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Stockerau ist mit rund 17.000 Einwohnern die größte
Stadt des Weinviertels. 1012 wurde sie im Zusammenhang mit dem Tod des
Heiligen Koloman erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt wird auch
„Lenaustadt" genannt, da der Dichter Nikolaus Lenau in seiner Jugend
hier oft Zeit bei seinen Großeltern verbracht hat. Kultur ist in
Stockerau überall spürbar und macht die Stadt einzigartig lebendig.
Stockerau ist die größte Stadt im Weinviertel und liegt 25 km
nordwestlich von Wien am Nordrand des Tullner Beckens, nur wenige
Kilometer von der Donau entfernt.

Bahnhofplatz

Denkmal der Roten Armee
1945 von der sowjetischen Besatzung für gefallene Russen im Bahnhofpark
errichtet. Die Verpflichtung Österreichs, dieses und ähnliche Denkmäler
zu erhalten, wurde 1955 in Art. 19 des Staatsvertrages mit den vier
Besatzungsmächten fixiert.
Russendenkmal im Bahnhofpark
Im Jahr 1945 von den Russen zum Gedenken an deren gefallenen Soldaten
im Bahnhofpark errichtet. Unter einem großen Sowjetstern aus Beton ist
in russischer Sprache und kyrillischer Schrift folgender Spruch
eingraviert:
„Ewiges Andenken den Helden, die für die Ehre und Unabhängigkeit unseres Vaterlandes fielen." J. Stalin
Im Jahr 1947 wurden die im Bahnhofpark begrabenen russischen Soldaten exhumiert und im städtischen Friedhof beigesetzt.

Sogenanntes Schlößl - Ehemaliges Passauer Kastenamt (bis 1809); ab 1832
romantisch-historistisch umgestaltet. Beim Eckstein mehrere
Hochwassermarken.
Schlössl ehem. Passauer Kastenamt
1542 durch den Passauer Bischof erworben, vorher Bürgerhaus. 1804-24
Staats-Kastenamt, 1832 vom Fabrikanten Schaumann erworben und als
Teppich- und Kotzenfabrik adaptiert, später mehrfache Besitzerwechsel,
1906 eingestellt, heute Wohnhaus. Reich gegliederte, hakenförmige
Anlage mit kleinem Hof. Im Kern Mitte 16. Jh., Mitte 18. Jh.
barockisiert, ab 1832 romantisch-historisch umgestaltet. Aufwendige und
reiche Gliederung in neugotischen Formen, originale Fenstergitter. Am
Erdgeschoß Inschrift: “Wasserhöhe 1787“. Mächtiger, übereck gestellter
zinnenbekrönter Turm mit Relief hl. Georg, bez. Gustav Artzt.

Donaubrunnen oder Schifferbrunnen neben dem Rathaus, 1953 zur Erinnerung an den alten Stockerauer Donauhafen errichtet
Donaubrunnen in der Donaustraße hinter dem Rathaus.1953 nach Plänen von
Ferry Donath gestaltet. An dieser Stelle floss im 19. Jh. noch ein
schiffbarer Donauarm.

Rathaus der Stadt Stockerau
Ehemaliges Puchheim'sches Haus, 1716 vom Markt erworben; Barockbau von
1738-40 (Baumeister unbekannt), mittelalterlicher Südflügel (16.Jhdt.),
Zubau des Nordflügels 1874. Das prächtige Rathaus Stockerau ist ein
sehenswertes Beispiel für die
gelungene Kombination von gepflegtem Kulturgut aus der Rokoko- und
Barockzeit und moderner Funktionalität.

Am 22. April 1716 wurde das sogenannte "Puchheimsche Haus" erworben und
erstmals als Rathaus eingerichtet. Wann und von wem dieses Haus erbaut
wurde, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass es der damalige Markt
Stockerau vom Grafen Schönborn kaufte. Der Kaufpreis war zwar
verhältnismäßig gering, die Kosten für die Adaptierung jedoch umso
größer. Der südliche Trakt des Rathauses (Donaustraße) ist unverändert
geblieben. Die damals entstandene barocke Fassade ist so prächtig, dass
behauptet wird, das Rathaus sei von Fischer von Erlach geplant worden.
Diesbezügliche Beweise liegen aber nicht vor.
Der Umbau bzw. Neubau des Osttraktes erfolgte in den Jahren 1738 bis
1740, wie bereits erwähnt, im Barockstil. Die breite Front des Hauses
ist stilgerecht erhalten. Glatte Pfeiler teilen die Ansicht des
Erdgeschoßes in Flächen, aus denen vergitterte Fenster in steinernen
Rahmen herabblicken. Das zweite Geschoß ist durch Doppelpilaster 1
gegliedert, deren vorderer Schaft sich nach unten verjüngt. Die
ionischen Kapitelle 2 sind aus Stein und stammen vom Kremser Bildhauer
Beran. Die Wandflächen zwischen den Pilastern geben Raum für die großen
Fenster, die mit schmiedeeisernen Gitterkörben versehen sind. Über den
Säulen erheben sich die symbolischen Gestalten der Wahrheit und der
Stärke. In der Nische des Giebelfeldes steht die Gerechtigkeit mit
Schwert und Waage. Das mächtige Doppeldach trägt als Dachreiter einen
Uhrturm.
Das Rathaus hat einer Funktion als zeitgemäßes und modernes
Verwaltungszentrum der Stadt Stockerau gerecht zu werden. So waren im
letzten Jahrzehnt auch verschiedene Um- und Ausbauten notwendig, die
aber stets unter strenger Berücksichtigung alter Bauelemente und mit
dem Gedanken an die ehrwürdige Erhaltung der vorhandenen Bausubstanz
vorgenommen wurden. Das Rathaus Stockerau - ein sehenswertes Beispiel
für die gelungene Kombination von gepflegtem Kulturgut und moderner
Funktionalität.

Stockerau Rathausplatz

Stockerau Rathausplatz - Dreifaltigkeitssäule
Urk. 1713/16 von Johann Stanetti. Von Balustrade umgebene, den Platz
beherrschende Säule auf hohem, 3seitigem Unterbau, daran vergoldete
Reliefs Leben Christi mit alttestamentarischen typologischen
Entsprechungen, an den Ecken Putti mit Sternen, auf Postamenten Statuen
Hl. Rochus, Sebastian und Koloman, dazwischen kniend Hl. Franz von
Assisi, Karl Borromäus und Rosalia, von Engelkaryatiden getragener
Wolkenobelisk mit Maria Immaculata und Putten, bekrönende
Dreifaltigkeitsgruppe.

Pest- und Dreifaltigkeitssäule
1713-16 vom kaiserlichen Bildhauer Giovanni Stanetti aus Eggenburger
Sandstein gestaltet. Auf Unterbau Statuen der Hl. Sebastian, Rochus und
Koloman.

Apotheke Zum göttlichen Heiland, Josef Wolfik Str. 2, 2000 Stockerau

Theresia-Pampichler-Straße 1, 2000 Stockerau

Stadtpfarrkirche
Anstelle einer dem Hl. Stephanus geweihten Kirche, Bau eines barocken
Kirchturms (88 m) 1722-25 von Franz Jänkel. Langhaus als
frühklassizistischer Saalkirchenraum 1777/78 von Peter Mollner. Um die
Kirche bis 1775 Friedhof mit Karner.

Hauptstr. 4, 2000 Stockerau
Jakowatz-Haus: Kern 2. Hälfte 17. Jh. In Muschelnische bemerkenswerte
barocke Figurengruppe Mondsichelmadonna zwischen Engeln trohnend, bez.
1675, restauriert 1950.

Hauptstraße 14 und Bahnhofstraße 2, 2000 Stockerau
Stefsky-Haus: Vielleicht auf dem Gelände der alten Burg, einst Sitz der
Herrschaft Freysegg (->Belvedere). Seit dem 15. Jh. Lehen, nach 1688
unter Albrecht von Albrechtsburg neu erbaut. 1780 an den Markt
Stockerau verkauft. 1832 als Posamentierwerkstätte adaptiert. Fassade
nach 1832 mit Renaissance-Runderker. Rundbogenportal mit Holztor, nach
1832. Kreuzgratgewölbte Durchfahrt. Von hier Zugang zur ehemaligen
Kapelle, jetzt Abstellraum, mit barockem Freskenrest. An der Hofmauer
zur Bahnhofstraße Renaissance-Brunnen mit 2 Ritterfiguren, Ende 17. Jh.

Dr. Karl Renner-Platz 2, 2000 Stockerau

Dr. Karl Renner-Platz 1, 2000 Stockerau

Ein Blick in die beeindruckende barocke Stadtpfarrkirche, die 1777/78
im frühklassizistischen Baustil errichtet worden ist, lohnt sich. Der
imposante Hochaltar, der die gesamte Apsis einnimmt, wurde von Franz
Senger und Karl Müller nach einem Entwurf von Martin Keller errichtet.
Der Kirchturm ist mit seinen 88 Metern der höchste Kirchturm in
Niederösterreich und gehört zu den fünfzehn höchsten Kirchtürmen
Österreichs. Auf dem Platz vor der barocken Stadtpfarrkirche erweisen
sich jeden Sommer die Stockerauer Festspiele als wichtiger Bestandteil
der kulturellen Vielfalt in Niederösterreich.

Hauptaltar und Altarraum
Kirche bleibt auf dem Weg und sie ist ständig in Veränderung. So hat
die Neuordnung des Gottesdienstes durch die Liturgiereform des 2.
Vatikanischen Konzils auch zu einer Neugestaltung des Altarraums
geführt. Durch die Errichtung eines neuen Hauptaltars
(umgangssprachlich oft „Volksaltar" genannt) sollte deutlicher betont
werden, dass Gottesdienst eine gemeinsame Feier aller Getauften ist,
die durch die Taufe teilhaben an der priesterlichen Würde Jesu Christi.
Die künstlerische Ausgestaltung des Hochaltars eröffnet den Blick in
den offenen Himmel, die Ausgestaltung des liturgischen Feierraumes will
deutlich machen: Wenn Christen hier miteinander Gottesdienst feiern,
dann beginnt dieser offene Himmel hier auf der Erde schon Wirklichkeit
zu werden. Der Altar ist der wichtigste Einrichtungsgegenstand der
ganzen Kirche. Er ist ein Symbol für Jesus Christus, darauf weisen die
fünf Kreuze auf der Altarplatte hin, die an die fünf Wundmale erinnern
sowie die Salbung mit Chrisamöl bei der Feier der Altarweihe.
Der imposante, die gesamte Apsis einnehmender Hochaltar wurde nach
einem Entwurf von Martin Keller von Franz Senger und Karl Müller
ausgeführt. Das Hochaltarbild ist ein Werk aus dem Jahr 1777 von Johann
Meidinger (1733–1806) und stellt das Martyrium des hl. Stephanus dar.
Hochaltar nach einem Entwurf von Martin Keller, ausgeführt von Franz Senger und Karl Müller (1777-1781)
HI. Petrus, Holzfigur in der linken Fensternische im Altarraum, 3. Drittel 17. Jh.
HI. Paulus, Holzfigur in der rechten Fensternische im Altarraum, 3. Drittel 17. Jh.

Die heutige Kirche wurde nach Abriss des gotischen Langhauses in den
Jahren 1777 bis 1778 im frühklassizistischen Baustil durch den Wiener
Baumeister Peter Mollner errichtet. Der Kirchturm wurde schon einige
Jahre früher, 1722 bis 1725, unter Maurermeister Franz Jänggl an die
alte Kirche angebaut. Er ist mit 88 Metern der höchste Kirchturm
Niederösterreichs und gehört zu den fünfzehn höchsten Kirchtürmen
Österreichs.
Die heutige Orgel wurde von Johann Kau(f)fmann in Wien gebaut.

Das Hochaltarbild ist ein 1778 geschaffenes Werk von Johann Meidinger
und stellt die Steinigung des hl. Stephanus dar. Es ist ein Sinnbild
für den Pilgerweg des Menschen zu Gott, wie es in diesem Gemälde
besonders verdeutlicht wird. Fast in der Mitte des Bildes, leicht nach
rechts verschoben, ist Stephanus zu sehen. Er ist einer der sieben
Diakone, die die Apostel bestellt haben, um sich besonders um die
Witwen zu kümmern. Stephanus tritt aber schon bald als
leidenschaftlicher Prediger auf. Aufgrund falscher Zeugenaussagen wird
er angeklagt und nach seiner Rede, mit der er seinen Glauben an Jesus
begründet, gesteinigt. Im Altarbild trägt er das gottesdienstliche
Gewand des Diakons („Dalmatik"), wie es im 18. Jh. üblich war. Das Rot
des Gewandes steht für seine Liebe. Er weist mit erhobener Hand in den
offenen Himmel und ruft aus: „Ich sehe den Himmel offen und den
Menschensohn zur Rechten Gottes stehen." Genau diese Anfangsworte
befinden sich über dem Altarbild sozusagen in einer Sprechblase: „Video
coelos apertos" („Ich sehe den Himmel offen"). Folgt man seiner Hand
über den Hochaltar hinaus, so wird dort oben genau diese Szene
sichtbar: Jesus, der aus dem Grab zum Leben auferweckt, zu seinem Gott
und Vater heimgekehrt ist. Diese Perspektive schenkt dem Stephanus eine
innere Geborgenheit: Mitten in allem Getöse weiß er sich, wie an seinem
Gesichtsausdruck ersichtlich wird, zugleich in Gott geborgen.
Im Zentrum des Bildes steht aber fast unbemerkt eine Frau mit einem
kleinen Kind. Ganz unscheinbar zart zwischen Stephanus und dem Reiter,
der sichtlich die Steinigung befiehlt. Eine Mutter mit kleinem Kind
mitten in einer Steinigung, neben Männern, die zornig die Steine auf
Stephanus richten, zeigt, dass das Bild keine realistische
Dokumentation sein will. So könnte der Reiter der Vertreter der
weltlichen Macht sein. Sein Blick ist zornig abgewendet, er zeigt auf
dieses Kind, als wollte er uns sagen, dieses Kind ist schuld an allem.
Das Kind und die Mutter, die hier im Mittelpunkt stehen, könnten Maria
mit dem Jesuskind darstellen. Nachdem das Fest des hl. Stephanus ja
gerade auf den 26. Dezember fällt, wäre so eine inhaltliche Verbindung
zum Weihnachtsfest geschaffen. Der große Gott, der in dem kleinen Kind
einer von uns wird, er erspart uns zwar nicht die Mühsamkeit dieser
Welt, aber er bleibt in allen Herausforderungen des Lebens treu an
unserer Seite.
Rechts neben Stephanus steht ein Mann mit einer Mappe in der Hand;
vermutlich hat sich hier der Maler selbst verewigt. Die Darstellung
könnte dazu inspirieren, sich selbst geistig in dieses Bild zu
versetzen, die eigene Position zu suchen, in der ich mich gerade
wiederfinde bin ich Stephanus oder einer derer, die den Stein in der
Hand halten, spüre ich die Leichtigkeit der Engel oder zieht es mich
zur Frau mit dem Kind?
Am oberen Endes des Bildes sehen wir schon die Boten des offenen
Himmels, die Engel, die ihn mit dem Siegeskranz und dem Palmzweig, den
Zeichen der Märtyrer (= jene Menschen die sich lieber töten lassen, als
ihre Überzeugung und ihre Liebe zu Gott zu verraten) abholen, um ihn in
den offenen Himmel zu geleiten. Stephanus heißt auf Deutsch übrigens
Krone oder Siegeskranz.
Martyrium des hl. Stephanus, Altargemälde von Johann Meidinger (1778)

Kolomansaltar, gemalt von Leopold Kastner 1886. Mit dem Tod von Koloman
beginnt die Geschichte von Stockerau. Mit dem fatalen Justizirrtum und
den Mord an einem Unschuldigen verbindet sich die erste urkundliche
Erwähnung von Stockerau. Hier ergibt sich eine Verbindung zur
Geschichte der Kirche, die mit dem gewaltsamen Tod Jesu begann.
Mit dem Tod fängt alles an. Nicht umsonst steht der Taufbrunnen vor dem
Kolomansaltar. Am Altarbild sehen wir die Aufnahme Kolomans in den
Himmel, Jesus empfängt ihn mit offenen Armen. Taufe ist auch ein
Übergang vom Tod zum Leben. Die Taufe stellt Menschen hinein in die
Dynamik des Lebens Jesu, der durch Mühsal, Leiden und Tod zum
bleibenden Leben gegangen ist. Koloman ist diesem Jesus auf seine Weise
nachgefolgt. Wir sind eingeladen, es auf unsere je eigene Weise zu tun.
Das Altarbild zeigt Jesus, der als König Koloman mit offenen Armen
erwartet und ihn empfängt. So ist Jesus auch für uns. Er wartet auf uns
und in jedem Moment unseres Lebens ist er für uns da, um uns mit
offenen Armen willkommen zu heißen.
Kolomansaltar, Gemälde von Leopold Kastner (1886)
Kanzel (1778) von Josef Gerber, Figuren von Christoph Helfer
Guter Hirte, Relief am Kanzelkorb
Hl. Gregor der Große, Sitzfigur am Kanzelkorb

Maria und Elisabet - Maria Heimsuchung
In diesem Altarbild führt uns der Maler Hubert Maurer die Begegnung von
Maria und Elisabet vor Augen wie sie uns im Lukasevangelium überliefert
ist: Maria, die junge, unverheiratete Frau und Elisabet, ihre alte,
kinderlose Verwandte. Liebevoll begrüßen sie einander, die zwei Frauen,
deren Leben von Gott plötzlich und nachhaltig verändert wurde: Beide
Frauen bekommen unerwartet ein Kind. Diese Kinder sind von Gott
angekündigt und sie stehen beide ganz besonders im Dienst Gottes. Sie
werden diesen Weg gehen bis zu ihrem Tod, der für beide gewaltvoll
kommt. Elisabet war schon alt und es schien chancenlos, dass sie noch
Mutter werden würde. Doch durch Gottes Kraft sollte sie noch einen Sohn
zur Welt bringen: Johannes den Täufer, der Jesus den Weg bereiten wird.
Maria war noch sehr jung. Sie war bereits in einer vertraglichen
Verbindung mit Josef, aber es gab zwischen ihnen noch keinen intimen
Kontakt. Durch Gottes Wirken sollte sie zur Mutter Jesu werden. Beide
Frauen lassen sich auf diese überraschenden Wendungen in ihrem Leben
ein und das Altarbild zeigt, was daraus wird: Beide sind von einer
riesigen Freude erfüllt, weil ihnen deutlich wird, wie großartig Gott
auf ungeplanten Wegen in ihrem Leben wirkt. Sie staunen über Gottes
Wirken in ihrem eigenen Leben und sie staunen über Gottes Wirken bei
der je anderen. Dort wo Menschen sich auf Gott einlassen, dort kann
Neues entstehen und dort kann Gottes Spur der Freude das ganze Leben
verwandeln.
Maria-Heimsuchung-Altar, Gemälde von Hubert Maurer (1784)
Marienaltar (1886) als Pendant zur Kanzel; Marienfigur (1989) von Josef Lehner

Kreuzwegbilder (1858)
Heilige-Familie-Altar, Gemälde von Josef von Schweickhardt (1846)

Der heilige Koloman (* Irland; † 17. Juli 1012 bei Stockerau) – auch:
Coloman, Kolman – soll ein irischer Königssohn gewesen sein, der auf
einer Pilgerreise ins Heilige Land bei Stockerau gefangen genommen und
hingerichtet wurde.
Aus dem Leben des Heiligen ist nicht viel bekannt. Die Legende
berichtet, dass er ein irischer Königssohn oder Wanderprediger war, der
sich auf eine Wallfahrt zu den heiligen Stätten in Jerusalem begab. Zu
jener Zeit kam es zu etlichen Auseinandersetzungen zwischen König
Heinrich II. und Herzog Bolesław I. Chrobry von Polen. Koloman wurde
aufgrund seines fremdartigen Aussehens für einen böhmischen Spion
gehalten und bei Stockerau in Niederösterreich festgenommen. Nach einem
Martyrium wurde er zwischen zwei Mördern an einem dürren
Holunderstrauch erhängt.
Als zum Tode Verurteilter wurde er nicht begraben. Sein Leichnam zeigte
jedoch auch nach einiger Zeit noch keine Verwesungsmerkmale und der
Legende nach stellten sich bald zahlreiche Wunder ein. Das führte dazu,
dass Koloman zwei Jahre nach seinem Tod in die damalige Residenz der
Babenberger nach Melk überführt und dort am 13. Oktober 1014 beigesetzt
wurde, dieser Tag ist bis heute sein Festtag. Darüber hinaus feiern der
Konvent des Stiftes Melk sowie die Schwestern im Kloster St. Koloman
auch den wesentlich später entstandenen Festtag am 17. Juli.

Taufstein aus rotem Marmor (2. Hälfte 17. Jh.)

Im Jahr 1012 wurde der Hl. Koloman im heutigen Stockerau gehenkt. Sein
Leichnam wurde am Ort der heutigen Stadtpfarrkirche bestattet. Schon
bald nach seinem Tod wurden er und sein Grab verehrt. Nach seiner
Exhumierung wurde er 1014 nach Melk überstellt und dort beerdigt.
Soldatengedenken verschiedener Kriege

Epitaph des Leopold Lengfeld, 1772

Die Pfarrkirche ist dem hl. Stephanus geweiht. Sie ist 1777/78 erbaut
worden. Ein paar Jahre vorher (1722-1725) wurde der Kirchturm an die
alte Pfarrkirche angebaut. Er ist mit 88 der höchste Kirchturm
Niederösterreichs und wenn Sie Stockerau besuchen ist der Kirchturm das
erste Bauwerk, das Sie von weitem willkommen heißt.

Alte Kirchenschule
Erstmals erw. 1438, mittelalterlicher Kern, seither mehrmals um- und
ausgebaut; bis 1936 Schule heute Stadtarchiv. An der Fassade Sgraffito
von Ferry Donat (1958) "Kaiser Friedrich III. erhebt Stockerau zum
Markt".
Kaiser Friedrich III. übergibt in Wiener-Neustadt die Markterhebungsurkunde von Stockerau, 5. IV. 1465

Tabernakelsäule
1580, ursprünglich am protestantischen Friedhof vor dem Haghof in
Wolfpassing, 1953 hierher übertragen; steinerner Tabernakel auf
achtseitigem Pfeiler mit Relieffragmenten (Kruzifixe).
Steinerne Kreuzigungsgruppe (um 1775) an der Langhausnordseite

Durch die Verehrung des Volkes wurde Markgraf Heinrich I. auf Koloman
aufmerksam. Eine Kommission überprüfte die Wunder und ließ das Grab
öffnen. Koloman wurde unverwest vorgefunden. Heinrich ließ Kolomans
Leichnam von Stockerau nach Melk überführen, wo er am 13. Oktober 1014
vom Eichstätter Bischof Megingaud in der St. Peterskirche außerhalb der
Melker Burg ein zweites Mal beigesetzt wurde. Dies wird in der Passio
S. Cholomanni, die aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammt, berichtet.

Ulanendenkmal im Kirchenpark
Kriegerdenkmal für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg des Landwehr
Ulanen Regiments Nr.5; Errichtet 1927 nach Entwurf von Leopold Forstner
(1878-1936).

ehem. Turnhalle
Neorenaissancebau, 1884 von Josef Drechsler, mit rustizierter
Pilastergliederung und großen Biforenfenstern. An den Schmalseiten
Giebel, darin Wappenkartusche. Schmiedeeiserne Ecklaternen.
SIEGFRIED MARCUS AUTOMOBILMUSEUM STOCKERAU

Belvedere Schlößl
Kulturzentrum und Bezirksmuseum; ehemaliges Lustschlösschen der
Herrschaft Freysegg; Kern aus dem 15. Jhdt., zwischen 1672/1701 barock
überbaut; 1984 Generalsanierung.
Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Liederabende werden im
Belvedereschlössl abgehalten, welches im 16. Jh. errichtet wurde und
mit einem historischen Trauungssaal ausgestattet ist.

Das Kulturzentrum Belvedereschlössl ist ein historisches Gebäude in
Stockerau, in welchem auch das Bezirksmuseum Stockerau untergebracht
ist. Das Belvedereschlössl stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert.
Ab dem 17. Jahrhundert ist der Besitz nachweisbar, so war es Besitz des
Grafen Andreas von Volkra, ab 1672 im Besitz des Grafen Palffy. Johann
Conrad Albrecht von Albrechtsburg erwarb 1682 den Volkra-Hof samt
Zubehör in Stockerau. Er ließ bis 1688 das Gebäude neu errichten,
darunter das nachmalige Belvedereschlössl und erwirkte 1690 für die
kleine Grundherrschaft die neue Bezeichnung Freisegg (Freysegg).
Belvedere wurde als Lustschlösschen verwendet und 1780 an den Markt
Stockerau verkauft.

1882 wurde im Garten des Belvedereschlössls die Maschinenfabrik Weipert
erbaut, 1933 wieder abgerissen. Danach wurde das Areal teilweise
verbaut, 1984 jedoch als Barockgarten rückgestaltet. Unter
Bürgermeister Leopold Richentzky begannen ab 1984 auch umfangreiche
Revitalisierungsmaßnahmen des Schlösschens.

Belvedereschlössl mit Bezirksmuseum
Lustschlösschen der ehem. Herrschaft Freisegg, (Belvederegasse 3). Im
15. Jh. vermutlich landesfürstliches Lehen, im 17. Jh. Besitz des
Grafen Andreas von Volkra, 1672 des Grafen Palffy, 1688 Albrechts von
Albrechtsburg, seit 1690 derer von Freysegg. 1780 an den Markt
Stockerau verkauft. 1882 im Garten des Belvedere die Maschinenfabrik
Weipert erbaut, letztere 1933 abgerissen, das Areal z.T. verbaut, 1984
z.T. wieder als Barockgarten gestaltet. Bezirksmuseum: 1984 aus der
ehemaligen Kirchenschule (Kirchenplatz 2) ins Belvedereschlößl
übertragen. Bemerkenswerte ur- und frühgeschichtliche Sammlung (Funde
aus Großmugl – u.a. das Mondidol um 500 v.Chr.). Stadt- und
bezirksgeschichtliche sowie volks- und naturkundliche Sammlung.
Bedeutende Bestände antiker Münzen; Münzfunde von Höbersdorf, 17. Jh.
Ehemaliges Hochaltarbild der Pfarrkirche, hl. Stephanus, bez. Nikolaus
van Hoy, 1666.

Die Lutherkirche ist die ehemalige Synagoge und jetzige evangelische
Gemeindekirche von Stockerau in Niederösterreich. Die jetzige
Stockerauer Lutherkirche wurde 1903 von dem Stockerauer Baumeister
Leopold Holdhaus als Synagoge im Rundbogenstil erbaut. Sie wurde 1938
durch Herbert Jelinek zur evangelischen Kirche umgestaltet. Dabei
erhielt die Fassade anstelle der einfachen Giebelschräge einen
turmartigen Aufbau und wurde die Portalsituation vereinfacht. Die mit
Pilastern und Biforienfenstern ausgestatteten Seitenfassaden zeigen
noch den Originalzustand.
Nach der offiziellen Gewährung der Religionsfreiheit nach der
Revolution von 1848/1849 im Kaisertum Österreich bildeten die jüdischen
Bewohner Stockeraus 1856 zur Abhaltung von Gottesdiensten einen
„Minjan-Verein“. Nach Errichtung einer eigenen Synagoge löste sich 1905
die Stockerauer Gemeinde von der Wiener Kultusgemeinde, der sie bis
dahin unterstanden hatte. Mit der nationalsozialistischen
Herrschaftsübernahme 1938 nach dem Anschluss Österreichs wurde die
israelitische Kultusgemeinde in Stockerau aufgelöst und ihr Eigentum
konfisziert, das Synagogengebäude gelangte aufgrund eines
Schenkungsvertrags an die evangelische Kirchengemeinde Stockerau.

DIESES GOTTESHAUS ERINNERT AN DIE FURCHTBARE GESCHICHTE DER GEZIELTEN VERNICHTUNG DER JUDEN
1908 ALS SYNAGOGE ERBAUT 1938 UNTER DER UNRECHTSHERRSCHAFT DES
NATIONALSOZIALISMUS ENTEIGNET ZUR EVANGELISCHEN KIRCHE UMGEBAUT 1953
DURCH DIE EVANGELISCHE PFARRGEMEINDE VON DER ISRAELITISCHEN
KULTUSGEMEINDE RECHTMÄSSIG ERWORBEN
DER GEMEINSAME GLAUBE AN DEN EINEN GOTT VERBINDET JUDEN UND CHRISTEN

Ehemaliger Poppinger-Hof
Renaissance-Hof aus 16. Jhdt. mit Renaissance-Giebeln. Anfang des 17. Jhdts. Poppingerhof (vormals Tummel-Hof).

Zum 100. Geburtstag des Dichters Nikolaus Lenau wurde im Jahr 1902 das
Lenau-Denkmal, damals in einer Parkanlage am Bahnhofplatz, errichtet.
Nach mehreren Standortwechseln hat das Denkmal nun seinen Platz in der
Judithastraße gefunden. Auf dem Denkmal befindet sich ein
Bildnis-Medaillon, das den Dichter zeigt und von dem Bildhauer Wilhelm
Seib geschaffen wurde. Auf dem untersten Granitblock finden sich
folgende Worte:
Dem Dichter der in den Jahren 1818 - 1822 oft in unserer Stadt weilte.

ehem. Bürgerspital
Gebäude 1841 als Bürgerspital erbaut, 1864 bis 1872 Gymnasium und
Fortbildungsschule, von 1873 bis 1893 neuerlich Bürgerspital. Heute
Wohnhaus. Am Platz davor eine 1680 vom Marktrichter Konrad Paur (gest.
1684) gestiftete Pestsäule, 1841 vom Cholera - Friedhof bei der
Sebastiani - Kirche hierher übertragen.

Stockerau Sparkassaplatz

Pieta-Gruppe
Arma Christi; 1756/62 von Bernhard Schilcher (1713-1770);
Steinbalustrade 1840; auf Voluten Hll. Maria Magdalena, Johannes und
Josef von Arimatia.
Pietà-Gruppe am Sparkassaplatz, seltenes und bemerkenswertes Beispiel
einer monumentalen, platzbeherrschenden Pietàgruppe, gestiftet von
Josef Röger, 1756/62 von Bernhard Schilcher, bez. 1762, Steinbalustrade
1840, 1955 erneuert. Renovierung 1892 und 1955. 3seitiger Sockel mit
Kartusche und Putten, die Arma Christi tragend, auf Voluten trauernde
Figuren Hll. Maria Magdalena, Johannes und Josef von Arimathia, unter
dem hohen Kreuz die Pietà-Gruppe.

Zum 100 jährigen Jubiläum wurde dieser Jubiläumsbrunnen errichtet. 1993 anläßlich der Feierlichkeiten zu 100 Jahre Stadterhebung Stockerau vom Bildhauer Meierhofer.

Altes Bräuhaus
Barockes Bräuhaus um 1682 errichtet. 1998/99 generalsaniert und in das
Veranstaltungszentrum Z2000 einbezogen. Für größere Veranstaltungen wie
Seminare, Bälle und Messen stehen Räumlichkeiten im Bräuhaus zur
Verfügung, welches integraler Bestandteil des Veranstaltungszentrums
2000 (Z-2000) ist.
2000 wurde das alte Bräuhaus, ein barockes Gebäude, mitten in der Stadt
Stockerau stehend, aufwändig zu einem Veranstaltungsort umgebaut. Das
Dachgeschoß erhielt den Namen Lenausaal und ist Teil des
Veranstaltungszentrums Z2000. Unter dem alten Dachstuhl wurden nun
kleine Veranstaltungen jeder Art durchgeführt. Im Sommer 2009 wurde
dieser Raum von der Gemeinde Stockerau zu einem Theater umgebaut,
welches nun in einem ganzjährigen Spielbetrieb von Richard Maynau
geleitet wird.
Das Lenautheater – Theater im Lenausaal ist das regelmäßig bespielte Theater in Stockerau, Österreich.

Himmelbauer Villa
1904 von Max Kropf erbaute späthistorisierende Villa mit Elementen des Jugendstils; heute Kammer der gewerblichen Wirtschaft.

Leiser Berge 1110 524 Regiobahn, dahinter die Diesellokomotive ÖBB
2050.09 (Henschel-Werke GmbH Kassel Nr. 29796, Lizenz General Motors)

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: