Martinskirche

in Linz, April 2023

Die römisch-katholische Martinskirche steht in der Linzer Innenstadt in Oberösterreich. Die dem Patrozinium hl. Martin von Tours unterstelle Kirche galt lange als die älteste erhaltene Kirche Österreichs (von 799), was nach neueren Forschungen allerdings nicht mehr haltbar ist.

 Martinskirche in Linz, April 2023

Die Martinskirche galt lange als die älteste erhaltene Kirche Österreichs, was nach neueren Forschungen allerdings nicht mehr haltbar ist. Andere Kandidaten sind die ähnlich datierte Ruprechtskirche (Wien) und die Filialkirche St. Ulrich in Thaur bei Innsbruck.

 Martinskirche in Linz, April 2023

Die erste urkundliche Erwähnung datiert in das Jahr 799. Im Zuge der Vorbereitungen für den Kampf gegen die Awaren bekundete der bayerische Präfekt Gerold der Jüngere († 1. September 799), der mit der Führung des Feldzuges betraut war, Interesse an St. Martin. Er bat seinen Schwager König Karl um Intervention bei Bischof Waldrich von Passau, ihm das Gotteshaus als Fruchtgenussberechtigten auf Lebenszeit zu überlassen. Im Zuge einer Diözesansynode oder eines Treffens in Treisma wurde am 20. Juni 799 eine entsprechende Urkunde verfasst, deren älteste Abschrift aus dem 9. Jahrhundert im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München verwahrt wird.

 Martinskirche in Linz, April 2023

In den folgenden Jahrhunderten kam es zur mehrfachen Umgestaltung und Erweiterung u. a. zu einem Zentralbau mit unvollendetem kleeblattförmigen Grundriss. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche schließlich im Stil der Gotik umgebaut. 1589 wurde die Westwand bis auf die Fundamente abgetragen und neu aufgebaut, wobei der seit 799 genutzte südliche Eingang durch ein Westportal ersetzt wurde.

 Martinskirche in Linz, April 2023

Während der Besetzung von Linz im Österreichischen Erbfolgekrieg durch Franzosen und Bayern wurde die Kirche 1742 als Pferdestall benützt, danach von 1810 bis 1832 als Militärdepot verwendet. Bei der Renovierung der Kirche im Jahr 1841 wurde der westliche Eingang erneuert. Der ältere karolingische Zentralbau wurde 1978 ergraben.

 Martinskirche in Linz, April 2023

Nach der Profanierung der Pfarrkirche Linz-St. Matthias beim ehemaligen Kapuzinerkloster am 3. Juli 2016 ist seit 10. Juli 2016 die bisherige Filialkirche der Pfarre, die Martinskirche, neue Heimat der Pfarre. Am 18. September 2016 wurde der Neubeginn festlich mit einem Gottesdienst unter Generalvikar Severin Lederhilger gefeiert.

 Martinskirche in Linz, April 2023

MARTINSKIRCHE - Urkundlich 799, Pfeiler (mit römischen Spolien) und Bogen (Reste eines Zentralbaues), später zur Nischenkirche umgestaltet; gotischer Chor 1448. Volto-santo-Bild, um 1440, Madonnenfresko 15. Jahrhundert.

 Martinskirche in Linz, April 2023

Der heutige Grundriss ergibt sich aus einem Umbau wahrscheinlich im 10. oder 11. Jahrhundert. Die frühesten Mauerreste aus der Romanik lassen einen Rechtecksaal mit Chorschranke erahnen.

 Martinskirche in Linz, April 2023

Im Inneren sind Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert zu sehen sowie römische Grabsteine mit Inschriften aus dem 3. Jahrhundert und gotische Holzplastiken.

 Martinskirche in Linz, April 2023

MARTINSKIRCHE - Ältester erhaltener Kirchenbau Österreichs. In vorkarolingischer Zeit als offene Pfeilerbogerhalle über den Fundamenten eines Römerbaues errichtet. Ausbau durch Karl den Großen im 8. Jh. Mit Urkunde vom 20. Juni 799 Verleihung der Martinskirche im Traungau in dem Orte dessen Name Linze ist über dem großen Fluß Donau an Graf Gerold den Schwager des Königs. Seither mehrfache Umgestaltungen wovon vor allem romanische und gotische Fenster erhalten sind. Um 1448 Anbau der spätgotischen Absis. 1947 Freilegung des alten Baukernes.

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