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Wolfsberg ist eine Stadtgemeinde mit 25.000
Einwohnern und Sitz der Bezirkshauptmannschaft des gleichnamigen
Bezirks in Österreich, im Bundesland Kärnten. Die Gemeinde befindet
sich in der Mitte des Lavanttales. Sie umfasst weite Teile der Saualpe.
Auf die Koralpe reichen zwei Ausläufer des Gemeindegebietes.
Wolfsberg ist eine von 16 "kleinen historischen Städten" in Österreich.
Die Bezirksstadt des Lavanttals ist aufgrund ihrer historischen
Altstadt und der gleichnamigen Burg sehenswert. Wolfsberg ist nicht nur
Einkaufs- und Kulturstadt, sondern bietet mit ihrer reizvollen Umgebung
und dem großzügigen Freizeitangebot auch alle Möglichkeiten für einen
abwechslungsreichen Urlaub. Wanderwege bis 2100 m Seehöhe locken auf
Koralpe, Saualpe und Klippitztörl. Diese Berge bieten in der kalten
Jahreszeit Wintervergnügen pur.
BAHNHOF PLATZ
1900: Start der Linie Wolfsberg -Zeltweg
Die Stadt Wolfsberg ist seit dem Mittelalter ein wichtiger Handelsplatz
und Verkehrsknotenpunkt. In Aufzeichnungen erstmals im 12. Jh als Wolfsperch
erwähnt, erhält die Ansiedlung 1331 das Stadtrecht. Seit 1846 befindet
sich Schloss Wolfsberg im Besitz der Grafen Henkel von Donnersmarck.
Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit
Ehemalige Bürgerspitalkirche urkundlich erstmals 1616 erwähnt.
Barockaltar von Franz Anton Detl. Im Besitz der Stadtgemeinde
Wolfsberg. Heute ist die Dreifaltigkeitskirche eine Filialkirche der
römisch-katholischen Pfarre St. Markus. Und leider verschlossen.
Gottesdienste werden hier an jedem 4. Sonntag des Monats gefeiert - das
Patrozinium am Dreifaltigkeitssonntag (Sonntag nach Pfingsten) -
jeweils um 19 Uhr. Im Turm zwei Bronzeglocken - 98 und 43 kg - 1999 von
Graßmayr in Innsbruck gegossen.
Die drei barocken Altäre wurden zwischen 1724 und 1729 von Franz Anton
Detl geschaffen. Der Hochaltar füllt Höhe und Breite des Mittelraumes.
Er trägt eine Figurengruppe Heilige Dreifaltigkeit und eine Maria
Immaculata. Umgeben wird die Szene von den Heiligen Nikolaus und Martin
und den Pestheiligen Sebastian und Rochus sowie unten von der heiligen
Rosalia im Grab.
Vor über 5000 Jahren siedelten bereits die ersten Menschen im
wunderschönen Lavanttal. Mit angenehmem Klima, üppigen Wäldern und
klaren Flüssen war es der perfekte Ort zum Leben. Artefakte aus der
Jungsteinzeit und der Bronzezeit, die auf den Hängen der Kor- und
Saualpe entdeckt wurden, zeugen von dieser frühen Besiedlung. Später
gründeten die Kelten vermutlich eine Siedlung in der Region Wolfsberg,
während die Römer hier ein Militärlager betrieben. Eine viel befahrene
Handelsstraße führte durch das Lavanttal über den Obdacher Sattel. In
den nachfolgenden Jahrhunderten fand ein reger Austausch von Völkern
statt, und aus der römischen Provinz Norikum entstand das
"Karantanien", das den Grundstein für den heutigen Namen "Kärnten"
legte. Im 8. Jahrhundert wurden die Slawen von den christianisierenden
Bajuwaren aus dem Lavanttal verdrängt. Das Christentum breitete sich
aus, und die Region fiel unter die Zuständigkeit des Bistums Aquileia.
Im Jahr 861 schenkte König Ludwig der Deutsche dem Erzbistum Salzburg
einen Hof an der Lavant, der die Grundlage für das spätere St. Andrä
und den Raum Wolfsberg bildete.
Sporergasse in Wolfsberg
Rathaus - Erbaut 1888 an jener Stelle, an der sich früher die Heiligenblutkirche befand. (Säulenreste erhalten)
Das Rathaus von Wolfsberg
befindet sich bei der Fleischbrücke am linken Lavantufer. Der
3-geschossige historistische Bau wurde nach Entwürfen von Wilhelm Hess
errichtet. Die Straßenfront schließt einen Winkel von ca. 130 Grad ein,
hat einen Eckturm, Pilastergliederung und altdeutsche Giebel. Bei der
letzten Renovierung 1986/87 wurden die Fassaden in der Farbigkeit von
1889 wiederhergestellt.
Nachweislich war das Rathaus von Wolfsberg von 1620 bis 1803 im Gebäude
Hoher Platz Nr. 55, der heutigen Apotheke "Weißer Wolf", untergebracht.
Von 1803 bis 1889 war das Gebäude Hoher Platz Nr. 40 als Rathaus in
Verwendung. Am Standort des heutigen Rathauses befand sich einst die
Blutspitalskirche und das obere Bürgerspital.
Auf der Fleischbrücke in Wolfsberg befindet sich genau gegenüber der
Statue des hl. Nepomuk ein großes gußeisernes Kreuz, das nach Süden
ausgerichtet ist. Das Brückenkreuz wurde 2018 einer Restaurierung
unterzogen und Ende Juni mittels Kran wieder an seinen Platz gehoben.
Laut Restaurator Paul Rachle stammt der lebensgroße Corpus Christi aus
dem 19. Jh. Das Brückenkreuz dürfte zeitgleich mit der Nepomukstatue
errichtet worden sein.
Hl. Johannes Nepomuk auf der Fleischbrücke
Auf dem südlichen Brückengeländer der Fleischbrücke befindet sich eine
fast lebensgroße barocke Darstellung des hl. Nepomuk aus Holz,
geschützt von einem geschwungenen Dach, errichtet von Ziegler-Offner im
Jahr 1732, 1982 renoviert von der Gemeinschaft für Volks- und Brauchtum
und zuletzt 2001 restauriert. Der Heilige Nepomuk gilt als Schutzpatron
gegen Wassergefahren. Die Originalstatue des hl. Nepomuk wurde in den
1930er Jahren vom Sockel gestoßen und nie mehr gefunden.
Mit ca. 25.000 Einwohnern ist Wolfsberg im Lavanttal die drittgrößte
Stadt Kärntens. Auf einer Seehöhe von 463 m und auf einer Fläche von
278 km² zeigt sich die geschichtsmächtige Stadt als dynamischer
Wirtschaftsstandort und als idealer Lebensraum für die Wolfsbergerinnen
und Wolfsberger.
Das neue Rathaus, das 1888 an eben jener Stelle erbaut wurde, an der
sich früher die Heiligenblutkirche befand, ist nicht nur Sitz der
Stadtverwaltung, sondern auch eines der schönsten Gebäude der Stadt.
Die alten Bürgerhäuser am Hohen Platz, die den historischen Charakter
der Altstadt wesentlich mitbestimmen, stammen vorwiegend aus dem 16.
und 17. Jahrhundert. Sehenswert sind die spätgotischen Portale,
Renaissancefenster und die romantischen Laubengänge.
In der Mitte des gepflasterten Hohen Platzes erhebt sich die fünf Meter
hohe, barocke Mariensäule (auch Pestsäule genannt), die 1718 geweiht
wurde und bis zum heutigen Tag an die Gottesmutter und an ihre Hilfe
gegen die Schrecken der Pestzeit erinnert.
Die 5 m hohe, barocke Marien- bzw. Pestsäule
in Wolfsberg wurde vom Griffener Steinhauer Simon Reischl geschaffen
und besteht aus einem quadratischen Sockel auf dessen Sockelpostamenten
Statuen von Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde, beide im
Krönungsornat, und den Pestheiligen Rochus und Sebastian stehen. Die
Figuralplastik stammt von einem unbekannten Meister. In der Mitte
erhebt sich eine 5 m hohe runde Steinsäule mit einer sternenbekrönten
Statue der Maria Immaculata, welche Lilien als Zeichen der Unschuld in
Händen hält. Die Mariensäule ist von einem schmiedeeisernen Gitter
umgeben, welches 4 Putti mit Schilden, drei davon von Ferdinand Opitz,
zieren (1. H. 20. Jh.). Die Mariensäule wurde in den Jahren 1794, 1840
und 2018 renoviert. Die Marien- bzw. Pestsäule wurde von den
Wolfsberger Bürgern zum Dank dafür errichtet, dass die Stadt im Jahr
1713 von der im Lavanttal wütenden Pestepidemie verschont geblieben
war. Die Säule wurde am 8. Dezember 1718 geweiht.
Steinsäule der Maria Immaculata, vier Putten sowie Statuen von Kaiser
Heinrich II., seiner Frau Kunigunde und den Pestheiligen Rochus und
Sebastian.
Vom 10. bis zum 14. Jahrhundert erhielt das fränkische Hochstift
Bamberg umfangreiche Ländereien in Kärnten, einschließlich des oberen
Lavanttals. Wann genau eine Burg zum Schutz des Handelswegs entlang der
Lavant errichtet wurde, ist nicht bekannt. Aber am 29. März 1178
fungierte Bischof Otto II. von Bamberg als Schiedsrichter in einem
Streit zwischen dem Stift St. Paul und dem bischöflichen Ministerialen
Otto von St. Marein und beurkundete dabei vom Wolfsberger Schloss aus.
Die Bamberger erwiesen sich als würdige Schutzherrn und bauten
Wehranlagen, um die aufstrebende Siedlung zu sichern. 1331 erhielt
Wolfsberg von Bischof Werntho von Bamberg das Stadtrecht. Es war eine
blühende Stadt, in der Handel und Gewerbe florierten. Vor allem der
Weinbau war eine wichtige Einnahmequelle. In der Geschichte Wolfsbergs
gab es auch Herausforderungen zu bewältigen. Die Grafen von Chilli
belagerten die Stadt im Jahr 1425, doch sie mussten letztendlich
unverrichteter Dinge abziehen. Die Türken versuchten 1478 vergeblich,
Wolfsberg einzunehmen, scheiterten jedoch an den Befestigungsanlagen
und dem Mut des Bamberger Vizedoms Georg vom Schaumburg.
Pfarrkirche Wolfsberg (Hl. Markus)
Die Altstadt ist zwischen dem Schloss Wolfsberg und der Lavant, dem
namensgebenden Fluss des Tales, gelegen. Teile der mittelalterlichen
Stadtmauer haben sich am Schlossberg und am Rossmarkt erhalten. 752
Jahre lang war Wolfsberg bambergisch: An diese Zeit erinnert im
Stadtbild das Paurische Haus, es zählt zu den ältesten erhaltenen
Gebäuden und war Amtssitz des bambergischen Verwalters.
Das 3-geschossige Wohnhaus am Hohen Platz 21 ist ein Bau aus der 2. H.
d. 16. Jhs. über hufeisenförmigem Grundriss. Die frühhistoristischen
Platzfassaden stammen aus der 2. H. d. 19. Jhs. Das Gebäude besitzt an
der Hausecke zum Getreidemarkt unter einem vorspringenden Erker in
einer Nische die Skulptur einer Verkündigungsmadonna,
vermutlich aus dem 18. Jh. Der dazugehörige Verkündigungsengel befindet
sich am gegenüberliegenden Haus. Im Rahmen von Sanierungs- und
Umbauarbeiten am Haus im Jahr 2022 wurde die Madonnen-Skulptur an der
Hausecke zum Getreidemarkt durch ein Wiener Spezialunternehmen
restauriert und erstrahlt nun wieder in ihren Originalfarben.
Eines der ältesten und bedeutendsten Baudenkmäler ist die alte
Stadtpfarrkirche St. Markus, die 1216 erstmals urkundlich erwähnt wird.
Das altehrwürdige Gotteshaus hat einen 72 Meter hohen Turm und bewahrt
in seinem Inneren wertvolle Zeugnisse sakraler Kunst.
Das Gründungsjahr der Kirche ist unbekannt. Da aber das Gebiet bis 811
zur Patriarchat von Aquileja gehörte, kann angenommen werden, dass
schon damals eine Markuskapelle als Zeichen der geistlichen Verbindung
zu Venedig, das den heiligen Markus zum Schutzpatron hat, bestanden
haben könnte. Erst 1216 wird ein Sacerdos in Wolfsberg urkundlich
genannt. Da die Stadt Wolfsberg von 1007 bis 1759 zum Hochstift Bamberg
gehörte, sind die Bamberger Bistumsstifter Kaiser Heinrich II. und
seine Gattin Kunigunde von Luxemburg in der Kirche mehrmals abgebildet.
Die dritte Seitenkapelle links ist der Heiligen Kunigunde
geweiht. Das Altarbild zeigt die Gottesurteilszene der Heiligen
Kundigundis. Das Bild wurde 1667 vom Antwerpener Maler J. B. von Rülle
geschaffen und vom Bamberger Bischof Philipp Valentin Voit von Rieneck
der Wolfsberger Minoritenkirche gestiftet. Nach dessen Auflösung wurde
das Bild 1821 von dort übertragen und mit einem Rahmen aus dem späten
18. Jahrhundert versehen.
Die zweite Seitenkapelle, auch Marienkapelle
genannt, war die Familienkapelle derer von Bayerhofen und diente ihnen
als Grabstätte. Sie wurde 1661 vom Lavanter Bischof Maximilian Gandolf
geweiht. Ihr Altar besteht aus einer einfachen Ädikula und einem
kleinen Aufsatz aus Voluten mit zwei Nischen. Das Hauptbild ist eine
Kopie von 1661 nach Veroneses Vermählung der heiligen Katharina von
Siena. Im Aufsatzbild ist die Heilige Cäcilia dargestellt. Daneben
stehen Statuetten der Heiligen Barbara und Margareta.
Verdeckt wird es (leider) von
RELIQUIE DES SELIGEN CARLO ACUTIS (1991 - 2006)
Carlo Acutis war ein
computeraffiner italienischer Jugendlicher, der mit 15 Jahren an
Leukämie starb. Er war tief religiös und wurde unter anderem dafür
bekannt, sogenannte eucharistische Wunder zu dokumentieren und auf
einer Website zu katalogisieren. Acutis, der in den Medien auch als
Influencer Gottes bzw. Cyber-Apostel bezeichnet wird, wurde am 10.
Oktober 2020 in Assisi seliggesprochen. Nach einem weiteren
dokumentierten Wunder soll er im April 2025 heiliggesprochen werden.
Lourdes-Grotte
In der ersten Kapelle im linken Seitenschiff wurde der Taufstein aufgestellt.
DIE GRUFT VON WOLFSBERG 1655-2021
In der unmittelbaren Nähe zum Sakralen bestattet zu werden hat in der
Kirchengeschichte eine lange Tradition. Auch die Sterbebücher der
Stadtpfarre Wolfsberg berichten nicht nur von einem Friedhof („Hof des
Friedens") in der Oberen Stadt, sondern auch von mehreren Grüften
(darunter der ältesten, der Familie Bayerhofen, sowie der Zentralgruft
im Altarraum). Auch die zahlreichen Grabsteine bezeugen, dass es sich
hier um eine Nekropole handelt.
Fünf der Konsolenfiguren an den Säulen des Mittelschiffes, die Heiligen
Josef, Leonhard, Philippus, Jakobus der Jüngere und Nikolaus, stammen
aus Gröden; die sechste, der Heilige Judas Thaddäus aus der Werkstatt
von Konrad Campidell, wurde 1961 geweiht.
Die Orgel wurde 1898 von Martin Hechenberger aus Passau gebaut und 2010
von der Orgelbaufirma Kuhn (Männedorf, Schweiz) restauriert. Das
Instrument hat 23 Register auf zwei Manualen und Pedal.
Das Kircheninnere zeigt ein dreischiffiges fünfjochiges Langhaus mit
dem erkennbaren basilikalen Raumschema der Romanik. Rundbogige
Scheidbogen auf quadratischen Pfeilern mit abgefassten Kanten trennen
das Mittelschiff von den Seitenschiffen. Das gotische
Kreuzrippengewölbe aus dem späten 14. Jahrhundert ruht im Mittelschiff
auf kräftigen Pfeilervorlagen und in den Seitenschiffen auf Diensten
und Konsolen. Die Deckenmalereien mit der üppig geschwungenen
Ornamentik und zarten Figurenmotiven stammen aus der Spätgotik. Im
zweiten Joch sind symbolisch die vier Evangelisten dargestellt, die
jeweils einem Papst oder Bischof ein Evangelienbuch überreichen. Das
Schallloch im Mitteljoch ist von musizierenden Engeln umgeben. Die
restlichen Deckenmalereien bestehen hauptsächlich aus Blumenornamenten.
Die erste Seitenkapelle auf der rechten Seite ist dem Heiligen Valentin
gewidmet. Das Hauptbild des Altars wurde vom Münchner Maler Malknecht
geschaffen und zeigt den wundertätigen Bischof. Darunter befindet sich
ein barocker Reliquienschrein von 1655, der das Armbein des Heiligen
enthalten soll. In den Seitennischen des Altars stehen die Figuren der
Heiligen Anna und Joachim.
Der Herz-Jesu-Altar in der mittleren Kapelle diente früher als
Sakramentsaltar und zeigt im Hauptbild ein barockes Herz-Jesu-Motiv aus
dem 18. Jahrhundert. Die Statuen stellen die Hohen Priester
Melchisedech und Aaron dar und stammen aus einer Grödener Werkstatt.
Der Hauptaltar wurde 1776 vom Villacher Tischler Johannes Rudolph
gefertigt.[2] Im mit 1777 datierten Hauptbild wird der Evangelist in
schreibender Sitzpose mit magischem Licht aus dem Dunkel des
Hintergrunds hervorgezeichnet. In ähnlicher Technik ist im Aufsatzbild
die Wiedergabe des sterbenden Franz Xaver dem Dunkel entrissen. Maler
der beiden Bilder ist der Kremser Schmidt. Flankiert wird der Altar von
den lebensgroßen Figuren der Apostelfürsten Petrus und Paulus. Die
beiden Skulpturen wurden 1773–1777 von Michael Zill geschaffen. Von
diesem Künstler stammen auch die Konsolenfiguren der Heiligen Heinrich
und Kunigunde an den Chorwänden.
Der Chor setzt sich aus einem romanischen Chorquadrat und einem
5/8-Chorschluss mit gotischem Kreuzrippengewölbe zusammen. Die vier
Pfeiler des romanischen Chorjoches besitzen Kämpfersteine mit
Würfelfries und in den Ecken romanische Absenker mit Knospenkapitellen
und Kämpfern. Die reliefierten Schlusssteine zeigen das Lamm Gottes und
den Markuslöwen, die Konsolen im Chorpolygon Köpfe und Tiere. Der
Chorschluss ist mit fünf zweibahnigen gotischen Maßwerksfenstern
durchbrochen. Um bessere Lichtverhältnisse herzustellen, wurden 1972
die farbigen Butzenscheiben durch durchsichtige ersetzt. An der
Nordseite des Chorquadrates befindet sich ein Fenster, das einst durch
die Siebenschmerzenkapelle erreichbar war und den Besitzern des
Schlosses Wolfsberg als Loge während der heiligen Messen diente.
Im 72 Meter hohen Turm der Stadtpfarrkirche St. Markus führen 141
Stufen nach oben zur ehemaligen Wohnung des Türmers, der von hier aus
bis in die 1960er Jahre mit wachem Blick nächtens die Stadt im Auge
hatte. Die Aussichtsgalerie des Turmes, 33 Meter über der Stadt,
ermöglicht einen Panoramablick über Wolfsbergs Dachlandschaft bis hin
zu den Gipfeln der Saualpe. Leider nur gegen Voranmeldung.
Die 1497 erbaute St.-Anna-Kapelle befindet sich im Besitz der
Bäckerinnung und wird daher auch "Bäckerkapelle" genannt. In ihrem
Inneren befindet sich einer der schönsten spätgotischen Flügelaltäre
Kärntens. Leider ist sie geschlossen.
Die Bäckerkapelle unweit der Pfarrkirche in Wolfsberg ist der heiligen
Anna geweiht. Erstmals Erwähnung findet dieser der Bäckerinnung
gehörende Sakralbau im Jahr 1497. Dem kleinen gotischen Bau wurde dann
im 18. Jh. ein barock geschwungener Fassadengiebel und ein barocker
Giebelreiter hinzugefügt. Man betritt die Kirche durch ein gotisch
profiliertes Westportal aus Hattendorfer Sandstein mit Fialen und einem
eisenbeschlagenen Tor.
Im Spätmittelalter war es üblich, dass die verschiedenen Zünfte
Grundstücke oder Bauwerke aus Mitteln der Zunftkassen erwarben oder
erbauen ließen, um ihrem kulturellen Leben einen Kommunikationsraum zu
geben. Auf diese Art dürfte auch die 1497 erstmals erwähnte Annakapelle
in Wolfsberg entstanden sein. Es wird vermutet, dass die heimischen
Bäcker beim bambergischen Vizedom vorstellig wurden, dieser möge für
die alten Meister und Knechte einen Fond schaffen, um deren Lebensabend
erträglicher zu gestalten. Dies wurde bewilligt und als Zuschlag zur
eingehobenen Brotsteuer der sogenannte Anna-Groschen eingeführt, dessen
Ertrag es ermöglichte, unter anderem dieses kleine Gotteshaus zu
errichten. Seitdem ist die Kapelle im Besitz der Bäckerzunft, die einst
ihre Hochzeiten, Taufen und auch Beerdigungen hier abhielt, was auch
eine Gruft unter dem Boden des Innenraumes beweist, die mit einem mit
Brezel, Strutz und Kipferl versehenen Stein verschlossen ist und bei
deren Öffnung man zwanzig Sargtruhen fand. Als Beweis dafür, dass
dieses Bauwerk von seiner Entstehung an mit dem Bäckergewerbe verbunden
war, gilt auch ein Brezelrelief am Schlussstein des nordwestlichen
Pfeilers an der Außenseite. Die Kapelle befindet sich noch heute im
Besitz der Bäckerinnung.
Bäcker- oder Annakapelle
Geschichte: Erstmals 1497 erwähnt.Von der mittelalterlichen Bäckerzunft
in Wolfsberg errichtet. Heute Eigentum der Kärntner Bäckerinnung.
Einziger in Österreich bekannter Fall einer von gewerblichen Zünften
errichteten Kapelle.
Sehenswertes: Gotischer Bau mit barockem Glockenturm. Kapellengruft mit
Brezel und Kipfel. Spätgotischer Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert.
Renoviert 1983
Im Inneren erhebt sich ein zweijochiges Netzrippengewölbe mit
abgefassten Gurtbögen auf Runddiensten. An der Nordwand befinden sich
spitzbogige Nischen, an der Südwand zwei Maßwerkfenster. Die
Kapellengruft ist von einem mit Brezel, Strutz und Kipferl verzierten
Reliefstein verschlossen. Der bemerkenswerte spätgotische, um 1500
errichtete Flügelaltar ist noch vollständig erhalten, sein Gesprenge
wurde um 1600 erneuert. Der Schrein birgt eine Schnitzfigur Madonna mit
Kind aus der Ulmer Erhardwerkstätte (15. Jh.). Die gemalten Figuren der
feststehenden Flügel zeigen Darstellungen der hll. Barbara, Dorothea,
Katharina und Margaretha. An der Innenseite der Flügel sind die hll.
Georg, Florian, Wolfgang und Hieronymus zu sehen. Die bemalten
Außentafeln zeigen die Verkündigung Mariens, Christi Geburt, die
Anbetung der Könige und den Tod Mariens. An der Predella befindet sich
eine Darstellung von Christus und den 12 Aposteln. Den Rankenaufsatz
aus dem 17. Jh. ziert eine Figurengruppe Unterricht Mariens. An den
Wänden hängen noch einzelne Bilder u. a. die Heilige Familie
darstellend.
Im 18. Jahrhundert florierte der Handel weiter, und Märkte wurden
abgehalten. 1713 wurde Wolfsberg von der Pest heimgesucht, doch die
Bürger taten ein Gelübde, das sie vor der Seuche bewahrte. Als Zeichen
des Dankes wurde 1718 die imposante Mariensäule am Hohen Platz
errichtet. 1759 endete die langjährige Herrschaft der Bamberger, als
Kaiserin Maria Theresia den Besitz für eine Million Gulden vom
Hochstift Bamberg kaufte. Wolfsberg und das Lavanttal wurden
österreichisch. Im 19. und 20. Jahrhundert erlebte Wolfsberg weitere
Entwicklungen, die die Region prägten. Im Jahr 1879 wurde die Stadt
durch eine Eisenbahnstrecke mit Unterdrauburg verbunden. Die Bahnlinie
wurde später bis nach Zeltweg ausgebaut, und das Tal war nun
vollständig mit dem Schienennetz verbunden. 1902 wurde die
Hochquellenleitung fertiggestellt, und 1936 öffnete die Packer
Bundesstraße das Tal nach Osten in Richtung Graz und Wien.
Wolfsberg liegt im mittleren Lavanttal zwischen Koralm und Saualm. Die
Wolfsberger Innenstadt besticht durch besonderen Charme: Das auf einer
Anhöhe thronende Schloss Wolfsberg, die liebevoll restaurierten
historischen Bauten und die mitten durch die Altstadt fließende Lavant
verleihen der Stadt ihre besondere Atmosphäre.
Lobisserfresken - 'Vier Jahreszeiten' 1930 von Switbert Lobisser
Die Fresken von Suitbert Lobisser aus dem Jahr 1930 am sogenannten Haus
Kager in der Johann-Offner-Straße, in dem heute das Kärntner Heimatwerk
untergebracht ist, symbolisieren die vier Jahreszeiten und wurden
zuletzt 1983 von Karl Schüssler renoviert.
Die Villa Huth wurde Ende der
1880er Jahre wohl nach Plänen von Konstantin Konstantini errichtet. Sie
ist ein monumentaler, späthistoristischer, dreigeschoßiger Bau über
einem winkelförmigen, nach Nordwesten offenen Grundriss mit einem
östlich anschließenden, terrassierten Gartenareal. Mythologische
Terrakottaplastiken akzentuieren die klassizistische Fassade mit
Attikabalustrade. Der Namensgeber der Villa Huth, Alois Huth, war
Apotheker sowie Bürgermeister und Gönner der Stadt Wolfsberg.
Rektoratskirche Maria Himmelfahrt (ehemalige Kapuzinerkirche)
Bildstock (Swentzel-Stöckl)
Beim Swentzel Stöckl handelt es
sich um einen Renaissancebildstock mit figürlichen Reliefs, bezeichnet
1532. Der nach dem Wolfsberger Ratsherren Peter Swentzel benannte Stein
stand bis 1636 auf dem Friedhof des Kapuzinerklosters und war danach
bis 1905 in die Mauer des Klosters eingelassen. Man legte ihn
schließlich frei und stellte ihn vor der Kapuzinerkirche auf, wo er
jetzt voll zur Geltung kommt. Der reich gegliederte, auf den vier
Seiten des Mittelteiles verschieden gestaltete Unterbau trägt einen von
Pilastern begrenzten Bildabschnitt, der in vier Bogenfronten mit einer
Kugelbekrönung seinen oberen Abschluss hat. Das Swentzelstöckl steht
unter Denkmalschutz. Es ist nicht bekannt, aus welchem Anlass Peter
Swentzl diesen Bildstock errichten ließ.
Dahinter: Villa Koller 1905
Alois-Huth-Straße 7, 9400 Wolfsberg
Rektoratskirche Maria Himmelfahrt (ehemalige Kapuzinerkirche)
Die ehemalige Kapuzinerkirche in Wolfsberg mit dem Patrozinium des
Festes Mariä Himmelfahrt ist heute eine Rektoratskirche der
römisch-katholischen Pfarre St. Markus.
Den historisierenden Hochaltar fertigte 1916 die Kunstwerkstätte
Rungaldier in Gröden. Die von Gregor Lederwasch IV der Malerfamilie
Lederwasch gemalten Bilder des Hochaltars zeigen in der Mitte Mariä
Himmelfahrt, links den heiligen Fidelis von Sigmaringen und rechts den
heiligen Josef von Leonisse. An den Triumphbogenwänden sind Holzstatuen
der Heiligen Josef und Antonius von Padua aufgestellt. In der
Seitenkapelle stehen die Statuen der Heiligen Franziskus und Konrad aus
Altötting sowie die Statue des Judas Thaddäus vom Kärntner Künstler
Campidell.
Die schlichte Kirche ist im Langhaus und im eingezogenen Altarraum mit
Tonnengewölben ausgestattet. Hinter dem Altarraum befindet sich ein
Betchor. An der Nordseite der Kirche ist eine Lourdesgrotte und eine
zweijochige Seitenkapelle, die durch eine Holzwand in eine Beicht- und
eine Andachtskapelle geteilt ist.
1623 ließen sich die Kapuziner in Wolfsberg nieder und errichteten
zwischen 1634 und 1638 die Kirche und das Kloster. Der Gebäudekomplex
wurde nach dem Brand von 1777 erneuert. Nachdem die Kapuziner 2007 die
Stadt verließen, übernahmen die Benediktiner des Stiftes St. Paul im
Lavanttal Kirche und Kloster.
Lourdesgrotte
Seitenkapelle
Kapuzinergasse
Blick zum Kirchturm von der Kapuzinergasse
Radlsteg über die Lavant
Lavantnockerl beim Gassersteig
Beim sogenannten "Lavantnockerl" handelt es sich um einen Turmalin
Pegmatit, aufgefunden in Mosern bei St. Andrä. Der Stein ist ca. 250 -
275 Millionen Jahre alt. Als Bildungsort dieser Gesteinsart gilt das
Äquatorgebiet (in 20 - 40 Kilometer Tiefe). Neben dem schwarzen
Turmalin setzt sich dieser Stein weiters aus Feldspat, sowie Quarz und
Glimmer zusammen. Das Gewicht dieses Exemplares beträgt an die 10
Tonnen. Dem Turmalin im Lavantnockerl werden heilende Kräfte
nachgesagt. Er soll auch vor negativen Einflüssen schützen.
Bei der Fleischbrücke, die westlich des Rathauses die Lavant überpannt,
handelt es sich um eine barocke Steinbrücke. Der Name der Brücke stammt
noch aus jener Zeit als die Fleischer auf dieser Brücke ihre Waren zum
Verkauf anboten.
Paurisches Haus - Das Haus Nr.1 auch "Oberes Schloß" Im 13. Jhdt. errichtet.
1581 von den Bamberger Bischöfen übernommen. Diente dem Vogt als Fürstliches Hofhaus.
Das Paurische Haus wurde im 13. Jahrhundert errichtet und im 16.
Jahrhundert von den Bamberger Bischöfen übernommen. Unterschiedliche
Besitzer bewohnten über die Jahrhunderte hinweg das Haus, aber der
heutige Name stammt von Franz Pauer, einem Pächter auf Bayerhofen aus
dem späten 18. Jahrhundert. Auch dieses Haus befand sich einmal im
Besitz der Familie Henckel-Donnersmarck. Ab den 1950ern wohnte hier die
Familie Schüßler.
Die Stelen vor dem Paurischen Haus sind Metallkonstruktionen aus dem
Jahr 1997, die vom Künstler Karl Schüßler entworfen und der Wolfsberger
Schlosserei Franz Hornof gefertigt wurden. Den oberen Abschluss der
vier Stelen bildet je eine Kugel, eine Pyramide, ein Würfel und ein
Kegel. Der bekannte Künstler Karl Schüßler und befreundete Kollegen wie
Giselbert Hoke fanden hier eine ideale Schaffensstätte. In der Stadt
gibt es einen Rundweg "Karl Schüßler - Kunst". Walk and Bike". Bald
nach seinem Tod 2010 wurde das Paurische Haus an eine von Wolfsberg
abstammende Bäckerdynastie in Tirol verkauft.
Seit Jahrhunderten ist das Schloss Wolfsberg
das weithin sichtbare Symbol für die wechselvolle Vergangenheit der
Lavanttaler Metropole. Der Erbauer der erstmals 1178 urkundlich
erwähnten Burg ist unbekannt.
1846 kam das Schloß an den Grafen Hugo Henckel von Donnersmarck, der
das geschichtsträchtige Gebäude nach den Plänen der Wiener Architekten
Johann Romano und August Schwendenwein im englisch-gotischen
"Tudor"-Stil erneuern ließ. Das Schloss, das sich heute im Besitz der
Kärntner Montanindustrie GmbH befindet, wird auch als Kultur- und
Ausstellungszentrum genützt.
Neben dem Haupthaus selbst steht auch die ehemalige, 1855 in neoromanischem Stil errichtete Reitschule unter Denkmalschutz.
Wolfsberger Schloßwald
Das Bamberghaus, das ursprünglich als "Unteres Schloss" bezeichnet
wurde und in der jüngeren Vergangenheit Abteilungen der Stadtgemeinde
beherbergt hat, ist heute als "Haus der Region" ein Zentrum für
regionale Direktvermarkter von Lebensmitteln und Kunsthandwerk.
SPORERGASSE - Bis 1338, dem
Jahre der Austreibung der Juden aus Wolfsberg, hieß sie
Judengasse. Später erhielt sie den Namen "Schwarzes Viertel." Der
Sage nach soll der Name Sporergasse auf einen Türkensporn zurückgehen,
den ein Türke verloren haben soll. Bekanntlich hat aber kein Türke die
Stadt betreten. Es wird vermutet, daß in dieser Gasse das Gewerbe der
Sporenerzeugung betrieben wurde. 1982 Neugestaltung der Gasse zu einer
Fußgängerzone durch die Stadtgemeinde Wolfsberg.
Ein weiterer Meilenstein wurde 1986 erreicht, als die Südautobahn (A2)
fertiggestellt wurde. Wolfsberg wurde an eine wichtige europäische
Nord-Süd-Verkehrsachse angeschlossen und legte damit den Grundstein für
eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung der Region
Wolfsberg-Lavanttal. Mit der Fertigstellung des Koralmtunnels wird ein
weiterer wichtiger Impuls für das Lavanttal und die Stadt Wolfsberg
gesetzt werden. Die Fahrtzeit von Graz nach Klagenfurt wird sich auf
eine Stunde verkürzen. Mit einer Haltestation im Lavanttal. Da die
Eisenbahnstrecke für bis zu 250 km/h ausgelegt wird, ist sie, neben der
Westbahn, die am schnellsten befahrbare Eisenbahnstrecke Österreichs
und somit auch eine Hochleistungsstrecke. Die gesamte Strecke wird
voraussichtlich im Dezember 2025 fertig gestellt sein.
Wolfsberg in Ktn Bahnhof
Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: