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Die Barbarakirche ist die Hauptkirche der Griechisch-katholischen Kirche in Österreich, wie auch Pfarrkirche der Ukrainischen Unierten Kirchengemeinde, einer deutschsprachigen griechisch-katholischen Gemeinde sowie Zentralpfarrkirche für das Ordinariat für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in Österreich. Sie steht in der Postgasse im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt.

Die Barbarakirche ist eine frühbarocke Wandpfeilerkirche und hat eine
bemerkenswerte frühhistoristische Fassade von Paul Wilhelm Eduard
Sprenger aus dem Jahr 1852. Sie besitzt ein Giebeltürmchen im
Rundbogenstil und ein Baldachin-Portal auf Steinsäulen mit
ornamentierten Würfelkapitellen. Im Tympanon befindet sich ein modernes
Mosaik-Bild der Heiligen Barbara aus dem Jahr 1956. Im oberen
Fassadenbereich finden sich Nischen mit den Statuen der Heiligen
Basilius und Barbara. Seitlich neben der Fassade steht seit 1999 ein
Denkmal für den ukrainischen Schriftsteller Iwan Franko, das der
Lemberger Bildhauer Liubomir Jaremchuk geschaffen hat.
Ein modernes Mosaik (von 1956) über dem Eingang zeigt die heilige
Barbara mit einem Turm und einem Palmzweig – einem Symbol des
Martyriums. Auf der oberen Ebene der Fassade stehen links und rechts
Statuen des heiligen Basilius des Großen – eines Kirchenlehrers – sowie
der heiligen Barbara. Im Allgemeinen sind Statuen in der Tradition der
byzantinischen Kirchenarchitektur nicht üblich; in der Regel schmücken
lediglich Ikonen – die als „Gebete in Farben“ verstanden werden – die
Kirchen des Ostens. Dennoch spiegelt sich der starke Einfluss des
westlichen Stils des 19. Jahrhunderts in den architektonischen Formen
der Kirchenfassade wider.

Die Ausstattung im Inneren ist qualitätvoll und einheitlich im
Rokokostil gehalten. Sie stammt aus der Zeit um 1780. Die Ikonostase,
der Altar, die Kanzel, Kathedra und der Taufstein wurden großteils von
Arsenius Marković (Bildhauerarbeiten) und Moses Subotić (Malereien)
geschaffen. Die Ikonostase ist durch korinthische Säulen und Pilaster
gegliedert und mit vergoldeten Schnitzereien reich geschmückt. Die
Türen zeigen den Heiligen Michael, die Verkündigung des Herrn und den
Heiligen Stephanus. Darüber befinden sich die Bilder des Heiligen
Nikolaus von Myra und Johannes dem Täufer, in der Mitte Madonna mit
Kind und lehrender Christus, vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

Weiters sind erwähnenswert die Darstellungen der Heiligen
Dreifaltigkeit, das Letzte Abendmahl und an den Seiten die Zwölf
Apostel von Efrem Klein, alle um 1780. Im Chor befindet sich ein
Vorbereitungsaltar mit Feiertagswechselikonen von Moses Subotić. Ein
weiterer bemerkenswerter Altar ist ein freistehender Marmorblockaltar
mit einem Heiligen Grab und einem Ziboriumsaufbau, ebenfalls um 1780.
Weitere Ausstattungsstücke sind ein Tabernakel in Form einer Kirche vom
Ende des 19. Jahrhunderts, ein Wandretabel mit einem Bild der Heiligen
Barbara von Subotić, das große Ähnlichkeit mit Maria Theresia haben
soll, und eine bemerkenswerte Madonnenikone um 1600.

Ursprünglich stand die Kirche mit Turm (und bekrönender Turmzwiebel)
frei; die heutige romanisierende Fassade (von Paul Wilhelm Eduard
Sprenger, 1852) fügt sich fast gänzlich in das Gebäude der
Generalpostdirektion (Hauptpostgebäude) ein. Der einschiffige
Kirchenraum besitzt ein Tonnengewölbe und ist durch toskanische
Wandpfeiler gegliedert; in der Halbkuppel figurale Malereien. Die
Kanzel (mit Gemälden), die Ikonostasis, der Taufstein, das Gemälde der
heiligen Barbara und die Einrichtung stammen aus der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts, das Gemälde des heiligen Nikolaus (von Johann
Kastner) aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit 1916 werden in der
Kirche die Reliquien des Erzbischofs von Polock, des heiligen Josephat
Kuncewycz, verwahrt (zuvor in Biala).

Der jeweilige Erzbischof von Wien ist Ordinarius aller Katholiken des
byzantinischen Ritus in Österreich, die in der Zentralpfarre zu St.
Barbara zusammengefasst sind. Die Barbarakirche ist die Hauptkirche der
Griechisch-katholischen Kirche in Österreich, wie auch Pfarrkirche der
Ukrainischen Unierten Kirchengemeinde, einer deutschsprachigen
griechisch-katholischen Gemeinde und Zentralpfarrkirche für die anderen
byzantinischen Gläubigen Österreichs.

Wandmalereien aus den Jahren 1983–1985 von Svjatoslav Hordynskyj zeigen
Christus Pantokrator umgeben von Engeln, ostkirchliche Heilige und
Szenen aus dem Neuen Testament im Altarraum und im Kirchenschiff. An
den Seitenwänden der Chorempore befinden sich die Darstellung der Taufe
der Kiewer Rus durch den heiligen Großfürsten Wladimir I. im Jahr 988
und die Befreiung Wiens nach der Türkenbelagerung 1683 mit Hilfe
ukrainischer Kosaken.

Die älteste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1573
(Jesuitenkonvikt mit Barbarakapelle hinter dem Kollegium). Die
Verehrung der heiligen Barbara wurde von Stanislaus Kostka angeregt
(1566, nach Heilung von schwerer Krankheit). Der heutige Baubestand
geht auf ein 1652-1654 errichtetes Konviktsgebäude der Jesuiten zurück.
Nach der Aufhebung des Jesuitenordens (24. Juli 1773) durch Joseph II.
und der Schließung des Konvikts stiftete Maria Theresia am 7. Oktober
1775 Konvikt und Kirche der griechisch-katholischen Kirche als Seminar
(Barbareum). 1784 wurde das Seminar aufgehoben und eine Pfarre
errichtet.

Die Ikonostase und die Innenausstattung, die im Stil des serbischen
Barocks gestaltet sind, zeugen von der Großzügigkeit des alten
Österreichischen Kaiserreichs, das der ruthenisch-ukrainischen
Volksgruppe die Möglichkeit zu einer eigenständigen kulturellen
Entwicklung bot. Historisch betrachtet ist die St.-Barbara-Kirche ein
bedeutendes Zeugnis der jahrhundertealten Verbindungen zwischen
Österreich, der griechisch-katholischen Kirche und der Ukraine.

Das äußere Erscheinungsbild der Kirche ist im Kontext der Wiener
Sakralarchitektur einzigartig. Die Fassade ist Teil eines monumentalen,
denkmalgeschützten Gebäudes, das von Paul Sprenger (1852) entworfen
wurde und ursprünglich das Hauptpostamt sowie das Handelsministerium
beherbergte. Paul Sprenger (1798–1854), der als Staatsbaurat tätig war,
übte einen maßgeblichen Einfluss auf die Stadtentwicklung aus. Ab 1849
war er im Handelsministerium beschäftigt und übernahm bald darauf auch
die Leitung der Architekturabteilung innerhalb der Generalbaudirektion.
Er gilt als bedeutender Architekt der städtebaulichen Ära des Vormärz
(der Zeit vor den Revolutionen von 1848). Diese Epoche war geprägt von
Rationalismus, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit, verbunden mit den
historistischen Formen der vorangegangenen Zeit. Die leicht
stilisierten, von der Romanik beeinflussten Fassadenelemente spiegeln
zudem den offiziellen Architekturstil der Ära unter Kaiser Franz Joseph
wider. Obwohl die Kirche von außen recht groß wirkt, ist ihr Innenraum
tatsächlich eher klein. Die oberen Ebenen der Fassade werden weiterhin
vom Hauptpostamt genutzt. Eine Inschrift auf einer Gedenktafel in der
Nähe des Eingangs – in griechischer und kirchenslawischer Sprache –
besagt: „Joseph II. und Maria Theresia, Alleinherrscher von Österreich,
überließen die St.-Barbara-Kirche großzügig dem Konvikt
[Internat/Seminar], um dort jungen Klerus des byzantinischen Ritus
auszubilden. 1775.“

Für die Gefallenen der galizischen Infanterieregimenter FM Graf
Clerfayt Nr. 9 (Stryj), Freiherr v. Kumer Nr. 24 (Kolomea), Erzherzog
Ludwig Salvator Nr. 58 (Stanislau), Philipp Herzog v. Württemberg Nr.
77 (Sambor) und FM Freiherr v. Kövess (Czortkow). Die Tafel wurde 1934
enthüllt.

Wichtige Ereignisse
7. Oktober 1775
Kaiserin Maria Theresia stellt per kaiserlichem Dekret die
Räumlichkeiten des ehemaligen Jesuitenkonvikts St. Barbara –
einschließlich der dazugehörigen Kapelle – für die Feier von
Gottesdiensten nach dem „griechisch-katholischen Ritus“ zur Verfügung.
Die Kirche wird daraufhin umgestaltet, um den Erfordernissen des
byzantinischen Ritus zu entsprechen.
20. April 1784
Durch ein staatliches Dekret der Hofkanzlei erhebt Kaiser Joseph II.
die Gemeinschaft bei St. Barbara zur Pfarrei für griechisch-katholische
Gläubige. Der Pfarrer musste aus Galizien oder Wolhynien stammen,
während der Kaplan sowohl Rumänisch als auch eine slawische Sprache
beherrschen musste. Der Staat finanzierte zudem die Stellen für einen
Kantor und einen Mesner.

28. Juni 1820
Mittels eines staatlichen Dekrets der Hofkanzlei, unterzeichnet von
Kaiser Franz I., wird die Pfarrei St. Barbara der geistlichen
Jurisdiktion der jeweiligen Metropoliten von Lemberg (Lwiw) unterstellt.
10. Februar 1925
Unterzeichnung des polnischen Konkordats; Galizien fällt an Polen.
Metropolit Andrej Scheptyzkyj und Pfarrer Myron Hornkewytsch wenden
sich an die Kongregation für die orientalischen Kirchen mit der Bitte,
die Jurisdiktion der Pfarrei St. Barbara neu zu regeln, da Lemberg nun
nicht mehr zu Österreich-Ungarn gehört.
* * *
Erzherzog Wilhelm von Habsburg-Lothringen, 1895-1948
ZUM GEDENKEN AN EINEN KRIEGER, DER FÜR DIE FREIHEIT DER UKRAINE ZU TODE GEFOLTERT WURDE, 1998
Erzherzog Wilhelm Franz Joseph Karl von Habsburg-Lothringen war ein
österreichischer Offizier der k.u.k. Armee, ukrainischer Oberst und
während des Ersten Weltkrieges informeller habsburgischer Thronkandidat
für einen ukrainischen Satellitenstaat.

12. Dezember 1935
Ein Dekret der Kongregation für die orientalischen Kirchen verleiht der
Pfarrei St. Barbara den Status einer Zentralpfarrei des Apostolischen
Stuhls unter päpstlichem Recht (*Wiener Diözesanblatt* Nr. 3/4, 28.
April 1936). Der amtierende Erzbischof von Wien, Kardinal Theodor
Innitzer, wird zum persönlichen Delegierten der Kongregation für die
orientalischen Kirchen ernannt (*tamquam Sanctae Sedis specialiter
Delegatus*). Die Zuständigkeit der Pfarrei wird territorial durch die
Grenzen der Republik Österreich (*intra fines Rei publicae Austriacae
commorantes*) sowie personell definiert – sie umfasst alle Gläubigen
des byzantinischen Ritus, die in diesem Gebiet wohnhaft sind oder sich
dort vorübergehend aufhalten, unabhängig von ihrer Nationalität.
1. November 1945
Der Erzbischof von Wien, Kardinal Theodor Innitzer, ernennt den
Pfarrer, Pater Myron Hornkevych, zum Generalvikar für die Katholiken
des byzantinischen Ritus. Zu jener Zeit gab es in Österreich etwa 120
griechisch-katholische Priester und 40.000 Gläubige, von denen die
Mehrheit Flüchtlinge waren.
13. Juni 1956
Der Erzbischof von Wien, Kardinal Franz König, wird zum Ordinarius
(*iurisdictio ordinaria et exclusiva*) für die Pfarrei St. Barbara
ernannt. (*Wiener Diözesanblatt* Nr. 120, 1. August 1956; Kongregation
für die orientalischen Kirchen, Kardinal Tisserant).
