Wolfsberg

in Kärnten, November 2024

Wolfsberg ist eine Stadtgemeinde mit 25.000 Einwohnern und Sitz der Bezirkshauptmannschaft des gleichnamigen Bezirks in Österreich, im Bundesland Kärnten. Die Gemeinde befindet sich in der Mitte des Lavanttales. Sie umfasst weite Teile der Saualpe. Auf die Koralpe reichen zwei Ausläufer des Gemeindegebietes.

Wolfsberg ist eine von 16 "kleinen historischen Städten" in Österreich. Die Bezirksstadt des Lavanttals ist aufgrund ihrer historischen Altstadt und der gleichnamigen Burg sehenswert. Wolfsberg ist nicht nur Einkaufs- und Kulturstadt, sondern bietet mit ihrer reizvollen Umgebung und dem großzügigen Freizeitangebot auch alle Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Urlaub. Wanderwege bis 2100 m Seehöhe locken auf Koralpe, Saualpe und Klippitztörl. Diese Berge bieten in der kalten Jahreszeit Wintervergnügen pur.

BAHNHOF PLATZ
1900: Start der Linie Wolfsberg -Zeltweg

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Die Stadt Wolfsberg ist seit dem Mittelalter ein wichtiger Handelsplatz und Verkehrsknotenpunkt. In Aufzeichnungen erstmals im 12. Jh als Wolfsperch erwähnt, erhält die Ansiedlung 1331 das Stadtrecht. Seit 1846 befindet sich Schloss Wolfsberg im Besitz der Grafen Henkel von Donnersmarck.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit
Ehemalige Bürgerspitalkirche urkundlich erstmals 1616 erwähnt. Barockaltar von Franz Anton Detl. Im Besitz der Stadtgemeinde Wolfsberg. Heute ist die Dreifaltigkeitskirche eine Filialkirche der römisch-katholischen Pfarre St. Markus. Und leider verschlossen.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Gottesdienste werden hier an jedem 4. Sonntag des Monats gefeiert - das Patrozinium am Dreifaltigkeitssonntag (Sonntag nach Pfingsten) - jeweils um 19 Uhr. Im Turm zwei Bronzeglocken - 98 und 43 kg - 1999 von Graßmayr in Innsbruck gegossen.

Die drei barocken Altäre wurden zwischen 1724 und 1729 von Franz Anton Detl geschaffen. Der Hochaltar füllt Höhe und Breite des Mittelraumes. Er trägt eine Figurengruppe Heilige Dreifaltigkeit und eine Maria Immaculata. Umgeben wird die Szene von den Heiligen Nikolaus und Martin und den Pestheiligen Sebastian und Rochus sowie unten von der heiligen Rosalia im Grab.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Vor über 5000 Jahren siedelten bereits die ersten Menschen im wunderschönen Lavanttal. Mit angenehmem Klima, üppigen Wäldern und klaren Flüssen war es der perfekte Ort zum Leben. Artefakte aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit, die auf den Hängen der Kor- und Saualpe entdeckt wurden, zeugen von dieser frühen Besiedlung. Später gründeten die Kelten vermutlich eine Siedlung in der Region Wolfsberg, während die Römer hier ein Militärlager betrieben. Eine viel befahrene Handelsstraße führte durch das Lavanttal über den Obdacher Sattel. In den nachfolgenden Jahrhunderten fand ein reger Austausch von Völkern statt, und aus der römischen Provinz Norikum entstand das "Karantanien", das den Grundstein für den heutigen Namen "Kärnten" legte. Im 8. Jahrhundert wurden die Slawen von den christianisierenden Bajuwaren aus dem Lavanttal verdrängt. Das Christentum breitete sich aus, und die Region fiel unter die Zuständigkeit des Bistums Aquileia. Im Jahr 861 schenkte König Ludwig der Deutsche dem Erzbistum Salzburg einen Hof an der Lavant, der die Grundlage für das spätere St. Andrä und den Raum Wolfsberg bildete.

Sporergasse in Wolfsberg

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Rathaus - Erbaut 1888 an jener Stelle, an der sich früher die Heiligenblutkirche befand. (Säulenreste erhalten)
Das Rathaus von Wolfsberg befindet sich bei der Fleischbrücke am linken Lavantufer. Der 3-geschossige historistische Bau wurde nach Entwürfen von Wilhelm Hess errichtet. Die Straßenfront schließt einen Winkel von ca. 130 Grad ein, hat einen Eckturm, Pilastergliederung und altdeutsche Giebel. Bei der letzten Renovierung 1986/87 wurden die Fassaden in der Farbigkeit von 1889 wiederhergestellt.

Nachweislich war das Rathaus von Wolfsberg von 1620 bis 1803 im Gebäude Hoher Platz Nr. 55, der heutigen Apotheke "Weißer Wolf", untergebracht. Von 1803 bis 1889 war das Gebäude Hoher Platz Nr. 40 als Rathaus in Verwendung. Am Standort des heutigen Rathauses befand sich einst die Blutspitalskirche und das obere Bürgerspital.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Auf der Fleischbrücke in Wolfsberg befindet sich genau gegenüber der Statue des hl. Nepomuk ein großes gußeisernes Kreuz, das nach Süden ausgerichtet ist. Das Brückenkreuz wurde 2018 einer Restaurierung unterzogen und Ende Juni mittels Kran wieder an seinen Platz gehoben. Laut Restaurator Paul Rachle stammt der lebensgroße Corpus Christi aus dem 19. Jh. Das Brückenkreuz dürfte zeitgleich mit der Nepomukstatue errichtet worden sein.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Hl. Johannes Nepomuk auf der Fleischbrücke
Auf dem südlichen Brückengeländer der Fleischbrücke befindet sich eine fast lebensgroße barocke Darstellung des hl. Nepomuk aus Holz, geschützt von einem geschwungenen Dach, errichtet von Ziegler-Offner im Jahr 1732, 1982 renoviert von der Gemeinschaft für Volks- und Brauchtum und zuletzt 2001 restauriert. Der Heilige Nepomuk gilt als Schutzpatron gegen Wassergefahren. Die Originalstatue des hl. Nepomuk wurde in den 1930er Jahren vom Sockel gestoßen und nie mehr gefunden.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Mit ca. 25.000 Einwohnern ist Wolfsberg im Lavanttal die drittgrößte Stadt Kärntens. Auf einer Seehöhe von 463 m und auf einer Fläche von 278 km² zeigt sich die geschichtsmächtige Stadt als dynamischer Wirtschaftsstandort und als idealer Lebensraum für die Wolfsbergerinnen und Wolfsberger.

Das neue Rathaus, das 1888 an eben jener Stelle erbaut wurde, an der sich früher die Heiligenblutkirche befand, ist nicht nur Sitz der Stadtverwaltung, sondern auch eines der schönsten Gebäude der Stadt.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Die alten Bürgerhäuser am Hohen Platz, die den historischen Charakter der Altstadt wesentlich mitbestimmen, stammen vorwiegend aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Sehenswert sind die spätgotischen Portale, Renaissancefenster und die romantischen Laubengänge.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

In der Mitte des gepflasterten Hohen Platzes erhebt sich die fünf Meter hohe, barocke Mariensäule (auch Pestsäule genannt), die 1718 geweiht wurde und bis zum heutigen Tag an die Gottesmutter und an ihre Hilfe gegen die Schrecken der Pestzeit erinnert.

Die 5 m hohe, barocke Marien- bzw. Pestsäule in Wolfsberg wurde vom Griffener Steinhauer Simon Reischl geschaffen und besteht aus einem quadratischen Sockel auf dessen Sockelpostamenten Statuen von Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde, beide im Krönungsornat, und den Pestheiligen Rochus und Sebastian stehen. Die Figuralplastik stammt von einem unbekannten Meister. In der Mitte erhebt sich eine 5 m hohe runde Steinsäule mit einer sternenbekrönten Statue der Maria Immaculata, welche Lilien als Zeichen der Unschuld in Händen hält. Die Mariensäule ist von einem schmiedeeisernen Gitter umgeben, welches 4 Putti mit Schilden, drei davon von Ferdinand Opitz, zieren (1. H. 20. Jh.). Die Mariensäule wurde in den Jahren 1794, 1840 und 2018 renoviert. Die Marien- bzw. Pestsäule wurde von den Wolfsberger Bürgern zum Dank dafür errichtet, dass die Stadt im Jahr 1713 von der im Lavanttal wütenden Pestepidemie verschont geblieben war. Die Säule wurde am 8. Dezember 1718 geweiht.

Steinsäule der Maria Immaculata, vier Putten sowie Statuen von Kaiser Heinrich II., seiner Frau Kunigunde und den Pestheiligen Rochus und Sebastian.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Vom 10. bis zum 14. Jahrhundert erhielt das fränkische Hochstift Bamberg umfangreiche Ländereien in Kärnten, einschließlich des oberen Lavanttals. Wann genau eine Burg zum Schutz des Handelswegs entlang der Lavant errichtet wurde, ist nicht bekannt. Aber am 29. März 1178 fungierte Bischof Otto II. von Bamberg als Schiedsrichter in einem Streit zwischen dem Stift St. Paul und dem bischöflichen Ministerialen Otto von St. Marein und beurkundete dabei vom Wolfsberger Schloss aus. Die Bamberger erwiesen sich als würdige Schutzherrn und bauten Wehranlagen, um die aufstrebende Siedlung zu sichern. 1331 erhielt Wolfsberg von Bischof Werntho von Bamberg das Stadtrecht. Es war eine blühende Stadt, in der Handel und Gewerbe florierten. Vor allem der Weinbau war eine wichtige Einnahmequelle. In der Geschichte Wolfsbergs gab es auch Herausforderungen zu bewältigen. Die Grafen von Chilli belagerten die Stadt im Jahr 1425, doch sie mussten letztendlich unverrichteter Dinge abziehen. Die Türken versuchten 1478 vergeblich, Wolfsberg einzunehmen, scheiterten jedoch an den Befestigungsanlagen und dem Mut des Bamberger Vizedoms Georg vom Schaumburg.

Pfarrkirche Wolfsberg (Hl. Markus)

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Die Altstadt ist zwischen dem Schloss Wolfsberg und der Lavant, dem namensgebenden Fluss des Tales, gelegen. Teile der mittelalterlichen Stadtmauer haben sich am Schlossberg und am Rossmarkt erhalten. 752 Jahre lang war Wolfsberg bambergisch: An diese Zeit erinnert im Stadtbild das Paurische Haus, es zählt zu den ältesten erhaltenen Gebäuden und war Amtssitz des bambergischen Verwalters.

Das 3-geschossige Wohnhaus am Hohen Platz 21 ist ein Bau aus der 2. H. d. 16. Jhs. über hufeisenförmigem Grundriss. Die frühhistoristischen Platzfassaden stammen aus der 2. H. d. 19. Jhs. Das Gebäude besitzt an der Hausecke zum Getreidemarkt unter einem vorspringenden Erker in einer Nische die Skulptur einer Verkündigungsmadonna, vermutlich aus dem 18. Jh. Der dazugehörige Verkündigungsengel befindet sich am gegenüberliegenden Haus. Im Rahmen von Sanierungs- und Umbauarbeiten am Haus im Jahr 2022 wurde die Madonnen-Skulptur an der Hausecke zum Getreidemarkt durch ein Wiener Spezialunternehmen restauriert und erstrahlt nun wieder in ihren Originalfarben.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Eines der ältesten und bedeutendsten Baudenkmäler ist die alte Stadtpfarrkirche St. Markus, die 1216 erstmals urkundlich erwähnt wird. Das altehrwürdige Gotteshaus hat einen 72 Meter hohen Turm und bewahrt in seinem Inneren wertvolle Zeugnisse sakraler Kunst.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Das Gründungsjahr der Kirche ist unbekannt. Da aber das Gebiet bis 811 zur Patriarchat von Aquileja gehörte, kann angenommen werden, dass schon damals eine Markuskapelle als Zeichen der geistlichen Verbindung zu Venedig, das den heiligen Markus zum Schutzpatron hat, bestanden haben könnte. Erst 1216 wird ein Sacerdos in Wolfsberg urkundlich genannt. Da die Stadt Wolfsberg von 1007 bis 1759 zum Hochstift Bamberg gehörte, sind die Bamberger Bistumsstifter Kaiser Heinrich II. und seine Gattin Kunigunde von Luxemburg in der Kirche mehrmals abgebildet.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Die dritte Seitenkapelle links ist der Heiligen Kunigunde geweiht. Das Altarbild zeigt die Gottesurteilszene der Heiligen Kundigundis. Das Bild wurde 1667 vom Antwerpener Maler J. B. von Rülle geschaffen und vom Bamberger Bischof Philipp Valentin Voit von Rieneck der Wolfsberger Minoritenkirche gestiftet. Nach dessen Auflösung wurde das Bild 1821 von dort übertragen und mit einem Rahmen aus dem späten 18. Jahrhundert versehen.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Die zweite Seitenkapelle, auch Marienkapelle genannt, war die Familienkapelle derer von Bayerhofen und diente ihnen als Grabstätte. Sie wurde 1661 vom Lavanter Bischof Maximilian Gandolf geweiht. Ihr Altar besteht aus einer einfachen Ädikula und einem kleinen Aufsatz aus Voluten mit zwei Nischen. Das Hauptbild ist eine Kopie von 1661 nach Veroneses Vermählung der heiligen Katharina von Siena. Im Aufsatzbild ist die Heilige Cäcilia dargestellt. Daneben stehen Statuetten der Heiligen Barbara und Margareta.

Verdeckt wird es (leider) von
RELIQUIE DES SELIGEN CARLO ACUTIS (1991 - 2006)
Carlo Acutis war ein computeraffiner italienischer Jugendlicher, der mit 15 Jahren an Leukämie starb. Er war tief religiös und wurde unter anderem dafür bekannt, sogenannte eucharistische Wunder zu dokumentieren und auf einer Website zu katalogisieren. Acutis, der in den Medien auch als Influencer Gottes bzw. Cyber-Apostel bezeichnet wird, wurde am 10. Oktober 2020 in Assisi seliggesprochen. Nach einem weiteren dokumentierten Wunder soll er im April 2025 heiliggesprochen werden.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Lourdes-Grotte

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

In der ersten Kapelle im linken Seitenschiff wurde der Taufstein aufgestellt.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

DIE GRUFT VON WOLFSBERG 1655-2021
In der unmittelbaren Nähe zum Sakralen bestattet zu werden hat in der Kirchengeschichte eine lange Tradition. Auch die Sterbebücher der Stadtpfarre Wolfsberg berichten nicht nur von einem Friedhof („Hof des Friedens") in der Oberen Stadt, sondern auch von mehreren Grüften (darunter der ältesten, der Familie Bayerhofen, sowie der Zentralgruft im Altarraum). Auch die zahlreichen Grabsteine bezeugen, dass es sich hier um eine Nekropole handelt.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Fünf der Konsolenfiguren an den Säulen des Mittelschiffes, die Heiligen Josef, Leonhard, Philippus, Jakobus der Jüngere und Nikolaus, stammen aus Gröden; die sechste, der Heilige Judas Thaddäus aus der Werkstatt von Konrad Campidell, wurde 1961 geweiht.

Die Orgel wurde 1898 von Martin Hechenberger aus Passau gebaut und 2010 von der Orgelbaufirma Kuhn (Männedorf, Schweiz) restauriert. Das Instrument hat 23 Register auf zwei Manualen und Pedal.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Das Kircheninnere zeigt ein dreischiffiges fünfjochiges Langhaus mit dem erkennbaren basilikalen Raumschema der Romanik. Rundbogige Scheidbogen auf quadratischen Pfeilern mit abgefassten Kanten trennen das Mittelschiff von den Seitenschiffen. Das gotische Kreuzrippengewölbe aus dem späten 14. Jahrhundert ruht im Mittelschiff auf kräftigen Pfeilervorlagen und in den Seitenschiffen auf Diensten und Konsolen. Die Deckenmalereien mit der üppig geschwungenen Ornamentik und zarten Figurenmotiven stammen aus der Spätgotik. Im zweiten Joch sind symbolisch die vier Evangelisten dargestellt, die jeweils einem Papst oder Bischof ein Evangelienbuch überreichen. Das Schallloch im Mitteljoch ist von musizierenden Engeln umgeben. Die restlichen Deckenmalereien bestehen hauptsächlich aus Blumenornamenten.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Die erste Seitenkapelle auf der rechten Seite ist dem Heiligen Valentin gewidmet. Das Hauptbild des Altars wurde vom Münchner Maler Malknecht geschaffen und zeigt den wundertätigen Bischof. Darunter befindet sich ein barocker Reliquienschrein von 1655, der das Armbein des Heiligen enthalten soll. In den Seitennischen des Altars stehen die Figuren der Heiligen Anna und Joachim.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Der Herz-Jesu-Altar in der mittleren Kapelle diente früher als Sakramentsaltar und zeigt im Hauptbild ein barockes Herz-Jesu-Motiv aus dem 18. Jahrhundert. Die Statuen stellen die Hohen Priester Melchisedech und Aaron dar und stammen aus einer Grödener Werkstatt.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Der Hauptaltar wurde 1776 vom Villacher Tischler Johannes Rudolph gefertigt.[2] Im mit 1777 datierten Hauptbild wird der Evangelist in schreibender Sitzpose mit magischem Licht aus dem Dunkel des Hintergrunds hervorgezeichnet. In ähnlicher Technik ist im Aufsatzbild die Wiedergabe des sterbenden Franz Xaver dem Dunkel entrissen. Maler der beiden Bilder ist der Kremser Schmidt. Flankiert wird der Altar von den lebensgroßen Figuren der Apostelfürsten Petrus und Paulus. Die beiden Skulpturen wurden 1773–1777 von Michael Zill geschaffen. Von diesem Künstler stammen auch die Konsolenfiguren der Heiligen Heinrich und Kunigunde an den Chorwänden.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Der Chor setzt sich aus einem romanischen Chorquadrat und einem 5/8-Chorschluss mit gotischem Kreuzrippengewölbe zusammen. Die vier Pfeiler des romanischen Chorjoches besitzen Kämpfersteine mit Würfelfries und in den Ecken romanische Absenker mit Knospenkapitellen und Kämpfern. Die reliefierten Schlusssteine zeigen das Lamm Gottes und den Markuslöwen, die Konsolen im Chorpolygon Köpfe und Tiere. Der Chorschluss ist mit fünf zweibahnigen gotischen Maßwerksfenstern durchbrochen. Um bessere Lichtverhältnisse herzustellen, wurden 1972 die farbigen Butzenscheiben durch durchsichtige ersetzt. An der Nordseite des Chorquadrates befindet sich ein Fenster, das einst durch die Siebenschmerzenkapelle erreichbar war und den Besitzern des Schlosses Wolfsberg als Loge während der heiligen Messen diente.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Im 72 Meter hohen Turm der Stadtpfarrkirche St. Markus führen 141 Stufen nach oben zur ehemaligen Wohnung des Türmers, der von hier aus bis in die 1960er Jahre mit wachem Blick nächtens die Stadt im Auge hatte. Die Aussichtsgalerie des Turmes, 33 Meter über der Stadt, ermöglicht einen Panoramablick über Wolfsbergs Dachlandschaft bis hin zu den Gipfeln der Saualpe. Leider nur gegen Voranmeldung.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Die 1497 erbaute St.-Anna-Kapelle befindet sich im Besitz der Bäckerinnung und wird daher auch "Bäckerkapelle" genannt. In ihrem Inneren befindet sich einer der schönsten spätgotischen Flügelaltäre Kärntens. Leider ist sie geschlossen.

Die Bäckerkapelle unweit der Pfarrkirche in Wolfsberg ist der heiligen Anna geweiht. Erstmals Erwähnung findet dieser der Bäckerinnung gehörende Sakralbau im Jahr 1497. Dem kleinen gotischen Bau wurde dann im 18. Jh. ein barock geschwungener Fassadengiebel und ein barocker Giebelreiter hinzugefügt. Man betritt die Kirche durch ein gotisch profiliertes Westportal aus Hattendorfer Sandstein mit Fialen und einem eisenbeschlagenen Tor.

Im Spätmittelalter war es üblich, dass die verschiedenen Zünfte Grundstücke oder Bauwerke aus Mitteln der Zunftkassen erwarben oder erbauen ließen, um ihrem kulturellen Leben einen Kommunikationsraum zu geben. Auf diese Art dürfte auch die 1497 erstmals erwähnte Annakapelle in Wolfsberg entstanden sein. Es wird vermutet, dass die heimischen Bäcker beim bambergischen Vizedom vorstellig wurden, dieser möge für die alten Meister und Knechte einen Fond schaffen, um deren Lebensabend erträglicher zu gestalten. Dies wurde bewilligt und als Zuschlag zur eingehobenen Brotsteuer der sogenannte Anna-Groschen eingeführt, dessen Ertrag es ermöglichte, unter anderem dieses kleine Gotteshaus zu errichten. Seitdem ist die Kapelle im Besitz der Bäckerzunft, die einst ihre Hochzeiten, Taufen und auch Beerdigungen hier abhielt, was auch eine Gruft unter dem Boden des Innenraumes beweist, die mit einem mit Brezel, Strutz und Kipferl versehenen Stein verschlossen ist und bei deren Öffnung man zwanzig Sargtruhen fand. Als Beweis dafür, dass dieses Bauwerk von seiner Entstehung an mit dem Bäckergewerbe verbunden war, gilt auch ein Brezelrelief am Schlussstein des nordwestlichen Pfeilers an der Außenseite. Die Kapelle befindet sich noch heute im Besitz der Bäckerinnung.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Bäcker- oder Annakapelle
Geschichte: Erstmals 1497 erwähnt.Von der mittelalterlichen Bäckerzunft in Wolfsberg errichtet. Heute Eigentum der Kärntner Bäckerinnung. Einziger in Österreich bekannter Fall einer von gewerblichen Zünften errichteten Kapelle.
Sehenswertes: Gotischer Bau mit barockem Glockenturm. Kapellengruft mit Brezel und Kipfel. Spätgotischer Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert. Renoviert 1983

Im Inneren erhebt sich ein zweijochiges Netzrippengewölbe mit abgefassten Gurtbögen auf Runddiensten. An der Nordwand befinden sich spitzbogige Nischen, an der Südwand zwei Maßwerkfenster. Die Kapellengruft ist von einem mit Brezel, Strutz und Kipferl verzierten Reliefstein verschlossen. Der bemerkenswerte spätgotische, um 1500 errichtete Flügelaltar ist noch vollständig erhalten, sein Gesprenge wurde um 1600 erneuert. Der Schrein birgt eine Schnitzfigur Madonna mit Kind aus der Ulmer Erhardwerkstätte (15. Jh.). Die gemalten Figuren der feststehenden Flügel zeigen Darstellungen der hll. Barbara, Dorothea, Katharina und Margaretha. An der Innenseite der Flügel sind die hll. Georg, Florian, Wolfgang und Hieronymus zu sehen. Die bemalten Außentafeln zeigen die Verkündigung Mariens, Christi Geburt, die Anbetung der Könige und den Tod Mariens. An der Predella befindet sich eine Darstellung von Christus und den 12 Aposteln. Den Rankenaufsatz aus dem 17. Jh. ziert eine Figurengruppe Unterricht Mariens. An den Wänden hängen noch einzelne Bilder u. a. die Heilige Familie darstellend.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Im 18. Jahrhundert florierte der Handel weiter, und Märkte wurden abgehalten. 1713 wurde Wolfsberg von der Pest heimgesucht, doch die Bürger taten ein Gelübde, das sie vor der Seuche bewahrte. Als Zeichen des Dankes wurde 1718 die imposante Mariensäule am Hohen Platz errichtet. 1759 endete die langjährige Herrschaft der Bamberger, als Kaiserin Maria Theresia den Besitz für eine Million Gulden vom Hochstift Bamberg kaufte. Wolfsberg und das Lavanttal wurden österreichisch. Im 19. und 20. Jahrhundert erlebte Wolfsberg weitere Entwicklungen, die die Region prägten. Im Jahr 1879 wurde die Stadt durch eine Eisenbahnstrecke mit Unterdrauburg verbunden. Die Bahnlinie wurde später bis nach Zeltweg ausgebaut, und das Tal war nun vollständig mit dem Schienennetz verbunden. 1902 wurde die Hochquellenleitung fertiggestellt, und 1936 öffnete die Packer Bundesstraße das Tal nach Osten in Richtung Graz und Wien.

Wolfsberg liegt im mittleren Lavanttal zwischen Koralm und Saualm. Die Wolfsberger Innenstadt besticht durch besonderen Charme: Das auf einer Anhöhe thronende Schloss Wolfsberg, die liebevoll restaurierten historischen Bauten und die mitten durch die Altstadt fließende Lavant verleihen der Stadt ihre besondere Atmosphäre.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Lobisserfresken - 'Vier Jahreszeiten' 1930 von Switbert Lobisser
Die Fresken von Suitbert Lobisser aus dem Jahr 1930 am sogenannten Haus Kager in der Johann-Offner-Straße, in dem heute das Kärntner Heimatwerk untergebracht ist, symbolisieren die vier Jahreszeiten und wurden zuletzt 1983 von Karl Schüssler renoviert.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Die Villa Huth wurde Ende der 1880er Jahre wohl nach Plänen von Konstantin Konstantini errichtet. Sie ist ein monumentaler, späthistoristischer, dreigeschoßiger Bau über einem winkelförmigen, nach Nordwesten offenen Grundriss mit einem östlich anschließenden, terrassierten Gartenareal. Mythologische Terrakottaplastiken akzentuieren die klassizistische Fassade mit Attikabalustrade. Der Namensgeber der Villa Huth, Alois Huth, war Apotheker sowie Bürgermeister und Gönner der Stadt Wolfsberg.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Rektoratskirche Maria Himmelfahrt (ehemalige Kapuzinerkirche)

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Bildstock (Swentzel-Stöckl)
Beim Swentzel Stöckl handelt es sich um einen Renaissancebildstock mit figürlichen Reliefs, bezeichnet 1532. Der nach dem Wolfsberger Ratsherren Peter Swentzel benannte Stein stand bis 1636 auf dem Friedhof des Kapuzinerklosters und war danach bis 1905 in die Mauer des Klosters eingelassen. Man legte ihn schließlich frei und stellte ihn vor der Kapuzinerkirche auf, wo er jetzt voll zur Geltung kommt. Der reich gegliederte, auf den vier Seiten des Mittelteiles verschieden gestaltete Unterbau trägt einen von Pilastern begrenzten Bildabschnitt, der in vier Bogenfronten mit einer Kugelbekrönung seinen oberen Abschluss hat. Das Swentzelstöckl steht unter Denkmalschutz. Es ist nicht bekannt, aus welchem Anlass Peter Swentzl diesen Bildstock errichten ließ.

Dahinter: Villa Koller 1905

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Alois-Huth-Straße 7, 9400 Wolfsberg

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Rektoratskirche Maria Himmelfahrt (ehemalige Kapuzinerkirche)
Die ehemalige Kapuzinerkirche in Wolfsberg mit dem Patrozinium des Festes Mariä Himmelfahrt ist heute eine Rektoratskirche der römisch-katholischen Pfarre St. Markus.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Den historisierenden Hochaltar fertigte 1916 die Kunstwerkstätte Rungaldier in Gröden. Die von Gregor Lederwasch IV der Malerfamilie Lederwasch gemalten Bilder des Hochaltars zeigen in der Mitte Mariä Himmelfahrt, links den heiligen Fidelis von Sigmaringen und rechts den heiligen Josef von Leonisse. An den Triumphbogenwänden sind Holzstatuen der Heiligen Josef und Antonius von Padua aufgestellt. In der Seitenkapelle stehen die Statuen der Heiligen Franziskus und Konrad aus Altötting sowie die Statue des Judas Thaddäus vom Kärntner Künstler Campidell.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Die schlichte Kirche ist im Langhaus und im eingezogenen Altarraum mit Tonnengewölben ausgestattet. Hinter dem Altarraum befindet sich ein Betchor. An der Nordseite der Kirche ist eine Lourdesgrotte und eine zweijochige Seitenkapelle, die durch eine Holzwand in eine Beicht- und eine Andachtskapelle geteilt ist.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

1623 ließen sich die Kapuziner in Wolfsberg nieder und errichteten zwischen 1634 und 1638 die Kirche und das Kloster. Der Gebäudekomplex wurde nach dem Brand von 1777 erneuert. Nachdem die Kapuziner 2007 die Stadt verließen, übernahmen die Benediktiner des Stiftes St. Paul im Lavanttal Kirche und Kloster.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Lourdesgrotte

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Seitenkapelle

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Kapuzinergasse

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Blick zum Kirchturm von der Kapuzinergasse

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Radlsteg über die Lavant

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Lavantnockerl beim Gassersteig
Beim sogenannten "Lavantnockerl" handelt es sich um einen Turmalin Pegmatit, aufgefunden in Mosern bei St. Andrä. Der Stein ist ca. 250 - 275 Millionen Jahre alt. Als Bildungsort dieser Gesteinsart gilt das Äquatorgebiet (in 20 - 40 Kilometer Tiefe). Neben dem schwarzen Turmalin setzt sich dieser Stein weiters aus Feldspat, sowie Quarz und Glimmer zusammen. Das Gewicht dieses Exemplares beträgt an die 10 Tonnen. Dem Turmalin im Lavantnockerl werden heilende Kräfte nachgesagt. Er soll auch vor negativen Einflüssen schützen.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Bei der Fleischbrücke, die westlich des Rathauses die Lavant überpannt, handelt es sich um eine barocke Steinbrücke. Der Name der Brücke stammt noch aus jener Zeit als die Fleischer auf dieser Brücke ihre Waren zum Verkauf anboten.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Paurisches Haus - Das Haus Nr.1 auch "Oberes Schloß" Im 13. Jhdt. errichtet.
1581 von den Bamberger Bischöfen übernommen. Diente dem Vogt als Fürstliches Hofhaus.

Das Paurische Haus wurde im 13. Jahrhundert errichtet und im 16. Jahrhundert von den Bamberger Bischöfen übernommen. Unterschiedliche Besitzer bewohnten über die Jahrhunderte hinweg das Haus, aber der heutige Name stammt von Franz Pauer, einem Pächter auf Bayerhofen aus dem späten 18. Jahrhundert. Auch dieses Haus befand sich einmal im Besitz der Familie Henckel-Donnersmarck. Ab den 1950ern wohnte hier die Familie Schüßler.

Die Stelen vor dem Paurischen Haus sind Metallkonstruktionen aus dem Jahr 1997, die vom Künstler Karl Schüßler entworfen und der Wolfsberger Schlosserei Franz Hornof gefertigt wurden. Den oberen Abschluss der vier Stelen bildet je eine Kugel, eine Pyramide, ein Würfel und ein Kegel. Der bekannte Künstler Karl Schüßler und befreundete Kollegen wie Giselbert Hoke fanden hier eine ideale Schaffensstätte. In der Stadt gibt es einen Rundweg "Karl Schüßler - Kunst". Walk and Bike". Bald nach seinem Tod 2010 wurde das Paurische Haus an eine von Wolfsberg abstammende Bäckerdynastie in Tirol verkauft.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Seit Jahrhunderten ist das Schloss Wolfsberg das weithin sichtbare Symbol für die wechselvolle Vergangenheit der Lavanttaler Metropole. Der Erbauer der erstmals 1178 urkundlich erwähnten Burg ist unbekannt.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

1846 kam das Schloß an den Grafen Hugo Henckel von Donnersmarck, der das geschichtsträchtige Gebäude nach den Plänen der Wiener Architekten Johann Romano und August Schwendenwein im englisch-gotischen "Tudor"-Stil erneuern ließ. Das Schloss, das sich heute im Besitz der Kärntner Montanindustrie GmbH befindet, wird auch als Kultur- und Ausstellungszentrum genützt.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Neben dem Haupthaus selbst steht auch die ehemalige, 1855 in neoromanischem Stil errichtete Reitschule unter Denkmalschutz.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Wolfsberger Schloßwald

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Das Bamberghaus, das ursprünglich als "Unteres Schloss" bezeichnet wurde und in der jüngeren Vergangenheit Abteilungen der Stadtgemeinde beherbergt hat, ist heute als "Haus der Region" ein Zentrum für regionale Direktvermarkter von Lebensmitteln und Kunsthandwerk.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

SPORERGASSE - Bis 1338, dem Jahre der Austreibung der Juden aus Wolfsberg, hieß sie Judengasse.  Später erhielt sie den Namen "Schwarzes Viertel." Der Sage nach soll der Name Sporergasse auf einen Türkensporn zurückgehen, den ein Türke verloren haben soll. Bekanntlich hat aber kein Türke die Stadt betreten. Es wird vermutet, daß in dieser Gasse das Gewerbe der Sporenerzeugung betrieben wurde. 1982 Neugestaltung der Gasse zu einer Fußgängerzone durch die Stadtgemeinde Wolfsberg.

 Wolfsberg in Ktn, November 2024

Ein weiterer Meilenstein wurde 1986 erreicht, als die Südautobahn (A2) fertiggestellt wurde. Wolfsberg wurde an eine wichtige europäische Nord-Süd-Verkehrsachse angeschlossen und legte damit den Grundstein für eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung der Region Wolfsberg-Lavanttal. Mit der Fertigstellung des Koralmtunnels wird ein weiterer wichtiger Impuls für das Lavanttal und die Stadt Wolfsberg gesetzt werden. Die Fahrtzeit von Graz nach Klagenfurt wird sich auf eine Stunde verkürzen. Mit einer Haltestation im Lavanttal. Da die Eisenbahnstrecke für bis zu 250 km/h ausgelegt wird, ist sie, neben der Westbahn, die am schnellsten befahrbare Eisenbahnstrecke Österreichs und somit auch eine Hochleistungsstrecke. Die gesamte Strecke wird voraussichtlich im Dezember 2025 fertig gestellt sein.

Wolfsberg in Ktn Bahnhof

 Wolfsberg in Ktn, November 2024



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: