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Die Malteserkirche (Kirche des heiligen Johannes des Täufers, gelegentlich auch Johanniterkirche) ist eine dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte gotische römisch-katholische Kirche des Malteserordens in der Kärntner Straße im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt.

Die Highlights der Malteserkirche sind der Hochaltar
mit Gemälde von Johann Georg Schmidt (ca. 1730) und die prächtige
barocke Sonnholz-Orgel mit gotischem Schlussstein unter der
Orgelempore. Über 40 Wappenschilder erzählen Geschichten vom Kardinal,
fünf Großprioren, Großkomtur, Kommandeuren und den Baillis.
Links: Staatsflagge des Malteserordens
Rechts: Fahne der Hilfswerke:
Das Achtspitzige Kreuz weist auf die Seligpreisungen der Bergpredigt
hin (Mat 5) und auf das Achtfache Elend, das die Malteser bekämpfen
(Krankheit und Verlassenheit, Hunger und Heimatlosigkeit, Lieblosigkeit
und Schuld, Gleichgültigkeit und Unglaube)

Im Jahr 1806 widmete der Komtur Franz Graf von Colloredo dieses Denkmal
dem Großmeister Jean Parisot de La Valette. Dieser, 1494 geboren, war
seit 1557 Oberhaupt des Ordens und starb am 21. August 1568. Im Sommer
des Jahres 1565 hatte er die Insel Malta mehr als drei Monate lang
gegen die türkische Übermacht verteidigt.
Das Monument zeigt das Fort „San Angelo" auf Malta, das Portrait des Großmeisters und zwei gefesselte Türken.
Der Text spricht von Jean La Valette, Großmeister des Ordens des Hl.
Johannes von Jerusalem, der in mehreren Kämpfen gegen die Türken dem
gefährdeten Europa in schwerster Zeit zu Hilfe kam, 50 Schiffe kaperte,
das belagerte Malta befreite und die nach ihm benannte Stadt stark
befestigte, der den grimmigen Soliman mit mehreren Siegen bezwang und
zum Mehrer des Ordens und Wahrer der Freiheit des christlichen Volkes
wurde.

DER SOUVERÄNE MALTESER-RITTER-ORDEN
1048 ca. Gründung einer
Hospital-Bruderschaft zur Pflege und Beherbergung von Pilgern und
Kranken in Jerusalem durch den Seligen Gerhard
1113 Aus der
Hospital-Bruderchaft entwickelt sich ein Orden Johannes der Täufer ist
der Schutzpatron daher der Name „Johannes-Ritter" (kurz,Johanniter'")
1154 Papst Anastasius IV. erkennt die Hospital-Bruderschaft als Orden an
1309 Rhodos wird Hauptsitz des Ordens (bis 1522)
1530 Malta wird neuer Hauptsitz (daher später „Malteserorden" genannt)
1565 Siegreiche Verteidigung der Insel gegen die Osmanen
1571 Seeschlacht von Lepanto (beendet die osmanische Dominanz im Mittelmeer)
1798 Napoleon übernimmt Malta - Abzug des Ordens
1834 Rom wird Hauptsitz des Ordens und ist es bis heute.

Barocke Orgel: vom bekannten
Orgelbauer Gottfried Sonnholz 1767 errichtet; Statuen der vier
Evangelisten an der Brüstung. Die Orgel wurde 1950 von der
Orgelbaufirma Pirchner aus Steinach am Brenner in Tirol, Österreich,
unter Verwendung historischen Gehäuse- und Pfeifenmaterials neu gebaut.
Das Schleifladen-Instrument hat 16 Register auf zwei Manualwerken
(Haupt- und Brustwerk) und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind
mechanisch. 1998 wurde die Orgel im Zuge einer Generalrestaurierung des
Kirchenraumes neu überfasst. Diese noch heute vorhandene Farbgebung
orientiert sich am Original.
Über 40 Wappenschilder von Großprioren und Kommturen

Das Gemälde des 1806/1808 empirisierten Hochaltars
wurde 1730 von Johann Georg Schmidt gemalt und stellt die Taufe Jesu
durch Johannes den Täufer dar. Kunst- und ordensgeschichtlich sind
ferner interessant: der gotische Schlussstein im Kreuzgewölbe (ein
Löwe, der seine Jungen anbrüllt, sinnbildlich für Jesus, der seine
Gemeinde erweckt), das klassizistische Denkmalrelief für den
Großmeister Jean 'Parisot’ de La Valette, die zwei Holzstatuen der
Apostel Peter (mit Schlüssel) und Paul (mit Schwert; beide aus der
Empirezeit), die barocke Kopie der Marienikone „Unsere Liebe Frau von
Philermos“ (über dem Tabernakel), die zwei Holzstatuen der Heiligen
Antonius und Thaddäus (jeweils rechts bzw. links unter der
Orgelempore), die empiristische Kanzel, über 40 Wappenschilde einzelner
Ordensmitglieder. Das Innere der Kirche ist schlicht und schnörkellos.
Rechts: Büste des Komturs Fra‘ Franz von Colloredo (ließ die Kirche 1806 in der heutigen Form gestalten)
Hochaltar Altarbild: ca. 1730;
von Johann Georg Schmidt; zeigt die Taufe Jesu im Jordan durch den Hl.
Johannes dem Täufer (= Schutzpatron des Malteserordens). Im
Hintergrund: die Insel Malta.
Tabernakel: in der Form eines
antiken Tempels; ist der Aufbewahrungsort des Allerheiligsten; darüber:
Ikone „Unsere Frau von Philermos“ — ein im Orden hochverehrtes Bild der
Muttergottes
Statuen: Links: Hl. Paulus (mit dem Schwert in Rom enthauptet) Rechts: Hl. Petrus (mit den Schlüsseln des Himmelreiches - Mat 16,19)

Die Malteser wurden um 1200 von Leopold VI. nach Wien berufen. Die
Kirche wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut, nachdem
die vorher dort erbaute Kapelle einem Brand zum Opfer gefallen und
abgebrannt war. Nebenan liegt der Johanneshof, welcher seit 1933 in
Privatbesitz ist.

GRUNDLAGE DER ORDENS-AKTIVITÄTEN
Der Orden ist der älteste vom Hl. Stuhl anerkannte Laienorden der Welt.
Ordensmotto: „Tuitio fidei et obsequium pauperum" (= Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen)
Rund 13.500 Ordensmitglieder Herren Damen und über 80.000 ehrenamtliche
und ca. 50.000 hauptamtlich tätige Personen erbringen Hilfsleistungen
für über 15 Mio. Kranke und Bedürftige in aller Welt.
Der Orden ist ein souveränes Völkerrechtssubjekt, mit eigener
Regierung, Verfassung, Codex, Gerichtsbarkeit, u.v.m. Der Großmeister
ist Staatsoberhaupt.
Der Orden unterhält diplomatische Beziehungen zu über 110 Ländern sowie
zu den Vereinten Nationen und allen maßgeblichen internationalen
Institutionen.
Die Souveränität erleichtert internationale Hilfe durch die Neutralität des Ordens.

DIE MALTESERKIRCHE
1217 Der Orden betreibt die „Kommende St. Johann zu Wien" (Kapelle und Hospital).
1258 Zerstörung im Stadtbrand von Wien und Wiederaufbau
1400 Bau der gotischen Kirche (5/8 Chor heute noch erkennbar)
1750 Barockisierung durch
Komtur Fra' Michael Graf von Althann. Das Hochaltarbild von Johann
Georg Schmid zeigt die Taufe Christi im Jordan.
1767 Errichtung der Orgel durch den bekannten Orgelbauer Gottfried Sonnholz
1806 Umgestaltung der Kirche zum Empire-Stil durch Komtur Fra' Franz von Colleredo
1839 Errichtung des „Johanneshofs", des angeschlossenen Gebäudes bis heute Sitz des Großpriorats von Österreich
1914 1. Weltkrieg: Der Orden versorgt im Auftrag der Monarchie über 460.000 Verwundete.
1933 Die von 1914-1918
entstandenen Versorgungskosten werden nicht erstattet - der Orden ist
gezwungen, das Kommende-Haus und die Kirche zu verkaufen.
1938 Trennung der Großpriorate von Österreich und Böhmen. Der Orden kommt in Österreich unter NS-Zwangsverwaltung.
1945 Der Orden erhält seine Kirchen und Besitzungen - geplündert und ausgeraubt - zurück.
1960 Rückkauf der Malteserkirche durch Vikar Dr. Johannes Graf Trapp
Seither wird die Kirche laufend renoviert und instandgehalten. Der
Malteserorden sorgt außerdem für die Instandhaltung von sieben weiteren
Kirchen (St. Johann zu Unterlaa, Altenmarkt-Fürstenfeld, Groß-Harras,
Mailberg, Maria Pulst, Lebmach und Ligist) sowie von mehreren Kapellen.


Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: