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Die Basilica di San Prospero ist eine der
bedeutendsten Kirchen in Reggio Emilia und ein eindrucksvolles Zeugnis
barocker Kunst. Die Kirche wurde dem Stadtpatron San Prospero geweiht,
einem Bischof des 5. Jahrhunderts, der als Beschützer Reggio Emilias
verehrt wird. Ihre heutige Gestalt erhielt die Basilika im 16.
Jahrhundert, nachdem die mittelalterliche Vorgängerkirche zu klein
geworden war.
Kirche San Prospero (Basilica di San Prospero), 1514–1527, südöstlich
vom Dom. An der 1748 erneuerten Fassade sind noch sechs der marmornen
Löwen vorhanden. Im Inneren befinden sich Fresken von Camillo
Procaccini (1585–1589). Zu der Kirche gehört ein achteckiger Campanile.

Beim Betreten eröffnet sich ein weites Kirchenschiff, das von sechs
Seitenkapellen flankiert wird. Das helle, großzügige Raumgefühl ist
charakteristisch für die Renaissance, doch im Laufe der Zeit wurden
barocke Elemente hinzugefügt, die dem Inneren zusätzlichen Glanz
verleihen. Besonders sehenswert sind die Fresken von Camillo
Procaccini, die Szenen aus dem Leben des heiligen Prosper zeigen. Auch
die farbintensiven Gemälde von Lorenzo Franchi prägen die Atmosphäre.
Ein Höhepunkt ist der Hauptaltar mit seinem kunstvollen Baldachin, der
die Reliquien des Stadtpatrons beherbergt.


Ein besonderes Meisterwerk findet sich in der Kuppel, die im 18.
Jahrhundert von Camillo Gavasetti mit Fresken versehen wurde. Hier
entfaltet sich ein himmlisches Panorama mit Engeln, Heiligen und
allegorischen Figuren, das den Betrachter in die spirituelle Welt
erhebt. Die künstlerische Gestaltung verbindet barocke Dynamik mit
klarer Komposition und macht die Kuppel zu einem der eindrucksvollsten
Beispiele religiöser Malerei in Reggio Emilia.

Die Basilica San Prospero ist weit mehr als ein religiöser Ort. Sie
verkörpert das historische Gedächtnis der Stadt und dient seit
Jahrhunderten als Zentrum des Glaubenslebens. An hohen Feiertagen
versammeln sich hier die Bürger, um die Messe zu feiern und die
Prozessionen zu begleiten. Zugleich ist die Basilika ein fester
Bestandteil des städtischen Selbstbewusstseins, da sie das Bild Reggio
Emilias prägt und auf der Piazza San Prospero einen unverwechselbaren
städtebaulichen Akzent setzt.

Im rechten Querschiff, an der Westwand, hängt ein Gemälde mit der
Madonna und dem heiligen Matthäus, eine Kopie von Jean Boulanger nach
dem Original von Annibale Carracci, das ebenfalls in die Dresdner
Gemäldegalerie verkauft wurde. Darunter befindet sich eine Grablegung
Christi von Lodovico Parisetti.

Das Innere der Basilika ist dreischiffig und in Form eines lateinischen
Kreuzes angelegt. In der Apsis kann man den außergewöhnlichen
Freskenzyklus von Camillo Procaccini (einem Künstler aus Bologna)
bewundern, der das Jüngste Gericht darstellt. Bernardino Campi aus
Cremona und Giovan Battista Tinti aus Parma wirkten ebenfalls am Bau
mit. Der kostbare hölzerne Chor (von De Venetiis, 1546), verziert mit
ländlichen Landschaften, Stillleben und Stadtansichten, ist dank seiner
raffinierten Technik ein Meisterwerk der Schnitz- und Intarsienkunst,
die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in Reggio Emilia etabliert ist.



Die innerhalb der Stadtmauern gelegene Kirche San Prospero di Castello
ist seit vor 997 belegt. Der heilige Prospero, ein Bischof des 5.
Jahrhunderts, wurde zum Schutzpatron der Stadt. Im Zuge der
Stadtmauererweiterung 1514 wurden die Kirche und das angrenzende, fast
baufällige Kloster abgerissen. Die Kirche wurde etwa 600 Meter weiter
versetzt, und der benachbarte Glockenturm wurde wiederaufgebaut. 1527
wurde nach Entwürfen von Luca Corti und Matteo Florentino eine neue
Kirche errichtet. Bis 1543, als die Basilika neu geweiht wurde, kamen
kleinere Kapellen hinzu.

Der zweite Altar links trägt ein Altarbild von Francesco Stringa mit
der Madonna und Heiligen. Die Decke dieser Kapelle wurde von Pietro
Desani freskiert. Der dritte Altar links zeigt ein Altarbild von Orazio
Talami mit der Kathedrale des heiligen Petrus. Der fünfte Altar links
zeigt ein Gemälde der Madonna mit Kind und der heiligen Apollonia, das
Denis Calvaert zugeschrieben wird. Das sechste Altarbild rechts stellt
eine Heilige Familie von Alessandro Tiarini dar. Ein Gemälde des
heiligen Paulus auf dem Weg nach Tarsus stammt von Bernardino Zacchetti.

Der dritte Altar rechts beherbergt ein Altarbild von Michelangelo
Anselmi, das die Taufe Christi darstellt. Auf dem vierten Altar
befindet sich ein Gemälde von Nicolò Patarazzi, das die Nächstenliebe
des heiligen Omobono zeigt. Das sechste Altarbild rechts ist eine
Heilige Familie von Alessandro Tiarini.
Der fünfte Altar rechts, in der ursprünglich der Familie Pratonero
gehörenden Kapelle, zeigte ursprünglich Correggios Meisterwerk „La
Notte“ (1522), auch bekannt als „Die Geburt Christi“ oder „Die Heilige
Nacht“. Dokumente belegen, dass die Herzöge von Modena das Gemälde
bereits 1587 erwerben wollten. Schließlich wurde es 1640 von Herzog
Francesco I. d’Este für seine Privatsammlung entwendet – ein Sakrileg,
das in der Region für Empörung sorgte. Jean Boulanger fertigte eine
Kopie für diese Kapelle an. „La Notte“ wurde 1745 an den Herzog von
Sachsen verkauft und befindet sich heute in der Dresdner Galerie.

Der Hauptaltar im Presbyterium soll die Reliquien des Schutzpatrons
enthalten. Das Deckenfresko zeigt eine Verherrlichung der Heiligen
Prosperus und Venerius (1597–1598) von Camillo Procaccini. In der Apsis
sind ein Jüngstes Gericht und darunter eine Grablegung Christi
dargestellt. Die Gemälde, die die Auferstehung des Sohnes der Witwe von
Naim und den Fall Isebels (1589) darstellen, stammen von Bernardino
Campi. Die Kuppeldekoration mit einer zweiten Glorie des heiligen
Prosperus (1885) wird Giulio Ferrari zugeschrieben.

Die Fassade zeigt sich heute in klassischer Schlichtheit, da die
ursprünglich geplanten Prunkfassaden nicht vollständig realisiert
wurden. Dennoch strahlt sie mit ihrem harmonischen Aufbau eine ruhige
Monumentalität aus, die sich ideal in die Piazza San Prospero einfügt.
Besonders bekannt ist der Vorplatz wegen der sechs Löwen aus rotem
Marmor, die den Eingang bewachen. Diese Skulpturen stammen aus dem 16.
Jahrhundert und verleihen der Kirche ein unverwechselbares Gesicht. Sie
symbolisieren Kraft und Schutz, während sie zugleich den Gläubigen
einen eindrucksvollen Empfang bereiten.

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: