Stockerau

die Lenaustadt, Oktober 2026

Stockerau ist mit rund 17.000 Einwohnern die größte Stadt des Weinviertels. 1012 wurde sie im Zusammenhang mit dem Tod des Heiligen Koloman erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt wird auch „Lenaustadt" genannt, da der Dichter Nikolaus Lenau in seiner Jugend hier oft Zeit bei seinen Großeltern verbracht hat. Kultur ist in Stockerau überall spürbar und macht die Stadt einzigartig lebendig. Stockerau ist die größte Stadt im Weinviertel und liegt 25 km nordwestlich von Wien am Nordrand des Tullner Beckens, nur wenige Kilometer von der Donau entfernt.

 Stockerau, Oktober 2026

Bahnhofplatz

 Stockerau, Oktober 2026

Denkmal der Roten Armee
1945 von der sowjetischen Besatzung für gefallene Russen im Bahnhofpark errichtet. Die Verpflichtung Österreichs, dieses und ähnliche Denkmäler zu erhalten, wurde 1955 in Art. 19 des Staatsvertrages mit den vier Besatzungsmächten fixiert.

Russendenkmal im Bahnhofpark
Im Jahr 1945 von den Russen zum Gedenken an deren gefallenen Soldaten im Bahnhofpark errichtet. Unter einem großen Sowjetstern aus Beton ist in russischer Sprache und kyrillischer Schrift folgender Spruch eingraviert:
„Ewiges Andenken den Helden, die für die Ehre und Unabhängigkeit unseres Vaterlandes fielen." J. Stalin
Im Jahr 1947 wurden die im Bahnhofpark begrabenen russischen Soldaten exhumiert und im städtischen Friedhof beigesetzt.

 Stockerau, Oktober 2026

Sogenanntes Schlößl - Ehemaliges Passauer Kastenamt (bis 1809); ab 1832 romantisch-historistisch umgestaltet. Beim Eckstein mehrere Hochwassermarken.

Schlössl ehem. Passauer Kastenamt
1542 durch den Passauer Bischof erworben, vorher Bürgerhaus. 1804-24 Staats-Kastenamt, 1832 vom Fabrikanten Schaumann erworben und als Teppich- und Kotzenfabrik adaptiert, später mehrfache Besitzerwechsel, 1906 eingestellt, heute Wohnhaus. Reich gegliederte, hakenförmige Anlage mit kleinem Hof. Im Kern Mitte 16. Jh., Mitte 18. Jh. barockisiert, ab 1832 romantisch-historisch umgestaltet. Aufwendige und reiche Gliederung in neugotischen Formen, originale Fenstergitter. Am Erdgeschoß Inschrift: “Wasserhöhe 1787“. Mächtiger, übereck gestellter zinnenbekrönter Turm mit Relief hl. Georg, bez. Gustav Artzt.

 Stockerau, Oktober 2026

Donaubrunnen oder Schifferbrunnen neben dem Rathaus, 1953 zur Erinnerung an den alten Stockerauer Donauhafen errichtet

Donaubrunnen in der Donaustraße hinter dem Rathaus.1953 nach Plänen von Ferry Donath gestaltet. An dieser Stelle floss im 19. Jh. noch ein schiffbarer Donauarm.

 Stockerau, Oktober 2026

Rathaus der Stadt Stockerau
Ehemaliges Puchheim'sches Haus, 1716 vom Markt erworben; Barockbau von 1738-40 (Baumeister unbekannt), mittelalterlicher Südflügel (16.Jhdt.), Zubau des Nordflügels 1874. Das prächtige Rathaus Stockerau ist ein sehenswertes Beispiel für die gelungene Kombination von gepflegtem Kulturgut aus der Rokoko- und Barockzeit und moderner Funktionalität.

 Stockerau, Oktober 2026

Am 22. April 1716 wurde das sogenannte "Puchheimsche Haus" erworben und erstmals als Rathaus eingerichtet. Wann und von wem dieses Haus erbaut wurde, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass es der damalige Markt Stockerau vom Grafen Schönborn kaufte. Der Kaufpreis war zwar verhältnismäßig gering, die Kosten für die Adaptierung jedoch umso größer. Der südliche Trakt des Rathauses (Donaustraße) ist unverändert geblieben. Die damals entstandene barocke Fassade ist so prächtig, dass behauptet wird, das Rathaus sei von Fischer von Erlach geplant worden. Diesbezügliche Beweise liegen aber nicht vor.

Der Umbau bzw. Neubau des Osttraktes erfolgte in den Jahren 1738 bis 1740, wie bereits erwähnt, im Barockstil. Die breite Front des Hauses ist stilgerecht erhalten. Glatte Pfeiler teilen die Ansicht des Erdgeschoßes in Flächen, aus denen vergitterte Fenster in steinernen Rahmen herabblicken. Das zweite Geschoß ist durch Doppelpilaster 1 gegliedert, deren vorderer Schaft sich nach unten verjüngt. Die ionischen Kapitelle 2 sind aus Stein und stammen vom Kremser Bildhauer Beran. Die Wandflächen zwischen den Pilastern geben Raum für die großen Fenster, die mit schmiedeeisernen Gitterkörben versehen sind. Über den Säulen erheben sich die symbolischen Gestalten der Wahrheit und der Stärke. In der Nische des Giebelfeldes steht die Gerechtigkeit mit Schwert und Waage. Das mächtige Doppeldach trägt als Dachreiter einen Uhrturm.

Das Rathaus hat einer Funktion als zeitgemäßes und modernes Verwaltungszentrum der Stadt Stockerau gerecht zu werden. So waren im letzten Jahrzehnt auch verschiedene Um- und Ausbauten notwendig, die aber stets unter strenger Berücksichtigung alter Bauelemente und mit dem Gedanken an die ehrwürdige Erhaltung der vorhandenen Bausubstanz vorgenommen wurden. Das Rathaus Stockerau - ein sehenswertes Beispiel für die gelungene Kombination von gepflegtem Kulturgut und moderner Funktionalität.

 Stockerau, Oktober 2026

Stockerau Rathausplatz

 Stockerau, Oktober 2026

Stockerau Rathausplatz - Dreifaltigkeitssäule
Urk. 1713/16 von Johann Stanetti. Von Balustrade umgebene, den Platz beherrschende Säule auf hohem, 3seitigem Unterbau, daran vergoldete Reliefs Leben Christi mit alttestamentarischen typologischen Entsprechungen, an den Ecken Putti mit Sternen, auf Postamenten Statuen Hl. Rochus, Sebastian und Koloman, dazwischen kniend Hl. Franz von Assisi, Karl Borromäus und Rosalia, von Engelkaryatiden getragener Wolkenobelisk mit Maria Immaculata und Putten, bekrönende Dreifaltigkeitsgruppe.

 Stockerau, Oktober 2026

Pest- und Dreifaltigkeitssäule
1713-16 vom kaiserlichen Bildhauer Giovanni Stanetti aus Eggenburger Sandstein gestaltet. Auf Unterbau Statuen der Hl. Sebastian, Rochus und Koloman.

 Stockerau, Oktober 2026

Apotheke Zum göttlichen Heiland, Josef Wolfik Str. 2, 2000 Stockerau

 Stockerau, Oktober 2026

Theresia-Pampichler-Straße 1, 2000 Stockerau

 Stockerau, Oktober 2026

Stadtpfarrkirche
Anstelle einer dem Hl. Stephanus geweihten Kirche, Bau eines barocken Kirchturms (88 m) 1722-25 von Franz Jänkel. Langhaus als frühklassizistischer Saalkirchenraum 1777/78 von Peter Mollner. Um die Kirche bis 1775 Friedhof mit Karner.

 Stockerau, Oktober 2026

Hauptstr. 4, 2000 Stockerau
Jakowatz-Haus: Kern 2. Hälfte 17. Jh. In Muschelnische bemerkenswerte barocke Figurengruppe Mondsichelmadonna zwischen Engeln trohnend, bez. 1675, restauriert 1950.

 Stockerau, Oktober 2026

Hauptstraße 14 und Bahnhofstraße 2, 2000 Stockerau
Stefsky-Haus: Vielleicht auf dem Gelände der alten Burg, einst Sitz der Herrschaft Freysegg (->Belvedere). Seit dem 15. Jh. Lehen, nach 1688 unter Albrecht von Albrechtsburg neu erbaut. 1780 an den Markt Stockerau verkauft. 1832 als Posamentierwerkstätte adaptiert. Fassade nach 1832 mit Renaissance-Runderker. Rundbogenportal mit Holztor, nach 1832. Kreuzgratgewölbte Durchfahrt. Von hier Zugang zur ehemaligen Kapelle, jetzt Abstellraum, mit barockem Freskenrest. An der Hofmauer zur Bahnhofstraße Renaissance-Brunnen mit 2 Ritterfiguren, Ende 17. Jh.

 Stockerau, Oktober 2026

Dr. Karl Renner-Platz 2, 2000 Stockerau

 Stockerau, Oktober 2026

Dr. Karl Renner-Platz 1, 2000 Stockerau

 Stockerau, Oktober 2026

Ein Blick in die beeindruckende barocke Stadtpfarrkirche, die 1777/78 im frühklassizistischen Baustil errichtet worden ist, lohnt sich. Der imposante Hochaltar, der die gesamte Apsis einnimmt, wurde von Franz Senger und Karl Müller nach einem Entwurf von Martin Keller errichtet. Der Kirchturm ist mit seinen 88 Metern der höchste Kirchturm in Niederösterreich und gehört zu den fünfzehn höchsten Kirchtürmen Österreichs. Auf dem Platz vor der barocken Stadtpfarrkirche erweisen sich jeden Sommer die Stockerauer Festspiele als wichtiger Bestandteil der kulturellen Vielfalt in Niederösterreich.

 Stockerau, Oktober 2026

Hauptaltar und Altarraum
Kirche bleibt auf dem Weg und sie ist ständig in Veränderung. So hat die Neuordnung des Gottesdienstes durch die Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils auch zu einer Neugestaltung des Altarraums geführt. Durch die Errichtung eines neuen Hauptaltars (umgangssprachlich oft „Volksaltar" genannt) sollte deutlicher betont werden, dass Gottesdienst eine gemeinsame Feier aller Getauften ist, die durch die Taufe teilhaben an der priesterlichen Würde Jesu Christi. Die künstlerische Ausgestaltung des Hochaltars eröffnet den Blick in den offenen Himmel, die Ausgestaltung des liturgischen Feierraumes will deutlich machen: Wenn Christen hier miteinander Gottesdienst feiern, dann beginnt dieser offene Himmel hier auf der Erde schon Wirklichkeit zu werden. Der Altar ist der wichtigste Einrichtungsgegenstand der ganzen Kirche. Er ist ein Symbol für Jesus Christus, darauf weisen die fünf Kreuze auf der Altarplatte hin, die an die fünf Wundmale erinnern sowie die Salbung mit Chrisamöl bei der Feier der Altarweihe.

Der imposante, die gesamte Apsis einnehmender Hochaltar wurde nach einem Entwurf von Martin Keller von Franz Senger und Karl Müller ausgeführt. Das Hochaltarbild ist ein Werk aus dem Jahr 1777 von Johann Meidinger (1733–1806) und stellt das Martyrium des hl. Stephanus dar.

Hochaltar nach einem Entwurf von Martin Keller, ausgeführt von Franz Senger und Karl Müller (1777-1781)
HI. Petrus, Holzfigur in der linken Fensternische im Altarraum, 3. Drittel 17. Jh.
HI. Paulus, Holzfigur in der rechten Fensternische im Altarraum, 3. Drittel 17. Jh.

 Stockerau, Oktober 2026

Die heutige Kirche wurde nach Abriss des gotischen Langhauses in den Jahren 1777 bis 1778 im frühklassizistischen Baustil durch den Wiener Baumeister Peter Mollner errichtet. Der Kirchturm wurde schon einige Jahre früher, 1722 bis 1725, unter Maurermeister Franz Jänggl an die alte Kirche angebaut. Er ist mit 88 Metern der höchste Kirchturm Niederösterreichs und gehört zu den fünfzehn höchsten Kirchtürmen Österreichs.

Die heutige Orgel wurde von Johann Kau(f)fmann in Wien gebaut.

 Stockerau, Oktober 2026

Das Hochaltarbild ist ein 1778 geschaffenes Werk von Johann Meidinger und stellt die Steinigung des hl. Stephanus dar. Es ist ein Sinnbild für den Pilgerweg des Menschen zu Gott, wie es in diesem Gemälde besonders verdeutlicht wird. Fast in der Mitte des Bildes, leicht nach rechts verschoben, ist Stephanus zu sehen. Er ist einer der sieben Diakone, die die Apostel bestellt haben, um sich besonders um die Witwen zu kümmern. Stephanus tritt aber schon bald als leidenschaftlicher Prediger auf. Aufgrund falscher Zeugenaussagen wird er angeklagt und nach seiner Rede, mit der er seinen Glauben an Jesus begründet, gesteinigt. Im Altarbild trägt er das gottesdienstliche Gewand des Diakons („Dalmatik"), wie es im 18. Jh. üblich war. Das Rot des Gewandes steht für seine Liebe. Er weist mit erhobener Hand in den offenen Himmel und ruft aus: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen." Genau diese Anfangsworte befinden sich über dem Altarbild sozusagen in einer Sprechblase: „Video coelos apertos" („Ich sehe den Himmel offen"). Folgt man seiner Hand über den Hochaltar hinaus, so wird dort oben genau diese Szene sichtbar: Jesus, der aus dem Grab zum Leben auferweckt, zu seinem Gott und Vater heimgekehrt ist. Diese Perspektive schenkt dem Stephanus eine innere Geborgenheit: Mitten in allem Getöse weiß er sich, wie an seinem Gesichtsausdruck ersichtlich wird, zugleich in Gott geborgen.

Im Zentrum des Bildes steht aber fast unbemerkt eine Frau mit einem kleinen Kind. Ganz unscheinbar zart zwischen Stephanus und dem Reiter, der sichtlich die Steinigung befiehlt. Eine Mutter mit kleinem Kind mitten in einer Steinigung, neben Männern, die zornig die Steine auf Stephanus richten, zeigt, dass das Bild keine realistische Dokumentation sein will. So könnte der Reiter der Vertreter der weltlichen Macht sein. Sein Blick ist zornig abgewendet, er zeigt auf dieses Kind, als wollte er uns sagen, dieses Kind ist schuld an allem. Das Kind und die Mutter, die hier im Mittelpunkt stehen, könnten Maria mit dem Jesuskind darstellen. Nachdem das Fest des hl. Stephanus ja gerade auf den 26. Dezember fällt, wäre so eine inhaltliche Verbindung zum Weihnachtsfest geschaffen. Der große Gott, der in dem kleinen Kind einer von uns wird, er erspart uns zwar nicht die Mühsamkeit dieser Welt, aber er bleibt in allen Herausforderungen des Lebens treu an unserer Seite.

Rechts neben Stephanus steht ein Mann mit einer Mappe in der Hand; vermutlich hat sich hier der Maler selbst verewigt. Die Darstellung könnte dazu inspirieren, sich selbst geistig in dieses Bild zu versetzen, die eigene Position zu suchen, in der ich mich gerade wiederfinde bin ich Stephanus oder einer derer, die den Stein in der Hand halten, spüre ich die Leichtigkeit der Engel oder zieht es mich zur Frau mit dem Kind?

Am oberen Endes des Bildes sehen wir schon die Boten des offenen Himmels, die Engel, die ihn mit dem Siegeskranz und dem Palmzweig, den Zeichen der Märtyrer (= jene Menschen die sich lieber töten lassen, als ihre Überzeugung und ihre Liebe zu Gott zu verraten) abholen, um ihn in den offenen Himmel zu geleiten. Stephanus heißt auf Deutsch übrigens Krone oder Siegeskranz.

Martyrium des hl. Stephanus, Altargemälde von Johann Meidinger (1778)

 Stockerau, Oktober 2026

Kolomansaltar, gemalt von Leopold Kastner 1886. Mit dem Tod von Koloman beginnt die Geschichte von Stockerau. Mit dem fatalen Justizirrtum und den Mord an einem Unschuldigen verbindet sich die erste urkundliche Erwähnung von Stockerau. Hier ergibt sich eine Verbindung zur Geschichte der Kirche, die mit dem gewaltsamen Tod Jesu begann.
Mit dem Tod fängt alles an. Nicht umsonst steht der Taufbrunnen vor dem Kolomansaltar. Am Altarbild sehen wir die Aufnahme Kolomans in den Himmel, Jesus empfängt ihn mit offenen Armen. Taufe ist auch ein Übergang vom Tod zum Leben. Die Taufe stellt Menschen hinein in die Dynamik des Lebens Jesu, der durch Mühsal, Leiden und Tod zum bleibenden Leben gegangen ist. Koloman ist diesem Jesus auf seine Weise nachgefolgt. Wir sind eingeladen, es auf unsere je eigene Weise zu tun. Das Altarbild zeigt Jesus, der als König Koloman mit offenen Armen erwartet und ihn empfängt. So ist Jesus auch für uns. Er wartet auf uns und in jedem Moment unseres Lebens ist er für uns da, um uns mit offenen Armen willkommen zu heißen.

Kolomansaltar, Gemälde von Leopold Kastner (1886)

Kanzel (1778) von Josef Gerber, Figuren von Christoph Helfer
Guter Hirte, Relief am Kanzelkorb
Hl. Gregor der Große, Sitzfigur am Kanzelkorb

 Stockerau, Oktober 2026

Maria und Elisabet - Maria Heimsuchung
In diesem Altarbild führt uns der Maler Hubert Maurer die Begegnung von Maria und Elisabet vor Augen wie sie uns im Lukasevangelium überliefert ist: Maria, die junge, unverheiratete Frau und Elisabet, ihre alte, kinderlose Verwandte. Liebevoll begrüßen sie einander, die zwei Frauen, deren Leben von Gott plötzlich und nachhaltig verändert wurde: Beide Frauen bekommen unerwartet ein Kind. Diese Kinder sind von Gott angekündigt und sie stehen beide ganz besonders im Dienst Gottes. Sie werden diesen Weg gehen bis zu ihrem Tod, der für beide gewaltvoll kommt. Elisabet war schon alt und es schien chancenlos, dass sie noch Mutter werden würde. Doch durch Gottes Kraft sollte sie noch einen Sohn zur Welt bringen: Johannes den Täufer, der Jesus den Weg bereiten wird.

Maria war noch sehr jung. Sie war bereits in einer vertraglichen Verbindung mit Josef, aber es gab zwischen ihnen noch keinen intimen Kontakt. Durch Gottes Wirken sollte sie zur Mutter Jesu werden. Beide Frauen lassen sich auf diese überraschenden Wendungen in ihrem Leben ein und das Altarbild zeigt, was daraus wird: Beide sind von einer riesigen Freude erfüllt, weil ihnen deutlich wird, wie großartig Gott auf ungeplanten Wegen in ihrem Leben wirkt. Sie staunen über Gottes Wirken in ihrem eigenen Leben und sie staunen über Gottes Wirken bei der je anderen. Dort wo Menschen sich auf Gott einlassen, dort kann Neues entstehen und dort kann Gottes Spur der Freude das ganze Leben verwandeln.

Maria-Heimsuchung-Altar, Gemälde von Hubert Maurer (1784)

Marienaltar (1886) als Pendant zur Kanzel; Marienfigur (1989) von Josef Lehner

 Stockerau, Oktober 2026

Kreuzwegbilder (1858)
Heilige-Familie-Altar, Gemälde von Josef von Schweickhardt (1846)

 Stockerau, Oktober 2026

Der heilige Koloman (* Irland; † 17. Juli 1012 bei Stockerau) – auch: Coloman, Kolman – soll ein irischer Königssohn gewesen sein, der auf einer Pilgerreise ins Heilige Land bei Stockerau gefangen genommen und hingerichtet wurde.

Aus dem Leben des Heiligen ist nicht viel bekannt. Die Legende berichtet, dass er ein irischer Königssohn oder Wanderprediger war, der sich auf eine Wallfahrt zu den heiligen Stätten in Jerusalem begab. Zu jener Zeit kam es zu etlichen Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich II. und Herzog Bolesław I. Chrobry von Polen. Koloman wurde aufgrund seines fremdartigen Aussehens für einen böhmischen Spion gehalten und bei Stockerau in Niederösterreich festgenommen. Nach einem Martyrium wurde er zwischen zwei Mördern an einem dürren Holunderstrauch erhängt.

Als zum Tode Verurteilter wurde er nicht begraben. Sein Leichnam zeigte jedoch auch nach einiger Zeit noch keine Verwesungsmerkmale und der Legende nach stellten sich bald zahlreiche Wunder ein. Das führte dazu, dass Koloman zwei Jahre nach seinem Tod in die damalige Residenz der Babenberger nach Melk überführt und dort am 13. Oktober 1014 beigesetzt wurde, dieser Tag ist bis heute sein Festtag. Darüber hinaus feiern der Konvent des Stiftes Melk sowie die Schwestern im Kloster St. Koloman auch den wesentlich später entstandenen Festtag am 17. Juli.

 Stockerau, Oktober 2026

Taufstein aus rotem Marmor (2. Hälfte 17. Jh.)

 Stockerau, Oktober 2026

Im Jahr 1012 wurde der Hl. Koloman im heutigen Stockerau gehenkt. Sein Leichnam wurde am Ort der heutigen Stadtpfarrkirche bestattet. Schon bald nach seinem Tod wurden er und sein Grab verehrt. Nach seiner Exhumierung wurde er 1014 nach Melk überstellt und dort beerdigt.

Soldatengedenken verschiedener Kriege

 Stockerau, Oktober 2026

Epitaph des Leopold Lengfeld, 1772

 Stockerau, Oktober 2026

Die Pfarrkirche ist dem hl. Stephanus geweiht. Sie ist 1777/78 erbaut worden. Ein paar Jahre vorher (1722-1725) wurde der Kirchturm an die alte Pfarrkirche angebaut. Er ist mit 88 der höchste Kirchturm Niederösterreichs und wenn Sie Stockerau besuchen ist der Kirchturm das erste Bauwerk, das Sie von weitem willkommen heißt.

 Stockerau, Oktober 2026

Alte Kirchenschule
Erstmals erw. 1438, mittelalterlicher Kern, seither mehrmals um- und ausgebaut; bis 1936 Schule heute Stadtarchiv. An der Fassade Sgraffito von Ferry Donat (1958) "Kaiser Friedrich III. erhebt Stockerau zum Markt".

Kaiser Friedrich III. übergibt in Wiener-Neustadt die Markterhebungsurkunde von Stockerau, 5. IV. 1465

 Stockerau, Oktober 2026

Tabernakelsäule
1580, ursprünglich am protestantischen Friedhof vor dem Haghof in Wolfpassing, 1953 hierher übertragen; steinerner Tabernakel auf achtseitigem Pfeiler mit Relieffragmenten (Kruzifixe).

Steinerne     Kreuzigungsgruppe (um 1775) an der Langhausnordseite

 Stockerau, Oktober 2026

Durch die Verehrung des Volkes wurde Markgraf Heinrich I. auf Koloman aufmerksam. Eine Kommission überprüfte die Wunder und ließ das Grab öffnen. Koloman wurde unverwest vorgefunden. Heinrich ließ Kolomans Leichnam von Stockerau nach Melk überführen, wo er am 13. Oktober 1014 vom Eichstätter Bischof Megingaud in der St. Peterskirche außerhalb der Melker Burg ein zweites Mal beigesetzt wurde. Dies wird in der Passio S. Cholomanni, die aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammt, berichtet.

 Stockerau, Oktober 2026

Ulanendenkmal im Kirchenpark
Kriegerdenkmal für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg des Landwehr Ulanen Regiments Nr.5; Errichtet 1927 nach Entwurf von Leopold Forstner (1878-1936).

 Stockerau, Oktober 2026

ehem. Turnhalle
Neorenaissancebau, 1884 von Josef Drechsler, mit rustizierter Pilastergliederung und großen Biforenfenstern. An den Schmalseiten Giebel, darin Wappenkartusche. Schmiedeeiserne Ecklaternen.

SIEGFRIED MARCUS AUTOMOBILMUSEUM STOCKERAU

 Stockerau, Oktober 2026

Belvedere Schlößl
Kulturzentrum und Bezirksmuseum; ehemaliges Lustschlösschen der Herrschaft Freysegg; Kern aus dem 15. Jhdt., zwischen 1672/1701 barock überbaut; 1984 Generalsanierung.

Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Liederabende werden im Belvedereschlössl abgehalten, welches im 16. Jh. errichtet wurde und mit einem historischen Trauungssaal ausgestattet ist.

 Stockerau, Oktober 2026

Das Kulturzentrum Belvedereschlössl ist ein historisches Gebäude in Stockerau, in welchem auch das Bezirksmuseum Stockerau untergebracht ist. Das Belvedereschlössl stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Ab dem 17. Jahrhundert ist der Besitz nachweisbar, so war es Besitz des Grafen Andreas von Volkra, ab 1672 im Besitz des Grafen Palffy. Johann Conrad Albrecht von Albrechtsburg erwarb 1682 den Volkra-Hof samt Zubehör in Stockerau. Er ließ bis 1688 das Gebäude neu errichten, darunter das nachmalige Belvedereschlössl und erwirkte 1690 für die kleine Grundherrschaft die neue Bezeichnung Freisegg (Freysegg). Belvedere wurde als Lustschlösschen verwendet und 1780 an den Markt Stockerau verkauft.

 Stockerau, Oktober 2026

1882 wurde im Garten des Belvedereschlössls die Maschinenfabrik Weipert erbaut, 1933 wieder abgerissen. Danach wurde das Areal teilweise verbaut, 1984 jedoch als Barockgarten rückgestaltet. Unter Bürgermeister Leopold Richentzky begannen ab 1984 auch umfangreiche Revitalisierungsmaßnahmen des Schlösschens.

 Stockerau, Oktober 2026

Belvedereschlössl mit Bezirksmuseum
Lustschlösschen der ehem. Herrschaft Freisegg, (Belvederegasse 3). Im 15. Jh. vermutlich landesfürstliches Lehen, im 17. Jh. Besitz des Grafen Andreas von Volkra, 1672 des Grafen Palffy, 1688 Albrechts von Albrechtsburg, seit 1690 derer von Freysegg. 1780 an den Markt Stockerau verkauft. 1882 im Garten des Belvedere die Maschinenfabrik Weipert erbaut, letztere 1933 abgerissen, das Areal z.T. verbaut, 1984 z.T. wieder als Barockgarten gestaltet. Bezirksmuseum: 1984 aus der ehemaligen Kirchenschule (Kirchenplatz 2) ins Belvedereschlößl übertragen. Bemerkenswerte ur- und frühgeschichtliche Sammlung (Funde aus Großmugl – u.a. das Mondidol um 500 v.Chr.). Stadt- und bezirksgeschichtliche sowie volks- und naturkundliche Sammlung. Bedeutende Bestände antiker Münzen; Münzfunde von Höbersdorf, 17. Jh. Ehemaliges Hochaltarbild der Pfarrkirche, hl. Stephanus, bez. Nikolaus van Hoy, 1666.

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Die Lutherkirche ist die ehemalige Synagoge und jetzige evangelische Gemeindekirche von Stockerau in Niederösterreich. Die jetzige Stockerauer Lutherkirche wurde 1903 von dem Stockerauer Baumeister Leopold Holdhaus als Synagoge im Rundbogenstil erbaut. Sie wurde 1938 durch Herbert Jelinek zur evangelischen Kirche umgestaltet. Dabei erhielt die Fassade anstelle der einfachen Giebelschräge einen turmartigen Aufbau und wurde die Portalsituation vereinfacht. Die mit Pilastern und Biforienfenstern ausgestatteten Seitenfassaden zeigen noch den Originalzustand.

Nach der offiziellen Gewährung der Religionsfreiheit nach der Revolution von 1848/1849 im Kaisertum Österreich bildeten die jüdischen Bewohner Stockeraus 1856 zur Abhaltung von Gottesdiensten einen „Minjan-Verein“. Nach Errichtung einer eigenen Synagoge löste sich 1905 die Stockerauer Gemeinde von der Wiener Kultusgemeinde, der sie bis dahin unterstanden hatte. Mit der nationalsozialistischen Herrschaftsübernahme 1938 nach dem Anschluss Österreichs wurde die israelitische Kultusgemeinde in Stockerau aufgelöst und ihr Eigentum konfisziert, das Synagogengebäude gelangte aufgrund eines Schenkungsvertrags an die evangelische Kirchengemeinde Stockerau.

 Stockerau, Oktober 2026

DIESES GOTTESHAUS ERINNERT AN DIE FURCHTBARE GESCHICHTE DER GEZIELTEN VERNICHTUNG DER JUDEN
1908 ALS SYNAGOGE ERBAUT 1938 UNTER DER UNRECHTSHERRSCHAFT DES NATIONALSOZIALISMUS ENTEIGNET ZUR EVANGELISCHEN KIRCHE UMGEBAUT 1953 DURCH DIE EVANGELISCHE PFARRGEMEINDE VON DER ISRAELITISCHEN KULTUSGEMEINDE RECHTMÄSSIG ERWORBEN
DER GEMEINSAME GLAUBE AN DEN EINEN GOTT VERBINDET JUDEN UND CHRISTEN

 Stockerau, Oktober 2026

Ehemaliger Poppinger-Hof
Renaissance-Hof aus 16. Jhdt. mit Renaissance-Giebeln. Anfang des 17. Jhdts. Poppingerhof (vormals Tummel-Hof).

 Stockerau, Oktober 2026

Zum 100. Geburtstag des Dichters Nikolaus Lenau wurde im Jahr 1902 das Lenau-Denkmal, damals in einer Parkanlage am Bahnhofplatz, errichtet. Nach mehreren Standortwechseln hat das Denkmal nun seinen Platz in der Judithastraße gefunden. Auf dem Denkmal befindet sich ein Bildnis-Medaillon, das den Dichter zeigt und von dem Bildhauer Wilhelm Seib geschaffen wurde. Auf dem untersten Granitblock finden sich folgende Worte:
Dem Dichter der in den Jahren 1818 - 1822 oft in unserer Stadt weilte.

 Stockerau, Oktober 2026

ehem. Bürgerspital
Gebäude 1841 als Bürgerspital erbaut, 1864 bis 1872 Gymnasium und Fortbildungsschule, von 1873 bis 1893 neuerlich Bürgerspital. Heute Wohnhaus. Am Platz davor eine 1680 vom Marktrichter Konrad Paur (gest. 1684) gestiftete Pestsäule, 1841 vom Cholera - Friedhof bei der Sebastiani - Kirche hierher übertragen.

 Stockerau, Oktober 2026

Stockerau Sparkassaplatz

 Stockerau, Oktober 2026

Pieta-Gruppe
Arma Christi; 1756/62 von Bernhard Schilcher (1713-1770); Steinbalustrade 1840; auf Voluten Hll. Maria Magdalena, Johannes und Josef von Arimatia.

Pietà-Gruppe am Sparkassaplatz, seltenes und bemerkenswertes Beispiel einer monumentalen, platzbeherrschenden Pietàgruppe, gestiftet von Josef Röger, 1756/62 von Bernhard Schilcher, bez. 1762, Steinbalustrade 1840, 1955 erneuert. Renovierung 1892 und 1955. 3seitiger Sockel mit Kartusche und Putten, die Arma Christi tragend, auf Voluten trauernde Figuren Hll. Maria Magdalena, Johannes und Josef von Arimathia, unter dem hohen Kreuz die Pietà-Gruppe.

 Stockerau, Oktober 2026

Zum 100 jährigen Jubiläum wurde dieser Jubiläumsbrunnen errichtet. 1993 anläßlich der Feierlichkeiten zu 100 Jahre Stadterhebung Stockerau vom Bildhauer Meierhofer.

 Stockerau, Oktober 2026

Altes Bräuhaus
Barockes Bräuhaus um 1682 errichtet. 1998/99 generalsaniert und in das Veranstaltungszentrum Z2000 einbezogen. Für größere Veranstaltungen wie Seminare, Bälle und Messen stehen Räumlichkeiten im Bräuhaus zur Verfügung, welches integraler Bestandteil des Veranstaltungszentrums 2000 (Z-2000) ist.

2000 wurde das alte Bräuhaus, ein barockes Gebäude, mitten in der Stadt Stockerau stehend, aufwändig zu einem Veranstaltungsort umgebaut. Das Dachgeschoß erhielt den Namen Lenausaal und ist Teil des Veranstaltungszentrums Z2000. Unter dem alten Dachstuhl wurden nun kleine Veranstaltungen jeder Art durchgeführt. Im Sommer 2009 wurde dieser Raum von der Gemeinde Stockerau zu einem Theater umgebaut, welches nun in einem ganzjährigen Spielbetrieb von Richard Maynau geleitet wird.

Das Lenautheater – Theater im Lenausaal ist das regelmäßig bespielte Theater in Stockerau, Österreich.

 Stockerau, Oktober 2026

Himmelbauer Villa
1904 von Max Kropf erbaute späthistorisierende Villa mit Elementen des Jugendstils; heute Kammer der gewerblichen Wirtschaft.

 Stockerau, Oktober 2026

Leiser Berge 1110 524 Regiobahn, dahinter die Diesellokomotive ÖBB 2050.09 (Henschel-Werke GmbH Kassel Nr. 29796, Lizenz General Motors)

 Stockerau, Oktober 2026



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: