Theodor Kery WP 2/3, A-2491 Neufeld/L.
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Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Johann
Evangelist, umgangssprachlich auch Johanneskirche oder Keplerkirche
genannt, steht am Keplerplatz im 10. Wiener Gemeindebezirk, Favoriten.
Die Kirche ist dem Apostel und Evangelisten Johannes geweiht. Das
Patrozinium der Kirche, das Fest des hl. Johannes am 27. Dezember, ist
gleichzeitig der Geburtstag von Johannes Kepler. Die Kirche wurde als
Solitärbau errichtet und steht zentral auf dem Keplerplatz, der zur
Favoritenstraße hin geöffnet ist.

Die Kirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika, die im Stil der
Neorenaissance errichtet wurde. Sie ist 52 Meter lang, das
Kirchenschiff ist 18 Meter hoch, die beiden Türme mit Pyramidendach
sind jeweils 50 Meter hoch.

Das Hochaltarbild von Karl Blaas zeigt Johannes auf Patmos, wie er das
große Zeichen am Himmel sieht, die Frau geschmückt mit Sonne, Mond und
Sternen. Erwähnenswert sind die Statuen von Petrus, Jakobus, und in der
Mitte Johannes an der Hauptfassade und von Elisabeth und Franziskus an
den Seitenfronten. Die Kosten betrugen 272.181 Kronen für den Bau,
625.505 Kronen für die Inneneinrichtung, 897.686 Kronen insgesamt.


Die Orgel wurde 1968 von dem Orgelbauer Rudolf Novak erbaut. Das
Instrument hat 28 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und
Registertrakturen sind elektro-pneumatisch.

Die Maße des Baues:
Hauptlänge 52 m, Hauptbreite 23 m
Höhe des Mittelschiffes 18 m, Höhe des Seitenschiffes 7,5 m
Breite des Mittelschiffes 12 m, Höhe der Türme 50 m




Anna - Mutter der Gottesmutter Maria, Gedenktag: 26. Juli, Attribut: Kind
Schutzpatronin der Mütter, Ehe, Hausfrauen, Hausangestellten, Witwen,
Armen, Arbeiterinnen, Bergleute, Weber, Schneider, Knechte, Müller,
Schiffer, Tischler, Goldschmiede, Bergwerke; für Kindersegen und
glückliche Geburt, das Wiederauffinden verlorener Dinge, Regen; gegen
Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen, Gewitter Stadtpatronin von
Florenz, Innsbruck und Neapel
Namensbedeutung: die Begnadete (hebr.)
Anna und Joachim waren nach apokryphen Evangelien des 2. und 3.
Jahrhunderts (erstmals im Proto-Evangelium des Jakobus um 150) die
Eltern der Maria und somit Jesu Großeltern. Annas Lebensgeschichte ist
dem Vorbild Hannas mit ihrem Sohn Samuel im Alten Testament (1, Samuel
1-2) nachgezeichnet: Erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe gebar
Anna ihre Tochter Maria. Nach der Legenda Aurea hatte die betagte Anna
nach Joachims Tod noch zwei weitere Ehemänner. Anna und Joachim wurden
mit reicher Ausgestaltung in den Legenden schon in frühchristlicher
Zeit dargestellt; Anna wird seit dem 6. Jahrhundert als Marias Mutter
verehrt. Der Anna-Kult erreichte in Europa im späten Mittelalter seinen
Höhepunkt, als Papst Sixtus IV. im Jahr 1481 ihren Gedenktag in den
römischen Kalender aufnahm; 1584 bestimmte Papst Gregor XIII. ihren
Festtag. In Wien liegen angeblich Reliquien von Anna. Große Wallfahrten
gibt es in Annaberg (NO), in Nantes und Anne d'Aury in Frankreich.
* * *
Vinzenz von Paul - Ordensgründer, Gedenktag: 27. September, Attribut: im Priesterkleid mit Kindern dargestellt
Schutzpatron von karitativen Vereinen und Werken, Waisen- und
Krankenhäusern, Klerus, Gefangenen; für das Wiederfinden verlorener
Gegenstände
Geburtstag: 24. April 1681 in Pouy (Saint-Vinvent-de Paul in Frankreich); Todestag: 27. September 1660 in Paris
Namensbedeutung: der Sieger (lat.)
Der Bauernsohn Vinzenz studierte in Toulouse Theologie. Schon mit 19
Jahren wurde er zum Priester geweiht, bekam aber trotz einer Wallfahrt
nach Rom die erhoffte Anstellung nicht. Als Notlösung arbeitete Vinzenz
in einem Internat in Toulouse, litt an Geldmangel, machte Schulden und
musste schließlich vor seinen Gläubigern fliehen. Dabei wurde er von
Piraten gefangen und versklavt. Nach Aushilfstätigkeiten bei einem
Fischer und einem Alchemisten landete er im Dienst eines zum Islam
konvertierten Franziskaners, den er wieder zur katholischen Kirche
zurückführte. Schließlich wurde Vinzenz 1608 Priester in Paris, wo er
eine innere Wandlung durchmachte - auch unter dem Einfluss des Pariser
Oratoriums, einer Lebensgemeinschaft von Priestern. 1617 gründete er in
Lyon die „Bruderschaft der Damen der Liebe", eine karitative
Frauenvereinigung für Arme und Kranke. Es folgten weitere karitative
Vereinigungen und Waisenhäuser in anderen französischen Städten. Die
von ihm gegründeten Vinzentinerinnen sind heute mit 24.000 Mitgliedern
die größte katholische Frauengemeinschaft. 1737 wurde der Ordensgründer
heiliggesprochen.

Da Kaiser Josef II. (1780-1790) riesige Werte kirchlichen Eigentums in
Österreich beschlagnahmte, vor allem Klöster und deren Ländereien, und
sich verpflichtete, aus diesem Religionsfonds die Priester, die er zu
Staatsbeamten machte, zu besolden und für die baulichen Belange der
Kirche zu sorgen, ist es auch einer seiner Nachfolger, Kaiser Franz
Josef I., gewesen, der Kirche und Pfarrhof in Verbindung mit dem
Amtshaus und der Schule am Keplerplatz finanzierte. So richtete
Kardinal Josef Othmar Rauscher im Jahre 1857 ein Handschreiben an
Kaiser Franz Josef mit der Bitte, "die nötigen Geldmittel zum
beschleunigten Bau der für die Vorstädte nöthigen Kirchen anzuweisen.
Am dringendsten ist" heißt es in dem Schreiben, "daß die an der
Favoritenlinie beantragte Kirche hergestellt werde". Daraufhin weist
der Kaiser in einem Schreiben den Kultusminister an, "dafür zu sorgen,
daß die Kirche an der Favoritenlinie mit möglichster Beschleunigung
erbaut werde"

Aber erst 1872 bewilligte der Kaiser 140 000 Gulden zum Bau der Kirche.
Im selben Jahr wurde der Grundstein gelegt. Die Kirchweihe am 8.
Oktober 1876 beschreibt das 'Neue Wiener Tagblatt' vom 9. Oktober 1876
so: "Gestern vormittag um 9 Uhr fand im Bezirk Favoriten die Einweihung
der neuen Pfarrkirche St. Johann der Evangelist statt. Der Festakt, den
Fürsterzbischof von Wien Dr. Rudolf Kutschker persönliche vollzog, ging
unter großer Prachtentfaltung vonstatten. Die Teilnahme der Bevölkerung
des jüngsten Bezirkes an diesem Ereignisse, durch welches Favoriten
eine selbständige Pfarre wurde, war eine außerordentlich lebhafte."
Früher gehörte das Gebiet zur Pfarre St. Elisabeth im 4. Bezirk. Daran
erinnert noch die Statue der heiligen Elisabeth an der südlichen
Seitenfront des Gotteshauses.

Es war der erste Kirchenbau, der in Favoriten errichtet wurde – nur die
Kirchen der später eingemeindeten Bezirksteile Oberlaa und Unterlaa
sind älter. 1872 wurde der Grundstein gelegt und 1876 die nach Plänen
des Architekten Hermann Bergmann errichtete Kirche von Erzbischof
Johann Rudolf Kutschker geweiht. Für rund 25 Jahre blieb sie die
einzige Kirche in Favoriten, das Pfarrgebiet umfasste zeitweise an die
100.000 Katholiken. Erst 1902 wurde die größere Antonskirche als zweite
Kirche im Bezirk geweiht.


Dominikus - Ordensgründer, Gedenktag: 8. August, Attribute: Kreuz, Buch, Globus, Lilienstängel, Stern auf der Stirn, schwarz-weißer Hund
Schutzpatron für Astronomen, Wissenschafter, fälschlich Angeklagte,
Dominikanische Republik; Stadtpatron von Bologna, Madrid, Cordoba
Geburtsjahr: 1170 in Caleruega bei Burgos (Altkastilien); Todestag: 6. August 1221 in Bologna (Italien)
Namensbedeutung: dem Herrn gehörend (lat.)
Domingo de Guzmán kam als Sohn eines kastilischen Gutsherrn zur Welt.
Domingo (Dominikus) studierte in Valencia Theologie und Philosophie.
Bei einer Hungersnot während seines Studiums verkaufte er seine eigenen
Bücher und half mit dem Erlös Notleidenden. 1196 wurde er
Augustiner-Kanonikus an der Kathedrale von Burgos und einige Jahre
später Prior. Im frühen 13. Jahrhundert reiste Dominikus durch
Südfrankreich. Dort waren die Albigenser - Ketzer in den Augen der
katholischen Kirche - aktiv: Sie zogen die Leute durch Askese und
intellektuelles Niveau an, was in starkem Kontrast zur Lebensweise und
geringen theologischen Bildung der katholischen Kirchenmänner stand.
Zudem predigten sie dem einfachen Volk. Dominikus ließ sich davon
inspirieren und begann ein Leben als Wanderprediger. Er gründete ein
Frauenkloster in Prouille, als Gegenpol zu den Klöstern der Albigenser.
1215 folgte eine lokale Kongregation in Toulouse, um die katholische
Lehre zu verbreiten und Ketzerei zu bekämpfen. Da ihm Papst Innozenz
III. keine Genehmigung zur Ordensgründung erteilte, übernahm Dominkus
die Regeln der Augustiner-Kanoniker und fügte die Regel der Armut
hinzu, denn die zunehmende materielle Verweltlichung der Amtskirche
schädige ihre Glaubwürdigkeit, meinte Dominikus. Am 13. Juli 1234 wurde
der Ordensgründer von Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
* * *
Johann Nepomuk - Priester, Märtyrer, Gedenktag: 20. März, Attribute: Brücke, Finger auf dem Mund, Kruzifix
Schutzpatron von Böhmen; der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer, Müller, Brücken; gegen Wassergefahren
Geburtsjahr: um 1350 in Pomuk bei Pilsen (Tschechien); Todestag: 20. März 1393 in der Moldau bei Prag
Namensbedeutung: Johannes = Gott ist gnädig (hebr.)
Johannes aus Pomuk („ne Pomuk") wurde nach Studien der Theologie in
Prag und des kanonischen Rechts in Padua 1372 Notar in der
erzbischöflichen Gerichtskanzlei in Prag, später Domherr und
Generalvikar des Erzbischofs. Sein energisches Auftreten für die Rechte
der Kirche und seine Predigten machten ihn beim Volk berühmt und dem
König lästig. 1380 wurde er zum Priester geweiht und Pfarrer der
Galluskirche in Prag. 1389 wurde er Generalvikar der Diözese Prag, die
Auseinandersetzungen mit Wenzel IV., König von Böhmen und Deutschland
und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, nahmen zu. Die Überlieferung
berichtet, dass die Königin Johannes zu ihrem Beichtvater wählte.
Wenzel wollte Johannes zwingen, das Beichtgeheimnis zu brechen. Als
dieser sich weigerte, wurde er gefoltert und in die Moldau geworfen.
Durch ein Wunder - nach einer Version trocknete der Fluss aus, sodass
man seine Leiche fand, nach einer anderen Version hatte die Königin
eine Erscheinung, in der fünf Sterne den Fundort offenbarten - wurde
der Tote geborgen und beigesetzt. Eine Marmorplatte an der Karlsbrücke
zeigt heute den angeblichen Fundort. Historisch richtiger ist, dass
Johannes in den Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel IV. und dem
Prager Erzbischof Jenzenstein gefangen genommen, gefoltert, vom König
selbst mit Pechfackeln gebrannt, durch die Stadt geschleift und dann in
der Moldau ertränkt wurde.



Peregrinus - Mönch, Gedenktag: 1. Mai, Attribut: Wundverband am rechten Fuß
Schutzpatron von Umag (Kroatien), der Gebährenden und Wöchnerinnen;
gegen Krebs, Aids, Fußleiden und andere chronische Krankheiten
Geboren um 1265 in Forli (Italien); Todestag: 1. Mai 1345 in Forli
Namensbedeutung: der Fremdling (lat.)
Peregrinus Laziosi stammte aus einer vornehmen Familie. Im Jahr 1283
soll er Philippus Benitius, den Gründer des Servitenordens, geohrfeigt
haben, als dieser versuchte, die Bürger von Forli zum Gehorsam
gegenüber dem Papst zurückzuführen. Später entschuldigte sich der
18-Jährige dafür, und Philippus vergab ihm. Zur Buße trat Peregrinus in
Siena in den Servitenorden ein und legte sein hochmütiges Gehabe ab.
Später war er dann als Seelsorger in Forli tätig. Im Alter von 60
Jahren erkrankte er der Überlieferung nach an einem Venenleiden und
einem Knochentumor, weshalb ihm das Bein abgenommen werden sollte. In
der Nacht vor der Operation schleppte er sich in den Kapitelsaal des
Klosters, um vor dem Bild des Gekreuzigten zu beten. Er fiel in Schlaf
und sah, wie sich Jesus vom Kreuz herabneigte und sein Bein heilte. Als
am Morgen der Arzt für die Amputation kam, fand er das Bein völlig
unversehrt und geheilt vor. 1726 wurde Peregrinus heiliggesprochen.
* * *
Corona - Märtyrerin, Gedenktag: 14. Mai, Attribute: Palme, Goldstück
Schutzpatronin in Geldangelegenheiten, Lotterie; der Schatzgräber, der Fleischhauer
Geburtsjahr: um 160 in Ägypten oder Syrien, Todesjahr: 177
Namensbedeutung: Corona = die Krone (lat.-griech.)
Corona - mit griechischem Namen Stephana - war der Legende nach die
Frau des Märtyrers Victor. Im Alter von erst 16 Jahren starb sie
ebenfalls den Martertod, indem sie von zwei gebeugten Palmen beim
Emporschnellen zerrissen wurde. Kaiser Otto III. brachte Reliquien nach
Aachen, Kaiser Karl IV. andere nach Prag. In Bayern und Österreich sind
mehrere Orte nach der Heiligen Corona benannt, die große
österreichische Münzeinheit hieß bis 1924 nach ihr Krone. In
Niederösterreich sind ihr mehrere Kirchen und Altäre geweiht.


Judas Thaddäus - Apostel, Märtyrer, Gedenktag: 28. Oktober, Attribute: Buch, Keule, Hellebarde
Schutzpatron bei wichtigen Anliegen und in aussichtlosen Lagen
Gestorben im 1. Jahrhundert in Babylon (heute Han-al-Mahawil im Irak)
Namensbedeutung: Judas = Gott sei Dank (hebr.-griech.), Thaddäus = der Beherzte (aram.)
Der Überlieferung nach ist Judas Thaddäus, einer der Jünger Jesu, ein
Bruder von Simon, dem Zeloten, und Jakobus, dem Jüngeren. Die zwei
werden Söhne von Alphäus und Maria Kleophas genannt. Nach der Legenda
Aurea wurde Judas vom Apostel Thomas nach Christi Himmelfahrt zu König
Agbar von Edessa geschickt: Dieser ließ ein Bild des Herrn malen, weil
Christus ihn geheilt hatte, doch der Maler wurde von solchem Glanz
geblendet, dass er aufhören musste, und Gott selbst vollendete das
Bild. Nach anderen Überlieferungen wirkte Judas mit Simon in Syrien und
Mesopotamien, dann in Persien, wo sie Baradach, dem Feldhauptmann des
Königs von Babylon, Sieg und Frieden prophezeiten, was sich am nächsten
Tag erfüllte. Als Götter in Menschengestalt zu König Xerxes geführt,
tauften sie ihn, den ganzen Hofstaat und tausende Perser. Als er sie
zur Vernichtung seiner Feinde aufforderte, antworteten sie ihm: „Nicht
zu töten, sondern lebendig zu machen sind wir hier." Nach etlichen
Wundertaten, mit denen sie die Machtlosigkeit der Zauberer bewiesen und
die Abgötter stürzten, organisierten ihre Gegner einen Aufstand der
Priester, die beide Apostel erstachen; nach anderen Legenden wurden sie
enthauptet oder Judas mit einer Keule, Simon mit einer Säge zu Tote
gemartert. Ein gewaltiges Unwetter ging daraufhin auf Priester und
Zauberer nieder. König Xerxes ließ die Leichen der beiden Heiligen
suchen, bestatten und eine große Kirche über ihren Gräbern errichten.
* * *
Antonius - Theologe, Prediger,
Gedenktag: 13. Juni, Attribute: dargestellt als Franziskaner mit dem
Jesuskind auf dem Arm oder einer Lilie in der Hand
Schutzpatron der Armen, für das Wiederauffinden verlorener Gegenstände (Scherzname: Schlampertoni)
Geburtstag: 15. August 1195 in Lissabon; Todestag: 13. Juni 1231 in Arcella bei Padua
Antonius entstammte einer portugiesischen Adelsfamilie. Mit 16 Jahren
wurde er Augustiner-Chorherr. Er studierte in Lissabon und Coimbra und
empfing die Priesterweihe. 1220 trat er in den Franziskanerorden über
und ging als Missionar nach Marokko. Wegen einer Krankheit musste er
Marokko wieder verlassen; durch einen Sturm gelangte er nach Sizilien,
lebte dann einige Zeit als Einsiedler bei Assisi, wo er auch den
Ordensgründer Franziskus traf. Diesem fiel Antonius durch seine
außergewöhnliche Redebegabung auf, weshalb er ihn beauftragte, in
Italien den Albigensern und Waldensern und in Südfrankreich den
Katharern zu predigen. 1227 kehrte Antonius nach Oberitalien zurück;
dort wirkte er als Bußprediger, Ordensprovinzial und an der Universität
Bologna als Lektor der Theologie für die Franziskaner. Von seinen
zahlreichen Aufgaben und Reisen erschöpft, zog er sich schließlich kurz
vor seinem Tod von seinen Ämtern zurück. Die Legendenbildung begann
bereits zu seinen Lebzeiten. Schon in frühen Quellen werden ihm etliche
Wunder nachgesagt. Sein berühmtestes Wunder soll er nahe der
italienischen Stadt Rimini vollbracht haben: Da sein Versuch, den
Stadtbewohnern eine Predigt gegen die Lehren der Albigenser zu halten,
fehlschlug, richtete der Heilige seine Worte am Ufer des Meeres an die
Fische, die ihm genauso andächtig zugehört haben sollen wie dem
heiligen Franz von Assisi die Vögel. Auf stürmisches Verlangen des
Volkes wurde Antonius bereits elf Monate nach seinem Tod, am 30. Mai
1232, von Papst Gregor IX. heiliggesprochen.


Klemens Maria Hofbauer - Ordenspriester, Gedenktag: 15. März, Attribut: in Redemptoristenkleidung mit Buch in der Hand dargestellt
Schutzpatron der Stadt Wien und der Gesellenvereine
Geburtstag: 26. Dezember 1751 in Taßwitz (Südmähren); Todestag: 15. März 1820 in Wien
Namensbedeutung: Klemens = der Sanftmütige (lat.), Maria = von Gott geliebt (hebr.)
Johannes Dvorcak - so sein bürgerlicher Name, der Vater war Tscheche -
wurde Bäcker, weil seine Eltern die Priesterausbildung nicht bezahlen
konnten. Später fand er aber Sponsoren, die ihm das Theologiestudium in
Wien ermöglichten, das er 1784 in Rom abschloss. Ein Jahr später
empfing er dort im kurz zuvor gegründeten Redemptoristenorden die
Priesterweihe. Zunächst wurde er zur Seelsorge an Deutschen nach
Warschau gesandt. Als Klemens Maria Hofbauer gründete er dort eine
Armenschule für Buben, dann eine Art Gymnasium für Mädchen. Er
versorgte Kinder ohne Familie in der, Immerwährenden Mission": einer
den ganzen Sonntag andauernden Gottesdienst- und Predigtveranstaltung,
die dem geistigen und moralischen Verfall der Großstadt entgegenwirken
sollte; außerdem gründete er aktive Laiengruppen. Von Warschau aus
wirkte er bis nach Deutschland und in die Schweiz hinein. 1808
zerstörten die Folgen der napoleonischen Kriege aber sein Lebenswerk,
er musste Warschau verlassen und ging wieder nach Wien. Dort zog er mit
seiner natürlichen, manchmal auch derben Art, die dem
aufgeklärt-rationalistischen Zeitgeist widersprach, die Massen an. Das
trug ihm den Beinamen,,Apostel von Wien" ein; die Staatspolizei
bespitzelte ihn als Gegner der Aufklärung. Als Verfechter einer
ausgesprochenen Individualseelsorge wurde Hofbauer zum Erfinder der
Hausbesuche. Er war auch mit zahlreichen Künstlern befreundet. Kurz vor
sei-nem Tod wurde ihm ein großer Herzenswunsch erfüllt: Kaiser Franz
erlaubte die Zulassung des Redemptoristenordens in Österreich.
* * *
Franziskus - Ordensgründer, Gedenktag: 4. Oktober, Attribute: Wundmale Jesu, Tiere wie Wolf, Lamm, Fische oder Vögel
Schutzpatron der Armen, Lahmen, Blinden, Strafgefangenen,
Schiffbrüchigen, Kaufleute, Tuchhändler, Schneider, Tapetenhändler,
Sozialarbeiter; für Umweltschutz; gegen Kopfschmerzen und Pest;
Stadtpatron von Italien und Assisi
Geburtsjahr: 1181/82 in Assisi (Italien); Todestag: 3. Oktober 1226
Namensbedeutung: der kleine Franke (lat.)
Giovanne Bernardone war Sohn eines wohlhabenden Kaufmannes; das
Elternhaus in Assisi steht heute noch. Als Bub wurde er Francesco
gerufen, wegen seiner von der französischen Mutter geerbten Vorliebe
für deren Sprache und ritterlich-höfisches Leben. Der junge Franscesco
wollte unbedingt Ritter werden. Nach einer Schlacht zwischen Assisi und
Perugia war er dann allerdings ein Jahr lang in Perugia in
Gefangenschaft und litt an einer schweren Krankheit, die ihn wandelte.
Nach seiner Rückkehr unternahm er eine Wallfahrt nach Rom und pflegte
von da an Leprakranke. Für die Wiederherstellung der kleinen Kirche San
Damiano verkaufte Franziskus 1207 einige Tuchballen aus dem Besitz
seines Vaters. Als ihn dieser zur Rede stellte, zog er sich der
Überlieferung nach aus und rannte nackt aus der Stadt. Zwei Jahre lebte
er als Einsiedler - in dieser Zeit wird ihm der Aufbau zwei weiterer
zerstörter Kirchen zugeschrieben. Franziskus gilt als Ordensgründer der
Minderbrüder, der Minoriten und der Franziskaner. 1212 nahm er Klara
von Assisi, eine junge Nonne adeliger Abstammung, in seine Gemeinschaft
auf - sie gründete die Schwesterngemeinschaft der Klarissinnen.


Seit dem Sommer 2015 ist die Pfarrkirche nun die Pfarrkirche der neu entstandenen Pfarre „Zum Göttlichen Wort“.

Der Bau wurde auf dem ehemaligen Exerzierplatz an der Favoritenlinie in
den Jahren 1872 bis 1876 vom Architekten Josef Bergmann errichtet. Da
sich im 19. Jahrhundert kein eigener Baustil durchsetzte, andererseits
durch die Industrialisierung die Städte gewaltig erweitert wurden und
mit neuen Kirchen und Prunkbauten ausgestattet werden sollten, begann
man in Europa und später in aller Welt in den historischen Baustilen
der Vergangenheit zu Bauen. Die weitaus meisten Kirchen wurden in
dieser Zeit im aufwendigen neugotischen Stil erbaut. Um Kosten zu
sparen, hat man für die Favoritner Johanneskirche den Stil der
italienischen Renaissance gewählt und glücklicherweise auf verschiedene
Ausschmückungen verzichtet, so daß dieses Gotteshaus einen seltenen und
bis zu einem gewissen Grad modernen Anblick bietet. Die dreischiffige
Pfeilerbasilika ist bedingt durch die Lage an der Favoritenstraße nach
Westen gerichtet. Die beiden Türme mit Pyramidendach flankieren den
Chorraum (=Altarraum).

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: