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Genieße eine nostalgische Zugfahrt durch das Schilcher-Kernöl-Land mit dem historischen Stainzer Flascherlzug von Stainz nach Preding und retour. Die Gäste werden während der Fahrt von einem Ziehharmonikaspieler unterhalten. Kulinarische Verpflegung gibt es während der Fahrt und bei den Haltestationen in Kraubath und Preding.
11,4 Kilometer galt es in der Rekordzeit von nur fünf Monaten zu
erbauen. Mit Pferdefuhrwerken und einfachsten Handwerkzeugen wurden die
Schienen mühevoll verlegt. Zu Betriebszeiten war dann die Mittelstation
"Kraubath" der Standort der Oberbauarbeiter. Ein eigener
Draisinenschuppen, der über eine sogenannte "Kletterweiche" erreicht
werden konnte, sowie nach und nach angeschaffte Fahrzeuge erleichterten
die Arbeit im Laufe der Jahre. So wurde zum Beispiel 1953 ein "Stabeg
Motorbahnwagen" angeschafft, der mit seinen neun Pferdestärken das
Bahnpersonal sowie Werkzeuge transportierte. Heute werden die
anfallenden Gleisbauarbeiten an professionelle Unternehmen vergeben.
Vom Eröffnungszug an wurden auf der Stainzer Lokalbahn Personenzüge
geführt. Damit war sie die erste steirische Schmalspurbahn mit
öffentlichem Personenverkehr. Während der wirtschaftlichen Krise Anfang
der 1930er Jahre wurde der Personenverkehr jedoch bis 1941 eingestellt,
was nicht zuletzt an der Einrichtung der Buslinie zwischen Stainz und
Graz lag. Nach dem Ausbau des Busverkehrs musste die
Personenbeförderung ob dessen Dominanz am 01. Februar 1951 erneut und
endgültig eingestellt werden. Am 03. Juni 1971 konnte man dann zum
ersten Mal in den "Flascherlzug" einsteigen. Ursprünglich bloß als
Sonderzug für diesen Tag gedacht, entwickelten sich die Fahrten schnell
zum beliebten Ausflugsziel und es gibt sie heute noch.
Als erste Schmalspurbahn in Österreich verfügte man ab 1892 über die
Möglichkeit mittels Rollböcken normalspurige Güterwagen zu
transportieren. Anfang der 1930er Jahre wurde der Güterverkehr
allerdings erstmals nach Wegfall des größten Kunden - der
Zündholzfabrik Stallhof - und aufgrund der starken Konkurrenz auf der
Straße eingestellt. 1941 konnte auf Drängen der Marktgemeinde Stainz
der Güterbetrieb wieder in vollem Umfang aufgenommen werden. Neben
Fracht für die Zündholzfabrik transportierte man landwirtschaftliche
Güter, "Stainzer Platten", Stückgüter (z.B. Pakete) und belieferte die
Mühle in Herbersdorf. 1980 wurde der Güterverkehr dann endgültig
eingestellt.
Während des Betriebes der Stainzer Lokalbahn wurde ein Großteil der
anfallenden Instandhaltungsarbeiten im eigenen Heizhaus durchgeführt.
Die dafür notwendige Infrastruktur war allerdings spärlich und so
musste man sich mit allen möglichen Mitteln behelfen. Eine Schmiede,
sowie ein Transmissionsantrieb für Bohrmaschinen, Drehbank und
Schleifböcke waren, neben diversen Arbeitsgruben, die einzigen
technischen Helfer für die teils anstrengende Arbeit. Zum Ausbinden von
Radsätzen und Heben von Fahrzeugen musste man auf von Hand bediente
Hebewinden zurückgreifen.
Von der Idee zum Betrieb in nur 5 Monaten
Bereits 1871, als die Konzession zum Bau der Wieserbahn erteilt wurde,
bestand die Möglichkeit eine normalspurige Zweigstrecke von Preding aus
nach Stainz zu errichten. Diese Variante wurde allerdings, wie auch die
Überlegung die Wieserbahn über Stainz zu führen, letztlich nicht in
Betracht gezogen. Im Jahr 1892 wurde abermals eine Konzession erteilt,
diesmal jedoch für den Bau einer Lokalbahn, die schließlich in der
Rekordzeit von 17. Juni bis 26. November desselben Jahres errichtet
wurde.
Die Signale der Stainzer Lokalbahn waren nicht sehr umfangreich. Da
zumeist lediglich ein Zug auf der Strecke war konnte man auf aufwendige
Signaltechnik verzichten. Die Einfahrt in den Bahnhof Preding war
allerdings durch eine Schutzweiche und ein sogenanntes "Deckungssignal"
geschützt. Dieses Distanzsignal (aufklappbare, rote Scheibe mit weißem
Rand) war das letzte, in Verwendung befindliche, seiner Art in
Österreich und kann noch heute an der Strecke bewundert werden, wo es
als begehrtes Fotomotiv dient. Um den als 4-Schienengleis ausgeführten
Gleisbereich befahren zu können musste man zunächst via Kurbeltelefon
die Zustimmung des Bahnhofpersonals in Preding einholen und durfte erst
danach das Stellwerk bedienen.
Stainzer Lokalbahn - Der "Flascherlzug"
1866-1935 lebte unweit von Stainz der berühmte Höllerhansl (Johann
Reinbacher) der sich als "Wunderdoktor" die mitgebrachten
Urinfläschchen der Patienten zur Deutung derer Krankheiten besah. Da zu
seinen Lebzeiten zumeist per Bahn angereist wurde entwickelte sich im
Volksmund der Name "Flascherlzug". Nach den ersten Sonderfahrten unter
diesem Namen im Jahre 1971 und dem Verlust der Eisenbahnkonzession
wurde der Personenverkehr am 09. Mai 1981 von der Marktgemeinde Stainz
übernommen und als Veranstaltungsbetrieb fortgesetzt. Heutzutage
befördern diese pro Saison über 20.000 Fahrgäste durchs Schilcherland.
Heute werden die bunten Personenwaggons von der, 1986 gebauten
"Resita"-Dampflok gezogen. Daneben gibt es noch einige sehr
interessante Diesellokomotiven und eine große Anzahl von Güterwagen, so
daß es für einen Eisenbahnfan genügend zu sehen gibt. Vier der bunten
Waggons tragen bezeichnende, alte Namen, die in Zusammenhang mit dem
Höllerhansl stehen. Einer wurde überhaupt "Höllerhansl" genannt, ein
weiterer "Bergliesl". Das war eine in Stainz und Umgebung sehr bekannte
Frau, die die Kräuter für die Arzneimixturen gesammelt hat. Auch der
Name "Kräuterwagerl" nimmt darauf Bezug. Die blau gestrichene
"Schilcherschaukel" hat im Inneren einen Ausschank, damit man sich
während der Fahrt mit Schilcher und Verhackertbroten stärken kann.
Die Originalbezeichnung wäre eigentlich "Schmalspurige Lokalbahn". Die
Marktgemeinde Stainz ist Besitzer und Betreiber des Zuges. Eröffnet
wurde die Bahn mit der Spurweite von 760 mm im Jahre 1892.
Ausgangspunkt war der Bahnhof Preding - Wieselsdorf. Die Bahn endet bei
der Haltestelle Preding - Wieselsdorf. Der Flascherlzug hat mit seinen
Sonderfahrten im Jahre 1971 begonnen. Der Ausgangspunkt ist nun der
Bahnhof Stainz. Vorbei an den Haltestellen Herbersdorf, Neudorf und
Kraubath führt die Bahn durch das idyllische Tal des Stainzbaches bis
zur Umkehrstation in Preding-Wieselsdorf. Die Gesamtlänge der Strecke
beträgt 11,4 km. Die Fahrdauer hin und retour beläuft sich auf ca. zwei
Stunden.
Auch der Bahnhof Stainz selbst ist eine Besonderheit. Die Gebäude und
Einrichtungen sind, ebenso wie die Schmalspurbahn, ebenfalls über
hundert Jahre alt und stellen eine Rarität dar. Das Heizhaus ist eines
der letzten in der Steiermark erhalten gebliebene Schmalspurheizhäuser.
Auch die Herzstücke der einzelnen Weichen stammen noch aus der
Gründerzeit, wie auch der Großteil der Schienen.
Bei der Buchung kann man sich für eine Lok entscheiden. Wochentags
kommt die Diesellok zum Einsatz, am Wochenende (mit Aufpreis von 5
Euro) eine Dampflok. Also natürlich für Wocheende gebucht und vor Ort
erfahren, dass die Dampflok nicht verfügbar ist und auf die Diesellok
downgegradet wird. Wer eine Refundierung wünscht, möge sich an
Werktagen an die Marktgemeinde Stainz wenden. Man hätte dies selbst
erst eine Stunde zuvor erfahren.
Ich fand diese Erfahrung für dieses nicht gerade günstige Vergnügen
recht enttäuschend, da ich schließlich genau für diese Dampflok diesen
Tag für eine Anreise in die Steiermark gewählt hatte. Sehr schade!
Zwischenstopp in Kraubath nach 21 Minuten auf halber Strecke.
In Ermangelung der gebuchten Fahrt mit der Dampflok habe ich hier
enttäuscht den Flascherlzug verlassen und auf die bezahlte Rückfahrt
nach Stainz verzichtet.
End- und Wendestelle in Preding-Wieselsdorf an der GKB.
Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: