Pécs / Fünfkirchen

die fünftgrößte Stadt Ungarns, April 2026

Pécs (deutsch Fünfkirchen) ist die fünftgrößte Stadt Ungarns und Sitz des Komitats Baranya und liegt nahe der kroatischen Grenze am Fuße des Mecsek-Gebirges. Die Stadt ist Bischofssitz und Sitz einer Universität sowie Zentrum der Donauschwaben. Zahlreiche Baudenkmäler verleihen dem Ort eine mediterrane Atmosphäre. 2010 war Pécs „Kulturhauptstadt Europas“.

Die Moschee des Pascha Jakowali Hassan (ungarisch: Jakováli Hasszán dzsámija) ist eine Moschee in der Innenstadt von Pécs (deutsch Fünfkirchen) in Ungarn. Die Kuppel der Moschee ruht über einem achteckigen Tambour auf einem massiven quadratischen Bau mit Kielbogenfenstern. Das fein gearbeitete, mit Stalaktiten verzierte Portal an der Nordwestseite und der Mihrab wurden wieder hergestellt. Bei der Restaurierung kamen kufische Koranzitate und üppige Pflanzenmuster wieder zum Vorschein. Das 23 m hohe Minarett wurde im 19. Jahrhundert teilweise ergänzt.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Jakowali Hassan Pascha ließ die Moschee in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbauen. Nach der Vertreibung der Türken wurde der Bau von 1702 bis 1732 als Kapelle des heiligen Johannes von Nepomuk und danach als Krankenhauskapelle genutzt. Bei der Restaurierung im 20. Jahrhundert wurde das spätere Beiwerk entfernt. Im Innern befindet sich ein Museum mit wechselnden Kunstausstellungen. Anfang der 1970er Jahre bekam das Gebäude eine Inneneinrichtung von der damalige türkische Regierung geschenkt. Seitdem wird das Gebäude freitags nach Schließung des Museums als Gebetsraum von den örtlichen Muslimen genutzt.

IBRAHIM PEÇEVİ, 1574, Pécs – 1650, Buda, osmanischer Historiker
Sein Werk „Tarih-i Peçevi“ zählt zu den wichtigsten historischen Quellen des 16. und 17. Jahrhunderts.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Bei der Recherche vor Reiseantritt war die Moschee und das etwas entfernte Grabmal von Idris Baba im Kombiticket um Ft 2000 besuchbar. Vor Ort musste ich feststellen, dass der Eintrittspreis auf Ft 2500 erhöht wurde und zwar nur für die Moschee, das Grabmal kostet nochmals extra Ft 2000 und geht nur mit Führung. Das ist völlig überteuert und alleine das Museum in der Moschee nicht wert. Sowas verschreckt Touristen!

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die Ausstellung der Jakowali Hassan Dschami und des Museums gliedert sich grundlegend in zwei Teile. Einen Teil bildet das wiederhergestellte Baudenkmal, worin durch die Errichtung einer Art Intérieur die Innere Stimmung einer türkischen Dschami veranschaulichen wollten. Der zweite Teil der Ausstellung wurde in den ebenerdigen Räumen des Krankenhauses veranstaltet, die sich der Dschami anschliessen. Die im Laufe der Ausgrabungen freigelegten Überreste des Mewlewi-Derwischklosters, ferner das teils rekonstruierte Detail der Vorhalle der Dschami wurden auch hier zur Schau gestellt. In der Vorhalle der Dschami können wir ein, das Leben und das Kloster der Mewlewi-Derwische demonstrierendes Material sehen, die im kleinen Saal versucht eine Ausstellung den fünf Pflichten der islamischer Religion.

Zwischen 1955-1960 hat die Freilegung der türkischen Teile des Gebäudes und die Wiederherstellung des Baudenkmals stattgefunden. Im ebenerdigen Raum des, sich der Dschami anschliessenden gegenwärtigen Krankenhauses sind im Laufe der Ausgrabungen in Jahren 1971-72, Fundamente der Grundmauern und der Säulen des Kreuzgangs des ehemaligen Mewlewi-Derwischklosters zum Vorschein gekommen. Diese Fragmente wurden in der Ausstellung zur Schau gestellt, wie auch die gleichzeitig gefundenen Teile der Vorhalle. Bei der Ausgrabung am Hofe des Krankenhauses haben wir die Überreste der Klosterräume gefunden. Nach der, im Jahre 1961 beendigten Wiederherstellung ist die Dschami als Baudenkmal zur Schau gestellt worden. Der heutiger Ausstellung gestellt im Jahre 2010.

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Die Geschichte der Jakovali Hassan Dschami
Die Jakowali Hassan Dschami und das dazugehörige Mewlewi-Derwischkloster wurden ausserhalb der Stadtmauer, in der Nähe des ehemaligen Szigeti-Tores erbaut. Ewlia Tschelebi gedenkt dieser Bauten, mitsamt der Medresse- Hochschule- und der Wohlfahrtsinstitutionen und beschreibt sie, er hat sich ja zwischen 1660 und 64 selbst hier aufgehalten. Alle Gebäude, die dieses kleine Ensemble- Küllije- bilden, waren Stiftungen des Jakowali Hassan Pascha, über dessen Person nur soviel bekannt ist, dass er- wie es sein Name bezeugt - aus Jakowa-Djakovo im heutigen Croatien - stammte.

Ein näherer Zeitpunkt der Stiftung der Dschami, Wie auch der dazugehörigen Bauten, ist nicht bekannt, nur soviel, dass sie in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderst hätten erbaut werden können. Die Dschami des Jakowali Hassan Pascha gehört zum Typ der Dschamis mit quadratischem Grundriss, einer dreijöchigen Vorhalle und einem Minarett. Ihr Minarett schliesst sich an der nordwestlichen Ecke dem würfelförmigen Gebäude an. Übringens ist diese Dschami das unversehrtest erhaten gebliebene unter den ähnlichen Gebäuden in Ungarn.

Im Laufe der Rückeroberung im Jahre 1686, hat die Dschami die Schlachten völlig unversehrt überlebt. Es ist anzunehmen, dass das Derwischkloster mit seinen Zubehören damals vernichtet wurde. Nach der Rückeroberung diente die Dschami als Kapelle; der Bischof Nesselrode liess sie zwischen 1702-1732 -  grösstenteils mit Beibehaltung ihres ursprünglichen Charakters - umbauen. Damals wurde ein Teil ihrer Fenster vermauert und auf der Seite, auf die heutige Rákóczi-Strasse geht, hatte man einen neuen Eingang geöffnet. Im Jahre 1714 - vermutlich wurde die Vorhalle damals abgebrochen - wurde an der nordwestlichen Seite der Dschami ein ebenerdiges Krankenhaus angebaut.s

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Gegenüber dem Eingang - in der Mittelachse der südöstlichen Seite - befindet sich der mit sieben Seiten des Zwölfecks abgeschlossene Mihrab - Betnische mit einem üppigen, teils ergänzten Stalaktitgewölbe. Rechts davon stand die Kanzel, ihr steinernes Fundament ist bei den Freilegungen zum Vorschein gekommen. Die vom Rechteck zum kreisförmigen Tambour führenden Pendentifs wurden aus Ziegeln verfertigt und haben Stalaktitverzierungen aus Stuck. Die Konsolen sind aus behauenem Stein. Die Kuppel, der Tambour, das Hauptgesims und die Wandbögen sind mit einer mehrfarbig gemalten üppigen Pflanzenornamentik verziert Auf den Wänden sieht man noch zum Teil die in Kartuschen, mit einer Prunkschrift geschriebenen Zitate aus dem Koran.

In der Dschami
Gegenüber dem Eingang - in der Gesamtlänge der südöstlichen Wand - teilt ein niedriges, mit einem Geländer abgegrenztes Podium dem Raum. Vom Mihrab der Betnischerechts können wir die aus Holz geschnitzte, mit mehreren Stufen versehene Kanzel, den Mimber sehen. Links vom Mihrab befindet sich das an der Wand befestigte, ebenfalls aus Holz geschnitzte Kürsü. Grosse Teppiche bedecken das Podium. An beiden Seiten des Mihrabs steht je ein Leuchter, neben dem Mihrab - längs der sog. Kibla-Wand - steht ein geschnitzter Koranständer - Rahle - darauf sehen wir ein Koran und liegen eine gebrauchten Rosenkränze - Tespih.

Die Wände sind mit Inschriften verziert, die teils auf Porzellan, teils auf schwarze, metallene Scheiben gemalt sind. Man kann die Namen von Allah, Mohammed, Omar, Osman, Abu Bakr, Ali, Hassan und Hussein darauf lesen.
Die oben bekanntgemachten Einrichtungsgegenstände und Geräte sind grossmütige Geschenke der Regierung der Türkischen Republik. Desgleichen das Eingangstor der Dschami und die beschrifteten Tafeln oberhalb des Mihrabs.
An der Eingangsseite rechts und links vom Tor kennzeichnet ein einfaches, mit einem Lattenzaun umzäuntes Podium - kadin mahfili - den Platz der Frauen in der Dschami. Podium der Frauen, es wurde im Laufe der Rekonstruktion verfertigt. Im Zeitalter der Türkenherrschaft befand sich um die Dschami auch ein kleiner Friedhof. Zu seiner Veranschaulichung - da die Grabsteine schon Anfang des XVIII. Jahrhunderts fortgeschleppt worden sind - wurden in der rasenbedeckten Böschung, die den Hof hinter der Dschami umrandet, die türkischen Grabsteine und ergänzte Fragmente aus der Sammlung des Museums untergebracht.

ARCHITEKTONISCHE BESCHREIBUNG DER YAKOVALI-HASAN-MOSCHEE
Seit den Anfängen der osmanischen Architektur dienten verschiedene Sakralbauten unterschiedlicher Größe dem muslimischen Glauben. In Ungarn errichteten die Osmanen Gebetsstätten von bescheidenerer Größe und schlichterer Bauweise, die sich in zwei Grundtypen unterteilen lassen. Die eine Gruppe umfasste rechteckige Moscheen mit einem einzelnen Minarett und einem Walmdach. Typische Beispiele dieses Typs sind die Hadji-Ibrahim-Moschee in Esztergom und die Sultan-Süleyman-Moschee in Gyula und Szigetvár. Der andere Typus sind quadratische Moscheen mit einer einzelnen halbkugelförmigen Kuppel, üblicherweise mit einer Vorhalle und einem Minarett. Die Yakovali-Hasan-Pascha-Moschee in Pécs ist eines der am besten erhaltenen Beispiele dieses Typs. Die Wände des quadratischen Innenraums weisen an drei Seiten rechteckige, steingerahmte Fenster auf. Die Brüstungen der Fenster sind relativ niedrig und laden zum Sitzen ein; früher nutzten die Menschen sie häufig als Lesesitz. Die Fenster werden von Spitzbögen mit Glasaugen eingerahmt. Die Fensterreihe erhellt den Innenraum und verleiht ihm eine noch hellere Atmosphäre – die Kuppel scheint auf einem Sonnenkissen zu ruhen. Unter den Kämpfern der Spitzbögen, die die Pendentifs bilden, befinden sich Muqarnases oder Stalaktiten, charakteristische Merkmale islamischer Architektur. Das Gebäude ist nach Mekka ausgerichtet. Die Inschrift über der Mihrab-Nische lautet: „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen“. Rechts der Nische befindet sich die hölzerne Minbar (Predigtkanzel) mit ihrer verhangenen Treppe. Auf der Hälfte davon steigt der Imam, der das Gebet vor dem Freitag spricht, hinauf. Auf der kreisförmigen kalligrafischen Inschrift rechts neben dem Mihrab ist der Name Allahs zu lesen. Auf der Inschrift links ist der Name des Propheten Mohammed zu lesen, die anderen kreisförmigen Inschriften nennen die Namen der ersten vier Kalifen des Islam. Der Gebetsbereich für Frauen befindet sich heute beidseitig des Eingangs und ist durch ein Holzgeländer abgetrennt. Die Gebetsteppiche, die den Boden bedecken, sind wesentliche Bestandteile des heiligen Raumes der Moschee.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Der Baukörper der auf quadratischem Grundriss erbauten Dschami hat oben abgeschlagene Ecken, der aussen achteckige, inwendig kreisförmige Tambour mit einer halbkugelförmigen Kuppel gedeckt ist durch Wandpfeiler gegliedert. Die Fensteröffnungen der Fassade, die die Mauern in zwei Reihen durchbrechen, sind in jede Richtung symmetrisch angeordnet. In der Mittelachse des Erdgeschosses befinden sich je zwei, am Stockwerk je eine Fensteröffnung. Die Mauern des Tambours haben je eine im ganzen acht-spitzbogige Fenster ohne Rahmen. Die Fenster am Erdgeschoss sind mit steinernen Rahmen und eselsrückenbogigen Gaupfenster versehen. Die in Betonrahmen eingebauten Fensterscheiben befinden sich hinter neuen elsernen Gittern. Die Fenster sind rundbogig.

Der auf einem stufenförmigen Untersatz stehende Sockel des Minaretts ist oben mit einer blinden. Eselsrückenbogenreihe abgeschlossen, den Schaft gliedert ein Rundbalkon. Der Eingang der Wendeltreppen, die auf den Rundbalkon geht, öffnet sich vom Stockwerk der Dschami, der Ausgang geht aber in Richtung nach Mekka.
An der nordwestlichen Seite der Dschami schloss sich die - heute nur teils rekonstruierte - dreijöchige Vorhalle an. Der behauene steinerne Rahmen und die Stalaktitverzierung ihres Eingangstores sind im ungarischen Material alleinstehend.

Das Minarett ist ein markantes, turmartiges Bauwerk an Moscheen. Sein Name leitet sich vom arabischen Wort für Licht/Feuer ausstrahlend oder sichtbarer Ort ab und bedeutete ursprünglich Leuchtfeuer oder Leuchtturm. Früher wurden die Muslime vom Balkon des Minaretts aus vom Muezzin zum Gebet gerufen. Daher ertönte hier der Gebetsruf (Ezan) (heutzutage natürlich über Lautsprecher), und seine imposante Form diente als Orientierungspunkt. Das Minarett, meist mit einem länglichen Dach bedeckt, ist ein polygonaler Turm mit Balkonen und einer inneren Wendeltreppe. Seine Abmessungen unterliegen statischen Vorschriften. Die Basis des Minaretts bildet der Hocker (Kürsü), darüber befinden sich der Absatz (Pabuç) und der Schaft (Gövde). Eine Treppe im Inneren des Minaretts führt durch den Korb (Petek) zum Balkon (şerefe), dessen oberer Teil vom Schal (Külah) und der Spitze (Alem) umschlossen wird. Die Moschee von Yakovalı Hasan Pascha ist insofern besonders, als sie das einzige osmanische Bauwerk ist, bei dem sowohl das Gebäude als auch das Minarett erhalten sind. In Eger und Érd existiert nur noch das Minarett, in Szigetvár und Esztergom ist es teilweise erhalten.

Über der Kuppelspitze des Gebäudes befindet sich eine metallene (z. B. vergoldete) Spitze, das sogenannte Alem, was „Zeichen“ bedeutet. In vielen Fällen ist die Größe des Alems an die Geometrie des Gebäudes angepasst, und seine Ausrichtung ist üblicherweise nach Mekka, der Qibla, gerichtet. Neben seiner sakralen Symbolik ist das Alem auch ein wichtiges Bauelement, das den oberen Kuppelknoten wie eine Art Metallverkleidung schützt und umschließt.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Memi Paschas Bad (Memi Pasa Fürdője)
Das älteste Bad innerhalb der Stadtgrenzen von Pecs ist das Memi-Pascha-Bad. Obwohl nicht genau bekannt ist, wer Memi Pasha war, so erzählte Evliya Çelebi, handelte es sich bei ihm um einen Pascha mit hohem Rang. Als er erfuhr, dass etwa 50 muslimische Kinder in einer Kirche gefangen gehalten wurden, stürmte er mit seinen Soldaten die Kirche und rettete die Kinder. Anschließend baute er die Kirche, in der die Kinder gefangen gehalten wurden, in eine Moschee um. Neben dieser Moschee wurde auch das Memi-Pascha-Bad und eine Madrasa nach dem System der Suppenküche errichtet. Heute ist die betreffende Madrasa abgerissen und die Moschee in eine Kirche umgewandelt und wieder genutzt worden.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Das Memi-Pascha-Bad ist bis heute nicht vollständig erhalten. Das 1880 völlig zerstörte Gebäude wurde bei einer Ausgrabung im Jahr 1960 wieder ans Tageslicht gebracht. Von dem Memi-Pascha-Bad, das den alten Stadtplänen zufolge ein Doppelbad war, wurde bei den Ausgrabungen für das Bad nur eine Seite freigelegt. Auf der anderen Hälfte des Bauwerks konnten keine Ausgrabungen durchgeführt werden, da sich darauf ein Bankgebäude befand. Das über keine obere Abdeckung verfügende Badehausgebäude wurde als offenes Museum bewertet und nach der Durchführung der erforderlichen Konservierungsarbeiten für Ausstellungen geöffnet. In den Ruinen sind noch der Mittelstein des Bades, einige Becken und Umkleideplattformen zu erkennen.

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Jókai Rendezvényház am Jókai tér

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Széchenyi tér: Platz mit Cafés, Statuen, Museen und Monumenten wie der von den Türken erbauten Moschee Gazi Khassim Pascha.

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Hunyadi-szobor: Hunyadi-Statue auf dem Széchenyi-Platz, dem Hauptplatz der Stadt, vor dem Dzmámi. Die Reiterstatue von János Hunyadi steht auf einem Kalksteinsockel. Es wurde vom Bildhauer Pál Pátzay geschaffen und 1956 zum 500. Todestag von János Hunyadi eingeweiht.

János Hunyadi oder Janko von Sibinja war Präfekt von Tamiš, Herzog von Belgrad von 1444 bis 1446 und Vater von Matthias Corvinus, einem der bekanntesten ungarischen Könige. Er entstammte einer Adelsfamilie und war ein Nachkomme des walachischen Fürsten aus dem Banat. Serbischen und südslawischen Überlieferungen zufolge, die aus Aufzeichnungen des 17. Jahrhunderts stammen, war János der Sohn des Despoten Stefan Lazarević, bei dem er seine militärische Laufbahn begann. Bald darauf stellte er sich jedoch in die Dienste von König Sigismund. Er nahm aktiv an den Kämpfen gegen die Türken teil. Nachdem ihm der Papst den Fürstentitel verliehen hatte, verlor er 1448 in der zweiten großen Schlacht auf dem Amselfeld und geriet in Gefangenschaft von Đurađ Branković, der ein hohes Lösegeld für ihn forderte, als Entschädigung für die Verwüstung Serbiens durch die Kreuzfahrer. Er nahm am 14. Juli 1456 an der Seeschlacht an der Donau teil, in der die ungarischen Truppen die türkische Flotte bei Belgrad vernichtend schlugen. Drei Wochen nach dem Sieg brach in der Gegend um Belgrad aufgrund der vielen unbestatteten Leichen die Pest aus. Auch Hunyadi selbst erkrankte an der Seuche und starb am 11. August 1456 in Zemun daran.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die Megyeháza, übersetzt „Kreishaus“, ist eines der imposantesten öffentlichen Gebäude in Pécs. Sie liegt im Stadtzentrum und prägt mit ihrer eleganten Architektur, die klassische und neorenaissancezeitliche Elemente vereint, das Stadtbild. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass das Gebäude weit mehr als nur ein Verwaltungsgebäude ist – es trägt die Last der Geschichte und die Symbolik der lokalen Verwaltung über die Jahrhunderte hinweg in sich.

Die Fassade ist reich verziert mit Säulen, Bögen und Details, die die Bedeutung und das Prestige der hier einst ansässigen Institution unterstreichen. Große Fenster und ein zentraler Eingang verleihen dem Gebäude ein offenes, fast feierliches Erscheinungsbild, während der Innenraum Großzügigkeit und Funktionalität ausstrahlt – die breiten Korridore und die imposanten Treppenhäuser vermitteln dem Besucher sofort die Bedeutung dieses Ortes.

Im Laufe der Geschichte diente die Megyeháza nicht nur als Sitz der lokalen Verwaltung, sondern auch als Ort, an dem Entscheidungen getroffen wurden, die das Leben der Stadt und ihrer Umgebung prägten. Das Gebäude ist somit zu einem Symbol für Kontinuität und Ordnung geworden, aber auch Zeuge des Wandels im Laufe der Zeit, von der österreichisch-ungarischen Ära bis zum heutigen Pécs.

Ein interessantes, weniger bekanntes Detail ist, dass das Gebäude auch eine kleine Bibliothek mit Dokumenten und Karten beherbergt, die Einblicke in die Verwaltungsgeschichte der Region gewähren. Dies macht es nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern auch für Architekturbegeisterte interessant. Heute ist die Megyeháza nicht nur ein Verwaltungszentrum, sondern auch ein architektonisches Juwel der Stadt – ein Ort, an dem Geschichte, Kunst und Funktionalität zusammenkommen und Besucher den Geist von Pécs und die Bedeutung der lokalen Verwaltung über die Jahrhunderte hinweg spüren können.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Pécs Városháza: Das Rathaus von Pécs ist Sitz der Generalversammlung der Stadt Pécs mit Kreisrechten und zugleich eines der markantesten Gebäude am Széchenyi-Platz. Es ist das dritte Rathaus in einer Reihe von Bauten nach dem Ende der türkischen Herrschaft – der erste wurde 1698 errichtet, und 1710 wurde das durch einen Brand stark beschädigte Gebäude in seiner ursprünglichen Form wiederaufgebaut. 1834 entstand an derselben Stelle ein zweistöckiges Rathaus im klassizistischen Stil, und 1907 wurde schließlich der heutige neobarocke Bau nach den Entwürfen von Adolf Láng fertiggestellt.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Der Zsolnay-Brunnen (Zsolnay-kút) ist ein bedeutendes Denkmal in Pécs, das Vilmos Zsolnay gewidmet ist, dem berühmten Designer der Zsolnay-Keramik. Er wurde 1908 von seinem Sohn gespendet, von Andor Pilch entworfen und  befindet sich auf dem Szechenyi-Platz vor der katholischen St.-Sebastian-Kirche (Szent Sebestyén vértanú templom).

Der Entwurf von Andor Pilch spiegelt die gestalterischen Ideale des frühen 20. Jahrhunderts wider, in denen Architektur, Kunsthandwerk und Denkmalpflege eine enge Verbindung eingingen. Mit einer Höhe von rund vier Metern erhebt sich der Brunnen auf einem gestuften Sockel. Sein massiver Mittelteil wird von vier symmetrisch angeordneten Brunnenschalen umgeben. Die kompakte Grundform wird durch reiche ornamentale Details aufgelockert, die sich je nach Blickwinkel unterschiedlich entfalten. Der zentrale Baukörper verjüngt sich nach oben in Form einer abgestumpften Pyramide. An den Seiten sind sowohl das Stadtwappen von Pécs als auch das Markenzeichen der Zsolnay-Fabrik angebracht – ein bewusstes Symbol für die enge Verbindung zwischen Stadt und Familie. Den oberen Abschluss bildet eine arkadenartige Struktur, die dem Brunnen eine beinahe sakrale, feierliche Wirkung verleiht. Interessant ist dabei, dass der ursprünglich geplante Entwurf deutlich kleiner war; erst während der Umsetzung wurde das Monument vergrößert und erhielt so seine heutige Präsenz.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

St.-Sebastian-Kirche (Szent Sebestyén vértanú templom)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die kleine, einschiffige Kirche wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Ihre heutige Fassade entstand im Zuge einer Renovierung zwischen 1887 und 1891. 1908 schuf der Künstler Ede Greits aus Pécs Kopien von Tiepolos Werken für den Kirchenraum.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die St.-Sebastian-Kirche (Szent Sebestyén vértanú templom) in Pécs ist ein bezauberndes und spirituell bereicherndes Wahrzeichen, das die tief verwurzelten christlichen Traditionen der Stadt widerspiegelt. Die dem Heiligen Sebastian, dem Schutzpatron gegen Seuchen, geweihte Kirche verströmt eine friedvolle und andächtige Atmosphäre.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Im Inneren finden sich liebevoll gestaltete Details und Kunstwerke, die das Vermächtnis des Heiligen ehren und die Kirche zu einem lohnenden Ziel für alle machen, die sich für Religionsgeschichte und Kunst interessieren.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die Kirchenorgel wurde in der ortsansässigen Orgelmanufaktur Angster gefertigt.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die St.-Sebastian-Kirche in Pécs ist eine römisch-katholische Kirche im Stadtzentrum von Pécs am Széchenyi-Platz. Sie wurde zwischen 1725 und 1727 im klassizistischen Stil erbaut. Ihre heutige, eklektische Form erhielt sie zwischen 1887 und 1891 nach den Plänen des Architekten Ágoston Kirstein. Das Emblem des Ordens, der Granatapfel, befindet sich unter dem Dreieck über dem Portal.

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Kossuth Statue (Kossuth-szobor) am Kossuth tér
Statue eines der größten ungarischen Politiker des 19. Jahrhunderts. Lajos Kossuth wurde 1802 in Monok geboren. Von 1830 bis 1840 war er im Gefängnis. Aufgrund seiner abweichenden Ansichten geriet er in Streit mit Graf István Széchenyi. Am 15. März 1848 führte er die ungarische Delegation nach Wien. Vom 7. April bis 2. September 1848 war er Finanzminister der Batthyány-Regierung und ihm wird die Einführung einer unabhängigen ungarischen Währung zugeschrieben. Vom 16. September bis 14. April 1849 war er Vorsitzender des Nationalen Verteidigungskomitees und vom 14. April bis 11. August 1849 Gouverneur von Ungarn. Nach der Niederlage im Unabhängigkeitskrieg war er zur Emigration gezwungen und besuchte unter anderem die Türkei, England und die Vereinigten Staaten von Amerika und ließ sich schließlich in Italien nieder. Er starb am 20. März 1894 in Turin. Straßen und Plätze in unzähligen Siedlungen tragen seinen Namen. 1949 wurde ein nationaler Radiosender nach ihm benannt, und von 1948 bis 2013 trug eine Zigarettenmarke seinen Namen. Seine Statuen stehen in vielen Siedlungen im ganzen Land. Die Statue in Pécs wurde von János Horvay geschaffen und am 10. Mai 1908 eingeweiht.

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Die große Synagoge (Zsinagóga) der ungarischen Stadt Pécs ist ein jüdisches Gotteshaus mit noch aktiver Gemeinde. Die Synagoge wurde im orientalisierenden („maurischen") Stil gebaut und nach vierjähriger Bauzeit im Juli 1869 eingeweiht. Ihre Architekten Friedrich Feszl, Karl Gerster und Leopold Kauser waren namhafte Persönlichkeiten der ungarischen Architektur des 19. Jahrhunderts. Die Bauarbeiten wurden vom István Ivánkovics geleitet. Die Synagoge ist 23,2 Meter breit, 32,35 meter lang und 18,73 meter hoch. Das Innere zeigt mit Ausnahme der elektrischen Einrichtungen auch heute noch den ursprünglichen Zustand.

Auf dem großem Giebel der Westfassade stehen die mosaischen Gesetzestafeln mit den in Zahlen angegebenen Zehn Geboten. (Im Hebräischen haben die Buchstaben auch einen Zahlenwert.) An der rechten Tafel sind die Gebote von 1 bis 5, an der linken Tafel die Gebote von 6 bis 10 dargestellt. Über der Uhr der Westfassade steht in einem Halbkreisbogen das biblische Zitat „mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt" (Jes. 57, 6) Dementsprechend dürfen die Gottesdienste unabhängig von der konfessionellen Zugehörigkeit von allen besucht werden.

Darunter sind zwei Uhren zu sehen: das schwarz-weiße Zifferblatt mit schwarzen Zeigern geben die örtliche Zeit an, das gelb-schwarze Zifferblatt mit gelben Zeigern die Zeit in Jerusalem. Diese Zeiger drehen sich im Uhrzeigegegensinn. Diese Lösung wurzelt nicht in einer religiösen Vorschrift. Der Uhrmachermeister wollte damit symbolisieren, dass die hebräische Schrift „umgekehrt", von rechts nach links zu lesen ist. Laut Tradition sollte die Synagoge auf einer Erhöhung oder auf dem höchsten Punkt des Ortes gebaut werden. So befindet sich der mittlere Eingang des Tempels mit drei Türen um 12 Stufen höher als das Straßenniveau. Dieser Eingang war für die Männer bestimmt, die niedriger liegenden rechten und linken Seitentüren führen zu den Frauenemporen.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Der international bekannte Name des jüdischen Tempels ist Synagoge. Synagōgē (Versammlung) ist ein griechisches Wort, das in vielen Sprachen aufgenommen wurde. Auf hebräisch heißt er „Bet ha-Knesset" (= Haus der Versammlung). Der Westfassade ähnlich gliedert sich auch das Tempelinnere in drei Teile: Gebetsraum für Männer, südliche und nördliche Frauenempore. Den jüdischen reiligiösen Vorschriften entsprechend sind im Tempel keine figürliche Darstellungen zu finden. (2. Gebot: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist..." Exodus 20,3-6)

Vom Heiligtum links öffnet sich das Ankleidezimmer des Rabbiners, rechts das des Kantors. Über diesen befinden sich die Chorempore bzw. die Orgel. Die Orgel ist das erste Werk der Fünfkirchner Angster-Manufaktur. Sie hat 2 Manuale, 24 Register und 1534 Pfeifen. Sie wurde später für den Elektroantrieb umgebaut. Die Pfeifen sind in das Schwellwerk eingebaut, dessen bemalte jalousieartige Schwelltüren mittels eines Fußtrittes am Spieltisch geöffnet oder geschlossen werden können.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Im Hauptschiff vorne befindet sich das Heiligtum. Es liegt höher als die Ebene der Männersitze, gemäß der Psalmvers 130, 1: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir". Ein schön geziertes bronzernes Geländer markiert die Grenze zwischen den beiden Raumteilen. Im Heiligtum sind der mit vier einfachen marmornen Säulen geschmückte Toraschrein, oder Bundeslade, der Toralesetisch und die Sitze des Vorstandes und des Rabbiners zu finden. Das Ewige Licht vor dem Toraschrein symbolisiert die Allgegenwärtigkeit Gottes. Auf der bordeauxroten Decke der Kanzel ist ein neunarmiger Hannuka-Leuchter zu sehen. Die mittlere Kerze heißt „Schamasch", d.h. „Diener". Zuerst wird sie angezündet und alle anderen Kerzen werden mit ihr angezündet. Die Menore ist ein siebenarmiger Leuchter, sie symbolisiert die 7 Tage der Erschaffung der Welt. Vor der Kanzel im Mosaikboden ist das Jahr seiner Fertigstellung mit hebräischen Buchstaben zu lesen (1868).

Unter dem Halbkreisbogen des Toraschreins sind die Gesetzestafeln mit den ersten Worten der Gebote zu sehen. (Die hebräischen Texte sind immer von rechts nach links und von oben nach utnen zu lesen.) Die jüdische Religion basiert auf den strengen monotheistischen Glauben, der einen Gott mit einer einzigen Person anerkennt und schließt seine weitere Teilung aus. (So z.B. die christliche Dreifaltigkeitslehre). Grundlage der Religion ist die Tora, die 5 Bücher des Mose. Weitere Teile der jüdischen Bibel sind die „Propheten" und die Schriften (z. B. die Psalmen, das Hoheslied, Buch der Sprichwörter, Klagelieder Jeremias, u. a.). Auf dem Tisch neben der Kanzel wird ein Abschnitt der Tora unter der Glasscheibe gezeigt. Hier ist auch noch das Buch der Tränen mit den Namen der Märtyrer der Deportation zu sehen und ein symbolischer Kalender für die Synagoge. (Das Jahr 2025 ist nach jüdischer Zeitrechnung 5785. Die Zeit wird von der Erschaffung des Menschen gerechnet.)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die zweistöckigen Frauenemporen den Langseiten entlang gliedern den inneren Raum harmonisch. Die Bänke sind aus slawonischer Eiche verfertigt. Bis zur Schließung des Ghettos in Fünfkirchen (9. Mai 1944) nahmen die Frauen immer auf den Emporen Platz (476 Sitze), die Männer im Erdgeschoß (448 Sitze).

Wärend des 2. Weltkrieges erlitt die Kultusgemeinde tragische Verluste. 3022 Glaubensbrüder und -schwester kamen aus der Deportation und aus dem Arbeitsdienst nicht mehr zurück. Anfang der 1940er Jahre belief der Zahl der hiesigen Israeliten auf ca. 4000, nach dem Krieg waren es nur 464 Personen. Von ihnen lebten aber vor dem Krieg nicht alle in der Stadt. Die Mitgliederzahl der Kultusgemeinde liegt in der Gegenwart bei knapp 80. So wird für Gottesdienste in der Regel der „kleine Tempel" im Sitz der jüdischen Kultusgemeinde benutzt. Sowohl dort, als auch hier sitzen die Frauen in der linken, die Männer in der rechten Bankreihe.

An der westlichen Wand vom Eingang links und rechts stehen zwei verglaste Schränke für die sog. Seelenlichter. Am Jahrestag des Sterbefalles wurden diese für die verstorbenen Verwandten angezündet und auf einer kleinen Tafel wurde auf Hebräisch angegeben, für wen sie an dem gegebenen Tag brannten, für wen das Trauergebet erklang.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Bevor man in die Vorhalle zurückkehrt, sieht man links und rechts in der Nähe der Tür Spendenstöcke der örtlichen jüdischen Wohlfahrtsorganisationen. An der Granittafel der Südwand der Vorhalle sind die Namen jener Würdenträger der hiesigen Kultusgemeinde zu lesen, die in den Jahren der Verfolgung den Märtyrertod erlitten. Die Granittafeln der Nordseite verewigen die Namen der Vorsteher, Rabbiner, Vorstandsmitglieder und Vorsitzender der Chewra Kadisha (Beerdigungsverein). Hinter ihren Namen stehen hebräische Buchstaben, die hier als Zahlen das Datum ihrer Sterbetage nach dem jüdischen Kalender angeben: von rechts nach links: Jahr, Monat, Tag.

An der südwestlichen Ecke ist aus Messing ein Handwascheinrichtung (Kicor) an die Wand befestigt. Sie diente zur rituellen Reinigung der Kohanim vor dem sie am Ende des Gottesdienstes den Segen sprachen. Darüber zeigten die kleinen Uhren den Beginn der Betstunden an Wochen- und Festtagen. Die ineinander geschlungenen Hände am oberen Teil der Schränke symbolisieren die gegenseitige Hilfsbereitschaft der Menschen. Es werden hier noch zwei Traktete des Babylonischen Talmud vorgestellt. Solang die Tora die sog. geschriebene Belehrung ist, ist der Talmud (Studium) die mündliche Belehrung. Der Talmud enthält selbst keine biblischen Gesetzestexte (Tora), sondern zeigt auf, wie diese Regeln in der Praxis und im Alltag von den Rabbinern verstanden und ausgelegt wurden.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Der Leiter des Gottesdienstes ist der Rabbiner, der selbst Mitglied der Gemeinde ist. Der Kantor betet vor.und singt. Die Tora ist in 54 Abschnitte eingeteilt. Falls das Jahr auf Grund von Feiertagen oder Schaltregelungen weniger Sabbate hat, als für 54 Lesungen nötig wären, werden auch zwei aufeinander folgende Lesungen zusammen vorgetragen. Der Zyklus der Tora-Lesungen endet und beginnt am Feiertag Simchat Tora („Freude der Tora"), der gleichzeitig der letzte Tag des jüdischen Wallfahrtsfestes Sukkot („Laubhüttenfest") ist.

Mit der Einführung zeremonieller Reformen der sog. Kongreßjuden (auch „Neologen" genannt) in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Gottesdienst mit Chorgesang und Orgelspiel bereichert. Bei den orthodoxen Juden wird kein Gemischtchor zugelassen, nur Männerchor. Die Sprache der Gottesdienste ist das Hebräische, allein die Predigt ist auf Ungarisch. Bedingung des vollständigen jüdischen Gottesdienstes ist der Minjan, die Gebetsgemeinde, d.h. das Vorhandensein von mindestens 10 im religiösem Sinne mündigen Juden.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Relief neben dem Nationaltheater Pecs

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Kammertheater Pécs (Pécsi Nemzeti Színház - Kamaraszínház)
Mitte des 19. Jahrhunderts waren fast alle Nationalitäten vertreten. Ungarn, Deutsche, Bosniaken, Serben, Kroaten, Österreicher, Tschechen, Mährer und Italiener lebten hier friedlich und harmonisch zusammen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich eine Mischsprache, und in dieses babylonische Sprachgewirr kamen die Schauspieler mit ihrer Literatursprache, die reines Deutsch und Ungarisch verwendete. Das Theater in Pécs entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum der ungarischen Theaterkultur auf dem Land.

Es gab eine lokale Nachfrage nach einem festen Theater mit einem ansässigen Ensemble in der Stadt; Die Bevölkerung wünschte sich ein Theater, das ihnen regelmäßig künstlerische Unterhaltung bieten und in dem auch gesellschaftliche Veranstaltungen stattfinden konnten. Die Generalversammlung von Pécs entschied sich für den heutigen Színház tér, wo sich damals das Militärkrankenhaus befand. János Aidinger, der damalige Bürgermeister, wurde zum Vorsitzenden des Theaterausschusses gewählt und veranlasste die Einführung einer zusätzlichen Kreissteuer zur Deckung der Theaterkosten. Das Komitee schrieb 1890 eine nationale Ausschreibung für den Entwurf des Theaters aus. Den Zuschlag erhielten die weltberühmten Architekten Adolf Lang und Antal Steinhardt, die gemeinsam mit den beiden renommierten Architekten Felmer und Helmer mit dem Bau begannen.

Das Gebäude beherbergt Statuen bedeutender Theaterpersönlichkeiten der damaligen Zeit: Gergely Csiky, Ede Szgligeti, Károly Kisfaludy und Ferenc Erkel. Die Genie-Statue auf der Kuppel ist ein Werk des Bildhauers György Kiss und des Kreativteams der Porzellanmanufaktur Zsolnay. Das Theater wurde am 5. Oktober 1895 mit einem glanzvollen Ereignis eröffnet. Zur Eröffnung führte das Ensemble Ferenc Erkels „Bánk Bán“ auf – mit großem Erfolg.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Brunnenfigur vor dem Ungarischen Nationaltheater in Pecs

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Schon im Mittelalter bildete sich auf dem Platz der heutigen Király Straße, eins der wichtigsten Straßen von Pécs aus. Sie führte vom Zentrum der Stadt zum Buda-Tor. Ihre Bedeutung, die auch unter der Herrschaft der Osmanen aufrechtblieb, wurde auch von Evlia Celebi, türkischer Handelsreisender beschreiben. In seiner Reisebeschreibungen erwähnt er mehrstöckige, mit Ziegel bedeckte Häuser, die noch vor der Türkenherrschaft gebaut wurden. Im Jahr 1864 wurde die Hauptstraße des östlichen Stadtteils, die sich außerhalb der Stadtmauer befand von József Király, Bischof von Pécs, Király Straße genannt. Ab dem Jahr 1892 trug sie den Namen von Lajos Kossuth, und von 1991 an wurde sie wieder Király Straße, und eine der beliebtesten Promenaden Ungarns. Das imposante Antlitz der Straße wird von den Gebäuden mit Merkmalen verschiedener Stilrichtungen bestimmt.

In der Király Straße befindet sich das Hotel Palatinus im Jugendstil, das von Andor Pilch für die Familie Hamerli im Jahr 1915 entworfen wurde. Das historisierende Nationaltheater von Pécs wurde auf dem Platz der als Krankenhaus für Soldaten funktionierende Dominikaner Kloster zwischen 1893 und 1895 erbaut. Im Theater Platz 2. stand einst die Kirche und das Haus des Dominikaner Ordens. Als im Jahr 1780 von Joseph II. die Ordengemeinschaften aufgelöst wurden, standen die Kirche und das Haus der Orden leer. Danach wurde im 19. Jahrhundert das Gebäude zu einem Wohnhaus umgebaut. Auf der Fassade steht ein Pyrogranit Platte, das ein Bild über die einstige Kirche darstellt.

In der Király Straße 15. stand einst ein türkisches Gebäude, und in den 1800er Jahre wurde hier der Gasthof zum Weißen Schwan gebaut, das im 19. Jahrhundert das berühmte Tanzhaus war. Die Fassade des gegen 1870 gebauten früheklektischen Vasváry-Hauses wird von in der Zsolnay Fabrik hergestellte Reliefs, Pyrogranit Friese verziert. Auf die Fassade des Gebäudes ist der Wappen des ehemaligen Besitzers zu sehen. In der Király Straße 32 befindet sich das älteste Café des Landes, das schon ab dem Jahr 1789 als Konditorei fungierte. Ab den 1860er Jahren war es als Café und Konditorei Caflish bekannt.

Király utca, beim Turm vom Pécs Városháza

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Pécs, Széchenyi tér

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Pécs Városháza, Szent Kereszt vértanú templom, barocke Statue der Dreifaltigkeit (neu erstellt 1908)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Pécsi lakatfal - Hier ist Platz für Liebesschlösser und der wird auch gut genutzt.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Lakatfal-2013: Noch mehr Platz für Liebesschlösser am Sétatér

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Statue von Ignác Szepesy (Szepesy Ignác szobra) am Dóm tér von Pécs mit der Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Der Szent István Platz
Der imposante Dom Platz befindet sich in der nordwestlichen Ecke der historischen Innenstadt. Der Platz ist ein hervorragendes Beispiel der Schichtung der verschiedenen historischen Zeitalter. Die 1600 Jahre alten altchristlichen Bestattungsgebäude unter der Oberfläche, die mittelalterlichen und neuzeitlichen kirchlichen Gebäuden auf dem Gebiet der ehemaligen Bischofsburgs sind alle Zeugen des Jahrhunderte verbindenden christlichen Geistes. Der Platz wird von Westen vom Bischofspalast, von Norden vom Dom, von Osten vom Stiftarchiv des Domkapitels und dem Pfarrhaus begrenzt.

Der Bischofspalast: Der als Wohnort der Bischöfe von Pécs fungierende Palast beruht auf Grundsteine aus dem 12. Jahrhundert. Das Gebäude wurde im Laufe der Jahre im Stil der Gotik, der Renaissance und des Barocks umgebaut. Die gegenwärtige Form erhielt es im 19. Jahrhundert. Die Fassade des östlichen Gebäudeflügels wurde zu dieser Zeit im Stil der Neorenaissance errichtet.
Der Dom: Das Bistum von Pécs wurde im Jahr 1009 gegründet. Der Vorgänger des hestigen Doms wurde im 12. Jahrhundert erstellt und im Laufe der Jahrhunderte nach der aktuellen Stilrichtung umgebaut. Zur Zeit der Türkenherrschaft (1543-1686) funktionierte die Kirche als Gebethaus der Türken. Nach der Vertreibung der Türken wurde der Dom von den auf einander folgenden Bischöfen Rekonstruktionen aufgrund verschiedener künstlerischer Stilrichtungen unterstellt. Im Jahr 1807 wurde der Dom nach den Entwürfen von. Mihály Pollack im Geist der Romantik und der Klassizismus mit einer Spitzbogen-Hauptfassade versehen. Die gegenwärtigen, neoromanischen Merkmale stammen aus der Zeit der Umgestaltungen zwischen 1882 und 1891.
Das Stiftarchiv und Pfarrhaus: Die östliche Seite des Dom Platzes wird vom Stiftarchiv und Pfarrhaus des Doms abgeschlossen. Mit den Bauarbeiten wurde Giuseppe Antonio Sartori Bildhauer und Architekt aus Wien beauftragt. Unter der Leitung von Mátyás Fölsinger Inge-nieur des Bistums wurde zwischen 1800 und 1803 zur südlichen Teil des Gebäudes eine Pfarre gebaut. Das Gebäude erhielt seine heutige Form im Jahr 1891.
Ignác Szepesy: Während des Bistums von Ignác Szepesy (1828-1838) wurde eine Rechtsakademie und eine Bibliothek gegründet, so ist seine Bedeutung in der Entfaltung des kulturellen Lebens in Pécs außerordentlich. Einige Meter von der ehemaligen Aufzugbrücke des Turmtors dès Bischofsburgs steht die Statue von Szepesy aus Bronze, angefertigt von György Kiss. (1942)

Südtor der Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

FERENC LISZT 1811–1886, WERK DES BILDHAUERS IMRE VARGA (1981)
Anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten wurde die Gedenktafel vom Amt für den Schutz des kulturellen Erbes der Kreisverwaltung Baranya mit Unterstützung der MOL Plc. angebracht.

Statue von Franz Liszt (Liszt Ferenc szobra) am Szent István tér in Pécs

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die Mittelalterliche Universität - Das Studium Generale in Pécs
Gründungsurkunde der ersten Universität Ungarns wurde von Papst Urban V. im italischen Viterbo am 1. September 1367 ausgestellt. Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass die Universität nicht im königlichen Sitz errichtet wurde. In der päpstlichen Bulle wird von Pécs behauptet, die Stadt wäre zum Kultivieren der Wissenschaften besonders geeignet, wozu die seit langem in der Stadt vorhandene Domschule und die vier Klöster der sich mit Schulerziehung befassenden Bettlerorden beigetragen haben dürften. Einer der Gründe der Universitätsgründung kann ferner sein, dass das Gebiet der Diözese von Pécs im Mittelalter eine der am dichtesten bewohnten Regionen des Königreich Ungarn war, was nach sich zog, dass die Bischöfe von Pécs die zweitreichsten Prälaten nach dem Erzbischof von Gran/Esztergom gewesen waren. In der Gründungsinitiative muss Bischof Wilhelm von Pécs (1361-1374) führende Rolle gespielt haben, der einer der Diplomaten und Vertrauensmänner Ludwigs I. von Anjou (1342-1382) war.

Hinsichtlich der zu errichtenden Universitätsfakultäten wurde in der Urkunde festgehalten, dass in Pécs ein Studium Generale entstanden solle, wo die beiden Rechte, also das Kirchenrecht und das Römische Recht ewig gelehrt werden. Von den Professoren ist Galvano di Bo-logna, der auf den Ruf des Bischofs aus dem für das Jurastudium bekannte Bologna eingetroffene Gelehrte bekannt, der doctor utriusque iuris, also gelehrt sowohl in Kirchen- als auch im Römischen Recht war. Die Frage der Lokalisierung der universitären Gebäude hat die Forscher schon im 20. Jh. beschäftigt. Als Ergebnis der von Mária Sándor und Győző Gerő geführten Ausgrabungen wurden die Ruinen des von Bischof Wilhelm umgebauten Gebäudes des früheren Bischofspalastes freigelegt. Der auf Bischof Wilhelm verweisende Wappenstein wurde vor dem südlichen Tor gefunden. Aufgrund ostmitteleuropäischer Analogien ist es jedoch anzunehmen, dass der Unterricht in mehreren Gebäuden im Gange gewesen war.

Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika) - Aktive Kathedrale aus dem 10. Jahrhundert mit Gärten und religiösen Kunstwerken.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Statue, errichtet anlässlich des 650-jährigen Jubiläums der Universität Pécs.
1367–2017: 650 Jahre Universität Pécs. Statue von König Ludwig dem Großen und Wilhelm, Bischof von Pécs

Anlässlich des 650-jährigen Jubiläums der Gründung der Universität Pécs wurde eine Skulptur geschaffen, die König Ludwig den Großen und Wilhelm, den mittelalterlichen Bischof von Pécs, darstellt. Das Werk wurde auf der Promenade zwischen der Nordseite des Doms und der mittelalterlichen Universität aufgestellt.

König Ludwig der Große und Bischof Wilhelm, die Gründer der Universität – Statuenensemble von Norbert Kotorman und seinem Bruder László

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Seit 2017 ist der 1. September der Ungarische Tag der Hochschulbildung. Am 30. März 2016 erklärte das Parlament den 1. September zum Tag der ungarischen Hochschulbildung, dem Tag, der an die Gründung der Universität Pécs erinnert, anlässlich des 650. Jahrestages der Gründung der Universität Pécs – der ersten ungarischen Universität: Am 1. September 1367 genehmigte Papst Orbán V. (Boldog) die Gründung der Universität.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Kalvarienberg, Pécs (Kálvária-domb)
Der Kalvarienberg erhebt sich in der schönen Altstadt von Pécs, wo sich die 14 Stationen der Passion Christi, die Kalvarienbergkapelle und die Höhle des Heiligen Grabes befinden. Der Kalvarienberg von Pécs befindet sich in der Nähe des ehemaligen Eisernen Tors (am Aranyos-Brunnen in der Káptalan-Straße), das durch die mittelalterliche Stadtmauer führt. An der Einmündung der Hunyadi Straße führt eine lange Treppe hinauf zum Kalvarienberg und zur Kapelle. Oben angekommen, bietet sich ein atemberaubender Rundblick über die Stadt Pécs.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die älteste schriftliche Erwähnung des Kalvarienberges von Pécs findet sich im ersten Brief des Bischofs Pál Széchy aus dem Jahre 1270. Nach Ede Petrovich, dem bischöflichen Archivar und Kirchenhistoriker, ist der Berg Bertalan mit dem Kalvarienberg identisch. Die Corpus Christi Kapelle stand hier wahrscheinlich im 13. 1712 oder 1713 errichteten die Jesuiten, die sich in Pécs niedergelassen hatten, an ihrer Stelle sieben Stationen am Hang und betreuten den Kalvarienberg bis zur Auflösung des Ordens, als der Kalvarienberg in die Obhut der Stadtpfarrei überging. Das genaue Datum der Zerstörung der Kapelle ist nicht bekannt. Zu dieser Zeit standen drei Kreuze auf dem Hügel. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die aus Sandstein gehauenen Stationen errichtet.

Der Kalvarienberg weist eine einzigartige Besonderheit auf, denn die Reihenfolge der Stationen weicht von der üblichen Ordnung ab. Das heißt, die Stationen folgen nicht diagonal von unten nach oben, sondern von der Westseite des Hügels hinauf zur Kapelle und von dort nach Osten hinunter.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die stimmungsvolle eintürmige Kapelle, eine der ersten klassizistischen Rundkirchen Ungarns, wurde 1814 erbaut. Die Kalvarienbergkapelle wurde von dem Pécser Webermeister József Ábel erbaut und ihr Inneres ist mit dem Altar des Heiligen Kreuzes geschmückt. Auf dem Altar befindet sich ein großes spätbarockes Relief, das eine Szene vom Kreuzweg darstellt. Die Kirche wurde 1814 geweiht und 1817 fertig gestellt. Zu dieser Zeit wurde auch die ‘Höhle des Heiligen Grabes’ an der letzten Station errichtet.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Der Kalvarienberg ist ein wunderschöner Park mit Aussichtspunkt in der Nähe des Stadtzentrums. Er ist ideal für einen entspannten Spaziergang, bei dem man von der Terrasse aus die atemberaubende Aussicht genießen kann. Von diesem Aussichtspunkt aus bietet sich Besuchern ein malerischer Blick auf die Stadt – ein absolutes Muss für alle, die Panoramablicke lieben.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Der Kalvarienberg in Pécs bietet einen friedlichen Rückzugsort mit weitem Blick über die Stadt und die umliegende Landschaft. Viele Reisende wandern hinauf, um den Kreuzweg zu besichtigen, eine Reihe von Kapellen, die die Passion Christi darstellen. Der Hügel ist ein beliebter Ort zum Nachdenken und Fotografieren, und viele Besucher halten hier den Sonnenuntergang über Pécs fest.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Széchenyi Platz (Széchenyi tér) und sein Modell

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Büro des Bürgermeisters von Pécs (Pécsi Polgármesteri Hivatal)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Széchenyi-Platz, der Hauptplatz der Stadt, mit Dreifaltigkeitssäule, Moschee Gazi Khassim Pascha und Hunyadi-Statue. Im Hintergrund die Kapelle vom Kalvarienberg.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Zsolnay-Brunnen (Zsolnay-kút) vor der St.-Sebastian-Kirche (Szent Sebestyén vértanú templom)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Széchenyi-Platz, der Hauptplatz der Stadt, mit Dreifaltigkeitssäule, Moschee Gazi Khassim Pascha und Hunyadi-Statue.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Farbliche Wasserspiele vor dem Rathaus Pécs Városháza

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Hunyadi-Statue auf dem Széchenyi-Platz und das Rathaus Pécs Városháza

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Dóm tér von Pécs mit der Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Moschee Gazi Khassim Pascha am Széchenyi tér

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Farbliche Wasserspiele vor dem Rathaus Pécs Városháza

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Dreifaltigkeitssäule und Hunyadi-Statue auf dem Széchenyi-Platz und das Rathaus Pécs Városháza

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Ungarisches Nationaltheater in Pecs

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Straßenbahndenkmal Pécs (Villamos emlékmű Pécs)
Der in Pécs restaurierte und ausgestellte Motorwagen 1031 steht auf dem Moszkva-Platz (heute Széll Kálmán).

Der Straßenbahnbetrieb wurde am 20. Oktober 1913 aufgenommen. In den 1950er Jahren kam die Idee auf, das Straßenbahnnetz abzuschaffen, da es als veraltet galt. Am 31. August 1960 wurde schließlich das gesamte System stillgelegt.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Barbakan Garten (Barbakán-kert) beim Dóm tér in Pécs

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Barbakan (Barbakán) - Die Barbakane ist ein bedeutendes historisches Denkmal von Pécs. Der gotische Torturm diente als Teil der Bischofsburg der Verteidigung. Sie ist die einzige Barbakane in Ungarn. In Pécs sind neben dem Rundturm auch Teile der Festungsmauer und des Burggrabens zu sehen.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die Barbakane in Pécs ist nur wenige Gehminuten von der Kathedrale entfernt und lässt sich daher ideal in einen Stadtrundgang einbinden. Ein Aufstieg lohnt sich, denn von dort oben bietet sich ein herrlicher Panoramablick.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Griechisch-katholische Kirche St. Franz Xaver, leider geschlossen

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die St.-Franziskus-Kirche (Szent Ferenc-templom), ein beeindruckendes Beispiel mittelalterlicher Architektur, stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert und besticht durch ihren klassischen zweischiffigen gotischen Stil. Nahe dem Szigeti-Tor gelegen, blickt die Kirche auf eine faszinierende Geschichte zurück: Nachdem sie im späten 16. Jahrhundert unter türkische Herrschaft gefallen war, wurde sie in eine Moschee umgewandelt. Besucher erwartet ein Interieur von bemerkenswerter Schönheit, insbesondere während des Advents, wenn eine lebensgroße Krippe aus kunstvoll gestalteten Holzfiguren ausgestellt ist. Die Tympanonfassade zieren Gemälde von Ernő Gebauer und tragen zur imposanten Erscheinung der Kirche bei.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Die Franziskanerkirche in Pécs blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück, die erstmals 1280 urkundlich erwähnt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr sie zahlreiche Umbauten, die die wechselvolle Geschichte der Region widerspiegeln. Die heutige Kirche ist ein eklektisches Bauwerk, das mittelalterliche und barocke Elemente vereint. Spuren eines umfassenden Umbaus aus dem Jahr 1925 sind noch sichtbar.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Während der osmanischen Besatzung wurde die ursprüngliche mittelalterliche Kirche in eine Moschee umgewandelt, komplett mit Harem, Minarett und Kapelle, wie der osmanische Reisende Evliya Çelebi beschrieb. Auch eine Medresse (islamische Oberschule) befand sich auf dem Gelände des ehemaligen Franziskanerklosters. Nach der Vertreibung der Osmanen erlangten die Franziskaner 1720 die Kontrolle zurück und führten umfangreiche Umbauarbeiten durch. Finanziert wurden diese durch den Verkauf des Bleidachs der Moschee. Bis 1737 erstrahlten Kirche und Kloster wieder in ihrer barocken Pracht.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Trotz weiterer Umbauten in den 1880er, 1890er Jahren und 1925 ist der ursprüngliche Barockturm erhalten geblieben und zählt zu den bemerkenswertesten Barockdenkmälern in Pécs. Im Inneren ist ein Großteil der Barockmöbel erhalten geblieben, darunter kunstvoll intarsierte Schränke, die 1745 von Bruder Lukács Jani gefertigt wurden. Das Gemälde auf dem Hauptaltar, „Die Gefangennahme des Heiligen Franz von Assisi“, stammt aus dem Jahr 1737, während weitere Altäre – der Heiligen Anna (1758), dem Heiligen Antonius, der Heiligen Barbara und der Heiligen Katharina (1768) gewidmet – das reiche künstlerische Erbe der Kirche widerspiegeln.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Eine der beliebtesten Traditionen ist die lebensgroße Krippe, ein einzigartiges Holzmodell, das jährlich aufgestellt wird und die größte ihrer Art in Ungarn ist. Die Kirche beherbergt zudem eine Krypta, in der über 300 Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die Franziskanerkirche ist auch heute noch ein architektonisches und historisches Juwel in Pécs und verkörpert Jahrhunderte des Glaubens, des Wandels und der künstlerischen Exzellenz.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Reiterstatue von János Hunyadi

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Dreifaltigkeitssäule am Széchenyi tér in Pécs

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Zsolnay-Brunnen (Zsolnay-kút) am Széchenyi tér in Pécs
Der Zsolnay-Brunnen geht auf eine Initiative der Familie selbst zurück. 1908 schenkte Miklós Zsolnay der Stadt Pécs das Denkmal zu Ehren seines Vaters. Mit dem Entwurf wurde der Architekt Andor Pilch beauftragt, während die Ausführung in der Zsolnay-Manufaktur erfolgte. Obwohl der Brunnen bereits 1912 fertiggestellt war, sollte es noch Jahre dauern, bis er seinen endgültigen Platz fand. Uneinigkeit über den Standort sowie die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Ersten Weltkrieg verzögerten die Aufstellung erheblich. Zwischenzeitlich lagerte das Kunstwerk sogar – unter anderem im Keller einer Weinbauschule. Erst 1930 wurde der Brunnen schließlich vor der Kirche der Barmherzigen Brüder errichtet – bemerkenswerterweise ohne größere Einweihungsfeier, trotz seiner kulturellen Bedeutung.

Der Brunnen besteht überwiegend aus Pyrogranit – einem von Zsolnay entwickelten, besonders widerstandsfähigen keramischen Werkstoff, der sich ideal für den Außenbereich eignet. Die dekorativen Elemente sind mit einer gelblich-grünen Eosin-Glasur überzogen, deren metallisch schimmernde Oberfläche zu den bekanntesten Innovationen der Zsolnay-Manufaktur zählt. Damit wird der Brunnen selbst zu einer Art Schaufenster der technischen und künstlerischen Errungenschaften seines Namensgebers.

Zu den auffälligsten Details des Brunnens zählen die Wasserspeier in Form von Stierköpfen. Sie sind nicht nur dekorativ, sondern erfüllen eine zentrale Funktion, indem sie das Wasser in die Brunnenschalen leiten. Ihre Gestaltung ist von einem goldenen Gefäß aus dem berühmten Schatz von Nagyszentmiklós inspiriert – einem der bedeutendsten archäologischen Funde Ungarns aus dem frühen Mittelalter. Diese Anlehnung verdeutlicht die gestalterische Praxis der Zeit, historische Motive bewusst in moderne Kunstwerke zu integrieren. Die am Brunnen angebrachten Wappen und Symbole unterstreichen die doppelte Bedeutung des Denkmals: als Ehrung für Vilmos Zsolnay und als Ausdruck städtischer Identität. Die Inschrift verbindet das Andenken an den Unternehmer mit dem Gedeihen der Stadt Pécs und dem Wohlstand ihrer Bewohner. Auch wenn der Wortlaut in verschiedenen Quellen leicht variiert, bleibt die Botschaft eindeutig: Der Brunnen soll als stiller Zeuge des städtischen Aufschwungs dienen.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Weöres Sándor Statue - Sándor Weöres (1913–1989) war ein ungarischer Dichter und Autor, der an der Universität Pécs Philosophie studiert hat.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Reiterstatue von János Hunyadi und Megyeháza am Széchenyi tér in Pécs

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Gázi Kászim Dzsámi am Széchenyi tér in Pécs

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Kathedrale St. Peter und Paul (Pécsi Bazilika) am Dóm tér in Pécs

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Kioszk am Sétatér in Pécs und die Achteckige Grabkammer (Nyolcszögletű sírkamra)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Széchenyi-Platz, der Hauptplatz der Stadt, mit der Moschee Gazi Khassim Pascha und einem Bummelzug

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Der Brunnen auf der Südseite des zentralen Platzes ist weit mehr als ein dekoratives Element im Stadtbild. Er vereint Denkmal, kunstgewerbliche Meisterleistung und historisches Zeugnis – und erzählt zugleich die Geschichte eines Mannes, der die ungarische Keramikkunst revolutionierte.

Vilmos Zsolnay – Visionär der Keramikkunst
Vilmos Zsolnay wurde am 19. April 1828 in Pécs geboren und entwickelte sich zu einer Schlüsselfigur der ungarischen Industrie- und Kunstgeschichte. Unter seiner Führung wuchs die familiengeführte Manufaktur zu einer international renommierten Keramikfabrik heran. Zsolnay war jedoch weit mehr als ein erfolgreicher Unternehmer. Er war ein Innovator, der früh das Potenzial der Keramik über ihre reine Gebrauchsfunktion hinaus erkannte. Für ihn war sie zugleich dekoratives Gestaltungselement und architektonischer Werkstoff.

In der Pécser Fabrik wurde unter seiner Leitung intensiv experimentiert: mit neuen Materialien, Glasuren und technischen Verfahren. Besonders prägend waren die Entwicklung des wetterfesten Pyrogranits sowie die Perfektionierung der schillernden Eosin-Glasur. Diese Innovationen machten die Marke Zsolnay europaweit bekannt und brachten ihr auf internationalen Weltausstellungen höchste Anerkennung ein. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Name Zsolnay längst zum Synonym für hochwertige Keramikkunst geworden.

Der Zsolnay-Brunnen ist ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie sich Kunst, Geschichte und Identität in einem einzigen Bauwerk vereinen können. Als Denkmal erinnert er an einen bedeutenden Industriellen. Als kunstgewerbliches Objekt repräsentiert er die Innovationskraft der Zsolnay-Manufaktur. Und als Teil des Stadtbildes ist er aus dem Herzen von Pécs nicht mehr wegzudenken. Kaum ein anderes öffentliches Kunstwerk in Ungarn bringt das gemeinsame Erbe einer Familie, einer Stadt und einer Industrie so eindrucksvoll zum Ausdruck.

Zsolnay-Brunnen (Zsolnay-kút) am Széchenyi tér in Pécs

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Hauptpostamt von Pécs (Pécs Főposta)

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Zsolnay-Verzierung auf dem Gebäude der Post

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Vilmos Zsolnay Statue (Zsolnay-szobor) im Kreisverkehr der Rákóczi út in Pécs
Die Skulpturengruppe wurde 1907 eingeweiht und durch öffentliche Spenden finanziert. Die Figur von Vilmos Zsolnay stammt von János Horvay, die Nebenfiguren (Töpfer, Chemiker, Maler, Bildhauer und Architekt) wurden von Sándor Apáti Abt entworfen, der Sockel von Frigyes Schulek.

Vilmos Zsolnay (1828–1900) war ein Keramikkünstler, der die Porzellanmanufaktur Zsolnay in Pécs zu ihrer Blütezeit verhalf. Er erfand die Porzellanglasur und Pyrogranit zur Dekoration von Gebäuden. Diese sind auch an den Gebäuden rund um die Statue zu sehen. Zudem trug er zur Entwicklung der Eosinglasur bei. Seine Werke wurden auf der Weltausstellung 1878 in Paris mit dem Grand Prix ausgezeichnet, und er erhielt den französischen Ehrenorden. Er war Ehrenbürger von Pécs.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Bahnhof von Pécs (Pécs vasútállomás) - Pécs ist mit seinem Hauptbahnhof (Főpályaudvar) ein Eisenbahnknotenpunkt. Es bestehen zweistündige Intercity-Verbindungen nach Budapest.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026

Das Bahnhofsgebäude von Pécs wurde im Jahre 2015, von ca 5 Mio. Euro saniert.

 Pécs / Fünfkirchen, April 2026



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: