobe.
Beobachtet  den Zuglauf und vereinbart bef Verspätungen rechtzeitig und richtig Kreuzungen und Vorfahren.
Vermeidet Verzögerungen des Zuglaufes durch genaue Berechnung und rationelle Regelung der Zugfolge.
Meldet frühzeitig und gewissenhaft alle Verspätungen und Abweichungen vom regelmäßigen Verkehr und haltet engste Fühlung mit den Verkehrsüberwachungsstellen.
Macht rechtzeitig die Ein- und Durchfahrgleise frei und stellt gefährdende Verschubbewegungen zeitgerecht ein.
Gebt jenen Verschubarbeiten den Vorrang, deren Verzögerung sich auf den Zugverkehr am ungünstigsten auswirken würde.
Nützt bei Güterzügen die Möglichkeit des Vorsprungfahrens, insbesondere durch zweckmäßige Anordnung und Durch-führung der Verschubarbeiten. Sorgt für genaue Ein haltung der Güterzugbildevorschrift.
Verhindert Aufenthaltsüberschreitungen wegen Ladearbeiten
a) durch Beachtung der Beförderungsbeschränkungen für bestimmte Züge, Güter und Abfertigungsarten,
b) durch rechtzeitige Bereitstellung von Gütern, Lade-geräten und ausreichendem Ladepersonal vor Ankunft des Zuges am Halteort der Gepäck und Kurswagen,
c) durch zeitgerechte Vormeldung größerer Aus- und Zuladungen,
d) durch Vorbereitung der Ausladung im Zug.
e) durch rechtzeitigen Abbruch der Ladearbeiten für Post- und Bahngut.
Meldet die Beendigung der Ladearbeiten sofort und gut verständlich.
Nehmt Einfluß auf rasches Aus, Ein- und Umsteigen der Reisenden
a) schon während der Fahrt durch zeitgerechte Bekanntgabe des nächsten Anhaltebahnhofes sowie der Anschlüsse, durch Freihalten der Zugänge zu den Ausstiegen in Personen-wagen und Unterstützung von Hilfsbedürftigen,
b) im Bahnhof durch rechtzeitige Bekanntgabe der Reihung von. bestellten Wagen und Plätzen, von Platzkartenwagen. und wichtigen Kurswagen bereits vor Ankunft des Zuges,
durch deutliches Ausrufen des Bahnhofnamens sowie Aufforderung zum raschen Aus- und Einsteigen,
durch Hilfe beim Ein- und Aussteigen sowie beim Auffinden reservierter und freier Plätze.
Kürzt die Aufenthalte bei Verspätungen. Es besteht kein Anspruch auf die fahrplanmäßige Aufenthaltsdauer.
Schenkt der Abfertigung der Züge volle Aufmerksamkeit.
Beschleunigt die Abfertigung der Züge durch
rasche Herstellung der Abfahrbereitschaft und gut sichtbare Abgabe des Signals „Abfahrbereit",
Abgabe des Signals Abfahrt" genau zur Abfahrtminute, bei Springuhren im Augenblick, in dem der Zeiger die Abfahrtminute erreicht,
aufmerksame Signalbeachtung und sofortige Befolgung des Abfahrauftrages,
gewissenhafte Einhaltung der Wartezeitenvorschrift.
Vermeidet Geschwindigkeitsminderung und Verhaltung vor Signalen durch zeitgerechte Bedienung.
Bedenkt, daß jede verlorene Minute kosthar und die Ursache weiterer Verzögerungen sowie die Quelle von Betriebsgefahren ist.

Achtet die Minute!

Ihr erhöht damit die Verkehrssicherheit und fördert den Dienst am Kunden.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

K. k. privilegierte Südbahn-Gesellschaft
DAMPFLOKOMOTIVE "Sulm 1" für die Sulmtalbahn A.G. Serie 32d - Ctn2 gebaut 1907 – Fabrik-Nr. 4731
Aktien Gesellschaft der Lokomotivfabrik Wiener Neustadt

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Die Sektion Modellbahn im Verein der Eisenbahnfreunde Lienz wurde Mitte der 1980er-Jahre gegründet und bringt seitdem Modellbahnfreunde aus der Region und darüber hinaus zusammen. Im Mittelpunkt stehen eine historische Märklinanlage sowie der im Waggon entstehende H0-Nachbau der Strecke Lienz - Sillian, an dem die Mitglieder mit großem Einsatz arbeiten. Ergänzt wird das Angebot durch eine aktive Jugendgruppe, eine kindgerechte Spielecke mit Holzeisenbahn und die jährlich im Rahmen der Südbahntage stattfindende Modellbahnbörse, die zum Treffpunkt für Sammlerinnen und Sammler aus mehreren Ländern geworden ist.

Fahrkartenschalter im Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus in Lienz

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Österreichischer Eisenbahndirektorenclub 1881, mit den Vertretern der „k.k. priv. Südbahn-Gesellschaft" Carl Prenninger (1. Reihe sitzend, 4. von links) und Wilhelm Ritter von Flattich (2. Reihe stehend, 5. von links) (Foto: Victor Angerer; Österreichisches Staatsarchiv)

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Schnellzugtenderlokomotive 77.244
Hersteller: Lokomotivfabrik Krauss & Comp. (Linz), Baujahr: 1927, Fabriknummer: 1424

1974 wurde die Lok durch die Brenner & Brenner Dampflokomotiven Betriebsgesellschaft mbH von der ÖBB übernommen. Die Lok trug seit der Wiederinbetriebnahme 1985 die falsche Nummer "77.250". Vom 22. August bis zum 13. September 1987 nahm die Lok aus Anlaß der Feiern "150 Jahre Eisenbahn in Österreich" an den Fahrzeug-Paraden in Strasshof bei Wien teil und führte einen Personenzug. Am 2.Oktober 2012 wurde die Lok an dien Verein der Eisenbahnfreunde Lienz abgegeben und am 3.September 2014 erfolgte die Überführung nach Lienz.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

77.244 der EFL auf der Drehscheibe in Lienz

Bezeichnungen und Eigentümer:
1927-1938: 629.59 (BBÖ)
1938-1949: 77.244 (DRB)
1949-1973: 77.244 (ÖBB)
1974-2012: "77.250" (Brenner & Brenner Dampflokomotiven Betriebsgesellschaft mbH)
seit 2012: 77.244 (Verein der Eisenbahnfreunde Lienz)

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Die Elektrolokomotive 1245 522-6 der ÖBB wurde 1938 für die DR als E 45 222 gebaut.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026

Auf rund 1800 m2 kommen nicht nur Eisenbahnliebhaber auf ihre Rechnung. Im großen Gebäude werden rare Exemplare von dampfbetriebenen Lokomotiven aus dem 20. Jahrhundert präsentiert, wobei ein Teil der Exemplare betreten werden kann. Neben den älteren Dampflokomotiven werden mehrere Diesel- und Elektrolokomotiven, sowie Sonderfahrzeuge wie Kran- und Silowagen für Getreidetransporte gezeigt. Abgerundet wird die Präsentation durch verschiedene Waggons und Güterwagen. 1871 wurde die Eisenbahnlinie Villach – Franzensfeste (Südtirol) mit einer Länge von rund 212 km in Betrieb genommen. Damals wurde in der Region mit einfachen Maschinen, Wasser und Kohle ein technisches Zeitalter, welches das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben im wahrsten Sinne des Wortes revolutionierte, eingeleitet.

 Eisenbahnmuseum Südbahn Heizhaus Lienz, Juli 2026



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: