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Pécs (deutsch Fünfkirchen) ist die fünftgrößte Stadt
Ungarns und Sitz des Komitats Baranya und liegt nahe der kroatischen
Grenze am Fuße des Mecsek-Gebirges. Die Stadt ist Bischofssitz und Sitz
einer Universität sowie Zentrum der Donauschwaben. Zahlreiche
Baudenkmäler verleihen dem Ort eine mediterrane Atmosphäre. 2010 war
Pécs „Kulturhauptstadt Europas“.
Die Moschee des Pascha Jakowali Hassan (ungarisch: Jakováli Hasszán
dzsámija) ist eine Moschee in der Innenstadt von Pécs (deutsch
Fünfkirchen) in Ungarn. Die Kuppel der Moschee ruht über einem
achteckigen Tambour auf einem massiven quadratischen Bau mit
Kielbogenfenstern. Das fein gearbeitete, mit Stalaktiten verzierte
Portal an der Nordwestseite und der Mihrab wurden wieder hergestellt.
Bei der Restaurierung kamen kufische Koranzitate und üppige
Pflanzenmuster wieder zum Vorschein. Das 23 m hohe Minarett wurde im
19. Jahrhundert teilweise ergänzt.

Jakowali Hassan Pascha ließ die Moschee in der zweiten Hälfte des 16.
Jahrhunderts erbauen. Nach der Vertreibung der Türken wurde der Bau von
1702 bis 1732 als Kapelle des heiligen Johannes von Nepomuk und danach
als Krankenhauskapelle genutzt. Bei der Restaurierung im 20.
Jahrhundert wurde das spätere Beiwerk entfernt. Im Innern befindet sich
ein Museum mit wechselnden Kunstausstellungen. Anfang der 1970er Jahre
bekam das Gebäude eine Inneneinrichtung von der damalige türkische
Regierung geschenkt. Seitdem wird das Gebäude freitags nach Schließung
des Museums als Gebetsraum von den örtlichen Muslimen genutzt.
IBRAHIM PEÇEVİ, 1574, Pécs – 1650, Buda, osmanischer Historiker
Sein Werk „Tarih-i Peçevi“ zählt zu den wichtigsten historischen Quellen des 16. und 17. Jahrhunderts.

Bei der Recherche vor Reiseantritt war die Moschee und das etwas
entfernte Grabmal von Idris Baba im Kombiticket um Ft 2000 besuchbar.
Vor Ort musste ich feststellen, dass der Eintrittspreis auf Ft 2500
erhöht wurde und zwar nur für die Moschee, das Grabmal kostet nochmals
extra Ft 2000 und geht nur mit Führung. Das ist völlig überteuert und
alleine das Museum in der Moschee nicht wert. Sowas verschreckt
Touristen!

Die Ausstellung der Jakowali Hassan Dschami und des Museums gliedert
sich grundlegend in zwei Teile. Einen Teil bildet das
wiederhergestellte Baudenkmal, worin durch die Errichtung einer Art
Intérieur die Innere Stimmung einer türkischen Dschami veranschaulichen
wollten. Der zweite Teil der Ausstellung wurde in den ebenerdigen
Räumen des Krankenhauses veranstaltet, die sich der Dschami
anschliessen. Die im Laufe der Ausgrabungen freigelegten Überreste des
Mewlewi-Derwischklosters, ferner das teils rekonstruierte Detail der
Vorhalle der Dschami wurden auch hier zur Schau gestellt. In der
Vorhalle der Dschami können wir ein, das Leben und das Kloster der
Mewlewi-Derwische demonstrierendes Material sehen, die im kleinen Saal
versucht eine Ausstellung den fünf Pflichten der islamischer Religion.
Zwischen 1955-1960 hat die Freilegung der türkischen Teile des Gebäudes
und die Wiederherstellung des Baudenkmals stattgefunden. Im ebenerdigen
Raum des, sich der Dschami anschliessenden gegenwärtigen Krankenhauses
sind im Laufe der Ausgrabungen in Jahren 1971-72, Fundamente der
Grundmauern und der Säulen des Kreuzgangs des ehemaligen
Mewlewi-Derwischklosters zum Vorschein gekommen. Diese Fragmente wurden
in der Ausstellung zur Schau gestellt, wie auch die gleichzeitig
gefundenen Teile der Vorhalle. Bei der Ausgrabung am Hofe des
Krankenhauses haben wir die Überreste der Klosterräume gefunden. Nach
der, im Jahre 1961 beendigten Wiederherstellung ist die Dschami als
Baudenkmal zur Schau gestellt worden. Der heutiger Ausstellung gestellt
im Jahre 2010.

Die Geschichte der Jakovali Hassan Dschami
Die Jakowali Hassan Dschami und das dazugehörige
Mewlewi-Derwischkloster wurden ausserhalb der Stadtmauer, in der Nähe
des ehemaligen Szigeti-Tores erbaut. Ewlia Tschelebi gedenkt dieser
Bauten, mitsamt der Medresse- Hochschule- und der
Wohlfahrtsinstitutionen und beschreibt sie, er hat sich ja zwischen
1660 und 64 selbst hier aufgehalten. Alle Gebäude, die dieses kleine
Ensemble- Küllije- bilden, waren Stiftungen des Jakowali Hassan Pascha,
über dessen Person nur soviel bekannt ist, dass er- wie es sein Name
bezeugt - aus Jakowa-Djakovo im heutigen Croatien - stammte.
Ein näherer Zeitpunkt der Stiftung der Dschami, Wie auch der
dazugehörigen Bauten, ist nicht bekannt, nur soviel, dass sie in der
zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderst hätten erbaut werden können. Die
Dschami des Jakowali Hassan Pascha gehört zum Typ der Dschamis mit
quadratischem Grundriss, einer dreijöchigen Vorhalle und einem
Minarett. Ihr Minarett schliesst sich an der nordwestlichen Ecke dem
würfelförmigen Gebäude an. Übringens ist diese Dschami das
unversehrtest erhaten gebliebene unter den ähnlichen Gebäuden in Ungarn.
Im Laufe der Rückeroberung im Jahre 1686, hat die Dschami die
Schlachten völlig unversehrt überlebt. Es ist anzunehmen, dass das
Derwischkloster mit seinen Zubehören damals vernichtet wurde. Nach der
Rückeroberung diente die Dschami als Kapelle; der Bischof Nesselrode
liess sie zwischen 1702-1732 - grösstenteils mit Beibehaltung ihres
ursprünglichen Charakters - umbauen. Damals wurde ein Teil ihrer
Fenster vermauert und auf der Seite, auf die heutige Rákóczi-Strasse
geht, hatte man einen neuen Eingang geöffnet. Im Jahre 1714 -
vermutlich wurde die Vorhalle damals abgebrochen - wurde an der
nordwestlichen Seite der Dschami ein ebenerdiges Krankenhaus angebaut.s

Gegenüber dem Eingang - in der Mittelachse der südöstlichen Seite -
befindet sich der mit sieben Seiten des Zwölfecks abgeschlossene Mihrab
- Betnische mit einem üppigen, teils ergänzten Stalaktitgewölbe. Rechts
davon stand die Kanzel, ihr steinernes Fundament ist bei den
Freilegungen zum Vorschein gekommen. Die vom Rechteck zum kreisförmigen
Tambour führenden Pendentifs wurden aus Ziegeln verfertigt und haben
Stalaktitverzierungen aus Stuck. Die Konsolen sind aus behauenem Stein.
Die Kuppel, der Tambour, das Hauptgesims und die Wandbögen sind mit
einer mehrfarbig gemalten üppigen Pflanzenornamentik verziert Auf den
Wänden sieht man noch zum Teil die in Kartuschen, mit einer
Prunkschrift geschriebenen Zitate aus dem Koran.
In der Dschami
Gegenüber dem Eingang - in der Gesamtlänge der südöstlichen Wand -
teilt ein niedriges, mit einem Geländer abgegrenztes Podium dem Raum.
Vom Mihrab der Betnischerechts können wir die aus Holz geschnitzte, mit
mehreren Stufen versehene Kanzel, den Mimber sehen. Links vom Mihrab
befindet sich das an der Wand befestigte, ebenfalls aus Holz
geschnitzte Kürsü. Grosse Teppiche bedecken das Podium. An beiden
Seiten des Mihrabs steht je ein Leuchter, neben dem Mihrab - längs der
sog. Kibla-Wand - steht ein geschnitzter Koranständer - Rahle - darauf
sehen wir ein Koran und liegen eine gebrauchten Rosenkränze - Tespih.
Die Wände sind mit Inschriften verziert, die teils auf Porzellan, teils
auf schwarze, metallene Scheiben gemalt sind. Man kann die Namen von
Allah, Mohammed, Omar, Osman, Abu Bakr, Ali, Hassan und Hussein darauf
lesen.
Die oben bekanntgemachten Einrichtungsgegenstände und Geräte sind
grossmütige Geschenke der Regierung der Türkischen Republik.
Desgleichen das Eingangstor der Dschami und die beschrifteten Tafeln
oberhalb des Mihrabs.
An der Eingangsseite rechts und links vom Tor kennzeichnet ein
einfaches, mit einem Lattenzaun umzäuntes Podium - kadin mahfili - den
Platz der Frauen in der Dschami. Podium der Frauen, es wurde im Laufe
der Rekonstruktion verfertigt. Im Zeitalter der Türkenherrschaft befand
sich um die Dschami auch ein kleiner Friedhof. Zu seiner
Veranschaulichung - da die Grabsteine schon Anfang des XVIII.
Jahrhunderts fortgeschleppt worden sind - wurden in der rasenbedeckten
Böschung, die den Hof hinter der Dschami umrandet, die türkischen
Grabsteine und ergänzte Fragmente aus der Sammlung des Museums
untergebracht.
ARCHITEKTONISCHE BESCHREIBUNG DER YAKOVALI-HASAN-MOSCHEE
Seit den Anfängen der osmanischen Architektur dienten verschiedene
Sakralbauten unterschiedlicher Größe dem muslimischen Glauben. In
Ungarn errichteten die Osmanen Gebetsstätten von bescheidenerer Größe
und schlichterer Bauweise, die sich in zwei Grundtypen unterteilen
lassen. Die eine Gruppe umfasste rechteckige Moscheen mit einem
einzelnen Minarett und einem Walmdach. Typische Beispiele dieses Typs
sind die Hadji-Ibrahim-Moschee in Esztergom und die
Sultan-Süleyman-Moschee in Gyula und Szigetvár. Der andere Typus sind
quadratische Moscheen mit einer einzelnen halbkugelförmigen Kuppel,
üblicherweise mit einer Vorhalle und einem Minarett. Die
Yakovali-Hasan-Pascha-Moschee in Pécs ist eines der am besten
erhaltenen Beispiele dieses Typs. Die Wände des quadratischen
Innenraums weisen an drei Seiten rechteckige, steingerahmte Fenster
auf. Die Brüstungen der Fenster sind relativ niedrig und laden zum
Sitzen ein; früher nutzten die Menschen sie häufig als Lesesitz. Die
Fenster werden von Spitzbögen mit Glasaugen eingerahmt. Die
Fensterreihe erhellt den Innenraum und verleiht ihm eine noch hellere
Atmosphäre – die Kuppel scheint auf einem Sonnenkissen zu ruhen. Unter
den Kämpfern der Spitzbögen, die die Pendentifs bilden, befinden sich
Muqarnases oder Stalaktiten, charakteristische Merkmale islamischer
Architektur. Das Gebäude ist nach Mekka ausgerichtet. Die Inschrift
über der Mihrab-Nische lautet: „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des
Barmherzigen“. Rechts der Nische befindet sich die hölzerne Minbar
(Predigtkanzel) mit ihrer verhangenen Treppe. Auf der Hälfte davon
steigt der Imam, der das Gebet vor dem Freitag spricht, hinauf. Auf der
kreisförmigen kalligrafischen Inschrift rechts neben dem Mihrab ist der
Name Allahs zu lesen. Auf der Inschrift links ist der Name des
Propheten Mohammed zu lesen, die anderen kreisförmigen Inschriften
nennen die Namen der ersten vier Kalifen des Islam. Der Gebetsbereich
für Frauen befindet sich heute beidseitig des Eingangs und ist durch
ein Holzgeländer abgetrennt. Die Gebetsteppiche, die den Boden
bedecken, sind wesentliche Bestandteile des heiligen Raumes der Moschee.

Der Baukörper der auf quadratischem Grundriss erbauten Dschami hat oben
abgeschlagene Ecken, der aussen achteckige, inwendig kreisförmige
Tambour mit einer halbkugelförmigen Kuppel gedeckt ist durch
Wandpfeiler gegliedert. Die Fensteröffnungen der Fassade, die die
Mauern in zwei Reihen durchbrechen, sind in jede Richtung symmetrisch
angeordnet. In der Mittelachse des Erdgeschosses befinden sich je zwei,
am Stockwerk je eine Fensteröffnung. Die Mauern des Tambours haben je
eine im ganzen acht-spitzbogige Fenster ohne Rahmen. Die Fenster am
Erdgeschoss sind mit steinernen Rahmen und eselsrückenbogigen
Gaupfenster versehen. Die in Betonrahmen eingebauten Fensterscheiben
befinden sich hinter neuen elsernen Gittern. Die Fenster sind rundbogig.
Der auf einem stufenförmigen Untersatz stehende Sockel des Minaretts
ist oben mit einer blinden. Eselsrückenbogenreihe abgeschlossen, den
Schaft gliedert ein Rundbalkon. Der Eingang der Wendeltreppen, die auf
den Rundbalkon geht, öffnet sich vom Stockwerk der Dschami, der Ausgang
geht aber in Richtung nach Mekka.
An der nordwestlichen Seite der Dschami schloss sich die - heute nur
teils rekonstruierte - dreijöchige Vorhalle an. Der behauene steinerne
Rahmen und die Stalaktitverzierung ihres Eingangstores sind im
ungarischen Material alleinstehend.
Das Minarett ist ein markantes,
turmartiges Bauwerk an Moscheen. Sein Name leitet sich vom arabischen
Wort für Licht/Feuer ausstrahlend oder sichtbarer Ort ab und bedeutete
ursprünglich Leuchtfeuer oder Leuchtturm. Früher wurden die Muslime vom
Balkon des Minaretts aus vom Muezzin zum Gebet gerufen. Daher ertönte
hier der Gebetsruf (Ezan) (heutzutage natürlich über Lautsprecher), und
seine imposante Form diente als Orientierungspunkt. Das Minarett, meist
mit einem länglichen Dach bedeckt, ist ein polygonaler Turm mit
Balkonen und einer inneren Wendeltreppe. Seine Abmessungen unterliegen
statischen Vorschriften. Die Basis des Minaretts bildet der Hocker
(Kürsü), darüber befinden sich der Absatz (Pabuç) und der Schaft
(Gövde). Eine Treppe im Inneren des Minaretts führt durch den Korb
(Petek) zum Balkon (şerefe), dessen oberer Teil vom Schal (Külah) und
der Spitze (Alem) umschlossen wird. Die Moschee von Yakovalı Hasan
Pascha ist insofern besonders, als sie das einzige osmanische Bauwerk
ist, bei dem sowohl das Gebäude als auch das Minarett erhalten sind. In
Eger und Érd existiert nur noch das Minarett, in Szigetvár und
Esztergom ist es teilweise erhalten.
Über der Kuppelspitze des Gebäudes befindet sich eine metallene (z. B.
vergoldete) Spitze, das sogenannte Alem, was „Zeichen“ bedeutet. In
vielen Fällen ist die Größe des Alems an die Geometrie des Gebäudes
angepasst, und seine Ausrichtung ist üblicherweise nach Mekka, der
Qibla, gerichtet. Neben seiner sakralen Symbolik ist das Alem auch ein
wichtiges Bauelement, das den oberen Kuppelknoten wie eine Art
Metallverkleidung schützt und umschließt.

Memi Paschas Bad (Memi Pasa Fürdője)
Das älteste Bad innerhalb der Stadtgrenzen von Pecs ist das
Memi-Pascha-Bad. Obwohl nicht genau bekannt ist, wer Memi Pasha war, so
erzählte Evliya Çelebi, handelte es sich bei ihm um einen Pascha mit
hohem Rang. Als er erfuhr, dass etwa 50 muslimische Kinder in einer
Kirche gefangen gehalten wurden, stürmte er mit seinen Soldaten die
Kirche und rettete die Kinder. Anschließend baute er die Kirche, in der
die Kinder gefangen gehalten wurden, in eine Moschee um. Neben dieser
Moschee wurde auch das Memi-Pascha-Bad und eine Madrasa nach dem System
der Suppenküche errichtet. Heute ist die betreffende Madrasa abgerissen
und die Moschee in eine Kirche umgewandelt und wieder genutzt worden.

Das Memi-Pascha-Bad ist bis heute nicht vollständig erhalten. Das 1880
völlig zerstörte Gebäude wurde bei einer Ausgrabung im Jahr 1960 wieder
ans Tageslicht gebracht. Von dem Memi-Pascha-Bad, das den alten
Stadtplänen zufolge ein Doppelbad war, wurde bei den Ausgrabungen für
das Bad nur eine Seite freigelegt. Auf der anderen Hälfte des Bauwerks
konnten keine Ausgrabungen durchgeführt werden, da sich darauf ein
Bankgebäude befand. Das über keine obere Abdeckung verfügende
Badehausgebäude wurde als offenes Museum bewertet und nach der
Durchführung der erforderlichen Konservierungsarbeiten für
Ausstellungen geöffnet. In den Ruinen sind noch der Mittelstein des
Bades, einige Becken und Umkleideplattformen zu erkennen.

Jókai Rendezvényház am Jókai tér

Széchenyi tér: Platz mit Cafés, Statuen, Museen und Monumenten wie der von den Türken erbauten Moschee Gazi Khassim Pascha.

Hunyadi-szobor: Hunyadi-Statue auf dem Széchenyi-Platz, dem Hauptplatz
der Stadt, vor dem Dzmámi. Die Reiterstatue von János Hunyadi steht auf
einem Kalksteinsockel. Es wurde vom Bildhauer Pál Pátzay geschaffen und
1956 zum 500. Todestag von János Hunyadi eingeweiht.
János Hunyadi oder Janko von Sibinja war Präfekt von Tamiš, Herzog von
Belgrad von 1444 bis 1446 und Vater von Matthias Corvinus, einem der
bekanntesten ungarischen Könige. Er entstammte einer Adelsfamilie und
war ein Nachkomme des walachischen Fürsten aus dem Banat. Serbischen
und südslawischen Überlieferungen zufolge, die aus Aufzeichnungen des
17. Jahrhunderts stammen, war János der Sohn des Despoten Stefan
Lazarević, bei dem er seine militärische Laufbahn begann. Bald darauf
stellte er sich jedoch in die Dienste von König Sigismund. Er nahm
aktiv an den Kämpfen gegen die Türken teil. Nachdem ihm der Papst den
Fürstentitel verliehen hatte, verlor er 1448 in der zweiten großen
Schlacht auf dem Amselfeld und geriet in Gefangenschaft von Đurađ
Branković, der ein hohes Lösegeld für ihn forderte, als Entschädigung
für die Verwüstung Serbiens durch die Kreuzfahrer. Er nahm am 14. Juli
1456 an der Seeschlacht an der Donau teil, in der die ungarischen
Truppen die türkische Flotte bei Belgrad vernichtend schlugen. Drei
Wochen nach dem Sieg brach in der Gegend um Belgrad aufgrund der vielen
unbestatteten Leichen die Pest aus. Auch Hunyadi selbst erkrankte an
der Seuche und starb am 11. August 1456 in Zemun daran.

Die Megyeháza, übersetzt
„Kreishaus“, ist eines der imposantesten öffentlichen Gebäude in Pécs.
Sie liegt im Stadtzentrum und prägt mit ihrer eleganten Architektur,
die klassische und neorenaissancezeitliche Elemente vereint, das
Stadtbild. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass das Gebäude
weit mehr als nur ein Verwaltungsgebäude ist – es trägt die Last der
Geschichte und die Symbolik der lokalen Verwaltung über die
Jahrhunderte hinweg in sich.
Die Fassade ist reich verziert mit Säulen, Bögen und Details, die die
Bedeutung und das Prestige der hier einst ansässigen Institution
unterstreichen. Große Fenster und ein zentraler Eingang verleihen dem
Gebäude ein offenes, fast feierliches Erscheinungsbild, während der
Innenraum Großzügigkeit und Funktionalität ausstrahlt – die breiten
Korridore und die imposanten Treppenhäuser vermitteln dem Besucher
sofort die Bedeutung dieses Ortes.
Im Laufe der Geschichte diente die Megyeháza nicht nur als Sitz der
lokalen Verwaltung, sondern auch als Ort, an dem Entscheidungen
getroffen wurden, die das Leben der Stadt und ihrer Umgebung prägten.
Das Gebäude ist somit zu einem Symbol für Kontinuität und Ordnung
geworden, aber auch Zeuge des Wandels im Laufe der Zeit, von der
österreichisch-ungarischen Ära bis zum heutigen Pécs.
Ein interessantes, weniger bekanntes Detail ist, dass das Gebäude auch
eine kleine Bibliothek mit Dokumenten und Karten beherbergt, die
Einblicke in die Verwaltungsgeschichte der Region gewähren. Dies macht
es nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern auch für
Architekturbegeisterte interessant. Heute ist die Megyeháza nicht nur
ein Verwaltungszentrum, sondern auch ein architektonisches Juwel der
Stadt – ein Ort, an dem Geschichte, Kunst und Funktionalität
zusammenkommen und Besucher den Geist von Pécs und die Bedeutung der
lokalen Verwaltung über die Jahrhunderte hinweg spüren können.

Pécs Városháza: Das Rathaus von
Pécs ist Sitz der Generalversammlung der Stadt Pécs mit Kreisrechten
und zugleich eines der markantesten Gebäude am Széchenyi-Platz. Es ist
das dritte Rathaus in einer Reihe von Bauten nach dem Ende der
türkischen Herrschaft – der erste wurde 1698 errichtet, und 1710 wurde
das durch einen Brand stark beschädigte Gebäude in seiner
ursprünglichen Form wiederaufgebaut. 1834 entstand an derselben Stelle
ein zweistöckiges Rathaus im klassizistischen Stil, und 1907 wurde
schließlich der heutige neobarocke Bau nach den Entwürfen von Adolf
Láng fertiggestellt.

Der Zsolnay-Brunnen (Zsolnay-kút) ist ein bedeutendes Denkmal in Pécs,
das Vilmos Zsolnay gewidmet ist, dem berühmten Designer der
Zsolnay-Keramik. Er wurde 1908 von seinem Sohn gespendet, von Andor
Pilch entworfen und befindet sich auf dem Szechenyi-Platz vor der
katholischen St.-Sebastian-Kirche (Szent Sebestyén vértanú templom).
Der Entwurf von Andor Pilch spiegelt die gestalterischen Ideale des
frühen 20. Jahrhunderts wider, in denen Architektur, Kunsthandwerk und
Denkmalpflege eine enge Verbindung eingingen. Mit einer Höhe von rund
vier Metern erhebt sich der Brunnen auf einem gestuften Sockel. Sein
massiver Mittelteil wird von vier symmetrisch angeordneten
Brunnenschalen umgeben. Die kompakte Grundform wird durch reiche
ornamentale Details aufgelockert, die sich je nach Blickwinkel
unterschiedlich entfalten. Der zentrale Baukörper verjüngt sich nach
oben in Form einer abgestumpften Pyramide. An den Seiten sind sowohl
das Stadtwappen von Pécs als auch das Markenzeichen der Zsolnay-Fabrik
angebracht – ein bewusstes Symbol für die enge Verbindung zwischen
Stadt und Familie. Den oberen Abschluss bildet eine arkadenartige
Struktur, die dem Brunnen eine beinahe sakrale, feierliche Wirkung
verleiht. Interessant ist dabei, dass der ursprünglich geplante Entwurf
deutlich kleiner war; erst während der Umsetzung wurde das Monument
vergrößert und erhielt so seine heutige Präsenz.

St.-Sebastian-Kirche (Szent Sebestyén vértanú templom)

Die kleine, einschiffige Kirche wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Ihre
heutige Fassade entstand im Zuge einer Renovierung zwischen 1887 und
1891. 1908 schuf der Künstler Ede Greits aus Pécs Kopien von Tiepolos
Werken für den Kirchenraum.

Die St.-Sebastian-Kirche (Szent Sebestyén vértanú templom) in Pécs ist
ein bezauberndes und spirituell bereicherndes Wahrzeichen, das die tief
verwurzelten christlichen Traditionen der Stadt widerspiegelt. Die dem
Heiligen Sebastian, dem Schutzpatron gegen Seuchen, geweihte Kirche
verströmt eine friedvolle und andächtige Atmosphäre.

Im Inneren finden sich liebevoll gestaltete Details und Kunstwerke, die
das Vermächtnis des Heiligen ehren und die Kirche zu einem lohnenden
Ziel für alle machen, die sich für Religionsgeschichte und Kunst
interessieren.


Die Kirchenorgel wurde in der ortsansässigen Orgelmanufaktur Angster gefertigt.


Die St.-Sebastian-Kirche in Pécs ist eine römisch-katholische Kirche im
Stadtzentrum von Pécs am Széchenyi-Platz. Sie wurde zwischen 1725 und
1727 im klassizistischen Stil erbaut. Ihre heutige, eklektische Form
erhielt sie zwischen 1887 und 1891 nach den Plänen des Architekten
Ágoston Kirstein. Das Emblem des Ordens, der Granatapfel, befindet sich
unter dem Dreieck über dem Portal.

Kossuth Statue (Kossuth-szobor) am Kossuth tér
Statue eines der größten ungarischen Politiker des 19. Jahrhunderts. Lajos Kossuth
wurde 1802 in Monok geboren. Von 1830 bis 1840 war er im Gefängnis.
Aufgrund seiner abweichenden Ansichten geriet er in Streit mit Graf
István Széchenyi. Am 15. März 1848 führte er die ungarische Delegation
nach Wien. Vom 7. April bis 2. September 1848 war er Finanzminister der
Batthyány-Regierung und ihm wird die Einführung einer unabhängigen
ungarischen Währung zugeschrieben. Vom 16. September bis 14. April 1849
war er Vorsitzender des Nationalen Verteidigungskomitees und vom 14.
April bis 11. August 1849 Gouverneur von Ungarn. Nach der Niederlage im
Unabhängigkeitskrieg war er zur Emigration gezwungen und besuchte unter
anderem die Türkei, England und die Vereinigten Staaten von Amerika und
ließ sich schließlich in Italien nieder. Er starb am 20. März 1894 in
Turin. Straßen und Plätze in unzähligen Siedlungen tragen seinen Namen.
1949 wurde ein nationaler Radiosender nach ihm benannt, und von 1948
bis 2013 trug eine Zigarettenmarke seinen Namen. Seine Statuen stehen
in vielen Siedlungen im ganzen Land. Die Statue in Pécs wurde von János
Horvay geschaffen und am 10. Mai 1908 eingeweiht.

Die große Synagoge (Zsinagóga)
der ungarischen Stadt Pécs ist ein jüdisches Gotteshaus mit noch
aktiver Gemeinde. Die Synagoge wurde im orientalisierenden
(„maurischen") Stil gebaut und nach vierjähriger Bauzeit im Juli 1869 eingeweiht. Ihre Architekten Friedrich Feszl, Karl
Gerster und Leopold Kauser waren namhafte Persönlichkeiten der
ungarischen Architektur des 19. Jahrhunderts. Die Bauarbeiten wurden
vom István Ivánkovics geleitet. Die Synagoge ist 23,2 Meter breit,
32,35 meter lang und 18,73 meter hoch. Das Innere zeigt mit Ausnahme
der elektrischen Einrichtungen auch heute noch den ursprünglichen
Zustand.
Auf dem großem Giebel der Westfassade stehen die mosaischen
Gesetzestafeln mit den in Zahlen angegebenen Zehn Geboten. (Im
Hebräischen haben die Buchstaben auch einen Zahlenwert.) An der rechten
Tafel sind die Gebote von 1 bis 5, an der linken Tafel die Gebote von 6
bis 10 dargestellt. Über der Uhr der Westfassade steht in einem Halbkreisbogen das
biblische Zitat „mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker
genannt" (Jes. 57, 6) Dementsprechend dürfen die Gottesdienste
unabhängig von der konfessionellen Zugehörigkeit von allen besucht
werden.
Darunter sind zwei Uhren zu sehen: das schwarz-weiße Zifferblatt mit
schwarzen Zeigern geben die örtliche Zeit an, das gelb-schwarze
Zifferblatt mit gelben Zeigern die Zeit in Jerusalem. Diese Zeiger
drehen sich im Uhrzeigegegensinn. Diese Lösung wurzelt nicht in einer
religiösen Vorschrift. Der Uhrmachermeister wollte damit symbolisieren,
dass die hebräische Schrift „umgekehrt", von rechts nach links zu lesen
ist. Laut Tradition sollte die Synagoge auf einer Erhöhung oder auf dem
höchsten Punkt des Ortes gebaut werden. So befindet sich der mittlere
Eingang des Tempels mit drei Türen um 12 Stufen höher als das
Straßenniveau. Dieser Eingang war für die Männer bestimmt, die
niedriger liegenden rechten und linken Seitentüren führen zu den
Frauenemporen.

Der international bekannte Name des jüdischen Tempels ist Synagoge.
Synagōgē (Versammlung) ist ein griechisches Wort, das in vielen
Sprachen aufgenommen wurde. Auf hebräisch heißt er „Bet ha-Knesset" (=
Haus der Versammlung). Der Westfassade ähnlich gliedert sich auch das
Tempelinnere in drei Teile: Gebetsraum für Männer, südliche und
nördliche Frauenempore. Den jüdischen reiligiösen Vorschriften
entsprechend sind im Tempel keine figürliche Darstellungen zu finden.
(2. Gebot: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst
dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben
im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter
der Erde ist..." Exodus 20,3-6)
Vom Heiligtum links öffnet sich das Ankleidezimmer des Rabbiners,
rechts das des Kantors. Über diesen befinden sich die Chorempore bzw.
die Orgel. Die Orgel ist
das erste Werk der Fünfkirchner Angster-Manufaktur. Sie hat 2 Manuale,
24 Register und 1534 Pfeifen. Sie wurde später für den Elektroantrieb
umgebaut. Die Pfeifen sind in das Schwellwerk eingebaut, dessen bemalte
jalousieartige Schwelltüren mittels eines Fußtrittes am Spieltisch
geöffnet oder geschlossen werden können.

Im Hauptschiff vorne befindet sich das Heiligtum. Es liegt höher als
die Ebene der Männersitze, gemäß der Psalmvers 130, 1: „Aus der Tiefe
rufe ich, Herr, zu dir". Ein schön geziertes bronzernes Geländer
markiert die Grenze zwischen den beiden Raumteilen. Im Heiligtum sind
der mit vier einfachen marmornen Säulen geschmückte Toraschrein, oder
Bundeslade, der Toralesetisch und die Sitze des Vorstandes und des
Rabbiners zu finden. Das Ewige Licht vor dem Toraschrein symbolisiert die Allgegenwärtigkeit
Gottes. Auf der bordeauxroten Decke der Kanzel ist ein neunarmiger
Hannuka-Leuchter zu sehen. Die mittlere Kerze heißt „Schamasch", d.h.
„Diener". Zuerst wird sie angezündet und alle anderen Kerzen werden mit
ihr angezündet. Die Menore ist ein siebenarmiger Leuchter, sie
symbolisiert die 7 Tage der Erschaffung der Welt. Vor der Kanzel im
Mosaikboden ist das Jahr seiner Fertigstellung mit hebräischen
Buchstaben zu lesen (1868).
Unter dem Halbkreisbogen des Toraschreins sind die Gesetzestafeln mit
den ersten Worten der Gebote zu sehen. (Die hebräischen Texte sind
immer von rechts nach links und von oben nach utnen zu lesen.) Die jüdische Religion basiert auf den strengen monotheistischen
Glauben, der einen Gott mit einer einzigen Person anerkennt und
schließt seine weitere Teilung aus. (So z.B. die christliche
Dreifaltigkeitslehre). Grundlage der Religion ist die Tora, die 5
Bücher des Mose. Weitere Teile der jüdischen Bibel sind die „Propheten"
und die Schriften (z. B. die Psalmen, das Hoheslied, Buch der
Sprichwörter, Klagelieder Jeremias, u. a.). Auf dem Tisch neben der Kanzel wird ein Abschnitt der Tora unter der
Glasscheibe gezeigt. Hier ist auch noch das Buch der Tränen mit den
Namen der Märtyrer der Deportation zu sehen und ein symbolischer
Kalender für die Synagoge. (Das Jahr 2025 ist nach jüdischer
Zeitrechnung 5785. Die Zeit wird von der Erschaffung des Menschen
gerechnet.)

Die zweistöckigen Frauenemporen den Langseiten entlang gliedern den
inneren Raum harmonisch. Die Bänke sind aus slawonischer Eiche
verfertigt. Bis zur Schließung des Ghettos in Fünfkirchen (9. Mai 1944)
nahmen die Frauen immer auf den Emporen Platz (476 Sitze), die Männer
im Erdgeschoß (448 Sitze).
Wärend des 2. Weltkrieges erlitt die Kultusgemeinde tragische Verluste.
3022 Glaubensbrüder und -schwester kamen aus der Deportation und aus
dem Arbeitsdienst nicht mehr zurück. Anfang der 1940er Jahre belief der
Zahl der hiesigen Israeliten auf ca. 4000, nach dem Krieg waren es nur
464 Personen. Von ihnen lebten aber vor dem Krieg nicht alle in der
Stadt. Die Mitgliederzahl der Kultusgemeinde liegt in der Gegenwart bei
knapp 80. So wird für Gottesdienste in der Regel der „kleine Tempel" im
Sitz der jüdischen Kultusgemeinde benutzt. Sowohl dort, als auch hier
sitzen die Frauen in der linken, die Männer in der rechten Bankreihe.
An der westlichen Wand vom Eingang links und rechts stehen zwei
verglaste Schränke für die sog. Seelenlichter. Am Jahrestag des
Sterbefalles wurden diese für die verstorbenen Verwandten angezündet
und auf einer kleinen Tafel wurde auf Hebräisch angegeben, für wen sie
an dem gegebenen Tag brannten, für wen das Trauergebet erklang.

Bevor man in die Vorhalle zurückkehrt, sieht man links und rechts in
der Nähe der Tür Spendenstöcke der örtlichen jüdischen
Wohlfahrtsorganisationen. An der Granittafel der Südwand der Vorhalle
sind die Namen jener Würdenträger der hiesigen Kultusgemeinde zu lesen,
die in den Jahren der Verfolgung den Märtyrertod erlitten. Die
Granittafeln der Nordseite verewigen die Namen der Vorsteher, Rabbiner,
Vorstandsmitglieder und Vorsitzender der Chewra Kadisha
(Beerdigungsverein). Hinter ihren Namen stehen hebräische Buchstaben,
die hier als Zahlen das Datum ihrer Sterbetage nach dem jüdischen
Kalender angeben: von rechts nach links: Jahr, Monat, Tag.
An der südwestlichen Ecke ist aus Messing ein Handwascheinrichtung
(Kicor) an die Wand befestigt. Sie diente zur rituellen Reinigung der
Kohanim vor dem sie am Ende des Gottesdienstes den Segen sprachen.
Darüber zeigten die kleinen Uhren den Beginn der Betstunden an Wochen-
und Festtagen. Die ineinander geschlungenen Hände am oberen Teil der
Schränke symbolisieren die gegenseitige Hilfsbereitschaft der Menschen.
Es werden hier noch zwei Traktete des Babylonischen Talmud vorgestellt.
Solang die Tora die sog. geschriebene Belehrung ist, ist der Talmud
(Studium) die mündliche Belehrung. Der Talmud enthält selbst keine
biblischen Gesetzestexte (Tora), sondern zeigt auf, wie diese Regeln in
der Praxis und im Alltag von den Rabbinern verstanden und ausgelegt
wurden.

Der Leiter des Gottesdienstes ist der Rabbiner, der selbst Mitglied der
Gemeinde ist. Der Kantor betet vor.und singt. Die Tora ist in 54
Abschnitte eingeteilt. Falls das Jahr auf Grund von Feiertagen oder
Schaltregelungen weniger Sabbate hat, als für 54 Lesungen nötig wären,
werden auch zwei aufeinander folgende Lesungen zusammen vorgetragen.
Der Zyklus der Tora-Lesungen endet und beginnt am Feiertag Simchat Tora
(„Freude der Tora"), der gleichzeitig der letzte Tag des jüdischen
Wallfahrtsfestes Sukkot („Laubhüttenfest") ist.
Mit der Einführung zeremonieller Reformen der sog. Kongreßjuden (auch
„Neologen" genannt) in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der
Gottesdienst mit Chorgesang und Orgelspiel bereichert. Bei den
orthodoxen Juden wird kein Gemischtchor zugelassen, nur Männerchor. Die
Sprache der Gottesdienste ist das Hebräische, allein die Predigt ist
auf Ungarisch. Bedingung des vollständigen jüdischen Gottesdienstes ist
der Minjan, die Gebetsgemeinde, d.h. das Vorhandensein von mindestens
10 im religiösem Sinne mündigen Juden.

Relief neben dem Nationaltheater Pecs

Kammertheater Pécs (Pécsi Nemzeti Színház - Kamaraszínház)
Mitte des 19. Jahrhunderts waren fast alle Nationalitäten vertreten.
Ungarn, Deutsche, Bosniaken, Serben, Kroaten, Österreicher, Tschechen,
Mährer und Italiener lebten hier friedlich und harmonisch zusammen. Im
Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich eine Mischsprache, und in
dieses babylonische Sprachgewirr kamen die Schauspieler mit ihrer
Literatursprache, die reines Deutsch und Ungarisch verwendete. Das
Theater in Pécs entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum der
ungarischen Theaterkultur auf dem Land.
Es gab eine lokale Nachfrage nach einem festen Theater mit einem
ansässigen Ensemble in der Stadt; Die Bevölkerung wünschte sich ein
Theater, das ihnen regelmäßig künstlerische Unterhaltung bieten und in
dem auch gesellschaftliche Veranstaltungen stattfinden konnten. Die
Generalversammlung von Pécs entschied sich für den heutigen Színház
tér, wo sich damals das Militärkrankenhaus befand. János Aidinger, der
damalige Bürgermeister, wurde zum Vorsitzenden des Theaterausschusses
gewählt und veranlasste die Einführung einer zusätzlichen Kreissteuer
zur Deckung der Theaterkosten. Das Komitee schrieb 1890 eine nationale
Ausschreibung für den Entwurf des Theaters aus. Den Zuschlag erhielten
die weltberühmten Architekten Adolf Lang und Antal Steinhardt, die
gemeinsam mit den beiden renommierten Architekten Felmer und Helmer mit
dem Bau begannen.
Das Gebäude beherbergt Statuen bedeutender Theaterpersönlichkeiten der
damaligen Zeit: Gergely Csiky, Ede Szgligeti, Károly Kisfaludy und
Ferenc Erkel. Die Genie-Statue auf der Kuppel ist ein Werk des
Bildhauers György Kiss und des Kreativteams der Porzellanmanufaktur
Zsolnay. Das Theater wurde am 5. Oktober 1895 mit einem glanzvollen
Ereignis eröffnet. Zur Eröffnung führte das Ensemble Ferenc Erkels
„Bánk Bán“ auf – mit großem Erfolg.

Brunnenfigur vor dem Ungarischen Nationaltheater in Pecs

Schon im Mittelalter bildete sich auf dem Platz der heutigen Király Straße,
eins der wichtigsten Straßen von Pécs aus. Sie führte vom Zentrum der
Stadt zum Buda-Tor. Ihre Bedeutung, die auch unter der Herrschaft der
Osmanen aufrechtblieb, wurde auch von Evlia Celebi, türkischer
Handelsreisender beschreiben. In seiner Reisebeschreibungen erwähnt er
mehrstöckige, mit Ziegel bedeckte Häuser, die noch vor der
Türkenherrschaft gebaut wurden. Im Jahr 1864 wurde die Hauptstraße des
östlichen Stadtteils, die sich außerhalb der Stadtmauer befand von
József Király, Bischof von Pécs, Király Straße genannt. Ab dem Jahr
1892 trug sie den Namen von Lajos Kossuth, und von 1991 an wurde sie
wieder Király Straße, und eine der beliebtesten Promenaden Ungarns. Das
imposante Antlitz der Straße wird von den Gebäuden mit Merkmalen
verschiedener Stilrichtungen bestimmt.
In der Király Straße befindet sich das Hotel Palatinus im Jugendstil,
das von Andor Pilch für die Familie Hamerli im Jahr 1915 entworfen
wurde. Das historisierende Nationaltheater von Pécs wurde auf dem Platz
der als Krankenhaus für Soldaten funktionierende Dominikaner Kloster
zwischen 1893 und 1895 erbaut. Im Theater Platz 2. stand einst die
Kirche und das Haus des Dominikaner Ordens. Als im Jahr 1780 von Joseph
II. die Ordengemeinschaften aufgelöst wurden, standen die Kirche und
das Haus der Orden leer. Danach wurde im 19. Jahrhundert das Gebäude zu
einem Wohnhaus umgebaut. Auf der Fassade steht ein Pyrogranit Platte,
das ein Bild über die einstige Kirche darstellt.
In der Király Straße 15. stand einst ein türkisches Gebäude, und in den
1800er Jahre wurde hier der Gasthof zum Weißen Schwan gebaut, das im
19. Jahrhundert das berühmte Tanzhaus war. Die Fassade des gegen 1870
gebauten früheklektischen Vasváry-Hauses wird von in der Zsolnay Fabrik
hergestellte Reliefs, Pyrogranit Friese verziert. Auf die Fassade des
Gebäudes ist der Wappen des ehemaligen Besitzers zu sehen. In der
Király Straße 32 befindet sich das älteste Café des Landes, das schon
ab dem Jahr 1789 als Konditorei fungierte. Ab den 1860er Jahren war es
als Café und Konditorei Caflish bekannt.
Király utca, beim Turm vom Pécs Városháza

Pécs, Széchenyi tér

Pécs Városháza, Szent Kereszt vértanú templom, barocke Statue der Dreifaltigkeit (neu erstellt 1908)

Pécsi lakatfal - Hier ist Platz für Liebesschlösser und der wird auch gut genutzt.

Lakatfal-2013: Noch mehr Platz für Liebesschlösser am Sétatér

Statue von Ignác Szepesy (Szepesy Ignác szobra) am Dóm tér von Pécs mit der Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika)

Der Szent István Platz
Der imposante Dom Platz befindet sich in der nordwestlichen Ecke der
historischen Innenstadt. Der Platz ist ein hervorragendes Beispiel der
Schichtung der verschiedenen historischen Zeitalter. Die 1600 Jahre
alten altchristlichen Bestattungsgebäude unter der Oberfläche, die
mittelalterlichen und neuzeitlichen kirchlichen Gebäuden auf dem Gebiet
der ehemaligen Bischofsburgs sind alle Zeugen des Jahrhunderte
verbindenden christlichen Geistes. Der Platz wird von Westen vom
Bischofspalast, von Norden vom Dom, von Osten vom Stiftarchiv des
Domkapitels und dem Pfarrhaus begrenzt.
Der Bischofspalast: Der als
Wohnort der Bischöfe von Pécs fungierende Palast beruht auf Grundsteine
aus dem 12. Jahrhundert. Das Gebäude wurde im Laufe der Jahre im Stil
der Gotik, der Renaissance und des Barocks umgebaut. Die gegenwärtige
Form erhielt es im 19. Jahrhundert. Die Fassade des östlichen
Gebäudeflügels wurde zu dieser Zeit im Stil der Neorenaissance
errichtet.
Der Dom: Das Bistum von Pécs
wurde im Jahr 1009 gegründet. Der Vorgänger des hestigen Doms wurde im
12. Jahrhundert erstellt und im Laufe der Jahrhunderte nach der
aktuellen Stilrichtung umgebaut. Zur Zeit der Türkenherrschaft
(1543-1686) funktionierte die Kirche als Gebethaus der Türken. Nach der
Vertreibung der Türken wurde der Dom von den auf einander folgenden
Bischöfen Rekonstruktionen aufgrund verschiedener künstlerischer
Stilrichtungen unterstellt. Im Jahr 1807 wurde der Dom nach den
Entwürfen von. Mihály Pollack im Geist der Romantik und der
Klassizismus mit einer Spitzbogen-Hauptfassade versehen. Die
gegenwärtigen, neoromanischen Merkmale stammen aus der Zeit der
Umgestaltungen zwischen 1882 und 1891.
Das Stiftarchiv und Pfarrhaus:
Die östliche Seite des Dom Platzes wird vom Stiftarchiv und Pfarrhaus
des Doms abgeschlossen. Mit den Bauarbeiten wurde Giuseppe Antonio
Sartori Bildhauer und Architekt aus Wien beauftragt. Unter der Leitung
von Mátyás Fölsinger Inge-nieur des Bistums wurde zwischen 1800 und
1803 zur südlichen Teil des Gebäudes eine Pfarre gebaut. Das Gebäude
erhielt seine heutige Form im Jahr 1891.
Ignác Szepesy: Während des
Bistums von Ignác Szepesy (1828-1838) wurde eine Rechtsakademie und
eine Bibliothek gegründet, so ist seine Bedeutung in der Entfaltung des
kulturellen Lebens in Pécs außerordentlich. Einige Meter von der
ehemaligen Aufzugbrücke des Turmtors dès Bischofsburgs steht die Statue
von Szepesy aus Bronze, angefertigt von György Kiss. (1942)
Südtor der Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika)

FERENC LISZT 1811–1886, WERK DES BILDHAUERS IMRE VARGA (1981)
Anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten wurde die Gedenktafel
vom Amt für den Schutz des kulturellen Erbes der Kreisverwaltung
Baranya mit Unterstützung der MOL Plc. angebracht.
Statue von Franz Liszt (Liszt Ferenc szobra) am Szent István tér in Pécs

Die Mittelalterliche Universität - Das Studium Generale in Pécs
Gründungsurkunde der ersten Universität Ungarns wurde von Papst Urban
V. im italischen Viterbo am 1. September 1367 ausgestellt. Es ist
ziemlich ungewöhnlich, dass die Universität nicht im königlichen Sitz
errichtet wurde. In der päpstlichen Bulle wird von Pécs behauptet, die
Stadt wäre zum Kultivieren der Wissenschaften besonders geeignet, wozu
die seit langem in der Stadt vorhandene Domschule und die vier Klöster
der sich mit Schulerziehung befassenden Bettlerorden beigetragen haben
dürften. Einer der Gründe der Universitätsgründung kann ferner sein,
dass das Gebiet der Diözese von Pécs im Mittelalter eine der am
dichtesten bewohnten Regionen des Königreich Ungarn war, was nach sich
zog, dass die Bischöfe von Pécs die zweitreichsten Prälaten nach dem
Erzbischof von Gran/Esztergom gewesen waren. In der Gründungsinitiative
muss Bischof Wilhelm von Pécs (1361-1374) führende Rolle gespielt
haben, der einer der Diplomaten und Vertrauensmänner Ludwigs I. von
Anjou (1342-1382) war.
Hinsichtlich der zu errichtenden Universitätsfakultäten wurde in der
Urkunde festgehalten, dass in Pécs ein Studium Generale entstanden
solle, wo die beiden Rechte, also das Kirchenrecht und das Römische
Recht ewig gelehrt werden. Von den Professoren ist Galvano di Bo-logna,
der auf den Ruf des Bischofs aus dem für das Jurastudium bekannte
Bologna eingetroffene Gelehrte bekannt, der doctor utriusque iuris,
also gelehrt sowohl in Kirchen- als auch im Römischen Recht war. Die
Frage der Lokalisierung der universitären Gebäude hat die Forscher
schon im 20. Jh. beschäftigt. Als Ergebnis der von Mária Sándor und
Győző Gerő geführten Ausgrabungen wurden die Ruinen des von Bischof
Wilhelm umgebauten Gebäudes des früheren Bischofspalastes freigelegt.
Der auf Bischof Wilhelm verweisende Wappenstein wurde vor dem südlichen
Tor gefunden. Aufgrund ostmitteleuropäischer Analogien ist es jedoch
anzunehmen, dass der Unterricht in mehreren Gebäuden im Gange gewesen
war.
Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika) - Aktive Kathedrale aus dem 10. Jahrhundert mit Gärten und religiösen Kunstwerken.

Statue, errichtet anlässlich des 650-jährigen Jubiläums der Universität Pécs.
1367–2017: 650 Jahre Universität Pécs. Statue von König Ludwig dem Großen und Wilhelm, Bischof von Pécs
Anlässlich des 650-jährigen Jubiläums der Gründung der Universität Pécs
wurde eine Skulptur geschaffen, die König Ludwig den Großen und
Wilhelm, den mittelalterlichen Bischof von Pécs, darstellt. Das Werk
wurde auf der Promenade zwischen der Nordseite des Doms und der
mittelalterlichen Universität aufgestellt.
König Ludwig der Große und Bischof Wilhelm, die Gründer der Universität
– Statuenensemble von Norbert Kotorman und seinem Bruder László

Seit 2017 ist der 1. September der Ungarische Tag der Hochschulbildung.
Am 30. März 2016 erklärte das Parlament den 1. September zum Tag der
ungarischen Hochschulbildung, dem Tag, der an die Gründung der
Universität Pécs erinnert, anlässlich des 650. Jahrestages der Gründung
der Universität Pécs – der ersten ungarischen Universität: Am 1.
September 1367 genehmigte Papst Orbán V. (Boldog) die Gründung der
Universität.

Kalvarienberg, Pécs (Kálvária-domb)
Der Kalvarienberg erhebt sich in der schönen Altstadt von Pécs, wo sich
die 14 Stationen der Passion Christi, die Kalvarienbergkapelle und die
Höhle des Heiligen Grabes befinden. Der Kalvarienberg von Pécs befindet
sich in der Nähe des ehemaligen Eisernen Tors (am Aranyos-Brunnen in
der Káptalan-Straße), das durch die mittelalterliche Stadtmauer führt.
An der Einmündung der Hunyadi Straße führt eine lange Treppe hinauf zum
Kalvarienberg und zur Kapelle. Oben angekommen, bietet sich ein
atemberaubender Rundblick über die Stadt Pécs.

Die älteste schriftliche Erwähnung des Kalvarienberges von Pécs findet
sich im ersten Brief des Bischofs Pál Széchy aus dem Jahre 1270. Nach
Ede Petrovich, dem bischöflichen Archivar und Kirchenhistoriker, ist
der Berg Bertalan mit dem Kalvarienberg identisch. Die Corpus Christi
Kapelle stand hier wahrscheinlich im 13. 1712 oder 1713 errichteten die
Jesuiten, die sich in Pécs niedergelassen hatten, an ihrer Stelle
sieben Stationen am Hang und betreuten den Kalvarienberg bis zur
Auflösung des Ordens, als der Kalvarienberg in die Obhut der
Stadtpfarrei überging. Das genaue Datum der Zerstörung der Kapelle ist
nicht bekannt. Zu dieser Zeit standen drei Kreuze auf dem Hügel. Ende
des 18. Jahrhunderts wurden die aus Sandstein gehauenen Stationen
errichtet.
Der Kalvarienberg weist eine einzigartige Besonderheit auf, denn die
Reihenfolge der Stationen weicht von der üblichen Ordnung ab. Das
heißt, die Stationen folgen nicht diagonal von unten nach oben, sondern
von der Westseite des Hügels hinauf zur Kapelle und von dort nach Osten
hinunter.

Die stimmungsvolle eintürmige Kapelle, eine der ersten klassizistischen
Rundkirchen Ungarns, wurde 1814 erbaut. Die Kalvarienbergkapelle wurde
von dem Pécser Webermeister József Ábel erbaut und ihr Inneres ist mit
dem Altar des Heiligen Kreuzes geschmückt. Auf dem Altar befindet sich
ein großes spätbarockes Relief, das eine Szene vom Kreuzweg darstellt.
Die Kirche wurde 1814 geweiht und 1817 fertig gestellt. Zu dieser Zeit
wurde auch die ‘Höhle des Heiligen Grabes’ an der letzten Station
errichtet.

Der Kalvarienberg ist ein wunderschöner Park mit Aussichtspunkt in der
Nähe des Stadtzentrums. Er ist ideal für einen entspannten Spaziergang,
bei dem man von der Terrasse aus die atemberaubende Aussicht genießen
kann. Von diesem Aussichtspunkt aus bietet sich Besuchern ein
malerischer Blick auf die Stadt – ein absolutes Muss für alle, die
Panoramablicke lieben.

Der Kalvarienberg in Pécs bietet einen friedlichen Rückzugsort mit
weitem Blick über die Stadt und die umliegende Landschaft. Viele
Reisende wandern hinauf, um den Kreuzweg zu besichtigen, eine Reihe von
Kapellen, die die Passion Christi darstellen. Der Hügel ist ein
beliebter Ort zum Nachdenken und Fotografieren, und viele Besucher
halten hier den Sonnenuntergang über Pécs fest.

Széchenyi Platz (Széchenyi tér) und sein Modell

Büro des Bürgermeisters von Pécs (Pécsi Polgármesteri Hivatal)

Széchenyi-Platz, der Hauptplatz der Stadt, mit Dreifaltigkeitssäule,
Moschee Gazi Khassim Pascha und Hunyadi-Statue. Im Hintergrund die
Kapelle vom Kalvarienberg.

Zsolnay-Brunnen (Zsolnay-kút) vor der St.-Sebastian-Kirche (Szent Sebestyén vértanú templom)

Széchenyi-Platz, der Hauptplatz der Stadt, mit Dreifaltigkeitssäule, Moschee Gazi Khassim Pascha und Hunyadi-Statue.

Farbliche Wasserspiele vor dem Rathaus Pécs Városháza

Hunyadi-Statue auf dem Széchenyi-Platz und das Rathaus Pécs Városháza

Dóm tér von Pécs mit der Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika)

Moschee Gazi Khassim Pascha am Széchenyi tér

Farbliche Wasserspiele vor dem Rathaus Pécs Városháza

Dreifaltigkeitssäule und Hunyadi-Statue auf dem Széchenyi-Platz und das Rathaus Pécs Városháza

Ungarisches Nationaltheater in Pecs

Straßenbahndenkmal Pécs (Villamos emlékmű Pécs)
Der in Pécs restaurierte und ausgestellte Motorwagen 1031 steht auf dem Moszkva-Platz (heute Széll Kálmán).
Der Straßenbahnbetrieb wurde am 20. Oktober 1913 aufgenommen. In den
1950er Jahren kam die Idee auf, das Straßenbahnnetz abzuschaffen, da es
als veraltet galt. Am 31. August 1960 wurde schließlich das gesamte
System stillgelegt.

Barbakan Garten (Barbakán-kert) beim Dóm tér in Pécs

Barbakan (Barbakán) - Die
Barbakane ist ein bedeutendes historisches Denkmal von Pécs. Der
gotische Torturm diente als Teil der Bischofsburg der Verteidigung. Sie
ist die einzige Barbakane in Ungarn. In Pécs sind neben dem Rundturm
auch Teile der Festungsmauer und des Burggrabens zu sehen.

Die Barbakane in Pécs ist nur wenige Gehminuten von der Kathedrale
entfernt und lässt sich daher ideal in einen Stadtrundgang einbinden.
Ein Aufstieg lohnt sich, denn von dort oben bietet sich ein herrlicher
Panoramablick.

Griechisch-katholische Kirche St. Franz Xaver, leider geschlossen

Die St.-Franziskus-Kirche (Szent
Ferenc-templom), ein beeindruckendes Beispiel mittelalterlicher
Architektur, stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert und besticht durch
ihren klassischen zweischiffigen gotischen Stil. Nahe dem Szigeti-Tor
gelegen, blickt die Kirche auf eine faszinierende Geschichte zurück:
Nachdem sie im späten 16. Jahrhundert unter türkische Herrschaft
gefallen war, wurde sie in eine Moschee umgewandelt. Besucher erwartet
ein Interieur von bemerkenswerter Schönheit, insbesondere während des
Advents, wenn eine lebensgroße Krippe aus kunstvoll gestalteten
Holzfiguren ausgestellt ist. Die Tympanonfassade zieren Gemälde von Ernő Gebauer und tragen zur imposanten Erscheinung der Kirche bei.

Die
Franziskanerkirche in Pécs blickt auf eine lange und wechselvolle
Geschichte zurück, die erstmals 1280 urkundlich erwähnt wurde. Im Laufe
der Jahrhunderte erfuhr sie zahlreiche Umbauten, die die wechselvolle
Geschichte der Region widerspiegeln. Die
heutige Kirche ist ein eklektisches Bauwerk, das mittelalterliche und
barocke Elemente vereint. Spuren eines umfassenden Umbaus aus dem Jahr
1925 sind noch sichtbar.

Während
der osmanischen Besatzung wurde die ursprüngliche mittelalterliche
Kirche in eine Moschee umgewandelt, komplett mit Harem, Minarett und
Kapelle, wie der osmanische Reisende Evliya Çelebi beschrieb. Auch eine Medresse (islamische Oberschule) befand sich auf dem Gelände des ehemaligen Franziskanerklosters. Nach
der Vertreibung der Osmanen erlangten die Franziskaner 1720 die
Kontrolle zurück und führten umfangreiche Umbauarbeiten durch.
Finanziert wurden diese durch den Verkauf des Bleidachs der Moschee. Bis 1737 erstrahlten Kirche und Kloster wieder in ihrer barocken Pracht.


Trotz
weiterer Umbauten in den 1880er, 1890er Jahren und 1925 ist der
ursprüngliche Barockturm erhalten geblieben und zählt zu den
bemerkenswertesten Barockdenkmälern in Pécs. Im
Inneren ist ein Großteil der Barockmöbel erhalten geblieben, darunter
kunstvoll intarsierte Schränke, die 1745 von Bruder Lukács Jani
gefertigt wurden. Das
Gemälde auf dem Hauptaltar, „Die Gefangennahme des Heiligen Franz von
Assisi“, stammt aus dem Jahr 1737, während weitere Altäre – der
Heiligen Anna (1758), dem Heiligen Antonius, der Heiligen Barbara und
der Heiligen Katharina (1768) gewidmet – das reiche künstlerische Erbe
der Kirche widerspiegeln.

Eine
der beliebtesten Traditionen ist die lebensgroße Krippe, ein
einzigartiges Holzmodell, das jährlich aufgestellt wird und die größte
ihrer Art in Ungarn ist. Die Kirche beherbergt zudem eine Krypta, in der über 300 Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Die Franziskanerkirche ist auch heute noch ein architektonisches und
historisches Juwel in Pécs und verkörpert Jahrhunderte des Glaubens,
des Wandels und der künstlerischen Exzellenz.

Reiterstatue von János Hunyadi

Dreifaltigkeitssäule am Széchenyi tér in Pécs

Zsolnay-Brunnen (Zsolnay-kút) am Széchenyi tér in Pécs
Der Zsolnay-Brunnen geht auf eine Initiative der Familie selbst zurück.
1908 schenkte Miklós Zsolnay der Stadt Pécs das Denkmal zu Ehren seines
Vaters. Mit dem Entwurf wurde der Architekt Andor Pilch beauftragt,
während die Ausführung in der Zsolnay-Manufaktur erfolgte. Obwohl der
Brunnen bereits 1912 fertiggestellt war, sollte es noch Jahre dauern,
bis er seinen endgültigen Platz fand. Uneinigkeit über den Standort
sowie die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Ersten
Weltkrieg verzögerten die Aufstellung erheblich. Zwischenzeitlich
lagerte das Kunstwerk sogar – unter anderem im Keller einer
Weinbauschule. Erst 1930 wurde der Brunnen schließlich vor der Kirche
der Barmherzigen Brüder errichtet – bemerkenswerterweise ohne größere
Einweihungsfeier, trotz seiner kulturellen Bedeutung.
Der Brunnen besteht überwiegend aus Pyrogranit – einem von Zsolnay
entwickelten, besonders widerstandsfähigen keramischen Werkstoff, der
sich ideal für den Außenbereich eignet. Die dekorativen Elemente sind
mit einer gelblich-grünen Eosin-Glasur überzogen, deren metallisch
schimmernde Oberfläche zu den bekanntesten Innovationen der
Zsolnay-Manufaktur zählt. Damit wird der Brunnen selbst zu einer Art
Schaufenster der technischen und künstlerischen Errungenschaften seines
Namensgebers.
Zu den auffälligsten Details des Brunnens zählen die Wasserspeier in
Form von Stierköpfen. Sie sind nicht nur dekorativ, sondern erfüllen
eine zentrale Funktion, indem sie das Wasser in die Brunnenschalen
leiten. Ihre Gestaltung ist von einem goldenen Gefäß aus dem berühmten
Schatz von Nagyszentmiklós inspiriert – einem der bedeutendsten
archäologischen Funde Ungarns aus dem frühen Mittelalter. Diese
Anlehnung verdeutlicht die gestalterische Praxis der Zeit, historische
Motive bewusst in moderne Kunstwerke zu integrieren. Die am Brunnen
angebrachten Wappen und Symbole unterstreichen die doppelte Bedeutung
des Denkmals: als Ehrung für Vilmos Zsolnay und als Ausdruck
städtischer Identität. Die Inschrift verbindet das Andenken an den
Unternehmer mit dem Gedeihen der Stadt Pécs und dem Wohlstand ihrer
Bewohner. Auch wenn der Wortlaut in verschiedenen Quellen leicht
variiert, bleibt die Botschaft eindeutig: Der Brunnen soll als stiller
Zeuge des städtischen Aufschwungs dienen.

Weöres Sándor Statue - Sándor Weöres (1913–1989) war ein ungarischer Dichter und Autor, der an der Universität Pécs Philosophie studiert hat.

Reiterstatue von János Hunyadi und Megyeháza am Széchenyi tér in Pécs

Gázi Kászim Dzsámi am Széchenyi tér in Pécs

Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika) am Dóm tér in Pécs

Kioszk am Sétatér in Pécs und die Achteckige Grabkammer (Nyolcszögletű sírkamra)

Széchenyi-Platz, der Hauptplatz der Stadt, mit der Moschee Gazi Khassim Pascha und einem Bummelzug

Der Brunnen auf der Südseite des zentralen Platzes ist weit mehr als
ein dekoratives Element im Stadtbild. Er vereint Denkmal,
kunstgewerbliche Meisterleistung und historisches Zeugnis – und erzählt
zugleich die Geschichte eines Mannes, der die ungarische Keramikkunst
revolutionierte.
Vilmos Zsolnay – Visionär der Keramikkunst
Vilmos Zsolnay wurde am 19. April 1828 in Pécs geboren und entwickelte
sich zu einer Schlüsselfigur der ungarischen Industrie- und
Kunstgeschichte. Unter seiner Führung wuchs die familiengeführte
Manufaktur zu einer international renommierten Keramikfabrik heran.
Zsolnay war jedoch weit mehr als ein erfolgreicher Unternehmer. Er war
ein Innovator, der früh das Potenzial der Keramik über ihre reine
Gebrauchsfunktion hinaus erkannte. Für ihn war sie zugleich dekoratives
Gestaltungselement und architektonischer Werkstoff.
In der Pécser Fabrik wurde unter seiner Leitung intensiv
experimentiert: mit neuen Materialien, Glasuren und technischen
Verfahren. Besonders prägend waren die Entwicklung des wetterfesten
Pyrogranits sowie die Perfektionierung der schillernden Eosin-Glasur.
Diese Innovationen machten die Marke Zsolnay europaweit bekannt und
brachten ihr auf internationalen Weltausstellungen höchste Anerkennung
ein. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Name Zsolnay längst zum
Synonym für hochwertige Keramikkunst geworden.
Der Zsolnay-Brunnen ist ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie sich
Kunst, Geschichte und Identität in einem einzigen Bauwerk vereinen
können. Als Denkmal erinnert er an einen bedeutenden Industriellen. Als
kunstgewerbliches Objekt repräsentiert er die Innovationskraft der
Zsolnay-Manufaktur. Und als Teil des Stadtbildes ist er aus dem Herzen
von Pécs nicht mehr wegzudenken. Kaum ein anderes öffentliches
Kunstwerk in Ungarn bringt das gemeinsame Erbe einer Familie, einer
Stadt und einer Industrie so eindrucksvoll zum Ausdruck.
Zsolnay-Brunnen (Zsolnay-kút) am Széchenyi tér in Pécs

Hauptpostamt von Pécs (Pécs Főposta)

Zsolnay-Verzierung auf dem Gebäude der Post

Vilmos Zsolnay Statue (Zsolnay-szobor) im Kreisverkehr der Rákóczi út in Pécs
Die Skulpturengruppe wurde 1907 eingeweiht und durch öffentliche
Spenden finanziert. Die Figur von Vilmos Zsolnay stammt von János
Horvay, die Nebenfiguren (Töpfer, Chemiker, Maler, Bildhauer und
Architekt) wurden von Sándor Apáti Abt entworfen, der Sockel von
Frigyes Schulek.
Vilmos Zsolnay (1828–1900) war ein Keramikkünstler, der die
Porzellanmanufaktur Zsolnay in Pécs zu ihrer Blütezeit verhalf. Er
erfand die Porzellanglasur und Pyrogranit zur Dekoration von Gebäuden.
Diese sind auch an den Gebäuden rund um die Statue zu sehen. Zudem trug
er zur Entwicklung der Eosinglasur bei. Seine Werke wurden auf der
Weltausstellung 1878 in Paris mit dem Grand Prix ausgezeichnet, und er
erhielt den französischen Ehrenorden. Er war Ehrenbürger von Pécs.

Bahnhof von Pécs (Pécs vasútállomás) - Pécs ist mit seinem Hauptbahnhof
(Főpályaudvar) ein Eisenbahnknotenpunkt. Es bestehen zweistündige
Intercity-Verbindungen nach Budapest.

Das Bahnhofsgebäude von Pécs wurde im Jahre 2015, von ca 5 Mio. Euro saniert.

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: