Uhrenmuseum

in Wien, Oktober 2026

In einem Alt-Wiener Innenstadthaus befindet sich Österreichs größte Uhrensammlung: Hier kann man sich auf eine Zeitreise durch die Jahrhunderte begeben. Das Museum hat eine rund 7.000 Exponate umfassende Sammlung von Taschenuhren, Pendeluhren und vielen weiteren historischen Uhren. Mehr als 700 Exponate aus aller Welt erzählen die Geschichte der Zeitmessung vom Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit. Zu den Highlights gehören das tonnenschwere Turmuhrwerk des Stephansdoms aus dem 17. Jahrhundert, die berühmten „Laterndluhren“ des Wiener Biedermeier sowie eine astronomische Kunstuhr des Mönchs David a Sancto Cajetano, die verschiedene Ortszeiten, Planetenumlaufbahnen und Sonnen- bzw. Mondfinsternisse anzeigen kann.
 
Das Uhrenmuseum erzählt aber nicht nur von wissenschaftlichem Fortschritt und technischer Präzision. Es präsentiert auch eine Geschichte des Kunsthandwerks und gibt Aufschluss über zahllose gesellschaftliche Umbrüche. Eine der bedeutendsten Uhrensammlungen Europas: Im Uhrenmuseum dokumentieren rund 1000 Exponate die Entwicklung der Zeitmessung und der Uhrentechnik - vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Gezeigt werden unterschiedlichste Uhrentypen internationaler Herkunft. Der Schwerpunkt liegt auf dem Wiener Uhrmachergewerbe aus der Zeit des Biedermeier.

Eröffnet wurde das Museum 1921 in diesem Alt-Wiener Gebäude, das spätmittelalterliche Grundmauern aufweist. Die Basis des mehrere Tausend Objekte umfassenden Bestands bildeten zwei große Ankäufe: die umfangreiche Privatsammlung des Lehrers Rudolf Kaftan und die Taschenuhrsammlung der österreichischen Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach. Durch Ankäufe und Schenkungen wird die Uhrensammlung weiterhin ausgebaut und ergänzt. Die Präsentation ist teils chronologisch, teils nach Uhrentypen geordnet. Zu jeder vollen Stunde erfüllen zahlreiche in Gang gehaltene Uhren das Gebäude mit einem klangvollen Schlagen, Läuten und Spielen.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Turmuhren 16. bis 19. Jahrhundert
Der Beginn der mechanischen Zeitmessung wird gegen Ende des 13. Jahrhunderts angenommen, als gewichtsgetriebene Räderwerke mit Hemmungseinrichtung und Schävingkörper aufkamen. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts trat die mechanische Räderuhr ihren Siegeszug durch Europa an. Die frühesten öffentlichen Uhren befanden sich in Oberitalien und in Flandern. Zunächst lieferten kleinere, in den Turmstuben angebrachte Türmeruhren den Türmern stündlich das Signal für das Anschlagen der Glocke. Anfangs konnten sich nur wenige Städte eine große Turmuhr, noch dazu eine mit Schlagwerk, leisten. Allmählich eroberten große Räderuhren die Stadt- und Kirchtürme. Die mechanischen Uhren dieser Zeit waren grundsätzlich nur mit einem Stundenzeiger versehen und gingen ungenau. Ihre schmiedeeisernen Werke wurden von Schlossern hergestellt. Mit Beginn des 15. Jahrhunderts erhielten die meisten Turmuhren ein Zifferblatt. Im Gebiet des heutigen Österreich wurde die erste mechanische Uhr 1372 in Tulln eingerichtet. Im Jahr 1417 wird erstmals eine mechanische Räderuhr auf dem Stephansturm in Wien erwähnt.

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Turmuhrwerk St. Stephan, 1699 Joachim Oberkircher, Wien
Dieses Uhrwerk, das 1699 als viertes und letztes seiner Art im Südturm des Wiener Stephansdoms montiert wurde, bewegte erstmals neben Stundenzeigern auch Minutenzeiger. Das Räderwerk wurde später auf die von dem englischen Uhrmacher William Clement (1638-1704) um 1680 eingeführte rückführende Ankerhemmung (Hakengang) umgebaut, bei der ein ankerförmiger Teil in das Gangrad eingreift. Im Zuge von Sanierungsarbeiten im 19. Jahrhundert wurde das 700 kg schwere Uhrwerk abgenommen, seitdem ziert den Südturm von St. Stephan keine Uhr mehr.

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Gotische Uhren - Ab dem 15. Jahrhundert
Ab dem 15. Jahrhundert wurden zunehmend Hausuhren erzeugt. Die eisernen Werke waren an der Wand befestigt oder standen auf Konsolen und hatten zunächst noch kein Gehäuse. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts beschränkte man sich fast ausschließlich auf die Stundenangabe. Der Minutenzeiger fand erst nach 1700 allgemeine Anwendung. Für astronomische Betrachtungen waren auch kürzere Zeitmaßeinteilungen in Gebrauch. Genau gehende Uhren waren für naturwissenschaftliche Beobachtungen besonders wichtig. Wie in anderen Städten ging auch in Wien die Uhrmacherei aus dem Schlosserhandwerk hervor. Im Spätmittelalter und am Beginn der Frühneuzeit waren hier einzelne, vorwiegend zugewanderte Uhrmacher tätig. 1451 erhielten die Wiener Schlosser gemeinsam mit den Uhr- und Büchsenmachern eine Handwerksordnung, in der die Uhrmacherei erstmals als eigenes Handwerk erwähnt wurde. Das Wiener Uhrmacherhandwerk kam allerdings lange Zeit über eine lokale Bedeutung nicht hinaus.

Wanduhr, Österreich (?), 1733, Darstellung: Hl.Nepomuk
Wanduhr, Österreich (?), 18. Jahrhundert, Darstellung: Johannes der Täufer mit Jesuskind
Wanduhr, Österreich (?), 18. Jahrhundert, Darstellung: Hl. Maria

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Wanduhr, Österreich, 16. Jahrhundert
Standuhr auf hölzerner Wandkonsole, Österreich, um 1700

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 Sonnenuhren 16./17. Jahrhundert
Zur Überprüfung der mechanischen Uhr dienten bis in das 18. Jahrhundert hinein Sonnen- und Sandunren. Das simple Prinzip der Sonnenuhr ein Stab, von der Sonne bestrahlt, dessen Schatten die Tageszeit verkündet - ist eine der ältesten Methoden der Zeitmessung. In Nürnberg, später in Augsburg, etablierte sich im 15. und 16. Jahrhundert eine wahre Sonnenuhrindustrie, die sich auf die Produktion tragbarer Sonnenuhren spezialisierte. Diese Taschensonnenuhren konnten mithilfe eines Kompasses auf die Südrichtung eingestellt werden. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden federgetriebene Uhren allgemein gebräuchlich. Um Schnur und Gewicht >gestutzt<, wurden sie auch Stutzuhren genannt. Nun erübrigte es sich, die Werke an der Wand zu befestigen, alle Uhren erhielten ein Gehäuse und konnten von einem Ort zum anderen getragen werden.

Der Federzugantrieb ermöglichte die Anfertigung der am Körper tragbaren Anhängeruhren, die als Vorläufer der Taschen- und Armbanduhren gelten und maßgeblich auf den Nürnberger Schlossermeister Peter Henlein zurückgehen. Typisch für das 16. Jahrhundert sind Tischuhren; besonders beliebt waren Türmchenuhren und Automatenuhren.

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Türmchenuhr, Deutschland, Ende 16. Jahrhundert
Türmchenuhr, Süddeutschland, um 1600 - Türmchenuhren in Form des italienischen Campanile (frei stehender Glockenturm) wurden vorwiegend in Augsburg und Nürnberg erzeugt.
Türmchenuhr, Süddeutschland, 1. Hälfte 17. Jahrhundert

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Anhängeruhr "Amethystkreuz", Christoph Schöner, Augsburg um 1680, Schenkung Simon Bull

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Tischuhr mit waagrechtem Zifferblatt, Anfang 18. Jahrhundert, Ferdinand Engelschal(c)k, Prag

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Astronomische Bodenstanduhr, 4. Viertel 17. Jahrhundert Johann Joachim Oberkircher, Wien (Uhrkasten nicht original)
Die astronomische Bodenstanduhr hat zwei Haupt- und zwei Nebenschauseiten. Die beiden Hauptseiten dienen der Zeitanzeige im Lauf eines Tages und eines Jahres, die Nebenseiten der Kontrolle der Schlaganzeige für die Viertelstunden und Stunden.

Tageszifferblatt
Das versilberte Stundenzifferblatt ist in zweimal zwölf Stunden eingeteilt, 12 Uhr mittags ist oben, 12 Uhr nachts unten. Außerhalb des Stundenringes mit römischen Ziffern verläuft der vergoldete Minutenring. Darauf sind die Minuten in Fünferschritten mit arabischen Ziffern und zusätzlich die Viertelstunden mit römischen Ziffern angegeben. Der Minutenzeiger vollzieht demnach innerhalb von zwei Stunden, der Stundenzeiger innerhalb von vierundzwanzig Stunden eine Drehung.
Das kleine vergoldete Weckerzifferblatt ganz innen weist ebenfalls eine Einteilung in zweimal zwölf Stunden auf und dreht sich mit dem Stundenzeiger mit. Das kurze Ende des Stundenzeigers zeigt die Weckzeit, die durch Drehung des Weckerzifferblatts verstellt werden kann. Zur Erleichterung des Weiterdrehens gibt es auf dem Weckerzifferblatt drei kleine Löcher.

Zwischen dem Weckerzifferblatt innen und dem Stundenring außen befindet sich der astrologische Anzeigebereich. Dieser besteht aus neun Ringen, wobei der äußerste Ring die astronomische Zeit angibt - Stundenzählung von 1 bis 24, beginnend um 12 Uhr mittags.
Der zweitäußerste Ring bezeichnet die Nachmittagsstunden mit >N<, die Vormittagsstunden mit >V< und die Mittags- und Mitternachtsstunde mit >M<. Die weiteren Ringe gelten jeweils für einen Wochentag und seinen Tagesregenten, außen beginnend mit Sonntag:
SOL Sonntag (Sonne)
LUNA Montag (Mond)
MAR Dienstag (Mars)
MER Mittwoch (Merkur)
JUP Donnerstag (Jupiter)
VEN Freitag (Venus)
SAT Samstag (Saturn)
Auf den Tagesringen ist für jede Stunde das Symbol des jeweiligen Regenten eingezeichnet. In der Astrologie ergibt die Beziehung des Stundenregenten zum Tagesregenten und zum eigenen Horoskop seinen Einfluss auf das jeweilige Stundengeschehen.

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Kommodenstanduhren und astronomische Kunstuhren 17./18. Jahrhundert
Im 17. und 18. Jahrhundert kam es zu erheblichen Fortschritten in der Zeitmessung. Bedeutend war die Einführung des Pendels als Gangregler mechanischer Uhren. Die >Pendelgesetze< erforschte Galileo Galilei (1564-1642), der Niederländer Christiaan Huygens ließ 1657 die erste Pendeluhr anfertigen. 1674 entwickelte er die Unruh mit Spiralfeder als Gangregler für tragbare Uhren. Die Uhrhemmung wurde durch die englischen und französischen Uhrmacher William Clement, George Graham und Louis Amant entscheidend weiterentwickelt. Aus den offen gearbeiteten Wanduhren entwickelten sich geschlossene Bodenstanduhren, die - wie die kleineren Kommodenstanduhren - Pendel von unterschiedlicher Länge besaßen.

Die Astronomie spielte bei der Entwicklung der Räderuhr eine wesentliche Rolle. Ab dem 14. Jahrhundert wurden astronomische Uhren gebaut. In Astrolabien wurde die Bewegung der Gestirne mittels Uhrwerken nachgeahmt. Im Zeitalter des Barock entstanden zahlreiche Zeitmesser mit Indikationen für Kalenderdaten und Planetenkonstellationen. Nicht selten waren Klöster der Ort, an dem astronomische Wunderwerke entstanden. Im 18. Jahrhundert erregte der im Wiener Augustinerkloster lebende Mönch David a Sancto Cajetano mit der von ihm angefertigten astronomischen Kunstuhr europaweites Aufsehen.

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 Kommodenstanduhr, 2. Viertel 18. Jahrhundert, Agidius Wathele, Prag
Meisterstück; Gangdauer: 1 Woche
Diese Uhr zeigt Stunde, Minuten, Datum, Wochentag, Monat, Mondalter und Mondphase sowie Zeitpunkt des Sonnenauf- und -untergangs des jeweiligen Tages an.

Kommodenstanduhr, 2. Viertel 18. Jahrhundert, John Baptist Boschman, London
Diese Uhr zeigt Stunde, Minuten, Datum, Wochentag, Mondphase, den Monat sowie das jeweilige Tierkreiszeichen an.

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Kommodenstanduhr, 1. Viertel 18. Jahrhundert, Jaques Maire, Wien
Gehäuse mit Einlegearbeiten (sogenannte Boulle-Technik). André-Charles Boulle (1642-1732), ein französischer Kunsttischler, entwickelte diese spezielle Intarsientechnik.
In Wien stieg die Nachfrage nach dem Luxusobjekt Uhr ab dem 17. Jahrhundert deutlich an, bevorzugt wurden allerdings die prestigeträchtigen Produkte aus England, Frankreich und der Schweiz, was einige Wiener Uhrmacher dazu veranlasste, ihre Erzeugnisse mit ausländischer Signatur zu versehen. So ist diese Uhr nicht etwa ein französisches oder Schweizer Fabrikat, sondern das Erzeugnis des Wiener Uhrmachers Jakob Meyer.

Kommodenstanduhr, Werk um 1680, Gehäuse 2. Viertel 18. Jahrhundert Elias Kreittmayer, Friedberg bei Augsburg

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Kommodenstanduhr, um 1785 Joseph Schreiblmayr, Wien
Die seit dem Ende des 17. Jahrhunderts erzeugten Kommodenstanduhren nannte man auch Stockuhren, wobei >Stock< damals gleichbedeutend war mit Holz.

Bodenstanduhr, um 1740 Jacobus Van der Hegge, Haag / Niederlande
Die holländische Bezeichnung der Wochentage wird durch die Darstellung der entsprechenden Planetengottheiten und Himmelssymbole erläutert. Der Flutwasserstand für Haag ist im Kreisbogen über der Angabe der Mondphase und des Mondalters ablesbar.

Bodenstanduhr, um 1705 Henry Batterson, London

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Sammlung Marie von Ebner-Eschenbach Ende 18./Anfang 19. Jahrhundert
Die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) sammelte nicht nur mit großer Leidenschaft und Sachkenntnis Uhren, sie verfügte zudem über die handwerklichen Fertigkeiten, sie selbst zu warten und zu reparieren. Nach ihrem Tod konnte ihre wertvolle Sammlung von Anhänger- und Taschenuhren aus der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert für das in Gründung begriffene Wiener Uhrenmuseum erworben werden.

Die hier ausgestellten Uhren stammen aus dem späten 18. und dem 19. Jahrhundert. Sie bestechen durch kostbare Materialien wie Perlen oder Diamanten, durch kunstvolle Miniaturmalereien und oft durch ihre kuriose Form (>Fantasieuhren<). Einige der Zeitmesser weisen die um 1720 erstmals angewandte Zylinderhemmung auf, die sich allmählich bei den Taschenuhren durchsetzen und den älteren Spindelgang verdrängen sollte.

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Der exquisite Bestand des 1917 gegründeten Uhrenmuseums geht im Wesentlichen auf zwei private Sammlungen zurück: die des Mittelschullehrers und ersten Leiter des Hauses, Rudolf Kaftan, sowie auf die besonders wertvolle Sammlung von Marie von Ebner-Eschenbach.

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Tisch-, Reise-, Taschen- und Kommodenstanduhren, astronomische Kunstuhren Ende 18./Anfang 19. Jahrhundert
Im 18. Jahrhundert beeinflussten unterschiedliche Stilrichtungen die äußere Gestaltung der Uhren. Inspiriert vom >style à la grecque< und altägyptischen Motiven, waren die Gehäuse der Uhren Lyren, Vasen oder Obelisken nachempfunden. Die nach dem Ende der Türkenkriege einsetzende >Türkenmode< prägte die Gestaltung von Uhrgehäusen ebenso wie die im Klassizismus aufkommende >Ägyptenmode<. Die Uhren aus der Zeit des Empire weisen strenge, geschlossene Formen auf, oft erscheint als Aufsatz ein Adler.

Wie in anderen Metropolen orientierten sich auch in Wien die Uhrmacher an dem, was gerade in Frankreich modern war in technischer Hinsicht bestanden allerdings wesentliche Unterschiede zwischen Wiener Erzeugnissen und französischen Fabrikaten. Die um 1700 aufkommenden Reise- oder Kutschenuhren sind als Vorläufer der heutigen Reisewecker anzusehen.

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Carteluhr, Österreich, um 1800
Carteluhr, Österreich, um 1780/90

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Figurenuhr, Wien, Ende 18. Jahrhundert

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>Vermählungsuhr<, um 1788 Joseph Riedl, Wien

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Standuhr, Pressburg (?), um 1800

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Bodenstanduhr, Ende 18. Jahrhundert, Joseph Ruetschmann, Wien

Carteluhr, Österreich, um 1800
Typisch für das 18. Jahrhundert waren die sogenannten Carteluhren, die, vor allem in Frankreich, aus Bronze gefertigt wurden. In Wien entwickelte man eine eigene Variante, bei der der Cartelkörper aus Lindenholz geschnitzt und vergoldet war. Bei den Carteluhren - der Name erklärt sich vielleicht aus >cadre< (Rahmen) - stand weniger das Werk als vielmehr das Gehäuse im Vordergrund.

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Stuhluhr, Niederlande, 18. Jahrhundert
Zeitmesser dieses holländisch-friesischen Typs werden aufgrund ihrer hölzernen, bunt bemalten Konsole als >Stoolklokken< (Stuhluhren) bezeichnet.

>Staartklok<, Niederlande, Ende 18. Jahrhundert
Dieser niederländische Wanduhrtyp erhielt seinen Namen aufgrund seines einem Fischschwanz >staart< ähnlichen Gehäuses.

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Japanische Uhren 18./19. Jahrhundert
In Japan war noch bis in das 19. Jahrhundert hinein die Temporalzeit gültig. Das bedeutete, dass die Stunden der Nacht und die Stunden des Tages je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Der Turnus der japanischen Zeitrechnung begann jeweils mit Sonnenuntergang. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden Räderwerke europäischen Musters an die japanische Zeitmessung angepasst.

Die an den schmalen Pfeilern der Hauswände befestigten Pfeileruhren wurden bei Sonnenuntergang aufgezogen. Der am Antriebsgewicht befestigte Zeiger wanderte im Verlauf von zwölf japanischen Stunden (entspricht vierundzwanzig europäischen Stunden) von oben nach unten, an den Stundenmarkierungen vorbei. In regelmäßigen Abständen wurden diese Markierungen anhand einer Schablone auf die aktuelle Tages- und Nachtlänge eingestellt.

Pfeileruhr „shaku-dokei" (Languhr), Japan, 18. Jahrhundert

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Bodenstand- und Kommodenstanduhren, Stockuhren, Anfang 19. Jahrhundert
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hielt die Uhr Einzug in den bürgerlichen Haushalt. In Wien wurden zu jener Zeit bereits in größerem Umfang Taschen- und Großuhren erzeugt. Diese Entwicklung hatte gegen Ende des 18. Jahrhunderts eingesetzt - bis dahin beschäftigten sich die Wiener Uhrmacher hauptsächlich mit Wartungs- und Reparaturarbeiten, nur wenige stellten selbst Uhren her. Zu den um 1800 in Wien gefertigten Großuhren zählten Stock- und Pendeluhren, Rahmenuhren und Bilderuhren. Als bodenständige Spezialität galten die Wiener Reiseuhren.

Durch den Aufschwung der Groß- und Kleinuhrenproduktion ab dem Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Wien zu einem der europäischen Zentren der Uhrenproduktion. Unterstützt durch staatliche Förderungsmaßnahmen, erlebte die Wiener Uhrenerzeugung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts einen bis dahin nicht gekannten Aufschwung. In dieser Zeit nahm die >Wiener Uhr< eine führende Rolle ein und war innerhalb der Monarchie sowie im Osten und Südosten Europas ein gefragter Handelsartikel.

Bodenstanduhr mit astronomisch-chronologischem Mechanismus, um 1810/15, Michael Krofitsch, Leutschach (Steiermark)
Der steirische Pfarrer Michael Krofitsch (1755-1821) wählte für die von ihm konstruierte astronomische Bodenstanduhr die auffällige Form eines Flügelaltars. Ziffernringe aus Karton und ausgebesserte oder überklebte Handschriften zeigen, dass es ihm offenbar mehr um die Funktion seiner Uhr als um deren Äußeres ging. Zusätzlich zur Zeit werden Planetenstand, Kalender unterschiedlicher Kulturen und Religionen sowie die Dezimalzeitrechnung der Französischen Revolution angezeigt.

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Kommodenstanduhr, um 1810, Georg Krumhuber, Steyr (Oberösterreich)
Kammspielwerk mit zwei Melodien

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Wiener >Laterndluhren<, >Zappler<, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Die Laterndluhr aus der Biedermeierzeit ist eine Wiener Spezialität. Ihre Entwicklung aus den Wanduhren der Empirezeit ist deutlich erkennbar. Während die Uhren aus der Zeit um 1800 noch strenge, geschlossene Formen aufweisen, ist der Uhrkasten nun dreiseitig verglast und gewährt Einblick in die Mechanik; hinzu kommt das giebelförmige >Dacherl<. Die meist als Wand- und seltener als Standuhren ausgeführten Zeitmesser zeichnen sich durch elegante Proportionen und hochwertige handwerkliche Ausführung aus. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben sich in Wien Tischler geradezu auf die Erzeugung von Uhrkästen spezialisiert. Zudem erbringt die Laterndluhr technisch hervorragende Präzisionsergebnisse.

Der Zappler ist eine Besonderheit der Empire- und Biedermeierzeit Wien war führend in der Produktion dieser Kommodenstanduhren en miniature. Die zappelig-schnelle Bewegung des äußerst kurzen, vor dem Zifferblatt schwingenden Pendels gab dieser Uhr ihren Namen.

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Figurenuhr >Augenwender<, Österreich, um 1820

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Figurenuhr > Hanswurst als fröhlicher Zecher<, Österreich, um 1820

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Bilderuhren, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Bilderuhren in Form von Gemälden wurden ab 1780 auch in Österreich erzeugt. Diese Kombination von Bild und Uhr war vor allem in der Biedermeierzeit sehr beliebt. Bevorzugte Themen der Malereien auf Metall waren Landschaften und historische Ereignisse. Das Miniaturzifferblatt mit richtig funktionierenden Zeigern ist an passender Stelle, meist an einem Stadt- oder Kirchturm, zu finden. Dahinter ist das Uhrwerk, zum Teil mit Schlagwerk ausgestattet. Einige Bilderuhren haben zusätzlich ein Spielwerk eingebaut.

Bilderuhr mit Ansicht der Ferdinandsbrücke in Wien, um 1828, Carl Ludwig Hoffmeister (Maler), Wien

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Bilderuhr mit Karl I. vor seiner Hinrichtung, um 1830 Vogel (Maler), Österreich
Kammspielwerk mit zwei Melodien

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Bodenstand- und Kommodenstanduhren, Stockuhren, Taschenuhren, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich zur produktivsten Epoche des Wiener Uhrmachergewerbes. Eine Besonderheit der Biedermeierzeit ist die Wiener Stockuhr. Die Uhrtrommel dieser in Wien und Umgebung erzeugten Kommodenstanduhren wird von Alabaster- oder Holzsäulchen getragen. Für Dekorationen wurden Perlmutt, vergoldetes Metall oder Kunstblumen verwendet.

Besonders gefragt waren Regulatoren, die sich durch eine hohe Ganggenauigkeit auszeichnen und die vor allem von Sternwarten und den Dienststellen der Eisenbahn benötigt wurden. Ebenfalls bezeichnend für die Uhrmacherkunst dieser Epoche sind Skeletttaschenuhren, die Einblick in das Uhrwerk gewähren.

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Stockuhr, Österreich (?), frühes 19. Jahrhundert
Kommodenstanduhr, um 1840, Johann Ratzenhofer, Wien
Das Zifferblatt befindet sich im Mast des Bootes; gemeinsam mit einem Gegengewicht im Uhrgehäuse dient das Boot als Pendel.
Stockuhr, Wien, um 1820

Kommodenstanduhr mit Darstellung der Flugmaschine von Jakob Degen, Wien, um 1810
Auf der Pendellinse ist der aus der Schweiz stammende und in Wien ansässige Uhrmacher und Erfinder Jakob Degen (1760-1848) mit seiner Flugmaschine dargestellt. Seine 1805-1812 in Wien und Paris unternommenen Flugversuche erregten großes Aufsehen.
Skelettuhr, Österreich (?), 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Stockuhr, Österreich (?), 1. Hälfte 19. Jahrhundert

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Taschenuhr

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Uhren mit langer Gangdauer, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Pendeluhren mit Präzisionswerk und Kompensationspendel (sogenannte Regulatoren) verfügen über eine hohe Ganggenauigkeit. Kompensationspendel zum Ausgleich temperaturbedingter Einflüsse wurden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von den Engländern George Graham (Quecksilberkompensations pendel) und John Harrison (Rostpendel) entwickelt. Um 1900 lieferte der deutsche Physiker Sigmund Riefler einen weiteren Beitrag (Riefler-Pendel).

Bodenstanduhr, 1886, F. H. Schmid, Hietzing / Wien, Gangdauer: 1 Jahr

Wanduhr (Regulator), um 1900 Andreas Huber, München
Präzisionswerk, Riefler-Pendel, Gangdauer: 1 Monat
Manche Präzisionswerke weisen eine spezielle Verbindung von Pendel und Anker auf, sie erscheinen oft in Kombination mit einem Riefler-Pendel. Dieser Typ von Kompensationspendel wurde von dem deutschen Physiker Sigmund Riefler (1847-1912) entwickelt.

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Astronomische Kunstuhr, 1863-1873 Franz Zajiček, Wien Regulator (Rostpendel), Gangdauer: 1 Jahr
Die Uhr zeigt die Ortszeit von Wien, Paris und London an. Von weiteren kleinen Zifferblättern können Wochentag, Datum, Zeitpunkt von Sonnenauf- und -untergang, Äquation, Monat, Jahreszahl, Mondphase und Mondalter abgelesen werden.

Der Wiener Uhrmacher Franz Zajiček (1828-1902) arbeitete insgesamt zehn Jahre lang in seiner Freizeit an seiner astronomischen Kunstuhr, in die er 10.000 Gulden investierte und die im Rahmen der Wiener Weltausstellung 1873 erstmals gezeigt wurde. Als das Wiener Museum für Kunst und Industrie die Uhr schließlich erwarb, deckte der Kaufpreis die hohen Material- und Herstellungskosten nicht einmal annähernd ab. Die Zeit der astronomischen Kunstuhren war vorbei; in einer Epoche, in der Effizienz und Massenproduktion Gebot der Stunde waren, war die kunstvoll gefertigte Uhr nicht mehr als 3.000 Gulden wert.

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Bodenstand- und Kommodenstanduhren, Historismus und frühes 20. Jahrhundert
Die Uhren aus der Zeit des Historismus imitieren verschiedene Stilrichtungen - von der Gotik bis zum Klassizismus. Um 1900 beeinflusste in Wien der Jugendstil die äußere Gestaltung von Zeitmessern. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand die allgemeine Begeisterung für die neuen Errungenschaften auf dem Gebiet von Technik und Industrie auch in der Ausführung der Uhrgehäuse ihren Niederschlag. Die vorwiegend fabrikmäßig gefertigten Uhrwerke wurden aus dem Ausland zugekauft. Bei den Reiseuhren setzte sich auch in Wien der damals in ganz Europa nachgeahmte französische Typ durch.

Bodenstanduhr, Frankreich (?), um 1880
Diese Bodenstanduhr stammt aus dem Besitz der berühmten Hofschauspielerin Katharina Schratt (1853-1940).

Bodenstanduhr, Frankreich, um 1880

Bodenstanduhr, Wien (?), 1860
Nach dem händischen Auslösen des Rufschlagwerks schlägt die Uhr die Stunde, die Viertelstunde und die Minuten.

Bodenstanduhr, um 1880, Johann Salfer, Wien

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Kommodenstanduhr, um 1860, Deniere, Paris - Zwei Kandelaber

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Wanduhr, Wien, um 1900

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Kommodenstanduhr, Frankreich, um 1870
Kommodenstanduhr, Österreich, um 1870

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Schreibtischuhr, Wien, um 1880

Schreibtischuhr um 1890, Josef Nicolaus, Wien
Diese Uhr in Form eines Miniaturfahrrades wurde 1889 auf der Pariser Weltausstellung präsentiert.

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Kuckucksuhren, 18./19. Jahrhundert
Während in den Metropolen mitunter kunstvolle Zeitmesser aus kostbarem Material angefertigt wurden, stellte man in einigen, vor allem ländlichen Gebieten die Uhren fast vollständig aus Holz her. In den Regionen des Schwarzwalds, wo seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Uhren produziert wurden, entstand ein eigener Typ von Zeitmesser, die Schwarzwälder Uhr. Zu den Hauptmerkmalen zählen die hölzerne Werkabdeckung, die Bemalung als Verzierung und die Form eines Quadrats mit aufgesetztem Halbkreis. Weltweit berühmt wurden die im Schwarzwald erzeugten Kuckucksuhren, deren um 1860 entwickelte Gehäuseform bis heute nahezu unverändert blieb.

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Kuckucksuhr mit Wachtelruf, um 1870 Gordian Hettich, Furtwangen (Schwarzwald) / Deutschland
Der mit dem Schlagwerk gekoppelte Ton- und Bewegungsautomat besteht aus mehreren verschieden langen Holzpfeifen mit je einem Blasebalg darüber. Ein Gestänge ermöglicht die Bewegung von Schnabel und Flügeln.

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Wanduhr, Österreich, um 1800, Holzräderuhr

Wanduhr, Schwarzwald (Deutschland), um 1870, Holzräderuhr

>Surrer<, Schwarzwald (Deutschland), um 1870
Hier liegt eine vereinfachte Schlageinrichtung vor, bei der das Viertelstundenschlagwerk eingespart wurde. Das Hebnägelrad dreht sich vor jeder Schlagfolge einmal um seine Achse und erzeugt dabei ein Surren, das der Uhr ihren Namen gab.

Wanduhr, Schwarzwald (Deutschland), um 1860, Räderwerk, holzgespindelt

Wanduhr, Österreich, um 1800, Holzräderwerk
Volkstümliche Uhren, die sich von den original Schwarzwälder Uhren kaum unterschieden, wurden auch in anderen Gegenden, so in Gosau (Oberösterreich) und in der Umgebung von Karlstein/Thaya (Niederösterreich) hergestellt.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Kuriositäten und Raritäten, 18. bis 20. Jahrhundert
Die in diesem Raum ausgestellten Uhren sind vorwiegend als Raritäten anzusehen. Viele der Exponate sind von vornherein als Sonderanfertigung konzipiert worden oder eine solche geblieben, also nie in Serienproduktion gegangen.

Wanduhr (Regulator), 1883, Alois Winbauer, Baden bei Wien (Niederösterreich)
Messingwerk mit Grahamhemmung und elektrischem Antrieb, Riefler-Pendel
Im 19. Jahrhundert befassten sich in Wien einige Uhrmacher mit der technischen Weiterentwicklung der Zeitmesser. Dieser Regulator wurde vom Hofuhrmacher Alois Winbauer 1883 nach dessen Patent gebaut.

Wanduhr (Regulator), um 1900 Siemens & Halske, München
Elektrischer Aufzug

Sekundenpendel mit elektrischem Antrieb, 1919, Ing. Karl Satori, Wien

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Standuhr >Chronoglobium<, 1. Viertel 19. Jahrhundert Mathias Zibermayr, Graz oder Brünn
Gangdauer: 8 Tage
Die zweiteilig gearbeitete Glaskugel ist mit Goldplättchen und geätzten Linien versehen, die die größeren Fixsterne sowie den Himmelsäquator, den Wendekreis des Krebses und den des Steinbocks, die Polarkreise und die Milchstraße bezeichnen. Zwei Messingkugeln symbolisieren Sonne und Mond.

>Globusuhr<, um 1880 H. Felber, Ignaz Rind, Wien
Diese Uhr war mithilfe des am Sockel angebrachten Messingrings drehbar, wodurch man sämtliche Einrichtungen bequem sehen konnte.

>Globusuhr<, Deutschland, um 1900

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Standuhr, um 1840 Johannes Hartmann, Berlin (?)
Brocothemmung
Zeitmesser mit solch schweren, kompakt gearbeiteten Steingehäusen fungierten als Kaminuhren.

Kommodenstanduhr mit Rotationspendel, Frankreich, 19. Jahrhundert
Aufgrund des Rotationspendels, das von einem Zeiger im Kreis bewegt wird und dessen Umdrehungsdauer den Ablauf des Räderwerks reguliert, funktioniert die Uhr völlig geräuschlos.

Kommodenstanduhr, Österreich, um 1820

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Quarzuhr, um 1960 Patek Philippe, Genf
In den Jahren 1933/34 entwickelten in Deutschland die Physiker Udo Adelsberger und Adolf Scheibe die Quarzuhr, deren Genauigkeit bis heute nur von jener der Atomuhr übertroffen wird.

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Kommodenstanduhr, Schweiz, 1857

Kommodenstanduhr, um 1840 Alois Schenk, Wien
Amanthemmung, Gangdauer: 8 Tage
Bei dieser Uhr handelt es sich möglicherweise um das Meisterstück Alois Schenks. Die Uhr weist eine Reihe technischer Besonderheiten auf.

Kommodenstanduhr, um 1790 Hubert Sarton, Lüttich / Belgien
Amanthemmung, Rostpendel mit Federaufhängung
1726 konstruierte der englische Uhrmacher John Harrison (1693–1776) ein Kompensationspendel, das wegen der gitterartig ausgeführten Pendelstange als >Rostpendel< bezeichnet wird.

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Kommodenstanduhr, um 1900 Schatz & Söhne, Triberg / Deutschland
Drehpendel (Torsionspendel), Gangdauer: 400 Tage

Skelettuhr (Freischwinger), Wien (?), um 1800
Pendel mit Schneidenaufhängung

>Perpetuum-mobile-Uhr<, um 1920 Johann Voggenberger, Wien
Dieser Zeitmesser war seinerzeit ein viel beachtetes Schaustück in der Auslage der Wiener Uhrmacherwerkstatt >Voggenberger<. Die Kugeln wirken als Antriebsgewicht über das Schaufelrad und werden über einen Aufzug im Turm immer wieder in das Schaufelrad zurückgebracht. Das Weiterschalten des Aufzugs wird von einem im Sockel verborgenen Federzugwerk veranlasst.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Schaltuhr für die Gasbeleuchtung, um 1920, Danubia AG, Wien
Bis nach dem Ersten Weltkrieg war das Entzünden und Löschen der Straßenbeleuchtung Aufgabe des Laternenwärters, dann wurde jede Laterne mit einer solchen Schaltuhr versehen. 1923 begann in Wien die Umrüstung der Gaslaternen auf elektrischen Betrieb.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Öllampenuhr, Österreich, um 1730
Der sinkende Ölstand im Glasgefäß zeigte die Stunde an.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Taschenuhren und Armbanduhren, 18. bis 20. Jahrhundert
1789 ließ Kaiser Joseph II. zur Förderung des heimischen Uhrmachergewerbes eine Manufaktur auf der Wieden einrichten, in der Genfer Uhrmacher mit der Herstellung von Taschenuhren betraut wurden. Dieser technische Innovationsschub brachte der Wiener Uhrmacherei zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen enormen Qualitäts- und Prestigesprung.

Entscheidend für die Entwicklung der Armbanduhr waren die französischen Uhrmacher Abraham Louis Breguet, der um 1810 die erste Armbanduhr herstellte, und Jean-Adrien Philippe, der 1842 den Kronenaufzug erfand. An der Wende zum 20. Jahrhundert setzte sich die Armbanduhr zunächst als Damenuhr durch. Bei Männern wurde die Taschenuhr allmählich von Flieger-, Sport- und Militärarmbanduhren verdrängt. In den 1920er-Jahren erlebte die Armbanduhr ihren Durchbruch. Entscheidend war die Entwicklung der Automatikuhr durch den Engländer John Harwood; 1926 legte Hans Wilsdorf die erste wasserdichte Armbanduhr (Rolex Oyster) vor. Gegen Ende der 1960er-Jahre kamen die ersten Quarzarmbanduhren auf den Markt.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Taschenuhr mit springenden Zeigern, um 1910, Record Watch SA Co., Tramelan / Schweiz

Taschenuhr, um 1830, Johann Holtzmann, Wien

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Armreif mit Schlüsseluhr, um 1870 Jacob Holländer, Wien, Silber

Anhängeruhr in Lederarmband, um 1890, Adolphe, Genf, Gold

Damentaschenuhr, um 1880, Halterung Österreich, um 1915 Robert, Genf, Gold

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Uhren mit Kammspielwerk und Bilderuhren mit Automaten, 19. Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert waren Uhren mit Kammspielwerk besonders beliebt. Rahmen-, Bilder- und Stockuhren konnten eine oder mehrere Opernmelodien spielen, um 1850 kamen hierfür Volksmusik und patriotische Lieder in Mode, später dominierte der Wiener Walzer. Viele Spieluhren sind zusätzlich mit einem Bewegungsautomaten ausgestattet.

Flötenuhren erlebten im ausgehenden 18. Jahrhundert eine Blütezeit, vor allem in wohlhabenden Kreisen waren sie beliebt. In Wien wurden Flötenwerke von hoher Qualität hergestellt, besonders verdient machte sich der aus Regensburg stammende k.k. Hofmechaniker Johann Mälzel (1772-1838). Große Komponisten wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven komponierten eigene Stücke für diesen Typ von Zeitmesser.

Stockuhr, Wien, um 1840, Kammspielwerk >Marseillaise<
Die Uhr hatte früher ein anderes Spielwerk, das - sicherlich im Zusammenhang mit dem Revolutionsjahr 1848 - später ausgetauscht wurde.

Stockuhr, Wien, um 1840, Kammspielwerk >Radetzky-Marsch<
Die einzelnen Zungen des Stahlkamms werden von Stiften auf einer Walze angerissen.

Stockuhr, Wien, um 1850, Kammspielwerk mit zwei Melodien

Stockuhr, Wien, um 1825, Automat: >Holzfäller<
Uhr mit Bewegungsautomat: Ertönt das Schlagwerk, betätigen zwei Figuren die Säge, eine dritte spaltet das Holz.

Stockuhr, Wien, um 1830, Automat: >Schmied und Schleifer<

Stockuhr, Wien, um 1825, Kammspielwerk mit zwei Melodien, Automat: >Schmied und Schleifer<
Zu jeder Viertelstunde ertönt das Schlagwerk, gleichzeitig beginnen die zwei Figuren, Schmied und Schleifer, mit ihrer Arbeit.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Kommodenstanduhr, um 1810, Lorenz Schmidt, Gmunden
Automat: >Schmied und Schleifer<

Figurenuhr >Augenwender<, Österreich, um 1820

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

>Gambrinus-Uhr<, um 1875, Anton Häckler, Vöhrenbach (Schwarzwald) / Deutschland
Automat: Alle fünf Minuten schenkt >Gambrinus< aus der Flasche nach, trinkt und schließt dabei die Augen.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Uhren mit Kammspielwerk und Bilderuhren mit Automaten, 17. bis 19. Jahrhundert
Die Spieluhren lassen erkennen, dass die Geschichte der Uhrmacherkunst eng mit jener der Automatophone verbunden ist. Bereits im 13. Jahrhundert gab es in Europa Glockenspiele, deren Mechanischen und Melodien einfach waren. Während des 16. Jahrhunderts wurde es Mode, Turmuhren damit zu versehen, später verwendete man sie in erster Linie für Pendeluhren.

Im Laufe der Zeit wurden die Spielwerke immer komplexer und besaßen mehr als die ursprünglichen vier bis fünf Klangkörper aus Glas, Metall oder Porzellan. Das Laufwerk bewegt eine Stiftwalze, die bei ihrer Umdrehung kleine Hämmer hebt, die wiederum die gegenüber befindlichen Glocken anschlagen. Ähnlich sind die sogenannten Harfenuhren sowie die mit Blasebalg und Pfeifen ausgestatteten Flöten- und Orgeluhren konstruiert. Die Walze ist oft für mehrere Melodien programmiert und kann verstellt werden.

Flötenuhr, um 1780, Aus Schloss Mittersill, Österreich, Holzräderwerk, sechs Melodien
Während die Musik spielt, bewegen sich die Figuren, und die beiden Zirkuspferde laufen im Kreis.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Flötenuhr, Schwarzwald (Deutschland), um 1880, Zwölf Melodien
Diese Bodenstanduhr besitzt ein Spielwerk für zwölf Melodien, die durch ein seitliches Verschieben der Walze aufgerufen werden können.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Harfen- und Flötenuhr, um 1790, Johann Gottfried Kaufmann, Dresden
Ein komplizierter Mechanismus ermöglicht es, die einzelnen Musikstücke nur auf Flöte, Harfe oder auf beidem zusammen zu hören, die Walze ist leicht durch eine andere zu ersetzen. Johann Gottfried Kaufmann (1751-1818) war einer der Ersten, denen es gelang, solche kombinierten Spielwerke zu schaffen.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026

Bilderuhr, 1833, Carl Ludwig Hoffmeister (Maler), Wien
Kammspielwerk mit zwei Melodien; zwei Bewegungsautomaten
Die Wasserbewegung wird durch die Rotation gedrehter Glasstäbe simuliert. Für die Wasserfälle, den Mühlbach und das Mühlrad gibt es zwei verschiedene Laufwerke.

 Uhrenmuseum Wien, Oktober 2026



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: