Rochuskirche

Wien, April 2026

Die Pfarrkirche St. Rochus und Sebastian (allgemein Rochuskirche genannt) ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße an der Landstraßer Hauptstraße am Rochusmarkt. Sie trägt das Patrozinium der heiligen Rochus und Sebastian.

 Rochuskirche in Wien, April 2026

1721 erhielt sie ihr barockes Erscheinungsbild und hat sich seit dem äußerlich kaum verändert. Die Rochuskirche schmückt die Statue des heiligen Augustinus, an beiden Seiten von den Mönchen Thomas von Villanova und Nikolaus von Tolentino.

 Rochuskirche in Wien, April 2026

Erwähnenswert sind die prachtvollen Oratoriumsfenster mit rotem Stuck und goldenen Ornamenten. Die Kommunionbank ist ebenfalls auf rotem Marmor. Ihre Pfeilnischen zieren Putten, die die göttlichen und auch Kardinaltugenden darstellen. So stehen beispielsweise das Herz für Liebe und die Waage für Gerechtigkeit.

Die frühbarocke Kirche ist einschiffig. Sie ist dem Typus nach eine Wandpfeilerkirche mit eingestellten Bögen. Diese tragen, mit Ausnahme des vierten Jochs, Emporen mit Balustraden. Der Chor ist durch einen Triumphbogen baulich leicht vom Kirchenschiff abgesetzt. Über dem Kirchenschiff ist ein Tonnengewölbe mit Gurtbögen und Stichkappen. Das Gewölbe weist Reste von Stuckdekoration vom Ende des 17. Jahrhunderts auf. Die große Kartusche mit dem kaiserlichen Wappen am Scheitel des Triumphbogens, die von zwei Engeln getragen wird, ist der letzte Rest dieser Stuckdekoration.

Das kräftige und vielfach profilierte Gebälk tragen Doppelpilaster, die aus rotem Stuckmarmor bestehen. Im vierten Joch ist durch die fehlenden Emporen ein Querschiff angedeutet. Der Chor ist etwas schmäler und niedriger als das restliche Kirchenschiff. Die Rückwand wird gänzlich durch den Aufbau des Hochaltars eingenommen. Auch das Eingangsjoch mit der Orgelempore ist eingezogen.

Die Kirchenbänke sowie die beiden Beichtstühle in der Nähe des Hauptportals stammen vom Ende des 17. Jahrhunderts, als die Kirche nach der Zweiten Wiener Türkenbelagerung wiedererrichtet wurde. Die beiden Beichtstühle beim Antonius- sowie beim Nikolaus-von-Tolentiono-Altar wurden Ende des 19. Jahrhunderts im gleichen Stil geschaffen.

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Kaiser Leopold I. spendete 1690 den Hochaltar, den der Barockmaler Peter Strudel fertigte. Das Bild, das das Leid von Kranken, Sterbenden und Trauernden darstellt, soll an die Pestepidemie in Wien im Jahr 1679 erinnern. Viele Heilige sind auf diesem Werk versammelt, beispielsweise Sebastian und Rosalia. Auch Maria, von Engeln umgeben und auf die Stadt Wien deutend, betet zur Dreifaltigkeit.

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Philipp-Neri-Altar: Dieser Altar ist seit dem Jahr 1991 dem Stifter des Oratoriums, dem heiligen Philipp Neri, gewidmet. Das Altarblatt ist eine Nachbildung eines Bildes von Guido Reni, das sich in der Chiesa Nuova, der Grabeskirche des heiligen Philipp Neri, in Rom befindet. Die Nachbildung malte Hermann Hutterer. Das Bild zeigt den heiligen Philipp, bekleidet mit einer roten Kasel in Ekstase und mit ausgebreiteten Armen ins Gebet versunken. Es weist auf seine Begegnung mit dem Heiligen Geist im Jahr 1544 in Rom hin. Seine Augen sind zum Himmel gerichtet. Die Muttergottes mit dem segnenden Jesuskind ist dem Gnadenbild in der Chiesa Nuova nachempfunden, unter deren Schutz das Oratorium des heiligen Philipp Neri steht. Dem Bild wurde später, auf Wunsch des Ordens, eine Lilie als Zeichen der Reinheit hinzugefügt.

Das Bild hängt unter einem halbrund vorspringenden, teilweise vergoldeten Baldachin mit seitlich herunterhängenden Vorhängen. An der Stelle des Bildes des heiligen Philipp Neri hing ursprünglich das heute verschollene Gnadenbild „Maria Trost“, später das Bild „Heilige Familie“ von Joseph Kastner der Ältere. Es entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Heute hängt es im Philipp-Neri-Zimmer. Über dem Bild ist das Wappen der Adelsfamilie Esterházy, die in früheren Zeiten in der Nähe der Rochuskirche ein Gartenschloss besaß, angebracht. Das ovale Aufsatzbild stammt aus der Schule von Peter Strudel und wurde um 1700 geschaffen. Es zeigt Gottvater mit Zepter und der Weltkugel. Unterhalb sind der Heilige Geist und Putten dargestellt.

Die Skulpturen auf dem Altar stammen aus dem Umfeld von Giovanni Giuliani von 1700. Sie stellten, gemeinsam mit dem verschollenen Gnadenbild ein marianisches Gesamtkonzept dar. Über dem Aufsatzbild steht eine Statue des heiligen Johannes der Täufer, der eine Fahne mit dem Schriftzug „Ecce Agnus Dei“ (deutsch: „Siehe, das Lamm Gottes!“). Links und rechts stehen seine Eltern, die heilige Elisabet und Zacharias, der mit Priesterhut und Buch dargestellt wird.

Links neben dem Aufsatzbild ist die Tiburtinische Sibylle dargestellt, rechts ein Prophet mit Schriftrolle. Auf Höhe des Altarbildes befindet sich links außen eine Figur des heiligen Joachim und rechts außen eine Statue der heiligen Anna. Links und rechts neben dem Bild knien die Stifter der Maria-Trost-Bruderschaft, zwei Augustiner-Eremiten. Bei den beiden Statuen handelt es sich um den heiligen Augustinus und seine Mutter Monika.
Der Tabernakel wurde 1727/28 geschaffen. Ein Kommuniongitter trennt den Altar vom Kirchenschiff.

Herz-Jesu-Bild: Auf der Evangelienseite des Triumphbogen befindet sich eine alte Kopie eines bekannten Herz-Jesu-Bildes aus der Kirche Il Gesù in Rom von Pompeo Batoni. Es befindet sich in einem goldenen Rahmen in einem goldenen Strahlenkranz.

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Johannes-Nepomuk-Altar (Kreuz-Altar): Der letzte Seitenaltar des Rundgangs, der sich wie sein Gegenüber in Aufbau und Verwendung der Spiralsäulen an den Hochaltar anlehnt, zeigt in Altar- und Aufsatzbild, beide aus der Schule Peter Strudels, eine interessante ikonographische Verschränkung von Nepomuk-, Kreuz- und Dreifaltigkeits-Thematik. Auf dem Altarbild von 1728/29 ist der hl. Johannes Nepomuk vor dem Gekreuzigten auf Wolken kniend dargestellt. Aus dem geöffneten Himmel hält Gott Vater, voll Liebe auf den an einem monumentalen Kreuz geopferten Sohn blickend, seine segnende Hand über den Heiligen. Im Hintergrund sieht man die Türme von Prag, die Moldaubrücke und im Fluss die fünf Sterne, die nach der Legende den Auffindungsort des Leichnams des Märtyrers des Beichtgeheimnisses anzeigten. Das Emblem über dem Altar zeigt die Zunge des Heiligen. Das ältere Aufsatzbild (um 1700) vervollständigt die Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit durch den Heiligen Geist in Form einer Taube. Bei den Statuen (um 1700) macht sich, wie auch beim gegenüberliegenden Altar, der Einfluss Giovanni Giulianis bemerkbar. Die Bekrönung bilden die heiligen drei Erzengel: in der Mitte Michael, mit gezücktem Schwert und Schild bewaffnet, den Satan besiegend, links Gabriel mit Lilie und rechts Raphael, der Begleiter des Tobias, mit Fisch und Wanderstab. Neben dem Aufsatzbild stehen links die hl. Barbara mit Kelch und rechts die hl. Maria Magdalena mit Totenkopf zu ihren Füßen und flehentlich erhobenen Händen.

Über dem Sockelgeschoss befinden sich zwei Heilige in Pontifikalkleidung: außen links der hl. Augustinus von Hippo mit Pallium, offenem Buch (De Doctrina Christiana) und flammendem Herzen, außen rechts der hl. Ambrosius von Mailand mit Metropolitenkreuz, Schreibfeder und Bienenkorb (Sinnbild seiner wie Honig fließenden Rede), während zur Mitte hin links die hl. Rita von Cascia mit Kreuz und rechts die hl. Clara von Montefalco mit Waage an den weiblichen Ordenszweig der Augustinerinnen erinnern. Bemerkenswert ist auch der spätbarocke Tabernakel. Der obere Teil diente zur Aufnahme der Monstranz, im kleineren, unteren Fach waren in früheren Zeiten die Ziborien aufbewahrt. Weil damals von diesem Altar aus die Versehgänge stattfanden, bezeichnete man den Altar auch als „Verseh-Altar“. An der linken Seite befindet sich ein Epitaph für den k.k. OberproviantCommissar Georg Anton von Trzebizky (†1725). Vor dem Altar liegt der Abgang zur Gruft.

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Die Kanzel entstand in den Jahren 1691 bis 1695. Der geschwungene Schalldeckel wird durch vergoldete Tafeln mit den Zehn Geboten bekrönt, die von einem Strahlenkranz und Wolken umgeben sind. Am Rand des Schalldeckels sind personifizierte Statuen der drei göttlichen Tugenden mit den jeweiligen Attributen dargestellt: Glaube mit Kreuz und Kelch, Hoffnung mit einem Anker und Liebe mit einem Herz. Auf der Unterseite des Schalldeckels ist eine Taube als Zeichen des Heiligen Geistes dargestellt. Auch sie ist, wie die Gesetzestafeln, von einem Strahlenkranz umgeben. Der Korb der Kanzel ist kelchförmig ausgeführt und mit sieben gedrehten Säulen aus grünem Marmor verziert. Dazwischen stehen in seichten Nischen weibliche Figuren, die die Gaben des Heiligen Geistes darstellen könnten (Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht). Eine Figur hat einen Januskopf, also einen Kopf mit zwei Gesichtern. Nach unten hin wird der Kanzelfuß durch eine vergoldete Weintraube verziert.

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Der dreigeschoßige Hochaltar wurde 1689 von Kaiser Leopold I. gestiftet. Im Sockelgeschoß führen zwei Türen links und rechts von der Altarmensa in die dahinterliegende Sommersakristei. Der gesprengte Giebel mit reich verkröpftem Gebälk wird von mächtigen, gestaffelten Pilastern und Spiralsäulen getragen. Der Giebel wird in der Mitte vom kaiserlichen gekrönten Doppeladler bekrönt. Die Säulen sind mit Bandornamenten, Akanthusschnitzwerk, Blumengirlanden und Voluten verziert. Die Wände im Altarraum sind durch einfache rote Stuckmarmorpilaster gegliedert und in blasser Elfenbeinmarmorierung gehalten.

Das Hochaltarbild wurde 1690 von Kaiser Leopold I. persönlich beim bedeutenden österreichischen Barockmaler Peter Strudel in Auftrag gegeben. Im unteren Viertel des Bildes sind kranke Menschen neben Sterbenden zu sehen. Über sie sind Trauernde gebeugt. Es soll an die Pestepidemie in Wien 1679 erinnern. Im Hintergrund lässt sich der Wiener Stephansdom erkennen. Links darüber sind auf einer voluminösen Wolkenbank einige bekannte Pestheilige abgebildet: betend der heilige Ulrich von Augsburg, rechts von ihm steht der heilige Sebastian, dahinter die heilige Rosalia mit einem Rosenkranz auf dem Kopf. Rechts vor ihr ist der heilige Rochus mit Pilgerstab und in schwarzem Gewand. Der Hund links des heiligen Rochus mit Brot im Maul steht für die Hunde, die die nach der Ansteckung Verstoßenen mit Brot versorgt haben. Die Personengruppe wird durch Papst Gregor den Großen, dargestellt mit Papstkreuz und Tiara.

Während der Pilgerstab des heiligen Rochus schräg zur Muttergottes zeigt das Papstkreuz von Papst Gregor fast senkrecht in den oberen Teil des Altarbildes, in dem überirdisch wirkendes Licht vorherrscht. Auf der rechten oberen Bildhälfte ist die heilige Maria umgeben von Engeln zu sehen, wie sie bei ihrem Sohn links darüber, Fürsprache einlegt. Sie blickt zur heiligen Dreifaltigkeit auf, während sie mit ihren Händen abwärts auf die Stadt Wien zeigt. Jesus hat seinen Kopf zum neben ihm sitzenden Gott Vater gedreht und ist in der Darstellung gerade dabei aufzustehen, um zu Maria zu eilen, um dadurch die Gewährung der Bitten zu verbürgen.[9]
Das ovale Bild im Altaraufsatz wurde ebenfalls von Peter Strudel gemalt. Es zeigt die Glorie des heiligen Augustinus, der umgeben von Engeln, auf einer Wolke schwebt.
Der Tabernakel ist vergoldet und mit Rokoko-Ornamenten verziert. Er ist in einen zentralbauartigen Architekturprospekt eingelassen. Darüber befindet sich ein Aussetzungsthron mit einem beweglichen Zelebrationskreuz und zwei Engelfiguren.

Das gekrönte Bild der „Mutter vom Guten Rat“ in goldenem Strahlenkranz ist ein zentrales Objekt am Hochaltar. Es ist eine Nachbildung des Freskos in der Augustiner-Eremitenkirche in Genazzano östlich von Rom. Laut der Legende wurde das Original auf die Mauer einer Kirche in Scutari in Albanien gemalt. Als die Osmanen das Land besetzt und unter anderem auch diese Kirche zerstört hatten, soll sich das Bild von der Wand losgelöst haben, über Meer und Land bis nach Genazzano geschwebt sein, wo es in der dortigen Augustinerkirche am 25. April 1467 wieder auftauchte. Das Fresko könnte aus der Hand des Künstlers Antonio Vivarini sein. Eine Kopie dieses Bildes wurde 1754, unter Beteiligung des Priors Kaspar Scheurer, gemeinsam mit den Gebeinen des heiligen Bonatus (Donatus) von Rom nach Wien gebracht. Anfangs stand das Bild auf dem Altar des heiligen Bonatus (Donatus), es wurde jedoch auf Wunsch von Kaiserin Maria Theresia, die im Rahmen von Ausfahrten in den Wiener Prater des Öfteren vor dem Gnadenbild eine Andacht hielt, im Jahr 1759 auf den Hochaltar übertragen. Der Tabernakelaufbau ist wahrscheinlich aus diesem Anlass neu gestaltet worden. Der Rahmen des Gnadenbildes ist aus vergoldetem Kupfer gefertigt. Das krönende Marienmonogramm wird von zwei Füllhörnern der Gnade flankiert. Rund um das Bild ist ein goldener Strahlenkranz, der einen Teil des Altarblattes verdeckt. Der Rahmen und der Strahlenkranz wurden 1823 vom Landstraßer Anton Ballauf gestiftet.

Die vier monumentalen Figuren heiliger Herrscher sollen an die Habsburgische Altarstiftung erinnern. Die Statuen wurden in der Schule des Hofbildhauers Peter Strudel gefertigt. Links, in Rüstung, mit bodenlangem Mantel sowie Krone und Reichsapfel ist Kaiser Heinrich II. (* 973; † 1024) dargestellt. Rechts von ihm ist Markgraf Leopold III. in Brustharnisch und Hermelinfell sowie mit Fürstenhut, Fahne und Kirchenmodell dargestellt. Auf der rechten Altarseite sind der heilige Wenzel von Böhmen (* 908; † 929) in Harnisch und mit wehendem Mantel sowie der heilige Stephan von Ungarn (* 969; † 1038) in ungarischer Tracht dargestellt. Auch die Statuen auf dem Altaraufsatz stammen aus der Schule von Paul Strudel. Flankiert von zwei Engeln, Palmwedeln und Siegeskränzen steht oben in der Mitte eine Statue des heiligen Josefs. In der rechten Hand hält der Heilige als Attribut ein brennendes Herz, das zur Erbauungszeit als Symbol für den heiligen Joseph galt. In der linken Hand trägt er den blühenden Lilienstab. Links neben dem Aufsatzbild ist die heilige Maria Magdalena mit Totenkopf dargestellt, rechts die heilige Maria Magdalena von Pazzi mit Kreuz und flammendem Herzen.

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Nikolaus-von-Tolentino-Altar: Auf dem Altarblatt ist der hl. AugustinerEremit Nikolaus von Tolentino vor der Dreifaltigkeit als Fürbitter der armen Seelen im Fegefeuer abgebildet. Das ovale Aufsatzbild zeigt einen herabschwebenden Engel mit einem Brotkorb. Beide Gemälde stammen von Hans Adam Weissenkirchner (um 1690) und sind mit denjenigen des gegenüberliegenden Antonius-Altars die einzigen Werke dieses Künstlers in Wien.

Das Vorsatzbild über der Altarmensa ist eine Kopie (um 1800) des berühmten Gnadenbildes Mariahilf von Lucas Cranach d. Ä. und folgt der Darstellung in der Mariahilfer Kirche. Skulpturen: ganz oben auf dem Aufsatz ein hl. Schutzengel mit Kind, zu Seiten des Aufsatzes die hll. Apostelfürsten Petrus, mit Papstkreuz und Schlüsseln, und Paulus, mit Schwert und Buch; im Hauptgeschoss links im Fürstengewand der hl. König Ludwig von Frankreich und rechts die hl. Elisabeth von Thüringen mit einem Bettler zu ihren Füßen.

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Antoniusaltar: Das Altarbild des Antoniusaltars zeigt Maria mit dem Jesuskind, das dem heiligen Antonius liebevoll die Hand entgegenstreckt. Rund um die drei Figuren sind Putten dargestellt. Das Bild stammt aus der Hand des Salzburgern Malers Hans Adam Weissenkirchner, einem Zeitgenossen Peter Strudels. Das Aufsatzbild ist vom selben Künstler und zeigt die „heilige Anna Maria das Lesen lehrend“. Über der Altarmensa befindet sich ein Vorsatzbild, eine Kopie der berühmten Darstellung „Christi als Schmerzensmann (Ecce homo)“ von Lucas Cranach dem Älteren. Das Originalgemälde mit den Werkstattzeichen des Künstlers aus seiner Zeit in Wittenberg von 1537 hängt heute im Wiener Dom- und Diözesanmuseum. Die Kopie aus dem Jahr 1937 malte Emerich Bergthold.

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Kardinal-Newman-Altar (Apollonia-Altar): Gegenüber dem Seiteneingang befindet sich der Altar der hl. Apollonia. Ihre Attribute sind Zahn und Zange, da man ihr der Legende nach bei ihrem Martyrium die Zähne ausgerissen hat. Im Hintergrund des um 1690 entstandenen Altarbildes sieht man einen Tempel, zu Apollonias Füßen ein umgestürztes Götzenbild. Der Kopf der Heiligen ist von göttlichem Licht (ein gleichschenkeliges Dreieck als Symbol der Dreifaltigkeit) und von einem Kranz von Engeln umgeben. Als Vorsatzbild steht über der Altarmensa ein Porträt des sel. Kardinals John Henry Newman (1801–1890). Es wurde 2010 anlässlich der Seligsprechung des berühmten Theologen und Gründers des englischen Oratoriums von Viktor Rachnaev für die Rochuskirche angefertigt und folgt der bekannten Darstellung von Walter William Ouless. Es zeigt Newman, „den Kirchenvater der Neuzeit“, als Kardinal im Oratorianertalar bei der Arbeit an einem Manuskript. Skulpturen: zu Seiten des Altaraufbaus links König David mit Harfe und Schwert, rechts der bärtige hl. Apostel Philippus, über dem Hauptgesims in der Mitte der hl. Erzengel Michael, den Teufel besiegend, links die hl. Katharina mit Krone, Märtyrerpalme und Schwert, rechts die hl. Barbara mit Kelch, Palme und Turm.

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Heilige Dreifaltigkeit, Muttergottes, Pestpatrone und Stifter, Interimsbild, vor 1687
Über der Türe vom Seiteneingang befindet sich seit dem Jahr 2005 das restaurierte Interimsbild, das im Zuge der Innenrestaurierung der Kirche im Jahr 2002 wiederentdeckt wurde. Die äußerst selten erhaltenen „Interimsbilder“ waren von anonymen Malern aus dem Umkreis der Hof- und Theatralmaler in billiger Leimfarbentechnik (Gouache) hergestellte Provisorien und fanden auf den Altären Verwendung, bis die Ölgemälde fertiggestellt und getrocknet waren. Das Programm des vermutlich vor 1687 gemalten Bildes mit den Pestpatronen Rochus, Sebastian und Rosalia, Papst Gregor dem Großen und einem Bischof (hier Augustinus), die gemeinsam mit der Muttergottes die Stadt Wien der Heiligen Dreifaltigkeit empfehlen, entspricht dem des definitiven Hochaltarbilds von Peter Strudel.

Darüber hinaus sind als irdische Fürbitter im unteren Bildteil der Kaiser und seine Familie zu sehen: Leopold I. kniet links mit großer Perücke in Rüstung und goldgelbem Brokatmantel, neben ihm seine beiden Söhne, Joseph (I., *1678) und der kleine Karl (VI., *1685); zu deren Füßen ruhen die Reichsinsignien Krone, Zepter und Reichsapfel. Auf der gegenüberliegenden Seite knien Leopolds dritte Frau Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg und beider Töchter Maria Elisabeth (*1680), Maria Anna (*1683) und Maria Theresia (*1684). Bei den weiblichen Figuren neben der Kaiserin dürfte es sich um die beiden Halbschwestern des Kaisers handeln, die oft am Wiener Hof weilten. Maria Eleonora war mit Karl von Lothringen verheiratet, der die kaiserlichen Truppen der Entsatzarmee von 1683 kommandierte, daher seine Darstellung in der Rüstung des Feldherrn hinter dem Kaiser. Die 1689 in Wien verstorbene Maria Anna Josepha hatte den Bruder der Kaiserin, Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg geheiratet; er vervollständigt die kaiserliche Familie am linken äußeren Bildrand. Die gut erkennbare Ansicht der Stadt Wien im Bildhintergrund mit Stadtmauer, Stadttor, Donauarm und Stephansturm gibt ein schönes historisches Zeugnis von der Residenzstadt am Ende des 17. Jahrhunderts. Früher hing an dieser Stelle das Johann Michael Feichtmayr (s. Abb. Umschlagrückseite innen) zugeschriebene Leinwandbild „Ecce-Homo“ vom Anfang des 18. Jahrhunderts, das sich nunmehr im Kreuzgang befindet. Vor dem Missionskreuz hat der 2003 errichtete Taufbrunnen aus Adneter Marmor seinen Platz gefunden.

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In das Orgelgehäuse von Johann Bohack aus dem Jahre 1799 wurde im Jahre 1991 vom Orgelbau Gebrüder Mayer ein neues Orgelwerk eingebaut. Das Schleifladen-Instrument hat 28 Register auf zwei Manualwerken und Pedal. Ein Register im Pedal war vakant und wurde nachträglich eingebaut. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen mechanisch und elektrisch (Doppeltraktur).

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Bonatus-Altar: Das Altarblatt des Ädikula-Altares zeigt die Vision des hl. Johannes San Facundo, der im Jahre 1690 heiliggesprochen wurde und einer der Hauptpatrone der Augustiner-Eremiten ist. Ihm erscheint ein Engel, der ihm einen Kelch zeigt, auf dessen Patene das Jesuskind sitzt und ihn aus der Welt des Bösen erlöst. Diese ist durch zwei gestürzte Dämonen in weiblicher Gestalt versinnbildlicht. Im Hintergrund sieht man eine Totenerweckung durch den Heiligen. Das Aufsatzbild trägt ein Bildnis des als Augustiner-Eremit und Bischof gekleideten hl. Thomas von Villanova als Almosenspender. Beide Gemälde werden aus stilistischen Gründen dem flämischen Hofmaler Anton Schoonjans zugeschrieben und mit Ende des 17. Jahrhunderts datiert. Über der Altarmensa befindet sich der von zwei Engelsfiguren in bewegter Haltung bekrönte Glassarkophag mit den in prächtige Kleider gehüllten Reliquien des hl. Bonatus (Donatus), die 1754 zusammen mit dem Gnadenbild Mutter vom guten Rat in die Rochuskirche kamen. Ganz oben über dem Aufsatzbild stehen rechts und links je ein Heiliger in der Tracht der Augustiner-Eremiten sowie in der Mitte der hl. Franziskanermönch Petrus von Alcantara, der einen Totenkopf und eine Geißel in seinen Händen hält. Zwei von Franz Schönlaub geschaffene Engelsfiguren ersetzen die Statuen, die ursprünglich zu Seiten des Altarblattes standen. Seitlich des Altars befindet sich eine Gipsskulptur des hl. Antonius von Padua.

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Barbara-Altar: Auf dem Altarblatt sieht man die Enthauptung der hl. Barbara. Die Heilige kniet und hebt abwehrend ihre Hände gegen ein Götzenbild, während ein bärtiger alter Mann mit Turban sie an den Haaren fasst und mit dem Schwert ausholt. In den Wolken befinden sich ein Engel mit Kelch und Hostie (in der Gefangenschaft wurde nach der Legende die hl. Barbara von einem Engel mit dem Leib Christi gestärkt) und ein anderer mit Kranz und Märtyrerpalme. Das Aufsatzbild zeigt wohl den hl. Karmelitermönch Albert von Trapani, in brauner Kutte mit Skapulier und auf einen Stock gestützt. Auch diese beiden Gemälde werden Anton Schoojans zugeschrieben (Ende des 17. Jahrhunderts). Über dem Aufsatzbild steht eine Statue der hl. Teresa von Ávila mit Pfeil. Zu Seiten des Altarblattes erkennt man links den hl. Apostel Judas Thaddäus mit Keule und Buch und rechts die hl. Herzogin Hedwig; über den gesprengten Giebelstücken des Hauptgeschosses steht links der hl. Apostel Jakobus d. Ä. mit Stab und rechts der hl. Apostel Simon der Zelot mit Schwert.

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Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Rochus und Sebastian, auch Rochuskirche genannt, wurde 1642 erbaut und dem heiligen Sebastian geweiht. 1683 wurde sie vollständig zerstört und wieder aufgebaut. 16 Jahre später wurde unter dem Schutze des heiligen Rochus eine Pestbruderschaft errichtet und seit dem trägt die Kirche die Namen von beiden Heiligen. Über dem Fenster sind ein Relief mit Putten und das kaiserliche Wappen angebracht.

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Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: