Theodor Kery WP 2/3, A-2491 Neufeld/L.
+43/2624/54014 - office@websteiner.com
Die Schottenkirche (Basilika Unserer Lieben Frau zu den Schotten) ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Wien und zugleich die Klosterkirche einer Benediktinerabtei, des Schottenstifts. Sie befindet sich auf der Freyung im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt.

Die zweigeschossige Westfassade wird an der Spitze des giebelbekrönten
Mittelrisalits, den die Türme nur geringfügig überragen, von einem
kreuztragenden Engel (von Josef Breitner) bekrönt. Über dem aus dem 17.
Jahrhundert erhaltenen Westportal (1652) steht eine Marienfigur von
Tobias Kracker (1651) in einer Nische. Die Südfront wurde 1892 zu einer
Seitenfassade umgestaltet (Balustradenfiguren Glaube, Hoffnung, Liebe).
Am südlichen Querschiff befindet sich das Jasomirgottdenkmal (von Josef
Breitner, 1893).

Bereits kurz nach der Stiftung des Wiener Schottenklosters durch Herzog
Heinrich II. Jasomirgott im Jahr 1155 wurde mit dem Bau der
Schottenkirche begonnen; geweiht wurde sie 1200 vom Passauer Bischof
Wolfger von Erla. Der Einsturz eines Turmes nach Blitzschlag wurde 1638
von Abt Johann Walterfinger zum Anlass genommen, zunächst den Chor und
den Turm der Kirche völlig umzugestalten.
Die Errichtung der tonnengewölbten Wandpfeilerkirche mit angedeutetem
Querhaus besorgten unter Abt Anton Spindler von Hofegg die Baumeister
Andrea Allio der Ältere, sein Vetter Andrea Allio der Jüngere und
Silvestro Carlone. Im Zuge dieses Neubaus wurde auch die Krypta des
Schottenstiftes angelegt. Die neue Kirche wurde am 31. Mai 1648 vom
Wiener Bischof Philipp Friedrich von Breuner geweiht.

Der barocke Hochaltar wurde
1883 durch einen marmornen nach Entwürfen von Heinrich Ferstel und im
selben Jahr das Bild "Himmlische Glorie" von Joachim Sandrart (1669;
aufgestellt 1671) durch das Mosaik "Die heilige Maria zwischen
Heiligen, die für die Schottenkirche bedeutsam sind" (Ordensstifter St.
Benedikt, Kirchenpatron Papst Gregor der Große und Apostel Jacobus der
Jüngere) von Michael Rieser ersetzt. Das Bild Sandrarts kam in die
Allerheiligenkirche in Zwischenbrücken, aus dieser (als es in dem nach
totalem Kriegsschaden erforderlich gewordenen kleineren Neubau keinen
Platz mehr fand) ins Kunsthistorische Museum und von dort 1951 als
Dauerleihgabe zurück ins Schottenstift. Links am Triumphbogen steht der
Altar mit dem Bild "Kreuzigung Christi" von Sandrart (1654), rechts am
Triumphbogen der Altar mit dem Bild "Abschied der Apostel Petrus und
Paulus", ebenfalls von Sandrart (1652). Weitere Altarbilder stammen von
Tobias Pock (1651-1655), Joachims (1659), Bachmann (1652) und J.
Schmid. Jene von J. Straka und A. Eisenmenger wurden Ende der fünfziger
beziehungsweise achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts entfernt und durch
die barocken ersetzt.

Die Steinmetzarbeiten wurden dem kaiserlichen Kammerbildhauer und
Hofsteinmetz Peter Concorz, Bildhauer auf der Freyung, übertragen. Dazu
kaufte er einen Steinbruch in Kaisersteinbruch, laut Vertrag mit Abt
Michael II. Schnabel vom Stift Heiligenkreuz. 1651 errichtete der
Hofsteinmetzmeister Bartholomäus Khöll das Hauptportal der Turmfassade.
Für die Nische schuf der Bildhauer Tobias Kracker die Statue Maria mit
Kind.
Von 1883 bis 1887 ließ Abt Ernest Hauswirth die Kirche restaurieren und
teilweise umgestalten. Bis auf Benediktus- und Gregoriusaltar wurden
die barocken Altäre durch Altäre im Neorenaissance- und Neobarockstil
ersetzt. Es entstanden ein neuer Hochaltar nach Entwürfen von Heinrich
Ferstel (fertiggestellt von Max Haas[3]) mit einem Mosaik von Michael
Rieser und neue Deckengemälde von Julius Schmid. Der Stifter Heinrich
Jasomirgott, der im Laufe der Jahrhunderte einige Male umgebettet
worden war, erhielt 1901 in der Krypta der Schottenkirche einen
neoromanischen Sarkophag als bislang letzte Ruhestätte.

Beim Blick durch das Gitter lässt sich die barocke Pracht der Kirche
gut erkennen. Die Deckenbilder setzen sich aus reichhaltigen
Goldornamenten und stimmungsvollen Szenen zusammen. Links und rechts
des Triumphbogens stehen Altäre mit Gemälden von Sandrart, die die
Kreuzigung Christi und den Abschied der Apostel Petrus und Paulus
darstellen. Weitere Seitenaltäre zeigen Szenen wie die Himmelfahrt
Mariens und das Martyrium des heiligen Sebastian. In der Krypta unter
dem Altarraum befinden sich monumentale Grabstätten aus Salzburger
Marmor. Dort ruhen die Gründerfamilie des Klosters sowie der Feldherr
Ernst Rüdiger Starhemberg.
Die Deckengemälde stammen von Julius Schmid (1887/1888) und behandeln
im Langhaus die Gründung des Klosters, die Anbetung durch die Hirten,
die Beweinung Christi und die Auferstehung Christi, in der Vierung
zeigen sie den heiligen Benedikt vor Maria.

Der Barockmaler Joachim von Sandrart schuf für die Schottenkirche die
Gemälde des Apostelaltars (1652) und des Kreuzaltars (1654) sowie das
neue Hochaltarbild Himmlische Glorie (1671), das sich heute im
Prälatensaal des Schottenstiftes befindet. Tobias Pock malte die
Altarbilder des Sebastianaltars (1649/1650), des Marienaltars
(1651/1655) und des Benediktusaltars (1654) sowie ein erst Ende des 20.
Jahrhunderts wieder freigelegtes Fresko des heiligen Wolfgang (um
1655). Das Gemälde des Gregoraltars (1651/1652) stammt von Georg
Bachmann, die Tafeln des Annaaltars und des Barbaraaltars (beide
1656/1659) werden Jeronimus Joachims zugeschrieben.

Grabdenkmal für Leopold Graf Windisch-Graetz († 1746)

Grabdenkmal für Ludovicus Andreas Graf Khevenhüller († 1744), von Jakob Schletterer.

Totenschild von Philipp Friedrich Freiherr von Breuner († 1638).

Alle Schottenmönche aus dem Konvent von 1880 sind in der Darstellung
der Übergabe der Stiftungsurkunde als Gründungskonvent abgebildet – PR
à la Benediktiner.
Die Benediktinerabtei "Unserer Lieben Frau zu den Schotten" in der
Wiener Innenstadt wurde von den Babenbergern gegründet: 1155 berief
Herzog Heinrich II. Jasomirgott iro-schottische Mönche aus der
Regensburger Benediktinerabtei St. Jakob nach Wien. Obwohl der Name
Schottenstift eine Verbindung mit Schottland nahe legt, kamen die
ersten Mönche vor allem aus Irland.

Das südliche (romanische) Kirchenschiff wurde teilweise 1966-1969
freigelegt. Den linken Querschiffaltar (19. Jahrhundert) schmückt das
Bild "Himmelfahrt Maria" von Pock (um 1655). Über dem Tabernakel befand
sich die älteste marianische Gnadenstatue Wiens (um 1250), die 1645
wegen der Schwedengefahr vorübergehend in den Stephansdom zur
öffentlichen Anbetung gebracht worden war und seit der letzten
Restaurierung der Schottenkirche (1994) ihren Platz in der Romanischen
Kapelle erhalten hat. Am rechten Querschiffaltar befindet sich
ebenfalls ein Gemälde von Pock ("Martyrium des heiligen Sebastian", um
1655), Kanzel (um 1883/1887), Seitenaltar mit Bild "Heiligem Gregor"
von Georg Bachmann (1652), Fresko "Heiliger Wolfgang" von Pock (um
1655); letzter Rest der ursprünglich malerischen Ausstattung der Kirche
(weitere Reste in den Seitenschiffen und hinter der Orgel wurden bei
der Restaurierung 1994 freigelegt). Seitenaltar mit Bild "Martyrium der
heiligen Barbara" von Johann Schmidt dem Älteren (1659), Seitenaltar
mit Bild "Heilige Anna" von Jeronimus Joachims (1659), Seitenaltar mit
Bild "Tod des heiligen Benedikt" von Pock (1654).
